
„Hier zerbröselt das Geschäftsmodell Deutschland“: BDA-Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter warnt vor einem historischen Strukturbruch.
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A
Arbeitgeberpräsident Dugger und ich haben uns länger darüber unterhalten. Wir können mit dem Prinzip Brandmauer nichts anfangen. Die Menschen, die in unseren Betrieben arbeiten, sind politisch divers und es ist nicht Aufgabe der Arbeitgeber, denen vorzuschreiben, was sie zu wählen haben, was sie auch zu unterlassen haben.
B
Deutschland sucht den Weg aus der Wirtschaftskrise. Die Bundesregierung hat versprochen, den Standort wieder wettbewerbsfähiger zu machen. Aber was bedeutet das wirklich? Angekündigt war weniger Bürokratie, niedrigere Energiekosten und große Arbeitsmarkt und Sozialreform. Natürlich, das geht nicht sofort. Aber Bürger und Betriebe warten immer noch auf den großen Wurf. Stattdessen wird jetzt seit Wochen schon wieder über die Rentenreform gestritten, obwohl, und auch das haben wir hier im Podcast mehrfach besprochen, die Regierung sich ja einig war, diesen Vorschlag der Kommission umzusetzen, der nun schon wieder zerpflückt wird. Gleichzeitig wächst der Druck auf die Große Unternehmen wie Volkswagen und BMW kündigen weiteren Stellenabbau an. Viele Betriebe klagen über hohe Kosten, zu viel Regulierung und Fachkräftemangel. Also die Sorge ist groß. Deswegen will ich heute mit Steffen Kampeter sprechen. Er war lange CDU Politiker, Bundestagsabgeordneter, Staatssekretär. Mittlerweile ist er Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, kurz BDA, und vertritt die Interessen von rund einer Million Unternehmen. Mit ihm wollen wir darüber sprechen, wie es um die deutsche Wirtschaft steht, warum die Arbeitgeber auf tiefgreifende Reformen drängen und was der Streit um die Rentenreform für die Wirtschaft bedeutet. Ich freue mich, dass Sie da sind. Hallo Herr Kampeter.
A
Danke für die Einladung.
B
Herr Kampeter, wir treffen uns mitten im Hochsommer. Wie ist die Stimmung? Was hören Sie von den Unternehmen im August?
A
Also das unterscheidet sich nicht so sehr von dem, was wir im Juli und im Juni gehört haben. Wir haben ein sehr durchwachsenes Bild in der deutschen Wirtschaft. Es gibt Unternehmen, denen geht es gut, wenn sie beispielsweise in den Rüstungsbereich gucken oder diejenigen, die ansonsten von der staatlichen Nachfrage leben. Aber in der Breite der deutschen Wirtschaft sieht es mau aus. Pro Monat werden im gewerblichen Bereich etwa Arbeitsplätze abgebaut. Die Gewinnentwicklung und ist eher mau und reicht nicht aus, um große Investitionsprojekte zu realisieren.
B
Gewerblich heiß.
A
Sie können es zusammenfassen Im Kern die Industrie baut ab. Der einzige Bereich, der richtig aufbaut, ist alles, was aus Steuern und Sozialabgaben finanziert wird so Pflege baut auf, aber vor allen Dingen baut die öffentliche Verwaltung, die öffentliche Bürokratie auf. Aber im Großen und Ganzen haben wir in den Wertschöpfungsintensiven, wo auch anständige Löhne und Gehälter gezahlt werden, da geht es abwärts. Das hat ein bisschen was zu tun mit den internationalen Entwicklungen. Aber im Kern hat diese Entwicklung ja nicht erst mit dem Krieg in der Ukraine oder im Nahen Osten angefangen, sondern seit sieben Jahren bewegt sich die Wirtschaft seitwärts und das macht Sorgenfalten.
B
Jetzt ist es so, dass auch als Journalist erinnere ich das, dass so die Industrie immer mal Mensch, so richtig gut ist es nicht und eigentlich könnte es besser sein. Können Sie beschreiben, was jetzt anders ist? Also was hören Sie da von den Chefs von den Unternehmen? Wohin geht das?
A
Sie haben gerade zwei Beispiele aus der großen Automobilindustrie genannt. Das, was wir derzeit an Beschäftigungsabbau angekündigt haben, ist ja noch gar nicht realisiert. Das, worüber ich rede, das sind die Zulieferer, das sind die Handwerksbetriebe, das sind die Händlerinnen und Händler, wo die Leute, die kein Einkommen mehr von der Firma haben, weniger einkaufen. Der Strukturwandel findet still und heimlich, will ich nicht sagen, aber stillschweigender statt. Die große Welle, die Sie gerade zitiert haben, die rollt noch erst auf uns zu. Und von daher glaube ich, es ist so ernst wie schon lange nicht mehr Wahrscheinlich sind die Strukturbrüche größer als bei der Wiedervereinigung. Und deswegen glaube ich, ist das ernsthafte Sorge um den Standort und nicht irgendwie so ein bisschen Shishi, wir wollen von der Politik mal eine Subvention haben oder sonst irgendwie so etwas. Das sind schon existenzielle Dinge. Wenn Sie sehen, dass in so harmonieorientierten Bereichen, jetzt nehme ich mal den Beispiel Automobilindustrie, über Stunden Woche ohne Lohnausgleich diskutiert wird, dann sind das Kostenveränderungen in Höhe von 15 Prozent bei den Arbeitskosten. Also wer so was macht, dem muss das Wasser, ich will nicht sagen bis zum Halse stehen, aber das sind dann schon existenziell Herausforderungen. Das macht man nicht mal nur so,
B
Wenn Sie sagen, größere Strukturveränderungen als die Wiedervereinigung, das ist ja, wo man erstmal aufhorcht. Was macht das größer als damals? Ich meine, das waren zwei unterschiedliche Systeme, eine zusammenbrechende DDR. Also wenn Sie das mit heute vergleichen,
A
hier werden nicht zwei Systeme zusammengeführt, sondern hier zerbröselt das Geschäftsmodell Deutschland. Wir haben nicht mehr die Exportmärkte offen, wie wir sie in den vergangenen Dekaden offen hatten und in der Wiedervereinigungsphase war Deutschland weiterhin ein Superexporteur, sondern es sind neue Wettbewerber aufgetreten. Früher haben wir nach China geliefert, heute liefert China Hochtechnologie nach Europa und ist aus einem Kunden ein Wettbewerber geworden. Das erleben wir auch mit anderen asiatischen Staaten. Und das, was wir früher durch mehr Leistung, durch mehr Qualität auch teurer sein konnten, das ist heute nicht mehr so. Deswegen haben viele Unternehmen ja auch ihre Geschäftsmodelle optimiert. Wenn Sie gucken, beispielsweise Siemens vor zehn Jahren und Siemens heute sind zwei völlig unterschiedliche Unternehmen. Es werden Kosten auf den Prüfstand gestellt, Veränderungen in den Unternehmen angestoßen. Was wir nicht verändern können, sind die Rahmenbedingungen, die in Deutschland dazu führen, dass auch unsere Produktionskosten so sind, dass es interessanter, rentabler ist, im Ausland Arbeit entstehen zu lassen. Und das ist der Punkt, wo der Bundeskanzler recht hat. Wir müssen unsere preisliche Wettbewerbsfähigkeit wiedergewinnen, weil andere im Bereich Innovation, im Bereich Technologie, im Bereich Wettbewerbsfähigkeit besser geworden sind. Wir haben nichts verpennt, aber die anderen haben nicht geschlafen.
B
Sie sagen, Sie haben nichts verpennt. Da gibt es einige Politiker, die Ja, alles richtig Auch die Rahmenbedingungen müssen besser werden in Deutschland. Aber gleichzeitig hat die Industrie sich eben doch ausgeruht in Deutschland in den vergan Jahren oder auch Jahrzehnten und es eben nicht geschafft, neue große Player entstehen zu lassen, also neue große Bereiche. Wenn wir das vergleichen mit der Entwicklung
A
in den letzten Jahren. Ja, da würde ich sehr differenziert draufblicken. Sie haben beispielsweise recht. Wir haben in Deutschland wenig datengetriebene Geschäftsmodelle. Das ist aber, glaube ich, eher dem regulatorischen Regime, unserem sehr anspruchsvollen Datenschutzregime in Europa zuzuordnen, als einem unternehmerischen Fehlversagen. Alle datengetriebenen Geschäftsmodelle sind in den USA in einem anderen regulatorischen Rahmen entstanden. Ja, Sie haben recht beispielsweise. Es ist viel pharmazeutische Industrie aus Europa und aus Deutschland herausgewandert. Aber warum, Wenn in England die Genehmigungsverfahren für die Zulassung eines Medikamentes sehr viel fixer und sehr viel kostengünstiger sind, ist das unternehmerisch völlig korrekt, wie dort gehandelt wird. Und es ist ein Auftrag an die nationale, aber auch an die europäische Politik, den Standort Europa im Vergleich zu anderen Standorten wieder attraktiver zu machen, das nicht im Ausland oder außerhalb von Europa, sondern in Europa und in Deutschland investiert wird.
B
Jetzt sprechen Sie für diese Unternehmen und verteidigen natürlich auch diese Unternehmen in der Öffentlichkeit. Aber jetzt mal noch mal nachgefragt, wo würden Sie denn sagen, haben die deutschen Unternehmer Fehler gemacht in den letzten Jahrzehnten?
A
Alle haben Fehler gemacht in den letzten Jahrzehnten. Die Politik, die Journalisten, die Verbandsvertreter, auch die Unternehmensleiter. Ich suche eigentlich aber auch nicht, Ich finde das auch unkreativ, nach Verantwortlichkeiten zu suchen, sondern ich hier ist 2026 was können wir besser machen?
B
Aber lernt man daraus nicht, dass man
A
Erfahrung Beispielsweise glaube ich, Politik hat Unternehmen eingeladen, ausschließlich auf Elektromobilität zu setzen. Daraufhin haben Unternehmen teilweise ausschließlich auf Elektromobilität gesinnt. Rückblickend wäre Technologieoffenheit und Technologievielfalt schlauer gewesen, möglicherweise auch unternehmerischer erfolgreicher. Jetzt würde ich ehrlich gesagt aber nicht nach den Schuldigen suchen, warum das so passiert ist, sondern zu gucken, wie können wir die nationalen oder internationalen Mobilitätsanbieter mit Sitz in Deutschland auf welchen Märkten mit wettbewerbsfähigen Produkten, das können Autos sein oder auch umfassende Mobilitätsdienstleistungen wieder positionieren. Was kann Politik dazu leisten? Was kann der Anpassungsprozess in den Unternehmen dazu leisten? Ich glaube, das muss ein Miteinander sein und jeder muss seine Hausaufgaben in seiner Verantwortung machen. Unternehmerische und politische.
B
Gibt es Felder, wo Sie gerade Hoffnung haben? Wir reden über alles, wo es gerade nicht so gut aussieht, also Automobile, auch Pharma, andere Bereiche, die unter Druck stehen. Aber gibt es neue Entwicklungen, von denen wir vielleicht noch gar nichts wissen, wo Sie sagen Mensch, da entsteht gerade was in Deutschland.
A
Ich glaube, dass die künstliche Intelligenz uns viele Chancen bietet, unsere Produkte beispielsweise in der Metall und Elektroindustrie, im Maschinenbau mit KI so wettbewerbsfähig zu machen oder ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, dass sie attraktiv sind? Wir können nämlich gute Maschinen bauen und wenn wir mit den neuen Digitaltechnologien auch noch add on machen, wir haben ja schon 360 Grad, aber da sagen doch
B
alle, wir sind total abgehängt.
A
Nein, wir sind nicht total abgehängt. Also dieses Schlechtreden vom Standort Deutschland im Sinne Die Substanz ist schlecht, die Rahmenbedingungen sind schlecht, wir haben zu hohe Steuern, zu viel Bürokratie, zu hohe Energiepreise, das stimmt schon, Aber wir haben schlaue Ingenieure, wir haben fleißige Leute und wir haben Leute, wenn man sie lässt, die auch was haben. Ich will es mal mit Gulliver Der Riese Gulliver lag am Stand von Lilliput und wurde mit Zwirn festgestellt gehalten. Das müssen tausende Zwirnige sein. Deutschland ist ein wirtschaftlicher Riese, ein intellektueller und industrieller Riese. Weiterhin. Wir müssen die Zwirne lösen und zwar nicht nur ein, zwei, drei, sondern hunderte von Zwirnen. Dann wird dieser Riese auch wieder das repräsentieren, was wir vom Selbstbild, nämlich Industrienation, Wirtschaftskraft, Deutschland Nummer 1 in Europa etc. Pp. Dann haben. Wenn wir die Zwirne nicht lösen, und das ist eine Sisyphus Aufgabe, wenn wir diese Zwirne nicht lösen, werden wir erstaunt zu gucken, warum Griechenland dynamischer wächst als Deutschland. Hey, Griechenland, das war das Land, von dem wir vor 10, 15 Jahren spöttisch hingeguckt haben. So nach dem Die haben es nicht in den Griff bekommen. Gucken wir auf die Wachstumszahl, zugegeben von anderem Niveau, dann ist Griechenland heute dynamischer. Wir haben zwar immer noch ein sehr, sehr hohes Pro Kopf Einkommen in Europa, aber der Vorsprung gegenüber anderen wird geringer. Und das macht mir Sorge, weil das sind die Zukunftschancen von unseren Kindern und Enkelkindern. Die müssen wir doch jetzt sichern.
B
Kinder und Enkelkinder. Da komme ich zum Thema Rente, was in diesen Tagen wieder heftig diskutiert wird, nämlich die abschlagsfreie Rente ab 63. Warum? Erst einmal von Anfang an ist diese Regelung aus Sicht der Arbeitgeber so problematisch.
A
Ich würde mal vielleicht ein, zwei Schritte vorher anfangen, wenn Sie gestatten, die Babyboomer gehen in Rente in den nächsten Jahren. Wir verlieren pro Jahr etwa Menschen mehr, als neu in den Arbeitsmarkt herauskommen. Wir spüren das allenthalben. Die Kneipe hat nicht mehr Montag und Dienstag geöffnet, weil kein Personal da ist. Viele Dienstleistungen werden teurer, weil die Knappheitspreise nach oben steigen. Also da tut sich was. Das hat die Politik auch, glaube ich, inzwischen begriffen und sagt, wir müssen dafür Sorge tragen, dass die Menschen attraktiv in Arbeit kommen. Die Realität ist allerdings mit dem politischen Handeln eine andere. Wir kümmern uns nicht darum, dass Leute in Arbeit bleiben, sondern aus Arbeit rausgehen. Sagen Sie mir mal eine Debatte der letzten zwei, drei Jahre wo Politik sich gekämpft Hey Leute, wir müssen mehr arbeiten, wir müssen hier einen neuen Job schaffen, dies und jenes. Es geht immer nur um Wege aus der Arbeit in die Nichtarbeit.
B
In den vergangenen Monaten immer wieder gesagt wurde
A
das Thema Rente, was heiß und notwendigerweise auch kontrovers diskutiert wird, ist der Weg aus der Beschäftigung, die Beschäftigung mit Hartz IV oder Bürgergeld, je nachdem wie es ich weiß gar nicht mehr, wie es gerade heißt, ist eine Beschäftigung, wie Leute Nichtarbeit alimentiert werden. Aber es wird sehr wenig darauf geguckt, warum immer weniger netto vom Brutto bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Deswegen ist unser Anliegen bei der Rentendebatte, das Rentensystem so zu machen, dass zum einen die Menschen, die lange gearbeitet haben, im Alter auch eine auskömmliche Rente haben, aber b, weil immer weniger Beschäftigte immer mehr Rentnerinnen und Rentner finanzieren müssen, die Beiträge nicht so hoch sind. Und das ist eigentlich der Kern der Rentendebatte. Es geht nicht um individuelle Betroffenheit. Ich glaube, da gibt es viele unterschiedliche Fälle, sondern es geht um das Generelle Wenn immer weniger Menschen in die Rentenversicherung einzahlen, dann gerät der Generationenvertrag in Stress und da muss man gucken, wie man die Lasten zwischen den Jüngeren und den Älteren verteilt. Und man kann die Rechnung nicht einfach nur bei den Jüngeren abladen. Und ich glaube, wenn wir das, was die Rentenversicherung oder die heißt ja Alterssicherungskommission vorgeschlagen haben, sehr sorgfältig uns mal angucken, werden wir da vieles finden, was fair, gerecht und ein auskömmlich finanziertes Rentensystem ist.
B
Jetzt waren hier auch schon mehrere Gewerkschafter zu Gast und auch Teile der Politik waren in diesem Zusammenhang immer vor sozialen Einschnitten. Wenn die Rente mit 63 so abgeschafft würde. Und da wird immer wieder Dachdecker genannt oder der Pfleger genannt, die nach 45 Arbeitsjahren eben nicht mehr weiterarbeiten können. Wie müsste eine faire Lösung für Menschen aussehen?
A
Herr Runsheimer? Ein allgemeines Rentensystem kann sich nicht an Einzelfällen orientieren, sondern muss erstmal eine allgemeine Regel machen. Deswegen sage Fairness zwischen den Generationen. Die Beispiele, die sie anführen, dafür gibt es ja spezielle Regelungen, wie die Erwerbsminderungsrente. Wenn einer nicht mehr kann, hat er Möglichkeiten, vorzeitig in Rente zu gehen oder flexible Alterszeit Renten die ja auch gerade für Ältere eine Möglichkeit sind. Wenn wir sehen, wie sehr die Aufhebung der Zuverdienstgrenzen für Rentner dazu beigetragen hat, dass Rentnerinnen und Rentner im Rentenalter weiter noch arbeiten, sehen wir ein differenziertes Bild. Ja, wir haben Menschen, die bis zum gesetzlichen Alter Schwierigkeiten haben, wir in Vollerwerbsfähigkeit. Ja, wir haben Instrumente dafür, um das richtig auszugestalten. Aber die Frage, wann die gesetzliche Rente einsetzt, die darf sich nicht an den Extrem und Aussenfällen orientieren, sondern sie muss sich an der Demografie, an der Fairness und an der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Deswegen würde ich das Thema Rente mit 63 gerne unter Fairness Gesichtspunkten mal auch diskutieren. Das sind nämlich nicht die Handwerkerinnen und Dachdecker, die die Rente mit 63 in Anspruch nehmen, sondern das sind eher die Besserverdienenden. Das ist ein sehr teures Frühverrentungsprogramm für Menschen, die zwar noch arbeiten könnten, die aber nicht mehr arbeiten wollen. Und von wem wird es finanziert? Im Wesentlichen von denjenigen, die wir angeführt haben, für die wir das machen, nämlich die mühselig und beladenen Handwerkerinnen und Handwerker, die in der Regel bis zur Regelaltersgrenze arbeiten, weil sie es nicht leisten können und lieber Nettoeinkommen haben als eine Rente, die nicht ihrem Nettoeinkommen entspricht. Ich finde, da ist eine schräge Diskussion eigentlich im Gange. Da wird Hey, ich will jetzt meine Rente haben. Das ist individuell nachvollziehbar, aber daran darf sich Rentenpolitik eigentlich nicht mit einer allgemeinen Regel orientieren an diesen Extremfällen.
B
Aber genau das passiert gerade wieder und eben nicht nur aus der SPD, sondern auch aus Ihrer Partei, der CDU, wo wir mehrere Ministerpräsidenten haben, die das in Frage stellen. Sven Schulze, Sachsen Anhalt, Mario Voigt, Thüringen, Michael Kretschmer, Sachsen, da gibt es noch Manuela Schwesig von der SPD in Mecklenburg Vorpommern. Aber es gibt auch weitere Stimmen insgesamt im Bund. Mal aus einer politischen Logik herausgefragt. Sie waren ja Politiker vorher. Was passiert da gerade? Ist das einfach jetzt ein Wahlkampfthema? Ist das am Wahlkampfstand einfach so unpopulär, dass man da einfach jetzt eine andere Haltung haben muss, um durch diesen Wahlkampf zu kommen? Erklären Sie uns das mal aus einer Ex Politiker Sicht.
A
Zuerst einmal, ich kann das verstehen, dass Politikerinnen und Politiker, wenn sie Kritik gegenüberstehen, überlegen, muss ich darauf reagieren, Das habe ich ja auch gelernt und manchmal habe ich richtig gelegen, manchmal habe ich falsch gelegen. Möglicherweise würde ich in der Frage der Migration, ich bin ja ein Politiker aus der Migrationskrise heute, Dinge anders bewerten, anders kommunizieren etc. Von daher finde ich es richtig und einen Beleg für die Funktionsfähigkeit der Demokratie, dass wenn auf Kritik Reaktion erfolgt, dass man darüber ernsthaft diskutiert. Nur halte ich dieses Beispiel wirklich für falsch. Ich habe dargelegt, warum die Rente mit 63 die Abschlagsfreiheit sozial ungerecht ist. Ganz kurz, da müssten die Kollegen, da müssten Politik muss auch mal den Rücken gerade machen und sich mit der Sache auseinandersetzen und dann der Kritik auch widersprechen und erklären, warum man das macht.
B
Meine Frage war jetzt eher eine politaktische. Also warum machen die das? Wie erklären Sie sich das?
A
Darüber können Sie und ich nur spekulieren. Meine Spekulation würde dahin gehen, dass sie sich bei den anstehenden Wahlen Vorteile, also höhere Zustimmung vermuten. Meine Gegenthese wäre Die Leute sind sehr viel schlauer, als manche in der Politik vermuten. Die wissen, dass sie das nur aus taktischen oder populistischen Gründen machen. Und in der Substanz, glaube ich, verstehen auch viele, dass wenn alle Menschen länger leben, immer weniger davon arbeiten, dass sich im Rentensystem was ändern will. Das ist doch für viele egal welchen Beschäftigungs oder Bildungsgrad hat eine Binse. Und dass Politik so tut, als könnten diese Veränderungen an den Menschen vorbeigehen, ohne dass man sie spürt, dann haben die auch ein Gefühl dafür, dass sie da nicht ganz ernst genommen werden oder veräppelt werden. Das ist meine Gegenthese.
B
Oder ist es am Ende so, dass die Menschen Wir brauchen Reformen? Absolut richtig. Deutschland steht schlecht da, aber bitte bei mir nicht.
A
Ja, das Hannemann, geh du voran oder wie immer man das nimmt. Das gibt es aber auch da wenn wir im Unternehmen Veränderungen machen, ist das Wichtigste, dass wir sie erklären. Wir müssen wohin wollen wir? Wir wollen das Unternehmen erhalten.
B
Haben Sie das verstanden? Wo Friedrich Merz hin will?
A
Ich bin nicht der Regierungssprecher, sondern kann nur sagen, was ich der Politik empfehlen werde, ist dieses Leitbild, wo Deutschland 2030 2035 stehen woll, als Zielrichtung zu geben für diese Veränderungen, die derzeit habe ich
B
noch keine Rede zu gehört bisher.
A
Ja, ich kann ja nur sagen, wie wir in der Wirtschaft, wenn wir Veränderungen haben, sagen, wo wollen wir in zehn Jahren stehen, was ist dafür erforderlich? Jede Veränderung, die einfach nur da ist und man weiß gar nicht, wo man hingeht, wird doch als eine Belästigung, als eine Zumutung empfunden. Jede Veränderung, die auf ein Ziel sich hinrichtet, also dass man weiß, daraus könnte etwas Besseres werden, wird ja grundlegend von den Betroffenen anders bewertet und deswegen, man kann das irgendwie mit Narrativ umschreiben, aber dass Politik erklärt, warum dieses zu einer möglichen Verbesserung von Deutschland, dem Standort, der Chance für die Arbeitsplätze, die Möglichkeit, dass Kinder und Enkelkinder einen festen Job und ein solides Einkommen haben, dass deswegen diese Reformen notwendig sind, da gebe ich Ihnen recht. Das hören wir aus der Politik zu wenig und das würden wir empfehlen. Auch denke ich, wenn im September jetzt die nächsten Reformschritte kommen, genauso zu machen, als wenn man über das Instrument redet, muss man immer auch über das Ziel Warum machen wir das Jetzt ist es
B
so, dass diese Kritik wirklich ziemlich laut ist, gerade an der Rente mit 63 Glauben Sie, die Regierung hält das durch und das wird am Ende verabschiedet oder ist das stark gefährdet?
A
Ich rate dazu, dass wir Anpassungen im sozialen System machen. Willy Brandt hat ja mal gesagt, wir müssen mehr Demokratie wagen, jetzt müssen wir mehr Reformen wagen und eine Demokratie, die pleite ist, ist auch politisch pleite. Also die ökonomischen Grundlagen Deutschlands wieder zu stärken, indem wir Arbeit in Deutschland rentabler machen, das ist nicht was wegnehmen. Das Unsozialste ist der Arbeitsplatz, der nicht entsteht oder der Arbeitsplatz, der wegrationalisiert oder ins Ausland exportiert wird. Diese Begriffe, dass nur sozial ist, wenn es so bleibt, wie ist das ist eine Debatte, die führt eigentlich in den wirtschaftlichen Abgrund, die Möglichkeiten von Beschäftigungserhalt, die Möglichkeiten von Beschäftigungsaufbau zu verbessern, das ist doch im Kern soziale Politik. Und das ist gerechter, als diejenigen zu subventionieren, die möglicherweise von Transferleistungen profitieren, aber die nicht zum produktiven Bereich beitragen. Wir brauchen produktive Arbeit in Deutschland. Das wäre mein wirtschaftsnahes Leitbild.
B
Jetzt haben Sie davon gesprochen, man braucht ein Ziel 2030 2035. Wenn Sie das auf die deutsche Wirtschaft beziehen, auf die Unternehmen, für die Sie sprechen, was ist Ihr Ziel?
A
Ich glaube, Deutschland muss ein Industriestandort bleiben. Wir bleiben ein Know how getriebener Hightech Bereich, insbesondere im Maschinen und Anlagenbau. Wir müssen mehr Chancen für die Dienstleistungsbereiche haben. Und ich glaube, ein drittes Leitbild könnte, dass wir die Chancen der Digitalisierung für unsere Arbeitswelt beherzt nutzen und damit auch, glaube ich, eine große Bildungsoffensive machen könnten.
B
Aber Herr Kampe, da muss ich jetzt
A
ganz kurz dazwischen Im Kern geht es mir doch darum, Arbeit in Deutschland zu halten.
B
Aber das, was Sie jetzt sagen, das höre ich, glaube ich, seit 10, 15, 20 Jahren.
A
Das mit der künstlichen Intelligenz haben wir
B
vor 10, 15 Jahren ja, aber auch die künstliche Intelligenz. Aber die Menschen, die sich gerade Sorgen machen. Wir haben hier im Podcast über den China Schock gesprochen, darüber, wie viele Arbeitsplätze verloren gehen jeden Monat, wie China aufholt. Es gibt ganz viele Experten, die das auch öffentlich sagen, aber noch mehr in Hintergründen, dass wir in Deutschland gerade ja zwar richtig, was wir da an Reformen machen, dass am Ende aber unser gesamtes Modell in Gefahr ist und dass sowohl die Politik als auch die Wirtschaft in Wahrheit keine Antwort darauf haben, wo die Herausforderungen sind und dass eben das gesamte Modell Deutschland gefährdet ist.
A
Also ich will mich nicht vor den Zug werfen, sondern ich möchte, dass der Zug Fahrt aufnimmt und solide die nächsten Bahnstationen erreicht und dass da Wohlstand und soziale Sicherheit auf dem Fahrplan stehen. Ich halte nichts von diesen Untergangsszenarien richtig. Die Chinesen sind besser geworden. Daraufhin habe ich vorhin gewagt, daraus mache ich die Deutschland muss wieder aufholen und eine Art Fitnessprogramm. Wir haben ja ein paar Punkte auch hat die Politik ja aufgerufen, weniger Bürokratie, aber da macht sie zwei Schritt vor, drei Schritt manchmal zurück, Energiekosten, da hat sie ein paar kleine Schritte nach vorne gemacht. Sehr, sehr mutig, was die Wirtschaftsministerin da macht. Aber beispielsweise bei den sozialen Sicherungssystemen, wenn ich höre, Frau Bas im Interview, sie sei die Verteidigerin des Sozialstaates, dann sagt sie ja nichts anderes. Es muss sich im Sozialbereich nichts ändern. Das ist nicht so die Zukunftsvision, die ich empfehlen würde. Also die Politik muss mehr Reformen wagen, damit die Demokratie, damit die Wirtschaft weiter und sie muss diese Reformen positiv begründen. Sie darf sie nicht als Last, als etwas wegnehmen, fehlinterpretieren. Und wenn SPD und Union das nicht gemeinsam so machen, dann sehe ich schwarz, dann werden die Rentner die politischen Ränder. Jetzt kommt das richtige Wort werden die politischen Ränder immer stärker. Das ist auch meine Befürchtung.
B
Jetzt hat Friedrich Merz einst gesagt, dass die Wirtschaft Top-Priorität für diese Bundesregierung haben soll. Wenn wir uns jetzt die Debatten anschauen, Ostwahlen, Machtkämpfe, all das, was wir in den letzten Wochen und Monaten dort erlebt haben, ist das noch Top Priorität.
A
Gerade ich finde das Reformpaket, was Sie dort Anfang Juli besprochen haben, das ist schon was sehr, sehr Ordentliches. Und ich nehme den Bundeskanzler ganzer beim Weitere Schritte müssen und werden folgen. Und aus den Fraktionen hören wir, dass nach den Landtagswahlen Reformpaket Nummer zwei ansteht. Wir sind nicht die Opposition als Wirtschafts oder Arbeitgeberverbände. Wir geben Ratschläge und ich teile die Auffassung. Das ist ein Aufschlag. Aber es ist noch nicht sozusagen der dritte Satz gewonnen, wie beim Tennis oder nach dem Abpfiff nach Hause gefahren bei Europa oder bei einer Weltmeisterschaft, sondern das ist noch nicht mal Halbzeit. Also die zweite Spielhälfte muss kommen und da müssen noch ein paar Tore im Hinblick auf Wettbewerbsfähigkeit kommen. Frau Bas hat angekündigt, sie wolle das Bürgergeld Reform 2 machen. Sie hat gesagt, der Sozialstaat soll einfacher, digitaler und gerechter werden. Wir haben 500 über 500 Sozialstaatsleistungen steuerfinanziert. Keiner weiß, wie die wirken, ob die sinnvoll sind oder blöd kosten. Ein Heidengeld. Das muss, glaube ich, auch noch mal angegangen werden. Beim Bürokratierückbau, ich rede nicht mehr von Entbürokratisierung, ist noch viel, viel zu machen. Und dann haben die ja diese Riesenschulden als Vermögen getan. Die müssen jetzt auch erstmal dann auf die Straße gebracht werden, damit auch im Bereich Infrastruktur und Ähnliches machen. Also nochmal zweite Halbzeit abgerechnet wird am Schluss aber jetzt schon das Spiel.
B
Jetzt haben wir aber so viele Fußball Tennisfloskeln auf einmal.
A
Ich hätte das mit dem Tennis nicht sagen können.
B
Ich glaube, das ist auch ein bisschen die Sprache, wo die Leute Ja, wo wollen sie denn? Also wollen die Menschen das nicht verstehen,
A
was da so Herr Ronsheimer, ich habe sehr konkrete Vorschläge gemacht. Ich habe mich bekannt zur Rentenversicherungskommission in weiten Teilen. Wir haben die Bundesregierung aufgefordert, den Arbeitsmarkt flexibler zu machen. Die Minireform beim Bürgergeld reicht mir nicht aus. Ich finde es richtig, dass wir die Beschäftigungsdauer flexibilisieren dass wir beim Arbeitszeitbereich etwas machen, wenn ich sehe, was im Ausland bei unseren Hauptwettbewerbern möglich ist, da ist noch viel Raum für Verbesserungen. Die ehemalige Gesundheitsministerin hat nur einen ersten Teil der Gesundheitsreform gemacht. Die Krankenversicherungsbeiträge sollen zwar stabil sein, Klammer auf, ich zweifle noch, aber sie müssen eigentlich sinken. Und ein Gesundheitssystem, was viel, viel, viel, viel Geld kostet, ich glaube, das zweitteuerste der Welt, aber irgendwo nur Mittelklasse ist, das ist unfair und ungerecht. Da müssen wir noch was heben. Und das Gleiche gilt für den Pflegebereich. Und hinzu kommen für die zweite Halbzeit noch ein paar Dinge, für die ich nicht unmittelbar zuständig bin Im Bereich der Energiepolitik. Da müssen die Gesetze jetzt erstmal eingefahren werden, damit Strom in Deutschland wieder bezahlbarer ist. Und ich finde, das sind schon sehr konkrete Projekte und wir wollen die zweite Halbzeit ja nicht überfordern.
B
Jetzt sind wir schon beim zehnten Mal bei der zweiten Halbzeit der Kandidat.
A
Wir wollen den nicht überfordern. Und es gibt dann sicherlich noch weitere Anlässe, über Reformvorhaben zu diskutieren.
B
Lassen Sie uns über den Arbeitsmarkt sprechen. Das ist, was auch viele unserer Hörer beschäftigt. Natürlich Leute, die ihren Arbeitsplatz aktuell verlieren. Die Sorge davor, in der Zukunft den Arbeitsplatz möglicherweise zu verlieren. Wie bewerten Sie da die aktuelle Lage? Wie wird sich das entwickeln, auch in den nächsten Jahren?
A
Der Arbeitsmarkt ist zweigespalten. Wir haben ja auf der einen Seite marschieren wir über drei Millionen Beschäftigungssuchende, auf der anderen Seite melden insbesondere kleine und mittlere Unternehmer Fachkräftemangel. Das ist ein sehr diffuses Bild. Und wenn die Sache nicht klar und eindeutig ist, muss man möglicherweise differenziert darauf reagieren. Ganz, ganz wichtig ist, glaube ich, dass wir darauf reagieren. Und da sind wir Arbeitgeber auch in der Pflicht, dass dieser Talentwechsel, den wir gerade erleben durch neue Technologien, dass man Weiterbildung nicht nur in den Sonntagsreden, sondern tatsächlich im Betrieb noch weiter intensivieren müssen. Da müssen wir voranschreiten, dass Leute unter der Überschrift die Beschäftigungsfähigkeit erhalten. Denn die Menschen wollen wir in den Betrieben haben. Manchmal sind ihre Talente aber so, dass wir sie fortentwickeln können und müssen. Und ich glaube, dass die bisherigen Weiterbildungsanstrengungen bei den Unternehmen noch ausgebaut werden.
B
Wie viele Menschen könnten in den nächsten fünf bis zehn Jahren da ihre Jobs verlieren.
A
Das ist unseriös zu schätzen. Die Chancen werden ja durch den demografischen Wandel eher besser als schlechter, weil die wie viel? Weil ja mehr pro Jahr aus dem Arbeitsmarkt ausstauen als reinkommen. Wichtig ist, dass die Talente, also die Fähigkeiten, die die Menschen im Arbeitsmarkt haben, der Nachfrage entsprechen, die in den Unternehmen benötigt werden. Und das bedeutet, wir müssen vor allen Dingen in Bildung und Ausbildung investieren und damit Beschäftigungsfähigkeit erhalten. Das ist auf der einen Seite staatliche Aufgabe, auf der anderen Seite aber auch Verpflichtung an uns in den Betrieben. Staatlicherseits finde ich, dass Lesen, Rechnen, Schreiben in der Grundschule wieder stärker leistungsorientiert eingefordert werden soll, etwas überpointiert. Wir werden hier immer blöder, wir merken es nicht. Denn die Ergebnisse in der vierten, fünften Klasse, ob durch sehr intellektuell klingende PISA oder IGLU, wie diese ganzen Tests heißen, dass die Ausbildungsqualität immer schlechter wird. Und zwar nicht nur bei Menschen mit migrantischem, sondern wir haben auch in den angeblich bürgerlichen Kreisen so etwas wie Bildungsverwahrung.
B
Woran liegt das?
A
Ich glaube, dass das Bildungssystem zu wenig datengetrieben und zu wenig leistungsorientiert arbeitet. Ich würde mal vergleichen die unterschiedlichen Ergebnisse in Hamburg und Bremen. Beide wenden ähnlich viel Geld für Grundschulen und die darauf aufsetzenden ersten Ausbildungsmaßnahmen ein. Bremen schneidet aber deutlich schlechter ab und Hamburg, beides sehr sozialdemokratisch regiert, hat einen datengetriebenen Ansatz und der langjährige Hamburger Schulsenator Wir müssen Leistungen und Ergebnisse produzieren. Und wenn wir diesen Spirit in den anderen Bundesländern auch wieder stärker in die Bildungspolitik hineinbringen und nicht das Abitur als das glückselig Machende verstehen, sondern auch in der beruflichen Bildung wieder top sein wollen, dann haben wir den ersten Teil schon mal gemacht und den zweiten Teil müssen wir in den Betrieben leisten können durch eine dynamisch sich verändernde Ausbildungssituation, aber gleichzeitig auch durch eine Fort und Weiterbildung der Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben, die 10, 20 Jahre erfolgreiche Arbeit geleistet haben und die wir in den nächsten Jahren weiterhin in unseren Unternehmen gerne halten wollen, mit Fort und Weiterbildung von den Unternehmen,
B
für die Sie sprechen. Rund eine Million sind das. Wie viele würden Sie schätzen, unterstützen mittlerweile die AfD.
A
Ich habe keine seriösen Schätzungen dazu, aber wir merken und hören das insbesondere in den Wirtschaftsorganisationen, wo Pflichtmitgliedschaften sind, also dem öffentlich rechtlichen Bereich gibt es ja auch welche Kammern etc. Pp. Auch in den Vollversammlungen natürlich Menschen sind, die nicht aus der demokratischen Mitte politisch kommen bzw. Sich dort verankert sehen, sondern auch an den politischen Rändern, sowohl links wie rechts. Das muss man sehen. Wir haben genauso BSWler wie AfDler, die in den Versammlungen auftauchen.
B
Jetzt ist die AfD aber ja wesentlich erfolgreicher in den Umfragen, wenn wir uns jetzt auch die anstehenden Ostwahlen anschauen. Welche Gründe nennen Ihnen Unternehmer, Warum Sie die AfD unterstützen?
A
Ich glaube, die nennen keine anderen Gründe, als ich hier dargelegt habe. Mängel im Standort, Frustration über Entscheidungsprozesse. Wenn ich von Bürokratisierung spreche, heißt das ja im unternehmerischen Ich kriege meine Genehmigung nicht in zwei Monaten, sondern in zwei Jahren. Das kostet mich viel, viel mehr, Das kann ich nicht leisten. Das ist einfach unwirtschaftlich für mich. Es wird viel darauf hingewiesen, dass beispielsweise die Verfügbarkeit von Arbeitskräften im Wettbewerb zu Bürgergeld oder Hartz IV Leistungen nicht entschlossen genug. Angegriffen werden. Das sind alles genau die gleichen Themen, die eigentlich in der Breite der Wirtschaft angesprochen werden. Ich glaube, da werden dann nur unterschiedliche Schlussfolgerungen daraus gezogen.
B
Was sagen Sie denen? Sie sind ja klar mit CDU Parteibuch, aber wie diskutieren Sie mit denen?
A
Eine Arbeitgeberorganisation ist keine politische Volkshochschule für ihre Mitglieder, sondern wir sind die wahrscheinlich größte wirtschafts und sozialpolitische NGO in Deutschland. Wir haben demokratische Strukturen und wir legen unsere Position in unseren Gremien fest und ich vertrete diese Meinung, die unsere Gremienmitglieder gemeinsam mehrheitlich finden, nach außen gegenüber dem Parlament, der Bundesregierung. Und wenn mich einer nach dieser oder jener Position fragt, dann habe ich dem nicht zu erklären, wie er zu denken hat, sondern erläutere, wie unsere und warum wir unsere Positionierung beispielsweise Ablehnung der rente mit 63 ich weise ihn allerdings auch darauf hin, wenn er sagt, die Sozialversicherungsbeiträge sind zu hoch, dass die AfD fordert, dass sie das Rentenniveau noch deutlich steigern möchte, was zu wahrscheinlich mittleren zweistelligen Milliardenausgaben per anno aus dem Bundeshaushalt führen dürfte und auch ein paar andere Hinweise. So haben wir beispielsweise so hat das Institut in Halle, das Wirtschaftsforschungsinstitut in Halle für Sachsen Anhalt untersucht, was das Wahlprogramm dieser Partei für Sachsen Anhalt bedeutet. Und sie kam, glaube ich, auf eine Zahl von 2,2 Milliarden Euro, die Sachsen Anhalt fehlt. Das ist ungefähr ein Viertel der Steuereinnahmen. Damit ist Sachsen Anhalt, ich will nicht sagen pleite, vielleicht politisch pleite, aber die hätten das Geld nicht. Wir bewerten ja keine Wahlentscheidungen, sondern wir bewerten Fakten und Wahlprogramme und weisen auf Folgen hin. Das machen wir kritisch, nicht nur bei der AfD, sondern auch bei den Parteien der Mitte und der Linken.
B
Was würde das für den Standort Deutschland bedeuten, wenn wir den ersten AfD Ministerpräsidenten hätten in Sachsen Anhalt? Das würde ja Stand jetzt nur mit einer Alleinregierung funktionieren.
A
Ich will das nicht im Vorhinein bewerten. Ich glaube, wichtig ist, dass der liberale Rechtsstaat gewährt.
B
Haben Sie persönlich Sorgen davor?
A
Wissen Sie, ich beobachte die Radikalisierung an den Rändern als Arbeitgebervertreter. Wir stehen ja für die gesellschaftliche Mitte. Ludwig Erhard ist ja ein soziales Marktwirtschaftskonzept, das bei uns in den Gremien eine große Rolle spielt, kommt aus der Mitte der Gesellschaft. Darunter können sich Sozial und Christdemokraten, ähnliche wie FDP und Grüne, Menschen, die dort diese Parteien gewählt haben, verabreden. Und deswegen ist mir wichtig, dass das eigentlich für uns entscheidend in der Bewertung auch von von gesellschaftlicher Entwicklung ist, dass diese Institutionen, Wettbewerb, Rechtsstaatlichkeit, innere Liberalität, Sozialpartnerschaft, dass die respektiert werden.
B
Wird das respektiert von der AfD?
A
Das kann ich Ihnen im Vorhinein nicht sagen. Das ist auch unser Bewertungsmaßstab für Regierungen. Wenn beispielsweise die jetzige Regierung die Tarifvertragsautonomie nicht hinreichend respektieren würde, würden wir auch sehr kritisch gegenüber der jetzigen Bundesregierung sein. Und wir haben auch, als Die Linke in Thüringen regiert, uns an der Sache entschieden und haben nicht gesagt, ihr dürft dieses oder jenes nicht wählen, sondern es geht uns immer um die Sache und damit um die Attraktivität des Standortes und damit um den Erhalt von Arbeitsplätzen.
B
Aber es ist ja hochinteressant, wenn Sie sagen, Ihnen geht es um die Sache. Wenn wir auf die Debatte in Deutschland schauen, dann haben da viele Menschen das Gefühl, da geht es eben nicht immer um die Sache. Und werft zum Beispiel der CDU Na ja, warum macht ihr denn dann nicht was in der Sache mit der AfD, wo ihr das auch so empfindet und sagt die ganze Zeit Brandmauer. Wie stehen Sie zu dieser Brandmauer Debatte?
A
Arbeitgeber Präsident Durger und ich haben uns länger darüber unterhalten. Wir können mit dem Prinzip Brandmauer nichts anfangen. Wir haben ja Die Menschen, die in unseren Betrieben arbeiten, sind politisch divers und es ist nicht Aufgabe der Arbeitgeber, denen vorzuschreiben, was sie zu wählen haben, was sie auch zu unterlassen haben. Und wir haben Betriebsräte, glaube ich, auch, die auch der AfD näher stehen als möglicherweise den Parteien der demokratischen Mitte. Die werden auch als Betriebsräte ihre Mitwirkungsrechte mit Respekt auch von Arbeitgeberseite genehmigt, respektiert werden können. Das ist eigentlich Ich glaube, wenn wir einen Rat an die Politik geben würden, ist es glaube ich, dass Sie den Regierungsauftrag als Regierungsauftrag und nicht als Streitauftrag wahrnehmen können. Das höre ich auch von vielen Arbeitgebern. Die streiten sich ja nur. Und ich glaube, dass man die Ränder am ehesten mit guter Politik und erfolgreich erklärter Politik und mit konkreten Ergebnissen.
B
Aber das würde ja bedeuten, wenn Sie sagen Regierungsauftrag ernst nehmen und die AfD, nehmen wir an, hätte da 40, 41 Prozent in Sachsen Anhalt und hätte aber eben nicht die absolute Mehrheit. Dann hätten ja aber trotzdem die meisten Menschen dafür gestimmt, dass diese Partei dort an der Regierung ist.
A
Herr Pfanzheimer, Sie weisen mir eine Rolle zu, die mir nicht zustimmt.
B
Mich interessiert es einfach nur.
A
Ja, ist ja in Ordnung.
B
Aber ich meine, wer spielt keine Rolle,
A
aber noch die Arbeitgeberverbände beurteilen. Programme. Ich kann Ihnen Das Programm auf nationaler Ebene mit der europakritischen und NATO-kritischen Grundauffassung der AfD ist für die Exportnation Deutschland ein fundamentaler Nachteil. Zweitens, die Darf ich da kurz nachfragen?
B
Besprechen Sie Das auch mit AfD Politikern, also diese Wirtschaftspolitik, Reden Sie darüber.
A
Wir reden mit denjenigen, die mit uns den Dialog suchen und die in unsere Veranstaltungen kommen, die uns schreiben.
B
Aber diskutieren Sie zum Beispiel mit Alice Weidel über die Wirtschaftspolitik Ihrer Partei.
A
Ich habe mit Alice Weidel das Gespräch nicht gesucht und ich suche auch nicht mit jedem SPD und CDU und FDP Politiker das Gespräch, sondern wir Wenn wir aus der europäischen Integration ausscheiden, aus dem Euro und auch aus der sicherheitspolitischen Koordination innerhalb der NATO, dann wird Deutschland als unzuverlässiger eingeschätzt. Wir haben hohe Risikofaktoren und das ist für ein exportorientiertes Land kein Standorttreiber, sondern ein Standortnachteil. Wir haben in der Sozialpolitik, ich habe das gesagt, auf Bundesebene erhebliche ausgabeintensive Forderungen der AfD, die die Arbeitskosten in Deutschland nachteilig machen. Und es gibt ja verschiedene wirtschaftswissenschaftliche Untersuchungen, dass das ökonomisch negative Auswirkungen hat, wenn das Programm, das dort vorgeschlagen worden ist, durchgesetzt. Das würde ich im Übrigen genauso sagen für die Idee eines staatlichen Wohnungsbauunternehmens, das von Union und SPD gemacht worden ist. Aber wir sind eben nicht und diese Rolle steht uns nicht zu zum zensor, ob die AfD gut oder schlecht ist und ob man die wählen darf, ja oder nein, das habe ich auch nicht gefasst. Das würden wir für keine Partei.
B
Wir haben ja ganz viel auch über die Probleme gesprochen, die Deutschland hat und die Herausforderungen in den nächsten Jahren. Wie kriegt man das hin, dass die Menschen wieder Vertrauen bekommen zu der Politik? Weil wir haben ja den Eindruck, dass die Parteien, die bislang in Deutschland regiert haben, kontinuierlich Vertrauen verlieren, Prozentpunkte verlieren und das ja seit Jahren so geht. Also wie Und Friedrich Merz hatte ja diese Hoffnung, er kommt da rein und alles wird anders als unter Olaf Scholz und jetzt sind seine Werte genauso schlecht oder noch schlechter. Und die Menschen, die das beobachten, haben ja das Gefühl, es verändert sich nichts. Und gleichzeitig wird aber die wirtschaftliche Lage in Deutschland immer, immer, immer schwieriger.
A
Ich glaube, wir müssen etwas demütiger sein, insoweit das als deutsche Herausforderung zu beschreiben. Wenn ich mich umschaue, was wir in Frankreich erleben, haben wir die Stärkung der Ränder. Wir haben links und rechtspopulistische oder radikale Präsidentschaftskandidaten, die wahrscheinlich in die Stichwahl gehen. Wir haben das außereuropäische, aber europäische System in Großbritannien, wo wir Populismus aufstellen. Wir haben in Osteuropa sehr diverse und auseinanderbrechende Parteiensysteme. Also die klassische demokratische Mitte. Wenn wir auch die Zusammensetzung des Europäischen Parlaments als Standardmodell existiert nicht nur in Deutschland, nicht mehr wie vor 10 oder 15 Jahren, sondern europaweit. Und wenn ich über den Atlantik blicke, wir haben jetzt gerade einen sozialistisch anmutenden Senatskandidaten bei der Demokratischen Partei und einen sehr populistisch anmutenden amerikanischen Präsidenten, dann ist das nicht nur ein europäisches Phänomen.
B
Was hilft den Menschen in Deutschland?
A
Na vorsichtig Ich muss schon sagen, weil Sie fragen immer so nach der Lösung, die 15 ist. Ich glaube, wir müssen erstmal anerkennen, dass es diese Entfremdung gibt, dass wir möglicherweise sie nicht mit den Instrumenten und wegen der vergangenen 10 bis 15 Jahre machen. Vielleicht gibt es tatsächlich neue Formen von Politik, neue Kooperationen. Wir werden sehen, ob in Sachsen Anhalt eine andere Koalition, als wir uns beide vielleicht bisher haben vorstellen können, eine Mehrheit findet. Also ich glaube, die Antwort kann nicht sein, wir haben jetzt Programm 1, 2, 3, sondern die Antwort muss sein, Zuhören, ernst nehmen, Probleme versuchen zu adressieren, lösen und vor allen Dingen dabei auch mal Kompromisse zu schließen. Fünfe gerade sein lassen und nicht nur parteipolitisch glauben, dass wenn man dem anderen das Schwarze unter den Fingernägeln noch nicht mal gönnt, das ist dann mit unserem Land voran. Also ich glaube, wir brauchen eine demokratische Kompromisskultur und den Willen, Politik auch tatsächlich umzusetzen in einer Geschwindigkeit, die die Bürgerinnen und Bürger als angemessen empfinden. Dazu habe ich vorhin auch ein paar Vorschläge gemacht, die man relativ rasch auch umsetzen kann. Wenn man will, kann man und dem anderen jeweils auch mal zu billig, dass auch der einen Punkt macht. Bei den beteiligten drei Parteien ist das manchmal kompliziert, aber möglich.
B
Dann wiederholen wir das zum Ende noch mal. Also die fünf wichtigsten Punkte jetzt, Herr Kampetta, damit es aus Ihrer Sicht mit der deutschen Wirtschaft nicht weiter bergab geht, sondern wir wieder bessere Zahlen sehen.
A
Mehr Arbeit wagen, das bedeutet Sozialversicherungsreform machen. Zweitens, weniger Bürokratie zulassen, das bedeutet, Bürokratie muss ermöglicher, nicht verhinderer sein. Und wir müssen endlich auch in dem Bereich der Kosten, die nicht auf dem Arbeitsmarkt zu tun haben, nämlich Energiekosten, zu Ergebnissen kommen, dass die Industrie als die Basissache in Deutschland überleben kann, sogar mehr Chancen haben. Es sind nur drei Dinge und wenn man die schon schafft, wäre ich sehr zufrieden.
B
Herr Kampelder, herzlichen Dank, dass Sie bei uns waren.
A
Herzlichen Dank, dass ihr mich eingeladen habt.
B
Danke, dass ihr wieder zugehört habt. Vielen Dank auch für das viele Feedback auf Ronsheimer TV. Da findet ihr auch alle meine Social Media Accounts, wo ihr mich persönlich kontaktieren könnt. Das glauben manchmal die Leute gar nicht, aber ich schaue mir die Kommentare tatsächlich selbst an und ich bitte, lasst weiter Likes da bei Spotify, Apple, wo auch immer ihr den podcast hört, bei YouTube natürlich, wo ihr den Podcast auch sehen könnt. Und ich freue mich, wenn ihr uns abonniert und das hilft uns wirklich sehr. Und ich bedanke mich natürlich in erster Linie bei meinem großartigen Team, bei Philipp Jatow in der Redaktion, bei Lieven Jenrich in der Produktion und natürlich an meinen Producer Daniel van Molly. Herzlichen Dank und alles Liebe.
Podcast Summary: RONZHEIMER. – “Die Job-Krise rast auf Deutschland zu. Mit Steffen Kampeter”
Date: August 9, 2026
Host: Paul Ronzheimer
Guest: Steffen Kampeter (Hauptgeschäftsführer BDA, Ex-CDU-Politiker)
Fokus:
Paul Ronzheimer spricht mit Steffen Kampeter, Chef der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und langjähriger CDU-Politiker, über die aktuelle Krise am deutschen Arbeitsmarkt. Im Zentrum stehen Gründe für die wirtschaftliche Stagnation, der drohende Jobverlust in Traditionsindustrien, der Streit über die Rentenreform, der Fachkräftemangel sowie die wachsende politische Polarisierung und deren Auswirkungen auf den Standort Deutschland.
Status Quo:
Laut Kampeter ist die Situation aktuell “durchwachsen”: Einzelne Branchen wie Rüstung und staatsnahe Sektoren profitieren, während industrielle Kernbereiche abbauen. “Die breite der deutschen Wirtschaft sieht mau aus.” (01:54, A)
Strukturbrüche & Vergleich zur Wendezeit:
Kampeter spricht von “größeren Strukturveränderungen als zur Wiedervereinigung” – diesmal zerbröselt das “Geschäftsmodell Deutschland”, vor allem durch verschärfte internationale Konkurrenz und veränderte Wertschöpfungsketten.
“Früher haben wir nach China geliefert, heute liefert China Hochtechnologie nach Europa.” (05:10, A)
Kritik an Vergangenheit:
Unternehmen hätten sich teilweise “einladen” lassen, z.B. zu einseitig auf Elektromobilität zu setzen; Technologieoffenheit wäre klüger gewesen (08:39, A).
Fehlende datengetriebene Geschäftsmodelle:
Dies sei maßgeblich auf das “sehr anspruchsvolle Datenschutzregime” in Deutschland/Europa zurückzuführen, nicht auf fehlenden Unternehmergeist.
Positiver Blick nach vorn:
Trotz Krisen bleibt Kampeter optimistisch:
“Deutschland ist ein wirtschaftlicher Riese... Wir müssen die Zwirne lösen... Dann wird dieser Riese auch wieder das repräsentieren, was wir im Selbstbild haben.” (10:16, A)
(Gleichnis mit Gulliver, der von “tausenden Zwirnen” fixiert wird – für Bürokratie und strukturelle Hürden.)
Demografischer Wandel als Hauptproblem:
“Die Babyboomer gehen in Rente... Wir verlieren pro Jahr etwa Menschen mehr, als neu herauskommen.“ (11:58, A)
Kern der Rentendebatte:
Nicht die Einzelfälle (wie Dachdecker oder Pfleger) sind entscheidend, sondern die Generationengerechtigkeit – die gegenwärtige Rente mit 63 sei vor allem ein “teures Frühverrentungsprogramm für Besserverdienende”.
“Die Rechnung kann man nicht nur den Jüngeren abladen.” (13:03, A)
“Politik muss auch mal den Rücken gerade machen und sich mit der Sache auseinandersetzen.” (18:09, A)
“Ich glaube, dass das Bildungssystem zu wenig datengetrieben und zu wenig leistungsorientiert arbeitet... Wir werden hier immer blöder, wir merken’s nicht.” (30:35, A)
“Wir können mit dem Prinzip Brandmauer nichts anfangen... Es ist nicht Aufgabe der Arbeitgeber, vorzuschreiben, was sie zu wählen haben.” (38:46, A)
“Wir brauchen eine demokratische Kompromisskultur und den Willen, Politik auch tatsächlich umzusetzen in einer Geschwindigkeit, die die Bürger als angemessen empfinden.” (44:11, A)
“Deutschland ist ein wirtschaftlicher Riese... Wir müssen die Zwirne lösen... Dann wird dieser Riese auch wieder das repräsentieren, was wir im Selbstbild haben.” (10:16, A)
“Eine Demokratie, die pleite ist, ist auch politisch pleite.” (21:32, A)
“Die Frage, wann die gesetzliche Rente einsetzt, die darf sich nicht an den Extrem- und Außenfällen orientieren, sondern sie muss sich an der Demografie, an der Fairness und an der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit.” (14:55, A)
“Politik muss auch mal den Rücken gerade machen und sich mit der Sache auseinandersetzen.” (18:09, A)
“Weniger Bürokratie, niedrigere Energiekosten, große Arbeitsmarkt- und Sozialreform – natürlich, das geht nicht sofort. Aber Bürger und Betriebe warten immer noch auf den großen Wurf.” (00:22, B)
“Es sind nur drei Dinge und wenn man die schon schafft, wäre ich sehr zufrieden.” (45:49, A)
Gesamteindruck:
Steffen Kampeter fordert einen konstruktiven, pragmatischen Kurswechsel für den Standort Deutschland – weniger Lamentieren, mehr mutige, substanzielle Reformen, bessere Kommunikation von Zielen und Nutzen, sowie ein Bewusstsein dafür, dass gesellschaftlicher Zusammenhalt und wirtschaftlicher Erfolg Hand in Hand gehen müssen.