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Nichts bleibt wie es ist. Alles zerbricht. Irgendwann. Aber der Moment vor dem Zusammenbruch: Der ist es, der uns interessiert in dieser dritten Staffel von Arthouse Doku. „Bevor es auseinanderbricht“ haben wir diese Staffel betitelt. In den aufwendig produzierten Audiodokus hören wir das Murmeln eines unerklärten Bürgerkriegs in den USA. Wir erleben den Moment, in dem klar wird: der Vater verabschiedet sich in die Demenz. Wir lauschen dem Kyiver Sinfonieorchester, das kurz vor seiner zweiten Heimatlosigkeit steht. Wir vernehmen das Piepsen der Geräte im Krankenhaus während lebensrettender Operationen. Und wir hören die Geschichte der französischen Sängerin Barbara, die versucht, Zerbrochenes behutsam mit ihren Liedern zu kitten… Die neuen Folgen erscheinen ab dem 10. September 2025 in der ARD Audiothek und als Podcast: https://1.ard.de/ArthouseDoku

Viele extreme und vielleicht auch besondere Lebensgeschichten hat Sonya Schönberger bei ihren Gesprächen in einer texanischen Kleinstadt gehört. Eine davon stach heraus: Eine junge Frau, die heute einen Laden betreibt, erzählt von ihrem Aufwachsen auf einer Meth-Farm außerhalb der Stadt, auf der ihre Eltern sich mit dem Kochen und Verkaufen von Drogen über Wasser hielten und selbst damit versorgten. Mehr als einmal ging es für die Kinder dieser Eltern in diesem Klima von Sucht und Brutalität um Leben und Tod. Mit dem frühzeitigen Auszug war der Alptraum nicht vorbei. Ein Leben im ständigen Kampf um Selbstbehauptung, Selbstfindung unter den widrigsten Umständen. Sie erzählt diese amerikanische Geschichte in ihren eigenen Worten. Mit Katharina Leonore Goebel, Claudius Steffens, Rainer Strecker, Marco Wittorf, Lisa Hrdina, Max Hegewald, Florian Anderer, Oliver Urbanski, Nele Rosetz, Sithembile Menck, Benita Sarah Bailey, Ingo Kottkamp und Assunta AlegianiKomposition/Musik: Aaron Snyder alias Big Daddy MuggelstoneTon: Hermann LeppichRegie: Anouschka TrockerProduktion: Deutschlandfunk Kultur 2024

„You should shoot guns with us.“ Fast 60 Menschen hat Sonya Schönberger in einer Kleinstadt in Texas nach ihren Lebensansichten und -geschichten befragt. Dieses Angebot fiel auf fruchtbaren Boden. Menschen aus allen Schichten erzählen frei heraus von sich und dem, was sie umtreibt. Immer wieder kommen die Gespräche zu ähnlichen Themen: Waffen, Drogen, Gefängnis, Armut – all das ist miteinander verbunden und wirkt tief in die Gesellschaft hinein. „Lone Star 1: All empires must crumble“ nimmt uns mit auf eine subjektive Reise durch die verschiedenen Perspektiven. Mit Katharina Leonore Goebel, Claudius Steffens, Rainer Strecker, Marco Wittorf, Lisa Hrdina, Max Hegewald, Florian Anderer, Oliver Urbanski, Nele Rosetz, Sithembile Menck, Benita Sarah Bailey, Ingo Kottkamp und Assunta AlegianiKomposition/Musik: Aaron Snyder alias Big Daddy MuggelstoneTon: Hermann LeppichRegie: Anouschka TrockerProduktion: Deutschlandfunk Kultur 2024

Barbara, geboren als Monique Serf, verwandelte Liebeskummer, Trennung, Einsamkeit und Verlust in berührende Poesie. Ihre Chansons sprechen von zerbrechlichen Gefühlen, von der Sehnsucht nach Nähe – und zugleich vom Rückzug in einer innere Welt, die wie ein stiller Zufluchtsort wirkt, wenn die Welt zu entgleiten droht. Das machte sie zur Identifikationsfigur eines Millionenpublikums, das sie in Frankreich bis heute verehrt. Auch nach ihrem Tod 1997 werden ihre Lieder weiterhin gesungen. Sie inspiriert junge Künstler weltweit. Ihrer Lied-Poesie, ihrem ungewöhnlichen Altruismus und sozialen Engagement liegen jedoch zwei Traumata in der Kindheit zu Grunde, über die sie erst am Ende ihres Lebens ausführlich gesprochen hat: Ihr Leben im Versteck als jüdisches Kind während des Zweiten Weltkrieges und die belastete Beziehung zu ihrem Vater, der sie als junges Mädchen sexuell missbrauchte.Barbaras Musik tastet sich an jene feine Grenze heran, an der das Vertraute zu bröckeln beginnt - und lässt gerade dort Trost aufscheinen. Mit Jeanne Balibar, Jutta Hoffmann, Anne Müller, Christoph GawendaRegie: Der AutorRedaktion: Gabriela HermerProduktion: rbb 2020

Im April 2022 bricht das renommierte Kyiv Symphony Orchestra zu einer Tournee nach West-Europa auf. Diese Reise unterscheidet sich von den üblichen Tourneen. Zwei Monate zuvor hat Putins Armee die Ukraine überfallen. Ein brutaler Angriff, auch auf die Kultur des Landes. Bald wird klar, dass das Orchester nicht in seine Heimat zurückkehren kann. Auftritte inmitten der umkämpften Stadt sind undenkbar. Die Reise wird zum Exil. Durch eine Verkettung von Zufällen landen die Symphoniker im thüringischen Gera. Die Stadt stellt ihnen Wohnräume und einen Proberaum zur Verfügung, die Berliner Philharmoniker übernehmen die Schirmherrschaft. Die Musiker:innen aus der Ukraine können zunächst aufatmen. Von Gera aus reisen sie in die bedeutendsten Konzertsäle Europas und feiern Erfolge. Doch im Mai 2023 streicht Kyiv die Finanzierung des Orchesters. Für die männlichen Mitglieder würde das die Rückkehr in die Ukraine bedeuten, wo sie in den Krieg eingezogen werden können. Doch kurz bevor das Orchester aufgelöst werden muss, kommt ein unerwartetes Angebot, das die Zukunft in einem neuen Licht erscheinen lässt. Franziska Sophie Dorau erzählt in ihrer bewegenden Doku von der unerschütterlichen Stärke und Leidenschaft eines Orchesters, das gegen alle Widrigkeiten für seine Musik kämpft. Mit Marina Frenk, Tilmar Kuhn, Eva Meckbach, Timo Weisschnur und die AutorinTon: Bodo Pasternak und Kathrin WittRegie: die AutorinProduktion: rbb/ORF 2024

Manchmal sind es kleine Dinge, die einen im Leben halten. Wenn draußen die Welt tobt, Kriege beginnen, Covid herrscht, der Vater Demenz entwickelt, der Sohn auszieht und alles zusammenzustürzen droht, hilft es manchmal, sich auf naheliegende Dinge zu besinnen. Wie das eigene Klavier. Und einen Onlinekurs zu belegen. Bei Fanny. Der freundlichen Klavierlehrerin. Bettina Kurth beschreibt in ihrem Feature auf poetische Weise die Gleichzeitigkeit von Verzweiflung und Rettung. Während ihr Vater alles verlernt, was ihn ausmachte, lernt sie Noten und Rhythmus und Melodie. Text & Stimme: Bettina KurthTon und Technik: Michael LissekRedaktion: Michael LissekProduktion: SWR 2024

Der ehemalige Toningenieur Jean Chatauret liegt im Krankenhaus und wartet auf seine Herztransplantation. Vor kurzem war er zusammengebrochen, und die Diagnose wurde gestellt. Nie hatte er sich geschont, immer mehr gearbeitet als er musste. Im Krankenhaus erinnert er plötzlich einen lange zurückliegenden Missbrauch, den er im Kinderchor erfuhr… Nie hatte er darüber gesprochen, immer alles ausgehalten… Schmerz zu unterdrücken, hatte er früh gelernt… Verwoben ist seine Geschichte mit der seiner Tochter – die in der selben Zeit zum ersten Mal den Herzschlag ihres ungeborenen Kindes hört… Regie: Samuel Hirsch und Léa ChatauretKomposition: Samuel HirschÜbersetzung aus dem Französischen: Karin HutzlerMit Wolfram Koch, Brigitte Urhausen, Isabella Bartdorff und Jannik Süselbeck.Ton: Daniel Senger und Robin ZwirnerRegie der deutschen Fassung: Karin HutzlerProduktion: ARTE Radio (ARTE France) 2023 / SWR 2024

Arthouse Doku ist der anspruchsvolle Dokumentarfilm für die Ohren. Mehr Sound - weniger Blabla. Hier erklären die Macher*innen das Konzept.

Sieben neue, fulminante Features. Soundfett, anspielungsreich, poetisch. Ingo Kottkamp, Teil des Kurator*innenteams, führt uns durch’s Programm der zweiten Staffel von Arthouse Doku.

Impfverweigerer = Querdenker = Rechter? Nein. Jan ist ein nachdenklicher Mensch. Mit einer Geschichte. Ein intimes, akustisches Kammerspiel über einen, der das Vertrauen in die Regierung verloren hat. Von Thomas David