
TE Wecker am 08.08.2026 by Tichys Einblick
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Guten Tag, ich begrüße Sie zu unserem Wecker am Wochenende von Tichys Einblick. Der wird von Siok Schuhen unterstützt, später dazu mehr. Noch ist Hochsommer. Doch über Deutschlands Energieversorgung liegt bereits der Schatten des kommenden Winters. Denn die Gasspeicher sind nur zu rund 47 Prozent gefüllt, deutlich weniger noch als vor einem Jahr. Und daran sei In vier Monaten ist bereits Weihnachten. Das Gas ist schon jetzt knapp mit den Speicherständen beim Erdgas sieht es düster aus. Bei einem strengen Winter könnten sie schon im Februar leer sein und es wird immer mehr Gas zur Stromerzeugung gebraucht. Gleichzeitig schaltet Schwarz Rot Grün munter weiter Kohlekraftwerke ab und bereitet offenbar bereits die entschädigungslose Abschaltung von Industriebetrieben vor. Kraftwerksingenieur und TE Autor Frank Hennig Was als Energiewende verkauft wird, entwickelt sich zunehmend zu einer Gefahr für Versorgungssicherheit, Wohlstand und Industriestandort Deutschland. Herr Hänig, Sie haben sich die Daten unserer Energieversorgung aktuell genauer angesehen. Wie sehen die denn jetzt gerade aus?
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Guten Morgen, Herr Douglas. Die Gasspeicherfüllstände sind nun ja auf einem historischen Tiefstand. Wir liegen heute bei einem Füllstand von 47,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Da hatten wir 61 also das ist deutlich weniger. Und wir sind bereits im Vorjahr nur sehr knapp an der Gasmangellage vorbeigeschrammt, die ja Einschränkungen bedeutet hätte. Aber es ist nach wie vor so, dass die Auffüllung der Speicher marktgetrieben erfolgt. Das heißt, die Speicherbetreiber warten auf niedrigere Preise oder darauf, dass der Staat noch hilft. Es gibt jedenfalls nur geringe Einspeichermengen. Wir exportieren derzeit auch viel, also LE durch Deutschland durch. Das Ziel sind 70 Prozent bis zum 1. November das werden wir wohl erreichen. Im Vorjahr lautete das Ziel noch 80 Prozent. Aber es hängt dann natürlich vom Winterwetter ab, wie wir die Speicher auch in Anspruch nehmen müssen. Und auch die Speicher unserer Nachbarn sind nur unterdurchschnittlich gefüllt. Und ja, falls der kommende Winter streng wird, droht uns rein rechnerisch, dass im Februar die Speicher leer sind. Das würde bedeuten, dass vorher die Gasmangellage angekündigt oder umgesetzt wird und Industrie in Teilen bezüglich Gasverbrauch heruntergefahren werden muss. Nun ist eine nationale Gasreserve angekündigt von der Wirtschaftsministerin. Die befindet sich aber erst im Gesetzgebungsverfahren, Man will das noch bis Jahresende beschließen. Das ist natürlich von der Sache zu spät, denn wenn das Gesetz zum 1. Januar 27 in Kraft tritt, dann müsste man genau mitten im Winter zu Zeiten höchster Preise diese staatliche Reserve erstmal anfüllen. Zu hohen Preisen. Also das hätte man ein Jahr vorher oder spätestens in diesem Frühjahr schon machen müssen. Ja, wie so vieles in dieser Politik wird einiges, ich sag mal auf gut Deutsch, verpennt und wir haben auch auf Seiten des Imports einige Einschränkungen im Vergleich zum vergangenen Jahr. Zum ist die größte LNG-Produktionsanlage in Katar schwer. Beschädigt durch den Krieg. Der Wiederaufbau wird einige Jahre dauern. Wir haben zwar von dort nur etwa 10 Prozent des LNG. Bezogen, aber das wirkt sich natürlich auf den Weltmarktpreis aus. Und dazu kommt, dass wir ab Januar 27 kein LNG mehr aus Russland importieren wollen. Das hat die EU also von der Leiden so verfügt. Wir haben aber in 26 noch mal etwa 12 Prozent unseres Gasbedarfs von dort bekommen, das ist mehr als 2025. Nun gut, ob sich alle EU Länder an die Weisung aus Brüssel halten werden, das ist fraglich. Deutschland wird es in jedem Fall tun. Wir schränken uns damit natürlich ein, wie auch mit den zusätzlichen Gesetzen und Auflagen, die wir erlassen haben, so wie mit der EU Methan Verordnung, wonach die Lieferanten Berichte schreiben müssen zu ihren Leckagen und zu ihren Qualitätsanforderungen. Katar und die USA haben bereits angekündigt, dass sie das wahrscheinlich nicht machen werden und im Fall der Fälle dann einfach nicht liefern werden. Mal sehen, wie unsere übermütige Regierung bzw. Die EU dann darauf reagieren. Dazu kommt noch das Lieferkettenrückfallpflichtengesetz, was ja auch nochmal Kontrolle erfordert. Es ist einigermaßen verwegen, als Bittsteller auf dem globalen Markt hier noch die Bedingungen diskutieren zu wollen. Wir werden sehen, also die Lage ist jetzt aus Sicht des August 26 deutlich schlechter als im August 25 Das heißt
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also, dass unter Umständen eine Gasmangellage kommt. Was bedeutet das und was geschieht denn da? Wer wird zuerst abgeschaltet?
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Also es gibt sogenannte geschützte Verbraucher, das sind Wohnungen und öffentliche Einrichtungen wie Krankenhäuser, Pflegeheime und so weiter. Die werden auf jeden Fall ihr Gas noch bekommen, aber in erster Linie werden. Gasintensive Betriebe, also zum Beispiel aus der Glasindustrie oder auch aus der Metallurgie, die werden dann rausgenommen. Aber das bedeutet natürlich Verlust, fehlende Wertschöpfung, fehlende Steuereinnahmen. Es wäre natürlich ein sehr schlechtes Zeichen. Dazu kommt, was noch Druck auf den Gasmarkt ausübt, ist natürlich die Tatsache, dass derzeit mehr Strom aus Gas erzeugt werden muss, weil wir durch die heiße Wetterlage in Europa ein vermindertes Wasserangebot haben. Das heißt, es gibt niedrige Wasserstände in den Stauseen, speziell Norwegen, Schweden, in der Schweiz und Österreich. Die können also weniger Strom aus Wasserkraft erzeugen, importieren mehr und erzeugen mehr aus Gas. Und dann haben wir natürlich die Niedrigwasserstände in den großen Flüssen, also im Rhein könnten noch Folgen eintreten für die Versorgung der Steinkohlekraftwerke. Und was jetzt natürlich in aller Munde ist, sind die Einschränkungen bei den Kernkraftwerken, die an der Donau liegen. Also insbesondere das Kraftwerk Pax südlich von Budapest ist betroffen. Das ist unheimlich relevant für die Versorgung Ungarns, denn Das liefert fast 50 Prozent des Bedarfes. Es wird möglicherweise noch komplett außer Betrieb gehen müssen, weil der Wasserstand in der Donau schlicht zu niedrig ist und die Saugrohre nicht tief genug eingebunden sind. Es geht dann weiter in Richtung Rumänien. Im KKW Czernavora sind schon zwei Blöcke heruntergefahren. Man hat sich jetzt zwangsweise damit beschäftigt, den Zulauf zu verbessern, indem man einige Felsen im Fluss gesprengt hat. Das sind nur Notmaßnahmen, aber auch dadurch fehlen in Rumänien 20 Prozent des Stromaufkommens und man wird hier Maßnahmen einleiten. Koslo Dew in Bulgarien ist nicht betroffen. Man fährt hier gerade eine Kampagne und will damit feststellen, dass die Kernkraft unsicher ist in der Versorgung. Aber diese Lage hat nichts mit den Kernkraftwerken an sich zu tun, sondern mit der Bauweise der Kühlsysteme. Die jüngeren deutschen Kernkraftwerke hatten fast alle Rückkühlsysteme, also Kühltürme Isar II, Grafmar, Rheinfeld, Grundremming, Grunde, Emsland, Philippsburg, Neckarwestheim. Bibeles wäre möglicherweise betroffen gewesen, aber wohl auch nicht die vier Kernkraftwerke an der Unterelbe, also in der Nähe der Nordsee, Krümmel, Stade, Brunsbüttel und Brockdorf. Also wir hätten national wenig davon gespürt. Der Atomausstieg als Kardinalfehler der deutschen Energiepolitik wird sich noch an vielen anderen Stellen zeigen. Die Wetterlage führt natürlich insgesamt dazu zu weniger Strom aus Wasserkraft, Kernkraft und auch Wind. Wir haben auch einen schwachen Windmonat und wie gesagt, in Summe wird mehr Gas verstromt und die Exportrichtungen, Stromexporte haben sich geändert in der Richtung. Es wird im Wesentlichen aus Nord nach Südeuropa exportiert, also auch aus Deutschland, vor allen Dingen tagsüber, wenn die Photovoltaik unheimlich produziert, aber auch aus Polen, Tschechien und der Slowakei, nach Ungarn, in die Schweiz, Österreich und Rumänien. Wir machen ja weiter mit unseren Abschaltungen. Die Frage, inwiefern uns das berührt mit Auswirkungen, die ist absehbar. Wir haben in den letzten 10 Jahren die gesicherte Leistung verringert von 112 auf 89 Gigawatt und wir werden weiter bis zum Jahr 2030 noch etwa weitere 8 Gigawatt ersatzlos abschalten. Die jetzt ausgeschriebenen neuen Gaskraftwerke werden vor 2031 nicht wirksam sein. Also wir machen uns abhängiger vom Ausland und sind relativ sorglos, was den Umgang mit der Versorgungssicherheit betrifft. Ursache ist, dass die CO Vermeidung Oberziel gesetzt wurde und das gute alte energiepolitische Zieldreieck vernachlässigt wurde.
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Wie gut ist dann die Idee, die Kohlekraftwerke jetzt auch abzuschalten nacheinander und sie auf Gas umzustellen, wo man doch genau weiß, wir haben eine Gasmangellage und die Gaskraftwerke, das sind ja ungeheure Gasschlucker, die verbrauchen ja ungeheure Mengen Gas, um Strom zu produzieren. Wie gut ist denn diese Idee?
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Ja, das ist eine schlechte Idee, weil diese Gaskraftwerke in der Tat große Schlucker sind. Das sind natürlich gigantische Mengen, die durchgezogen werden. Also das Gaskraftwerk Fortuna in Köln, ein sehr modernes mit 600 MW elektrisch, ich glaube 400 MW thermisch, das zieht pro Stunde Kubikmeter durch. Die müssen dann erstmal geliefert werden. Und der zweite Irrtum oder das zweite Framing, was immer erzählt wird, wir würden diese Gaskraftwerke nur brauchen, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint. Das ist natürlich interessengeleitet, weil wir haben derzeit immer noch zwischen 5 und 15 Gigawatt Kohleleistung am Netz und die muss ersetzt werden nach den weiteren Abschaltungen. Das heißt, wir machen einen Brennstoffwechsel von Kohle auf Gas Und der ist wahnsinnig teuer. Und da wir das Gas fast komplett importieren müssen, weil wir unsere eigenen durchaus vorhandenen Vorräte nicht nutzen wollen, begeben wir uns völlig in die Hände Auslands und es wird wahnsinnig teuer, denn Erdgas ist nun mal auf dem Weltmarkt stark nachgefragt. Es werden unheimlich viel Gaskraftwerke gebaut, speziell in den USA, wo man schnell viel Strom braucht für die Rechenzentren. Also es ist ein Weg, der ist nicht nur unlogisch, der ist auch gefährlich. Aber da wir ja aus Atom und Kohle raus sind bzw. Raus wollen, bleibt ja Erdgas nur noch als einziger fossiler Energierohstoff, der in entsprechender Menge auch verfügbar ist. Biogas wie auch Geothermie oder Müll helfen uns dabei nicht, weil sie einfach nicht die Größenordnung in der Erzeugung erreichen, die wir brauchen.
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Wo kommen denn die hauptsächlichen Gasmengen derzeit eigentlich her? Früher war es ja Russland, dort kommt ja nichts mehr her oder nur über indirekte Wege. Wo kommt das meiste Gas denn im Augenblick hierher?
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Das meiste kommt aus Norwegen, die Leitung ist ausgelastet, Das sind über 40 Prozent unserer Importmenge. Das andere teilt sich aus Leitung von Westen, also Richtung Belgien, Holland, wobei das in erster Linie entladenes LNG ist aus den dortigen Terminals. Und ja, inwieweit diese Menge im Falles Falle steigerbar ist, ist fraglich. Wir müssen ja unsere eigenen LNGs überhaupt erstmal noch ausbauen. Wir haben bisher nur diese Regasifizierungsschiffe, also Provisorien. Auch das kostet Geld. Ja, und weil durchaus Mangel ist, das hat auch die Bundesnetzagentur erkannt, hat sie eine Sicherheitsplattform Strom geschaffen, übrigens schon 2024 ich will nicht sagen geheim, aber zumindest wurde dazu nichts veröffentlicht. Es findet sich bis heute zu dieser Plattform nichts auf der Homepage der BNA. Möglicherweise will man die Bevölkerung nicht verunsichern, so wie das damals der Herr de Maizière, der treue Paladin Merkels, gemacht hat, als er sagte, wir wollen die Bevölkerung nicht beunruhigen. Also Hintergrund dieser Sicherheitsplattform ist, dass alle Verbraucher mit mehr als 8 Gigawattstunden Jahresverbrauch sich auf dieser Plattform anmelden müssen. Und das sind von der Menge her gesehen durchaus mittelständische Betriebe, das sind keine Großverbraucher. Und dann will man über diese Plattform erreichen, dass im Fall des Falles gegen einen strukturellen Mangel vorgegangen werden kann. Also das zeigt, dass die Bundesnetzagentur hier durchaus das Risiko erkennt. Für die akuten Störungen im Netz gibt es ja bereits Vorsorge. Die Netzbetreiber haben die Möglichkeit, über die Netzreservekraftwerke einzugreifen, über die sogenannten besonderen netztechnischen Betriebsmittel und auch die Netzbooster. Also wenn ein Kraftwerk ausfällt oder eine Leitung, dann kann man hier relativ schnell reagieren. Das kann hingehen bis zu diesen sogenannten Diskussionen, diskriminierungsfreien Abschaltungen in der Kaskade. Aber das hat mit dieser Plattform nichts zu tun. Diese Plattform soll den strukturellen Mangel beheben oder ihm vorbeugen. Das heißt, längere Zeiten mit geringem Stromaufkommen, die durchaus aufgrund der Wetterlage vorhersehbar sind, die sollen dadurch abgefedert werden. Man spricht dann auch von einer sogenannten persistenten Strommangellage. Dann wird über die Plattform eine Versorgungsreduzierung verfügt. Also zunächst werden die Betreiber aufgefordert, ihren Verbrauch zu senken und im Fall des Falles können die auch abgeschaltet werden. Also was könnte das für eine Strommangellage sein? Im Winter zum Beispiel Dezember, Januar, Februar ein großes Hochdruckgebiet über Europa, wolkenlos kalte Temperaturen, kein Wind und natürlich im Winter kaum Photovoltaikstrom, vielleicht sogar noch Nebel dazu und ein sehr hoher Verbrauch. Und der Import aus anderen Ländern ist dann auch eingeschränkt, weil dort die Erneuerbaren auch nicht liefern und die Nachbarländer ihren Strom auch selbst brauchen. Und wir wissen, unser größter Importeur Frankreich, die heizen mit Strom, die werden also in solcher Lage auch nicht besonders viel liefern können. Diese Sicherheitsplattform ist wie gesagt, erarbeitet worden, aber noch nicht veröffentlicht. Bekannt wurde das, weil die BNA eine Veranstaltung durchgeführt hat mit Netzbetreibern und diese beteiligten Menschen haben wohl gegenüber Apollo News Informationen gegeben und daraufhin hat das Apollo News veröffentlicht und es wurde seitens der Bundesnetzagentur nicht dementiert. Also gibt es das durchaus, Aber so richtig öffentlich ist das nicht proklamiert worden. Wir werden sehen, wie das kommt. Aber es ist natürlich, wenn es zu dieser persistenten Strommangellage kommt, ein verheerendes Signal, was wir als Industrieland geben, vor allem nach außen. Also Investoren, die möglicherweise noch in Deutschland investieren wollten, die werden sich das jetzt sehr genau überlegen. Und die Wirtschaft im Inland, die dann möglicherweise betroffen ist, die wird auch vermutlich auf weitere Investitionen verzichten und erwägen, vielleicht auch ins Ausland abzuwandern, denn für Produktion ist eine preiswerte, sichere und durchgängige Energieversorgung natürlich Bedingung. Das alles ist Folge der Tatsache, dass wir uns von Naturenergien abhängig machen wollen, die künftig die Grundlage unserer Energieversorgung sein sollen. Das macht kein Land auf der Welt, das machen nur wir und das wird auch nicht erfolgreich erfolgreich sein. Dazu kommt, dass wir auch vom gesetzlichen Rahmen in eine relativ toxische Mischung haben. Ich habe schon das Lieferkettenseugfallpflichtengesetz angesprochen. Dazu kommt jetzt diese Sicherheitsplattform und auch das Energieeffizienzgesetz, das eine Begrenzung des Endenergieverbrauchs bis 2030 vorschreibt um 26,5 Prozent im Vergleich zu 2008. Also wie will man Wirtschaftswachstum anregen, wenn man gleichzeitig den Energieverbrauch deckelt? Auch das ist wirtschaftlich meiner Sicht Unfug und wird eher zur Deindustrialisierung weiter beitragen.
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Lassen Sie uns das doch noch mal ein wenig genauer betrachten. Das ist ja ungeheuerlich ein Gesetz, das den Energieverbrauch deckeln, also begrenzen soll. Wie sieht das denn aus und was schreibt das denn vor?
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Das Energieeffizienzgesetz ist, glaube ich, schon drei Jahre alt, das ist noch unter der Ampelregierung entstanden. Der Name ist aber verfälschend. Im Grunde ist das ein Energiedeckelgesetz. Es ist darin vorgeschrieben, zum Beispiel für Rechenzentren, wie viel erneuerbaren Strom die verbrauchen sollen. Die Abwärme von Rechenzentrum, die Nutzung dieser Abwärme ist zwingend vorgeschrieben. Und dann ist eben auch dieser Deckel drin des Energieverbrauchs. Und vor allen Dingen ist das ein hochbürokratisches Gesetz. Die Unternehmen müssen sich zertifizieren lassen, die müssen Audits durchführen, Energieaudits, die müssen Berichte schreiben. Also mit diesem Gesetz, wenn das jetzt durch die neue Regierung nicht irgendwie irgendwann mal abgeschafft wird, dann ist das, ich sag mal, der Türöffner für den Weg deutlich nach unten.
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Einen Mechanismus, dass Firmen Strom abgeschaltet bekommen, wenn zu wenig da ist oder ihren Stromverbrauch reduzieren sollen, den gab es ja schon länger, dafür bekommen sie ja auch Geld. Das ist vertraglich festgelegt. Was ist denn da jetzt anders bei dieser Sicherheitsplattform? Strom.
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Es gab früher das sogenannte Gesetz über abschaltbare Lasten. Das wurde dann auch, also da wurden Betreiber, die sich schnell oder kurzfristig abschalten lassen, also entweder sofort oder innerhalb von 15 Minuten. Die haben eine Entschädigung bekommen. Diese Entschädigung wurde finanziert über eine Umlage auf den Strompreis. Das hatte auch jeder auf seinem Strompreis ausgewiesen bekommen. Das Gesetz ist aber seit 20 Jahren, 2023 glaube ich, zurückgenommen. Die heutigen Abschaltungen, die jetzt erfolgen sollen, möglicherweise über diese Plattform, die sind entschädigungslos. Also auch das ist sehr hart für die Firmen, die praktisch die Verluste selbst tragen müssen. Und die werden dann ihre Entscheidung selbst treffen über ihre wirtschaftliche Zukunft in Deutschland.
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Werfen wir dann noch einen Blick auf das, worin die goldene Zukunft bestehen soll, nämlich die sogenannten erneuerbaren Energien sollen ausgebaut werden. Wir sehen ja schon, halb Deutschland ist zugepflastert mit Windrädern, Photovoltaikanlagen noch und nöcher. Um mit der Energiephilosophin Claudia Kempfer zu reden, hilft das denn nicht?
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Nein, also wir sehen derzeit an der Solarenergie, dass die natürlich in Summe zur gleichen Zeit produziert. Wir haben wahnsinnige Lastspitzen um die Mittagszeit, müssen diesen Strom sehr oft kostenpflichtig entsorgen. Also das bekommt man wirtschaftlich eigentlich niemandem erklärt. Wir subventionieren ein Produkt und wissen schon zum Zeitpunkt der Produktion, dass wir es wieder kostenpflichtig entsorgen müssen. Das gibt es nirgendwo auf der Welt, auch nicht in Deutschland, mit Ausnahme in der Energiewirtschaft betreffend der Erneuerbaren. Also das ist wirklich einmalig und wir können, das ist das nächste Problem, diese großen Erzeugungsspitzen natürlich nicht Speicher. Das ist illusorisch für diese Überproduktion in dieser Dimension Speicher zu schaffen. Das Thema Wind, das ist die blanke Zufallsenergie. Es gibt ja derzeit die Erfolgsmeldung, dass im ersten Halbjahr 26 mehr Windstrom erzeugt. Wurde als im Vorjahr, also im ersten Halbjahr des Vorjahres. Das ist aber keine Kunst, denn das Vorjahr insgesamt war das Windschwächste seit 80 Jahren. Wenn man aber mal auf dieselbe Zeit vor zwei Jahren schaut, also 2024 dann haben wir weniger produziert im ersten Halbjahr 26 als 2024 und das, obwohl wir 8400 Megawatt mehr Windkraft installiert haben. Das sind etwa 1400 Windkraftanlagen der 6 MW Klasse. Trotz erheblichem Zubau haben wir weniger Produziert als vor zwei Jahren. Und daran kann man sehen, dass dieser wir brauchen mehr Erneuerbare nicht dazu führt, dass tatsächlich mehr Produktion kommt. Wodurch kommt das? Es gibt offensichtlich gesamteuropäisch eine Windschwächung. Das kann mit einem Klimawandel zusammenhängen, das kann mit dem Energieentzug insgesamt zusammenhängen. Wir haben immerhin in Europa Windkraftanlagen. Und natürlich, je mehr Anlagen gebaut werden, umso mehr verschatten die sich gegenseitig. Also wir können jetzt noch jede Menge Sportplatz, jeden Marktplatz und jeden Friedhof mit Windkraftanlagen zu pflastern. Es wird am Ende nie reichen. Das ist aber auch nicht das Ziel. Die Branche und die Lobby, die will so viel wie möglich bauen und dafür hat die Politik den Weg geebnet. Die können das auch. Insofern gehen wir auch international einen einsamen Weg. Der thyssenkruff Chef Lopez hat das schon auf den Punkt gebracht, in dem er gesagt Jeder Cent Steuergeld für Solar und ist rausgeworfenes Geld. Hat er recht. Wir werden in diesem jahr wieder zwischen 16 und 20 Milliarden Euro an erneuerbaren EEG Förderung bezahlen. Trotzdem hört man immer wieder, Windkraft wäre die billigste Energie. Da verwechselt man Gestörungskosten und die am Markt erzielbaren Preise. Die wirft man hier durcheinander. Aber wenn man denn der Meinung ist, das ist die billigste Energie, dann bin ich sofort dafür, wenn wir jegliche EEG Förderung auch für Bestandsanlagen sofort aufheben. Denn wir wissen, Wind und Sonne schicken keine Rechnung. Und wenn man das sagt, dann sollte man auch konsequent dazu stehen, dass diese Anlagen endlich an den Markt entlassen werden.
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Schließlich, was bleibt uns? Frank Hennig wenn wir aus Atom und Kohle vollständig raus sein werden? Was passiert denn dann?
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Also ganz kurz und allgemein gesagt, wir werden kein Industrieland in der heutigen Form bleiben, denn wir werden in großen Mengen Gas importieren müssen und an der anderen Seite Verbrauch reduzieren müssen. Damit bewegen wir uns in Richtung eines Lebensniveaus des globalen Südens. Im Prinzip besteht ja unsere Energiestrategie aus einem einzigen Satz seit Jahren schon und der Wir brauchen mehr Erneuerbare. Es gibt keinen Masterplan für die Energiewende, der alle Bereiche der Energieversorgung wirklich miteinander kombiniert, sondern es wird immer nur an einigen Schrauben gedreht, in der Hoffnung, das wird sich irgendwie von selbst lösen. Das ist aber nicht der Fall. Aber die preiswerte und ausreichende Energie ist eben Grundlage jedes Wirtschaftens. Jetzt kann man Wie sind wir in diese Situation gekommen? Man sagt ja, man soll nichts der Böswilligkeit zuschreiben, was nicht auch durch Dummheit hinreichend erklärbar wird. Also ich denke, wir bewegen uns da in einer Grauzone. Viele unserer politischen Entscheider sind auch intellektuell teilmöbliert und die Interessen der entsprechenden Lobby mit ihrer politischen und finanziellen Kraft, die kommen natürlich dazu. Und die Lobbys haben kein Interesse an einem sicheren, preiswerten Stromsystem. Die wollen schlicht und einfach Geld verdienen. Das haben sie bisher gut getan. Und die zarten Ansätze, die Ministerin Reiche jetzt Macht in Richtung Markt zu entwickeln, das heißt, dass es auch bezahlbar wird, die werden ja derart bekämpft, dass eben deutliche sinnvolle Änderungen, die hier anzuraten wären, eben nicht stattfinden. Und ich bin gespannt, wie lange die Ministerin diesen Kampf gegen diesen übermächtigen Gegner noch aushält, denn ich habe den Eindruck, von ihrem Kanzler bekommt sie dafür nicht viel Unterstützung.
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Frau Kennig, haben Sie vielen Dank für diesen kleinen Ausflug in die bittere Welt der Energieversorgung.
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Bitte schön.
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Bärbel Bas ist stolz auf die SPD. Sie sei das einzige Stoppschild in dieser Regierung, sagt die große Vorsitzende dieser kleinen Partei im Sommerinterview. Man höre und staune vorbei die Zeit, als die Sozialdemokraten Motor sein wollten für Fortschritt und Wohlstand, auch für die kleinen Leute. Wir waren mal ein Land der Dichter und Denker. Heute sind wir ein Land der Wichte und Schenker, weil wir uns selbst verzwergen und gleichzeitig unsere Zukunft herschenken. Vor allem sind wir ein Land des Stillstands, regiert von Politikern, die darauf auch noch stolz sind. Während andere Länder Gas geben, sich von Ballast und Regulierung befreien, treten hierzulande im August die neue Verpackungsverordnung und die nächste Stufe der KI Regulierung in Kraft. Verwundert es da, dass die Wirtschaft nicht wächst und sich nichts mehr bewegt? Wer will überhaupt laufen, wenn der Schuh drückt? Jetzt sind wir wieder bei den bequemen Schuhen von Sioux angekommen, einem der letzten Orte echter Freiheit. Und als Entlastungspaket wartet auf Sie in unserem Online Shop der finale Sommer Sale mit Rabatten bis 50 Prozent. Mit dem Code TICHY gibt es 20 Prozent obendrauf. Sioux für alle Menschen, die gerne die extra Meile gehen.
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Und bei Ihnen bedanken wir uns fürs Zuhören. Schön wäre es, wenn Sie uns weiterempfehlen. Weitere aktuelle Nachrichten lesen Sie regelmäßig auf der Webseite tichyseinblick de. Und wir hören uns morgen wieder, wenn Sie mögen.
Podcast: Podcasts von Tichys Einblick
Host: Tichys Einblick (Roland Tichy/Douglas)
Guest: Frank Hennig (Kraftwerksingenieur und TE-Autor)
Date: August 8, 2026
Episode Theme: Aktueller Zustand und Gefahren der deutschen Energieversorgung vor dem Winter 2026/27
Diese Episode widmet sich den wachsenden Risiken der Energieversorgung in Deutschland zum Sommerausklang 2026. Der Fokus liegt auf den drastisch niedrigen Gasreserven, politischen Fehlentscheidungen im Zuge der Energiewende und den bürokratischen Regulierungen, die die Versorgungssicherheit und den Industriestandort gefährden. Kraftwerksingenieur Frank Hennig analysiert Daten, nennt Folgen drohender Versorgungsengpässe und bewertet die Wirksamkeit getroffener und geplanter Maßnahmen.
Historisch niedrige Gasfüllstände:
„Falls der kommende Winter streng wird, droht uns rein rechnerisch, dass im Februar die Speicher leer sind…und Industrie in Teilen bezüglich Gasverbrauch heruntergefahren werden muss.“
Marktgetriebene Speicherbefüllung:
Politische Versäumnisse:
Gasimporte hauptsächlich aus Norwegen (>40 %), ergänzt durch belgische und niederländische LNG-Terminals.
Wegfall russischer LNG-Importe ab 2027 auf EU-Anordnung.
Externe Einflüsse verschärfen Unsicherheit: Schäden an LNG-Anlagen in Katar, Lieferketten-Gesetze, Methanverordnung der EU, hohe bürokratische Anforderungen.
Frank Hennig (03:45):
„Es ist einigermaßen verwegen, als Bittsteller auf dem globalen Markt hier noch die Bedingungen diskutieren zu wollen.“
Heimlich eingeführte „Sicherheitsplattform Strom“
Gefahr von „persistenter Strommangellage“ bei Kälte/Schwäche der Erneuerbaren, Importmöglichkeiten ebenfalls begrenzt.
Frank Hennig (16:38):
„Das ist natürlich, wenn es zu dieser persistenten Strommangellage kommt, ein verheerendes Signal, was wir als Industrieland geben, vor allem nach außen.“
Das Energieeffizienzgesetz gedeckelt den Energieverbrauch bis 2030 um 26,5 % ggü. 2008.
Hohe Bürokratie für Unternehmen durch Zertifizierungs- und Auditpflichten.
Frank Hennig (18:15):
„Im Grunde ist das ein Energiedeckelgesetz ... Wenn das nicht abgeschafft wird, dann ist das, ich sag mal, der Türöffner für den Weg deutlich nach unten.“
Ohne Atom und Kohle, mit geringem Gaseinsatz und Energieverbrauchsdeckel wird Deutschland langfristig seine Stellung als Industrieland verlieren.
Die aktuelle Politik folgt einseitig dem Ziel „mehr Erneuerbare“ ohne Gesamtstrategie.
Frank Hennig (24:20):
„Wir werden kein Industrieland in der heutigen Form bleiben...Wir bewegen uns in Richtung eines Lebensniveaus des globalen Südens.“
Zu politischen Versäumnissen:
„Wie so vieles in dieser Politik wird einiges, ich sag mal auf gut Deutsch, verpennt...“ – Frank Hennig (02:30)
Zur Energieabhängigkeit:
„Es ist einigermaßen verwegen, als Bittsteller auf dem globalen Markt hier noch die Bedingungen diskutieren zu wollen.“ – Frank Hennig (03:45)
Zum Atomausstieg & Versorgungssicherheit:
„Der Atomausstieg als Kardinalfehler der deutschen Energiepolitik wird sich noch an vielen anderen Stellen zeigen.“ – Frank Hennig (07:49)
Zur Erneuerbaren-Lobby:
„Die Branche und die Lobby, die will so viel wie möglich bauen ... und dafür hat die Politik den Weg geebnet.“ – Frank Hennig (22:50)
| Zeit | Thema | |--------|------------------------------------------------------------------------------| | 00:03 | Einstieg & Thema: Gasknappheit und Energieversorgung | | 01:14 | Analyse der Gasspeicher-Füllstände, Ursachen & Versäumnisse | | 05:12 | Chancen und Risiken einer drohenden Gasmangellage | | 09:52 | Kohleausstieg und Umstieg auf Gaskraftwerke | | 12:00 | Herkunft des aktuellen Gasimports, Norwegen, LNG, Pipeline-Kapazitäten | | 14:20 | Vorstellung der „Sicherheitsplattform Strom“ und Struktur der Strommangellage| | 18:03 | Energieeffizienzgesetz und Energieverbrauchsdeckel | | 20:42 | Rückblick: Was leisten Erneuerbare wirklich? Wind, Sonne, EEG, Überproduktion| | 24:13 | Ausblick: Zukunft ohne Kohle und Atom – was bleibt? |
Die Episode zeichnet ein düsteres Bild der deutschen Energiepolitik und Versorgungslage: Zu spätes Handeln der Verantwortlichen, unrealistische Erwartungen an erneuerbare Energien, steil wachsender Importbedarf an Gas, gefährliche und teure Umstellung der Versorgung sowie eine zunehmend investitions- und standortfeindliche Gesetzeslage lassen Hennig pessimistisch auf die industrielle Zukunft Deutschlands blicken.
Sein Urteil: Ohne umfassende Strategie und Balance im energiepolitischen Dreieck droht Deutschland der dramatische Abstieg als Industriestandort.