Transcript
Ulf Poschardt (0:01)
Guten Morgen, guten Abend, guten Mittag, gute Nacht. Heute ist ein ganz, ganz spezieller Podcast, den wir aufnehmen. Und zwar ist es der Podcast vor dem Live Podcast, den wir nächste Woche in Berlin aufnehmen, mitten in Schittburgerhausen im Osten Berlins. Und wir freuen uns, sind glaube ich noch eine Handvoll Karten da. Wer will gerne zugreifen? Und dann erlebt ihr mal unsere psychologische Dynamik, die zwischen Daniel und mir eher der vernünftige ich, der Hitzkopf. Das ist immer ein großes Vergnügen. Heute haben wir mehrere spannende Themen. Wir sprechen über die Rentenreform. Dort entsteht ja zum ersten Mal so ein realer Konflikt zwischen den Jungen und den Alten, den wir de facto in der Politik schon lange haben. Aber jetzt gibt es zum ersten Mal junge Politiker, die nicht so sind wie das Klischee von jungen Menschen, sondern wie die junge Menschen wirklich sind, fleißig an den Realitäten des Lebens orientiert und die wehren sich in der Union gegen diesen falschen Kompromiss. Wir sprechen über die Klimakonferenz und den denkwürdigen Auftritt des Kanzlers Merz. Wir sprechen in dem Zusammenhang auch über den grünen Stahl in Deutschland und die Wählerschaft von New Yorks neuem Superbürgermeister, der bestaussehendste Hipster für alle Leute in Brooklyn und der Lower East side, die für Turnschuhe gerne auch mal 400 Dollar ausgeben.
Podcast Announcer (1:27)
Alle wissen, dass es Veränderungen braucht und diese nötig ist.
Ulf Poschardt (1:31)
Deutschland muss wettbewerbsfähig sein. Mit 4 Tage Woche und Work Life Balance werden wir den Wohlstand unseres Landes nicht erhalten können.
Podcast Announcer (1:40)
Make Economy Great Again Wie Deutschlands Wirtschaft wieder boomt. Der Podcast mit Ökonom Daniel Stelter und Weltherausgeber Ulf Poschard.
Ulf Poschardt (1:53)
Hallo Daniel.
Daniel Stelter (1:55)
Hallo Ulf. Spannende Themen heute, würde ich sagen.
Ulf Poschardt (1:58)
Absolut. Wir legen vielleicht los, weil es das aktuellste Thema ist. Die Rentenreform. Das Rentensystem steht meines Erachtens paradigmatisch für die ganzen unterlassenen Reformbemühungen in den Sozialversicherungssystemen der vergangenen 20 Jahre. Der Spruch, den die Deutschen mit der Rente verbinden, ist vor allem der einer staatlich garantierten Zusage. Die Rente ist sicher. Und damit konnte man in Deutschland in einem Land, an dem man sich gerne an staatliche Autoritäten anlehnt, so ein nationales erleichtertes Ausatmen wahrnehmen. Und derjenige, der es gesagt hat, war der wunderbare Norbert Blüm, der ja die Alleinverkörperung des linken sozialpolitischen Flügels der Union. Sehr, sehr erfolgreich repräsentiert hatte und der war auch immer gewissermaßen der Garant einer hohen Glaubwürdigkeit. Wenn Norbert Blüm das sagt, steht dahinter Helmut Kohl. Mit Helmut Kohl jemand, der für die ökonomische Vernunft und das Große und Ganze der bürgerlichen Union stand. Und jetzt kommen wir in einen interessanten Prozess, dass es die junge Gruppe, die sogenannte in der Bundestagsfraktion der Union ist, die so können wir dem nicht zustimmen. Es geht so darum, dass die Fragen der Generationengerechtigkeit ernst genommen werden sollen, dass dieses umlagefinanzierte System, wenn es so fortgesetzt wird und die Festschreibung der 48 Prozent beim Rentenniveau bis 2031 dazu führen werden, dass wir Abermilliarden, also zig Milliarden jedes Jahr aus Steuergeldern ins Rentensystem pumpen müssen und dass auf absehbarer Zeit eigentlich der demografische Faktor nicht ernst genommen wird und die Belastung für die Jungen größer wird. Und was vielleicht noch schlimmer ist, dass die Belastung nicht nur größer wird, sondern das, was am Ende für die Jungen dabei rauskommt, immer weniger wird. Also wie ich finde, ein sehr guter Punkt, um daran das Schicksal der Koalition festzumachen. Oder wie siehst du das, Daniel?
