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Dachgeschoss, keine Klimaanlage, Oberkörper frei – die Aufnahmebedingungen sind grenzwertig, das Internet auch. Adrian bestellt ein Gravelbike, Seb verletzt sich am Steiß an einer Fensterkante, und beide rasten im Straßenverkehr aus. Dazwischen: CSD in Jena, Reichsflaggen, Rentenpläne, Minijobs und die übliche Wut auf den Staat. 60 Kilometer Fahrradtour enden mit totaler Erschöpfung, Erdbeeren vom Selbstpflückfeld enden als Mousse. Eine davon war die bessere Idee.

Adrian schwitzt in der Berliner Werkstatt, Seb ist in Bayern – beide im Urlaub, beide trotzdem beschäftigt. Seb berichtet aus einem Hotel mit Vier-Gänge-Menü, bei dem er so lange nicht satt wurde, bis die doppelte Portion zum Standard wurde. Dazwischen: warum guter Service mehr zählt als der Preis, und warum Sebs Tattoo-Studio kleiner werden soll. Adrian nennt das Neuorganisation. Er hat vermutlich recht.

Interne Klassifikation: Funktionale Desintegration bei erhaltener Sprachfähigkeit.Die vorliegende Aufzeichnung dokumentiert eine Sitzung mit dem Subjekt, geführt unter dem Codenamen Kaka. Die Tonspur des behandelnden Personals wurde entfernt. Was bleibt, ist das Subjekt – und das, was es hört.Das Subjekt beginnt mit der Selbstverletzung mit einem Bohrer, deren Schilderung es als angenehm empfindet. Ratschläge an imaginäre Zuhörer bezüglich optimaler Fahrgeschwindigkeit. Betrachtungen über den Verfall der Gesellschaft, Garage Band und das therapeutische Potenzial des Elends anderer Menschen. Eine Drohne wird erwähnt. Der Zusammenhang bleibt unklar.Es gibt Lichtblicke. Das Subjekt empfiehlt, sich Kaffee to go zu holen, auf einer ungewohnten Bank zu sitzen und zehn Minuten lang das Handy wegzulegen. Dies ist, gemessen an allem anderen, der vernünftigste Moment der Sitzung.Klinische Einschätzung: Das Subjekt ist unauffällig genug, um täglich unbehelligt unter Menschen zu leben. Das ist entweder ein Zeichen der Genesung – oder ein strukturelles Problem weit jenseits dieser Einrichtung.Laufzeit: ca. 20 Minuten. Musikuntermalung: vorhanden. Verantwortung für den Inhalt: nicht geklärt.

Adrian hat an Anhängern und Burger-King-Grills geschweißt, Seb hat eine neue Drohne und zu kurze Akkus, und beide sind müde, leicht erkältet und werden von Vögelgeräuschen geweckt. Dazwischen: Rosenkohl als Streitthema, Kinder mit extremen Nahrungsmittelmeinungen und René Redo in der Kommentarspalte. Adrian plant Sauna, Hochzeitstag und Schrankbett. Seb plant vermutlich auch was, aber erstmal Cholesterin checken. Die Folge endet im Salsakurs – mit Lernstress und dem Körper, der langsam Fragen stellt.

Irgendwo zwischen Hamsterrad, Midlife-Verdacht und fehlendem Befreiungsschlag landet man beim kroatischen Goldschmied, der einfach nett ist und trotzdem Reichweite hat – das Gegenteil von tattoo tattoo tattoo. Reels brauchen gutes Material, Werbung muss man gern anschauen wollen, und Nischen sind das Einzige, was noch funktioniert. Dazwischen: Porsche-Bauern, Krautrock, Michelangelo, Alien-Material und die leise Erkenntnis, dass das meiste im Leben langsam passiert und nicht mit einem Schnitt.

Biber. Das Tier fällt Bäume, sabotiert Wehre und interessiert sich nicht für Geschäftsmodelle, was ihn sympathischer macht als die meisten Algorithmen. Adrian und Seb reden über Tattoo-Schmerz, Hypnose als Betäubungsalternative und warum eine schmerzfreie Tätowierung irgendwie nach nichts schmeckt. Dazwischen: Filmprothesen, Burger King, Social-Media-Pausen die man bereut, und Hornissen, die niemand eingeladen hat. Der Block über Hummeln, Dackel und Schildkröten ist vermutlich nicht die Kernkompetenz eines Wirtschaftspodcasts – aber hier sitzt er perfekt. Am Ende läuft man gemeinsam oder fährt Mountainbike, weil Routinen bekanntlich alles sind, solange der Algorithmus einen nicht wieder ausbremst.

Vatertag, Bollerwagen und Typen mit getunten Autos an der Tanke – Adrian und Seb wissen genau, wen sie meinen, und sie meinen es nicht nett. Es folgt eine Inventur früherer Lebensabschnitte auf vier Rädern: B-Corsa, Twingo, Civic, mehrere Unfälle, und die Erkenntnis, dass man an alten Autos mehr hängt als vernünftig ist. Dann wird's grundsätzlich: Wofür gibt man ohne Nachdenken Geld aus, und warum zögert man ausgerechnet bei sich selbst? Balenciaga kriegt sein Fett weg, 10X-Mindset-Coaches auch, und ob gute Arbeit allein reicht oder ob Erfolg vor allem eine gute Geschichte braucht, bleibt offen. Zum Schluss: ein Ladenkonzept für Schmuck und Tattoos, das entweder sehr smart ist oder sehr teuer wird.

Der Frühling ist eine Enttäuschung, Mallorca war faulenzen auf Rezept, und Cannabis kostet dort mehr als eine Autoreparatur – aber wenigstens landen gerade UFOs. Adrian und Seb kommen aus dem Urlaub direkt in den Existenzialismus: Warum sind wir hier, was wollen die Aliens, und kann Seb wirklich kein Spanisch? Die US-Regierung veröffentlicht Geheimdokumente, das Universum ist unendlich, und Social Media lügt trotzdem weiter. Zwischen Crackpreisen für Joints, interdimensionalem Reisen und der Erkenntnis, dass man manchmal einfach wieder die eigene Partnerin wahrnehmen sollte, bleibt die große Frage: Ist da draußen intelligentes Leben – und wenn ja, warum meldet es sich nicht?

40 Euro pro Quadratmeter, QR-Codes auf Grabsteinen und Björn Höcke – Seb ist im Urlaub, aber die schlechten Nachrichten haben mitgebucht. Zwischen Ankommen-können-aber-nicht-wollen, deutschen Touristen die man eigentlich nicht kennen will und dem unerwarteten Karriereweg zum Goldschmied-Meister stellt sich die Folge die wirklich wichtigen Fragen: Wer zahlt diese Mieten? Wer kauft NFT-Grabsteine? Und warum benimmt sich der Deutsche im Ausland immer so, als gehöre ihm der Pool? Nachdenklich, genervt, sonnencremeverschmiert.

Der Tischdeal sitzt, die Emotionen auch – aber nicht unbedingt da, wo man sie haben will. Adrian kämpft mit Social-Media-Zahlen, Seb kämpft mit neuen Inhalten, und beide kämpfen mit dem leisen Verdacht, dass Erwachsenwerden eine schlechte Idee war. Dazwischen: ein Grillabend, der vom Wetter persönlich sabotiert wurde, überraschend ernstgemeinte Salsa-Empfehlungen und die große Frage, ob Follower eigentlich irgendwas bedeuten. Zum Abschluss gibt's Essen – gesund, ungesund, gehypt – und die bewährte Erkenntnis, dass Leidenschaft schön ist, aber die Miete trotzdem nicht zahlt.