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Über Ideologien, Antisemitismus und den israelisch-palästinensischen Konflikt. Wir gehen der Frage nach, warum die Beziehungen Israels zu seinen arabischen Nachbarstaaten und der Konflikt mit den Palästinensern nicht getrennt voneinander zu verstehen sind – und weshalb globale Zuschreibungen und ideologische Überhöhungen den Blick auf Lösungen erschweren. Der israelisch-palästinensische Konflikt gilt international als Symbol – für antikolonialen Widerstand, religiösen Fundamentalismus oder zivilisatorische Fragen. Diese Deutungsmuster machen Verständigung oft unmöglich – und werfen auch ein pessimistisches Licht auf Normalisierungsprojekte wie die Abraham Accords. Unser Gast ist Tom Khaled Würdemann, Doktorand an der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg und Forscher an der Graduiertenschule „Ambivalente Feindschaft“. Nach einem längeren Forschungsaufenthalt in Israel und Palästina berichtet er von Gesprächen vor Ort und analysiert, wie politische Ideologien das Denken auf beiden Seiten prägen. Wir sprechen über falsche Solidarität, überlagerte Narrative und die Frage, was es heute eigentlich heißt, eine inklusive Zukunft zu denken.

Religion und Technologie – passt das zusammen? Technologischer Austausch und Transformation gilt als wichtiger Treiber für die regionale Kooperation. Aber technologischer Fortschritt geht bekanntlich mit gesellschaftlichen Veränderungen einher. Religion steht dabei schnell im Verdacht, technischem Fortschritt und damit verbundenen gesellschaftlichen Veränderungen feindlich gesinnt zu sein. Wie vertragen sich also Religion und Fortschritt? Wie werden in den Ländern der Abraham Accords technischer Wandel und Gesellschaft zusammen gedacht? Darüber sprechen wir mit dem Soziologen und Religionspädagogen Prof. Dr. Mouhanad Khorchide von der Universität Münster. Er leitet das Zentrum für Islamische Theologie sowie die Forschungsstelle “Islam und Politik”. Seine Expertise ist das theologische, soziologische und historische Verhältnis von Islam, Gesellschaft und Politik.

Was die zweite Amtszeit von Trump für den Nahen Osten bedeuten könnte. Donald Trump ist zurück im Oval Office, und schon überschlagen sich die Ereignisse. Waffenstillstand in Gaza – schreibt er sich selbst auf die Fahne. U.S. Auslandshilfen - ausgesetzt. Die USA sollen den Gazastreifen übernehmen – sein nächster Paukenschlag? Ist das Trumps unkonventioneller Weg zu einem Frieden um jeden Preis, oder steuern wir auf harte Konflikte zu? In dieser Folge schauen wir auf Trumps Pläne für Nahost: Sind seine Pläne für Gaza umsetzbar? Wird er sein angekündigtes Ziel erreichen, die Abraham Accords zu erweitern? Und wie wir er mit dem Iran umgehen?

Wie navigiert man in einer Region, in der Chancen und Risiken so eng beieinander liegen? Die ersten drei Jahre der Abraham Accords beflügelten die Vision eines neuen zusammenhängenden Wirtschaftsraumes, der Indien und Europa verbindet. In der Vision liegt immenses Potential für die Region, global agierende Unternehmen und für ein auf sichere Handelswege angewiesenes Europa. Diese Vision ist durch den Krieg in Gaza, einem beginnenden Krieg im Libanon und die Spannungen mit dem Iran in den Hintergrund gerückt. Der Welthandel spürt die Auswirkungen sehr direkt. Wir widmen uns der Frage, wie global denkende Unternehmen sich in einer Welt orientieren, in der geopolitische Faktoren an Einfluss gewinnen. Wie navigiert man in einer Region, in der Chancen und Risiken so eng beieinander liegen?

Live Event im Politischen Forum Ruhr in der Philharmonie Essen. Am 20. Juni 2024 lud das Abraham Accords Institute gemeinsam mit dem Politischen Forum Ruhr zu einer Abendveranstaltung in die Philharmonie Essen ein. Vor über 1.200 Zuhörerinnen und Zuhörern diskutierten auf dem Live Event S.E. Botschafter Prosor, Lamya Kaddor und Armin Laschet über die Aussichten auf Frieden im Nahen Osten und die Auswirkungen auf unsere Gesellschaften in Deutschland und Europa. Moderiert wird der Abend von Tanit Koch. Wir freuen uns Ihnen die Diskussion auch hier in einer Sonderfolge des Podcast zugänglich zu machen.

Welche Rolle spielt der Iran in der regionalen Neuordnung? Die Abraham Accords sind Teil einer regionalen Neuordnung. Ein Symptom sich der sich ändernden Kräfteverhältnisse zwischen den Weltmächten. Nachdem sich die USA aus der Region zurückziehen, ringen die Regionalmächte um die Vorherreschaft. Dabei fällt ein Land insbesondere auf: die Islamische Republik Iran. Der Iran ist eine revisionistische Macht, die unzufrieden mit der bisherigen Weltordnung ist. An allen Konflikten in der Region ist der Iran direkt, indirekt und oft sogar ursächlich beteiligt. Und ob es um die Raketenangriffe des Iran auf Israel geht, die Huthi Angriffe auf die globale Schifffahrt, die Hamas oder gerade aktuell die Aktivitäten der Hizbullah im Libanon: der Iran spielt eine destabilisierende Schlüsselrolle. Damit sind die Abraham Accords auch als Schulterschluss gegen den Iran zu verstehen. Saudi Arabien allein ist nicht stark genug und sucht das Bündnis mit seinen Nachbarn - auch mit Israel. Und gerade jetzt besteht die Gefahr, dass ein weiterer Konflikt mit einem Proxy des Iran, der Hizbullah im Libanon, ausbricht. Nach den Präsidentschaftswahlen sehen wir uns die Rolle des Iran näher an.

Ist Europa ein verlässlicher Partner für die südliche Nachbarschaft? Der Nahe Osten ist Europas direkte Nachbarschaft. Gute Politik in Europa, hängt auch von einem guten Zusammenleben mit unseren Nachbarn ab. Die europäische “Nachbarschaftspolitik” umfasst neben sechs Ländern der östlichen Nachbarschaft der EU auch zehn im südlichen Mittelmeerraum, darunter die Abraham-Accords-Staaten Marokko und Israel. Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate sind Teil der neuen Partnerschaft der EU mit den sechs arabischen Ländern des Golf-Kooperationsrates GCC (EU-Golfstrategie) in der weiteren südlichen Nachbarschaft Europas. Damit sind die Länder der Abraham Accords Staaten ein Teil von Europas direkter Nachbarschaft. Europa ist immer mehr auf diese Partnerschaften angewiesen. Doch will und kann die Europäische Union überhaupt noch Einfluss nehmen, und als verlässlicher Partner auftreten? Drei Wochen nach den Wahlen zum Europäischen Parlament fragen wir, was die Pläne der EU für eine gute Nachbarschaftspolitik sind. Mit Hannah Neumann, die für die Grünen im Europäischen Parlament für die Themen Außenpolitik, Menschenrechte und die Beziehungen zur arabischen Nachbarschaft steht. Und mit Christian Hanelt, Nahostexperte bei der Bertelsmann Stiftung. Er begleitet bereits seit den 90er Jahren die Euro-Mediterrane Partnerschaft und hat gerade ein neues Buch herausgegeben, mit dem Titel “Ring aus Feuer - Wie Europa den Nahen Osten verlor und ihn neu gewinnen kann”.

Die Rolle der Abraham Abkommen für den Kampf gegen den Klimawandel. Vom 3. bis 13. Juni 2024 findet in Bonn die Vorbereitungskonferenz SB60 für die nächste Weltklimakonferenz COP29 statt. Der Kampf gegen den Klimawandel und der Umbau der fossilen Volkswirtschaften ist einer der zentralen Angelpunkte der Abraham Abkommen. Sie sollen es ermöglichen, gemeinsam an dieser großen Menschheitsaufgabe zu arbeiten. Dabei erscheint es paradox sich Zukunftsfragen zu widmen, während der Nahe Osten heute von Krieg erschüttert wird. Die Entwicklungen im Nahen Osten erscheinen oft Paradox: Friedensinitiativen neben Krieg, neue Technologien neben Orthodoxie und Klimaschutz neben massiver Förderung von Öl und Gas. Und so wird auch die nächste Weltklimakonferenz in Aserbaidschan und damit wieder in einen Ölstaat stattfinden Klimaschutz ist eine Frage von Kooperation, braucht Sicherheit und Stabilität. Gleichzeitig steigert eine gescheiterte Klimapolitik unmittelbar die Gefahr von Konflikten. Das Thema ist zu dringlich, als das wir nicht trotz Konflikten weiterhin miteinander zu sprechen. Das tuen wir bei “Wohin mit Abraham?” mit Prof. Dr. Eckart Woertz, Direktor des GIGA Instituts für Nahost-Studien in Hamburg und Timo Bollerhey, Mitbegründer der H2Global Stiftung.

Die Abraham Abkommen: Wo stehen wir heute? Der Nahost-Experte Daniel Gerlach und Chefredakteur von Zenith und der Vorsitzende des Abraham Accords Institute Armin Laschet MdB sprechen über die Zukunft der historischen Annäherung Israels mit vier arabischen Staaten in den Abraham Abkommen. Die Abraham Abkommen sprechen von einem warmen Frieden. Es geht um Kooperation und Austausch – in der Bekämpfung des Klimawandels, in Wirtschaft, in Technologie und natürlich auch in Sicherheitsfragen. Die Verträge sind ein Ausdruck einer sich neu ordnenden Region, in der für die selbstbewussten Staaten die regionale Zusammenarbeit zunehmend an Bedeutung gewinnt. Doch welche Chancen hat all dies nach dem 7. Oktober und dem Krieg in Gaza? Klar ist: die Frage nach Kooperation und gegenseitigem Vertrauen ist wichtiger denn je. Die Anerkennung Israels durch die arabischen Abraham-Staaten ist ein wichtiger Baustein für friedliche Koexistenz. Aber ohne eine Lösung für die palästinensische Bevölkerung geht es nicht weiter.

Neue Wege im Nahen Osten Der Podcast zu neuen Wegen im Nahen Osten stellt sich die Frage nach der Zukunft der Region, am Beispiel der Abraham Abkommen. Nach mehr als drei Jahren ihres Bestehens steht das ambitionierte arabisch-israelische Friedensprojekt vor einer großen Bewährungsprobe. Aber Kooperation ist im Angesicht von Klimawandel, Wirtschaftstransformation und einer sich wandelnden Welt dringend gefragt. Wohin also mit Abraham?