
Mit Daniel Stelter und Ulf Poschardt
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Ulf Poschardt
Die EU bezahlt Aktivisten, Rüstungsgewinne wecken Steuerfantasien, die SPD will Gutverdiener stärker belasten und Jeff Bezos feiert Hochzeit in Venedig.
Moderator/Host
Alle wissen, dass es Veränderungen braucht und diese nötig ist.
Ulf Poschardt
Deutschland muss wettbewerbsfähig sein.
Daniel Stelter
Mit 4 Tage Woche und Work Life Balance werden wir den Wohlstand unseres Landes nicht erhalten können.
Moderator/Host
Make Economy Great Again Wie Deutschlands Wirtschaft wieder boomt. Der Podcast mit Ökonom Daniel Stelter und Weltherausgeber Ulf Poschardt.
Ulf Poschardt
Guten Tag, guten Morgen, guten Abend, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, wo auch immer, wann auch immer, wie auch immer, mit wem auch immer ihr heute zuhört. Wir freuen uns sehr, dass ihr wieder bei MEGA seid, dem super vernünftigen Podcast für die wirtschaftlich aufgeklärte bürgerliche Elite, die es so nicht mehr erträgt und für alle, die es künftig werden wollen. Hier spricht Ulf Poschard und ich freue mich wie immer mit dem fantastischen Daniel Stelter über all das sprechen zu können. Hallo Daniel.
Daniel Stelter
Ja, hallo Ulf. Ich freue mich auch mit dem fantastischen Ulf Poschardt über alles sprechen zu können, bevor es weitergeht.
Ulf Poschardt
Gut, dann haben wir unser Selbstironie Konto schon in der ersten Minute auf 100 Prozent eingezahlt. Das heißt, es kommt ab jetzt ironiefrei. Wir fangen an mit dem Thema, was mich wirklich fassungslos zurücklässt, nur durch den Stolz etwas relativiert, dass es eine Geschichte in der Welt am Sonntag war, die nämlich Geheimverträge hervorrecherchiert hat, die deutlich machen, dass die EU Kommission Klima NGOs bis zu Euro bezahlt haben für Klagen und Kampagnen gegen unliebsame deutsche Unternehmen. Wir vergessen nicht, wer dieser EU Kommission voransteht, Frau Klimawende, Green Deal von der Leyen. Diese Verträge aus dem Jahr 2020 2022 enthielten genaue Auftragsleistungen als Gegenleistung für die Fördergelder, die man erwartete, etwa eine bestimmte Anzahl von Lobbybriefen ohne Nachrichten in den sozialen Medien. Und ein Beispiel Eine NGO sollte deutsche Kohlekraftwerke in Gerichtsprozesse verstricken, um das Zitat finanzielle und rechtliche Risiko der Betreiber zu erhöhen. Insgesamt erhielt die Organisation Client Earth dafür Euro und für Ist das eigentlich ein Verstoß gegen die Waltenteilung? Aber vielmehr ist es einmal ein Signal oder ein Symbol dafür, dass diese EU Kommission eigentlich ein moralisierender Wohlstandsvernichter geworden ist und der Green Deal hat ja niemanden so sehr zugesetzt wie der deutschen Autoindustrie. Also ich habe es gelesen und war absolut schockiert, dass die sogenannten NGOs, wie Lobbykontrol dann von einer Diffamierungskampagne sprechen. Setzt dem Ganzen die Krone auf. Wie gesagt, dieser ganze NGO Bereich ist ein scheußlicher Sumpf und er ist besonders scheußlich da, wo er von Steuergeldern finanziert wird und am allerscheusslichsten da, wo dieses Steuergeld dazu eingesetzt wird, um künftige Steuerzahler zu vertreiben oder zu bestrafen und diesen Wohlstand, der alles ermöglicht, in Frage zu stellen. Daniel, wie geht es dir mit dieser Geschichte?
Daniel Stelter
Also ich konnte es gar nicht fassen. Ich muss dazu sagen, vielleicht sollten wir beide noch mal erklären an dieser Stelle. Wir sind, glaube ich, beide keine Leugner, dass es den Klimawandel gibt. Wir sind auch keine Leugner, dass der Mensch daran eine erhebliche Anteil hat und wir würden, glaube ich, auch nicht sagen, dass man nichts dagegen tun sollte. Die Frage ist halt, das haben wir ein paar Mal schon diskutiert, Die Menschheit hat viele Probleme. Eins davon ist der Klimawandel. Und ich glaube, wir müssen auch andere Probleme angehen, wie die Armut in der Welt, wie Hunger, wie fehlende Bildung, wie fehlende Zugang zu zu trinkbarem Wasser etc. Also ein wichtiges Thema muss man angreifen und das sollte man nur vorausschicken, wenn man da natürlich die Frage Gehen wir den richtigen Weg? Und wir haben auch darüber schon ein paar Mal gesprochen, es gäbe effizientere und effektivere Wege, Klimaschutz zu betreiben und vor allem muss man Klimapolitik global denken. So, having said this. Jetzt kommen wir auf das konkrete Thema. Kann man Naja gut, die EU Kommission hat ein edles Ziel. Sie möchte, dass wir Bürger entsprechend auch uns zusammenreißen und mehr für Klimaschutz tun. Aber dann hinzugehen und zu Wir machen im Prinzip Kampagnen, um zum einen öffentliche Meinung zu beeinflussen. Ich glaube, sie wollten ja auch EU Parlamentarier beeinflussen. Auch das war Bestandteil dieser Zahlungen an die NGOs. Dass die EU Parlamentarier bearbeiten, quasi um eine Agenda durchzusetzen und für gut zu halten, von der die Politik und die Bürokratie glaubt, dass sie quasi diese Priorität hat, ohne das transparent zu machen, halte ich für ein ganzes ganz fatales Zeichen. Ich glaube, es war Timmermans wird es gewesen sein, Ich finde es auch sehr interessant, wenn Timmermans jetzt demnächst wieder in Holland antritt, Ministerpräsident zu werden. Da weiß man zumindest, wie da agiert wird. Und vor dem Hintergrund, das finde ich per se schon mal sehr problematisch. Hinzu kommt das Ganze ja noch in einer EU, die nun durchaus, das sage ich nicht nur ich, ein paar Mal so vor sich formuliert, Demokratiedefizite hat. Ich meine, die Kommission wird besetzt von den Regierungen, das Parlament ist nicht repräsentativ. Du weißt, die Stimme eines Maltesers zählt, glaube ich, 18 mal so viel die Stimme eines Deutschen in dem Parlament. Wir haben darüber hinaus sehr wenig Mitspracherechte. Das Parlament kann gar nicht zum Beispiel über den Haushalt der EU wirklich abschließend bestimmen. Also wir haben eigentlich schon ein Konstrukt, was sich sehr stark entfernt hat von den Bürgern und natürlich durch solche Handlungen noch viel mehr entfernt. Und kommen wir dann noch, letzter Kommentar zum Was haben Sie eigentlich gemacht? Also Sie finanzieren Kampagnen, die dazu führen sollen, dass Deutschland schneller aus der Kohle aussteigt. Jetzt wissen wir, ob wir früher oder später austreten. Also aus der Kohle hat überhaupt keine Wirkung auf den CO Ausstoß der Europäischen Union. Einfach deshalb. Wir haben Emissionshandel. Wenn wir früher aussteigen, können andere längere Zeit CO erzeugen. Also das Prinzip dieser Wasserbetteffekt, der gilt nach wie vor. Wir müssten quasi, wenn wir Kohlekraftwerke stilllegen, auch Zertifikate kaufen in Deutschland und vernichten. Das hat die Bundesregierung in der Vergangenheit immer verworfen, beziehungsweise einmal hat sogar die EU Kommission das gar nicht zugelassen. Also vor dem Hintergrund, das ist alles sinnlos, weil Kohlekraftwerke bei uns auszuschalten hat für den Klima Null Effekt. Außer wie gesagt, es würde zusätzlich erfolgen zu den anderen Maßnahmen, was nicht der Fall ist. Das Zweite ist aber, es führt zu einem Anstieg der Energiekosten. Und da frage ich mich natürlich schon, wenn wir in der EU seit 20 Jahren wirtschaftlich den USA stark hinterherhinken und dem Rest der Welt, dann hat es ja, wie wir besprochen haben, auch erheblich zu tun mit den gestiegenen Energiekosten. Und dann frage ich wieso macht man sowas? Also was ich verstanden hätte, Ulf wäre, wenn die EU Kommission gesagt hätte, die Deutschen sind was übrigens ja auch die Internationale Energieagentur sagt, Fatih Spiral hat ja gerade sich wieder geäußert gemeint, es war ein historischer Fehler, aus der Tobra auszusteigen. Also wenn man im Prinzip wirklich etwas machen wollen für das Klima und für den Standort Europa, hätte die EU Kommission eigentlich Kampagnen zugunsten der Atomkraft in Deutschland unterstützen sollen und nicht zum Ausstieg von Mr. Kohle. Aber selbst wenn sie das getan hätte, hätte sie das offiziell tun dürfen und müssen. Aber nicht so heimlich tuerisch nach dem Wir wollen hier die Meinung beeinflussen, ohne zu sagen, dass wir es wollen. Mich stört vor allem das Thema der Transparenz. Über NGOs können wir generell sprechen. Ich meine, aus den 551 Fragen von Herrn Merz ist ja auch nicht mehr viel geworden, wie ich es richtig verstanden habe. Wir haben da ein großes Problem und ich glaube, dass es eben nicht vereinbar ist eigentlich mit einer EU, die ohnehin schon Demokratiedefizite aufweist.
Ulf Poschardt
Naja, also bei mir führen diese Geschichten und wir haben ja auch in Deutschland kuriose Dinge, die insbesondere in der Ampelzeit unter der Schirmherrschaft der Grünen, was alles sogenannte NGOs im Grunde genommen an Zivilgesellschaft verdrängen. Also NGOs hießen ja früher non governmental organizations, sind jetzt neo governmental organizations und damit hört es auch schon auf mit einer Zivilgesellschaft. Und für mich steht NGO im Grunde genommen mittlerweile bis auf wenige Ausnahmen synonymisch für dieses komplette Ineinanderschieben von Regierungs und Staatspolitik und Zivilgesellschaft. Das ist eigentlich genauso in der liberalen Demokratie nicht vorgesehen. Und wenn man dann noch recherchiert und das haben wir ja, dass zwischen 2021 und 2023 7 Milliarden Euros in der EU an NGOs geflossen sind, also 7 Milliarden, das sind echt ordentliche Beträge und dann immer mit denselben Themen zusammenhalt. Da kann man echt alles damit irgendwelche kommunistischen Genderwissenschaftlerinnen kann man da genauso fördern. Migration natürlich, das weiß man ja auch, wenn man sieht, wie viele Migrations NGOs im Grunde auch rot grünen und dunkelroten Ideologie Agitations Elan entwickelt haben. Und dann natürlich Umwelt. Das ist ja so ein ganz typisches Genre von NGOs. Man kennt auch mittlerweile den Typus der NGO Mitarbeitenden und die führen gerade nicht dazu, dass die Akzeptanz der EU größer wird auf der einen Seite. Zum anderen ist es ja in ganz vielen Fällen ein relativ realitäts und weltferner Idealismus, der sich da austoben Ich finde ja den Idealisten sympathischer, der sich selbst finanziert als der Idealist, der mit dem Steuergeld derjenigen die keine Zeit haben für Idealismus und die nicht die luxuriöse Situation haben, Idealist zu sein, mit deren Steuergeld kann der diesen Idealismus leben, der dann dazu führt, dass diejenigen, die ihn bezahlen, möglicherweise ihren Job verlieren. Und dieser furchtbare Teufels, der auch zu kulturell solch großen Verwerfungen in den letzten Jahren geführt hat wie noch nie, dass das weiterhin sozusagen eine politische Praxis etablierter Medien ist, etablierter Parteien ist, wundert mich. Und es wundert mich nicht, ehrlich gesagt, bei der EU, weil Brüssel ja im Grunde genommen auch so eine Art abstrakte Machtzentrale von Bürokraten ist, in dem sich Dinge einfach verselbstständigt haben. Und ich kann nur hoffen, dass durch unsere Recherchen genauer hingeguckt wird. Und natürlich bin ich ganz bei dir, wenn du sagst, wir werden auch als mächtiges Europa, was wir mal waren und was wir immer weniger sind, im Alleingang diese Art von Klimawandel Herausforderungen nicht bewältigen. Wir werden uns den Mund fusselig reden, wenn es darum geht. Über Atomkraft bleiben die Deutschen bei ihrem Veto. Da haben wir auch vergangenes Mal drüber gesprochen. Kurzum, ich sehe die EU Kommission, selbst wenn die deutsche Regierung jetzt ganz vorsichtig als so eine Art Reparaturbetrieb am Status quo Dinge versucht ein bisschen besser zu machen mit der neuen Regierung in der Gleiko, das kommt sehr schnell an sein Ende, wenn die EU nicht anfängt, auch sich selbst grundlegend zu reformieren. Also auf ein reformunfähiges Deutschland türmt sich eine reformunfähige EU, die mit dem Green Deal eigentlich in den vergangenen Jahren komplett eine falsche Agenda verfolgt hat und dann eben auch zu solch grotesken Mittel gegriffen hat, dass mit dem Steuergeld deutscher Unternehmer Klima NGOs bezahlt wurden, die diesen Unternehmern und Unternehmen das Leben schwer macht. Und damit ist eigentlich über die EU schon so ziemlich alles gesagt. Und wenn du mich nach einer Prognose fragen würdest, wird die EU in der Lage sein, sich komplett nochmal neu aufzustellen, auch weil der Wirtschaftsstandort Deutschland und Europa so gefährdet ist. Da wäre mein aktuelles Gefühl eher nicht. Und ich sehe auch da Frau von der Leyen als eher eine Bremse, als eine echte Hilfe. Ich weiß nicht, ob ich da jetzt zu streng war.
Daniel Stelter
Du warst nicht zu streng. Ich meine, schau dir mal an, was Jean Claude Juncker gesagt hat an dem Abend, wo die Brexit Entscheidung war in den Nachrichten. Ich dachte mir, da wurde er interviewt. Ich habe gedacht, jetzt sagt er mal so, es ist höchste Zeit, dass die EU sich an die eigene Nase fasst. Es ist schade. Er hat nur gesagt, die Briten sind doof, doof von denen und so weiter. Aber bei uns ist alles in Ordnung. Und ich glaube, das ist eben ein großer Fehler. Der Brexit ist schon ein paar Jahre her. Die EU hätte Zeit genug gehabt, sich zu reformieren, aber sie macht immer weiter. Ich meine, wir müssen mal sprechen zu einem anderen Zeitpunkt hier über die sogenannte Spar und Investitionsunion, die jetzt auch geplant wird, vordergründig mit dem Ziel, dass die Bürger der EU ihr Geld besser anlegen. In Wahrheit geht es darum, die Sparmilliarden zu mobilisieren für die Projekte, die man sich so auf der EU Ebene wünscht.
Ulf Poschardt
Also die EU Kommission macht uns keine Freude. Gleichzeitig wäre der Hebel supranational wahrscheinlich am allergrößten, wenn die EU sich auch auf unseren Wahlspruch dieses Podcasts verständigen würde. Make Economy great again. Ich muss jetzt nicht wieder mit meiner großen Begeisterung für andere europäische Länder kommen, aber wie gesagt, ich war wieder in Luxemburg, in Frankreich, in der Schweiz und so weiter. Natürlich ist dieser Kontinent wunderbar reich an Kultur, reich an Produktions und Herstellungswissen und natürlich gäbe es die beste Grundlage auch die weiterhin funktionierenden liberalen Demokratien, aufgeklärte Gesellschaften und so weiter. Es ist eigentlich alles da, was es braucht. Und das ist so ein interessantes Symptom unserer Zeit, dass man einfach verlernt hat, wenn es eigentlich grundsätzlich einem wirklich gut geht und es im Zweifelsfall gut läuft in einer Welt, die voller Krisen und Kriege ist. Dass man nicht in der Lage ist, für zukünftigen Wohlstand vorausdenkend zu handeln, ist eigentlich besonders traurig bei der EU, weil gerade auch bei dem aktuellen US-Präsidenten und der Situation in Russland und China, Wir werden eigentlich prädestiniert dazu zu zeigen, wie es geht. Und wir verschrecken eher als ein verlockendes Beispiel zu sein Schnitt, aber eigentlich auch kein allzu großer Schnitt. Wir wollen reden über die super Idee, die Übergewinnsteuer für Rüstungsindustrie unter Umständen einzuführen. Warum? Alle wissen genau über das, was ich gerade angedeutet hat, über diese neue fast bipolare Weltordnung und den kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine. Aber nicht nur dort hat die NATO überlegt, bis 2032 die Verteidigungsausgaben auf 5 Prozent des BIPs anzuheben, davon 3,5 Prozent fürs Militär und es wären ungefähr 150 Milliarden Euro in Deutschland beim aktuellen BIP. Rüstungsfirmen wie Rheinmetall verzeichnen massive Kurs und Gewinnsprünge und US Finanzkonzerne wie BlackRock und Goldman Sachs, die halten zusammen ungefähr 15 Prozent an Rheinmetall, profitieren auch. Und jetzt gibt es woanders als in Brüssel den Vorschlag Übergewinnsteuer oder höhere Branchensteuer alternativ, also wenn man es nicht besteuern kann, ein anderer Horrorvorschlag, staatliche Beteiligungen und natürlich unterstützt von den Grünen und der SPD. Und das sind wie immer die wenigen vernünftigen Ökonomen und wir haben den Vernünftigsten hier in diesem Podcast, die warnen Ad hoc Steuer könnte Investitionsanreize dämpfen. Wie siehst du das und wie müde bist du es, wenn man entweder besteuern oder verstaatlichen? Ich merke gerade, ich lege mich glaube ich gleich wieder auf die Chaise Long und mache ein Nickerchen, weil es so deprimierend ist.
Daniel Stelter
Also ich frage mich, wieso muss man ganz offiziell der ganzen Menschheit zeigen, dass man von Wirtschaft keine Ahnung hat? Weil das machen die Leute, die sich so in die Medien stellen und denke ich im zweiten Schritt. Na gut, ist natürlich populär. Jetzt gehen wir mal zurück. Es gab ja während der sogenannten Energiekrise, als die Stromkosten sehr hoch waren nach dem Angriffskrieg Russlands, gab es ja dann in der Tat eine Übergewinnsteuer für die Energiefirmen oder Vereinige. Und da muss ich sagen, kann man mitgehen. Warum? Weil letztlich die Regulierung dieses Marktes völlig falsch ist. Bei uns ist ja so, die kriegen Mindestgewinn garantiert im Prinzip, wenn Solarstrom, Windstrom nichts kostet, weil es so viel davon gibt, kriegen sie trotzdem von uns über die EEG Abgabe, jetzt vom Staat finanziert, aber von Steuerzahlern finanziert das Geld. Aber wenn es richtig gut läuft, können sie es behalten. Das ist schon mal eine schlechte Regulierung. In anderen Ländern wie Frankreich beispielsweise ist anders reguliert, da gibt es eben auch eine Kappung der Gewinne, genauso wie es eben eine Verlustübernahme oder beziehungsweise Gewinngarantie gibt nach unten. Das war für mich eine berechtigte Korrektur, weil es einfach wirklich völlig unberechtigt war. Es war einfach windvoll aus dem Markt heraus und letztlich aufgrund der falschen Energiemarkt Design Regulierung, die wir da in dem Sinne in Deutschland haben. Hier ist was anderes. Also du möchtest jemanden dazu motivieren, möglichst große Kapazitäten aufzubauen, um was weiß ich, Drohnenpanzer, Schützenpanzer, was weiß ich, herzustellen. Du möchtest, dass Leute investieren. Du musst wissen, wo die Leute herkommen oder kommen aus einer Welt, in der sie keine Kredite bekommen haben von den Banken. Die sogenannte Taxonomie der EU hat mich folgendes gesagt. Es gibt gute Investitionen, die wir Brüsseler Bürokraten gut finden, also zum Beispiel Windräder, Solar, erneuerbare Energien. Und es gibt schlechte Dinge. Schlechte Dinge ist natürlich fossile Energie, aber eben auch Rüstung. Das heißt, Wenn ein Unternehmen zum Beispiel 90 Prozent zivil gemacht hat und 10 Prozent Militäranteil hatte, beispielsweise weil sie die Sitze geliefert haben für Eurofighter, ist ein ganz korrektes Beispiel. Dann haben die Banken gesagt, wir können ihnen keinen Kredit geben, weil sie machen ja Pfui Sachen, sie machen ja Rüstung. Oder wenn wir ihnen Kredit geben, dann ist der sehr, sehr teuer. Dann kostet es nicht 6 Prozent für die anderen, sondern 8, 9, 10, 11 Prozent. Das heißt, die Taxonomie war so, dass Rüstung pfui war. Ergebnis war, es wurde wenig gemacht. Plötzlich wird man angegriffen bzw. Fürchtet plötzlich die russische Aggression. Plötzlich will man investieren und wundern sich dann, keine Kapazitäten da sind. Jetzt sagt man okay, wir ändern das, wir machen eine Ausnahme. Anstatt die Taxi komplett abzuschaffen, machen wir eine Ausnahme und sagen, okay, Rüstung vielleicht doch temporär, ist okay, ich dürfte finanzieren. Man sagt jetzt, ihr müsst mehr Kapazitäten aufbauen. Mal ganz ehrlich, stell dir mal vor, morgen bricht der Frieden aus, morgen kommt Herr Putin und okay, es war ein großer Fehler und Donald, du hast mich überzeugt und wir finden einen Deal. Dann werden wir in ein paar Jahren nicht 5 Prozent für Verteidigung. Ausgeben. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir wieder zurückfallen in die alten Zeiten, ist ziemlich groß. Vergiss es nicht. Ich glaube, der politische Druck ist sehr groß. Übrigens heute auch die SPD mit ihrem neuen, einige der SPD ja mit ihren neuen Vorschlägen zur Außenpolitik. Lass uns doch wieder Frieden machen mit Russland. Das heißt, es ist sowieso riskant. Du kannst die Staaten eh nicht trauen. Du sollst Kapazitäten aufbauen im Hinblick auf irgendwelche Aufträge, die vielleicht dann doch nicht kommen werden. Plus es gibt Überlegungen in der EU, dass man gemeinsam beschafft. Da weißt du gar nicht, ob du hinterher derjenige bist, der einen Auftrag bekommt. Du sollst die ganzen Risiken eingehen und dann sagt man dir und sollte es gut sein, sollte es richtig gut funktionieren, dann machen wir eine Sondersteuer auf deine Gewinne. Ja, mal ganz ehrlich, wer soll da investieren? Und wenn dann heißt, das gehört den blöden Blackrocks, dann würde ich sagen, lieber SPD Politiker, liebe Grünen Politikerin, wenn es dich stört, dass führende deutsche Unternehmen überwiegend im ausländischen Besitz sind, Klammer auf, es ist ja nicht Blackrock, sondern es sind ja irgendwelche Kapitalsammelstellen für Investoren, die damit viel als Alter vorsorgen. Wenn das dich stört, dann tu doch was für eine andere Kapitalanlagekultur in Deutschland und mach die Deutschen auch zum Volk von Aktionären, dann profitieren wir wenigstens davon. Das ist die richtige Antwort. Aber es ist nicht die Antwort, Leute, die wir eigentlich dringend brauchen, dass sie investieren, denen schon zu signalisieren, wenn ihr erfolgreich seid mit eurer Investition und Geld verdient, dann nehmen wir es euch weg. Noch kleine, kleine Korrektur. Du hast vorhin gesagt, Baren schon die Gewinne und die Kurse durch die Decke gegangen. Mein Verständnis ist, die Kurse sind stark gestiegen in der Erwartung zukünftig eines deutlich größeren Geschäftes mit natürlich auch größeren Gewinnen. Aber die Gewinne sind bis jetzt noch nicht so richtig explodiert. Es dauert nämlich eine Weile, vorher muss erstmal investiert werden.
Ulf Poschardt
Ja, wie immer auf den Punkt gebracht. Ich glaube, das Interessante ist, dass bei Grünen und SPD einfach weiterhin ganz zentral im Selbstverständnis ist das Weltbild, dass Erfolg und Gewinne zu erzielen einfach moralisch fragwürdig ist. Und nur dann kommst du eigentlich dazu, dass man immer und immer wieder und wir kommen gleich zum nächsten Thema, wenn jemand dann wirklich nach all den Überlegungen, die du geschildert hast, und man sieht ja auch, dass der Kapitalismus mit seiner crazy politisch korrekten Phase, die man ja weiterhin auf LinkedIn bestaunen kann, wo die größte Form von Opportunisten und Clowns miteinander politische Debatten führen, dass die eben auch dazu geführt hat, dass der Westen einfach extrem angreifbar ist.
Daniel Stelter
Warum?
Ulf Poschardt
Weil wenn man sich moralisch so verrennt und glaubt, dass die ganze Wirklichkeit da draußen sich nach diesen elitären westeuropäischen und in Amerika an den beiden Ost und Westküsten gefeierten Moralismen, wenn sich die ganze Welt danach richten sollte, dann mag das erfolgreich sein in dem Sinne, wie man Rüstungsindustrie an den Rand gedrängt hat. Und wir hatten hier bei uns im Haus immer wieder auch den Chef von Rheinmetall. Also wenn die mal so erzählen, wie man vorher praktisch mit dem Allerwertesten nicht angeguckt wurde und dann über Nacht entdecken auch Grüne, die lange eine sehr aggressive Friedenspartei waren, die Liebe zu Flugzeugträgern und Panzern und so, das ist schon alles sehr, sehr lustig. Ich habe ja die Hoffnung, dass, und da bin ich sehr geprägt von meinem Doktorvater, über den ich schon mal erzählt habe, wenn da Krieg der Vater aller Dinge ist, dann ist auch die Investition in Rüstungstechnologien immer mehr eine Hochtechnologie, die dort künftige Waffensysteme prägen wird und immer weniger eigentlich das alte mechanische Kriegsszenario. Ich bin eben am vergangenen Sonntag durch Vardar gefahren und wenn man dort die Bilder sieht, dann weiß man, das war sozusagen eine archaische Form von Kriegsführung. Die künftigen Kriege sind, glaube ich, ganz anders. Und ob es jetzt die Robotertechnologie ist, Cybertechnologien, Cyberangriffe, die hybriden Kriegsführungen, also kurzum, ich glaube, das wäre für ein Hochlohnland wie Deutschland und auch für eine Hochlohnregion wie Europa eigentlich in diesen Bereichen wieder in Innovation zu investieren. Sicherlich etwas, was eine Chance wäre für die Volkswirtschaften in Europa mit Abfallprodukten oder Derivaten auch Dinge für den nicht militärischen Sektor voranzutreiben. Darüber haben wir ja auch schon mal gesprochen.
Daniel Stelter
Was unterstreicht Ulf wie dumm es wäre, den Unternehmen, wenn sie erfolgreich sind, dann das Geld wegzuziehen. Was machen denn die Tech Konzerne? Tech Konzerne machen Riesengewinne, Milliardengewinne und diversifizieren dann damit in neue Bereiche hinein. Da kann man drüber diskutieren. Aber die Börse goutiert das, die Märkte vertrauen denen, dass sie es können. Und natürlich wäre es schön, wenn wir so hoch profitable Unternehmen, die entsprechend in weitere Dinge investieren würden, auch in Europa hätten.
Ulf Poschardt
Absolut. Und einmal mehr Vorbildland, das ja wirklich vorlebt, ist Israel, wo man aufgrund der Bedrohungslogge sagen kann, dass die wichtigsten Think Tanks dort, was Zukunftstechnologien betrifft, im allerengsten Umfeld der IDF, also der israelischen Defense Force, entstanden sind und dass es gleichzeitig wie so ein Exzellenzcluster künftiger Start ups funktioniert, dass dort die und darüber haben wir ja auch schon mal gesprochen, die schon ab der vierten, fünften Klasse ausgesiebten Jungs und Mädels mit dem iq jenseits von 135 da zusammensortiert sind und die dürfen nerdig bis zum Umfallen sich Sachen ausdenken. Die machen das, machen das auch voller Begeisterung natürlich für ihr Land und für ihr Militär, um dann nach vier, fünf, sieben Jahren rauszugehen und ein beeindruckendes Startup nach dem anderen zu gründen. Ich habe ab und an Kontakt zu diesen Unternehmern dort. Wir sind da ja auch selber investiert und diese Innovationskultur in Verbindung mit diesem israelisch zionistischen Überlebenswillen und zu nie wieder und das eine hat mit dem anderen zu tun. Sehr beeindruckend. Wir sind da Lichtjahre von entfernt. Aber wie gesagt, viel grundsätzlicher Erfolg zu bestrafen, Investitionen zu bedrohen und dann immer mit Steuern und Verstaatlichungen zu kommen. Es ist so entsetzlich und es ist einfach auch, dass es den Leuten nicht zu dumm ist, wenn man sieht, wie Beschissenes funktioniert, Nicht zu glauben. Da sind wir aber schon beim Thema. Aber meine alte Sehnsuchtspartei, die SPD, hat auch wieder einen richtigen Kracher zur Bestrafung der Erfolgreichen und Fleißigen im Angebot. Sie will Gutverdiener stärker in die gesetzliche Krankenversicherung einbinden. Das heißt, es gibt einen Vorschlag, Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung um circa Euro anzuheben. Und das führt natürlich dazu, dass die Gutverdiener erheblich mehr zahlen müssen jeden Monat. Aktuell sind die Beiträge bei im Monat gedeckelt und um die Finanzlücken der Krankenkasse zu schließen sind mehrere Milliarden Euro, will man jetzt ungefähr 30 Prozent der Vollzeitbeschäftigten bestrafen. Auch da die alte Wir reformieren nichts, egal wie beschissen und bürokratisch es ist, sondern wir sorgen einfach dafür, dass dysfunktionale Systeme noch mehr Geld bekommen, um noch dysfunktionaler werden zu können. Es gibt ja diese wunderbaren Untersuchungen, wo man sehen kann, wie leistungsfähig ist ein System. Und unser Kranken und Gesundheitssystem ist leider nicht sonderlich leistungsfähig, aber mit Abstand global das Teuerste. Und auch hier wäre ein Hebel mit AI Ferndiagnosen. Man könnte ganz viel, was jetzt zwangsläufig zu vollen Wartezimmern führt, kann das mit modernster Technologie eigentlich Kosten drastisch minimieren. Die Bürokratie, auch was die Krankenversicherungsabrechnung betrifft. Das ist alles ein solcher Wahnsinn. Ich erspare mir jetzt einen Ausflug in die Migrationspolitik. Die Wartezimmer sind auch voll von Migrantinnen und Migranten, geduldet, legal, illegal, wie auch immer sie reingekommen sind, die aus Ländern und Kulturen kommen, wo es keine solche Standards gibt und sich erst, das weiß ich von einem Bekannten, der Zahnarzt ist, in seinem bürgerlichen Viertel dort alles machen lassen, weil die kommen rein und haben sofort relativ umfassende Deckungen von den Sozialversicherungen. Und die SPD zeigt einmal mehr, dass sie eigentlich keinerlei Interesse daran hat, die Leute zu motivieren, die ihren Laden am Laufen haben. Es ist einfach so, Man wird einfach so müde und merkst schon wieder müde bei dem OK, mehr Steuern, noch mehr Steuern, da noch Steuern, da regulieren, vielleicht noch ein Tempolimit und dann auf jeden Fall auch noch mehr Geld in die Sozialversicherungssysteme und gleichzeitig dieselben Milieus und Parteien, die dann Ja, Vorsicht, Vorsicht, die drei Somalia müsste man eigentlich zurückschicken, machen wir aber nicht die Duld mehr hier und Willkommen im deutschen Sozialversicherungsparadies. Und sich dann zu fragen, warum immer mehr Leute einfach die Schnauze voll haben, ist schon auch absolut Weltklasse.
Daniel Stelter
Das stimmt. Ich meine, ich würde jetzt natürlich sagen, okay, die eine Frage ist die Finanzierung der Bürgergeldempfänger in der Versicherung. Wir wissen, glaube ich, 10 Milliarden pro Jahr müsste eigentlich aus dem Bundeshaus dazu geschossen werden. Jetzt schließt man die Lücke mit einer bestimmten Gruppe von Leuten, nämlich den Gutverdienern, die nicht selbstständig sind. Aber was haben jetzt eigentlich Gutverdiener, die nicht selbstständig sind, als Besonderen verbrochen, dass man die besonders belasten muss bei solchen gesamtgesellschaftlichen Aufgaben. Das Zweite ist, du hast gerade jetzt eben ein paar Aspekte schon gesagt, wir haben ein sehr teures Gesundheitssystem. Wir haben mit das teuerste Gesundheitssystem in der Welt. Nur die USA, Norwegen sind teurer, Schweiz ist ungefähr gleichauf. Andere geben pro Kopf deutlich weniger aus. Nach Daten der OECD geben wir in Deutschland ungefähr US Dollar aus pro Kopf. Beispiel Frankreich, Italien nur Großbritannien 6000. Jetzt lebt man da interessanterweise aber auch nicht weniger lang als bei uns. Im Gegenteil, teilweise länger. Und woran liegt das? Ich meine, zum einen liegt es daran, dass Digitalisierung ein Riesenthema ist. Wir könnten durch Digitalisierung nach Daten von McKinsey je nach Annahme zwischen 20 und 40 Milliarden pro Jahr. Sparen. Das sind riesige Beträge. Du kannst aber auch Krankenhausreform jemals ein Stichwort. Aber ich meine, müss umgesetzt werden. Wir haben fast acht Betten pro tausend Einwohner. Frankreich hat weniger als sechs, Italien hat etwas mehr als drei und das kann zu sein guter Kosten. Eben die Krankenhäuser sind halt da. Das Problem der ganzen Sache ist, das führt sogar dazu, dass die Menschen schlechter behandelt werden, weil Leute bleiben länger im Krankenhaus liegen, als sie eigentlich müssten, weil das Krankenhaus damit Geld verdient oder anderes. Knieoperationen, Hüftoperationen gibt es bei uns so viele wie sonst nirgends, vielleicht in der Schweiz noch. Warum? Weil man damit Geld verdient. Witzigerweise, Jens Bas hat Podcast mit mir gesagt, geh mal nach Starnberg, da hast du die meisten Orthopäden und auch die höchste Dichte an den Knieoperationen, weil es dort bezahlt wird teilweise. Also vor dem Hintergrund, wir haben ein erhebliches Potenzial und das ist einfach was mich nervt. Man hätte jetzt eigentlich sagen müssen, wir reformieren. Wir haben schon festgestellt, die Rente fassen wir nicht an, weil das ist ja tabu. Renten wollen wir irgendwie in ein paar Jahren mal eine Kommission einsetzen, hat die Regierung jetzt gesagt im da passiert jetzt nichts mehr. Der Massenjahrgang, der er mich eingeschlossen damit, der wird nicht irgendwie zur Kasse gebeten. Wir sind bei safe. Jetzt müsste man OK, umso radikaler machen wir Reformen bei Pflege und bei Krankenversicherung. Was macht die Clike? Und die Clike setzt Kommissionen ein, die erst ein paar Jahre Vorschläge bringen werden. Aber bei kranken, glaube ich 2027 das heißt, es passiert nichts. Und die Strategie ist bis Wir schließen einfach nur die Lücken, indem wir mehr Geld auftreiben, entweder mehr Steuergeld oder die Beiträge irgendwie anheben, sei es durch Bemessungsgrenze, sei es was anderes. Und das ist ein absolutes Desaster. Wir sind auf dem Weg Richtung 50 Prozent Sozialabgabenquote, also 50 Prozent vom Lohn. Das ist der Hammer. Das ist der absolute Hammer und das ist das völlig falsche Signal. Und wer glaubt auf der einen Seite, wir sollten mehr in Deutschland investieren durch Superabschreibung und gleichzeitig allen, by the way, der Faktor Arbeit wird immer teurer, weil wir nicht bereit sind, ein ineffizientes System effizienter zu machen. Und Klammer aus, das heißt übrigens nicht schlechtere Gesundheitsversorgung, das heißt wahrscheinlich sogar im Gegenteil, teilweise sogar bessere Gesundheitsversorgung. Das verstehe ich nicht. Und das ist einfach ganz, ganz traurig, Zeigt aber, dass eben in Deutschland in der Politik noch nicht angekommen ist, wie dringend der Sanierungsbedarf ist. Also das Motto mega make Economy great again, haben wir nicht. Wir haben hier eine Haltung nach dem Macht den Staat noch fetter. Genau das Falsche.
Ulf Poschardt
Das Fett ist eigentlich ein super Beispiel. Diese Idee, dass du für deine Gesundheit gar nicht so eigenverantwortlich agieren musst, weil es auch kein ökonomisches Risiko gibt für einen ungesunden Lebensstil, ist ja auch bemerkenswert. Also diese Entmündigung, du musst dich nicht anstrengen. Wenn es mit Schule und Arbeit alles nicht so klappt, sind überall Sicherheitsnetze eingebaut. Und das führt natürlich dazu, nicht bei allen Menschen, wir wissen ja, es gibt in Deutschland Abermillionen von Menschen, die sich von morgens bis abends wirklich zerreißen, um ihren Kindern und ihrer Familie, um sich selbst einfach ein schönes Leben zu leisten. Also wir dürfen nicht vergessen, das ist ganz klar die Mehrheit in Deutschland. Und gleichzeitig finde ich die, wie soll man sagen, kulturell existenziellen Fehlanreize, möglichst gesund zu leben, weil es eben auch ein Kostenrisiko beinhaltet, ungesund zu leben, dass das komplett rausgenommen wird aus der Rechnung Und dass man dann auch nutzt Lebenserwartungen je nach sozialer Stufe. Ja, die Reichen, die werden ja so viel älter, das Ungerecht, deswegen muss man ja umverteilen. Es könnte damit zu tun haben, dass erfolgreiche Menschen einfach bessere Lebenstechniken entwickeln, weil sie auch mit sich selbst vernünftiger umgehen, weil das zu der Eigenverantwortung dazugehört, die zu dieser Mündigkeit führt, dass man dann eben auch im Berufsleben erfolgreicher sein kann. Diese Art von Logik wird überall immer rausgenommen, ne? Und es kommt ja besonders von den Linken, guck dir an, Sozialhilfeempfänger. Und da will ich jetzt nicht kommen mit dem Body Maß Index, aber diese Untersuchungen sind ja hochinteressant, dass früher auf den Gemälden vor 100 Jahren von George. Cross und Otto Dix war der Reiche der Übergewichtige und der Arme war der Knöchrige. Existenzminimum am Hungertuch knabbernde. Und das hat sich ja komplett verdreht. Das heißt, du kannst in vielen DAX Konzernen in den Vorständen sitzen und du siehst keinen einzigen mit dem Übergewicht. Und du hast dann in den Problemschulen eigentlich Kinder schon ganz früh durch falsche Ernährung. Also kurzum, du siehst es auf so vielen Ebenen durch so eine Krankenversicherung eben auch rausgekommen. Naja, am Ende kann es der Arzt machen. Siehst du bei Zähnen, siehst du bei ganz vielen Sachen. Kurzum, das ist die fatale Dialektik von Sozialversicherungen. Insofern gut, dass die Union gesagt machen wir nicht mit Shame auf die SPD, dass sie einmal mehr mit so einem Vorschlag kommt. Ich höre ja immer öfter, ja, Lars Klingbeil ist eigentlich ganz vernünftig und er will die SPD in die Mitte führen. Ich sehe es nicht. Wenn wir schon bei sozialer Gerechtigkeit sind, dann gibt es ja ein fantastisches Ereignis im Juni. Jeff Bezos, der wunderbare Amazon Gründer. Ich kann nur Veröffentlicht eure Bücher bei Amazon und auch für euch wird alles gut werden, wenn ihr was zu sagen habt. Das nur nebenbei. 250 Promi Gäste und der Jeff Bezos ist ja eher reich. Also wenn ich richtig sehe, hat er 215 Milliarden US Dollar auf der Forbes Liste, einer der reichsten Menschen der Welt und hat jetzt eine, wie alle Klatsch Reporter innen so schön sagen, sehr ansehnliche Ex TV Moderatorin und Hubschrauberpilotin an seine Seite gebracht. Und jetzt lässt er es halt richtig krachen, weil er so stolz ist, so eine hübsche, eher jüngere Frau an seiner Seite zu haben. Ich muss ja sagen, ich habe dafür vollstes Verständnis, wenn so ein älterer Herr, der sich sein Leben lang hart angestrengt hat, jetzt noch mal richtig feiert. Das Beste eigentlich an der Entwicklung von Bezos finde ich, wie fit der ist. Der hatte ja früher so nerdy Speckibauch und ist jetzt so richtig gewippt und gepumpt und trägt immer so enge T-Shirts und macht richtig so oft krassen Typen. Und er war früher derjenige, es gibt für Autofans und lustige Video, dass er auch, als er schon Multi Multimillionär ist, er noch mit seinem alten Honda Acura oder Civic ins Büro gefahren hat, die dann so ein Autoreporter gefragt warum fahren sie denn noch? Sie sind so reich, so ein Auto. Ja, es funktioniert doch. Bringt mich von A nach B. Also ein Mensch, der eigentlich gar nicht so empfänglich war für sowas. Und man sieht, dass so eine späte, wunderbare Liebe zu so einer Frau dazu führt, dass er A Fitnessstudio geht, dass er richtig lospumpt und jetzt eben ganz Venedig mehr oder weniger runterfahren will. Und natürlich gibt es auch in Italien die neidischen, die heißen dort Laboratorio Morion und die rufen zu Protesten auf, weil sie nicht wollen, dass so Superreiche Venedig überrollen. Das finde ich sehr lustig, weil wenn es eine Stadt gibt, in der die Superreichen immer schon gerne und sehr präsent waren, dann ist es Venedig. Und wenn ich mir so reiche Deutsche vorstelle, die in irgendwelchen Palazzi sitzen und sich das alles angucken. Also ich freue mich für alle, die dabei sind und ich würde mir wünschen wollen, dass mehr Superreiche in Berlin, am Starnberger See, auf Sylt oder in Hamburg ihre Hochzeiten feiern, weil ich würde mal sagen, da bleibt in Venedig auf jeden Fall Fall dreiig. 40 Millionen bleiben da auf jeden Fall hängen, wenn solche Leute anreisen und dort zu feiern. Wie siehst du das? Du als Sozialsensibler?
Daniel Stelter
Also wir machen ja einen Wirtschaftspodcast, wir diskutieren jetzt nicht unseren Geschmack von Frauen. Also ich würde sagen, man könnte auch einen anderen Blick auf die neue Frau von Bezos werfen, als du es getan hast, aber das tue ich an dieser Stelle jetzt mal nicht.
Ulf Poschardt
Ich glaube auch, damit hast du es ja getan. Ich wollte es einfach nur mal so.
Daniel Stelter
Ich glaube auch nicht, dass es immer richtig ist, wenn man dann so einen Erfolg gemacht hat. Und ich meine, die ursprüngliche Ehefrau fand ich jetzt auch nicht so attraktiv. Ich bin sicher, ob es immer so mutig sein muss, ob man nicht vielleicht auch schaffen könnte, Partnerschaften zu erhalten. Aber das ist meine persönliche Sicht der Dinge. Was jetzt die Hochzeit betrifft, muss ich dazu Sagen, weißt du, 250 Leute, da gibt es andere, die machen größere Feiern. Ich sehe das Problem eigentlich auch nicht. Und ich glaube, wenn natürlich Overtourism und ähnliches ein großes Thema ist, dann geht es ja eigentlich um die Maße. Also insofern, ich meine andere Destination, ich habe von St. Moritz gelesen, die haben so eine Strategie eigentlich zu sagen, wir wollen eigentlich immer höherpreisiger werden, um eher quasi nicht die Maße zu haben, sondern diejenigen, die pro Kopf am meisten ausgeben. Und diese Strategie wäre vielleicht für Venedig auch okay. Ist natürlich dann nicht so sozial. Kannst natürlich sagen, eigentlich wollen ja alle mal nach Venedig kommen oder mehrfach und so oft wie sie wollen. Also ich persönlich finde das Ganze ist irgendwie nicht so richtig. Ich verstehe, es ist ein schöner Aufhänger, da kann man als Linker schöne Demonstration machen. Ich würde übrigens auch im Unterschied zu dir jetzt nicht, kauft alles bei Amazon, wenn ich es mal anmerken darf.
Ulf Poschardt
Ich persönlich finde alle Bücher, die gelb und revolutionär sind.
Daniel Stelter
Ich wollte sagen, ich finde grenzprinzipiell, es gibt ja, ich meine, wir kennen es alles, es gibt die Buchhändler, die keine Ahnung haben und nicht motiviert sind. Es gibt aber auch teilweise die Buchhändler, die wirklich kompetent sind, einen beraten unterstützend. Und ich finde, so ähnliche Buchhändler sollte man durchaus auch, wenn ich persönlich unterstützen. Aber ich denke, es ist am Ende immer der Entscheid des Konsumenten, das ist nicht meiner. Ich bin, da sage ich mir, okay, wenn du lieber das so bestellst, ist okay. Wenn du in den Buchladen gehst, ist auch okay. Das müssen die Konsumenten selber entscheiden können, was natürlich schon sein muss. Und da würde ich sogar fast ein bisschen Kritik dann wieder an der EU üben wollen. Du musst natürlich Waffengleichheit haben. Es kann nicht sein, dass der eine Mehrwertsteuer freiliefert, was ja einige Zeit möglich war, der andere Mehrwertsteuer zahlen muss etc. Also wenn da keine Chancengleichheit besteht, ist das schon schwierig. Wenn Chancengleichheit bestehen, sollte man die Unternehmen agieren lassen. Und wenn dann jemand erfolgreich ist und er fing an mit dem Buchversand aus seiner Wohnung heraus, dann sollte man ihm das gönnen und müsste sagen, du bist ein Vorbild für andere und hoffentlich gibt es viele andere, die denselben Weg gehen. Insofern für mich müßige Demonstrationen, vor allem, ich glaube, George Clooney habe ich gelesen, hatte auch geheiratet, da gab es keine Demonstration. Und jetzt könnte man sagen, okay, George Clooney schaut definitiv besser aus als Jeff Bezos, aber das ist ja nicht der Grund, nicht gegen ihn zu demonstrieren, wenn man gegen andere demonstriert. Ich finde, man sollte beide in Ruhe feiern lassen und Venedig sollte froh sein, dass man eben nach Venedig geht und nicht nach Berlin am Prenzlauer Berg.
Ulf Poschardt
Ja, also Amen auf jeden Fall. Und was Senover Tourism betrifft, ich finde ja auch, dass Tourismus dann toxisch wird, wenn er das kaputt macht, was die Leute eigentlich besichtigen wollen. Und wer den Markusplatz manchmal erlebt, wenn man vor lauter taubenfütternden Touristen praktisch gar nicht mehr weiß, wo man hinströmen soll, dann sehe ich das Thema. Und ich finde eben auch da, um mal was richtig Lahmes und Ausgewogenes zu sagen, so Augenmaus bei der Steuerung, Ich finde ja zum Beispiel, dass da bitte nicht erschrecken, liebe Fans und Zuhörer innen, dass die Grünen zum Beispiel auf Mallorca einen sehr guten Job gemacht haben. Also die haben die Bauverordnungen relativ restriktiv gemacht, die haben auch Gebäude abgerissen, die illegal dort errichtet waren. Und das ist jetzt sehr viel bewussterer Tourismus. Und ich finde, Mallorca zeigt, wie es geht. Und insofern, ja, Venedig, man darf ja nicht vergessen, Italien war auch das Land, in dem der Eurokommunismus am erfolgreichsten war. Das stand ja immer kurz bevor, dass Kommunisten dort eine Regierung stellen in Italien, der er Jahre. Aber dazu alles gesagt. Ich wünsche Jeff Bezos und seiner neuen Frau alles Glück der Erde. Wie gesagt, mich freut, wie gerippt und gepumpt er ist, finde ich, richtig cool. Und es hat so was von Kevin Spacey in American Beauty natürlich ohne diesen furchtbaren Untergang am Ende.
Moderator/Host
Der Aufreger der Woche.
Ulf Poschardt
Wir haben noch den Aufreger der Woche und zwar, das ist einer auch da, ihr wisst ja, ich tue mich schwer mit dem öffentlich rechtlichen Rundfunk. Und da tun sich scheinbar auch immer mehr Öffentlich Rechtliche schwer mit dem Produktionsstandort Deutschland. Sie verlieren, legen ihn nämlich immer öfter nach außerhalb Deutschlands, obwohl wir ja praktisch eine Art Mediensteuer bezahlen, damit wir in Deutschland dieses einzigartige Florian Silbereisen Programm bekommen. Rot rot grüne Kommentare in den Tagesthemen und noch jede Menge sinnloser Tatort Krimis, in denen im Zweifelsfall immer der Manager oder Unternehmer der Mörder ist. Aber jetzt werden die Produktionen ins Ausland verlegt, die deutschen Studien sind leer, Grussarbeitslos und Postproduktion voller Pleite. Ist es nicht lustig, wie in Deutschland sich das System irgendwie scheint selbst zu zerstören?
Daniel Stelter
Also ich finde das super, weil es transparent macht. 2 Erstens, der Standort Deutschland ist nicht wettbewerbsfähig. Man muss nach außen gehen, haben auch die öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten gemerkt. Das Zweite ist, es wird doch mal klarer, dass man mal die Frage Wofür brauchen die eigentlich immer mehr Gebühren? Und du musst ja wissen, es geht eigentlich nur um die Pensionszusagen. Der große Ausgabenposten beim öffentlichen Recht Rundfunk sind die Pensionsausgaben. Und deshalb jammern die auch so, weil sie natürlich vor einem massiven Anstieg stehen, wie auch wir im Rentensystem auch sonst sehen. Und das kriegen sie nicht finanziert. Also kannst du so sagen, sie müssten ins Ausland verlagern, wenn wir keinen Sondertopf öffentlich rechtlichen Rundfunk machen, sprich keine Gebührenerhöhung, weil die Pensionszusagen sind festgeschrieben. Dasselbe, was auf Staatsebene passiert nach dem Motto wir machen Sondertöpfe und erlauben es den Bundesländern mehr Schulden zu machen, das machen wir ja eigentlich nur, um die ansteigenden Versuchslasten stemmen zu können, wird natürlich nicht gesagt. Nachdem das dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk zurzeit verwehrt wird, weil die Ministerpräsidenten aus Angst vor den Wahlen nicht zustimmen, machen sie das. Ich glaube, das spricht dafür, dass wir eine grundlegende Reform brauchen. Ich meine gar nicht jetzt politisch inhaltlich will ich gar nicht hingehen. Ich glaube einfach, man muss eine Effizienz und Effektivitätssteigerung haben im öffentlich rechtlichen Rundfunk. Das Thema sollte man angehen. Und wenn am Ende dann was verlagert wird, würde ich Na gut, die richtige Antwort dazu müsste Was müssen wir tun, um den Standort Deutschland für Produktionen attraktiver zu machen? Da fällt mir ein, hat nicht die grüne Staatssekretärin für Kultur, Claudia Roth, heißt sie, glaube ich, irgendwie eine Vorgabe gemacht, dass bei solchen Produktionen nur Altpapier als Toilettenpapier verwendet werden darf, verbunden mit einer Person, die beaufsichtigen muss, dass man klimaneutral produziert? Ich könnte mir vorstellen, dass in den Ländern, in denen man die Produktion verlagert, zum Beispiel diese Position wegfällt. Und das ist schon mal eine Einsparung. Könnte man vielleicht hier auch wieder günstiger machen, indem man man Regulierungen über Bord wirft.
Ulf Poschardt
Ja, also das war Teil der Verblödungsinitiative von dieser Kulturstaatsministerin und Verblödung durch ideologische Vorgaben. Also wir haben jetzt über EU und Klimaaktivisten gesprochen, Wir fordern die Reform der EU. Wir haben über Übergewinnsteuer für Rüstungsindustrie gesprochen. Wir haben gesagt, wir brauchen eine Reform dieser Investitionskultur, Wir brauchen eine Reform des Sozialsystems. Wir haben über die Krankenversicherung gesprochen und jetzt kommen wir zur Reform des ÖR. Also wir sehen immer wieder und immer mehr, dass es eigentlich kaum einen Teil unserer gesellschaftlich-politischen und ökonomischen Realität gibt, der nicht vor einem schwerwiegenden Reformprojekt steht. Oder aber wir machen es so wie immer in Deutschland aktuell, wie verschiedenes Druckengeld suchen, Steuereinnahmen zu finden. Und dann kommt eben sowas bei rum. Ich durfte mal beim Mittagessen mit dem neuen CEO von Netflix sprechen und der hat gesagt, dass AI die gesamte Filmindustrie komplett auseinanderhebeln wird und wir werden ganz andere Kostenstrukturen. Also ich glaube, so ein Drehbuch von so einem Traumschiff, das kann KI mittlerweile so gut schreiben wie kein anderer Autor. Und dann wird man künftig auch nicht mehr drehen, sondern das kann auch KI machen. Gibt es ja auch schon mehrere Start ups, die beeindruckende Reels produziert haben und ich bin mir sicher, das wird die Koststruktur senken. Ich finde die meisten Tagesthemenkommentare mit dem Avatar, da muss man auch nur rot-grüne Parteiprogramme so ein. Bisschen flockig aneinanderreihen und die jeweilige PK der Partei wird und dann hat man die schon. Also kurzum, wir freuen uns auf die Reform. Das kann man auch alles knackig und ideologiesicher machen.
Moderator/Host
Ist das mega oder kann das weg?
Ulf Poschardt
Zum Schluss, wie immer vielleicht die beliebteste Neuidee, Neuanschaffung in diesem Super Podcast. Ist das mega oder kann das weg? Also wir kriegen wirklich Berge von Anfragen und nachdem wir gesagt Bitte sagt nicht das Rentensystem mega oder keine, sondern wirklich kleinteilige Fragen. Und jetzt war es die fantastische Barbara aus Wien, die gefragt Frauenquote, ist das mega oder kann das weg? Daniel tough question, tough question.
Daniel Stelter
Ich habe natürlich gedacht, ich ziehe mich auf die Wissenschaft zurück, muss dazu sagen, meine Frau sagt immer, es gibt schon einen Grund für eine Frauenquote, weil Frauen wurden lange Zeit benachteiligt. Und da würde ich an der Stelle betonen, das stimmt auch. Insofern habe ich eine Gewisse Sympathie zu Wir brauchen ein Signal, dass die Frauen die gleiche Chance haben. Wenn man genauer reinschaut, stellt man natürlich Folgendes fest. Das finde ich ganz witzig, dass Frauen in Ländern, in denen die Gleichheit weitgehend realisiert ist, wie Skandinavien, studieren Frauen eben am liebsten eher softe Fächer, Kunstgeschichte und Ähnliches. Hingegen in Ländern, wo sie keine Freiheiten haben, nehmen wir mal als Beispiel Saudi Arabien, studieren sie harte MINT Fächer, weil nur so können sie sich im Prinzip emanzipieren und Karriere machen vor dem Grund. Das erklärt auch bereits einen bestimmten Teil dieses sogenannten Lohnunterschieds des Gender Pay Gaps, der jedes Jahr bei uns ja ganz publikumswirksam besprochen wird und wo dann die einschließlich bekannten Ökonomen, ich nenne keinen Namen, dann immer sagen, das ist ein Zeichen für einen Armutszeugnis Deutschlands, habe ich jetzt das Zitat noch mal gefunden, was ich interessant finde. Es gibt eine Nobelpreisträgerin, eine Trägerin des Wirtschaftsnobelpreises, und zwar Claudia Goldin, die hat den 2023 bekommen von Harvard und die hat jahrelang untersucht und hat eigentlich Folgendes festgestellt. Sie hat gesagt, das größte Problem ist die Benachteiligung von Müttern und nicht von Frauen. Also sie sagt halt gerade in so top bezahlten Firmen, so Dienstleistungsberufen wie zum Beispiel Anwälte und Ähnliches, dass dort im Prinzip das Ausscheiden, das temporäre Ausscheiden aus dem Beruf und Wiedereintreten dazu führt, dass sie im Prinzip in der Karriere hinten dran sind, also im Prinzip ein paar Jahre verloren sind. Also bei einer Beratungsfirma ist ja so, du fängst an und da gibt es feste Beförderungsrhythmen und da wirst du auch nicht bestraft, wenn du rausgehst, Aber du steigst natürlich dann wieder da ein, wo du ausgeschlossen bist, während deine männlichen Kollegen weitergegangen sind. Und sie sagt einfach deshalb, es wäre viel wichtiger zu Wir brauchen eine bessere Kinderbetreuung, Wir brauchen bestimmte Programme, um auch den qualifizierten Frauen gerade zu helfen, am Berufsleben weiter teilzunehmen. Da sollten Unternehmen auch Programme machen. Und da ist eben für mich die Lösung Es ist nicht die Frauenquote, sondern es muss eigentlich sein eben eine Mütter, vielleicht ist nicht Quote das richtige Wort, aber eine bestimmte Mütterförderungspolitik, weil als Gesellschaft sollten wir ja ein Interesse haben, dass gerade hochqualifizierte Frauen Kinder bekommen. Das ist ja ganz wichtig, weil wir wissen ja auch, wie wichtig das Bildungsniveau der Eltern ist für die Schulerfolge der Kinder vor dem Hintergrund. Das würde ich machen. Ansonsten würde ich jetzt fast schon sagen, die Frauenquote in der Form brauchen wir nicht. Wir brauchen eine Mütterquote.
Ulf Poschardt
Ja, dem kann ich mich vorbehaltlos anschließen, sehe ich auch so. Und mein größtes Problem an der Frauenquote sind die Frauen, die keine Quote brauchen, um erfolgreich zu sein. Und ich habe ein paar Freundinnen und Bekannte, die einfach ihr Leben lang nur Exzellenz waren, immer in der Schule am besten, in der Uni am besten, die ihren Weg gegangen sind und die brauchten eine Quote und die regen sich, und der O Ton ist manchmal schärfer, als ich ihn jemals formulieren würde, über sogenannte Quotenfrauen entsetzlich auf, weil es gibt ja auch sozusagen die Quotenfrau habituell. Man hat ja ab und an mal mit einer was zu tun. Ich nenne jetzt nicht meine Kontexte, sonst würde man ahnen, wenn ich da jetzt aktuell meinen würde, wo man sagt, die sitzt eigentlich nur da und darf mitsprechen, weil sie eigentlich gecastet ist für so eine Quotenposition. Und ich glaube, damit hilft man am Ende niemandem. Und ich sehe es genauso wie du. Ich finde, es muss eine Selbstverständlichkeit sein, dass Gender keine Rolle spielt, egal um welche Karrieren es gerade geht. Die Unternehmen sind für mich verantwortungslos und auch dumm, wenn und das war auch, muss man ja selbstkritisch sagen, auch eine toxische Männlichkeit, die gesagt oh Gott, die Frauen in dem Alter, die ist verheiratet, da könnte demnächst ein Kind kommen, Ob wir dir jetzt diese Sache zutrauen und so, das ist alles furchtbar. Ich bin froh, dass sich die Unternehmenskultur da geändert hat. Ich glaube, wenn man eine Familie hat und Kinder hat, dann macht es einen nicht nur zu einem glücklicheren Mitarbeiter, sondern auch zu jemandem, der noch mal was einbringen kann in der Arbeitsrealität und der Lebenserfahrung, die wichtig ist. Mir tut die Quote vor allem für die Frauen leid, die keine Quote brauchen. Und insofern glaube ich, Frauenquote als Mann kann man nicht sagen, sie soll weg, aber so richtig mega ist es auch nicht. Vielleicht finden wir da einen neuen, selbstverständlichen Umgang. Und mit diesem Wachsweichen irgendwie als auch würde ich mich gerne verabschieden und bedanken für die Aufmerksamkeit Schreibt uns, abonniert uns, gebt uns gute Reviews, empfehlt den Podcast weiter und wir freuen uns schon auf die nächste Woche. Daniel, vielen Dank. Es war wie immer ein Vergnügen, hat Spaß gemacht.
Daniel Stelter
Ulf, liebe Hörerinnen und Hörer, bis nächste Woche.
Ulf Poschardt
Ciao.
Moderator/Host
Das war Make Economy Great Again. Hast du Fragen, Anregungen oder Kritik, schreib uns an megaelt DE und hinterlasse eine Bewertung in deiner Podcast App. Das hilft uns, mehr Menschen zu erreichen.
Podcast: Make Economy Great Again
Host: WELT
Episode: Mit Steuergeld gegen die Industrie – die EU und ihre NGO-Strategie
Date: June 11, 2025
Guests: Daniel Stelter (Ökonom), Ulf Poschardt (WELT-Herausgeber)
Die Folge analysiert das Stagnieren der deutschen Wirtschaft, diskutiert den Einfluss der EU-Kommission auf nationale Industrien (insbesondere durch Finanzierung von NGOs), den Vorschlag einer Übergewinnsteuer für Rüstungsunternehmen, gesundheitspolitische Initiativen der SPD, kulturelle Entwicklungen wie Jeff Bezos’ Hochzeit in Venedig und drängende Reformbedarfe etwa im öffentlich-rechtlichen Rundfunk sowie bei Gleichstellungspolitik. Stelter und Poschardt nehmen teils ironisch, teils vehement kritisch das politische und wirtschaftliche Umfeld Deutschlands und der EU auseinander und schlagen praxisnahe, liberale Gegenmodelle vor.
(ab 01:19)
(ab 13:28)
(ab 24:28)
(ab 32:34)
(ab 42:30)
(ab 47:27)
Die beiden streiten geistreich und pointiert für einen wachstumsorientierten, reformfreudigen Kurs jenseits von lähmender Bürokratie, Überregulierung, Steuerblindheit und moralisierender Politik. Kritisiert werden realitätsferne politische Narrative, systemische Fehlanreize und das Verschwimmen der Grenzen zwischen Politik, Zivilgesellschaft und Bürokratie – mit leidenschaftlichen Appellen für mehr Eigenverantwortung, Wettbewerb und Transparenz.
Ideal für Hörer:innen, die einen schnörkellosen und oft ironisch-kritischen Blick auf aktuelle wirtschaftspolitische Debatten suchen. Die Kombination aus ökonomischer Analyse, Seitenhieben auf politische Akteure und dem Appell zu Selbstbestimmung, Marktlogik und Liberalität macht „MEGA“ zu einem diskussionsfreudigen Podcast für kritische Köpfe.