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Guten Morgen, guten Mittag, guten Abend. Eine Sonderausgabe von MEGA. Warum? Weil Daniel und ich mit großer Aufmerksamkeit, wie ihr mitbekommen habt, diese Diskussion um das Rentenpaket verfolgt haben. Daraus wurde ja pars pro toto eine Diskussion um die Reformfähigkeit des Landes. Wir haben immer wieder darüber gesprochen. Und weil Daniel und ich ja ein Optimismus Pessimismus haben, geht der Realismuspreis diesmal an Daniel und der Optimismuspreis an mich. Ich hatte gedacht, bei der jungen Gruppe ist am Ende so viel Drehmoment da, dass es sich auch wieder die Fraktionsdisziplinen durchsetzen können. Dem ist nicht so. Wir sprechen heute, das ist eine kürzere Version, 20 Minuten über das, was heute im Bundestag entschieden wurde, was das bedeutet, welche Konsequenzen es hat. Aber lieber Daniel, an so einem besonderen Tag, ich weiß nicht, ob ich ihn historisch nennen würde, ist ja bemerkenswert und fast Koinzidenz, oder? Aber als Hegelianer List der Geschichte, dass das Forschungsinstitut IW aus Köln heute Morgen eine Prognose abgegeben hat, dass wir eine neue Record abgebaut Ausgabenlast für die Arbeitenden in Deutschland bekommen werden.
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Alle wissen, dass es Veränderungen braucht und diese nötig ist.
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Deutschland muss wettbewerbsfähig sein. Mit 4 Tage Woche und Work Life Balance werden wir den Wohlstand unseres Landes nicht erhalten können.
B
Make Economy Great again. Wie Deutschlands Wirtschaft wieder boomt. Der Podcast mit Ökonom Daniel Stelter und Weltherausgeber Ulf Poschardt.
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Was für ein Tag.
C
Ja, hallo Ulf. Was für ein Tag. Ich meine auf jeden Fall ein sehr teurer Tag. Vielleicht noch mal ganz kurz zur Einordnung. Heute wurde ein Rentenpaket beschlossen, aber in Wirklichkeit wurde was ganz anderes beschlossen. Es wurde beschlossen, dass die Ausgaben des Staates deutlich weiter steigen. Und angesichts der Tatsache, dass bereits ohne dieses Gesetz bereits 2029 es überhaupt keinen Spielraum mehr gegeben hat im Bundeshaushalt, dass im Prinzip durch Verteidigung, Soziales und Zinsen der ganze Haushalt aufgefressen wird, hat man im Prinzip heute schon liebe Freunde, liebe Bürger, wir werden euch in den kommenden Jahren deutlich mehr Geld abknüpfen. Jetzt kann eine Frau Bas noch unterscheiden und kann sagen nach dem Naja, wenn sie Steuerzahler sind, ist es nicht so schlimm, als wenn es die Abgabenzahler wären. Die Wahrheit natürlich Am Ende zahlen wir es alle irgendwie und deshalb kann ich nur Hut ab. SPD. Die SPD hat es erneut geschafft, den Trick zu verbringen, erst Fernsehen zu schauen und dann Hausaufgaben machen zu müssen. Ihr kennt es ja, Kindererziehung. Wir haben es vor Monaten diskutiert. Eigentlich habe ich immer meine Erfahrung. Du machst erst die Hausaufgabe nach, gibt es Fernsehschauen oder was immer du gerne machen möchtest. Wenn du es umgekehrt machst, ist es oftmals sehr schwierig, das mit den Hausaufgaben durchzusetzen. Und Herr Merz ist erneut wieder in diese Falle getappt. Ich meine, er hat der SPD hunderte von Milliarden Schulden als Gastgeschenk organisiert für die Koalition und hat sich dann gewundert, dass die Reformbereitschaft nicht da war. Ich würde ja persönlich eine Lehre daraus ziehen, er scheinbar nicht. Er hat jetzt also Ausgaben festgeschrieben für eine Rentenreform, wo quasi die Rentenreform nicht gemacht ist. Aber was gemacht wurde, ist, wir haben, liebe Rentner, euch trifft das schon mal gar nicht. Das ist eine sehr merkwürdige Politik und ich will aber trotzdem auf Optimistisches gleich kommen. Aber bevor ich dazu komme, möchte ich nur eins sagen, was mich persönlich so ein bisschen verstimmt hat oder was mir Sorgen bereitet eigentlich. Da gab es diesen sogenannten entspannter Schliessungsantrag, glaube ich, in dem man vorgegeben hatte, was denn so die Rentenreform alles anschauen sollte. Und da waren einige Dinge drin, wie höhere Renteneintrittsalter, Rentenniveau, Fragen, natürlich auch Fragen, was merkwürdig Wie kann man mehr Einnahmen besorgen, zum Beispiel die Leute, die selber privat vorsorgen, noch mehr besteuert. Das ist ja auch ein merkwürdiges Ding. Und plötzlich wurde dieser Entschließungsantrag weggenommen. Und als das erfolgte, dachte ich mir, das ist jetzt quasi die Konzession von Herrn Spahn an seine Freundin Heidi, damit ihr Heidi quasi sagt, wir enthalten uns, damit es auf jeden Fall durchgeht, wird natürlich sofort gestreut. Das war nicht so, sondern es ist weg wegen diesem Thema Kapitalertragssteuer, weil Unionkritiker ist es egal. Der Verdacht steht im Raum und der Verdacht ist nicht von der Hand zu weisen, dass im Prinzip man organisiert hat die Enthaltung der Linkspartei. Und dann war es natürlich auch konsequent von Unionsabgeordneten zu Wir schaffen unsere eigene Mehrheit im Prinzip. Wenn wir es eh nicht verhindern können, dann wollen wir wenigstens nach draußen hin so tun, als wären wir unabhängig von Linkspartei. Das ist diese Regierung schon lange nicht mehr Wir haben es jetzt gesehen, wir werden es sehen bei der Reform der Schuldenbremse bei anderen Themen. Und damit hat die SPD einen starken Verbündeten noch mal außerhalb der Regierung. Und das führt mich zu meinem Positiven. Wenn irgendjemand noch an unserer beider Skepsis bezüglich der Reformfähigkeit des Landes gezweifelt hat, der weiß seit heute ganz Es gibt mit dieser Regierung keine Reform. Reformen werden so ausschauen, werden betitelt werden mit schönen Namen, werden aber im Kern auf nichts anderes hinauslaufen als das Löcher stopfen durch Abgabenerhöhung. Entweder indem Leute einzahlen müssen, die jetzt nicht einzahlen, die Selbstständigen, oder indem Einkommensgruppen oder Einkommensarten hinzugezogen werden, die vorher nicht dabei waren etc. Plus man schafft ein jungtem Richtung Schuldenbremsenreform und wird dann im Prinzip Wir müssen die Schuldenbremse dauerhaft locken, Leute. Wir können nicht die Renten nur noch bezahlen, wenn wir uns das Geld leihen. Das ist das, was heute passiert ist. Insofern kann ich Herzlichen Dank, liebe Clico. Wir wissen jetzt, mit dieser Regierung gibt es keine Reformen, sondern es gibt nur einen einzigen Weg, nämlich den Weg in den Steuer, Abgaben und Schuldenstaat, wo wir eigentlich ja schon sind, zumindest im ersten Teil und im letzten, letzten Teil holen wir das mit großen Schritten nach.
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Ja, jetzt würde ich weißt ja, ich treibe mich ja immer politiknah rum und wenn man heute mit einem sehr klugen Kopf dieser Regierung gesprochen hat, dann sagt Ja, aber gestern im Bundesrat haben wir doch 200 Reformpöstchen durchgebracht. Du siehst, Reform läuft ja und ich kein Mensch weiß, was ihr da gestern entschieden habt und so weiter. Liebes Bürgerliche Lager sind dann so Sachen, dass Genehmigungsverfahren schneller gehen. Nichts davon ist falsch. Aber da es ein sehr kluger Kopf dieser Regierung und auch der Fraktion ist, da fragt man sich, ob es da so eine Entkopplung gibt, dass man gewissermaßen glaubt und dass es wirklich ich versuche jetzt nicht hämisch zu sein oder auch sarkastisch, dass man wirklich glaubt, dass mit so technokratischen Minimalkorrekturen des Status quo, die und ich will die gar nicht in Abrechnung redestellen, dass es für manche Bauunternehmen jetzt eine Erleichterung gibt, dass es in der digitalen Verwaltung leichter ist, sich umzumelden und was der Teufel, was da alles drin ist aber, dass die gewissermaßen die Logik ihrer eigenen repräsentativen Demokratie nicht wirklich verstanden haben, Dass in dem Moment, wo wirklich aus ihren eigenen Reihen der dringende Wunsch, um mehr ökonomische Nachhaltigkeit, um eine Generationengerechtigkeit, um eine Passproduktion Toto zu zeigen, dass man reformfähig ist bei einem großen Thema, was seit Jahren und fast schon Jahrzehnten ansteht, dass man ernsthaft glaubt, dass das miteinander verrechnet werden kann. Das gab es auch schon bei dieser, ich weiß gar nicht bei welchem Riesenproblem bei dieser Verfassungsrichterin. Ja schade. Jetzt merkt man gar nicht, dass wir migrationspolitisch einen ganz anderen Kurs haben oder dass man bei dem Reinfliegen von hunderten Afghanen, ja dann sieht man ja gar nicht, was wir an der Grenze abweisen. By the way, wenn man die die Zahlen anguckt, wie viele Leute ins Land kommen, hat auch nicht so richtig funktioniert. Kurzum, ich staune, dass die Union jetzt jubelt über diesen Erfolg. Ich habe einen Leitartikel geschrieben, der geht heute am Freitagnachmittag jetzt auf die Seite ein Pyrrhus Sieg. Und dass die gar nicht kapieren, dass der Schaden dieses Siegs für ihr eigenes politische Lager gar nicht groß genug sein kann. Das mal eine Bemerkung. 2. Ich habe mir danach natürlich die Rede von Heidi Reicheneck angeguckt und das Interessante ist, wenn man auf dieser repräsentativen Ebene der Demokratie, wo es auch um Diskurse geht, nicht in der Lage ist, das vernünftig auch aus dem bürgerlichen Lager heraus zu problematisieren, kommt jemand, die Reichinekt und sie kommt mit Altersarmut und ob es jetzt stimmt oder nicht, ob es Paulaner Garten ist oder nicht, der hungernde Paulaner Garten, den sie da skizziert, Sie sagt, wir sind ein reiches Land, wir sind die drittgrößte Volkswirtschaft, wir können nicht solche sozialen Differenzen zulassen. Und im Grunde genommen hat Heidi Reichinek ihr Game super gespielt. Die haben die Union vorgeführt, dass sie im Zweifelsfall lieber mit der Linkspartei argumentieren wird als der AfD. Das ist ihr gelungen mit dieser Geschichte. Und sie nutzt diese Unfähigkeit zu Sozialreformen, um eigentlich zu sagen, ja, wenn er das schon macht und Schulden und irgendwann kommen dann Steuern, dann müssen wir noch von einem ganz anderen Sozialniveau ausgehen. Wirklich schockierend und eigentlich so, dass man sich wirklich fragt, warum man noch in diesem Land bleibt, sind Umfragen, die ich heute zugeschickt bekommen habe, über diejenigen, die Stabilisierung der Rente wollen und wer also sind Forsa Zahlen insgesamt Anhebung des Renteneintrittsalters in Deutschland. Schätze mal, wie viel sind dafür, Wie viel sind nicht dafür? Sag mal nur Pi mal Daumen.
C
Ich würde mal sagen, 75 Prozent sind.
A
Dagegen, 28 Prozent sind dafür, 69 Prozent dagegen. Und das Krasseste, da war ich ja.
C
Gar nicht so falsch.
A
Du liegst ja nie falsch. Die jüngsten von 18 bis 29 wollen es am wenigsten mit 77 Prozent. Und bizarrerweise die, die es betreffen würde, nämlich 60 Jahre und älter, die wollen es am stärksten. Und von den Parteien, das ist übrigens auch hochinteressant, die größte Zustimmung für eine Rentenanhebung ist bei der Union fast 50 Prozent, dann bei den Grünen 51 dann bei der SPD 65 81 Prozent der Linken wollen es nicht. Aber halte ich fest, 89 Prozent der AfD Wähler wollen das nicht. Damit ist eigentlich auch klar, dass AfD und Linke da übrigens ganz, ganz nahe sind und nur neun Prozent der Wähler der AfD würden eine Anhebung des Renteneintrittsalters begrüßen. Macht irgendwie auch deutlich, dass ich glaube, immer wieder klar werden muss, dass man wirtschafts und sozialpolitisch die AfD Wähler nicht einer wirtschaftspolitisch bürgerlichen Maße hinzuschubsen kann. Die sind ganz anders aufgestellt. Aber wenn du die Zahlen siehst, dann ist dieses Ergebnis bildet eben auch den Bewusstseinsstand der Deutschen zu. Die taumeln ihrem Untergang ignorant entgegen.
C
Weißt du, Ulf, ich habe mit diesen Arten von Umfragen, habe ich so einen kleinen Hänger. Das ist so ein bisschen so, wenn du auf die Straße gehst, bist du für Freibier für alle. Wer ist gegen Freibier? Ich. Also gut, der ahnte Alkoholiker. Es gibt ja auch alkoholfrei. Es gibt ja auch alkoholfreies Freibier. Was ich damit sagen möchte ist, du hast ja nicht den Trade off abgefragt. Du hast ja nicht gefragt im Wir haben folgende Wir können jetzt weitermachen wie bisher. Da müssen die rentenbeiträge gehen von 19 Prozent auf 25 Prozent. Findest du das gut? Ja, nein. Oder wir halten daran fest, dann müssen wir die Steuern erhöhen. Allgemein um das und das. Diese Trade offs werden nicht gestellt oder wir halten an der jetzigen Politik fest und wir haben einen eklatanten Arbeitskräftemangel, der dazu führt, dass wir in den nächsten paar Jahren schrumpfende Wirtschaft haben und quasi letztlich woanders das und das kürzen müssen. Möchtest du das? Die Frage wird nicht gestellt. Oder bei den AfD Wählern, möchtest du das gerne, dass wir das haben? Und dann müssen wir aber im Prinzip Leute haben, die jedes Jahr zuwandern. Möchtest du das denn gerne haben? Genau diese Trade offs wurden nicht gestellt. Darum sind diese Fragen so dieselben Leute wehren aber auch gegen Stör und Abgabenerhöhungen überwiegend, außer natürlich für andere. Aber im Prinzip nach dem Wir alle müssen mehr zahlen. Bist du dafür kommt es bei raus. Ich möchte noch mal ganz kurz kommen auf Heidi Reicheneck. Du weißt ja, reiches Land, ich kann es nicht mehr hören. Ich habe dieses Buch geschrieben vor langer, langer Zeit, das Märchen vom reichen Land. Deutschland ist ja nicht so ein reiches Land, wie immer getan wird. Natürlich sind wir reicher als Somalia und so weiter, aber wir sind längst nicht so reich, wie wir tun und könnten verkraftlich verlaufen. Wir wissen, dass wir haben massiven Investitionsrückstau, das Bildungssystem ist im Niedergang, die Wirtschaft wandert ab. Also wir wissen, das reiche Land ist gerade dabei, im echten Sturzflug da niederzugehen. Und dann kann ich natürlich Natürlich brauche ich eine gewisse soziale Gerechtigkeit und natürlich brauche ich auch eine soziale Stabilität. Nur mal ganz ehrlich, das Rentenniveau, das daran festzumachen, ist auch problematisch. Weißt du es? Dann schreiben Leute auf Twitter, keine Ahnung, so und so viele Millionen Rentner haben irgendwie nur im Monat. Weißt du, Harald Schmidt. Schmidt hat in der FAZ ein köstliches Interview gegeben und da haben sie ihn gefragt, hat er gemeint, was er Rente bekommt? Er bekommt Rente. Und er hat dann gesagt, er bekommt 800 Rente und 300 aus der Künstlersozialkasse. Harald Schmidt vielleicht für die Jüngeren. Es war ein sehr erfreulicher Fernseh Entertainer und ich glaube, der wird heute noch gebucht für Bühnenauftritte a pro Stunde oder was weiß ich oder noch mehr, keine Ahnung. Und ich gönne ihm das alles. Ich will nur sagen, also der Herr Schmidt würde statistisch auftauchen als ein armutsgefährdeter Rentner, dem man gegen Geld geben muss. Und damit sind wir genau bei dem Punkt. Die Tatsache, dass viele Rentner nur Euro haben, heißt nicht, dass das Haushaltseinkommen dieser Rentner so gering ist. Es kann ja auch sein, die berühmte Zahnarztgattin, die damit gearbeitet hat, die wenig hat, wohnt trotzdem in der Villa und hat viel Geld. Die können anders vorgesorgt haben, wie Harald Schmidt wahrscheinlich wahrscheinlich getan hat. Das heißt, wir reden hier über eine bestimmte Gruppe von Armen, die über ein extra Instrument quasi geschützt werden soll, nämlich über höhere Rennstrecke, statt zu Wir machen das, was sonst im Sozialstaat immer gilt. Es geht nach Bedürftigkeit und das macht es so unglaublich teuer. Also insofern müsste es den Bürgern erklären. Und wenn du natürlich den Bürger eine Frage Wollt ihr alle Freibier haben? Bin ich auch dafür.
Das Entscheidende ist ja, es gibt halt grundsätzlich, und das ist glaube ich der entscheidende Punkt, eine entscheidende Nachricht von heute. Es gibt keinen Reformwillen in der Bevölkerung. Es gibt keinen Reformwillen in der Regierung und die SPD ist auf dem richtigen Kurs. Und das bedeutet aber, die Löcher müssen gestopft werden durch mehr Schulden, natürlich mehr Steuern, Abgaben. Und Frau Reicheneck findet es natürlich ganz toll, weil sie natürlich super findet, dass der Staat kein Geld hatte. Weil der Staat kein Geld hat, hat sie immer ihr Argument, endlich doch mal die Steuern zu erhöhen.
A
Ja, also ich bin ja ganz bei dir. Diese Metaphorik zu Wollt ihr alle Freibier? Und alle. Ja, da habe ich wiederum ein Störgeräusch. Also wir haben uns wechselseitig unsere Störgeräusche fürs Wochenende für den zweiten Advent erklärt und da bin ich schon wieder optimistisch und naiv. Mein Glaube an die Mündigkeit der Bürger inkludiert eigentlich, dass sie wissen there is no such thing as a free lunch und auch kein free beer. Und ich bin mir relativ sicher, dass auch diejenigen, die da für eine Nichterhöhung des Renteneintrittsalters versus wieder jede Logik in die Mathematik und Demografie entschieden haben, sich zumindest in Teilen darüber im Klaren sind, dass das eigentlich etwas ist, was Konsequenzen hat. Und insofern würde ich nicht so sagen, dass das liegt einfach an den Umfragen, weil man da einfach ohne den Trade off fragt. Ich glaube, jedem ist klar, dass es da ein Trade off gibt, weil die Common Sense Erfahrung der Menschen ist ja, dass sie nicht abends nach Hause gehen, eine Dusche anstellen, aus der dann Goldtaler runterprasseln. Also ich finde, dein Punkt ist sehr viel dramatischer, wenn ich den Ernst nehme zu Es gibt keinen Reformwillen, weder in der Bevölkerung noch in der Politik. Klammer auf, Klammer zu. Wir haben und an der Stelle tausend tausend Dank für die wirklich Dutzenden von Nachrichten, die mich erreicht haben. Unsere Hörer innen sind diejenigen, die diesen Reformwillen haben. Ich glaube, die haben auch diesen Reformdruck, weil sie nicht zugucken wollen, wie das Land abschmiert. Aber der Reformdruck fehlt und in Deutschland passiert nichts ohne Druck und unser Podcast alleine wird es nicht machen. Ich war heute sehr glücklich über den IW, dass diese Studie vor der Abstimmung kam, weil diese Studie ist ja etwas, was als Zahl durchaus jedem, der sich Gedanken macht, hochqualifiziert oder auch nur gut qualifiziert nach Deutschland zu kommen, um hier zu arbeiten, vielleicht eine Familie zu gründen. Der guckt diese Zahlen der Abgabenlast an und sagt ne, gehe ich überall woanders hin, nur nicht da, wo das einfach einen neuen Rekord gibt. Der guckt sich dann vielleicht auch ja, wie ist denn das gerade die Stimmung in dem Land? Dann guckt man so eine Diskussion, so eine Entscheidung an. Kurzum, wir werden ja nicht nur durchgereicht für uns selber, sondern dieses Durchreichen hat ja jetzt fast so einen Vorführeffekt. Ein Show Effekt als Werbung für andere Wirtschaftsstandorte. Gab diese Woche ja auch neue Zahlen, was die Energiepreise betrifft. Die Horrormeldungen aus der Industrie reißen nicht ab. Und da möchte ich noch mal zu dem Punkt kommen, dass ich so grundsätzlich mich frage, auch unter dem Eindruck des Gesprächs mit dem Politiker, ob die nicht kapieren, dass man sagen kann, ja, ihr könnt jetzt sagen, was spricht dafür? Es spricht dafür, dass ihr sagen könnt, wir bleiben politisch stabil. OK, Punkt kann man geben, Würde ich auch schon.
Dieser Pyrrhus Sieg mit Ach und Krach nach unendlichen Debatten, mit einem Niedermachen der jungen Gruppe, die wirklich gezeigt haben, dass sie was können und so. Wenn das für euch schon Stabilität ist, dann viel Vergnügen. Aber dass sie gar nicht kapieren, angesichts der wirtschaftlichen Lage in der globalisierten Ökonomie, die hart umkämpft ist wie noch nie, wir Verteilungskämpfe haben global um die besten Talente, um Rohstoffe und so weiter, das reicht so nicht. Aber die Debatte, Sie, Frau Reichinek, und Sie spielt Ihr Game mit der Linkspartei. Gut Wir führen eine Debatte ohne jenen vernünftigen und wichtigen Blick auf die Ökonomie. Es taucht nicht auf, als wäre, so sind ja auch die Journalisten in der Berliner Republik, als könnten wir uns von allem abkapseln und folgen nur noch der Logik der Berliner Republik. Und wir haben das Sozialsystem auch abgekapselt, nur die Logik, dieses immer sozialistischer werdenden Sozialstaatsprinzip in Deutschland und man ist auf so eine Art und Weise selbstgenügsam, narzisstisch, auf sich selbst versunken, das macht mich eigentlich am fertigsten, weil das wird irgendwann noch schlimmere Konsequenzen haben, wenn man sich praktisch abkoppelt vom Rest der Welt.
C
ULF Das stimmt. Ich habe mir gerade überlegt, an was mich das erinnert. Und weißt du, wir hatten ja vor ein paar Monaten gesprochen über diese charmante schwedische Energieministerin, die, glaube ich, sinngemäß gesagt hat, Politik kann die Gesetze der Physik nicht außer Kraft setzen, selbst Robert Habeck nicht. Also eigentlich schon fast schon hier. Also Gottesdästerung ist so was zu sagen. Und ich würde einfach nur sagen, die Politik kann auch die Grundsätze der Wirtschaft nicht außer Kraft setzen. Und leider Gottes beweist die Wirtschaft das ja gerade mit dem Niedergang, mit dem Verlust von zigtausend Arbeitsplätzen, mit der Verlagerung ins Ausland. Und das Erstaunliche ist halt, wie bei der Leugnung der Physik in der Energiewende, scheint das mit dem Leugnen der wirtschaftlichen Realitäten in der Politik ziemlich lange zu gehen. Ungeachtet dessen, dass die Realität eigentlich beweist, dass die Politik sich in der Illusion befindet, das reiche Land, was Frau Reicheneck so schön lobt, das ist auf dem besten Weg in sehr, sehr großer Geschwindigkeit zu verarmen. Und die Politik leistet dazu einen maßgeblichen Beitrag. Und heute war einer der ganz, ganz großen Sargnägel. Und zwar zum einen wegen der Ausgaben von Hunderten von Milliarden, aber vor allem aufgrund der Symbolwirkung, Weil das ist jetzt, weißt du, eine Seite ist ja, du schreibst Ausgaben fest, die Symbolwirkung ist brutaler, weil du hast eigentlich jenen, die gehofft haben, diese Regierung würde Reform machen, jede Hoffnung genommen. Und was diesen unbekannten Politiker betrifft, mit dem du gestern zusammen warst und der sich selbst gelobt hat, für die heute Vormittag ist letztlich unsere Podcast Diskussion völlig egal, ob gestern Abend, heute Morgen eher über übersieht, das Bürgergeld wurde reformiert, der größte Teil der Reform ist Umbenennung. Ansonsten hat sich nichts geändert an den fairen Arbeitsanreizen, genauso wie andere Reformen, die sind halbherzig, die bringen nichts. Und mit einer SPD wird man das, was gemacht werden muss, nicht umsetzen können. Und da erinnere ich nochmal an Herrn Schröder, Gerhard Schröder, der das ja gemacht hat. Wo ist sozusagen der Gerhard Schröder, dein Freund Lars? Jedenfalls ist es nicht, wie wir auch gelernt haben in den letzten paar Wochen, hat er eh nichts zu melden. Bärbel Bas hat die Hosen an und sie hat ja auch erklärt, wo der Feind sitzt. Für sie sitzt der Feind bei denen, die Arbeit geben und bei denen, die Vermögen haben. Und da geht es jetzt richtig zur Sache. Das wird umgesetzt und die CDU, let's face it. Die CDU ist immer noch in einem großen Teil. Die Merkel CDU ist im großen Teil. Die soziale CDU hat ja auch die Mütterrente mitgemacht. Die CSU. Vor dem Hintergrund hast du da die ganz große Koalition. Jetzt komme ich zurück auf deine, die große Mehrheit der Bevölkerung möchte es gerne so. Insofern müssen wir vielleicht einfach anerkennen, Ulf, wir können hier quasi Minderheitenprogramm machen, aber es wird erst dann, wenn der Staatsbankrott vor der Tür steht, weil die Wirtschaft kollabiert ist, erst dann wird jemand kommen und wird sagen, du wirst das Land sanieren. Dann kannst du sagen, da kommt so ein Melee, um es abzuschließen, auf einen weiteren Liebling von uns zu kommen. Der hat dann leider den großen Nachteil, dass im Unterschied zu Argentinien, wir keine so tolle Landwirtschaft haben, wir keine natürlichen Rohstoffe haben, von Lithium bis Gas und ähnliches, sondern ein rohstoffarmes Land sind. Und dann werden wir feststellen, dass das dann zu sanieren faktisch nicht mehr möglich sein wird.
A
So sehe ich es nicht ein Milei kann sofort hier loslegen. Danke für euer Interesse. Danke, lieber Daniel, dass wir so schnell uns noch mal so optimistisch und wir sind optimistisch. Warum sind wir optimistisch? In der Gefahr wächst das rettende Hölderlin und Heidegger wächst. Wenn die es nicht gewusst haben, dann weiß ich es auch nicht. Und vielleicht ist dieser Moment ja, es gibt ja immer die Momente, wo Dinge sich schlagartig verändern. Aber ich habe es gerade ausgesprochen und mein Mund sagt es noch und mein Kopf sagt, ey Ulf, du bist nicht vier Jahre alt, werd mal erwachsen, ist Unsinn. Daniel hat recht. Wir schwören nächste Woche Kommen wir mit 3, 5, 7 konstruktiven Ideen euch ein schönes Wochenende. Vergesst nicht, wenn ihr Kinder habt, morgen den Stiefel voll zu machen mit schönen Überraschungen. Und wenn ihr selber Wir haben ja so junge Zuhörerinnen und Zuhörer, wie wir gelernt haben bei unserem Live Podcast. Lasst euch von euren Eltern und Großeltern schön beschenken. Gute Nacht. Tschüss, lieber Daniel.
C
Ciao.
A
Tschüss.
B
Das war Make Economy Great Again. Hast du Fragen, Anregungen oder Kritik? Schreib uns an megaelt DE und hinterlasse eine Bewertung in deiner Podcast App. Das hilft uns, mehr Menschen zu erreichen.
Host: Ulf Poschardt (WELT)
Guest: Daniel Stelter (Ökonom)
In dieser Sonderausgabe von "Make Economy Great Again" diskutieren Ulf Poschardt und Daniel Stelter die historischen politischen Beschlüsse des Bundestages rund um das neue Rentenpaket. Sie analysieren die Auswirkungen auf Staatshaushalt, Wirtschaft, Generationengerechtigkeit und die Reformfähigkeit der Regierung. Mit einer Mischung aus Ironie, Ernst und zugespitzter Analyse zeigen sie auf, in welchem Zustand sich der Wirtschaftsstandort Deutschland befindet und warum das Rentenpaket ein Symptom einer viel tiefer liegenden Systemkrise ist.
Diese Folge zeichnet ein ernüchterndes und zugleich aufrüttelndes Bild vom Zustand der deutschen Politik und Wirtschaft: Reformstau, fehlender Mut für echte Veränderungen und ein politisches System, das sich mit kleinen Korrekturen über Wasser hält, während fundamentale Probleme immer größer werden. Die Gastredner fordern mehr Ehrlichkeit, ökonomisches Verständnis und einen Blick für die internationale Wettbewerbsfähigkeit – bevor die nächste große Krise nicht mehr abwendbar ist.
Nächste Woche kündigen die Hosts konkrete Reformideen an. Bis dahin bleibt die Frage offen: Wie viel "Afuera" und neuen Kulturkampf braucht das Land, damit Deutschland wieder boomt?