Transcript
A (0:00)
Guten Morgen, guten Abend, guten Mittag, gute Nacht. Es ist heute ein ganz besonderer Podcast für alle, die uns nur hören. Ihr könnt es nicht sehen, aber Daniel und ich sind nicht nur wie immer in einem gemeinsamen Gedankenkosmos, sondern wir sitzen jetzt gemeinsam an einem Tisch. Daniel ist ja ein global reisender Weiser der Ökonomie. Ich bin weiterhin das Angestelltenmäuschen und heute habe ich das große Glück, mit Daniel hier zu sein. Hallo lieber Daniel.
B (0:34)
Hallo Ulf. Ich freue mich auch hier zu sein.
A (0:36)
Wir haben ein wie immer großartiges Programm. Wir reden über die Union und den Spitzensteuersatz und wir machen jetzt einen I told you so Zähler für diese Ausgabe. Wir reden dann über die Schulden und die Zweckentfremdung der Schulden und Wir reden über AKWs Rückkehr oder nicht alle wissen, dass es Veränderungen braucht und diese nötig ist.
B (1:03)
Deutschland muss wettbewerbsfähig sein.
A (1:06)
Mit 4 Tage Woche und Work Life Balance werden wir den Wohlstand unseres Landes nicht erhalten können.
B (1:12)
Make Economy Great again Wie Deutschlands Wirtschaft wieder boomt. Der Podcast mit Ökonom Daniel Stelter und Weltherausgeber Ulf Poschard.
A (1:25)
Ich möchte diesen Podcast beginnen und das ist, glaube ich, für all diese Themen ein etwas pathetischer Beginn. Heute vor zehn Jahren starb Guido Westerwelle und ich bin heute Morgen aufgewacht, als ich es so realisiert habe. Ich hab Gestern hatte ich es irgendwie so und hab Ey Ulf, du hast nicht darüber geschrieben. Und dann habe ich mich um 6 Uhr an die Computer gesetzt und habe noch mal an ihn erinnert. Und mir ist so klar geworden, was hätte Westerwelle zu dieser politischen Wirklichkeit gesagt, in der wir jetzt leben. Ich habe mir die alten Reden noch mal angehört. Guido Westerwelle ist sicherlich einer der Gründe, warum ich mich für den Liberalismus dann irgendwann ernsthaft interessiert habe. Ich habe ihn persönlich kennenlernen dürfen und er war abseits seiner lauten Art, wenn man ihn privat erlebt hat, ein ganz sensibler, leiser, weicher, feiner Mensch. Und und seine Oppositionsreden im Bundestag waren Sternstunden, politische Rhetorik. Und weil wir so oft über Werte reden und einen Wertekompass, der hatte einen, der war unzerstörbar. Ich komme gleich zu dem Hiccup. Und ich habe mir natürlich angesichts der Themen, die wir heute haben, mal angeguckt, wie Westerwelle immer und immer wieder eine Steuerreform angemahnt hat, die die Idee der Leistungsgerechtigkeit auch und insbesondere für die Spitzenverdiener reklamiert hat und hat 2009 im Wahlkampf immer wieder das Wort Steuerrevolution angesprochen, die wichtig wäre, hatte immer den Fokus auf Entlastung, hat auch immer gesagt, er ist für die Bürger, nicht für den Staat da. Und wenn man heute diese Westerwelle reden sich anhört, wirkt es, als wäre es 30 Jahre her, dass es mal jemanden gab, der so gesprochen hat. Der wäre eigentlich Daniel, bitte korrigiere mich, wenn du es anders siehst. Ich glaube, wir hätten mit all dem, was er gesagt hätte, immer nur Ja, danke, wunderbar. Die große Tragödie meines Erachtens ist, dass er den großen Fehler gemacht hat, in die FDP Tradition des Außenamts in die Genscher Falle zu laufen. Genscher hatte große Verdienste als Liberaler, als Außenminister. Wir verdanken ihm, wir gucken hier auf einen befreiten Osten. Danke Genscher. Aber er hätte Finanzminister werden müssen. Er hätte die Koalitionsvertrag mit Frau Merkel nach den fantastischen 14,5 Prozent nur unterschreiben müssen. Punkt 1 Leistung muss sich wieder lohnen, Steuern runter, mach Deutschland munter, Wir machen ein 35 25 15 Programm, sonst unterschreibe ich nicht. Er hatte die Macht, er hat es nicht gemacht. Er hat dann 2011 in der Panikattackenwelt nach dem japanischen Havarie hat er die Energiewende mit abgenickt. Und er hat auch diese Schuldenneigung, die die Deutschen hatte, in seiner Amtszeit als sehr mächtiger Vizekanzler nicht gebremst. Damit haben wir alle drei aktuellen Themen. Aber um ganz pathetisch zu werden, ich stand im Juni 2014 am Kudamm auf. Dem Balkon seiner Stiftungsräume. Er war braun gebrannt, hatte Segelschuhe an, grinste mich, keine Bodyguards mehr, ich kann endlich machen, was ich will und ich freue mich so auf das Leben, dass ich mich für Afrika und Lateinamerika einsetzen kann. Und zwei Wochen später kam die Nachricht, dass er an Krebs erkrankt ist und das soll ich nie vergessen, weil er sich so auf sein Leben gefreut hat nach der Politik. Und es war ihm leider nicht vergönnt. Ja, sorry, das musste jetzt mal raus. Ich glaube, alle Mega Fans werden sich gerne an Guido Westerwelle erinnern. Seit 10 Jahren tot, schmerzlich vermisst. Wie hätten wir ihn gerne in Corona gehabt, Jemanden der wirklich für die Freiheit gestanden hat. War das zu viel Pathos? Daniel?
