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Alle wissen, dass es Veränderungen braucht und diese nötig ist.
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Deutschland muss wettbewerbsfähig sein. Mit 4 Tage Woche und Work Life Balance werden wir den Wohlstand unseres Landes nicht erhalten können.
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Make Economy Great Again Wie Deutschlands Wirtschaft wieder boomt. Der Podcast mit Ökonom Daniel Stelter und Weltherausgeber Ulf Poschardt.
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Ja, so Na gut, schreit Daniel Stelter. Wir sind wieder dabei. Make Economy Great Again Der einzige Podcast, der die Volkswirtschaft in Deutschland und wahrscheinlich in ganz Europa und am Ende noch im globalisierten Westen retten kann. Nein, das war Ironie. Vollkommen klar. Wir sprechen heute über die deutschen Krankenkassen, fragen uns, wie der Sinkflug der deutschen Exportnation aufzuhalten wäre und diskutieren, ob junge Menschen tatsächlich denn das legt eine neue Studie nahe nur noch mit Haltung glänzen, aber auf Leistung keine Lust mehr haben. Ja, ich freue mich sehr, dass alle heute wieder eingeschaltet haben. Und ganz persönlich möchte ich mich bedanken bei den Megafans, die für mich vollkommen überraschend am vergangenen Sonntag bei dem Book Signing von Shitburgertum mit ihren erstaunlich schönen, schnellen Autos angekommen sind. Schön, dass ihr da wart. Daniel Hallo. Wie geht's dir?
C
Mir geht's gut. Ich habe letzten Sonntag leider verpasst, aber ich habe gehört, es war ganz toll.
B
Ja, das macht ja nichts, weil ich habe mir vorgenommen, ab und an was für die Community zu tun. Ich habe auch unterstützt einen wirklich großartigen Bäcker in der von Luckstrasse. Warum nicht einfach mal Leute im Südwesten Berlins auf ein Croissant und ein Filtercafé einladen, wenn man so einen schönen Anlass hat. Wir reden über das Krankenkassendefizit und fragen uns, ob es Bürgergeld auf Rezept geben muss, Die gesetzlichen Kassensteuern 2027 auf ein Rekordminus von über 12 Milliarden Euro zu Versicherte zahlen jedes Jahr 10 Milliarden für Bürgergeldempfänger. Eine Aufgabe, die eigentlich vom Staat getragen werden müsste. Es ist Sozialpolitik auf Wer arbeitet, zahlt doppelt. Fehlanreize statt Reform. Digitalisierung, Klinikumbau bleiben Blockadethemen. Für mich am Wir nutzen nicht KI, Wir nutzen nicht die Möglichkeiten meiner digitalisierten Bürokratie. Wir machen das alles nicht. Daniel gibt es irgendeiner Stelle Hoffnung am Horizont, was die Reform des Gesundheitswesens und der Krankenkassen betrifft? Wie siehst du es?
C
Also willst du einen kurzen Podcast machen, Dann sage ich einfach Nein, wir hören jetzt hier auf. Ich meine ganz ehrlich, wir haben es jetzt wieder gehört auf Friedrich Merz im Sommer Interview und dann kommt wieder so eine Ja, wir werden irgendwie die Mietkosten für die Bürgergeldempfänger deckeln. Ich meine, ganz ehrlich, glaubst du, dass das passieren wird? Ich glaube es nicht. Nö, höchstens man sagt, wir deckeln es und zahlen den Vermietern weniger. Das wäre so eine typische Politik Lösung. Also nein, ich glaube es nicht. Aber mal ganz ehrlich, fangen wir erstmal an. Schritt 1 Es ist eine himmelschreiende Ungerechtigkeit, dass nur die in der gesetzlich Krankenkasse versicherten Menschen, freiwillig oder unfreiwillig versicherten Menschen, die Bürgergeldkosten tragen müssen. Das ist ein Unding. Das ist eine Aufgabe für alle Steuerzahler. Insofern ist es unfair. Erster Punkt. Zweiter Wir sehen natürlich hier, wie auch die Politik Kosten des Bürgergeldes versteckt. Das musste ja irgendwie nochmal zuaddieren. Zu den über 50 Milliarden, die es schon kostet, kommen wir 10 Milliarden dazu. Du siehst einfach das ist völlig aus dem Ruder gelaufen, das Bürgergeld. Wir bräuchten da Reformen. Eine Reform wird im wahren Sinne des Wortes nicht kommen und das ist im Prinzip eigentlich ein totales Desaster. Das müsste erfolgen. Wir müssten aber natürlich auch unabhängig davon das Gesundheitssystem reformieren. Und das, finde ich, ist schon noch mal eine relativ wichtige Diskussion. Ich meine, wenn du mal einfach so anschaust, Deutschland, wir haben mit das teuerste Gesundheitswesen in Europa. Also es gibt Die Schweiz ist ungefähr auf unserem Niveau. Die USA sind das Einzelland weltweit, wo man deutlich mehr Geld ausgibt. US Amerikaner sehr teures System, aber die anderen Länder sind deutlich geringer. Ich habe jetzt mal ein paar Zahlen rausgesucht, wenn ich mir die ganz letzten Demnach geben wir ungefähr US Dollar, das sind Zahlen umgerechnet pro Kopf pro Jahr für Gesundheitsversorgung aus. Die Franzosen, die Briten, Italien. Jetzt könnte man ja Ja, wir geben so viel mehr Geld aus und deshalb ist auch bei uns der Erfolg besonders groß. Wir leben besonders lange. Stimmt aber nicht. Also wenn du das anschaust, stellst du fest, die Lebenserwartung in Deutschland ist nicht überdurchschnittlich hoch. Im Gegenteil, sie ist eigentlich niedriger als in anderen europäischen Ländern. Vor allem wiederum Frankreich und Italien. Selbst die Briten, wo das Gesundheitssystem, das kann ich aus eigener Anschauung sagen, wirklich nicht gerade super ist auch viel weniger Geld kostet pro Briten, selbst die Brite ungefähr so lange wie wir. Das heißt, wir haben ein teures System ohne mehr Lebenserwartung. Und darüber hinaus, das kommt interessant, gibt es ja auch einen wichtigen Indikator nach der OECD, wo man nicht nur Wie alt wird man, sondern wie alt wird man noch in guter Gesundheit? Das nennt man sozusagen so gesunde Lebensjahre. Also wie viele Jahre ist man gesund? Und da liegt Deutschland ganz schlecht. Also die Lebenszeit ohne wesentliche Einschränkung in Deutschland liegt bei lediglich 61 Jahren. Also ab 61 Jahren haben die meisten bereits irgendwelche Einschränkungen. Und die sogenannte Zahl der Jahre mit gesundheitlichen Einschränkungen liegt in Deutschland über dem EU Durchschnitt. Wir geben mehr Geld aus mit einem schlechteren Ergebnis. Jetzt geht es weiter. Die Deutschen besuchen pro Jahr 9,4 mal den Arzt. Die anderen machen das nicht. Also die anderen gehen viel weniger zum Arzt. Wir haben in Deutschland 326 Hüpfimplantate pro Einwohner. Das ist nur noch getoppt von der Schweiz. Alle anderen haben deutlich weniger. Und ich habe mal einen, ich habe mit Jens Bas gesprochen bei Technikerkrankenkasse, hat gemeint, naja, also wenn du in Starnberg wohnst, dann hast du ein großes Risiko, dass dein Knie operiert wird. Da gibt es so viele Orthopäden, die müssen irgendwann was leben, also kriegst du viele Knie OP. Wir gehen weiter. Wir haben mehr Krankenhausbetten als alle anderen. Wir haben 58 Krankenhausbetten pro Einwohner. Die Schweiz hat ein Drittel weniger, die anderen Länder haben auch alle weniger. Wir haben eine riesen Kapazität an Krankenhausbetten. Und hinzu kommt noch, 70 Prozent der Kliniken in Deutschland werden wahrscheinlich dieses Jahr rote Zahlen schreiben. Also du musst dir vorstellen, wir haben ein Moloch an System. Die Ausgaben, jetzt Bars hat es ja wieder gerade gesagt, der Chef der TK, Die Kosten steigen 6 bis 8 Prozent pro Jahr. Wir haben ein riesiges Loch an Krankenhauskapazitäten, Überkapazitäten, Klammer auf, wenn du die abbauen würdest, hättest du auch keinen Mangel mehr an Pflegepersonal, Weil wenn du natürlich viel Infrastruktur vorhältst, hast du auch viele Personen. Du könntest sozusagen die Mehrheit Personen auf weniger Krankenhausbetten konzentrieren, Das wäre super. Wir haben ein System, was im Prinzip einen Anreiz hat, Menschen unnötig zu operieren und unnötig lange im Krankenhaus aufzuhalten und das kostet dann so viel Geld, Das könnte man reformieren. Und weißt du, McKinsey hat eine Studie gemacht, Digitalisierung würde alleine 40 Milliarden sparen. Das spannende ganze Sache ist, das würde 40 Milliarden sparen, aber es würde die Qualität der Gesundheitsversorgung verbessern. Also wir könnten im Prinzip Geld im System sparen, den Leuten ging es besser. Und das ist das, was ich total dramatisch finde. Du hast mir gesagt, gibt es trotzdem eine Reform? Naja, natürlich gäbe es eine Reform. Da musst du aber oh, wir schließen Krankenhäuser, dann regt sich der Bürgermeister auf. Du müsstest sagen, wir machen ein paar andere Dinge und dann hast du sofort Lobbyisten und andere, die dagegen protestieren. Aber in Wirklichkeit glaube ich, wir könnten massiv und glaube nicht nur ich, könnten massiv im Gesundheitswesen sparen und könnten hinterher bessere Gesundheitsergebnisse haben als heute. Klar, einige Leute würden weniger Geld verdienen, aber das wäre nicht schädlich. Es wäre zum Wohl des Landes. Müsste man halt machen. Wird nicht gemacht.
B
Ja, also wie gesagt, ich finde die Zahl dieser McKinsey Studie, und wenn du schon McKinsey als BCGler zitierst, dann wird es schon was heißen. Insofern bemerkenswerte Zahlen ist es ja ähnlich wie auch der Bürokratieabbau, wie Subventionsabbau. Das sind ja alles praktisch vollkommen nachvollziehbare Hebel, die man auch machen könnte. Also einen Fortschritt, ohne dass er Geld kostet, sondern Geld bringt. Und warum passiert es nicht? Der Common Sense wird ja sagen, dann lasst uns das doch unbedingt so machen. Und da finde ich es interessant, dass der sogenannte Reformmuskel, ich weiß nicht welcher Politiker immer über den gesprochen hat, dass der nicht nur nicht trainiert ist, sondern dass es den de facto gar nicht mehr gibt. Wir haben eine weitgehend populistische Sozialpolitik, auf der sich mehr oder weniger alle Parteien verständigt haben. Es gibt ein interessanter, was die Verwaltungskosten betrifft, Da ist zum Beispiel in der Schweiz, die sinken und sinken, die Verwaltungskosten, wenn sie bei uns nach oben gehen. 2023 lagen sie im Schnitt bei 4,9 Prozent der Prämien und Spitzenkassen sogar unter 3 Prozent. Also das sind spannende Benchmarks. Man darf ja nicht vergessen, dass Verwaltungskosten, alles was Verwaltung ist, ist ja auch für denjenigen, der in einer Krankenkasse versichert ist, einfach mehr Aufwand Man kann auch das Digitalis. Ich bin bei einer privaten Krankenversicherung und bin immer wieder erstaunt, dass man das noch nicht. Also ich reiche natürlich auch die Rechnungen ein, insbesondere die meiner Kinder, weil ich selber glücklicherweise sehr gesund bin und extrem selten zum Arzt muss. Aber das ist alles noch ein Papierakt. Und natürlich braucht man kein Vordiplom in Artificial Intelligence, um sehen zu können, dass das eigentlich längst alles komplett digitalisiert werden könnte. Es ist, glaube ich, so, dass es in Deutschland eine Angst vor Veränderungen gibt, die selbst die Angst inkludiert vor positiven Veränderungen. Und in diesem Status sind wir gerade. Und er macht nicht bei dem Krankenkassendefizit, das ja wirklich erschreckend hoch ist. Insofern geht auch hier der Krug so lang zum Brunnen, bis er dann auseinanderbricht. Ich würde nur sagen, das kommt jetzt bald, oder wie siehst du das dann?
C
Ich hoffe, dass es bald kommt. Ich meine, die Kosten gehen aus dem Ruder. Wir haben schon darüber gesagt, die ersten Ökonomen, die sprechen schon davon, dass die Sozialabgaben bis auf 50 Prozent steigen vom Bruttolohn, also von jetzt über 40 Prozent auf über 50 Prozent. Das ist ein absolutes Desaster und insofern wächst der Druck. Vielleicht ein Wort zu den Verwaltungskosten. Es stimmt, was du gesagt hast. Auf der anderen Seite haben wir folgendes. Wenn du als öffentliche Krankenkasse besonders gut wirtschaftest, ein Guthaben anhäufst, dann wird es gerne weggenommen, sozialisiert, umverteilt auf die anderen Kassen. Also du hast auch so ein System, wo im Prinzip eigentlich sozialistische Planwirtschaft herrscht und nicht das gute Handeln belohnt wird. Du hast die Schweiz erwähnt. Ich würde bei der Schweiz noch was anderes erwähnen. Ich habe in St. Gallen studiert vor langer, langer Zeit, musste mir natürlich damals auch in der Schweiz versichern und ich bin auch selten zum Arzt gegangen. Ich musste einmal zum Arzt gehen und dann kam dann sofort eine Rechnung an mich, das begeistert. Damals kam eine Rechnung für mich. Ich musste erstmal selber bezahlen und ich habe es dann eingereicht Und ich habe 90 Prozent bekommen, weil 10 Prozent ist Selbstbeteiligung. Und jetzt muss man dazu sagen, bei uns ist ja so, die Lobbyisten, die ihre eigenen Interessen verfolgen, tun natürlich immer so, als würden sie das Patienteninteresse in den Vordergrund stellen und machen dann sofort eine Kampagne nach dem OH. Die Versorgung wird schlechter, wenn wir im Hinterkopf haben und die Politik klickt dann ein. In Wirklichkeit sind es perfekt orchestrierte Kampagnen von den Betroffenen. Es geht auch mit Arzneimitteln hinein. Ich habe mal drei Ideen mitgebracht, was wir machen könnten. Also erste wäre im Prinzip eine Selbstverteidigung bei den Kosten. Ich habe vorhin erwähnt, die Deutschen gehen mit 9,4 Arztbesuchen pro Kopf überdurchschnittlich häufig zum Arzt und die Krankenhausaufenthalte bei uns liegen auch höher. Und da wissen Es ist nicht immer alles nötig. Und deshalb gibt es auch einen Vorschlag von Ökonomen und von Gesundheitswissenschaftlern, die Wir sollten eine Selbstbeteiligung einführen. Und zum Beispiel könntest du ja die Leistung bis zur Höhe von maximal einem Prozent des Beitrags wichtigen Einkommens zahlt man selbst. Das heißt, wenn du Spitzen Obergrenze liegt bei zurzeit, um präzise zu sein, da müsstest du pro Jahr 661,50 selbst dazu zahlen. Ich persönlich finde das jetzt machbar. Du hast gesagt, du bist privat versichert. Was wahrscheinlich erwähnt hast, ist, dass du, wenn du keine Rechnungen einreichst, bekommst du was zurück. Du hast ja im Prinzip einen Anreiz. Du hast im Prinzip Ich habe einen.
B
Anreiz, aber ich habe auch bei allem Es gibt keine private Krankenversicherung ohne relativ robuste Eigenbeteiligung, sonst ist sie unverändert finanziell. Damit hast du einen doppelten Anreiz.
C
Ganz genau. Oder du hast eben, wenn du mehrere Jahre nicht eingereicht hast, dann hast du eben einen deutlich höheren Freibetrag. Und das kann man sich dann machen. Und das ist im Prinzip ein rationales Verhalten. Ich glaube, keiner geht deshalb weniger zum Arzt, wenn er wirklich es bedarf. Aber man geht vielleicht bewusster damit um. Das zweite ist und ich weiß jetzt, dass wir da wahrscheinlich viele Kommentare bekommen werden. Wir müssen auch mal die Frage aufwerfen, ob jede Behandlung, jede medizinische Maßnahme unter Kosten und Nutzensichtspunkten bezahlt werden sollte. Also in der angelsächsischen Welt ist es üblich, da gibt es so ein Quali System, es nennt sich Quality Adjusted Life here. Da fragt man, wenn ich jetzt diese Therapie durchführe, wie viele Lebensjahre gewinne ich dazu? Und vor allem, was ist die Lebensqualität? Also Top Lebensqualität ist, du springst raus und kannst wieder rumlaufen. Und nicht so tolle Lebensqualität ist im Prinzip, du liegst bettlägerig im Bett, Koma ist mal worst case. Die Frage ist halt Ist es beides? Natürlich aus dieser Sicht? Punkt nicht gleich wertvoll? Moment mal, ich muss aufpassen. Ökonomisch gesagt ist wertvoller. Ist natürlich eine schwierige Diskussion, aber man muss eben schon die Frage immer aufwerfen Lohnt es sich eigentlich alles bei jedem zu machen? Und wir wissen, der Großteil der Behandlungskosten fallen letztendlich paar Lebenswochen an. Jetzt weiß man natürlich nicht, weil die letzten paar Lebenswochen sind. Aber hier die Frage Nutzt es sich? Und das ist schon eine Frage, auch gerade mit Blick auf teure Medikamente. Und hier sollte man schon einfach mal überlegen, ob wir nicht in diesen Bereich kommen. Das klingt inhumaner, als es ist. Ich glaube, es ist fair, die Frage aufzuwerfen. Mein Lieblingsbeispiel ist immer wenn jemand weit über 90 ist, kannst du die Frage Lohnt sich hier wirklich? Beispielsweise noch eine Hüftoperation?
B
Also ich bin ja sehr dankbar, dass du dir in dem Fall mal den.
C
Aber ich habe noch einen Punkt. Ich habe noch einen weiteren Punkt, um mich noch unsympathischer als Arzneimittel. Ich habe eine Studie gelesen und zwar nach Angaben der Barmer Krankenversicherung ist es so, die Arzneimittelausgaben sind immer konzentrierter. Die Arzneimittel sind ja sehr stark teurer geworden, aber die sind immer konzentrierter. Wir haben im Jahr 2010 ist die Hälfte der Arzneimittelausgaben entfallen auf 4,6 Prozent der Versicherten. Also 4,6 Prozent der versicherten standen für die Hälfte aller Arzneimittelausgaben. Im Jahr 2021 standen nur noch 1,7 Prozent der Versicherten für die Hälfte der Arzneimittelausgaben. Das hat damit zu tun, dass wir immer mehr teure, teure Behandlungen haben, auf ganz wenige Einzelfälle konzentriert. Und das ist auch eine Frage, wo man sich natürlich fragen Wie kann man das auf Dauer machen? Da gibt es Ökonomen, die Hier muss man sich überlegen, ob man unter Umständen auch Mengenbegrenzungen einführt. Das ist jetzt bei uns alles völlig tabuisiert und unpopulär, aber es ist in anderen Ländern durchaus gang und gäbe, in diese Richtung zu denken. Und jetzt möchte ich was Positives sagen. Also Selbstbeteiligung, Quali Einsparung bei den Arzneimitteln, die besonders teuer sind, Das muss man eigentlich alles gar nicht machen, weil wir haben noch so viel Fett im System. Wir sollten, bevor wir das machen, Krankenhausbetten reduzieren, die Patienten besser steuern, dass sie erst zu ihrem allgemeinen Arzt gehen müssen, bevor sie woanders hingehen. Diese ganzen Themen liegen auf dem Tisch. Das heißt, wir haben low hanging fruits, um erhebliche Einsparungen zu machen, auch die Digitalisierung, und müssen noch nicht in die Richtung gehen. Nur meine Sorge ist, Ulf, wenn wir nicht jetzt frühzeitig gegensteuern, kommen uns genau diese Maßnahmen irgendwann mal auf den Tisch. Und deshalb habe ich sie erwähnt. Das sind Ideen, mit denen man arbeiten kann. Wir müssen sie nicht angehen, weil wir andere Hebel haben. Nur dann müssen wir die anderen Hebel auch machen. Und wir haben im Prinzip dann wirklich die belasten wir die Patienten. Gerade diejenigen, die wirklich seltene Krankheiten haben, finde ich, sollte man behandeln. Nur wenn wir die weiter behandeln wollen, dann müssen wir bitte die Effizienzreserven im System heben und müssen uns gegen Lobbyisten durchsetzen.
B
Ja, 100 Prozent. Wenn du mit Medizinern sprichst, besonders mit Allgemeinmedizinern, nicht nur die Pflicht zum Allgemeinmediziner, dort ist es so, ich sage jetzt nicht, was die mir politisch Unkorrektes sagen, wer da immer bei ihnen in der Praxis sitzt, welche Altersgruppe und welche Zielgruppe und die Mit einer richtigen AI Abfrage könntest du ein Drittel bis die Hälfte, je nachdem, was die Jahreszeit betrifft, könntest du denen Nehmen sie einfach nur eine Aspirin und nehmen sie ein Erkältungsbad und schon ist gut. Das heißt, wir haben vollkommen unnötige Überversorgung. Aber all das, was du gesagt hast, man ahnt ja schon, wie die Talkshows dazu laufen würden, ein sozial hysterischer Populist nach dem anderen und dann ist auch diese Reform erledigt. Das ist eigentlich weiterhin das, worüber ich nachdenken muss. Tag. Und warum sind wir gerade so verblödet, was das betrifft? Warum gelingt uns nichts davon und warum gelingt es nichts davon, uns auch diese Fehlanreize abzuschaffen? Jeder weiß es auch beim Sozialstaat, jeder weiß es beim Bürgergeld, jeder weiß es beim Asylrecht und so weiter. Aber wir sind unfähig zu Veränderungen und das wird uns noch teuer zu stehen kommen. Wir kommen zum zweiten Thema. Wir sind ja immer noch eine Exportnation, aber wir sind eine Exportnation, die es zunehmend schwer hat. Darüber haben wir schon mehrfach gesprochen. Es gibt neue Zahlen. Bundesbank Monatsbericht vom Juli 2025. Die Absatzmärkte sind seit 2021 um 15 Prozent gewachsen, aber die deutschen Ausfuhren haben nur um 5 Prozent zugelegt. Das entspricht einem BIP Verlust von rund 100 Milliarden Euro. Deutschland verliert also Schritt für Schritt Marktanteile und das schon seit 2017. Deutschland exportiert Wohlstand in andere Länder. Wettbewerber wie USA und Südkorea sichern Marktanteile mit günstigem Energie und Freihandel hierzulande hohe Energiepreise, Arbeitskräftemangel und Bürokratie die Wettbewerbsfertigkeit auffressen. Die Bundesbank weniger Vorschriften, mehr Investitionen, Fachkräfte reinholen. Amen, Amen, Amen. Auch hier. Es gibt kein Erkenntnisdefizit, sondern es gibt eine Angst vor dem Handeln. Und diese Angst kann einfach so Das ist wie all deine, um jetzt im Krankenbild zu bleiben, die Anamnese beim Chefarztbesuch. Alle wüssten, wie man es therapieren müsste, also zumindest die Chefärzte oder leitenden Ärzte oder Oberärzte, die sagen, ja, sie müssen hier Bürokratie abbauen, wir müssen sehen, dass wir die Energiekosten runterkriegen, so und so und so. Und dann wird der Patient. Das ist ja eine Metaphorik, die wir kennen. Sick Man of Europe, jetzt sind wir es wieder allemal. Aber anders als damals, wo man den Sick Man of Europe therapiert hat, sagen wir einfach nur, ja, schlafen sich erstmal aus. Und das ist wirklich fatal. Und eigentlich reagiert der Staat mit einer Fortschreibung des Status quo, die anders als bei dem Schlafen sich erstmal aus dazu führen wird, dass der Sick Man of Europe noch kränker wird. Oder übertreibe ich hier?
C
Nein, du übertreibst nicht. Als ich diese Studie der Bundesbank gelesen habe, da war ich einfach eigentlich meine Reaktion war einfach Müdigkeit. Oh je, ich war einfach müde. Weißt du, weil es ist ja nichts Neues drin, was sie jetzt gemacht haben. Sie haben jetzt ein tolles Modell gebaut und haben mit mathematischen Formeln herausgearbeitet. Was ist jetzt daran schuld, dass der Export schwächelt, um dann rauszukommen mit dem Punkt, dass wir Preis nicht mehr wettbewerbsfähig sind. Das hätte ich dir vorher auch schon sagen können. Klammer auf. Der Sachverständigenrat der Bundesregierung hat es auch im letzten Jahresgutachten ausführlich dargelegt und hat gesagt, wir haben preislich an Wettbewerbsfähigkeit massiv verloren. Das hat zu tun mit den steuerlichen Lohnsteigerungen bei fehlenden Produktivitätszuwächsen. Du erinnerst dich mal an meine Diskussion mit Kevin Kühnert, wo ich gemeint Lohnsteigerungen ohne Produktivitätszuwächse ist auf Dauer nicht so das Wahre. Das sehen wir jetzt daran und liegt natürlich an der Energiepolitik. Ich will euch nicht langweilen, liebe Hörerinnen und Hörer, Ihr wisst meine Haltung dazu. Ich glaube einfach, es ist idiotisch.
B
Wunderbares übrigens, wenn ihr mal googeln wollt, Kevin Kühnert und Daniel Stelter, wie Kevin das klingt arrogant und wie Daniel wirklich so hat noch nie jemand in der langen Geschichte der deutschen Sozialdemokratie einen, glaube ich, war er damals noch Generalsekretär, der war noch wirklich komplett in zwei Minuten, wie meine Kinder sagen würden, rasiert und Ehre genommen.
C
Ich wollte es gar nicht.
B
Ein wunderbarer Moment der deutschen Talkshow Geschichte. Seitdem wird Daniel nicht mal eingeladen, weil.
C
Er zu geil ist auf jeden Fall. Lohnstuhlkosten sind schlecht, Energiekosten zu hoch. Und was in dem Sachverständigengutachten noch mal klar wird, was die Bundesbank ausschreibt, ist, was wir auch schon diskutiert Wir sind auch nicht mehr technologisch spitze. Die Chinesen haben uns in vielen Hinsicht überholt und sind eigentlich jetzt auf unseren Kernmärkten, auf die sie sich eingerichtet haben, Auto, Maschinenbau halten hier einfach mit Elektroauto haben wir diskutiert, sind sie vorne. Also vor dem Hintergrund, das ist ausgesprochen problematisch. Da bin ich eben und sage mir nach dem Motto, was machen wir jetzt damit? Also beginnen wir mal. Erster Punkt. Der erste Punkt. Es rächt sich natürlich, dass Deutschland seit Jahren einseitig auf einen Export gesetzt hat. Das klingt jetzt so, als hätte man das geplant. Das glaube ich nicht, dass es so ist, Aber es ist natürlich schon so aufgrund der Eurokrise. Der Euro wurde nur gerettet dank Mario Draghi, dank tiefen Zinsen, die dazu führten, dass zum einen wir einen Bauboom hierzulande hatten, aber vor allem dazu führt, dass der Euro abgeschwächt hat massiv und von einem schwachen Währung profitiert. Natürlich ein Land, was sehr stark exportorientiert ist, kurzfristig zumindest sehr. Ich komme da gleich noch drauf, warum es langfristig Gift ist, aber kurzfristig führt es dazu, dass man eben viel mehr exportieren kann. Darum ist auch bei uns der Anteil des Außenhandels am Bruttoinlandsprodukt in den vergangenen Jahren massiv gestiegen. Wir sind eine extrem aussensabhängige Wirtschaft. Das rächt sich jetzt einfach. Wir sind eben abhängig von China, von den Weltmärkten und da haben wir eben jetzt an Wettbewerbsfähigkeit verloren. Es wäre besser gewesen, wir hätten schon früher mehr im Inland investiert, Klammer auf, oder der Staat hätte den Bürgern mehr Geld in der Tasche gelassen, damit sie mehr konsumieren. Aber so ist es im Prinzip. Wir haben uns einseitig abhängig gemacht, haben im Prinzip, statt mehr im Inland auszugeben, das Land verfallen lassen, wie ich es immer festhalte und haben jetzt die Situation, dass jetzt im Prinzip der Teil der Rache kommt bezüglich der schwachen Währung, nämlich der Verlust in Wettbewerbsfähigkeit. Weißt du, früher, ich habe in St. Gallen studiert, Wie ihr jetzt alle Hörer schon wissen, früher war das so in den er Jahren. Ich habe mal angeschaut, über Jahrzehnte hinweg oder 20 Jahre hinweg war der Schweizer Franken und die Deutsche Mark immer so in ähnlichen Entwicklungen. Manchmal war der eine ein bisschen stärker, mal der andere ein bisschen stärker. Aber da hat man im Prinzip gesehen, wir haben eine sehr ähnliche Entwicklung. Das hat dazu geführt, die Schweiz hatte die Schweizer Franken ja noch, dass konstant ein Druck war auf die Unternehmen besser zu werden. Warum hat die Schweiz hat ja im Unterschied zu uns keine Deindustrialisierung, sondern hat sogar den Industriesektor mindestens gehalten, vielleicht sogar was ausgebaut in den letzten Jahren. Warum können die mit dem starken Schweizer Franken trotzdem so gut performen? Einfach deshalb, weil die Produktivität passt. Gut, die Schweizer Arbeit noch ein paar mehr Stunden, aber trotzdem ist es teurer, aber die Produktivität passt. Die haben auch einen Rückgang gehabt, aber sie halten im Wettbewerb mit. Bei uns ist im Prinzip der Druck erstmal weg gewesen. Der Druck, richtig fit zu sein, hat einfach abgenommen. Und das rächt sich jetzt, gepaart mit der Energiepolitik, gepaart mit der demografischen Entwicklung und gepaart mit der Tatsache, dass China eben eine brillante Strategie verfolgt der Industrialisierung und der ganz klaren Eroberung der Märkte, denen früher Deutschland wichtig war. Das haut jetzt richtig auf uns durch. Und die Antwort darauf Kann es nicht sein, dass wir protektionistisch werden oder ähnliches werden? Nein, die Antwort muss natürlich Wie stellen wir denn die Wettbewerbsfähigkeit wieder her? Also Stichwort Mindestlohnerhöhung fällt mir jetzt als Instrument nicht ein in diesem Zusammenhang, weil das schlägt weiter durch mit der Lohnstruktur. Spitzensteuersatzerhöhung, ja, oder Sozialabgabenerhöhung oder Vermögensabgaben oder ähnliches. Oder zum Beispiel Tempolimit und eine massive Erbschaftssteuererhöhung für Familienunternehmen, Klammer auf, die sollten schon Steuern zahlen. Da bin ich ja dafür mit einer geringen Flat Tax für alle das eingefügt, bevor man denkt, ich bin jetzt so ein Lobbyist für die, aber wir können den Standort noch mal richtig schwächen, dann wird es bestimmt besser werden. Hat Spaß beiseite. Wir müssen halt massiv mehr investieren und vor allem müssen wir halt viel mehr investieren in Technologien der Zukunft. Ich habe es an dieser Stelle schon x mal erzählt. Es gibt ja diese Studie aus Australien, dieses Strategic Policy Institute bezüglich der künftigen Technologien. Ich bringe die Zahlen durcheinander. Darüber habe ich es Heute mal nachgeschaut. 44 Technologien, um die geht's in 37 Technologien führt China, in 7 führt die USA. Europa ist nirgendwo mit dabei. Das ist der große Fehler. Wir müssten hier einfach massiv anders agieren und müssten Wie schaffen wir Innovationsfähigkeit und die Branchen der Zukunft? Das ist mein große Sorge, dass das eben nicht kommt. Jetzt hast du schon gesagt, wir haben eigentlich kein Erkenntnisproblem und da habe ich darüber nachgedacht. Ich glaube, es ist so, wir haben bei einem bestimmten Teil der politischen Mannschaft haben wir ein Erkenntnisproblem. Ich könnte auch einfach sagen, die sind zu blöd, Klammer zu. Dann haben wir einen bestimmten Teil der Bevölkerung, die ein Erkenntnisproblem hat. Oder aber die Erkenntnis hat aber für mich langs noch nach dem Motto, ich bin alt, ein paar Jahre lang es noch und damit ist der Druck auf die Politik nicht groß genug, Reformen durchzuführen. Schröder hatte damals Druck, Reformen durchzuführen. Du hast letztes Mal Sabine Christiansen erwähnt. Sabine Christiansen immer am Sonntagabend nach dem bisschen Selbstkasteiung Deutschlands. Das hat sozusagen Bewusstsein geschärft. Das fehlt heute. Wir diskutieren andere Themen. Wir diskutieren Bundesverfassungsrichter innen potenziell oder auch nicht. Wir diskutieren andere Themen, aber wir kümmern uns nicht um die Wirtschaft. Du hast diesen Podcast damals initiiert, damit im Wahlkampf Wirtschaft eine Rolle spielt. Das haben wir schon mal nicht geschafft. Und jetzt nach der Wahl spielt das Recht keine Rolle. Das ist immer nur wichtig, wenn man mal kurz ein Interview gibt als Politiker, aber richtig was passieren tut, nicht. Das heißt, ich bin davon überzeugt. Ich bin nämlich letzte Woche gefragt von bei einer Veranstaltung, was sollen wir tun? Habe jetzt einen Appell an unsere Hörer. Wenn jeder von euch, liebe Hörerinnen und Hörer, pro Woche mit einem Menschen spricht über Wirtschaft, über Notwendigkeit, was ihr ändern muss, überzeugt und dazu bringt, dass dieser Mensch in der kommenden Woche anfängt, auch jeweils pro Woche mit einem anderen zu sprechen, dann könnten wir es schaffen, dass in einem Jahr so viel Druck aufgebaut ist, dass die Politik es zwar immer noch nicht richtig will, aber erkennen muss, wenn sie es nicht tut, dass sie dann Geschichte sind, die jeweiligen Politiker. Das wäre meine Hoffnung, meine einzige Hoffnung, die ich noch habe, weil ich glaube, wir haben das Problem, dass die noch nicht merken, was sie was tun müssen. Schröder musste handeln. Heutzutage denkt man dank der Schuldenmilliarden übrigens auch Ulf der Schuldenmilliarden, die Politik kann es aussitzen und das ist das Schlimmste, was uns passieren kann.
B
Ja, bravo. Grassroots Idealismus im Sinne der Aufklärung. Im Hip Hop hat man gesagt, eachborn, Teachborn, das war KS der Große. Ja, vollkommen klar. Ich würde eine elegante, ich versuch's mal mit einer eleganten Überleitung. Und zwar, du hast die Schweiz angesprochen und wann immer man in der Schweiz ist und ich war ja zuletzt in Zürich und da in einem sehr, sehr schönen Hotel direkt am Zürser See und all das, wenn man dann auch in ein gutes Restaurant geht und all das so sieht und allein schon der Flughafen, du kommst an, es ist eine andere Kultur und diese Kultur hat auch gewissermaßen eine ganz andere Oberfläche und die Aktivitätslevel sind ganz anders. Es gibt so Untersuchungen, das habe ich in meinem Buch Cool reflektiert, da hat man untersucht, in welchen Städten wie hoch die Gehgeschwindigkeit ist und da konnte man sehen, dass die Geschwindigkeit der Passanten in Relation ist zu den Quadratmeterpreisen der sie umgebenden Wohnflächen. Das heißt, wenn du einen ökonomischen Druck hast, der einfach ganz anders ist, dann forciert es die Menschen auch daran, sozusagen aktiver und dynamischer zu sein. Und Berlin ist so ein schönes Beispiel, wie nach kurzen Jahren der Ambition hier alles wieder zurück ins Slackertum sich versammelt. Und diese Art von Slackertum, nun mag man in Zürich die Bahnhofstraße zu wild finden, wo ein Juwelier auch schon mal mit dem Staubsauger den Gehweg vor seinem Juwelierladen saugt. Das mag etwas übertrieben sein, aber warum immer mehr Deutsche dorthin ziehen, ist einfach eine leistungsgerechtere Besteuerung. Value for money. Das ist sicherer, sauberer, schöner und wir müssen uns diesem Wettbewerb stellen. Tun wir nicht. Und da komme ich zum nächsten Thema. Es hat auch damit zu tun, dass sich auch bei den Akademikern insbesondere so eine neue Ambitionslosigkeit, Breitmacht. Haltung versus Leistung, neue Arbeitskultur, alter Wohlstandsverlust. Jeder dritte Akademiker arbeitet nur Dienst nach Vorschrift. Und 40 Prozent dieser Akademiker wollen, dass Firmen klar politisch Haltung zeigen nach einer neuen YouGov Untersuchung. Und ich frage mich, wie auch das so wuchern konnte, wenn die akademischen Eliten und sehr oft sind Akademiker sozusagen die Polizei potenziellen Eliten, wenn die sich im Grunde genommen vom Leistungsgedanken verabschieden. Meines Erachtens ist der Leistungsgedanke eben in der Bundesrepublik ganz stark aus dieser Energie nach 45 entstanden, die Idee der Trümmerfrau und das Ludwig Erhardschen Wirtschaftswunders, aber eigentlich schon seit den frühen er Jahren. Wir wollen uns von der Schmach der Shoah und der zwei Weltkriegsniederlagen befreien. Wir zeigen es allen, dass wir mit unseren Sekundären immer noch einzigartig sind in der Welt. Da war zwar ein düsterer teutonischer Schatten auf den Sekundärtugenden, aber das hat dazu geführt, dass es gewissermaßen sprichwörtlich war. Die Pünktlichkeit der Deutschen, der Fleiß der Deutschen, der Common Sense der Deutschen, die Geschäftstüchtigkeit der Deutschen, Mentalitätsmässig war Made in Germany so eine Art Präzisionsapparat und davon ist nichts mehr übrig geblieben. Wir sind nicht mehr die Fleißigsten, wir sind auch nicht mehr die Pünktlichsten. Da genügt ein Blick hier über die Landesgrenze nach Polen, um zu sehen, das haben längst schon Angriffe sich entdeckt. Und um jetzt mal wieder ein weit entferntes Land in den Vordergrund zu schüpfen. Du weißt, ich verbringe meine Zeit vor allem auf Instagram, wenn ich nicht gerade Enzo Ferrari Bücher lese. Da gibt es einen Amerikaner, der heißt Justus Reed, das ist ein influencer, hat jetzt 4 Millionen Follower und der hat irgendwo, glaube ich, in Serbien für Euro eine Hütte irgendwo in einem dschungelähnlichen Wald in Serbien und der ist da jetzt in der 18. Folge und macht nur mit den fleißigen Nachbarn, zivilisiert er diesen Teil des Landes, den er dort gekauft hat. Und dieses von morgens bis abends arbeiten unter primitivsten Zuständen mit härtester physischer Arbeit, gut gelaunt, einer bringt noch was zu essen mit. Also so im Grunde jetzt wird in die Hände gespuckt. Wir machen mit dem Amerikaner, der sich irgendwie in den Balkan verliebt hat, aus seiner Shithütte irgendwas Schönes, Architekten, irgendwelche kleinen alten Traktorenhersteller. Und ich sehe dieses Video und literally heute Morgen habe ich mir gedacht, das würdest du so in Deutschland gar nicht mehr hinbekommen. So eine Begeisterung dafü Wir kommen aus was Bescheidenem. Amen, aber wir schaffen es mit Begeisterung und Fleiß und der Hände Arbeit, daraus was ganz anderes zu machen. Und ich glaube eben und dieses Wort hasse ich, weil es so ein Spiesserwort ist, aber das wirkt eben wie so eine Art Wohlstandsverwahrlosung, dass es uns zu gut geht, dass die Anstrengungsbereitschaft erschöpft ist. Und es führt eben dazu, dass es solche Umfragen gibt und auch so überall spürbar so eine Mentalität. Letzte Pointe, bevor ich dann Daniel losranten lasse. Ich sehe es ja auch im Autoverkehr. Früher war die Autobahn ein Ort, an dem versucht haben, alle möglichst schnell an ihr Ziel zu kommen. Da gab es ganze Rudel von schnellen Autos, die jenseits der 200 sehr sicher und vorbildlich gefahren sind. Heute schleicht jeder, Es gibt keine Menschen mehr, die schnell fahren, also bis auf eine Handvoll, die kenne ich dann alle persönlich. Und der Ehrgeiz ist in so breiten Feldern weggebrochen als so eine Leitkultur. Natürlich gibt es unendlich viel fleißige Leute, sind ja unsere Zuhörer und so weiter, aber die Mentalität hat sich doch hin verschoben in so was Slacker Mäßiges. Und ich fürchte, diese Erosion des Leistungsgedankens gehört wie die anderen Themen, die wir heute angesprochen haben, zu diesem Panorama von Herausforderungen, vor denen wir stehen. Und in dem Fall ist es natürlich auch Sache der Kultur, das wieder zu verändern. Ich sehe aber nirgendwo außer diesem Podcast irgendjemand, der das will.
C
Daniel also Schlusssatz kann ich leider zustimmen. Ich erinnere mich halt noch, er Jahre damals in St. Gallen studiert und dann den Vergleich gesehen Die Schweiz war damals schon so ordentlich und gut, wie du sie gerade beschrieben hast, aber Deutschland eben auch. Wir waren uns sehr ähnlich. Die Deutschschweizer haben Schwierigkeiten mit Deutschen damals schon gehabt, aber es war sehr, sehr ähnlich. Und ich glaube eben, ich weiß nicht, ob es die Euro Einführung war, aber ich glaube, es gab irgendwann diesen Bruch, wo im Prinzip das eben weggefallen ist. Und auf dieser Umfrage, ja gut, weißt du, dass 40 Prozent wollen, dass man klare politische Haltung zeigt bei der Umfrage. Du weißt, ob die Mehrheit der Studenten möchte beim Staat arbeiten. Du siehst einfach meines Erachtens ein bisschen eine Folge von dem, was die NZZ vor ein paar Jahren beschrieben hat als Akademisierungswahn. Das ist in der Schweiz nämlich nicht so. In der Schweiz wird die berufliche Bildung noch viel höher gehangen. Da gibt es eine viel geringere Anzahl eines Jahrgangs, der die Schweizer Matura macht, als Äquivalent des Abiturs. Die setzen halt auf eine wirklich hochwertige Berufsausbildung. Da gibt es Leute, die sicherlich total smart sind, die bei uns locker studiert hätten, die eben dort eine berufliche Ausbildung gemacht haben und damit sehr erfolgreich sind, sehr glücklich sind. Und ich glaube, mit dem Akademisierungswahn haben wir viele Menschen, die haben was dann studiert, aber ich generisiere, es gibt nicht mehr die Aufstiegschancen. Nicht, dass es nicht missverstanden wird, aber ich glaube, viele Leute haben was studiert, was im Prinzip relativ wenigen ökonomischen Nutzen hat. Sozialwissenschaften, ich will jetzt gar nicht von Genderwissenschaften und ähnlichem sprechen. Und die sind dann, so wie Schumpeter das ja beschrieben hat, sind dann irgendwie zwar fertig, aber enttäuscht, sind dann enttäuscht und haben dann im Prinzip nicht das geschafft, was sich erhofft haben, fahren jetzt nicht in Ferrari, sondern stellen fest, dass der Staat ihnen mit Sozialabgaben alles wegnimmt. Und dann sind sie natürlich diejenigen, die als erste schreien, nehmen dem anderen auch was weg, damit es nicht besser geht wie mir. Du hast, glaube ich, mal gesagt, keiner soll mehr verdienen als A, habe ich veransprucht von dir oder vielleicht ist dein Buch sogar drin.
B
A, glaube ich, bei den Grünen ist das genau, bei A haben die den Regler drin, da hört es auf.
C
Und das ist halt so ein Punkt, wo du halt sagen musst, okay, du hast im Prinzip eine Gruppe von Menschen, die Akademiker sind, aber die im Prinzip damit nicht das erreichen können, was sie wollten. Und dann gibt es natürlich diese Dynamik. Es gibt natürlich auch andere, die Ich möchte gerne einen Sinn im Leben haben. Und weißt du, das finde ich auch wieder okay. Ich glaube, Geld verdienen alleine ist nicht das Richtige. Ich glaube, ich persönlich, wenn ich gefragt werde, mich fragen ja auch manchmal Studenten oder Schüler, was ich als alter Mann sage. Und ich sage immer, eigentlich sollte man drei Dinge machen im Leben. Man sollte einen Beruf haben, der einem Spaß macht, wo man hoffentlich auch gutes Geld mitverdient und soll sich damit ein gutes Leben erwirtschaften. Das ist ermöglichen. Das zweite ist, ich bin fest davon überzeugt, man sollte was für die Familie tun, idealerweise eine eigene Familie haben. Das dritte Ziel ist dann, man sollte einen Beitrag Beitrag zur Gesellschaft leisten. Beitrag zur Gesellschaft leisten, indem man eben sich engagiert, verstiftet oder spendet. Aber man muss auch einen Beitrag zur Gesellschaft leisten. Dieser Dreiklang ist ganz wichtig. Und ich glaube, wir erleben eigentlich eine Erosion im ganzen Dreiklang. Du siehst eine Erosion bei der Familie sieht man auch den Geburtenrat. Du siehst die Erosion im Beitrag zur Gesellschaft, meines Erachtens. Und siehst du die Erosion dann im Beruflichen? Aber trotzdem so sinnstiftend zu sein. Weißt du, ich glaube, wenn du heute bei einer Beratungsfirma anfängst, die werden sofort sagen, wir müssen Geld bezahlen, Wir müssen aber auch eben sinnstiftend sein. Das finde ich jetzt gar nicht mal so negativ. Ich finde nur, du solltest es nicht übertreiben. Und ich würde jetzt persönlich Ja, es mag diese Umfragen geben. Ja, es mag die jungen Akademiker geben, die sagen, sie haben keine große Leistung zu bringen, aber es gibt auch die anderen, Es gibt auch die anderen. Und darum bin ich da nicht ganz so negativ. Es gibt auch die anderen, die wirklich anpacken wollen, die in dem Land was bewegen wollen. Und dann bin ich der Auffassung wieder lasst uns doch alles daran setzen, dass die bleiben. Du kennst mein Ich finde viel zu viele junge, gut ausgebildete Menschen verlassen jedes Jahr Deutschland. Und ich finde, statt darüber zu diskutieren, wie wir mehr Fachkräfte anlocken, sollten wir erstmal attraktiver sein für alle, die hier sind, die Beitrag leisten. Und da sind wir wieder bei den Reformen, da sind wir wieder bei der Politik und da sind wir beide wieder schlecht gelaunt, weil jeder weiß, was zu tun ist. Aber die Politik liefert es nicht ich meine Politik, Ich bin nie schlecht gelaunt. Sorry, ich bin nie schlecht.
B
Du bist schlecht.
C
Ja, weil mich das dann traurig stimmt, weil ich Ich mag Deutschland. Ich mag eigentlich, Ich sehe die Potenziale und ich finde es einfach so traurig, dass wir eben scheinbar nicht mehr in der Lage sind, politisches Personal zu produzieren, welches bereit ist, das Land wirklich vor Partei und sich selbst zu stellen und das zu tun, was getan werden muss.
B
Ja, wobei man sagen muss, das Schlimme an Demokratie ist kleine Ironie bitte. Natürlich, Demokratie ist alles super. Schlimme ist ja, dass die Leute auch die wählen ja wider ihre vernünftigen Einsichten, die wählen ja im Glauben, dass die gewählte Politik so eine Art Wir lassen die Sorgen und Probleme verschwinden. Realpolitik ist das Ignorieren von Realität. Und das ist natürlich problematisch. Ich glaube, dass ganz viel von dem, was du gesagt hast, wichtig ist, was den Leistungsgedanken betrifft. Ich glaube ganz Wir brauchen einfach mehr Anreize, Leistung zu zeigen. Das ist so ein steltischer Topos. Das kann man mit der Steuerfreiheit von Überstunden tun. Das kann man mit Anreizsystemen für die Leute, die jede Woche, jeden Monat deutlich mehr abliefern, als sie müssten. Das könnte man alles steuermässig entsprechend ausstatten und gleichzeitig muss es schmerzhafter werden für diejenigen, die nichts tun. Und wir haben ja gerade bei dem Bürgergeldempfehler ganz viele, die man einfach auch in einfache Jobs schicken könnte. In Dänemark wird ganz klar erwartet, dass du entweder einen neuen Job lernst oder dich weiterqualifizierst. Also wir müssen viel mehr einfordern, dass sich niemand in der sozialen Hängematte bequem machen kann. All das hat sich so eingeschliffen. Das wird aktuell nicht besser. Aber auch hier, das kann ja so nicht weitergehen. Und wir brauchen auch mehr Leute. Und wir werden sehen, wie der Druck aus dem Arbeitsmarkt so groß wird, dass man diese Ressourcen eben auch aus Verzweiflung heben muss. Das wäre meine Hoffnung. Gut gelaunt.
A
Ist das mega oder kann das weg?
B
Wir haben beim letzten Mal Ist das mega oder kann das weg? Und das haben wir wegfallen lassen. Und jetzt gibt es zwei Vorschläge von Tobias und Daniel darf entscheiden. Zum einen, was davon er haben will und ob er es mega findet oder Kann das weg? 1 Der Fraktionszwang oder 2 Brandmauern nach links und rechts.
C
Ich kann beide machen, Fraktionsfang soll wegfallen. Aber wir wissen, es ist eine Theorie, weil die Politik hat einen indirekten Fraktionsfang. Wenn du dich nämlich nicht benimmst, dann wirst du nicht wieder auf die Liste gesetzt und bist dann joblos. Vor dem Hintergrund, in der Theorie sollte man es wegfallen lassen, in der Praxis wird es wahrscheinlich wegfallen, aber es zeigt natürlich die Fehlentwicklung der Parteien Brandmauer nach links und rechts. Ich finde, wenn man eine hat, muss in beide Richtungen gehen und wenn man keine hat, muss in beide Richtungen nicht gehen. Ich persönlich meine Einschätzung, je länger man wie Brandmauern, und zwar beide Richtungen beibehält und wenn man eine Seite aufhebt, die andere nicht, gilt es gleichermaßen, führt es dazu, dass das hinter den Mauern immer mehr anwächst. Und dann sehen wir bald mal französische Verhältnisse, wo die Mehrheit im Parlament rechts und links gemeinsam zusammen im Prinzip die Mehrheit hat und dann entsprechend auch vernünftige Politik, wie zum Beispiel die Sanierung der Staatsfinanzen endgültig verhindern kann. Vor dem Hintergrund bin ich gegen Brandmauern und gegen Fraktionsfang. Ich glaube aber, beides würde uns noch eine Weile begleiten.
B
Und weil ich unnötig finde, dort ein Pro und Kontra zu machen, wo Daniel Stelter einfach recht hat, wo er recht hat, würde ich in diesem Falle Genauso ist es. Lieber Daniel, ab nächster Woche sind wir noch kontroverser als heute. Vielen Dank fürs Zuhören. Einen schönen Tag, Abend, gute Nacht, wie immer an unsere Zuhörerinnen und Zuhörer, die das zum Einschlafen nutzen. Ich hoffe, sie träumen was Schönes. In diesem Sinne, bis zum Mal. Nächsten Mal. Tschüss.
C
Tschüss.
A
Das war Make Economy Great Again. Hast du Fragen, Anregungen oder Kritik? Schreib uns an megaelt DE und hinterlasse eine Bewertung in deiner Podcast App. Das hilft uns, mehr Menschen zu erreichen.
Podcast Summary
Host: WELT
Episode: Deutschland im Slacker-Modus
Date: July 16, 2025
Guests:
This episode addresses the stagnation of Germany's economy and society, exploring why innovation and reform seem so difficult amid growing international competition and declining productivity. Daniel Stelter and Ulf Poschardt dissect Germany's "Slacker-Modus," the weakening work ethic, systemic issues in the healthcare sector, loss of export competitiveness, and a shift in value systems, searching for the levers that could trigger a new Wirtschaftswunder.
Kostenexplosion & Fehlanreize:
Daniel Stelter kritisiert das deutsche Gesundheitssystem als kostenintensiv und ineffizient. Trotz Spitzenwerten bei Ausgaben und Arztbesuchen (9,4 pro Kopf/Jahr) schneidet Deutschland bei der gesunden Lebenserwartung (61 Jahre ohne Einschränkung) unterdurchschnittlich ab.
"Wir haben ein teures System ohne mehr Lebenserwartung. [...] Die Ausgaben steigen 6 bis 8 Prozent pro Jahr." – Daniel Stelter (05:35)
Systemische Überkapazitäten & Blockaden:
Zu viele Krankenhausbetten, hohe Krankenhauseinweisungen, und ein massiver Anteil von Kliniken in den roten Zahlen – die Überkapazitäten binden Personal, führen zu unnötigen Operationen und kosten Milliarden.
Reformstaus & Politikversagen:
Weder Digitalisierung (die laut McKinsey 40 Milliarden Euro sparen könnte) noch Strukturreformen werden ernsthaft angegangen.
"Wenn du schon McKinsey als BCGler zitierst, dann wird es schon was heißen – Fortschritt, ohne dass er Geld kostet, sondern Geld bringt." – Ulf Poschardt (08:09)
Vorschläge für Reformen:
"Wir haben noch so viel Fett im System. Wir sollten, bevor wir das machen, Krankenhausbetten reduzieren, die Patienten besser steuern..." – Daniel Stelter (15:29)
Fazit:
Ohne Reformen droht eine ungebremste Kostenlawine. Der politische und gesellschaftliche Mut für grundlegende Veränderungen fehlt jedoch weiterhin.
Wachstumsverlust trotz boomender Märkte:
Deutsche Exporte sind seit 2021 nur um 5% gewachsen, obwohl Absatzmärkte weltweit um 15% zulegen konnten. Das entspricht einem Verlust von 100 Mrd. € Wirtschaftsleistung.
"Deutschland exportiert Wohlstand in andere Länder." – Ulf Poschardt (18:25)
Kosten & Kompetenzprobleme:
Ursachen laut Bundesbank und Sachverständigenrat sind zu hohe Energiepreise, stark gestiegene Lohnkosten ohne Produktivitätszuwächse, Fachkräftemangel und wuchernde Bürokratie.
Technologischer Rückstand:
Chinesische Unternehmen sind auf deutschen Kernmärkten (Auto, Maschinenbau) führend – laut einer Studie führt China bei 37 von 44 Zukunftstechnologien, Europa bei keiner (24:46).
Tiefe kulturelle und politische Ursachen:
"Wenn jeder von euch... pro Woche mit einem Menschen spricht über Wirtschaft, könnten wir Druck aufbauen, dass die Politik irgendwann merkt: Wenn sie es nicht tut, sind sie Geschichte." – Daniel Stelter (26:47)
“Slacker-Modus” und Haltung vs. Leistung:
Poschardt beschreibt eine verbreitete Ambitionslosigkeit unter Akademikern und der Mittelschicht – Dienst nach Vorschrift, Fokus auf „Haltung“ statt Leistungsbereitschaft.
"Jeder dritte Akademiker arbeitet nur Dienst nach Vorschrift. [...] Das war mal ganz anders in Deutschland – von der Trümmerfrau zum Wirtschaftswunder." – Ulf Poschardt (29:40)
Vergleich Schweiz–Deutschland:
Die Schweiz steht für Leistungswillen, saubere Verwaltungen und eine Kultur des Engagements ("Juwelier saugt den Gehweg"). Viele Deutsche wandern aus, weil sie dort eine leistungsgerechtere Gesellschaft erwarten.
Akademisierungswahn & fehlende Aufstiegschancen:
Die Wertschätzung klassischer Berufsbildung, wie sie in der Schweiz existiert, ist in Deutschland dem „Akademisierungswahn“ gewichen, der zu enttäuschten Erwartungen und einer Neigung zum Egalitarismus führt.
"Mit dem Akademisierungswahn haben wir viele Menschen, die studiert haben, aber im Prinzip relativ wenigen ökonomischen Nutzen haben." – Daniel Stelter (36:27)
Defizite in Gesellschaft, Familie, Sinnfindung:
Insgesamt beobachten die Hosts eine Erosion von Leistungs-, Familien-, und Gemeinsinnsorientierung.
Lösungsansätze:
"Ich persönlich... bin gegen Brandmauern und gegen Fraktionszwang. Ich glaube aber, beides würde uns noch eine Weile begleiten." – Daniel Stelter (41:10)
Stelter und Poschardt zeigen ein düsteres, aber differenziertes Bild: Deutschland ist in wichtigen Kernbereichen des Wohlstands und der Gesellschaft in einen „Slacker-Modus“ verfallen und riskiert internationalen Absturz – und das trotz klarer Erkenntnisse über die nötigen Reformschritte.
Solange Gesellschaft und Politik nicht zu grundlegenden Kultur- und Strukturreformen fähig oder bereit sind, bleibt die Hoffnung auf Graswurzelbewegungen und Aufklärung – oder wie Poschardt es hiphop-tauglich übersetzt:
"Each one teach one." (27:57)
Ende der Zusammenfassung.