
Mit Daniel Stelter und Ulf Poschardt
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Ulf Poschardt
Guten Morgen, guten Abend, guten Mittag, gute Nacht. Heute ist ein ganz, ganz spezieller Podcast, den wir aufnehmen. Und zwar ist es der Podcast vor dem Live Podcast, den wir nächste Woche in Berlin aufnehmen, mitten in Schittburgerhausen im Osten Berlins. Und wir freuen uns, sind glaube ich noch eine Handvoll Karten da. Wer will gerne zugreifen? Und dann erlebt ihr mal unsere psychologische Dynamik, die zwischen Daniel und mir eher der vernünftige ich, der Hitzkopf. Das ist immer ein großes Vergnügen. Heute haben wir mehrere spannende Themen. Wir sprechen über die Rentenreform. Dort entsteht ja zum ersten Mal so ein realer Konflikt zwischen den Jungen und den Alten, den wir de facto in der Politik schon lange haben. Aber jetzt gibt es zum ersten Mal junge Politiker, die nicht so sind wie das Klischee von jungen Menschen, sondern wie die junge Menschen wirklich sind, fleißig an den Realitäten des Lebens orientiert und die wehren sich in der Union gegen diesen falschen Kompromiss. Wir sprechen über die Klimakonferenz und den denkwürdigen Auftritt des Kanzlers Merz. Wir sprechen in dem Zusammenhang auch über den grünen Stahl in Deutschland und die Wählerschaft von New Yorks neuem Superbürgermeister, der bestaussehendste Hipster für alle Leute in Brooklyn und der Lower East side, die für Turnschuhe gerne auch mal 400 Dollar ausgeben.
Podcast Announcer
Alle wissen, dass es Veränderungen braucht und diese nötig ist.
Ulf Poschardt
Deutschland muss wettbewerbsfähig sein. Mit 4 Tage Woche und Work Life Balance werden wir den Wohlstand unseres Landes nicht erhalten können.
Podcast Announcer
Make Economy Great Again Wie Deutschlands Wirtschaft wieder boomt. Der Podcast mit Ökonom Daniel Stelter und Weltherausgeber Ulf Poschard.
Ulf Poschardt
Hallo Daniel.
Daniel Stelter
Hallo Ulf. Spannende Themen heute, würde ich sagen.
Ulf Poschardt
Absolut. Wir legen vielleicht los, weil es das aktuellste Thema ist. Die Rentenreform. Das Rentensystem steht meines Erachtens paradigmatisch für die ganzen unterlassenen Reformbemühungen in den Sozialversicherungssystemen der vergangenen 20 Jahre. Der Spruch, den die Deutschen mit der Rente verbinden, ist vor allem der einer staatlich garantierten Zusage. Die Rente ist sicher. Und damit konnte man in Deutschland in einem Land, an dem man sich gerne an staatliche Autoritäten anlehnt, so ein nationales erleichtertes Ausatmen wahrnehmen. Und derjenige, der es gesagt hat, war der wunderbare Norbert Blüm, der ja die Alleinverkörperung des linken sozialpolitischen Flügels der Union. Sehr, sehr erfolgreich repräsentiert hatte und der war auch immer gewissermaßen der Garant einer hohen Glaubwürdigkeit. Wenn Norbert Blüm das sagt, steht dahinter Helmut Kohl. Mit Helmut Kohl jemand, der für die ökonomische Vernunft und das Große und Ganze der bürgerlichen Union stand. Und jetzt kommen wir in einen interessanten Prozess, dass es die junge Gruppe, die sogenannte in der Bundestagsfraktion der Union ist, die so können wir dem nicht zustimmen. Es geht so darum, dass die Fragen der Generationengerechtigkeit ernst genommen werden sollen, dass dieses umlagefinanzierte System, wenn es so fortgesetzt wird und die Festschreibung der 48 Prozent beim Rentenniveau bis 2031 dazu führen werden, dass wir Abermilliarden, also zig Milliarden jedes Jahr aus Steuergeldern ins Rentensystem pumpen müssen und dass auf absehbarer Zeit eigentlich der demografische Faktor nicht ernst genommen wird und die Belastung für die Jungen größer wird. Und was vielleicht noch schlimmer ist, dass die Belastung nicht nur größer wird, sondern das, was am Ende für die Jungen dabei rauskommt, immer weniger wird. Also wie ich finde, ein sehr guter Punkt, um daran das Schicksal der Koalition festzumachen. Oder wie siehst du das, Daniel?
Daniel Stelter
Also ich freue mich über den Protest der jungen Abgeordneten, wobei wir, glaube ich, korrigierend sagen müssen, sie protestieren ja gegen das, was da quasi die Vereinbarung im Koalitionsvertrag hinausgeht. Wir hatten das Thema schon mal, ich muss Gehirn kramen, dass ich richtig hinkriege. Im Prinzip im Koalitionsvertrag steht drin, wir schreiben ein bestimmtes Rentenniveau, die 48 Prozent, fest. Und jetzt hat aber das Ministerium von Frau Bas eine Regelung vorgelegt, wo im Prinzip das implizit weiter fortgeschrieben wird. Da gab es diese Aufklärung von Prof. Fuest und Professor Feld, die festgestellt haben, da wird im Prinzip eingemogelt, dass die Anpassung, die dann erforderlich wäre, eben auch nicht stattfindet, sodass das Programm nicht nur 150 Milliarden, was jetzt die Regierung festlegt, sondern nochmal 150 Milliarden, also ungefähr so was in der Größenordnung. Darum geht es. Und insofern würde ich sagen, ja, es ist gut, dass protestiert wird, aber eigentlich wird schon zu spät protestiert. Man hätte schon davor sagen sollen, so einen Koalitionsvertrag dürfen wir gar nicht unterschreiben. Du hast Norbert Blüm und Helmut Kohl gelobt? Also ich sehe das natürlich ganz anders. Also ich würde sagen, Helmut Kohl war jetzt nicht gerade jemand, der in wirtschaftlichen Kategorien gedacht hat. Im Gegenteil, ich meine, er trägt eine große Schuld daran, dass eben überhaupt erstmal die Schröderschen Reformen nötig werden waren, die dann Schröder gemacht hat. Also die Union hat eigentlich nicht immer für Wirtschaftskompetenz gestanden, muss man ganz ehrlich sagen. Und er muss auch daran erinnern, dass die ganze Misere uns sowieso Kurt Adenauer eingebrockt hat. Ich meine, das frühe Rettensystem von Bismarck war kapitalgedeckt. Er hat im Prinzip damals gesagt in den ER Jahren der Adenauer Kinder kriegen die Menschen immer. Insofern lass uns ein Umlagesystem machen. Das war der große Fehler. Wir wissen seit Jahrzehnten, dass es ein Fehler war. Wir hätten immer, wie die Schweden, wie andere auch eine kapitalgedeckte Säule einführen sollen, wie die Schweizer es gemacht haben, auch schon vor Jahrzehnten. Dann stünden wir heute ganz anders, da haben wir nicht gemacht. Und jetzt haben wir im Prinzip die Wahlmacht, die Wahlurnenmacht der Alten. Und darauf reagieren die Parteien eben. Und ich meine, die Grünen sind immer ganz laut, beispielsweise wenn sie in der Opposition sind, als sie in der Ampel Regierung waren, haben sie es auch nicht angepackt. Also alle wissen, man kann sich für den Alten nicht anlegen, was ein großer Fehler ist. Denn ich finde Rentenreformen, die du heute durchführst, wie höheres Lebenseintrittsalter, höheres Lebensarbeitsalter, im Prinzip späteres Renteneintrittsalter, Abschaffung der Rente mit 63 all diese Dinge, die würden ja jene treffen, die noch nicht Rentner sind und nicht jene treffen, die schon Rentner sind. Also man könnte das durchaus machen. Man könnte jetzt noch die Notbremse ziehen. Das macht man nicht. Und wenn du mich ehrlich Wir kommen auf die Gesamtperformance der amtierenden Regierung zu sprechen, wäre halt meine persönliche Hoffnung, dass die Jungen es durchziehen und es darauf ankommen lassen, dass die Koalition zerfällt. Denn heißt es Rente ist jetzt so ein Symptom. Schau mal, es gab die aktuelle Umfrage diese Woche vom ifo Institut, da so viele Firmen wie noch nie gesagt haben, wir haben an Wettbewerbsfähigkeit massiv verloren, und zwar innerhalb der EU, aber auch gegenüber Ländern außerhalb der EU. Wir haben an dieser Stelle schon gesprochen über den massiven Verlust an Wettbewerbsfähigkeit, den wir erleben Richtung China. Wir wissen seit langem vom Sachverständigenrat der Bundesregierung, Klammer auf, wir müssen darauf hinweisen, dass wir an dem Tag aufnehmen, wo das neue Gutachten rauskommt, Aber es liegt zu dem Zeitpunkt unserer Aufnahme noch nicht vor. Aber wir wissen vom Sachverständigenrat der Bundesregierung, und er wird es heute auch nichts anderes sagen, dass wir seit Jahren einen Verlust an Wettbewerbsfähigkeit haben aufgrund von 2 Energiekosten und Lohnstückkosten. Lohnstückkosten natürlich auch, was mit Lohnnebenkosten zu tun hat, mit Sozialstaat zu tun hat. Wir müssen dagegen steuern. Das heißt, für mich wäre eigentlich die große Hoffnung, dass die jungen Abgeordneten der Union dieser Regierung den Stecker ziehen und dass dann, das haben wir schon mal diskutiert, eine Minderheitsregierung versucht Reformen durchzuführen und dann wirklich das zu tun, das zu machen, was im Land gemacht wird, muss meinetwegen mit wechselnden Mehrheiten, weil sonst sehe ich persönlich nach wie vor schwarz und für mich ist einfach Rente ist nur ein Beispiel, Krankenversicherung, alles haben wir diskutiert, das ist so nicht mehr tragbar und es ist furchtbar, in welcher Parallelwelt unsere Regierung, unsere Politiker leben, werden wirklich die Einschläge immer näher kommen. Ich war letzte Woche, wenn ich das Ganze so sagen darf, Ulf war letzte Woche wieder mal on the road bei einer Veranstaltung und habe ich dann mit den Unternehmern dort gesprochen. Ich habe ein paar Dinge gelernt. Erstens, die, die im Ausland schon Niederlassungen haben, verlagern konsequent weiter still und leise. Zweitens, die noch nicht im Ausland sind, verlagern das Ausland so. Sie können oder sie denken über Geschäftsaufgabe nach. Ich spare mit einem Steuerberater, der sagt, sein Geschäft boomt. Er ist dabei Konstruktionen zu finden, wie man im Prinzip aus Deutschland rauskommt und die Wechselsteuer quasi umgeht. Und dann kam die vor einem Jahr hatten wir noch Hoffnung, da hatten wir nämlich die Hoffnung, dass es nach der Wahl eine bessere Regierung geben würde. Heute ist die Stimmung noch schlechter, weil diese Hoffnung nicht mehr existiert.
Ulf Poschardt
Ja, also was soll ich sagen? Jetzt könnte ich auch anekdotisch auch noch mal so ergänzen werden. Gestern hier Weltsicherheitskonferenz, waren auch viele Unternehmer dabei. Also da müssen wir auch noch mal drüber reden, War sehr interessant zu hören. Cyberangriffe, mittlerweile Kosten für die Volkswirtschaft 200 Milliarden gerechnet, kam von Herrn Münch, dem Chef des BKAs. Aber nochmal zurück zur Was ist an dem Konflikt eigentlich so toll. Der Linke sieht ja in Konflikten immer das Potenzial, dass die Dinge besser oder eben auch schlechter werden. Und ich finde eigentlich die Diskussion um die Rente ist auf so vielen Ebenen interessant. Zum einen, dass sich die jungen Leute alleine sehen beim Kampf um Generationengerechtigkeit. Das finde ich eigentlich am erbärmlichsten. Also wir beide sind ja du Boomer, ich zen X. Eigentlich müssen die älteren bürgerlichen Politiker, ich hätte gehofft, es gibt auch noch welche in der SPD, sagen, die Jungen haben doch vollkommen recht, wir haben doch alle Familien und wir sind doch darüber im Klaren, dass es so nicht weitergehen kann für ihre Kinder, für die Enkel, für die Urenkel. Also ich finde es insofern sehr interessant, dass gerade ein Teil der Linken, der immer über Gerechtigkeit spricht, bei Generationengerechtigkeit vollkommen ausfällt. Wenn ich jetzt richtig reaktionär wäre, würde ich sagen, ja, das kommt eben von den ganzen non binären LGBTQ Familienmodellen, wo dann sowas wie Nachhaltigkeit familiär gar nicht mehr gedacht werden muss und von dem ganzen Gaslighting an Shit Themen, die in der Linken und natürlich damit auch bei den Jusos so präsent ist, dass dort die jungen Abgeordneten sich sozusagen aus dem Staub machen. Und am deprimierendsten eigentlich, und das sage ich in höchster Anerkennung für die junge Gruppe in der Union und für die wirklich tolle Arbeit von Johannes Winkel und der Jungen Union in Sachen Israel, in Sachen Common Sense. Das ist Aufgabe. Früher hat man gesagt, Alter macht klug und es sind die weißen alten Männer, die vernünftig sind. Und jetzt ist es umgekehrt, die Jungen sind wieder vernünftig, aber sind nicht die ÖR Jungen, die mit Nasenringen auf Klimadämmerung gehen oder irgendwie einen identitätspolitischen Gender Schwachsinn sozusagen zum Hauptthema machen, sondern es sind die jungen Leute, für die wir auch diesen Podcast machen, die fleißig sind, die Ehrgeiz haben, die Ambitionen und dass die sich nicht nach dem Studium Gedanken machen können, was man alles in der Zukunft alles erträumen, erbauen, konstruieren, erneuern kann, sondern jetzt schon in Rentendiskussion, also praktisch ans Ende der beruflichen Karriere denken müssen, weil wir das mit den sozialen Versicherungssystem so verkackt haben. Das ist eigentlich deprimierend. Ich hoffe auch sehr, dass die junge Gruppe kompromisslos dabei bleibt, es auch darauf ankommen lässt. Darf nicht vergessen, Helmut Kohl den du jetzt finde ich etwas sträflich, der war halt ein Mann der Bonner Republik. Wir hatten nach 45, glaube ich, andere Themen als das. Und Adenauer und Kohl haben einfach auch eine soziale Stabilität garantiert, die für den Erhalt der liberalen Demokratie wichtig und wertvoll war. Ich glaube, das muss man anerkennen. Aber man muss eben auch anerkennen, dass Helmut Kohl in den er und er Jahren einfach auch da schon ein Rebell war. Übrigens auch gegen Teile der Strukturen, die Adenauer hatte. Die Union hat sich immer modernisiert. Merz, Bierdeckel, Merz war auch mal ein Rebell. Kurzum, wir wünschen der jungen Gruppe alles Gute bei dieser Diskussion und machen vielleicht einen Switch zu ähnlich Lage der Ökonomie in Deutschland, Standortfaktor Klimakonferenz in Brasilien. Da hat ja Merz eine Vier Minuten Rede gehalten, die war insofern bemerkenswert, als unsere Kommentatoren Daniel Wetzel und Axel Bojanowski, kannst du beide nur sehr empfehlen, gesagt, es ist echt suizidal, was da gesagt wurde. Und jetzt komme ich mit einer kleinen Anekdote. Wir hatten gestern den EU Kommissar für Energie, einen Dänen, da und da chatten House Rules gelten, kann ich nicht direkt zitieren, aber ich war überrascht, wie selbst ein dänischer Sozialdemokrat mit welcher Differenziertheit der über Nuklearreaktoren und die Zukunft der Nuklearreaktoren gesprochen hat. Klimakonferenz. Daniel, warst du überrascht von dem Auftritt unseres Bundeskanzlers? Zum einen und zum anderen, wie hast du es wahrgenommen? Ich erinnere früher die mediale Hysterie, insbesondere in den öffentlich rechtlichen, aber ehrlich gesagt auch bei uns, bei allen anderen Medien, Klimakonferenz, das wichtigste Thema. Das ist nun erkennbar nicht so. Und es ändert auch nichts daran, dass die in Teilen trostlos gewordene FAS dann so ein liebedienerisches Interview mit unserer allerklügsten Klimaaktivistin gemacht hat. Es ist nicht mehr das große Thema in den shitbürgerlichen Medien. Wir brauchen mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr Klimaschutz und noch mehr Zerstörung unseres Wohlstands. Das sagen sie natürlich nicht, aber Friedrich Merz, hat er da eine klare Kante gezogen oder nicht?
Daniel Stelter
Also nein, ich glaube generell, ich habe jetzt auch verfolgt und habe auch natürlich auch die, ich weiß, ich höre immer Deutschlandfunk, um Materialsammlung zu betreiben, also natürlich Dauerwerbesendung für Klimapolitik. Ich finde einfach Wir befinden uns immer noch in der Traumwelt. Die Deutschen, also erstens reden wir ja nicht konsistent. Wir reden auf der einen Seite über Wirtschaft, dann reden wir über Klima, reden über Klima. Wir reden nicht konsistent. Wir verstehen nicht, wie eng es zusammenhängt Und wir erzählen uns dann Geschichten. Wir erzählen uns dann Geschichten nach dem wenn wir jetzt keine Klimapolitik, keinen Klimaschutz betreiben, werden die zukünftigen Kosten viel höher sein. Dann, wo man reinschauen muss, sagen, okay, zum einen ist es so, wenn es uns morgen nicht mehr gäbe, wäre der Schaden noch genauso da, weil wir wissen ja, die wichtigsten Klimasünder, die aktuellen, waren ja gar nicht anwesend. Die USA waren nicht anwesend, China war nicht anwesend, Indien war nicht anwesend. Vor dem Hintergrund, was soll das Ganze? Das Zweite ist, es wird eine riesen Umverteilungsorgie organisiert. Es wurde bis auch gut kritisiert in der Welt, wenn ich Werbung für euch mache, wo die Frage schon aufkommen muss nach dem, okay, was passiert da eigentlich? Und da wird sofort der Druck aufgebaut. Deutschland sollte voranschreiten und sollte diesen Amazonasfonds als ersten mitfinanzieren und sollte allen wieder zeigen, wie gut wir sind. Und ich frage mich einfach, wir schreiten da voran mit unseren gut gemeinten Maßnahmen. Die Frage ist, was erreichen wir? Und wir kommen auf das Thema Stahl. Ich meine, Stahl und andere Dinge sind symptomatisch für das, was hierzulande passiert. Vor dem Hintergrund muss ich einfach sagen, egal welche Studie du anschaust, ja, es wird zukünftig Schäden geben durch den Klimawandel. Es gibt einen Verlust an Wirtschaftsleistung durch den Klimawandel, aber es gibt gleichzeitig immer noch weiter wirtschaftlichen Wohlstand in der Welt, Wachstum in der Welt. Die Welt wird reicher. Das heißt, selbst wenn du Schaden hinnimmst, wird die Welt immer noch deutlich reicher. Und wir sehen einfach, eine reichere Welt kann besser mit dem Klimawandel umgehen. Schau mal, die Niederlande liegen seit Jahren größtenteils unter Wasser oder Meeresspiegel und gibt es immer noch. Bangladesch hat ein ähnliches Problem. Wie wird Bangladesch mit dem Problem umgehen? Die werden auch Dämme bauen, das heißt, die werden auch besser sich ausstatten können. Wie kann Bangladesch das erreichen, indem es möglichst wirtschaftlich stark ist, also Fortschritt macht. Die werden nicht auf diesen Fortschritt verzichten, dass Bill Gates, der ja auch früher sehr animistisch in der Welt unterwegs war, jetzt hingeht und sagt, wir haben auch andere Ziele, wir haben andere wichtige Ziele, nämlich die UN Entwicklungsziele, die auch sozusagen andere Prioritäten erfordern. Da kann man nur sagen, das ist ein Erkenntnisfortschritt. Warum wird er bei uns verdreht? Das heißt, wir sind so in einer Welt gefangen, wo wir glauben, wir könnten alleine einen Einfluss haben. Haben wir nicht. Ist das ein Plädoyer dafür, nichts zu tun? Nein, ist es nicht. Aber wir müssen doch so voranschreiten, dass wir ein Beispiel sind, und zwar ein positives Beispiel. Genau das sind wir aber nicht. Wenn wir, das ist das Thema unseres Podcasts, wenn wir so massiv an wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit verlieren, wenn wir Geschäfte verlieren, die chemische Industrie Alarm schlägt. Ich meine, die chemische Industrie sagt jetzt so existenzbedrohend, was weg ist, kommt nicht wieder zurück. Natürlich kommt es nicht wieder zurück. Wenn das weg ist, dann haben wir so viel Schaden angerichtet, ohne dem Weltklima irgendwas zu helfen. Und mir verschließt es sich völlig, wieso wir immer noch in dieser Traumwelt gefangen sind mit der Klimapolitik. Ich glaube, die wahre Antwort wird sein, das hören immer die Klimaschützer hier so ungerne, die wahre Antwort wird technologische Antwort sein. Du hast Dänemark angesprochen mit Nuklear, es wird andere Technologien geben Und die wahre Antwort wird sein, sich eher auf den Klimawandel einzustellen und mit dem umzugehen, statt zu sagen, wir können uns irgendwie aufhalten, Das machen andere Länder. Und in diese Richtung sollte man gehen. Wenn man Vorbild sein will, dann muss man versuchen, wie man effizient und effektiv damit umgeht. Nicht so was wie machen. Und darum bin ich so. Also eigentlich nervt es mich. Und vor allem, wenn du hörst, Leute fliegen um die Welt, es hört sich nach einer großen Party an, Ob das jetzt wirklich das ist, was das Klima braucht, weiß ich nicht.
Ulf Poschardt
Ich glaube, du fragst ja immer und ich gebe immer dieselbe Antwort. Ich sage, wir haben eine kulturelle Dominanz von shitbürgerlichen Themen, die dazu führen, dass man auf die Realität nicht mehr guckt. Ich kann nur den wunderbaren Daniel Wetzel, ich darf ja Werbung für uns machen, ich will es auch machen, weil Daniel Wetzel ist zusammen mit Axel Bojanowski, sind die einzigen beiden Kollegen, die einfach ganz nüchtern drauf gucken, sind auch Norddeutsche und Daniel Wetzel, ein Oldenburger, das ist der nüchternste Menschenschlag der Welt. Und er hat halt zu Recht geschrieben, Es ist die angespannte geopolitische Großwetterlage, die keinen Raum mehr lässt für partnerschaftlichen Multilateralismus, ohne den im Klimaschutz nichts geht. Dieses Systemkonkurrenz zwischen Demokratien und Autokratien hat geostrategische Risiken und Rivalitäten erzeugt, die viele Staatenlenker aus Selbstschutz ins Nationale zurückfallen lassen. Der Versuch deutscher Klimapolitiker, sich dieser ablaufenden Flut allein entgegenzustellen, gleicht einem ökonomischen Suizidversuch.
Daniel Stelter
Du musst es ja so Wir sind.
In einem globalen Wirtschaftskrieg, sind wir schon. Die Amerikaner und die Chinesen treten gegeneinander an. Wir haben über China hier ausführlich gesprochen. Die Amerikaner haben gesagt, okay, wir müssen diese Herausforderung annehmen. Trump nimmt die sicherlich nicht unbedingt in jeder Hinsicht smart an, hat auch erkannt, dass China sich bereits sehr, sehr gute Positionen erarbeitet hat. Stichwort selten erden, andere Dinge. Es ist ganz In diesem Konflikt ist Europa quasi Spielmasse. Das ist nicht so, dass die Amerikaner sagen oh, wir werden auf Europa aufpassen. Im Europa ist eine Verführungsmass. Und wenn die amerikanische Wirtschaft, wenn die Amerikaner ihre eigene Wirtschaft stärken können, so lassen europäischen, werden sie keine Sekunde zögern, das zu tun. Die Chinesen freuen sich über den Konflikt in der Ukraine. Das schwächt Russland, macht Russland mehr abhängig von Gleichzeitig schwächt es die Europäer. Die Chinesen haben im großen Stil immer gefordert, dass der Westen voranschreiten soll mit Klimaschutzmaßnahmen. Das haben sie in Paris getan, das haben sie auch hier besprochen, mit großen Förderungen getan, mit einer halben Billion Dollar Förderung für entsprechende Think Tanks. Was tun sie damit?
Sie schwächen damit ihren Wettbewerb, weil bei uns die Kosten hochgehen, die Industrie eben abwandert.
Und zum Zweiten schaffen sie Märkte für ihre Produkte. Das ist das Spiel, was gerade stattfindet. Und wenn du in diesem Spiel naiv weiterhin gehst und oh, ich möchte aber.
Das lieber retten und nicht sagen meine.
Erste Aufgabe ist, meine Hausaufgaben zu machen und wirtschaftlich stark zu sein, dann bist du einfach selten dämlich.
Also wenn Deutschland wenn Europa in Zukunft.
Eine Rolle spielen möchte, dann erstens hängt es an wirtschaftlicher Stärke. Du musst wirtschaftlich stark sein.
Zweitens musst du militärisch stark sein.
Du kannst militärisch nur stark sein, wenn du wirtschaftlich stark bist.
Und erst dann, wenn du die beiden.
Faktoren erfüllt hast, hast du überhaupt politisch eine Einflussnahme.
Wir laufen um die Welt rum und.
Tun so, als wären wir politisch relevant.
Wir sind politisch nicht relevant, weder Anteil von Bruttoinlandsprodukt noch Verteidigungsfähigkeit, noch irgendwo spielen wir eine Rolle technisch. Und dann sage ich, das regt mich total auf. Und dann habe ich immer die Diskussion, wir wollen hier hinten ganz gut sein, wir sind so reich. Nein, wir sind nicht mehr so reich. Wir werden durchgereicht nach unten, was das.
Bruttoinlandsprodukt pro Kopf betrifft.
Wir werden durchgereicht bei den Technologien. Unsere Kernindustrien brechen gerade ab, Unternehmen reden über Auswandern und sonst was, aber nicht über das Investieren am Standort. Wir erhöhen die Renten, wir machen Tabuisierung von allen möglichen Sozialreformen. Wir diskutieren, was weiß ich, Gendersternchen und wir glauben im Alleingang das Weltklima retten zu können, indem wir uns selber doppelt in die Knie schießen. Sorry, das ist das, was jetzt gerade passiert. Darum bin ich so genervt, wenn du mich fragst, was dein Merz da Herr Merz ist für mich Totalausfall, weil er kann gute Reden halten, immer angepasst auf das jeweilige Auditorium. Das kommt dann irgendwie gut an. Aber reden ist Schall und Rauch. Immer wenn ich ins Büro fahre, da gibt es so einen Spruch nach dem Reden ist cool, machen ist cooler oder so ähnlich.
Ich weiß, wahrscheinlich wirst du mich gleich.
Aufklären, was für ein Antifa Spruch das ist. Auf jeden machen wäre cooler, nur wo ist das? Der macht nichts. Und deshalb bin ich einfach genervt. Und ich bin auch genervt von irgendwelchen Stahlgipfeln und ähnlichem, weil wir im Prinzip in einer Welt sind, die mich immer mehr an die DDR erinnert. Ich habe mal einen Kommentar geschrieben vor vielen, vielen Jahren DDR, der wurde dann.
Damals, kann man auch verraten, von der Wirtschaftswoche nicht veröffentlicht, aber ohne Kommentar, den bringen wir jetzt nicht.
Warum habe ich das gesagt? Weil wir glauben immer mehr, dass wir quasi alles durch staatliche Steuerung, alles durch Subventionierung, dass wir im Prinzip die Probleme auf gut Deutsch, excuse my French, zuscheißen können. Das können wir aber nicht. Und das ist das Problem, was wir gerade haben. Und das Problem ist, die Politiker immer noch glauben das. Jetzt kannst du sagen, Frau Reiche, und dann können wir, reicht es vom Skript. Aber für Reiche war super, die sagt, die rät die richtigen Reden, die sagt.
Was getan werden muss.
Nur wo ist Herr Merz, der Genau das ist meine Ministerin, das wollen wir. Konflikt gehe ich. Nein, er lässt die anderen Minister über sie herfallen. Der lässt einen Carsten Schneider am Sonntagabend auftreten im Fernsehen, allen Ärztes. Wir haben da die Verträge und geschrieben und wir haben uns da verpflichtet, wir müssen 2045 klimaneutral sein.
Ich gebe dir heute schriftlich Wir werden.
2045 den Podcast leider nicht mehr machen, aber 2045 wir werden nicht klimaneutral sein. Das eine, was wir bis dahin erreicht haben werden, ist, dass wir uns neben die Knie auch noch die Oberschenkel, die Oberarme vielleicht in den Kopf geschossen haben, werden aber das Ziel nicht erreichen. Gar nicht auf diesem Weg. Und statt dass der März Jawohl, wir müssen das machen. Ich bin eine Wirtschaft, Wirtschaftssanierungsregierung, weil nur dann habe ich politischen Einfluss. Nur dann kann ich mich verteidigen. Genau das macht er alles gar nicht.
Und darum bin ich eigentlich richtig sauer.
Ulf Poschardt
Wie sagt man im Englischen? It translates. Und ich finde so besonders toll, wenn du dir den Sound Also du hast recht, aber jetzt darfst du nicht auch noch mit Fäkalien anfangen mit dem S Wort, weil dann werden wir sozusagen ein Rant Podcast. Aber du hast natürlich mit allem recht. Ich fand ja so interessant, dass du hast Carsten Schneider zitiert, der hat zum Klimagipfel Wir wollen Europa bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent machen. Das war sein Sound, Die Bundesentwicklungshilfeministerin. Klimaschutz ist sozial Und dann kommt eigentlich die Also es sind einfach Sozis und wie lost die Sozis sind im Augenblick wissen wir ja, aber dann kommt Wadepool und unsere Klimapolitik ist auch Außenwirtschaftsförderung und das ist echt Real Satire. Das ist einfach Realsatire, weil wir im Grunde genommen Auto, Stahl, Chemieindustrie durch Klimabürokratie und Co Abgaben praktisch kaputt machen. Und wirklich literally niemand, aber wirklich auch gar niemand gibt den Deutschen dort noch irgendeine Kompetenz. Wir haben ja beim letzten Mal drüber gesprochen, dass es so eine Art von Mitleid schon gibt, wenn man über Deutschland spricht im Augenblick. Und es ist ja nicht nur, dass die Sozialdemokraten da irren und bis auf Dobrindt und Reiche ist halt niemand in der Union und der jungen Gruppe, die sagt, so geht es nicht weiter. Aber dieser Irrglaube, diese Irreales, dass man mit Klimapolitik irgendwo noch weltweit in irgendeine Vorreiterrolle kommt, das geht einfach nur, weil unsere kulturelle und mediale Elite eine Geschichte Tag für tag auftischt, die 0,0 mehr mit der Realität in einer globalisierten Ökonomie zu tun hat. Das ist im Grunde genommen Fake News, Desinformation, falsches Agenda Setting. Und bevor wir zu den Stahlsubventionen kommen, die das ja wunderbar exemplarisch vormachen können, heute im Deutschlandfunk, darauf hat mich die fantastische Kollegin Anna Schneider hingewiesen, war eine Populismusforscherin, die gesagt hat, die Angriffe auf die BBC wären Gefährdung der Meinungs und Pressefreiheit von rechts und es wäre alles Populismus. Die BBC hat getötet, die haben unglaubliche Sachen mit Trump Reden gemacht, sodass es in ihre verquere Weltsicht passt, in ihre antiamerikanische Linksradikale. Die haben einen eigenen LGBTQ Desk gemacht, der durchgesetzt hat, dass gewisse Positionen zu Transgender und so weiter, non binärer Blablabla, Identitätspolitik nicht mehr gesendet wurden. Die BBC ist das Vorzeigeopfer, steht pars pro tot für 80, 70, 60 Prozent, je nach Land einer komplett gekippten Medienlandschaft. Und dann haben wir ein ÖR sagt nee, nee, das ist alles, wenn du das sagst, das ist Rechtspopulismus. Und diese Form von komplett verzerrtem Framing und einem irreales Die Welt als Moraltheater, in dem die Deutschen noch sozusagen als Oberlehrer vortanzen dürfen, die führt dazu, dass man sich einfach einen Scheiß dafür interessiert, was in anderen Ländern ökonomisch passiert, sich null dafür interessiert, dass weder Russland, China, Indien oder Amerika bei dieser Klimakonferenz noch dabei sind. Und dann können wir so tun, als wären wir noch eine große Weltmacht. Wir sind es weder ökonomisch, noch sind wir es politisch. Wir sind es bestenfalls moralisch, aber wir verkörpern eine Moral, die einfach komplett aus der Zeit gefallen ist, glücklicherweise. So, jetzt haben wir alle genug gerandet, jetzt reden wir ganz ruhig und ganz, ganz sachlich über Stahlsubventionen.
Daniel Stelter
Genau. Und ich wollte gerade sagen, ich werde euch bitte, liebe Hörer, ich glaube auch Besserung, liebe Hörer, ich werde diese Worte nicht wieder, ich überlasse die Worte ab jetzt immer weiterhin dem Ulf und werde mich wieder gesittet äußern.
Ulf Poschardt
Bitte sagt das bitte nie mehr das S Wort. Aber ist es nicht das neue S Wort? Ist es nicht super, dass wir mit grünen Stahl und Subventionen ganz vorbildlich allen zeigen, wie nachhaltig man Stahl produzieren kann? Wird das nicht ein Renner in der globalisierten Ökonomie, lieber Daniel.
Daniel Stelter
Nein, große Antwort nein. Ich meine, im September 2025 lag der europäische Preis für Warmbandstahl bei rund 615 Euro und in China kostet die gleiche Menge rund 480 Dollar, also sagen wir mal vielleicht 500 Euro. Also vor dem Hintergrund, es ist einfach ein Witz. Wir haben große Kosten nach und jetzt schauen wir den Kostennachteil schon Dieser grüne Stahl, das sagen ja auch alle Studien, den kannst du eigentlich nur dort herstellen, wo du auch sehr nah bist an kostengünstigen CO armen Energiequellen. Und ich glaube, es ist kein Zufall, dass das Wasserstoffprojekt, was wir groß angestoßen haben, ich glaube, der Wasserstoff für Sarstall kommt demnächst aus Frankreich und wird dort im Prinzip in Frankreich hergestellt, Was dort kostengünstiger ist, Klammer auf, Atomkraft könnte ja dabei helfen, Klammer zu. Das heißt, wir leben einfach in einer Welt, wo man sagen okay, bis jetzt war es so, früher war es so, ganz früher war es so. Wir hatten Kohle war unschlagbar billig. Danach sind wir umgestiegen auf Öl und Gas. Öl und Gas sind einmal globale Märkte. Du hast im Prinzip, was du globalen Handel. Wir hatten sogar den Vorteil noch mit Pipeline Gas aus Russland, dass wir günstiges Gas bekommen haben. Wenn du jetzt von dieser Welt weggehst, wo du im Prinzip einen globalen Preis hast, einfach plus minus Transportkosten in eine Welt, wo du abhängig bist von erneuerbaren Energien, dann migriert logischerweise alles Energieintensive dorthin, wo es erneuerbare Energien in Überfluss gibt. Und auch wenn das bei uns immer geleugnet wird, ist es einfach Tatsache, dass die Voraussetzungen für erneuerbare Energien in Deutschland besonders herausfordernd sind. Wir haben relativ wenig Sonne, da gab es ja auch die Aufregung nach dem Ungarn macht viel mehr Solar. Ganz großes Vorbild. Klar, in Ungarn scheint übrigens auch deutlich mehr die Sonne, habe ich gelernt. Also bei uns scheint nicht so wahnsinnig viel die Sonne und wir haben auch nicht so wahnsinnig viel Windkraft. Diese beiden Faktoren führen in Kombination der Tatsache, dass eine Industrienation einfach deutlich mehr Strom braucht als andere Nationen, dazu, dass wir uns die Herausforderung besonders besonders schwierig ist. Darum sagen Leute immer wenn die Deutschen die Energiewende hinbekommen sollten, dann könnte es die Welt auch schaffen. Problem an der ganzen Sache. Wir sehen es ja allen Beteuerungen zum Trotz. Wir schaffen es nicht, vor allem schaffen wir es nicht zu kostengünstigen Kosten. Und damit bist du bei der Situation, dass eine energieintensive Produktion Stahl, die demnächst mit erneuerbaren Sachen durchgeführt werden soll, Wasserstoff und Ähnlichem, im Prinzip in Deutschland niemals funktionieren kann. Und jetzt frage ich dich einfach, Ulf, okay, wie viele Jahrzehnte möchtest du dann Stahl subventionieren? Und dann können wir ja gut, Steinkohl, wir haben auch früher den Kohlebergbau subventioniert lange Zeit, da können wir auch Stahl subventionieren. Ich glaube einfach, es übersteigt unsere finanzielle Leistungsfähigkeit auf Dauer.
Ulf Poschardt
Ja, ich beantworte die Frage mal ganz schlank überhaupt nicht. Ich glaube an keine Art von Subvention.
Daniel Stelter
Ja, genau. Ich wollte es eine rhetorische Frage, weil wir halten es nicht durch. Wir verschwenden damit wirtschaftliche Ressourcen. Wir müssten uns anders aufstellen. Jetzt kannst du Ist es sinnhaft, eine Stahlbranche in Europa zu haben? Sicherlich, wenn du weiter Strahlen Stahl herhaben möchtest, auch für Verteidigungszwecke ist das sicherlich sinnvoll. Dann ist die Was können wir denn tun, dass der Stahl in Europa wettbewerbsfähig hergestellt werden kann? Und da bist du wieder bei Energiekosten, da bist du bei Umweltauflagen und ähnlichen Themen. Musst die Frage einfach Müssen wir wirklich Energiekosten zu hoch treiben? Und ich bleibe bei meiner immer wieder gemachten Aussage, Ich glaube, wer die Energiewende möchte, sollte als erstes für billige Energie sorgen und dann die Energiewende und nicht umgekehrt. Das gilt natürlich auch für diese Branche. Und was jetzt an Maßnahmen drin sind, auch generell der Industriestrompreis, weißt du, da kriegst du ein paar Jahre Subvention, da musst du die Hälfte der Subvention wieder nachweislich in Co Sparmaßnahmen investieren etc. Also auch Bürokratie, mal ganz ehrlich, Wer glaubt, basierend auf so einer Zusage würde irgendwelche Firmen, irgendwelche Firmen Investitionen in Deutschland tätigen, die ja auf Jahrzehnte hinausbinden, der hat einfach keine Ahnung vom X, Der wird schon.
Ulf Poschardt
Also natürlich ist jede Form von Subvention erstmal zu problematisieren. Und im Grunde genommen ist das, was du immer und immer wieder auch über Interventionsspiralen gesagt haben, das ist ja eine Ableitung der Klimapolitik, diese Schimäre eines grünen Stahls, die Art von Strompreis Subventionierung, also dieses ganze riesige Theater wird immer größer und nicht kleiner. Und wir werden dann wieder im Konzert der Großen irgendwas zu sagen haben, wenn wir auch da eine Art Realitycheck haben. Ich finde, wir werden ja immer wieder gefragt, wo kann man kürzen, wenn ihr wollt, dass der Sozialstaat nicht nur kleiner wird, sondern auch an anderer Stelle gespart wird. Ich denke mal, die Subventionen sind ein wichtiges Thema seit gestern und das hat mich echt umgehauen. Ist auch eine Cybersicherheit, glaube ich, ein großes Thema. Da könnte man der Wirtschaft sehr viel Gutes tun. Diese enormen Kosten, die dadurch entstehen, dass wir da wehrhafter sind. Da haben sowohl der wirklich tolle Alexander Dobrindt als auch Herr Münch kluge Vorschläge gemacht, Da bin ich sehr gespannt darauf. Aber wir kommen im Grunde genommen und das ist ja eine der fast schon ritualisierten Auseinandersetzungen mit diesem Warum ist the economy stupid nicht mehr etwas, was die Gesellschaft als Frage oder als Ausrufezeichen zusammenhält? Warum will keiner die economy great machen, außer uns und unsere glücklicherweise wachsende Schar von Zuhörerinnen und Zuhörern? Warum ist es so? Und ich glaube, das ist eine interessante Verschiebung, die links der politischen Mitte passiert. Und ein weiteres Beispiel für diese kulturelle Verschiebung ist der Sieg des antisemitischen Sozialisten in New York als neuen Bürgermeisters. Und da hat die New York Times eine interessante Beobachtung gemacht und hat nämlich Wer hat denn den gewählt? Man darf nicht vergessen, Zoan Mandami macht sich ja zum sehr, sehr populären Sprecher der Armen, ist aber, wie man ihm ansieht, ein Kind, was sehr, sehr wohlhabend aufgewachsen ist, Sohn ugandisch indischer Einwanderer, beide Eltern Professoren, sehr gutverdienend. Und der hat, muss man sagen, mit einem exzellenten Wahlkampf den nicht so gut wahlkämpfenden und auch wie ein Vampir aussehenden Kurumo deutlich besiegt. Aber gewonnen hat Mamdami am meisten bei den Besserverdienern. Er hat auch weiterhin klar gewonnen, aber nicht ganz so klar bei der Mittelschicht. Und Cuomo hat in den ärmeren Vierteln, besonders bei den Geringverdienern und Afroamerikanern mit ganz, ganz klarem Vorsprung gewonnen. Und da sieht man, dass diese Art von linken Demokraten, das ist ein Elitenprojekt und man sieht es ja auch an den ganzen deutschen shitbürgerlichen Eliten, wirklich all die Medien, die in Gefahr Der ÖR, der bei Milei rechtspopulistisch, rechtsaußen, Mamdami, der nun wirklich Juden nicht mag und unglaubliche Sachen gesagt hat zu Israel und IDF und so weiter, der ist einfach nur ein Demokrat. Die Demokraten haben gewonnen, nicht Trump. Also auch hier dieses totale Brainwashing der Medien, bis auf zwei, drei immer dieselben NZZ, wir, Cicero, News, wen auch immer und alle anderen feiern denen. Und ich glaube, das hat einfach damit zu tun, dass das die erste Linke ist, die Linksein als so ein Instagram Make up für ihre eigene Identität versteht und denen die Schwachen und Armen scheißegal sind. Und sie sind ihnen nicht nur ein bisschen egal, sondern komplett, weil das kann man ja so sagen, so egal ihnen die armen Leute in den ärmeren Vierteln sind, so egal sind denn auch die Leute in Gaza. Da geht es einfach nur um Haltungstheater, wie man gemerkt hat. Jetzt richtet die Hamas ihre eigenen Leute hin, interessiert nicht mehr, weil man will ja das Narrativ des Täters Israel versus die Opfer, wenn die Opfersituation nicht mehr so einfach ist Und diese Art von Linke und in dem Fall wirklich Mamdami bestaussehender, cooler Typ, lässig im Umgang halt, so ein Grossbürgerkind mit Migrationshintergrund, dass dem auch irgendwie die Zukunft gehört, ist klar. Ich sage nur, man wird von diesen Milieus, weil sie eben auch nicht so schlau sind, nichts anderes erwarten können, als die Talking Points ihrer Wähler zu erfüllen. Und es wird dann etwas sein, wo die Interessen der Geringverdiener und auch der Afroamerikaner zum Beispiel gar keine große Rolle spielen. Und ich glaube, diese Verschiebung, die auch das Ergebnis die New York Times Berichterstattung über Mamdani war. Echt spektakulär. Es war wie so ein großer PR Zug. Und das führt halt dazu, dass sich das weiter nach links verschiebt und die Leute, die einfach fleißig arbeiten, ambitioniert den Glauben an den American Dream haben, aber auch an Common Sense. Und dass der Common Sense nicht endet bei der Bestellung in irgendeiner schicken Coffeebar, sondern damit zu tun hat, dass man seine Kinder noch irgendwie auf eine anständige Schule bringen will, dass man irgendwie so hinkommt mit seinem amerikanischen Traum. Wenn man das nicht mehr von den Demokraten bedient, werden sich diese Leute in der Mitte woanders hin orientieren. Und da ist ganz Mamdanis Sieg wird sicherlich ein hilfreicher Faktor sein, für wen auch immer bei den Republikanern, der nach Trump für die Präsidentschaft kandidiert.
Daniel Stelter
Ja, Ulf, ich sehe es ein bisschen differenzierter.
Also zum einen, was ich nicht differenzierter.
Sehe, ich sehe genauso kritisch wie du seine extrem antiisraelische Haltung. Ich meine, was immer man liest, ist ja, er spricht ja dem Staat Israel das Existenzrecht ja letztlich ab und er ist ja, wie ich gelesen habe, auch quasi erst zum Sozialisten geworden, weil er quasi schon davor quasi aus seiner Pro Palästina Bewegung herausgesucht hat, wo habe ich eine politische Heimat und hat sie dann gefunden eben in diesem, dieser radikalen Linken in den USA, die eben das kombiniert scharfen Sozialismus mit Israelablehnung. Ich glaube aber, und ich glaube, ich bin auch mit einer Meinung, dass es hier nicht einen sehr guten Wahlkampf gemacht hat, ohne Zweifel da mit den Spanisch Clips und so weiter, mit der Spanischlehrerin und so weiter, ist einfach eine coole Sache. Aber man muss dazu sagen, es fiel natürlich auf einen extrem fruchtbaren Boden, denn New York, das muss man schon sagen, die Bevölkerung New Yorks hat schon Herausforderungen. Also vielleicht noch mal kurz zur Erinnerung, also die ganze Metropolregion New York hat eine Wirtschaftsleistung von über Milliarden Dollar, das heißt, sie ist größer als die Wirtschaft Kanadas und es steht für ungefähr neun Prozent der amerikanischen Wirtschaftsleistung, also wirklich das Powerhouse. Das zweite ist, dass in den letzten Jahren sich in New York nicht alles gut entwickelt hat. Also zum einen der Finanzsektor, der ist nicht mehr so richtig vertreten in der Stadt vertreten, aber das Wachstum der Finanzbranche findet woanders statt, in Texas, in Florida, North Carolina, Georgia und nicht mehr New York. Das heißt, die top bezahlten Jobs nehmen eigentlich ab. Das nächste ist, dass die Realeinkommen sich in New York besonders schlecht entwickelt haben. Das heißt also nach Inflation, nach Preissteigerung sind die Haushaltseinkommen in New York signifikant gesunken, real zwischen 2019 2024 im Unterschied zu den anderen zehn größten US Städten. Also da fällt New York auf und ich weiß, ich war nur zum letzten Mal, da warst, ich war letztes Jahr in New York und New York ist einfach brutal, soll man ganz klar sagen. Das heißt, die haben weniger Realeinkommen, haben sehr hohe Lebenshaltungskosten. Ich gebe dir mal ein Beispiel, Die Kosten für Kinderbetreuung von Babys und Kleinkindern belaufen sich in New York auf Dollar pro Jahr. Das musst du also zahlen können erst einmal, um überhaupt ein Kind zu betreuen. Es gibt Berechnungen, wonach Familien ungefähr Dollar verdienen müssen, um überhaupt komfortable Kinderbetreuung und so weiter in New York und so weiter leisten leisten zu können.
Das heißt, du hast es zu tun.
Mit einer Staats mit einer sehr polarisierten Einkommensverteilung, die top ein Prozent zahlen 40 Prozent und die gleichzeitig massive Probleme haben. Wohnung ist teuer, Bildung ist teuer, das ganze Leben ist sehr teuer. Und deshalb war Mandami auch erfolgreich, weil er hat im Prinzip das in den Fokus gesetzt. Er hat gesagt, das einzige, was mich interessiert ist Lebenshaltungskosten. Er hat nichts gesagt. Er hat sich nicht groß mit Woken Themen beschäftigt etc. Sondern er hat Ich konzentriere mich auf das Thema Lebenshaltung, Zahlungskosten. Natürlich sind seine Rezepte völlig untauglich. Weißt du, Mindestlohn von 30 Dollar pro Stunde. Ja, kann man verstehen, dass Leute, wenn die Unternehmer das nicht bezahlen können, es würde nicht funktionieren. Mietenstopp. Ich meine, wir erinnern uns da an Berlin. Witzigerweise New York hatte ja schon mal in den er Jahren Mietenstopp mit desaströsem Ergebnis. Also Mottenkisten Antworten.
Aber man muss einfach sagen, es gibt.
Einen echten Problempunkt in der Stadt und das führt mich dann zu uns, weil ich halt okay, wir haben auch die Linken und Wir haben die AfD und was weiß ich. Was passiert denn bei uns eigentlich, wenn das so weitergeht? Weil wir haben objektiv gesehen in Deutschland in den Zentren, in großen Städten einen Mangel an Wohnraum. Warum haben wir den Mangel an Wohnraum? Weil wir fast 7 Millionen Zuwanderer haben aus dem Ausland, weil wir Migration haben innerhalb des Landes und weil gleichzeitig nicht gebaut wurde. Also es ist schon eine Kombination Maßnahmen. Politik hätte gegensteuern müssen, hat die Mietpreisbremse gemacht, nach dem wir bremsen, bis wir gebaut haben, haben wir den zweiten Teil des Bauern, dann vergesse das. Was ich eigentlich sagen möchte ist bei.
Uns gerade auch wenn die Deindustrialisierung jetzt.
Richtig weiter fortschreitet und wir irgendwie davon sprechen, dass Stuttgart dann eher wie Detroit.
Ist, dann hast du perspektivisch einfach einen.
Riesigen Bodensatz für solche Programme. Das Programm wird nicht geeignet sein, die Probleme zu lösen, wird die Probleme verschärfen, vor allem, wenn dann die Besserverdienenden aus New York rausgehen. Aber im Prinzip ist es so, du.
Hast einen Boden und erst die Kombination.
Dieses Bodensatzes, dieses Grundproblem, die Kombination dieses Grundproblems mit dem charismatischen Politiker, der einfache Lösungen verspricht, populistisch, erst das schafft dann eben diese Wahlerfolge. Das hat auch Donald Trump gewissermaßen geschaffen.
Und das ist das, was mir Sorgen.
Macht, weil wir im Prinzip die Probleme lösen müssen der Menschen. Wenn die nicht gelöst werden, gilt für New York, gilt für USA, gilt für Deutschland, dann werden die Populisten davon profitieren.
Und das ist dann wiederum schlecht, weil.
Wir wissen, dort wo Populisten regieren, ist das nicht gut für die Wirtschaft, sondern schlecht für die Wirtschaft.
Ulf Poschardt
Naja, definiere Populisten. Also ich glaube, Trump ist am Ende eher gut für die Wirtschaft als schlecht. Und ich glaube, Mamdani, ich finde ja das Tolle ist, wir haben ja immer wieder auch den Föderalismus gestreift, der inneramerikanische Wettbewerb zwischen den Bundesstaaten, also die Begeisterung in Florida und Miami über dieses Wahlergebnis ist natürlich riesengroß. Ich vermute mal ähnlich groß wie in Telefon Texas, weil natürlich man kann es nur hoffen, dass die die Mähkühe sind für die sozialen Experimente, für Herrn Mamdani, dass die einfach gehen und dass dann sozusagen der Zusammenbruch dieser Wolkenkuckucksheim Politik schneller passiert als bisher. Gibt aber, um auch etwas Differenzierung anzubieten, zwei Positionen, die mich sehr nachdenklich gemacht haben. Peter Thiel in einer E Mail 2020 hat gesagt, er hat prophezeit, wir bekommen eine Rückkehr des Sozialismus, wenn der real existierende Kapitalismus denjenigen, auf die es drauf ankommt, keine Erfüllung ihrer Versprechen mehr so anbietet, wie das Versprechen mal ursprünglich ausgesehen hat. Und damit hat er eben genau die Themen angedeutet, die du auch als reale Probleme in New York genannt hast. Also Peter Thiel, don't forget, Der Libertärste der Libertären hat gesagt, wenn der Kapitalismus nicht in der Lage ist, diese Probleme denkbar freiheitlich zu lösen, dann ist es normal, dass sich die jungen Leute Richtung Sozialismus beugen. Hat er 2020 gemacht. Für alle, die Kommentare bei uns im Podcast schreiben, gerne den Link, sonst mache ich den. Und das Zweite war irgendwie auf Instagram einer von den eher konservativen Kommentatoren hat gesagt, für ihn die interessanteste Demografie. Ich würde mal sagen, das war auch seine Altersgehoben, Frauen um die 40, gutverdienend, also Six Figure Jobs heißt verdienen über Dollar und alleinlebend, ledig ohne Beziehung. Und der sagt, für die geht der amerikanische Traum nicht auf, den sie mit New York verbunden haben. Du musst hart arbeiten, hast deine Student Loans, musst sie zurückzahlen, kriegst einen Six Figure Job und dann bist du irgendwie Ende 30 und hast bei der Jagd nach den ökonomischen Träumen irgendwie so dann deine Beziehungskarrieren, wenn man sie so nennen will, vergessen. Und dann stehst du da und irgendwie kriegst du es gerade so hin. Es ist nicht so glamourös wie gedacht. Gehörst zwar zu den Besserverdienern, aber diese Idee, ich mache das da und Ich habe dann Mr. Big an meiner Seite oder John F. Kennedy Junior. All diese Nummern gehen nicht auf und dann entstehen sozusagen so Enttäuschungen und Reaktanzen. Also ich fand das hochinteressant. Die Zeit ist fortgeschritten. Wir werden uns Mamdani genau angucken. Wir werden uns auch angucken, was die Republikaner daraus nehmen. Und ich glaube, das ist spannend zu sehen und es ist spannend zu sehen, wie in Deutschland dann die Linke versucht, dieses Projekt von Mamdami auch zu übertragen auf das, was sie hier machen. Ich glaube, es ist ein Witz, aber das setzen wir an anderer Stelle fort. Jetzt kommen wir zu unserer Ist das mega oder kann das weg?
Podcast Announcer
Ist das mega oder kann das weg?
Ulf Poschardt
Und da haben wir natürlich jede Menge toller Vorschläge. Und einer der tollsten Vorschläge kam von einem unserer Leser. Der hat nämlich gefragt, der Konjunktiv in der Politik, Julius aus Kobern Gondorf, Ich hoffe, ich habe das richtig gesagt. Der Konjunktiv in der Politik Kann der weg oder eher nicht, Daniel oder ist er mega?
Daniel Stelter
Konjunktiv in der Politik. Ja, die Politik redet immer gerne im Konjunktiv, vor allem diejenigen, die Ja, wir können es ja nicht machen, weil wir in dieser Koalition sind oder wir können es ja nicht machen, weil was weiß ich. Es führt mich zurück zu meinem früher gemachten Statement, Ulf, in diesem Podcast. Wir reden zu viel und wir handeln zu wenig. Insofern kann der Konjunktiv weg sehr gut.
Ulf Poschardt
Und ich finde, der Konjunktiv ist ja etwas sehr Schönes in der deutschen Sprache und es hatte eine große Poesie und ich würde den Konjunktiv gerne weiterhin beibehalten, als eine verführerische Form, Utopien vorstellbar werden zu lassen.
Podcast Announcer
Habt ihr einen Vorschlag für Ist das mega oder kann das weg? Sendet ihn uns an. Mega.
Ulf Poschardt
Und mit dieser ganz poetischen Note verabschieden wir uns. Wir freuen uns auf den Live Podcast nächste Woche in Berlin. Danke für eure Rückmeldungen, danke für eure guten Ratings. Schlaft gut und träumt was Feines.
Daniel Stelter
Tschüss.
Podcast Announcer
Ist das mega oder kann das weg?
Podcast: Make Economy Great Again
Episode: Renten, grüner Stahl, Energiewende – Deutschland träumt
Host: WELT
Guests: Daniel Stelter (Ökonom), Ulf Poschardt (WELT-Herausgeber)
Date: November 12, 2025
In dieser Episode diskutieren Daniel Stelter und Ulf Poschardt den aktuellen Zustand der deutschen Wirtschaft. Im Mittelpunkt stehen die Reformunfähigkeit beim Rentensystem, die Folgen der Klimapolitik für Wirtschaft und Industrie – speziell am Beispiel der Stahlbranche – sowie der kulturelle Wandel in Politik und Gesellschaft. Die beiden Ökonomen setzen einen Schwerpunkt auf die Frage: Warum stagniert Deutschland, was bringt die aktuelle Regierung nicht voran, und wie groß ist der Einfluss politischer Konflikte und Kulturkämpfe auf einen möglichen neuen „Wirtschaftswunder“-Moment?
„Wir wissen seit Jahrzehnten, dass es ein Fehler war. Wir hätten immer, wie die Schweden, wie andere auch eine kapitalgedeckte Säule einführen sollen. … Wir haben es nicht gemacht.“ (05:37, Daniel Stelter)
„Gerade ein Teil der Linken, der immer über Gerechtigkeit spricht, bei Generationengerechtigkeit vollkommen ausfällt.“ (10:40, Ulf Poschardt)
„Wir sind in einer Welt gefangen, wo wir glauben, wir könnten alleine einen Einfluss haben. Haben wir nicht.“ (16:55, Daniel Stelter)
„Der Versuch deutscher Klimapolitiker, sich dieser ablaufenden Flut allein entgegenzustellen, gleicht einem ökonomischen Suizidversuch.“ (18:49, Zitat von Daniel Wetzel, von Poschardt zitiert)
„Unsere Kernindustrien brechen gerade ab, Unternehmen reden über Auswandern, wir erhöhen die Renten, tabuisieren Sozialreformen, diskutieren Gendersternchen und glauben, damit das Weltklima zu retten.“ (21:14, Daniel Stelter)
„Dieser grüne Stahl … den kannst du eigentlich nur dort herstellen, wo du nahe an kostengünstigen CO2-armen Energiequellen bist.“ (28:00, Daniel Stelter)
„Ich glaube einfach, es übersteigt unsere finanzielle Leistungsfähigkeit auf Dauer.“ (30:12, Daniel Stelter)
„Es gibt einen echten Problempunkt in der Stadt… und erst die Kombination mit einem charismatischen Politiker, der populistisch einfache Lösungen verspricht, schafft diese Wahlerfolge.“ (41:02, Daniel Stelter)
Zum Generationenkonflikt/Rente:
„Das Rentensystem steht meines Erachtens paradigmatisch für die ganzen unterlassenen Reformbemühungen in den Sozialversicherungssystemen der vergangenen 20 Jahre.“ (02:00, Ulf Poschardt)
„Man hätte schon davor sagen sollen, so einen Koalitionsvertrag dürfen wir gar nicht unterschreiben.“ (04:48, Daniel Stelter)
Zur Wirtschaftslage:
„Je schlechter die Stimmung, desto mehr reden die Politiker von der Realität weg.“ (08:50, Daniel Stelter)
Zur Klimapolitik:
„Wir reden nicht konsistent. Wir verstehen nicht, wie eng es zusammenhängt.“ (14:45, Daniel Stelter)
„Der Versuch deutscher Klimapolitiker, sich dieser ablaufenden Flut allein entgegenzustellen, gleicht einem ökonomischen Suizidversuch.“ (18:49, Daniel Wetzel zitiert durch Poschardt)
Zur Energiewende & grünem Stahl:
„Wer die Energiewende möchte, sollte als erstes für billige Energie sorgen und dann die Energiewende – und nicht umgekehrt.“ (30:45, Daniel Stelter)
Zur „Verkulturkampfung“ der Politik:
„Diese Art von Linken ist ein Elitenprojekt … den Schwachen und Armen scheißegal.“ (35:45, Ulf Poschardt)
„Es gibt einen echten Problempunkt in der Stadt, … nur werden die falschen Lösungen angeboten.“ (41:02, Daniel Stelter)
Die Episode ist geprägt von engagiertem, zum Teil polemischem, aber faktenbasiertem Dialog. Die beiden Sprecher loben Klartext, kritisieren Realitätsverweigerung der politischen Eliten und plädieren für mehr wirtschaftlichen Realismus und kulturellen Wandel in Politik und Gesellschaft. Wer die wirtschaftlichen (und kulturellen) Sackgassen verstehen will, in denen sich Deutschland nach Ansicht der Hosts befindet, bekommt – direkt und ungeschönt – zahlreiche Denkanstöße, auch im internationalen Vergleich.
Empfehlung:
Diese Podcast-Folge ist unverzichtbar für Hörer, die Debatten über Reformstau, Generationenkonflikt, Industriepolitik und kulturelle Brüche verstehen und hinterfragen wollen. Die bitteren Diagnosen werden immer wieder mit pointiertem Witz, Anekdoten und originellen Perspektiven aufgelockert.