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Pioniere wie wir - Episode 55 Aktivierungstext | trigema, Bonita Grupp Nachhaltige Kleidung Made in Germany In dieser Folge ist Fabian Kienbaum zu Gast in Burladingen auf der Schwäbischen Alb. Hier in Burladingen gab es einst 26 Textilbetriebe. Heute ist nur noch einer übrig: trigema. Seit 2024 führt Bonita Grupp gemeinsam mit ihrem Bruder Wolfgang jr. das Traditionsunternehmen in vierter Generation und hält stur an etwas fest, worüber andere jahrelang gelächelt haben: Produktion in Deutschland. Die Geschichte der Schwäbischen Alb ist dabei eng mit der Textilindustrie verwoben. Auf kargen Böden hielten die Bewohner seit Jahrhunderten Schafe, verarbeiteten Wolle, und legten so den Grundstein für ein Cluster, das sich hier lange Zeit hielt. Das Produktportfolio von rigema hat sich seit den Anfängen als Unterwäschehersteller stark entwickelt. Heute stellt das Unternehmen – mit 1200 Mitarbeitenden und davon 650 Näherinnen und Nähern aus 42 Nationen – qualitativ hochwertige Basics, sowie Sportbekleidung, Wäsche und Berufskleidung her. Stetige Innovationen sorgten für eine Flexibilität, die es heute erlaubt, im Ernstfall binnen 48 Stunden gänzlich neue Produkte entwickeln und herstellen zu können. Dies erwies sich besonders während Corona als entscheidender Vorteil: Während andere auf vollen Lagern saßen, konnte trigema kurzfristig auf die Produktion von Masken, Jogginghosen und Homewear umstellen. Der Fokus des Traditionsunternehmens liegt auf Qualität statt Fast Fashion. 2006 kam das erste kompostierbare T-Shirt auf den Markt. Seit zwei Jahren gibt es komplett recycelte Baumwoll-T-Shirts. Auch Markenbotschafter Charly hat sich gewandelt: Er macht heute als KI-Fashion-Influencer auf faire Produktion aufmerksam. Doch auch trigema steht vor Herausforderungen wie zu hoher Bürokratie und Fachkräftemangel. In den nächsten Jahren gehen 30 % der Belegschaft in Rente. trigema reagiert mit Automatisierung und gezielter Integration: Seit 2015 wurden rund 70 Geflüchtete eingestellt, das Unternehmen bietet Deutschkurse, Mentoren und eigene Wohnmöglichkeiten. Um die Zukunft ihres Unternehmens und der Region mitzugestalten, engagiert sich Bonita Grupp auch politisch im Wirtschaftsrat der CDU und im Kreistag. Trotz Billig-Konkurrenz aus Fernost und fehlender langfristiger politischer Planbarkeit auf Bundesebene bleibt ihre Haltung zuversichtlich: Deutschland habe schließlich schon viele Krisen gemeistert. Freut euch auf ein Gespräch über Haltung, Heimat, Zuversicht und die Frage: Was ist uns „Made in Germany" eigentlich noch wert?

Pioniere wie wir - Episode 54 In dieser Sonderfolge von Pioniere wie wir spricht Fabian Kienbaum mit Frank Blase, CEO des Familienunternehmens IGUS, auf dem Chiotec Kongress. 1964 von seinen Eltern in einer Garage in Köln-Mülheim gegründet, begann IGUS einst als kleiner Zulieferbetrieb. Frank hat seit seiner Übernahme aus dem kleinen Betrieb ein international agierendes Unternehmen mit über 5.000 Mitarbeitenden und 1,2 Milliarden Euro Umsatz gemacht. Die Vision: Technik verbessern und Kosten senken durch sogenannte Motion Plastics. Im Gespräch gibt Frank persönliche Einblicke in seinen unternehmerischen Werdegang – von der Prägung durch das Studium in den USA über seine anfängliche Skepsis gegenüber dem Familienunternehmen bis hin zur strategischen Neuausrichtung. Besonders spannend: Wie IGUS mit Kunststoffkomponenten neue Märkte erschließt – ob in der Robotik, bei Energieketten oder sogar mit einem komplett recycelbaren Fahrrad. Im Zentrum des Gesprächs steht die Frage, wie sich in einem gewachsenen Unternehmen eine Kultur kontinuierlicher Innovation erhalten lässt. Frank berichtet von der Entwicklung der Plattform RBTX für Low-Cost-Robotik, von Landstromlösungen für Häfen mit der Business Unit „Sharepower“ und dem Ziel, durch schmiermittelfreie Kunststofflager weltweit einen Beitrag zur Reduktion von Umweltbelastung zu leisten. Dabei spielt Unternehmenskultur eine große Rolle: Rituale, Transparenz und Kundennähe sind feste Bestandteile. Ein Gespräch über Verantwortung, Wandel, Pioniergeist und die Kraft von Ideen, mit einem Unternehmer, der nie stehen bleibt und selbst mit 65 Jahren noch auf der Suche nach neuen Bühnen ist – sei es in der Industrie oder im Rahmen seiner liebsten Nebenbeschäftigung: dem Theater. **Über die Person: ** Frank Blase ist promovierter Betriebswirt. Nach einem MBA-Abschluss in den USA und einem Start bei Unilever entschied er sich 1983, in das Familienunternehmen einzusteigen. Unter seiner Leitung entwickelte sich igus von einem kleinen Zulieferer zu einem Global Player im Bereich motion plastics, aktuell mit über 5 200 Mitarbeitenden und einem Jahresumsatz von über 1,1 Milliarden Euro.

Pioniere wie wir - Episode 53 Wie gelingt erfolgreiche Unternehmensnachfolge im digitalen Zeitalter? Welche Rolle spielen Mut, Weisheit und Sichtbarkeit in Familienunternehmen, die über Generationen hinweg Verantwortung tragen? Und wie lassen sich Tradition und Innovation in einer zunehmend dynamischen Welt miteinander vereinbaren? In dieser Sonderfolge von „Pioniere wie wir“ spricht Fabian Kienbaum im Rahmen des 27. Kongresses für Familienunternehmer mit zwei alten Bekannten des Podcasts: Philip Hitschler-Becker, CEO der Hitschler International GmbH & Co. KG und Schirmherr der Nachfolgeakademie, sowie Dr. Friederike Driftmann-Egelhof, Vorsitzende der Geschäftsführung der Peter Kölln GmbH & Co. KGaA. Gemeinsam werfen sie einen offenen Blick auf die zentralen Herausforderungen von Familienunternehmen im Jahr 2025 und diskutieren, was es heute bedeutet, mutig zu führen und mit Weitblick zu gestalten. Das Gespräch dreht sich um die unternehmerische Verantwortung in Zeiten von digitaler Transformation und gesellschaftlichem Wandel. Es geht um die Potenziale künstlicher Intelligenz in der Unternehmenspraxis, um strategisches Personal Branding und Corporate Identity, um die Balance zwischen Werten und Wachstum sowie um die Frage, wie sich Leadership authentisch und zukunftsfähig gestalten lässt. Die Diskussion zeigt, wie moderne Nachfolgerinnen und Nachfolger ihre Unternehmen mit Haltung, Innovation und klarer Vision weiterentwickeln – und warum gerade Sichtbarkeit, Kommunikation und gesellschaftliches Engagement zu unverzichtbaren Führungsinstrumenten geworden sind. Zu den Personen: Philip Hitschler-Becker wurde als ältester von drei Geschwistern Jahr 1987 in Köln im geboren. Nach dem Studium der Betriebswirtschaft in den Niederlanden und Australien arbeitete er im Marketing und Vertrieb bei Danone und Iglo. Im Alter von 29 Jahren übernahm er die Geschäftsleitung des in 4. Generation geführten Familienunternehmens hitschler International GmbH & Co. KG. Dr. Friederike Driftmann-Egelhof ist 32 Jahre alt und promovierte Volljuristin. Nach Stationen in der Lebensmittelbranche (Iglo und Katjes) war sie zuletzt als Unternehmensberaterin bei der Boston Consulting Group tätig. Seit 2012 gehört sie dem Gesellschafterkreis des Unternehmens an, zwischen 2016 und 2018 war sie zudem Mitglied des Aufsichtsrats. Seit Mai 2024 führt sie das Geschäft als Vorsitz der Geschäftsführung operativ.

Pioniere wie wir - Episode 52 Hinweis: Am 22. Februar 2025 wurde die Ärztin Valentina Busik aus Gießen zur Miss Germany 2025 gekürt. Dieses Finale markierte zugleich das Ende einer Ära: Nach 23 Jahren fand die Miss Germany-Wahl zum letzten Mal im Europa-Park in Rust statt. Die Podcast-Folge wurde bereits vor dem Finale aufgenommen, daher gehen Fabian und Max nicht darauf ein. In der neuen Folge von Pioniere wie wir spricht Fabian Kienbaum mit Max Klemmer, Geschäftsführer und Kopf der dritten Generation von Miss Germany. Das Unternehmen, das seit 1927 für Schönheitswettbewerbe stand, hat unter Max’ Führung eine beeindruckende Transformation durchlaufen – von einer Veranstaltung mit Fokus auf Äußerlichkeiten zu einer Plattform, die Empowerment, Vielfalt und Verantwortung ins Zentrum stellt. Max berichtet von den Herausforderungen, die dieser radikale Wandel mit sich brachte. Als junger Nachfolger – Max ist heute erst 28 Jahre alt – trat er in die Fußstapfen seines Vaters und Großvaters, die das Unternehmen mit großem Erfolg führten – allerdings in einer Zeit, in der Schönheitsideale und klassische Geschlechterrollen andere waren als heute. Der gesellschaftliche Wandel und die zunehmende Kritik an Misswahlen als nicht mehr zeitgemäß, machten Max klar: „Entweder wir ändern alles oder ich bin raus.“ Im Gespräch gibt Max Einblicke in die spannenden, aber auch schmerzhaften Diskussionen innerhalb der Familie. Besonders prägend war der Übergabeprozess der Geschäftsführung: Während sein Großvater den Wandel unterstützte, stieß Max bei seinem Vater auf Widerstand. Unterschiedliche Visionen, emotionale Spannungen und die Frage, wie sich Tradition und Innovation verbinden ließen, sorgten für intensive Auseinandersetzungen. Die Lösung? Ein einjähriger Mediationsprozess, der schließlich dazu führte, dass Max das Ruder vollständig übernahm. Auch extern hatte Max mit Gegenwind zu kämpfen. Die alte Garde kritisierte den Bruch mit der Tradition. Gleichzeitig gab es Vorurteile von außen. Der Kritik zum Trotz blieb Max standhaft und bewies, dass sich eine klare Vision und der Mut zur Veränderung auszahlen können. Im Kern der Transformation steht die neue Mission von Miss Germany: Frauen zu feiern, die Verantwortung übernehmen, gesellschaftliche Vorbilder sind und die Zukunft gestalten. Max und sein Team haben Miss Germany zu einer Plattform gemacht, die Geschichten von Gründerinnen, Führungspersönlichkeiten und Frauen in männerdominierten Berufen erzählt. Die letzte Miss Germany – Api Schönauer – eine Architektin mit iranischen Wurzeln, verkörpert diese Werte eindrucksvoll. Doch auch sie musste sich, wie Max schildert, mit Anfeindungen und Widerständen auseinandersetzen. Für Max Klemmer ist klar: Nur durch den Mut, Traditionen infrage zu stellen, können Unternehmen in einer sich schnell wandelnden Welt bestehen. Klickt jetzt rein und hört eine inspirierende und ehrliche Folge, die zeigt, wie herausfordernd, aber auch lohnend der Weg zur Veränderung sein kann. Viel Spaß. Zur Person: Max Klemmer ist der Geschäftsführer von Miss Germany Studios, einem Familienunternehmen in dritter Generation. Er stieß 2014 zum Unternehmen und übernahm am 1. Juli 2022 die alleinige Führung, wobei er das Unternehmen in "Miss Germany Studios" umfirmierte. Unter seiner Leitung wandelte sich das Unternehmen von traditionellen Schönheitswettbewerben hin zu einer Plattform für Female Empowerment, die Frauen unterstützt, die Verantwortung übernehmen und gesellschaftliche Veränderungen anstoßen möchten. Dieser Transformationsprozess spiegelt sich auch in der Neuausrichtung des Wettbewerbs wider, der nun den Fokus auf unternehmerische Werte und die Rolle der Frau in der Arbeitswelt legt.

Pioniere wie wir - Episode 51 Wie schaffen es Familienunternehmen, in einer Welt voller Wandel und Unsicherheiten nachhaltig erfolgreich zu bleiben? In der zweiten Folge unseres „Pioniere wie wir“-Spezials tauchen wir tief in die Welt der Familienunternehmen ein – die wahren Stabilitätsanker der deutschen Wirtschaft. Basierend auf dem gemeinsam verfassten Buch „Enkelfähig Wirtschaften: Familienunternehmen in Deutschland“ sprechen Prof. Dr. Tom A. Rüsen, Arndt Kirchhoff und Fabian Kienbaum darüber, was es konkret bedeutet, „enkelfähig“ zu wirtschaften, und warum dieser Begriff weit über Nachhaltigkeit hinausgeht. Die Runde beleuchtet, wie Familienunternehmen den Spagat zwischen Tradition und Innovation meistern und sich für eine Zukunft voller Transformationen – sei es Digitalisierung, Energiewende oder globale Marktveränderungen – optimal aufstellen. Ein Schwerpunkt des Gesprächs liegt auf der „Family Governance“: Wie können Familien als Eigentümergemeinschaft Konflikte meistern, Verantwortung übernehmen und strategisch agieren, um das Unternehmen gesund an die nächste Generation weiterzugeben? Familienunternehmen müssen gestärkt und stärker wahrgenommen werden Auch die geringe gesellschaftliche und politische Wahrnehmung von Familienunternehmen ist noch einmal Thema: Warum gelten Familienunternehmen einerseits als Rückgrat unserer Wirtschaft, sehen sich aber andererseits oft mit Neid und Missverständnissen konfrontiert? Welche Werte und Prinzipien prägen diese Unternehmen, und was können wir alle von ihnen lernen? Jetzt reinhören. Zu den Personen Arndt Kirchhoff Der Wirtschaftsmanager Arndt G. Kirchhoff steht seit 2023 als Aufsichtsratsvorsitzender an der Spitze der KIRCHHOFF Gruppe. Seine berufliche Laufbahn begann der gebürtige Essener nach einem Doppelstudium des Wirtschaftsingenieurwesens und Maschinenbaus an der Technischen Universität Darmstadt. Zunächst sammelte er Führungserfahrung als Leiter der zentralen Auftragsabwicklung bei der Deutsche Babcock Werke AG. 1990 übernahm er als Geschäftsführender Gesellschafter die operative Leitung der KIRCHHOFF Gruppe, die er über drei Jahrzehnte erfolgreich ausbaute und modernisierte, bevor er 2023 in den Aufsichtsrat wechselte. Prof. Dr. Tom A. Rüsen Der 1974 in Berlin geborene Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Tom Arne Rüsen verbindet Forschung, Lehre und Beratung im Bereich Familienunternehmen. Als Gründer und Geschäftsführender Vorstand der WIFU-Stiftung sowie langjähriger Leiter des Wittener Instituts für Familienunternehmen (2008-2024) prägte er die akademische Auseinandersetzung mit Familienunternehmen maßgeblich. An der Universität Witten/Herdecke ist er seit 2015 als Honorarprofessor tätig und leitet den Weiterbildungsstudiengang "Gesellschafterkompetenz". Zudem lehrt er an der Hochschule Luzern und der European School of Management and Technology. Sein Fachwissen bringt er in verschiedene Gremien ein, darunter die International Family Business Research Academy (IFERA) und den Herausgeberbeirat der Zeitschrift "Familienunternehmen und Strategie".

Pioniere wie wir - Episode 50 Familienunternehmen sind das Fundament der deutschen Wirtschaft. Vom Handwerksbetrieb zum Großkonzern: Über 90% der Unternehmen in Deutschland sind in Familienhand. Die allermeisten davon zählen zum vielbeschworenen German Mittelstand, um den Deutschland international beneidet wird. Doch trotz ihrer Relevanz für die hiesige Wirtschaft, erfahren Familienunternehmen in Politik und Gesellschaft häufig nicht die Wertschätzung, die ihnen eigentlich zuteilwerden müsste. Vor dem Hintergrund des Buches [„Enkelfähig wirtschaften: Familienunternehmen in Deutschland“](https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/enkelfaehig-wirtschaften-9783446273207-t-3666) diskutieren die Autoren Fabian Kienbaum, Prof. Dr. Tom Rüsen und Arndt Kirchhoff in dieser Episode die aktuelle politische und wirtschaftliche Lage Deutschlands und welche Herausforderungen dadurch gerade für Familienunternehmen entstehen. Während sich das Buch zu großen Teilen um die Besonderheiten von Familienunternehmen, die Frage der Nachfolge und den gewaltigen Transformationsbedarf in Sachen Nachhaltigkeit und Digitalisierung dreht (diese und weitere Themen werden in der nächsten Folge besprochen), erörtert Fabian Kienbaum gemeinsam mit Prof. Dr. Tom A. Rüsen und Arndt Kirchhoff in Folge 1 unseres Pioniere-wie-wir-Spezials, wie Familienunternehmen und -unternehmer mehr Öffentlichkeit und Gehör für ihre Belange finden können. Sie diskutieren die nötigen Veränderungen, um den Fortbestand der Familienunternehmen und damit den Wirtschaftsstandort Deutschland zu sichern und argumentieren für flexiblere Arbeitsgesetzte, geringere Steuerlast und Bürokratieabbau. Für die Runde ist klar: Nur durch Veränderungen wie diese und mehr Wertschätzung für die Leistung von unternehmerisch tätigen Familien kann enkelfähiges Wirtschaften weiterhin möglich sein – ein Ansatz übrigens, der Familienunternehmen seit Jahrhunderten im Blut liegt, der aber durch die aktuelle Situation zunehmend schwieriger wird. Zu den Personen Arndt Kirchhoff Der Wirtschaftsmanager Arndt G. Kirchhoff steht seit 2023 als Aufsichtsratsvorsitzender an der Spitze der KIRCHHOFF Gruppe. Seine berufliche Laufbahn begann der gebürtige Essener nach einem Doppelstudium des Wirtschaftsingenieurwesens und Maschinenbaus an der Technischen Universität Darmstadt. Zunächst sammelte er Führungserfahrung als Leiter der zentralen Auftragsabwicklung bei der Deutsche Babcock Werke AG. 1990 übernahm er als Geschäftsführender Gesellschafter die operative Leitung der KIRCHHOFF Gruppe, die er über drei Jahrzehnte erfolgreich ausbaute und modernisierte, bevor er 2023 in den Aufsichtsrat wechselte. Prof. Dr. Tom A. Rüsen Der 1974 in Berlin geborene Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Tom Arne Rüsen verbindet Forschung, Lehre und Beratung im Bereich Familienunternehmen. Als Gründer und Geschäftsführender Vorstand der WIFU-Stiftung sowie langjähriger Leiter des Wittener Instituts für Familienunternehmen (2008-2024) prägte er die akademische Auseinandersetzung mit Familienunternehmen maßgeblich. An der Universität Witten/Herdecke ist er seit 2015 als Honorarprofessor tätig und leitet den Weiterbildungsstudiengang "Gesellschafterkompetenz". Zudem lehrt er an der Hochschule Luzern und der European School of Management and Technology. Sein Fachwissen bringt er in verschiedene Gremien ein, darunter die International Family Business Research Academy (IFERA) und den Herausgeberbeirat der Zeitschrift "Familienunternehmen und Strategie".

Pioniere wie wir - Episode 49 In der aktuellen Folge von „Pioniere wie wir“ spricht Fabian Kienbaum mit Dr. Marc Zoellner, Geschäftsführer von HOPPECKE. HOPPECKE, ansässig im Sauerland, ist ein Global Player im Bereich der Energiespeicherlösungen, und blickt inzwischen auf eine fast 100-jährige Geschichte als Familienunternehmen zurück. Dr. Marc Zöllner, seit 2003 CEO von HOPPECKE, gibt im Gespräch mit Fabian Kienbaum Einblicke in die Geschichte und die Strategie des Unternehmens. Einer von vielen interessanten Aspekten dabei: HOPPECKE war lange Zeit Hersteller für Starterbatterien für PKW. Diesem Markt hat man jedoch nach vielen Jahrzehnten bewusst den Rücken gekehrt und sich stattdessen auf kleinere, aber lukrativere Absatzmärkte konzentriert, wie eben Batterien für Züge oder die Entwicklung von Hochleistungsspeichern. Letzteres passiert seit 2019 in der dafür gegründeten Tochtergesellschaft INTILION. In Paderborn angesiedelt – also bewusst nicht am Haupthaus in Brilon – konzentrieren sich die dortigen Kollegen vornehmlich auf das Engineering und nicht mehr auf die Herstellung von Batterien. Ihr Ziel: Die flächendeckende Nutzbarmachung erneuerbarer Energien zu Zeiten, in denen Wind- und Solaranlagen keinen Strom generieren können. Speicherlösungen dieser Art sind für die Energiewende in Deutschland und global absolut essenziell. Nach fast 100 Jahren Unternehmensgeschichte spielen Tradition und fest verankerte Werte bei HOPPECKE nach wie vor eine große Rolle. Marc Zoellner spricht über den Wert eines starken Teams, den Umgang mit dem Fachkräftemangel und die Bedeutung einer langfristigen Perspektive – sowohl für die Mitarbeitenden als auch für die strategische Ausrichtung des Unternehmens. Dabei gehen Vision und Verantwortung bei HOPPECKE Hand in Hand. Das Credo: „Wir machen elektrische Energie verfügbar für jeden und überall.“ Da HOPPECKE seit vielen Jahren international tätig ist, ist laut Zoellner eine möglichst gleichbleibende Unternehmenskultur über Landesgrenzen hinweg besonders wichtig. Ein gemeinsames Wertfundament bietet dafür die Basis. Initiativen zur Förderung des Nachwuchses, wie internationale Austauschprogramme für Auszubildende, sind weitere Mittel, um die HOPPECKE-Familie weltweit zu vernetzen. Abschließend äußert sich Marc Zoellner zur wirtschaftlichen Lage Deutschlands. Er lobt das System der sozialen Marktwirtschaft, kritisiert aber die zunehmende Bürokratie und das mangelnde Vertrauen in die Marktkräfte. Für die Energiewende sieht er hohe Preise als unvermeidbar, hält jedoch Innovation und marktwirtschaftliche Ansätze für die beste Strategie zur Bewältigung dieser Herausforderungen. Diese und viele weitere spannende Einblicke gibt euch Marc Zoellner in unserer neuen Folge von „Pioniere wie wir“. Zur Person Dr. Marc Zoellner, Jahrgang 1966, ist geboren und aufgewachsen in Brilon. Nach dem Studium der VWL an der Universität in Bonn und BWL an der Universität zu Köln promovierte er in Köln. Anschließend verbrachte er seine ersten fünf Berufsjahre bei der Linde AG. Sein Einstieg bei HOPPECKE erfolgte in der Position als Head of Motive Power Business. 2003 wurde er CEO. Er ist verheiratet und hat drei Söhne. HOPPECKE ist der größte europäische Hersteller von Industriebatterien in privater Hand. Das 1927 gegründete Familienunternehmen entwickelt und produziert Blei-Säure-, Nickel-Faserstruktur- und Lithium-Ionen-Batterien für vier Hauptanwendungsbereiche: emissionsfreie Antriebe von Flurförderzeugen und Maschinen (trak), abgesicherte Stromversorgung z. B. für Rechenzentren und IT-Anlagen (grid), Speicherung regenerativer Energien für Off- und Ongrid-Anwendungen (sun) sowie Absicherung und Antrieb von Bahn- und Metrosystemen (rail). Mit der Gründung der INTILION AG vor fünf Jahren und eines spezialisierten rail-Unternehmens in diesem Jahr hat HOPPECKE gezielt neue Märkte erschlossen. INTILION und Rail erzielen jeweils knapp 100 Mio. € Umsatz, während der Kernbereich mit grid und trak über 400 Mio. € beiträgt. Insgesamt beschäftigt HOPPECKE mehr als 2.000 Mitarbeiter weltweit.

Pioniere wie wir - Episode 48 In dieser Folge spricht Fabian Kienbaum mit Friederike Driftmann-Egelhof, die seit Mai 2024 als Vorsitzende der Geschäftsführung das Traditionsunternehmen Peter Kölln in der siebten Generation leitet. Als leidenschaftliche Familienunternehmerin mit „dem Herz am kernigen Fleck“ teilt sie ihre Eindrücke aus den ersten 100 Tagen in ihrer neuen Rolle und erzählt, wie sie sich auf diese Herausforderung vorbereitet hat und wie sie sich heute strukturiert. Seit 1820 führt Peter Kölln den Markt für Frühstückscerealien an . Friederike gibt Einblicke in ihre Kindheit, in der sie auf dem Werksgelände noch Gänseblümchen für die Mitarbeitenden pflückte und berichtet, welchen Stellenwert das Unternehmen damals wie heute für ihre Familie hat. Sie spricht über die Entwicklung von Hafer zu einem Superfood und wie moderne Trends wie vegane Ernährung, Nachhaltigkeit und Regionalität das Unternehmen prägen. Denn zusätzlich zum wohl bekanntesten Produkt – die „Blütenzarte Köllnflocken“ – mit dem viele Deutsche aufgewachsen sind, gibt es immer wieder Innovationen – bspw. Haferkissen mit veganer Füllung oder ein Schokomüsli ohne Schokolade, sondern mit Schokoladenalternative auf Hafer- und Sonnenblumenkernbasis. Friederike erzählt, wie diese Produkte entwickelt werden und welchen Einfluss der Zeitgeist hat. Wichtig dabei: Neben dem Wunsch nach gesunden und verantwortungsvoll produzierten Lebensmitteln, muss den Konsument:innen weiterhin unbeschwerter Genuss ermöglicht werden. All diese Aspekte vereint die Marke Kölln heute wie damals. Neben der ökonomischen wie sozialen Nachhaltigkeit (Köllns Bio-Hafer stammt zu 100% aus Norddeutschland) sind Werte wie Teamgeist, Zukunftsfähigkeit und Unternehmertum zentrale Säulen bei Peter Kölln. Friederike legt dar, wie sie diese Werte transportiert und lebendig hält und welche Rolle regelmäßige Veranstaltungen und eine authentische interne Kommunikation dabei spielen. Freut euch auf ein spannendes Gespräch über Tradition, Wandel, Zukunftsfähigkeit sowie über die Bedeutung von Marke und glaubhafter Nachhaltigkeit. **Zur Person: ** Dr. Friederike Driftmann-Egelhof ist 32 Jahre alt und promovierte Volljuristin. Nach Stationen in der Lebensmittelbranche (Iglo und Katjes) war sie zuletzt als Unternehmensberaterin bei der Boston Consulting Group tätig. Seit 2012 gehört sie dem Gesellschafterkreis des Unternehmens an, zwischen 2016 und 2018 war sie zudem Mitglied des Aufsichtsrats. Seit Mai 2024 führt sie das Geschäft als Vorsitz der Geschäftsführung operativ.

Pioniere wie wir - Episode 47 Zwar gilt Progroup nicht als Unicorn, die Entwicklung des Landauer Familienunternehmens ist dennoch eine, die ähnlich beeindruckend und in dieser Form in Deutschland selten ist. Nur rund 30 Jahre nach der Gründung durch Jürgen Heindl erwirtschaftet der Hersteller von Wellpappe einen Jahresumsatz von deutlich über einer Milliarde Euro. Anfang 2023 hat die zweite Generation, namentlich Maximilian Heindl, das Steuer übernommen. Maximilian Heindl spricht im Podcast mit mir darüber, wie er schon als Junge und Jugendlicher begeistert die Entwicklung des Unternehmens verfolgt hat. Er berichtet von seinem Einstieg ins Unternehmen, vom Geschäftsmodell, vom rasanten Wachstum und den damit einhergehenden Chancen und Herausforderungen, von den Familien- und Unternehmenswerten, der Zusammenarbeit mit seinem Bruder Vinzenz Heindl und von seinen Zukunftsplänen. Einer dieser Pläne: die Klimaneutralität. Wellpappe, an sich schon ein sehr nachhaltiges, weil auf Recycling beruhendes Produkt, ist das Vorprodukt für die Verpackungsindustrie. Die hohe Relevanz von Wellpappe ist uns vermutlich selten bewusst, obwohl die Endprodukte allgegenwärtig sind: Verpackungen im Supermarkt, Pakete vom Paketboten, Kartons für Medikamente etc. In der Corona-Zeit wird die Papierindustrie – zu der die Produktion von Wellpappe und Verpackungen zählt – daher schnell zur kritischen Industrie erklärt, deren Produkte unbedingt weiter vom Band laufen müssen. Progroup bedient als Lieferant das Segment der nicht-integrierten Verpackungshersteller. Das sind meist ebenfalls familiengeführte Unternehmen, die ihre Wellpappe nicht selbst herstellen, sondern die Veredlung zur Verpackung vornehmen. So wird die Wertschöpfungskette bewusst aufgeteilt, mit dem positiven Effekt, dass Progroup mit ihren Kunden in keinerlei Wettbewerb steht, sondern beide gemeinsam und auf Augenhöhe wachsen. Mit den Jahren wird das eigene Angebot erweitert: Drei Papierfabriken und zwei Waste-To-Energy-Kraftwerke für die Papierproduktion hat das Unternehmen errichtet. An sechs deutschen Standorten – die so gewählt sind, dass man deutschlandweit nahezu alle Kunden in einem Radius von 300 Kilometern beliefern kann – wird das Kernprodukt des Unternehmens, Wellpappformate, produziert. In UK, Italien, Frankreich, Tschechien und Polen existieren inzwischen insgesamt sieben weitere Werke. Ein Beleg für Innovationsgeist und ein exzellentes Verhältnis zu den eigenen Kunden ist die Entwicklung der innovativen Verpackungsparks. In diesen Nachbarschaftsmodellen sind die Produktionen beider Unternehmen über ein Transportband miteinander verbunden. So garantiert Progroup Liefersicherheit, minimiert Kosten, Verpackungsmaterial und LKW-Transporte – und reduziert damit signifikant den CO2-Ausstoß auf beiden Seiten. Zur Person Maximilian Heindl, Jahrgang 1983, ist in zweiter Generation Vorstandsvorsitzender der Progroup AG, dem drittgrößten europäischen Hersteller von Wellpappenrohpapier und Wellpappformaten. Mit dem familiengeführten Unternehmen betreibt Heindl Produktionsstandorte in sechs Ländern Zentraleuropas. Dazu zählen aktuell drei Papierfabriken, 13 Wellpappformatwerke, ein Logistikunternehmen und bald zwei Waste-to-Energy-Kraftwerke. Weitere Wellpappformatwerke in Europa sind bereits in Planung und Umsetzung. Maximilian Heindl hat sich früh mit der Branche und dem operativen Geschäft befasst, um die Erfahrung und das Marktwissen der ersten Generation auch in Zukunft im Unternehmen sicherzustellen. Sein Studium hat der Wirtschaftsingenieur erfolgreich an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) absolviert. Vor seiner Zeit bei Progroup sammelte Heindl bereits Erfahrungen in Branchennähe bei der Voith Paper GmbH & Co. KG in Heidenheim. 2016 trat er als Head of Production and Technology Paper in das Unternehmen ein. Seit 2019 treibt er als Chief Development Officer die Unternehmensentwicklung bei Progroup und dabei vor allem die Themen Organisation, Digitalisierung und werteorientierte Unternehmensführung zielstrebig voran. 2021 wurde er zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden berufen. 2023 übernahm er den Vorstandsvorsitz.

Pioniere wie wir - Episode 46 Zu Gast in der aktuellen Folge von „Pioniere wie wir“ sind Elena und Franz von Metzler. Die beiden führen das Frankfurter Bankhaus Metzler in der zwölften Generation und blicken im Jubiläumsjahr auf eine 350-jährige Unternehmensgeschichte zurück. Entsprechend tief tauchen die beiden im Gespräch mit Fabian Kienbaum in die Themen Tradition und Moderne ein und wie es Metzler geschafft hat, nach so langer Zeit ihre Werte zu bewahren, unabhängig zu bleiben, sich den veränderten Zeiten anzupassen und – für Familienunternehmen besonders untypisch – heute mit nur drei Anteilseignern auszukommen. Das Bankhaus Metzler ist heute in sechs deutschen und vier internationalen Metropolen vertreten. Der Hauptsitz in Frankfurt am Main hat jedoch damals wie heute einen besonderen Stellenwert. Hier wurde die Bank 1674 gegründet. Hier prägte Otto von Bismarck Mitte des 19. Jahrhunderts den Begriff „metzlern“ – als Beschreibung für das heutige Networking, kombiniert mit gesellschaftlichem Engagement. Ein Wert, den Elena im Gespräch sehr betont: Menschen zusammenzubringen und sich für gesellschaftliche Zwecke einzusetzen, seien heute weiterhin Kernwerte im Unternehmen, die nicht nur in der dafür gegründeten Metzler-Stiftung gelebt werden. Einiges hat also über Jahrhunderte Bestand. So manches – gerade im stark regulierten Bankengeschäft – ist aber auch tiefgreifenden Veränderungen unterworfen. Veränderungen, die das Bankhaus auch in der jüngeren Vergangenheit beeindruckend mitgegangen ist, denn – so sagen die beiden sehr klar: Change is inevitable. So wurde bspw. das Thema Blockchain als strategisches Zukunftsthema ausgerufen. Die zunehmende Regulatorik sehen die beiden mit dem nötigen Respekt vor dem damit zusammenhängenden Aufwand, jedoch gleichzeitig als Weg zu mehr Resilienz im Geschäft. Gleichwohl bleibt die Beständigkeit und die langfristige Bindung sowohl zu Privat- als auch zu institutionellen Kunden der wichtigste Baustein des Erfolgs, der die Bank in die nächsten 350 Jahre tragen soll. Ein neuer Standort in Berlin steht kurz vor der Eröffnung. Die aktuell rund 800 Mitarbeitenden leisten dabei täglich Außergewöhnliches, wie Elena und Franz mehrfach betonen. Ein Aspekt, den schon die Vorgängergeneration ihren Kindern vorgelebt habe: Es müsse stets um die Sache gehen und weniger um sich selbst. Und so sehen sich die beiden Metzler-Nachkommen als Teil eines großen Teams, das gemeinsam für Werte und eine Vision eintritt, die der Gesellschaft als Ganzes zugutekommen soll. Zu den Personen Franz von Metzler, CESGA (Certified ESG Analyst) arbeitet seit 2014 bei Metzler. Seit 2023 ist er Mitglied des Vorstands der B. Metzler seel. Sohn & Co. AG und verantwortet das Geschäftsfeld Asset Management. Vor seiner Tätigkeit bei Metzler arbeitete er von 2012 bis 2014 als Analyst bei HSBC Holdings plc in London wo er für die Betreuung von Finanzberatungsmandaten in den Branchen Transport, Logistik, Dienstleistungen und Schifffahrt verantwortlich war. Von 2010 bis 2012 studierte Franz von Metzler Betriebswirtschaft mit den Schwerpunkten Finanzwirtschaft und Strategie in London, Paris und Berlin an der ESCP Europe Business School und erwarb den Abschluss als Master in Management. Zuvor studierte er Betriebswirtschaft an der Università Commerciale Luigi Bocconi in Mailand. Elena von Metzler ist Gesellschafterin und seit 2022 Mitglied des Aufsichtsrats des Bankhauses Metzler. Nach einem Traineeprogramm im Bankhaus Metzler ab 2015 war sie ab 2017 als Senior-Kundenbetreuerin im Geschäftsfeld Private Banking tätig. Vor ihrer Tätigkeit bei Metzler war sie – nach einem Traineeprogramm in Finance & Controlling bei der Nestlé Deutschland AG – zwei Jahre bei Nestlé HealthCare Nutrition GmbH in Osthofen als Industrial Performance Manager und als Leiterin der Projektgruppe Goal Alignment Pillar tätig. Elena von Metzler erwarb 2011 ihren Abschluss als Master of Science in Finance an der EADA Business School in Barcelona, Spanien. Zuvor studierte sie Betriebswirtschaft an der Frankfurt School of Finance and Management in Frankfurt am Main. **Über das Bankhaus Metzler: ** Metzler ist Deutschlands ältestes Bankhaus in ununterbrochenem Familienbesitz. Der Fokus liegt auf individuellen Kapitalmarktdienstleistungen für Institutionen und anspruchsvolle Privatkunden in vier Geschäftsfeldern: Asset Management, Capital Markets, Corporate Finance und Private Banking.