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Haben Sie schon einmal versucht, eine Katze zu fotografieren? Sie nähern sich der Katze mit der Kamera oder dem Handy, rufen ihren Namen und versuchen sie dazu zu bringen, direkt ins Objektiv zu blicken. Ein Bild, auf dem die Katzenaugen einen direkt anschauen, wäre faszinierend. Doch nach kürzester Zeit gleitet der Blick der Katze ab. Sie schaut an einem vorbei, dreht die Ohren nach dem Piepen eines Vogels und dann gähnt sie auch noch. Alles Rufen, Schnalzen und Schmeicheln hilft nichts, die Katze scheint nicht interessiert. Genauso geht es mir immer häufiger, wenn ich mit Menschen rede. Am Anfang ist die Aufmerksamkeit da, doch sie lässt schnell nach und wendet sich sofort dem Piepen des Mobiltelefons zu, wenn es einen Laut von sich gibt. Jahrelang war davon die Rede, dass Aufmerksamkeit die wichtigste Währung ist im Internet und auf dem Handy. Doch in unseren Köpfen scheint sich dabei etwas Zentrales verschoben zu haben. Das bestätigen gleich mehrere Studien. Dabei geht es interessanterweise nicht einfach darum, dass sich viele Menschen nicht mehr auf etwas konzentrieren können, sie haben vor allem die Fähigkeit verloren, den Überblick zu gewinnen. Rainer Maria Rilke beschreibt diese breite Wahrnehmung der Welt in wunderbaren Worten. Was passiert mit uns, wenn wir unsere Aufmerksamkeit verlieren? Mit einem kleinen Denkwerkzeug biete ich Ihnen diese Woche die Möglichkeit, wissenschaftlich fundiert zu testen, wie es um Ihre eigene Aufmerksamkeit bestellt ist.Matthias Zehnder ist Autor und Medienwissenschaftler in Basel. Er ist bekannt für inspirierende Texte, Vorträge und Seminare über Medien, die Digitalisierung und KI.Website: https://www.matthiaszehnder.ch/Newsletter abonnieren: https://www.matthiaszehnder.ch/abo/Unterstützen: https://www.matthiaszehnder.ch/unterstuetzen/Biografie und Publikationen: https://www.matthiaszehnder.ch/about/

Neben dem Zappel-Philipp und dem Suppen-Kasper ist der Hanns Guck-in-die-Luft eine der einprägsamsten Figuren aus dem «Struwwelpeter»: In knappen Strichen und Versen porträtiert Heinrich Hoffmann den Tagträumer Hanns, der vor lauter «in die Luft gucken» ins Wasser fällt. Die damit verbundene pädagogische Botschaft ist klar: Kind, bleib bei der Sache, Tagträume bekommen einem nicht. 150 Jahre später ändert sich das radikal: Der amerikanische Neurowissenschaftler Marcus Raichle entdeckt ein Netzwerk im Gehirn, das dann am aktivsten ist, wenn wir nichts Konkretes tun: Tagträumen, Herumschweifen, in die Luft gucken. Wenig später gelang es den beiden Kognitionspsychologen Jonathan Smallwood und Jonathan W. Schooler nachzuweisen, dass dieses Netzwerk keineswegs seine Energie mit unnützem Träumen verplempert: Es ist zuständig für die kreative Inkubation. Sie konnten zeigen, dass eine Pause, in der der Verstand abschweifen darf, die Lösung eines kreativen Problems erleichtert. Robert Walser wusste das schon lange: «Auf einem schönen und weitschweifigen Spaziergang fallen mir tausend brauchbare nützliche Gedanken ein», schrieb er 1917 in seiner Erzählung «Der Spaziergang». Kein Wunder kam er zum Schluss: «Spazieren muß ich unbedingt.» Doch der wandernde Geist von Hanns Guck-in-die-Luft ist unter Druck: Die stetig plappernde KI verhindert produktive Leere. Wer auf Ideen angewiesen ist, muss bewusst Raum für kreative Inkubation schaffen. Mit einem kleinen Denkwerkzeug biete ich Ihnen diese Woche genau das: einen wissenschaftlich fundierten «Zahlenspaziergang», der das kreative Gehirn ankurbelt.Matthias Zehnder ist Autor und Medienwissenschaftler in Basel. Er ist bekannt für inspirierende Texte, Vorträge und Seminare über Medien, die Digitalisierung und KI.Website: https://www.matthiaszehnder.ch/Newsletter abonnieren: https://www.matthiaszehnder.ch/abo/Unterstützen: https://www.matthiaszehnder.ch/unterstuetzen/Biografie und Publikationen: https://www.matthiaszehnder.ch/about/

Was ist zuerst: die Idee oder der Text? Was für eine Frage, sagen Sie jetzt vielleicht, man kann doch nicht schreiben, bevor man eine Idee hat. Erst kommt das Denken, dann das Schreiben. Mag sein, dass das oft so ist. Ich erlebe es anders. Es kommt immer wieder vor, dass ich einen Gedanken erst beim Schreiben oder vielleicht sogar erst durch das Schreiben entwickle. Wenn ich nach den Ideen für meinen nächsten Kommentar gefragt werde, hab ich auch schon etwas flapsig geantwortet: Woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich lese, was ich schreibe? Spannend daran ist: Die Forschung bestätigt das. Schreiben ist kein nachgelagerter Prozess, bei dem nur «ausgedruckt» wird, was im Kopf bereitliegt. Schreiben und Denken sind eng miteinander verbunden. Diese Art des allmählichen Denkens ist allerdings in Gefahr: Die Künstliche Intelligenz bietet uns immer mehr Abkürzungen. «Cognitive Offloading» nennt die Forschung diesen Vorgang. Kurzfristig ist das attraktiv, langfristig hat es zur Folge, dass die eigenen Denkfähigkeiten verkümmern. Dabei wusste schon Heinrich Kleist: «l’idée vient en parlant». Welche Folgen hat das für die Nutzung der KI? Müssen die Programme bald wie Zigarettenpackungen vor den Konsequenzen warnen? Oder kann KI uns auch klug machen, wenn wir sie richtig einsetzen? Um Sie ohne KI zum Denken zu bringen, habe ich Ihnen auch diese Woche ein Denkwerkzeug gebaut, das Sie beim Denken unterstützt: Mein Denk-O-Skop. Matthias Zehnder ist Autor und Medienwissenschaftler in Basel. Er ist bekannt für inspirierende Texte, Vorträge und Seminare über Medien, die Digitalisierung und KI.Website: https://www.matthiaszehnder.ch/Newsletter abonnieren: https://www.matthiaszehnder.ch/abo/Unterstützen: https://www.matthiaszehnder.ch/unterstuetzen/Biografie und Publikationen: https://www.matthiaszehnder.ch/about/

In meinem persönlichen Umfeld ist eine Person an Demenz erkrankt. Noch bewältigt sie ihren Alltag erstaunlich gut, aber es kommt immer mal wieder zu rätselhaften Ereignissen. Ein Problem dabei ist, dass die Person kaum mehr zuverlässig Auskunft geben kann. Sie beantwortet Fragen immer prompt und sicher. Manchmal stimmt, was sie sagt, manchmal ist es offensichtlich falsch. Sie selbst ist immer überzeugt davon, die Wahrheit zu sagen. Wir benötigen zuweilen fast schon detektivische Anstrengungen, um herauszufinden, was wahr ist und was falsch. Mich erinnert das an Halluzinationen der Künstlichen Intelligenz: Auch die KI kann uns mit derselben Sicherheit die ganze Wahrheit und völligen Quatsch verkünden. Sie erfindet Gerichtsurteile, Zeitungsartikel, ja ganze Bücher und bleibt manchmal bei ihren Behauptungen, auch wenn man sie darauf hinweist. Was haben Demenz und KI gemeinsam? Wie verlässlich sind unsere Erinnerungen, ja: unsere Wahrnehmungen? Sind wir der KI ähnlicher als uns lieb ist? Einen wichtigen Unterschied kennen wir alle: Anders als Menschen, die sich ganz wörtlich einen blutigen Schädel holen, wenn sie die Welt falsch einschätzen, haben die Halluzinationen keine Konsequenzen für die KI. Eine wichtige Anregung habe ich in «Homo Faber» von Max Frisch gefunden. Damit Sie ganz konkret davon profitieren können, habe ich Ihnen auch diese Woche ein Denkwerkzeug gebaut: den Faber-Test, der Ihnen hilft, sich Ihrer Körperlichkeit bewusst zu werden.Matthias Zehnder ist Autor und Medienwissenschaftler in Basel. Er ist bekannt für inspirierende Texte, Vorträge und Seminare über Medien, die Digitalisierung und KI.Website: https://www.matthiaszehnder.ch/Newsletter abonnieren: https://www.matthiaszehnder.ch/abo/Unterstützen: https://www.matthiaszehnder.ch/unterstuetzen/Biografie und Publikationen: https://www.matthiaszehnder.ch/about/

Die KI schreibt besser, schneller und schöner als die meisten Menschen. Aber nur wir Menschen stecken in einem Körper, erleben die Welt mit allen Sinnen und können aus dieser erlebten Perspektive subjektiv schreiben. Deshalb habe ich Sie letzte Woche dazu aufgerufen, mehr Ich zu wagen beim Schreiben. Das heisst: auch in Sachtexten subjektiv zu schreiben. Schreiben aus der Ich-Perspektive ist unsere Chance. Und dann habe ich Claude aufgerufen, den KI-Dienst von Anthropic. «Schönen Freitag, Matthias», ruft mir Claude entgegen, «Wie kann ich dir heute helfen?» Die KI spricht von sich selbst als «ich». Das macht nicht nur Claude, das machen auch andere KI-Dienste. «Wie kann ich dir heute helfen?», fragt die KI. Und wenn ich darauf antworte, dann spreche ich Claude mit «du» an, obwohl ich genau weiss, dass da niemand ist. Die KI hat kein Subjekt, kein Ich, kein Wesen, das von sich als Ich sprechen könnte. Zwischen meinem Ich, das hier zu Ihnen spricht, und dem Ich der KI, das es nicht gibt, öffnet sich ein riesiges Spektrum von Ichs, denen wir beim Lesen begegnen. Das kann so simpel sein wie ein Notizzettel meiner Frau, auf dem steht: «Ich bin im Garten.» Und es kann so komplex sein wie die dreieinhalbtausend Seiten lange Suche von Karl Ove Knausgård nach seinem Ich. Es lohnt sich, darüber nachzudenken, was wir lesen, wenn wir «ich» lesen. Um Ihnen für dieses Nachdenken etwas Konkretes in die Hand zu geben, habe ich Ihnen auch diese Woche ein Denkwerkzeug gebaut: einen Ich-Kompass.Matthias Zehnder ist Autor und Medienwissenschaftler in Basel. Er ist bekannt für inspirierende Texte, Vorträge und Seminare über Medien, die Digitalisierung und KI.Website: https://www.matthiaszehnder.ch/Newsletter abonnieren: https://www.matthiaszehnder.ch/abo/Unterstützen: https://www.matthiaszehnder.ch/unterstuetzen/Biografie und Publikationen: https://www.matthiaszehnder.ch/about/

Claude, ChatGPT, Gemini – sie alle schreiben viel, viel schneller als jeder Mensch. Sie beherrschen jede erdenkliche Sprache, jede Textsorte und natürlich jedes Thema. Sie erklären jeden Datenhaufen und komprimieren jedes Dokumentenkonvolut in eine lesbare Form. Noch sind die Texte oft erkennbar KI generiert. Staccato-Stil, Gedankenstriche statt Doppelpunkte oder Komma und diese seltsam fluffig-geföhnten Inhalte. Doch die KI wird sehr schnell besser. Es stellt sich deshalb die Frage, warum Menschen künftig noch schreiben sollen. Wozu sollen wir uns noch mit Tastatur und Rotstift abmühen? Was bringt es noch, wenn ich Ihnen eine Idee erkläre, wo Sie sich doch eine KI aufrufen können, die das individueller macht? Warum sollen Menschen künftig noch schreiben? Das ist eine Frage, die nicht nur mich umtreibt. Ich diskutiere regelmässig mit Journalistinnen und Journalisten darüber, mit Autoren und Wissenschaftlern. Siri Hustvedt hat mich auf die Antwort gebracht: Schreiben muss wieder subjektiv werden. Ich sage Ihnen deshalb, warum das Schreiben aus der Ich-Perspektive unsere Chance, ja: unsere Aufgabe ist. Auch diese Woche habe ich Ihnen dafür ein kleines Denkwerkzeug gebaut, ein Schreibimpuls für das Schreiben aus der Ich-Perspektive.Matthias Zehnder ist Autor und Medienwissenschaftler in Basel. Er ist bekannt für inspirierende Texte, Vorträge und Seminare über Medien, die Digitalisierung und KI.Website: https://www.matthiaszehnder.ch/Newsletter abonnieren: https://www.matthiaszehnder.ch/abo/Unterstützen: https://www.matthiaszehnder.ch/unterstuetzen/Biografie und Publikationen: https://www.matthiaszehnder.ch/about/

Cheat Sheets veralten in Wochen. Die einzige KI-Fähigkeit, die wirklichzählt, hält ein Berufsleben lang – und sie hat nichts mit Geheimwissenzu tun. In dieser Folge zeige ich, was es ist und wie Sie es trainieren.🛠 Das Denkwerkzeug zur FolgeDer Zielgenerator – beantworten Sie fünf Fragen, bevor Sie die KI fragen.Macht aus einem diffusen Wunsch ein sauberes KI-Briefing.→ https://www.matthiaszehnder.ch/tools/zielgenerator.html📚 Alle Denkwerkzeuge im ÜberblickAcht interaktive Instrumente für klares Denken.→ https://www.matthiaszehnder.ch/tools/📰 Den ganzen Wochenkommentar lesen→ [URL des Wochenkommentars einfügen]📬 Den Wochenkommentar als Newsletter abonnieren→ https://www.matthiaszehnder.ch/👋 Mehr von Matthias ZehnderMedienwissenschaftler, Publizist und Autor aus Basel.Wochenkommentar, Bücher und Vorträge zu Medien, Bildung und KI.→ https://www.matthiaszehnder.chMatthias Zehnder ist Autor und Medienwissenschaftler in Basel. Er ist bekannt für inspirierende Texte, Vorträge und Seminare über Medien, die Digitalisierung und KI.Website: https://www.matthiaszehnder.ch/Newsletter abonnieren: https://www.matthiaszehnder.ch/abo/Unterstützen: https://www.matthiaszehnder.ch/unterstuetzen/Biografie und Publikationen: https://www.matthiaszehnder.ch/about/

Für Mani Matter war es klar: Es ist nicht das fehlende Fell, das uns von Schimpansen unterscheidet, und auch nicht der fehlende Schwanz. Für Mani Matter war das wichtigste Unterscheidungsmerkmal, dass die Menschen Hemmungen haben. Wenn ich mir die Weltgeschichte anschaue, bin ich mir nicht so sicher, ob das noch stimmt. Aristoteles war der Überzeugung, es sei die Sprache, die den Menschen ausmacht. Doch wir wissen heute, dass sich auch viele Tiere verständigen, manche sogar richtig eloquent. Bis vor kurzem galt die Herstellung und der Gebrauch von Werkzeugen als das, was den Menschen von Tieren unterscheidet. Doch Krähen und Affen, Seeotter und Delfine und sogar Kraken verwenden ebenfalls Werkzeuge. Auch der Verstand, die Schrift, kritisches Denken und sogar Dichten sind keine Alleinstellungsmerkmale des Menschen mehr: Das kann die KI heute eher besser als wir. Was also ist es, das uns zu Menschen macht? Ich glaube, es gibt eine zentrale Fähigkeit, die uns sowohl vom Tier, als auch von der KI unterscheidet. Mehr noch: Diese Fähigkeit ist tief in unserem Alltag verwurzelt. Und: Sie hat mit Butterbroten zu tun. Matthias Zehnder ist Autor und Medienwissenschaftler in Basel. Er ist bekannt für inspirierende Texte, Vorträge und Seminare über Medien, die Digitalisierung und KI.Website: https://www.matthiaszehnder.ch/Newsletter abonnieren: https://www.matthiaszehnder.ch/abo/Unterstützen: https://www.matthiaszehnder.ch/unterstuetzen/Biografie und Publikationen: https://www.matthiaszehnder.ch/about/

Rauchen ist ein einfaches Problem: Es gibt keinen gesunden Konsum von Rauch und Nikotin. Gesund ist nur der Verzicht auf Tabak und Zigaretten. Das heisst nicht, dass es einfach ist, davon loszukommen. Es gibt aber nur eine gesunde Lösung: nicht zu rauchen. Der Umgang mit Fett ist nicht so einfach. Klar: Fette Fritten, Speck und Eiscreme machen dick und krank. Dennoch kann der Mensch ohne Fett nicht überleben: Fett ist ein essenzieller Makronährstoff. Wenige richtige Fette essen ist gut, zu viel und falsches Fett zu essen ist schlecht. Es gibt deshalb keine einfache Lösung für den Umgang mit Fetten: Die Dosis macht das Gift. Mit der Künstlichen Intelligenz verhält es sich ganz ähnlich. Bis zu einem gewissen Punkt macht der Einsatz von KI uns kognitiv leistungsfähiger. Wie beim Fett gibt es aber einen Kipppunkt: Zu viel KI macht dumm. Experten warnen vor einem Verlust der eigenständigen Urteils- und Innovationskraft und vor drastischer Verkümmerung der Denkprozesse. Forscher bezeichnen diesen Zustand deshalb als kognitive Atrophie, als Schwund des Denkvermögens. Deshalb ist es entscheidend, den KI-Kipppunkt zu kennen und zu wissen, ob die KI uns noch klüger macht oder schon dümmer. Ich zeige Ihnen deshalb heute die vier Phasen der KI-Nutzung, wie man sie erkennt und wie Sie die KI so nutzen, dass ihr Gehirn dabei stark und eigenständig bleibt.Matthias Zehnder ist Autor und Medienwissenschaftler in Basel. Er ist bekannt für inspirierende Texte, Vorträge und Seminare über Medien, die Digitalisierung und KI.Website: https://www.matthiaszehnder.ch/Newsletter abonnieren: https://www.matthiaszehnder.ch/abo/Unterstützen: https://www.matthiaszehnder.ch/unterstuetzen/Biografie und Publikationen: https://www.matthiaszehnder.ch/about/

«Shy Girl» heisst ein Roman von Mia Ballard. Es ist ein Horror-Roman, der von einer verzweifelten jungen Frau handelt. Mittlerweile hat sich der Roman selbst zur Horror-Geschichte für seine Autorin entwickelt: Die Hachette Book Group hat das Buch diese Woche aus dem Handel zurückgezogen, weil die Autorin sich beim Schreiben zu sehr auf KI gestützt habe. In Grossbritannien war der Roman bereits im Handel, jetzt hätte er auch in den USA erscheinen sollen. Es ist meines Wissens der erste Fall dieser Art. Aufgeflogen ist der KI-Einsatz durch einen Beitrag auf Reddit. Die Frage ist, was das bedeutet. Ist der Fall «Shy Girl» der Beweis dafür, dass die KI nicht schreiben kann, oder hat Mia Ballard schlicht geschlampt? Kurz bevor Hachette das Buch zurückzog, veröffentlichte die amerikanische Journalistin Jasmine Sun im Magazin «The Atlantic» überzeugende Argumente für die erste Variante. Sie sagt sogar: Die neueren KI-Modelle schreiben schlechter, weil sie braver und nützlicher geworden sind. Der Titel ihres Textes lässt Autorinnen und Autoren auf der ganzen Welt neue Hoffnung schöpfen: «The Human Skill That Eludes AI» – «Die menschliche Fähigkeit, die der KI verwehrt bleibt». Schauen wir uns das genauer an. Kann es sein, dass die KI prinzipiell schlechter schreibt als Menschen? Warum ist das so? Und was bedeutet das für schreibende Menschen (wie mich)? Matthias Zehnder ist Autor und Medienwissenschaftler in Basel. Er ist bekannt für inspirierende Texte, Vorträge und Seminare über Medien, die Digitalisierung und KI.Website: https://www.matthiaszehnder.ch/Newsletter abonnieren: https://www.matthiaszehnder.ch/abo/Unterstützen: https://www.matthiaszehnder.ch/unterstuetzen/Biografie und Publikationen: https://www.matthiaszehnder.ch/about/