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Die Bibelstelle Römer 12,10 – ausgelegt von Siegfried Meier. Tipps zum Verhalten kenne ich aus der Kindheit. Sie bestimmt auch und fragen sich dann, warum das entweder heute kaum noch zieht oder warum sich so wenige daran halten. Denn das Zusammenleben wird dadurch erschwert, dass die einen sich für vollkommen halten, die anderen aber meinen, sie können tun und lassen, was immer sie wollen. Und dank der Smartphones ist alles viel einfacher geworden, sich danebenzubenehmen. Oder liegt es nur daran, dass ich nicht anschaulich genug sage, was ich erwarte?Wer also seinen Kindern sagt „Benehmt euch anständig bei Onkel Tobi!“ hat sicher seine Vorstellung davon, was gemeint ist, könnte aber auch gleich deutlich und deutsch sagen: „Sagt nicht bei jedem Kuchen ‚Äääh!, hört zu, wenn einer mit euch spricht und kommentiert nicht alles mit ‚cool’ oder ‚geil’!“ Im familiären Rahmen haben wir da unsere Umgangsformen, aber wie sieht das in der Gemeinde aus? Schließlich kamen von Anfang an Männer, Frauen und Kinder aus unterschiedlichen Häusern zusammen, manche arm, manche reich, manche gebildet, andere weniger. Paulus zum Beispiel war daran gelegen, dass nicht die Herkunft plötzlich wieder einen Keil in die Gemeinde treibt, sondern dass alle in Jesus Christus verbunden sind, der diese gesellschaftlichen Unterschiede unwichtiger macht.Und so schreibt Paulus im Römerbrief unter anderen – und das ist das ist der Bibelvers für heute (Römer 12, 10): Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor.Und was heißt Ehrerbietung? Vor Jahren hat Klaus Teschner diesen Abschnitt mal mit einer Wuppertaler Studentengruppe vom Deutschen ins Deutsche übersetzt und schreibt: „Setzt in der Gemeinde nicht nur eine freundliche Maske auf. Eure Zuneigung zueinander soll echt und natürlich sein. Meidet alles, was zerstörerisch sein könnte. Lasst erkannte Aufgaben nicht so lange auf sich beruhen. Des Teufels liebstes Möbelstück ist die lange Bank. Seid von und für Christus begeistert. Tut, was heute getan werden muss. Freut euch, wenn ihr an eure Zukunft mit Christus denkt. Wenn ihr an manchen Tagen nicht recht froh werden könnt(et), so haltet auch das aus. Hört nicht auf, die Stille vor Gott zu suchen. Seid nicht gleichgültig, wenn andere Christen leiden. Ihr sollt ein offenes Haus und ein offenes Herz haben. Verdammt nicht diejenigen, die euch Schwierigkeiten machen. Wünscht ihnen Gottes Güte, und wünscht sie nicht weg von euch und weg von Gott. Wünscht sie nicht zum Teufel. Wenn einer glücklich ist, dann lasst ihn spüren, dass ihr es ihm gönnt. Wenn einer vor lauter Traurigkeit nicht mehr kann, dann seid dabei. Euer Herzensanliegen sei eure innere Gemeinsamkeit. Habt nicht immer wieder einen Hang zum Spektakulären, sondern richtet euren ganzen Sinn auf das Unscheinbare. Kommt euch selbst nicht vor wie Schlaumeier.“Wenn ich dem anderen mit „Ehrerbietung“ zuvorkomme, dann achte ich ihn höher als mich selbst, ich sehe den anderen höher als mich und zeige das auch. Aber warum sollte ich das tun? Weil Jesus Christus selbst so gehandelt hat. Er hätte uns ja alle links liegenlassen können. Was hat der Sohn Gottes mit den Menschen zu tun? Aber er hat uns nicht links liegengelassen, er achtet auf den einzelnen, wie wenig anschaulich der oder die auch sein mag. Und hat darin die große, überwältigende Liebe Gottes gezeigt. Er wendet sich uns zu. Das ist wie eine große Ehre – und das wissen wir auch, wie das auf uns wirkt, wenn jemand, den wir bewundern, der nie an unserer Tür klingeln würde, sich nun uns zuwendet und uns mit unserem Namen anspricht. Und Paulus sagt: macht da doch ruhig einen Wettbewerb draus. Einer komme dem anderen in Ehrerbietung zuvor. Macht ihr den ersten Schritt. Ihr werdet schon sehen, wie das in der Gemeinde Jesu Christi wirkt. Bibellesen unter bibleserver.comAutor: Pfarrer Dr. Siegfried MeierGerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF Plus mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Die Bibelstelle Jesaja 63,15 – ausgelegt von Siegfried Meier. Wer oben wohnt, hat den Überblick. In einer Erdgeschosswohnung sind Sie schnell draußen, haben kurze Wege, aber wer weiter oben wohnt, die Annehmlichkeit eines Aufzugs genießt, der kann vom Balkon oder vom Fenster aus sehen, was andere nicht sehen: große Gebäude in der Nachbarschaft begegnen Ihnen auf Augenhöhe, Sie haben den Überblick über den Straßenverkehr, sehen die grünen Inseln und wenn Sie Glück haben, kriegen Sie vom Verkehrslärm auch nichts mit. Könnte also ein netter Ort sein, Sie genießen die Vorteile des Panorama-Überblicks, sind aber sonst für sich und allem enthoben, was da unten Sorgen und Probleme macht.Und ich bin mir sicher, das treibt auch den Beter aus dem Buch Jesaja 63 (Vers 15) an, wenn er nach einer langen Klage Gott wütend anschreit: „So schau nun vom Himmel und sieh herab von deiner heiligen, herrlichen Wohnung! Wo ist nun dein Eifer und deine Macht?“Du da oben – was siehst Du von uns da unten? Bist Du so wie die Millionäre unserer Erde, die dann in ihrer Dachhauswohnung einen teuren Cocktail schlürfen und über den Zustand der Welt den Kopf schütteln – oder interessierst Du Dich für uns?Das ist eine harte Anklage – aber ich merke auch: der Beter ist ehrlich. So wünsche ich mir mein Betenauch, so völlig ungeschützt, eben ehrlich Gott meine Meinung sagen.Er sagt sie ja auch. Und ich werde neugierig, diesen Bibelvers nachzulesen und finde einen großen Abschnitt aus einer Zeit, in der das ganze Volk am Boden lag, in der Hauptstadt Jerusalem die Trümmer sah, dort auch wohnte, der Tempel war auch zerstört, alle hatten ihre Wohnung verloren, Gott auch. Aber der hatte ja noch seine himmlische Wohnung, während seine Leute Sonne, Wind, Wetter und Tieren schutzlos ausgeliefert waren. Und ich habe Bilder aus den Nachrichten vor Augen, wo es Männern, Frauen und Kindern auch in Europa so geht.Schau nun vom Himmel und sieh herab von deiner heiligen, herrlichen Wohnung! Da schwingt Neid mit, klar, aber auch das Vertrauen, dass Gott seine Leute kennt und weiß, wie es ihnen geht. Hatte nicht ein Psalmbeter von Gott gesungen (Psalm 113, 6), dass er oben in der Höhe thront und herniederschaut in die Tiefe?Ja und dann? Wo ist nun Dein Eifer und Deine Macht? Du kannst da nicht unbeteiligt zusehen, Du bist doch unser Gott, unser Vater, wie es (Jesaja 63,16; 64,7) kurz danach heißt. Und ein Vater kümmert sich um seine Kinder, oder etwa nicht? Wo ist nun dein Eifer und deine Macht? Das, was Dich auszeichnet, was wir immer bewundert haben – dass Du Deine Leute nicht im Stich lässt. Dass Du Dich uns zuwendest.Die ganze GlaubensgeschichteIsraels ist voll davon, dass das Volk sich von Gott abwendet, ein Unglück bricht herein, sie schreien zu ihrem Herrn und der antwortet wieder, der zieht sich nicht zurück, ja, er kämpft leidenschaftlich gegen die Feinde und für sein Volk. Wo ist nun Dein Eifer, beweg Dich, schau herab, tu etwas! Verlass Deine Wohnung, komm zu uns auf die Erde, teile unser Leben, die Gewalt, die Widerstände, die Unterdrückung, unsere geringe Zahl. Und Gott kommt.Vielleicht anders, als der Beter damals dachte. Aber Gott verlässt die Wohnung, kommt in einem Stall zur Welt, teilt Flucht, Wohnungslosigkeit, Krankheit. Wird Mensch in JesusChristus und hat einen festen Platz mitten unter uns. Bibellesen unter bibleserver.comAutor: Pfarrer Dr. Siegfried MeierGerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF Plus mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Die Bibelstelle Psalm 46,2-3 – ausgelegt von Dieter Opitz. Meine Frau und ich sind mit dem Auto unterwegs, auf der Autobahn A 9 Bayreuth - Nürnberg. Es ist Mitte November. Plötzlich fängt es an zu schneien. Unerwarteter Wintereinbruch - mit Sommerreifen! Bald ist die Fahrbahn mit Schnee bedeckt. Es geht eine Steigung hinauf. Die Räder drehen durch. Ich muss immer langsamer fahren. Ich schalte immer weiter zurück. Doch auch im ersten Gang drehen die Räder durch. Ich schaue in den Rückspiegel. Hinter mir sind schon einige Autos wieder die Fahrbahn hinuntergerutscht. Da rufe ich in meiner Not nur dies eine Wort: "Jesus!" Da geschieht das Unglaubliche: Die Räder drehen nicht mehr durch. Wir schaffen die Steigung. Als ob unser Auto von hinten angeschoben wird. Für meine Frau und mich ein großes Wunder. Ein Eingreifen Gottes, genauer gesagt von Jesus Christus.Da habe ich die Wahrheit der heutigen Tageslosung der Herrnhuter Brüdergemeine erfahren: „Gott ist unsre Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben. Darum fürchten wir uns nicht.“ Worte aus dem Psalm 46 Vers 2 und 3.Ursprünglich spricht dieses Psalmwort von Gott. Der ist aber der Vater Jesu Christi. Deshalb möchte ich diesen Vers auch auf Jesus anwenden. Bei Jesus finde ich Hilfe. Er ist mein Schutz und meine Stärke. So habe ich es an jenem Tag im November auf der Autobahn erfahren.Bei Jesus finde ich Zuversicht, Stärke und Hilfe. Egal, was kommen mag. Da kann ich in große Nöte hineingeraten. Von denen ist auch in dem Psalmwort die Rede. Da kann mir sogar der Boden unter den Füßen weggezogen werden. Wer an Jesus glaubt, kann auch tief fallen - aber nie tiefer als in Gottes Hände, davon bin ich überzeugt. Auch in den Nächten des Lebens gilt: Wer diesem Jesus vertraut, dem geht immer wieder die Sonne auf.Wer an Jesus glaubt, kommt wie andere Menschen auch in schwierige Lagen hinein. Der Unterschied ist nur: Er ist nicht alleine. Er hat Jesus an seiner Seite. Der kann ihm auch in den aussichtslosesten Situationen helfen. Der kann ihn herausholen. Was auch geschieht: Jesus ist da, er steht mir zur Seite. Er hält fest und hilft.Wer an Jesus glaubt, kennt sicher auch noch die Furcht vor dem, was kommen kann. Die kenne ich auch. Aber ich weiß, wohin mit der Furcht.Ich kann mich in Ängsten und Nöten meines Lebens zu Jesus hinflüchten, wie in früheren Zeiten Menschen in eine befestigte Burg. Dann bin ich auch vor feindlichen Angriffen und Zugriffen beschützt. Vor den Mächten der Angst und der Furcht. Das können Sie auch tun: Sich zu Jesus hinflüchten. Sie können beten: "Herr Jesus, hier lege ich dir alles hin, was mich quält und belastet. Ich bitte dich: Nimm mir das doch alles ab." Dann werden Sie möglicherweise ruhiger und gelassener. „Vielleicht fühlen Sie dann trotzdem noch die Angst, haben Furcht. Aber diese Gefühle müssen Sie nicht beherrschen und lähmen. Im Vertrauen auf Jesus können sie die nötigen Schritte wagen – auch mit zitternden Knien.“Auf meinem Schreibtisch liegt eine Karte. Darauf stehen Worte des Pfarrers und Seelsorgers Johann Christoph Blumhardt. In schwierigen persönlichen Lagen haben sie mir schon oft geholfen. Sie lauten: „Jesus ist stärker – selbst in wirklich aussichtslos erscheinenden Situationen. Jesus ist Sieger!“ Bibellesen unter bibleserver.comAutor: Dieter OpitzGerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF Plus mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Die Bibelstelle Johannes 3,16 – ausgelegt von Dieter Opitz. Etwa 15 Jungen und Mädchen, nicht älter als 9 Jahre, sitzen vor mir. Und zwar in einer Kirche mit mir als Pfarrer. Zusammen mit ihrer Lehrerin, die sie in Ethik unterrichtet. Die Kinder sind fast alle Muslime. Es wird ein munteres Gespräch. Eine Schülerin, Muslima, stellt eine wichtige Frage. „In meiner Religion heißt es: Für jeden Menschen gibt es zwei Waagschalen. Auf die eine werden die guten Taten gelegt, auf die andere die schlechten. Wenn die Waagschale mit den guten Taten schwerer ist, lässt Gott einen in den Himmel. Was sagt denn der evangelische Glaube zu der Frage, wie man in den Himmel hineinkommt?“Ich antworte ihr als Christ, glaube ich: „Niemand kommt in den Himmel wegen seiner guten Taten. Das wäre eine höchst unsichere Sache. Woher weiß ich denn, ob ich genügend gute Taten vorweisen kann? Vielleicht denkt auch Gott ganz anders von meinen guten oder bösen Taten als ich. Vielleicht meint er, dass meine guten Taten gar nicht so gut sind, wie ich denke und die bösen Taten viel schwerer wiegen, als ich meine. Das alles weiß ich nicht. Aber ich weiß, dass Jesus für meine Sünde am Kreuz gestorben ist. Der hat mich lieb. Und der kann meine Sünden vergeben.“ Und ich sage ihr: „Sünden kann jeder bekennen, bei einem Pfarrer wie mir zum Beispiel. Und der spricht der Person die Vergebung ihrer Sünden zu.“ - "Sind dann die Sünden wirklich vergeben?" wollte jemand von den Schülern wissen. „Natürlich“, antworte ich. "Ist ja cool!", ruft daraufhin einer der jungen Muslime ganz erstaunt.Das ist wirklich cool: Den Himmel muss und kann sich keiner mit guten Taten verdienen. Den Himmel kann ich mir nur schenken lassen. Von Gott. Weil er die Menschen liebt. - Weil er Sie liebt. Sie sind von Gott geliebt. Ganz gewiss. Warum ich mir da so sicher bin? Weil er sogar Jesus, seinen Sohn, für Sie sterben ließ. Aus Liebe zu Ihnen. Er hat Sie geliebt an einem Freitagnachnachmittag vor den Toren Jerusalems. Da hing sein Sohn an dem grausamsten Hinrichtungsinstrument der Römer. An einem Kreuz. Aus Liebe zu Ihnen. Im Johannesevangelium, Kapitel 3 Vers 16 lese ich „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ So lautet der Lehrtext zur heutigen Losung der Herrnhuter Brüdergemeine.Im Konfirmandenunterricht habe ich den Jugendlichen einen Gutschein gegeben. Da stand dieses Bibelwort drauf. Ich habe es etwas umformuliert. So hat jeder seinen eigenen Namen einsetzen können. Das können Sie auch tun, wenn Sie wollen. Ihren eigenen Namen einsetzen. Dann wird dieses Bibelwort ganz persönlich. Dann klingt es etwa so:Gott liebt Sie. So sehr, dass er Jesus, seinen Sohn, stellvertretend für Sie am Kreuz sterben ließ. Für Ihre Schuld. Damit sie Ihnen vergeben wird. Sie brauchen es nur zu glauben, persönlich für sich zu nehmen. Und dann werden Sie ewiges Leben bekommen. Ein Leben mit Gott, das jetzt schon beginnt und nie aufhört. Ewiges Leben, das heißt: Vergebung auch für die größte Schuld, Neuanfang auch nach den größten Fehltritten, Trost auch im tiefsten Kummer, Leben auch nach dem Tod. Ist das nicht cool? Bibellesen unter bibleserver.comAutor: Dieter OpitzGerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF Plus mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Die Bibelstelle Offenbarung 21,3 – ausgelegt von Monika Breuer. Kennen Sie das „Märchen vom Fischer und siner Fru“?Ein Fischer macht einen großartigen Fang! Aber der Fisch ist ein verwunschener Prinz! Natürlich lässt der Fischer den wieder frei! Seine Frau ist auf der Palme! Sofort soll ihr Mann gehen und sich vom Fisch ein schickes Häuschen wünschen, statt ihrer einfachen Hütte. Dann soll ein Palast her! Danach will sie Königin werden, dann Kaiserin und schließlich Papst. Am Ende will sie werden wie Gott! Und zack, sitzt sie wieder in ihrer alten, bescheidenen Hütte.Ja, wer werden will wie Gott, der sollte schon wissen, wie Gott denn ist! Der hat es nämlich so gar nicht mit irdischem Prunk, Protz und Palästen. Gott ist eher verliebt in Hütten, und das schon von Anfang an: Mose bekommt von Gott den Auftrag, eine Art transportable Hütte zu bauen. Manche Bibelübersetzer bezeichnen sie als Zelt der Begegnung, Martin Luther als Stiftshütte. Nicht, dass der Schöpfer des Universums unbedingt eine Hütte bräuchte. Aber Gott will es den Menschen einfach machen: In dieser zeltähnlichen Hütte, das verspricht er, können sie ihm begegnen.Später findet König David, dass das nicht angemessen ist und will Gott lieber einen prächtigen Tempel bauen. Davon ist Gott zunächst so gar nicht begeistert. Seinen Propheten Samuel lässt er folgendes sagen:„Habe ich doch in keinem Hause gewohnt seit dem Tag, da ich die Israeliten aus Ägypten führte, bis auf diesen Tag, sondern ich bin umhergezogen in einem Zelt als Wohnung.“(2. Samuel 7,6) Und der Prophet Jesaja soll ausrichten:„So spricht der HERR: Der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel meiner Füße! Was ist denn das für ein Haus, das ihr mir bauen könntet, oder welches ist die Stätte, da ich ruhen sollte?“(Jesaja66,1). Aber dann lässt Gott es doch zu, dass David den Bau vorbereitet. Davids Sohn Salomo darf den Tempel schließlich bauen und einweihen.Später wohnt Gottes Sohn Jesus zunächst ganz schlicht in einem Dorf. Und als er später als Rabbi durch´s Land zieht, bezeichnet er sich selber sogar als obdachlos. Mit seinen Jüngern übernachtet er höchstens mal bei Freunden und Bekannten.Am Ende des Neuen Testaments spricht Gott wieder davon, dass er selbst mitten unter seinem Volk wohnen will. Und zu diesem Volk gehören nun nicht mehr nur die Juden, sondern auch die Christen. Im Buch der Offenbarung 21,3 lässt Gott den Seher Johannes sagen:„Ich hörte eine große Stimme vom Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird Gott sein“. Der große Schöpfer von allem, was jemals war, ist und sein wird, lebt in der Ewigkeit nicht in einem Palast, fernab des Menschentrubels? Nein, er will mitten unter den Menschen sein und mit und bei ihnen wohnen.Gott ist so erfrischend anders, als wir Menschen uns das manchmal aus unserer begrenzten Erfahrung heraus vorstellen. Gott ist dann einfach wohltuend anders! So wie er wirklich ist, tut es uns gut! Und Gott gibt uns bereits in diesem Leben viele Anhaltspunkte, wie er wirklich ist. Zu unserem Glück und Wohlbefinden können wir das in der Bibel nachlesen und manchmal auch am eigenen Leibe erfahren. Und ich freue mich schon darauf, wenn ich in der Ewigkeit dann sozusagen Tür an Tür neben Gott wohnen kann und das Kennenlernen nochmal eine ganz neue, ungeahnte Qualität bekommen wird.Quelle: https://www.mit-erzaehlen-schule-machen.germanistik.uni-muenchen.de/downloads/erzaehlgut/grimm/khm019_fischer_syner_fru.pdf Bibellesen unter bibleserver.comAutor: Monika BreuerGerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF Plus mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Die Bibelstelle Psalm 98,9 – ausgelegt von Monika Breuer. Wumms! Die Tür war zu! Was war passiert? Wir waren bei Bekannten zum Abendessen eingeladen. Deren Söhne, 10 und 12 Jahre alt, sollten nach dem Essen zu Bett gehen. Die Eltern wollten gerecht sein und beide zur gleichen Zeit ins Bett schicken, aber dagegen protestierte der Große: Schließlich sei er ja älter als der Kleine und dürfe deshalb natürlich auch länger aufbleiben. An jenem Abend ließen sich die Eltern aber auf keine Diskussion ein, und da hatte der Große bei seinem Abgang wütend die Tür zugeworfen. So eine Ungerechtigkeit aber auch! Mal nebenbei: Ob der Große auch gerne mehr im Haushalt half als sein Bruder? Schließlich war er ja der Ältere! Jedenfalls können viele Eltern ein Lied davon singen, wie schwer es ist, ihre Kinder wirklich gerecht zu behandeln.Und das Thema der Gerechtigkeit begleitet uns nach der Kindheit weiter. Auf meiner ersten Arbeitsstelle teilte die Chefin die Früh-, Spät- und Nachtdienste ein. Sie versuchte, alle Wünsche nach freien Tagen zu berücksichtigen, aber immer gelang ihr das beim besten Willen nicht. In weiser Voraussicht hängte sie dann einen Zettel über den neuen Dienstplan, auf dem stand: „Allen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.“ Wir haben es überlebt, mal nicht am gewünschten Tag freizubekommen. Ja, die Fragen der Gerechtigkeit bekommen wir nicht los und manchmal geht es ja auch um richtig schwerwiegende Dinge.Da habe ich eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte zuerst: Ich kann es drehen und wenden, wie ich will, auf dieser Erde wird es leider keine vollendete Gerechtigkeit geben. Weil für die Gerechtigkeit auf dieser Welt Menschen zuständig sind. Mit all ihren Begrenzungen und Schwächen. Ich selber kann mich zwar für Gerechtigkeit einsetzen. Aber ganz aus der Welt schaffen werden andere und ich die Ungerechtigkeit nicht.Jetzt kommt die gute Nachricht: Es gibt jemanden, der sogar alle Ungerechtigkeiten dieser Welt besiegen kann! Psalm 98,9 redet von Gott und der Gerechtigkeit. Da lese ich: „Der Herr kommt das Erdreich zu richten. Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker wie es recht ist.“Ja, Gott ist allmächtig, allwissend, und er ist die Liebe in Person. Und diese drei Dinge braucht jemand, der wirkliche Gerechtigkeit in letzter Vollendung üben will: Allmacht, Allwissenheit, vor allem aber Liebe. Gott will nicht nur Gerechtigkeit bringen, er wird es auch tun, am Ende der Zeit. Aber auch schon jetzt bitte ich Gott immer wieder um Gerechtigkeit. Und ja, ich kenne es selber: Unsere Geduld wird dabei manchmal auf eine harte Probe gestellt. Aber ich denke auch gern dankbar zurück, wo Gott in meinem Leben bereits Gerechtigkeit geschaffen hat.Ups, da hab´ ich doch eben von Dankbarkeit gesprochen. Noch so ein Ding, das mich zufriedener macht. Selbst wenn ich noch Ungerechtigkeiten ertragen muss. Ja, dankbar auf das schauen, was ich habe. Und dankbar auf die Stellen schauen, wo sich Dinge schon zum Gerechteren gewendet haben. Und auch dankbar dafür sein, dass Gott auch an Stellen gerecht wirkt, wo es mir heute noch verborgen ist.Deshalb habe ich mir auch etwas angewöhnt: Wenn ich mich von einem Menschen ungerecht behandelt fühle und daran erstmal nichts ändern kann, dann will ich mich nicht aufregen. Sondern ich sage: „Gott, bitte kümmere du dich um diesen Menschen! Du weißt, was er gerade braucht. Vielleicht sollte er mal seine eigene Ungerechtigkeit zu spüren bekommen, vielleicht braucht er aber auch nur weniger Stress oder mehr Liebe. Du kennst ihn besser als ich, bitte kümmere du dich um ihn!“Und so wünsche ich mir und Ihnen heute einen dankbaren Blick auf das gute Eingreifen Gottes in unserem Leben! Bibellesen unter bibleserver.comAutor: Monika BreuerGerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF Plus mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Die Bibelstelle Jesaja 25,4 – ausgelegt von Andreas Odrich. Pass auf, was du dir morgens als Erstes für Gedanken reinziehst, sie werden tagsüber dein Handeln bestimmen.So hat mir kürzlich ein Social-Media-Influencer geraten, dessen Weisheiten ich mir morgens, na, Sie wissen schon wo, reingezogen habe.Recht hast du, habe ich mir gedacht. Denn die Frage, wie starte ich in den Tag, ist in unserer Medienwelt aus dem Ruder gelaufen.Viele geben unumwunden zu: direkt nach dem Aufwachen wird erstmal gescrollt. Und so prasseln belanglose Filmchen, kurzlebige Gags und jede Menge News und Fakenews auf mich ein, bringen mich in Rage, damit ich mich empöre, teile, like, Klickzahlen in die Höhe treibe und am Ende mies gelaunt in den Tag starte.Da hat der Influencer wirklich recht. Das, was wir zuerst sehen, bestimmt unseren Tag, und schließlich unser gesamtes Denken und Handeln. Persönlich und auch als gesamte Gesellschaft mit Hass, Hetze stetig wachsender Polarisierung und Radikalisierung im Schlepptau.Gut, dass es Alternativen gibt. Wie zum Beispiel die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine. Jeden Tag zwei Bibelverse als Richtschnur und Orientierung. Ganz schlicht. Und die haben es oft in sich. Da steht zum Beispiel für heute:„Herr, du bist der Armen Schutz gewesen in der Trübsal, eine Zuflucht vor dem Ungewitter, ein Schatten vor der Hitze, wenn die Tyrannen wüten.“Was für ein Kontrast zu allen Untergangsszenarien auf Social Media.Der Vers stammt vom Propheten Jesaja. Aufgeschrieben in einer Zeit, als das alte Volk Israel von allen Seiten bedrängt und von seinen Feinden geradezu eingekreist war.Doch statt seiner Wut freien Lauf zu lassen, richtet Jesaja den Fokus auf Gott, auf sein Wirken und Handeln.Jesaja vergegenwärtigt sich und mir als Leser:• Gott hilft. • Die Armen und Verfolgten sind ihm nicht egal. • Gott gewährt Schutz.Gerade in unseren Tagen, in denen sich die schlechten Nachrichten aus der Weltpolitik überschlagen, und in denen die Probleme vor der eigenen Haustür nicht kleiner werden, ruft mich Jesaja zu einer Neuausrichtung auf Gott.In diesem Vers sind nicht Wut und Empörung die Antwort auf die Probleme. Die Antwort ist stattdessen Gottes Gnade und Barmherzigkeit. Arme, Unterdrückte und Bedrängte werden von Gott nicht im Stich gelassen, er verdrängt sie nicht, weil sie in seinen Augen Versager sind, er schützt und verteidigt sie hingegen.Von Christen und auch von Politikern, die sich christlich nennen, wünsche ich mir daher dringend, dass sie dies spürbar zu ihrer Handlungsmaxime machen.Und auch ich will mich an die eigene Nase fassen und neu daran ausrichten:• Ich möchte mein Gottvertrauen nicht einrosten lassen. • Ich will mir immer wieder vergegenwärtigen, dass Gott seine Hilfe anbietet, und dass er die entscheidende Instanz über allem ist. • Ich will mir aber auch immer wieder neu vergegenwärtigen: bei Gott geht es nicht darum auf Arme, Unterdrückte und Bedrängte herabzusehen, sondern ihnen in ihrer Not zu helfen.Ich bin überzeugt, dass die Neuausrichtung auf Gott und seine Maßstäbe entscheidend dazu beitragen können, das Klima in unserer Gesellschaft positiv zu verändern.Sie gehören wirklich jeden Morgen neu und als Erstes in meinen Kopf. Bibellesen unter bibleserver.comAutor: Andreas OdrichGerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF Plus mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Die Bibelstelle Matthäus 14,33 – ausgelegt von Andreas Odrich. Ich mag Petrus. Weil Petrus ein Typ ist, der es wissen will. Er begnügt sich nicht mit der Zuschauerrolle, Petrus will den Dingen auf den Grund gehen. Und – eckt dabei immer wieder an, überschätzt sich, strauchelt, versagt, muss von Jesus zurechtgewiesen und aufgefangen werden.Viele Berichte in den Evangelien zeugen davon.Aber genau das ist es, was die Dinge klärt und vertieft, das, was den Dingen nochmal auf den Grund geht. Auch wenn die Mehrzahl der Jünger sich mit der Situation vielleicht zufriedengegeben hätte, nach dem Prinzip: läuft doch alles, da muss man doch nicht nochmal extra nachfragen.Sollte man aber doch, findet Petrus. Und Jesus? Der hält das aus. Schafft Raum für diese Nachfragen. Hört zu, beobachtet, gibt dann aber auch eine klare Antwort. Die ist für Petrus alles andere als bequem, aber Petrus wird daraus lernen, und ich als Leser damit auch.So wie in dem Bericht aus dem Matthäus-Evangelium, in dem Jesus übers Wasser geht. Die Jünger fahren bei Wind und Wellen auf den offenen See hinaus. Jesus hat sich erstmal zurückgezogen, schließlich sind seine Jünger erwachsen, und zum Teil erfahrene Fischer.Als das Wetter dann doch zu heftig wird, kommt Jesus herzu. Dazu geht er über das Wasser, ein perfektes Wunder. Die Jünger staunen. Petrus auch. Aber alle bleiben sitzen. Nur Petrus tut, was sich sonst scheinbar niemand traut. Er steht auf, er will wissen, ob das Wasser auch ihn trägt, wenn er sich auf Jesus beruft. Will wissen, ob es hier nur ums Be-wundern geht, oder ob das Ganze auch etwas mit ihm zu tun hat.Jesus bejaht; Petrus zieht los. Doch dann verlässt Petrus der Mut, und so versinkt er in den Fluten.Das ist der entscheidende Reibungspunkt. Was wird Jesus tun? Der ruft: Du Kleingläubiger. Ein vernichtendes Urteil. Jesus könnte Petrus ertrinken lassen, und den Ungläubigen vernichten. Tut er aber nicht.Deshalb ist es neben dem klaren Wort, das Jesus für Petrus parat hat, sein ausgestreckter Arm, mit dem er Petrus aus dem Wasser zieht. So jedenfalls wird diese Szene von unzähligen Künstlern wiedergegeben, in Kinderbibeln genauso wie auf klassischen Gemälden und in zahlreichen Kirchen.Wie reagieren die anderen Jünger, die Zuschauer der Szenerie sind? Matthäus berichtet:„Die Jünger im Boot aber fielen vor Jesus nieder und sagten: Wahrhaftig, Gottes Sohn bist du.“Verrückt, diese Brüchigkeit des Petrus ist es, die mir in meinem Glauben und überhaupt in meinem Leben weiterhilft. So wie den anderen Jüngern damals.Mal presche ich vor, mal übernehme ich mich, mal vertraue ich auf Gott, mal verstehe ich sein Handeln überhaupt nicht, mal glaube ich mutig drauflos, mal erlischt dieser Glaube.Genau das spiegelt diese Szene für mich wider. Genau das macht für mich das Glauben so glaubwürdig. Ja, ich darf anecken, ja, ich darf übers Ziel hinausschießen, ja, ich muss, wie bei einem guten Trainer auch, mal mit einer harten Antwort rechnen.So lerne ich in meinem Verhältnis zu Gott: Fragen ist möglich, den Dingen auf den Grund gehen auch. Es ist sogar willkommen. Die Antwort ist nicht unbedingt kuschelig – ja, Jesus fördert, manchmal auch durch hartes Fordern.Aber am Ende steht Jesus vor mir mit seiner ausgestreckten Hand, streckt sie mir entgegen, und darauf kann ich vertrauen. Bibellesen unter bibleserver.comAutor: Andreas OdrichGerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF Plus mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Die Bibelstelle Prediger 9,10 – ausgelegt von Bernhard Heyl. Ich lebe in einer Zeit tiefer Resignation. Darüber können auch die manchmal zwanghaft bunten und schrillen Töne von Politik, Werbung und Unterhaltungsindustrie nicht hinwegtäuschen. Es ist für mich wahr: Resignation packt die Nation. Und wenn ich aufmerksam die Tagesnachrichten verfolge, dann ist da ja auch kein Wunder.Die besonderen Errungenschaften demokratischer Regierungssysteme brechen zunehmend weg oder werden infrage gestellt. Viele sind unzufrieden, weil auch sie offenbar auf Dauer nicht in der Lage zu sein scheinen, die immer brennender werdenden gesellschaftlichen und sozialen Fragen wirksam zu lösen.Resignation und Frustration sind deshalb bei vielen wachen Zeitgenossen allgegenwärtig und bestimmen insgeheim auch die politische und gesellschaftliche Agenda unserer Tage.Mancher hat sich vielleicht auch schon in diesem Zusammenhang erinnert an die oft triste Stimmung, die mir aus so manchen Passagen der alttestamentlichen Weisheitsliteratur entgegenschlägt. Vor allem in den Sprüchen und dem Predigerbuch stoße ich immer wieder auf den pessimistischen Grundtenor: Alles ist eitel (nichtig, wertlos, vergänglich, sinnlos). Nichts hat Bestand – weder Beziehungen noch geistige Errungenschaften, weder Gesundheit noch Macht noch Besitz.Messerscharf analysiert das der biblische Schreiber und bringt diese Fakten ungeschminkt auf den Tisch.Doch an dieser Stelle nun kommt die überraschende Wendung (V. 7ff):„7 Wohlauf! Iß mit Freuden dein Brot und trink deinen Wein mit gutem Mut! Denn schon immer hat Gott daran Freude. …10 Alles, was dir vor die Hände kommt, das tue frisch!“Diese Verse zeigen hier die Wendung an. Wie ein Ruck geht es an dieser Stelle durch den Text in Prediger 9. Was der Prediger hier empfiehlt, ist umso überraschender, als es auf dem trostlosen Hintergrund der ersten 6 Verse des Kapitels gesagt wird: Macht euer Leben zum Fest! Feiert das Leben, das Gott euch gegeben hat. Das meint der biblische Schreiber hier offenbar. Nicht die wilde Jagd nach Genuss, sondern das Leben vor und mit Gott als Fest zu gestalten. Dahinter steckt bei ihm offenbar schon die Ahnung, dass mitten in dieser gefallenen und vergänglichen Welt bei den Kindern Gottes bereits jetzt etwas von seiner Herrlichkeit aufleuchtet. Dass angesichts und trotz des garstigen Abgrunds, vor dem ich zuweilen stehe, echte Hoffnung und bleibende Freude da ist. Der Prediger spürt offenbar etwas von der guten Absicht Gottes, die mein Leben reich machen will – auch wenn er noch nichts von Jesus ahnt. Doch hinter seinen Worten steht die spätere Einladung von Jesus selbst, die den Mühseligen und Beladenen Erquickung verspricht – also neue Hoffnung, Lebensfreude und –kraft. Da höre ich auch Paulus schon anklingen, der dazu auffordert, fröhlich in der Hoffnung zu sein, geduldig im Aushalten von schweren Zeiten und in allem mit seinem Gott in Verbindung zu bleiben.Wie aber kann ich meinem Leben diesen Festcharakter verleihen?Ich bin neu eingeladen, meinen Blick nicht von dem gefangen nehmen zu lassen, was mich nach unten ziehen kann. Ich brauche das nicht zu leugnen, was mich belastet, aber ich habe einen Herrn, der weit größer ist, als meine Grenzen und der mich vom Abgrund weg wieder in die Weite führen will. Ich kenne Jesus – und damit bin ich dem alttestamentlichen Prediger unendlich weit voraus. Denn er hat die letzte Sinnlosigkeit des Todes besiegt und aufgehoben. Seit Ostern gibt es nichts, was mehr Sinn macht, als diesem Jesus durch Dick und Dünn mit Wort und Tat auf den Fersen zu bleiben. Ich wünsche Ihnen, dass auch Sie solch ein Mensch sein können. Bibellesen unter bibleserver.comAutor: Bernhard HeylGerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF Plus mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Die Bibelstelle Kolosser 1,27 – ausgelegt von Bernhard Heyl. Da ist einiges im Argen bei den Christen in Kolossä. Vermutlich von Epaphras, einem Mitarbeiter des Apostels gegründet, ist dort eine große judenchristlich geprägte Gemeinde entstanden. Ziemlich bald schon kommt es dort allerdings zu Schwierigkeiten, auf die sich Paulus andeutungsweise in seinem Brief bezieht. Irrlehrer unterschiedlicher Couleur treten auf, die zum einen die straffe Hinwendung zu einer neuen Gesetzlichkeit propagieren, zum anderen gibt es auch mystisch-philosophische Einflüsse, die eine Art esoterische Variante des Christentums vertreten. In beiden Fällen geht es um die Frage, ob der Glaube an Jesus allein genügt oder ob es zum vollkommenen Christsein irgendein „Jesus und noch etwas anderes“ braucht. Ob es da noch irgendwelche Geheimnisse gibt, die man offenbaren muss. Das ist eine durch die ganze Kirchengeschichte immer wieder aktuelle Auseinandersetzung und ist es auch heute noch. In seinem Kommentar zum Kolosserbrief schreibt Heiko Krimmer in der Einleitung: „Wer das „Christus allein“ antastet, der rüttelt am Fundament!“ Paulus setzt sich interessanterweise nicht im Detail und ausführlich mit den Irrlehren auseinander, sondern wählt einen anderen Weg. Er stellt Christus ins Zentrum und beschreibt die Herrlichkeit, Fülle und die Hoffnung, die uns in ihm gegeben ist. Christus ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, schreibt er in V. 15 im ersten Kapitel. Das, wozu wir als Menschen ursprünglich geschaffen wurden und bestimmt sind, ist in Jesus vollkommen da und sichtbar geworden. In ihm wohnt alle Fülle, wurde alles geschaffen, ist die Welt versöhnt worden und er ist in allem der Erste – schreibt der Apostel weiter. Ich habe den Eindruck, er versucht mit seinen Worten auszudrücken, was nicht mehr in Worte zu fassen ist. Die Herrlichkeit Gottes in Christus! Und geradezu unvorstellbar ist nun, dass dieser Christus in uns – den Glaubenden – wohnt. Das ist allemal Grund zu Freude und Dankbarkeit und der Kern christlicher Botschaft. Der Ausleger Werner de Boor schreibt dazu: „‚Christus in uns‘ – wie haben wir uns an den Umgang auch mit den größten Worten gewöhnt. Wie Kinder mit Diamanten und Perlen spielen, als ob es Glasscherben und Steine wären, so werfen wir mit den biblischen Begriffen umher und ahnen nicht mehr, was für ungeheure Dinge in ihnen uns gesagt sind!“Der, in dem alles geschaffen ist, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, Throne, Herrschaften, Mächte und Gewalten – der, der vor allem war und in dem alles seinen Bestand hat – der nimmt Wohnung in uns, seinen Nachfolgern. Wenn das mal keine gute Nachricht ist! Das muss uns einfach zu Hoffnungsmenschen machen, die von dieser Hoffnung der Herrlichkeit leben und zehren und sie in die Welt hinein ausstrahlen. Wenn Sie das auch nur ansatzweise verstehen und sich davon erfüllen lassen, dann suchen Sie nicht nach anderem oder gar mehr. In Jesus, dem Christus in mir, habe ich alles. Mehr geht nicht! Bibellesen unter bibleserver.comAutor: Bernhard HeylGerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF Plus mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden