Make Economy Great Again – "Soforthilfe für Deutschland in 5 Punkten" (10. Februar 2026)
Host: WELT | Gäste: Daniel Stelter (Ökonom), Ulf Poschardt (WELT-Herausgeber)
Überblick: Hauptthema & Zielsetzung
In dieser Folge diskutieren Daniel Stelter und Ulf Poschardt die dramatische Lage der deutschen Wirtschaft: Stagnation, fehlende Investitionen, abwandernde Leistungsträger und fehlender Mut für Reformen. Im Zentrum steht die Frage: Wie können Soforthilfen und ein kultureller Wandel ein neues Wirtschaftswunder entfachen? Besonders im Fokus: Was muss die Politik – insbesondere SPD und Grüne – jetzt tun, um Deutschland wieder wettbewerbsfähig zu machen, und wieso ist das Land so reformunwillig?
Zentrale Diskussionspunkte & Einsichten
1. Politische Reformunfähigkeit und Parteiendebatte
- Politik im „Vermeidungsmodus“: Parteien wie SPD und Grüne sind unfähig zu echter Wirtschaftspolitik, verdrängen ökonomische Realitäten und betreiben keine mutigen Debatten (00:00–05:00).
- "Diese Angst der Politik vor politischen Debatten, das ist eigentlich ein sehr interessantes Phänomen." (A/Ulf, 00:56)
- SPD am Tiefpunkt: Realitätsferne, Rückzug auf veraltete sozialistische Denkweisen, Funktionärsparteiklima. Verlust der traditionellen Modernisierungskraft und Neophilie.
- "Die SPD ist eine Funktionärspartei geworden, die strukturell sozialkonservativ ist." (A/Ulf, 09:07)
- Vermögens- und Steuerpolitik: SPD verwechselt Umverteilung mit Fortschritt. More-of-the-same in Gesundheits- und Sozialpolitik statt mutiger Strukturreformen.
- "Die SPD gibt die Antworten des 19. Jahrhunderts auf die nicht gestellten Fragen des 21. Jahrhunderts." (B/Daniel, 18:22)
2. Scheitern des Sozialstaats und Umverteilungswahn
- Wachsender Sozialstaat: Trotz aller früheren Reformen wächst das Sozialsystem unaufhaltsam, belastet Junge und bürokratisiert das Land.
- "Wir brauchen ja einen sozialen Kahlschlag, um es mal ganz hart zu sagen, weil der Sozialstaat wächst und wächst und wächst." (A/Ulf, 19:21)
- Schwaches Menschenbild: Die SPD geht von einer grundsätzlichen Unmündigkeit der Bürger aus, setzt auf Ergebnis- statt Chancengleichheit.
- "Wir sind alle unmündig, wir müssen alle vom Staat gesteuert werden." (B/Daniel, 13:38)
3. Innovations- und Unternehmertumsfeindlichkeit
- Unternehmertum auf dem Rückzug: Immer weniger Menschen wollen gründen – Gründe sind hohe Steuerlast, Bürokratie und gesellschaftliche Stigmatisierung von Erfolg und Vermögen.
- "Wer soll hier gründen? Wer soll hier eine Firma gründen?" (B/Daniel, 15:50)
- Sozialneid statt Gründergeist: Kritik an der SPD und der aktuellen gesellschaftlichen Mentalität, die Reiche und Unternehmer systematisch drangsaliert.
- "Unser Credo: Wir haben nicht zu viele Milliardäre, sondern zu wenige." (A/Ulf, 19:38)
4. Grüne Partei: Moralismus und wirtschaftliche Inkompetenz
- Von Erfolg zur Erstarrung: Die Grünen erleben eine Entzauberung; ihre früher erfolgreichen moralischen Narrative verlieren angesichts wirtschaftlicher Rezession die Plausibilität.
- "Die Grünen sind eigentlich strukturell nicht mehr in der Lage, die Gesellschaft richtig zu lesen." (A/Ulf, 26:43)
- Ökonomische Sachzwänge ignoriert: Beispiel Energiepolitik: Energieüberschüsse, Sinnlosigkeit von Überförderungen, Abhängigkeit von ausländischen Ressourcen – ignoriert von Grünen.
- "Strom ist wertvoll, wenn man ihn braucht." (B/Daniel, 31:07)
- Feindseligkeit gegen Investitionen: Grüne bekämpfen Bauprojekte, verhindern Investitionen (z.B. Groß-Gerau, Gleisdreieck) aus ideology statt Pragmatismus.
- "Ich halte die Grünen mittlerweile für die bösartigste Partei und auch die verbittertste Partei." (A/Ulf, 37:00, sehr pointiert & polemisch)
5. Parteienspektrum allgemein – Es fehlt an echten Alternativen
- Union, FDP, AfD: Kaum ernsthafte Reformvorschläge; die Union verwässert wirtschaftliche Vernunft, FDP und AfD im Reformstau oder im Kollektivismus gefangen.
- "Wir haben ganz generelles zu tun mit einer Politik in Deutschland, die überwiegend in einem Traumwelt lebt und Realitätsverleugnung übt." (B/Daniel, 39:07)
- FDP besonders im Fadenkreuz: Hoffnung auf echte liberale Kraft, aber aktuelle Partei handlungsunfähig.
- "Die aktuelle FDP kann weg und es wäre mega, wenn eine richtig liberale Partei oder richtige Liberale die FDP übernehmen." (A/Ulf, 45:30)
Das 5-Punkte-Soforthilfe-Programm (ab 41:08)
Ulf Poschardts „Lösungen für alle Probleme“ – spontan, zugespitzt:
- Abschaffung Länderfinanzausgleich: "Deswegen: Länderfinanzausgleich kippen." (A/Ulf, 41:14)
- Radikaler Bürokratieabbau & Digitalisierung: Ziel 140 Mrd. Euro Effizienzgewinn.
- Öffentlich-Rechtlicher Rundfunk halbieren/abschaffen: "Einziges Verfassungsorgan, was man in ein Labor verwandeln kann..." (A/Ulf, 41:40)
- Neues Bildungsideal: Bildung priorisieren, umfassend neu denken – Fokus auf MINT-Fächer, weg von „Bullshit“-Fächern.
- Bundespräsidentenamt als Innovationslabor: Weg von repräsentativem Charakter, hin zu einem Ort für Modernisierungsdebatten.
Daniel Stelter ergänzt:
- "NGO-Finanzierung sofort einstellen, weniger Geld ins Ausland überweisen, alle Subventionen abschaffen." (B/Daniel, 43:33)
- Vorschlag für steilere Steuerreform à la Kirchhof, passiven Steuersenkungen.
Prägnante Zitate & Markante Momente
| Zitat | Sprecher | Timestamp | |---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------|--------------|---------------| | „Die SPD gibt die Antworten des 19. Jahrhunderts auf die nicht gestellten Fragen des 21. Jahrhunderts.“ | Daniel | 18:22 | | „Die SPD ist eine Funktionärspartei geworden, die strukturell sozialkonservativ ist.“ | Ulf | 09:07 | | „Wir brauchen ja einen sozialen Kahlschlag, um es mal ganz hart zu sagen, weil der Sozialstaat wächst und wächst und wächst.“ | Ulf | 19:21 | | „Unser Credo: Wir haben nicht zu viele Milliardäre, sondern zu wenige.“ | Ulf | 19:38 | | „Diese Partei hat ihr ideologisches Erbe komplett aufgebraucht – es ist einfach nur schockierend und erschreckend.“ | Ulf | 11:14 | | „Wer soll hier gründen? Wer soll hier eine Firma gründen?“ | Daniel | 15:50 | | „Die Grünen sind eigentlich strukturell nicht mehr in der Lage, die Gesellschaft richtig zu lesen.“ | Ulf | 26:43 | | „Strom ist wertvoll, wenn man ihn braucht. Strom ist nicht wertvoll, wenn man ihn nicht braucht.“ | Daniel | 31:07 | | „Ich halte die Grünen mittlerweile für die bösartigste Partei und auch die verbittertste Partei.“ | Ulf | 37:00 | | „Wir haben ganz generelles zu tun mit einer Politik in Deutschland, die überwiegend in einer Traumwelt lebt und Realitätsverleugnung übt.“ | Daniel | 39:07 | | „Die aktuelle FDP kann weg und es wäre mega, wenn eine richtig liberale Partei oder richtige Liberale die FDP übernehmen.“ | Ulf | 45:30 |
Wichtigste Timestamps für Segmente
- 00:00–05:00: Einführung, Kritik an SPD/Grünen, Realitätsverlust der Parteien
- 06:00–13:00: Guter Sozialstaat vs. Klientelpolitik, Problem Hartz-Reformen-Rolle rückwärts
- 13:00–18:30: Menschenbild, Sozialstaats-Kritik, Innovationsfeindlichkeit, Bürokratie
- 18:30–21:00: Steuerpolitik, Irrwege in der Sozial- und Wirtschaftspolitik
- 25:00–33:00: Grüne Partei zwischen Wertemoral und wirtschaftlichem Versagen
- 41:08–44:20: Ulfs 5-Punkte-Programm: radikal, spontan, pragmatisch
- 45:27–46:32: FDP-Check: Zukunft für echte Liberale oder entbehrlich?
Fazit
Die Folge ist ein flammendes Plädoyer für mehr wirtschaftliche Vernunft, Mut zu Reformen und eine fundamentale Neuausrichtung der politischen Kultur in Deutschland. Poschardt und Stelter nehmen kein Blatt vor den Mund, diagnostizieren mit polemisch-unterhaltsamem Ton die Schwächen der großen Parteien – und liefern konkrete, wenn auch zugespitzt präsentierte Lösungsvorschläge. Wer die Wirtschaftskrise versteht, bleibt nach dieser Folge nicht uninformiert und erhält eine pointierte Analyse des bundesdeutschen Malaise 2026.
