Make Economy Great Again – Episode Summary
Podcast: Make Economy Great Again
Episode Title: Wir haben zu wenige Milliardäre!
Date: January 14, 2026
Host: WELT (Ulf Poschardt)
Guest: Daniel Stelter
Episode Overview
In this candid and critical episode, WELT-Herausgeber Ulf Poschardt and Ökonom Daniel Stelter debate Germany’s economic malaise, the pessimism among entrepreneurs, and why the country desperately needs not fewer, but more billionaires. Against the backdrop of a stagnating economy, investor skepticism, and political inertia, they dissect how culture wars, regulatory overreach, and taxation schemes are driving away growth and innovation. The conversation navigates Germany’s fading economic miracle, underlines calls for radical reform, and provocatively challenges conventional wisdom on wealth, inheritance, and entrepreneurial incentives.
Key Discussion Points & Insights
1. Föderalismusreform und Motivation zur Veränderung
- Context: Ulf Poschardt berichtet von einer CSU-Klausur in Kloster Banz, bei der selbst konservative politische Kreise Reformbedarf anerkennen.
- Hauptargument: Föderalismusreform sei ein Schritt, aber die wirklichen Ursachen lägen tiefer – etwa in klareren Aufgabenverteilungen und dem reformbedürftigen Länderfinanzausgleich.
- Quote:
"Einige Bundesländer werden auf Dauer sowieso nicht lebensfähig sein aufgrund der demografischen Entwicklung."
– Daniel Stelter (03:57) - Timestamps:
- Föderalismus und Länderzusammenlegung: 01:25–05:43
2. Meinungsfreiheit, Presseangriffe und Symbolpolitik
- Anlass: Die Kontroverse um Ministerpräsident Daniel Günther und dessen Zensur- und Pressefreiheit-Kommentare – unterstützt von SPD-Mann Bovenschulte – als Symptom einer größeren Krise der Meinungsfreiheit.
- Kritik: Medienregulierung dient oft als Ablenkung von realen Problemen und schweift in illiberale Fantasie ab ("Symboltheater").
- Notable Quote:
"Wir können nichts in der Politik, aber wenn andere eine Bedrohung für uns das Nichtskönnen sind (...) dann versuchen wir sie einfach schlicht und ergreifend zu verbieten. Das ist neu in der Obszönität, mit der das formuliert wurde."
– Ulf Poschardt (09:58) - Gegenbeispiele: Schutz auch unsympathischer Medien aus Prinzip (Meinungspluralität).
- Timestamps:
- Medien, News-Debatte, Meinungsfreiheit: 06:21–16:46
3. Erbschaftssteuer, Vermögensbesteuerung und Unternehmensflucht
- SPD-Vorschläge: Die Erhöhung der Erbschaftssteuer für Familienunternehmen wird als ideologischer Fehler und als Ausdruck einer "Neidkultur" verurteilt.
- Makroanalyse: Deutschland hat Boomjahre verschwendet, steigende Sozialstaatssausgaben ohne Investitionen, inzwischen hohe Verschuldung und eine rekordhohe Abgabenquote.
- Warnung: Substanzbesteuerung ist laut Stelter "das letzte Zeichen vor der Pleite".
- Quote:
"Das ist doch Enteignung, oder? Kann man es nicht Enteignung nennen?"
– Ulf Poschardt (19:24) - Lösungsansatz: Statt weitere Belastungen sollte die Politik Steuern senken und Eigenvermögensbildung ermöglichen.
- Timestamps:
- Erbschaftssteuer/Neiddiskussion: 16:46–30:51
4. Das Kernproblem: Zu wenig Milliardäre, fehlende Gründerkultur
- Forderung: Deutschland plakatiert gegen Milliardäre, braucht aber deutlich mehr davon, um Innovation und Wachstum voranzutreiben.
- Vergleich: In anderen Ländern gibt es weit mehr Selfmade-Milliardäre, während deutsche Gründer frühzeitig ins Ausland abwandern ("Die meisten Gründer orientieren sich bereits in der Gründungsphase ins Ausland.").
- Quote:
"Das Problem, was wir haben ist, wir haben zu wenig Milliardäre. Ich habe mal Ausgerechnet, uns fehlen 198 Selfmade Milliardäre."
– Daniel Stelter (31:41) - Systemkritik: Überbordende Regulierung, hohe Steuerlast, Wegzugsteuer und kulturelle Barrieren machen Gründung und Verbleib in Deutschland unattraktiv.
- Timestamps:
- Milliardäre, Gründerkultur, Vermögensbildung: 30:51–36:26
5. Fehlende politische Führung und die Krise des Liberalismus (FDP)
- Lage: Die FDP als ehemals liberale Kraft in einer Existenzkrise, internes Versagen, Abkehr von Meinungsfreiheit und zu staatsgläubige Konkurrenzparteien.
- Perspektive: Ein Mangel an liberalem Geist und Eigenverantwortung lähmt die politische Landschaft.
- Quote:
"Der Liberalismus fehlt leider in Deutschland, der fehlt extrem."
– Daniel Stelter (44:43) - Timestamps:
- FDP, Liberalismus, Chancenpartei: 39:32–48:16
6. „Mega oder kann das weg?“ – Kuriose Rubrik am Ende
- Begriff „soziale Gerechtigkeit“: Für Stelter ein „Unwort“, irreführend und meist ein Deckmantel für Eigeninteressen.
- Schneeräumpflicht: Eigenverantwortung wird hochgehalten, staatliche Pflichten werden kritisch betrachtet.
- Quote:
"Soziale Gerechtigkeit ist das Unwort meines Erachtens des Jahrzehnts."
– Daniel Stelter (48:36) - Timestamps:
- Kurze, unterhaltsame Rubrik am Ende: 48:19–52:47
Notable Quotes & Timestamps
- „Wir müssen grundsätzlich was ändern.“
– Ulf Poschardt (01:44) - „Einige Bundesländer werden auf Dauer sowieso nicht lebensfähig sein.“
– Daniel Stelter (03:57) - „Wir können nichts in der Politik, aber wenn andere eine Bedrohung für unser Nichtskönnen sind ... dann versuchen wir sie einfach schlicht und ergreifend zu verbieten.“
– Ulf Poschardt (09:58) - „Das ist doch Enteignung, oder? Kann man es nicht Enteignung nennen?“
– Ulf Poschardt (19:24) - „Was wir brauchen, ist eine andere Kultur. Mehr Wohlstand, mehr Reichtum, eine Gründerkultur – und dazu gehören mehr Milliardäre.“
– Daniel Stelter (31:41) - „Der Liberalismus fehlt leider in Deutschland, der fehlt extrem.“
– Daniel Stelter (44:43) - „Soziale Gerechtigkeit ist das Unwort meines Erachtens des Jahrzehnts, mindestens wahrscheinlich schon dieses Jahrhunderts.“
– Daniel Stelter (48:36)
Memorable Moments
- Kulturelle Bedeutung von Reichtum:
Poschardt zieht Parallelen von barocken Kirchen, dem Wohlstand von Venedig bis hin zu heutigen Metropolen – und lobt Ehrgeiz und Prunk als Motor von Kultur und Fortschritt. (39:32) - Neiddiskussion auf den Punkt gebracht:
„Die Linke ist nur noch eine Neid-Abteilung.“ (25:19) - Humorvolles Schlussspiel:
Das „Mega oder kann das weg“-Segment am Schluss bietet bissigen Wortwitz über Worthülsen wie „soziale Gerechtigkeit“ und den deutschen Winteralltag.
Struktur & Tonalität
Der Podcast ist geprägt von:
- Offenem, oft provokantem Sprachstil
- Starker wirtschaftsliberaler und reformorientierter Grundhaltung
- Kulturellen und historischen Verweisen, plastischen Beispielen
- Klarer Abgrenzung gegen linke Steuer- und Sozialstaatsideen
- Ironie und Sarkasmus, etwa in Hinblick auf die Funktionsfähigkeit deutscher Politik und Medien
Fazit für Nicht-Hörer:innen
Wer die deutsche Wirtschafts- und Politlandschaft mit kritischem, reformorientiertem Blick verstehen will – jenseits parteipolitischer Rhetorik – findet in dieser Episode scharfe Analysen, zugespitzte Thesen (z.B. „Deutschland hat zu wenige Milliardäre“), und einen Frontalangriff auf Blockaden in Politik, Gesellschaft und Kultur. Das Gespräch bleibt immer unterhaltsam, pointiert, und gibt zahlreiche Denkanstöße zu Erbschaft, Liberalismus und der Zukunft des Wirtschaftsstandorts Deutschland.
Empfohlene Schwerpunkt-Timestamps:
- Föderalismus, Reformbedarf: 01:25–05:43
- Meinungsfreiheit & Medienkritik: 06:21–16:46
- Erbschaftssteuer & "Neidkultur": 16:46–30:51
- Milliardäre & Gründergeist: 30:51–36:26
- FDP & Liberalismus: 39:32–48:16
- Abschluss, Mega oder kann das weg?: 48:19–52:47
