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Die Bibelstelle Lukas 19,37 – ausgelegt von Christof Lenzen. Wir leben in einer polarisierten Welt. Politikerinnen oder Politiker oder andere Promis werden gehyped, hochgehoben oder gar als Heilsbringer verehrt – und dann wieder fallen gelassen. Manchmal innerhalb von kurzer Zeit. Manchmal sicher auch berechtigt, wenn sie ihr wahres Gesicht gezeigt haben und sich der Heilsbringerstatus relativiert hat. Aber oft wundere ich mich, wie wankelmütig und unstetig des Volkes Urteil sein kann.Ist das neu? Absolut nicht. Jesus kennt das. Ich nehme Sie mit in folgende Szene, die uns im Lukasevangelium, Kapitel 19, 37 beschrieben wird:„So kam Jesus zu der Stelle, wo der Weg vom Ölberg nach Jerusalem hinabführt. Da brach die ganze Schar der Jüngerinnen und Jünger in lauten Jubel aus. Sie lobten Gott für all die Wunder, die sie miterlebt hatten.“Klingt erst einmal gut. Ist aber – ich sage es mal so zugespitzt – ein auf mehrfacher Ebene vergiftetes Lob. Denn ich rede hier von den letzten Tagen von Jesus. Kurze Zeit später werden sie ihn allein lassen oder gar „Kreuzige ihn!“ rufen. Und genau in diesem schmerzhaften Spannungsfeld befinde ich mich mit dem heutigen Bibeltext, der so viel zu sagen hat in unsere Zeit hinein. Denn eine Pointe ist ja: Die Menschen loben die Taten von Jesus – nicht ihn um seiner selbst willen. Das ist der Unterschied zwischen Wunder-Glauben und Beziehungs-Glauben.Die Menge jubelt, weil sie in bestimmten Erwartungsbildern gefangen ist. Sie hoffen auf einen Messias Jesus, der sie befreit und mit Macht und Gewalt politisch für einen Umschwung sorgt in Israel. Für beides ist Jesus nicht zu haben – übrigens bis heute nicht. Dabei wären die Zeichen klar gewesen. Jesus reitet auf einem Eselsfohlen als Zeichen des Friedens und der Machtlosigkeit. Oder aber – wie es im Lukasevangelium heißt – sie jubeln und loben Gott wegen der Taten der Macht, also der Wunder, die sie bei Jesus erlebt haben und die sicher ihre Erwartungen befeuert haben. Nur vier Verse später wird Jesus deswegen über Jerusalem weinen, weil sie den Frieden nicht erkennen, den er bringen will. Und stattdessen nur die Wunder sehen.Beides trifft uns auch heute. Auch heute kann Gott für falsche Zwecke eingespannt werden, ja sogar das Evangelium so verdreht werden, dass einer diese Botschaft der Gnade und Vergebung ins Gegenteil verkehrt. Und statt göttlichem Schalom, Gnade und Vergebung Waffen und Gewalt bringt. Doch egal wie oft in diesem Zusammenhang Gott im Munde geführt wird – dieser Weg ist eine Sackgasse.Und ich persönlich fühle mich beim Jubel über die Wunder angesprochen: Wie sehr vertraue ich Gott und möchte mit ihm „Gemeinschaft haben, damit…“ …es mir besser geht, ich gesund bin, ich Erfolg habe, nicht so allein bin… das ist ein Glauben damit. Gesunder Glaube ist aber ein Vertrauen in die Beziehung zu Gott um seiner selbst willen. Ohne Zweck. Ohne damit.Als Jesus am Kreuz hängt, ist der Jubel verstummt. Glaube zeigt sich nicht im Lob bei Erfolg, sondern im Vertrauen in der Leere. Und vielleicht ist das größte Wunder nicht, dass Jesus Wunder tut – sondern dass er mich will, auch wenn ich bockig bin, in Sackgassen laufe, Wunder sehen will, ihn für meine Zwecke einspanne. Ja, dieser Jesus bleibt dran an mir. Nichts kann mich von ihm trennen. Wenn ich aber einen reifen, tragenden Glauben entwickeln will, dann spricht diese Geschichte heute in mein Herz. Denn Jesus sucht nicht Menschen, die bei Wundern jubeln – sondern Jüngerinnen und Jünger, die ihn lieben, wenn nichts passiert. Das ist der Unterschied zwischen einem Glauben, der funktioniert – und einem, der lebt. Bibellesen unter bibleserver.comAutor: Christof LenzenGerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF Plus mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Die Bibelstelle Psalm 12,7 – ausgelegt von Karsten Hellwig. Eine Gesellschaftsanalyse: „Es sind nur noch wenige, die sich nach Gott richten. Es ist aus mit dem guten Miteinander. Verschwunden sind die Treuen, die Zuverlässigen unter den Menschen. Einer redet mit dem anderen Lug und Trug. Sie reden doppelzüngig, mal so und mal so - Heuchler mit großen Worten. Sie sagen von sich selber: ‚Durch unser Reden beweisen wir Stärke. Unsere Schlagfertigkeit steht uns bei. Wer kann uns schon was sagen?!‘“?Diese Analyse lese ich in Psalm 12. Ich bin wirklich erschrocken darüber, wie sehr sich das nach heute anhört.Wenige Tage vorher hatte ich den Artikel eines Politikers unserer aktuellen Regierung gelesen. Ich hatte ihm per Mail mitgeteilt, dass ich mich freue, dass jemand einfach mal die Wahrheit sagt und zugleich meiner Ratlosigkeit Ausdruck gegeben, was ich als einfacher Bürger tun kann. Ich bekam folgende Antwort:„Dass Sie angesichts mancher politischer Entwicklungen Frustration empfinden, kann ich gut nachvollziehen. Bitte verlieren Sie dennoch nicht den Mut. Das Wichtigste, was Sie als Bürger tun können, ist genau das, was Sie bereits tun: kritisch bleiben, sich informieren und Haltung im eigenen Familien- und Bekanntenkreis zeigen. Ein gesellschaftliches Umdenken beginnt oft im Kleinen durch klare Worte.“ Soweit der Auszug aus der E-Mail.Worte. Gebete. David hat damals die Klage-Analyse in sein Gebet genommen: „Hilf doch, HERR!“ Und Gott betont als Antwort seine Haltung und sagt: „Weil die Elenden Gewalt leiden und die Armen seufzen, stehe ich jetzt auf. Ich will den in Sicherheit bringen, gegen den sie anschnauben.“Und David sagt daraufhin: „Die Worte des HERRN sind makellos; sie sind klar und rein wie Silber, das im Schmelzofen geläutert und siebenmal gereinigt wurde.“ Das ist das heutige Bibelwort der Herrnhuter Losungen aus Psalm 12,7. David stellt dem allgemeinen Rumgetrickse und Gelaber die Verlässlichkeit der Worte und Zusagen Gottes gegenüber.Ich möchte mich darin üben diesem makellosen, lauteren Gotteswort zu vertrauen. Dem geschriebenen Wort und dem, was Gott daraus immer wieder in meinem Herzen verankert. Ich möchte geduldig bleiben trotz und gerade wegen der vielen Ungerechtigkeiten und Lügen in dieser Welt, in meinem Umfeld und in mir selber. Gott leidet mit und will helfen. Und gerade in schwierigen Situationen kommt seine Hilfe oftmals unerwartet klar durch.Ich frage mich:Wo kann ich mich mit einbringen in die Bewegung Gottes, der den Entrechteten und Benachteiligen nahesteht? Wo kann ich selber gerecht und hilfreich leben? Wie ist es mit meiner Wahrhaftigkeit bestellt?Wir – meine Familie und ich - haben 4 Jahre in Ostberlin gelebt. Am Anfang mussten wir uns an die sogenannte Berliner Schnauze gewöhnen. Mit der Zeit hat sie uns gut getan. Direkt und herzlich waren die Leute. Klartext reden und nicht wie die Katz um den heißen Brei schleichen.Wir bleiben immer bedürftig mit unseren Worten. Makellos sind allein die Worte des HERRN, wie wir es in dem heutigen Bibelwort lesen können. Ich bete darum, dass die Klarheit und Reinheit des Wortes Gottes auf mich abfärbt. Bibellesen unter bibleserver.comAutor: Karsten HellwigGerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF Plus mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Die Bibelstelle Psalm 6,2 – ausgelegt von Karsten Hellwig. Das fasziniert mich, wenn Menschen Gott an dessen eigene Wesensart erinnern. König David hat das drauf und auch Mose, der das Volk Israel aus Ägypten geführt hat. Die Psalmen leben von diesen konfrontativen Gesprächen mit Gott. David betet in Psalm 6 Vers 2: „HERR, strafe mich nicht in deinem Zorn! Züchtige mich nicht in deinem Grimm.“ Zugespitzt könnte es heißen: „Weise mich nicht zurecht, solange du aufgebracht bist.“ (NGÜ)Mach keinen Fehler, Gott. Überlege dir, was du tust. Treff keine falschen Entscheidungen, solange du zornig bist. Beruhige dich erstmal wieder. – In den allermeisten Fällen traue ich mich nicht so zu beten. Und es ist ja auch nicht so, dass David sich hier zum Berater Gottes aufspielt. Psalm 6 ist zuerst ein Krankenpsalm. Die kirchliche Tradition hat diesen Psalm – schon ab dem 6. Jahrhundert – zwar als Bußpsalm ausgelegt – der erste von insgesamt sieben in den Psalmen. Zuerst beklagt David jedoch seine KRANKHEIT. Diese Krankheit höhlt ihn aus wie einen morschen Baum. Er ist völlig am Ende. Er ist ganz zerschlagen und starr vor Angst, was noch werden wird. Die Krankheit ist so schwer, dass er zwar noch lebendig, aber doch schon so gut wie tot ist. In dieser Situation empfindet er die Erziehung Gottes wie Vernichtung.Es wird David zu viel. Er kann nicht mehr. Hoffnungen sind verschwunden. Er ist in der tiefsten Tiefe angekommen. Da, genau da sucht er Gott. Er gibt nicht dem Schicksal die Schuld. Sein Gebet ist keine Selbstberuhigung. Er konfrontiert Gott mit der Situation. Er weicht nicht aus in Erklärungsmuster. Er nimmt Gott in die Verantwortung.David schreit auf aus der Tiefe. Er lässt Gott nicht sterben. Er schreit Gott an. Mit Trauer und Angst und Erschrecken wendet er sich doch an Gott.David zollt Gott Anerkennung. Er hält IHM, Gott, dessen Handlungsvollmacht vor. Sein Potential. Er gibt nicht auf. Er ist kein JA-Sager, kein Untertan. Wer sich so an Gott wendet und nicht abwendet, der erringt sich damit auch das Recht eben so mit Gott zu reden.Dieses Gebet geht von Herz zu Herz. Vielleicht wird David deshalb als ein „Mann nach dem Herzen Gottes“ charakterisiert (Apostelgeschichte 13,22). Nicht „perfekt“ – aber zugewandt. Voller Vertrauen sein Herz bei Gott ausschütten. (Psalm 62,9)Hier spricht ein erwachsener Glaube. Das ist echt. Das ist keine Selbstberuhigung. Ein gereifter Mensch wendet sich an Gott – in seiner großen Krankheitsnot. Es wird ihm zu viel. Gott ist und bleibt meine Anlaufstelle. Ein lebendiger Gott. Nicht fern. Manchmal fremd. Schwer verständlich. Und nicht alles klärt sich auf – nicht gleich und auch nicht unbedingt irgendwann später.Dieses Gebet Davids macht mir Mut, mich in den allerschwierigsten Situationen, aber auch im Alltag, voller Zutrauen an Gott zu wenden. Bibellesen unter bibleserver.comAutor: Karsten HellwigGerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF Plus mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Die Bibelstelle Römer 12,10 – ausgelegt von Siegfried Meier. Tipps zum Verhalten kenne ich aus der Kindheit. Sie bestimmt auch und fragen sich dann, warum das entweder heute kaum noch zieht oder warum sich so wenige daran halten. Denn das Zusammenleben wird dadurch erschwert, dass die einen sich für vollkommen halten, die anderen aber meinen, sie können tun und lassen, was immer sie wollen. Und dank der Smartphones ist alles viel einfacher geworden, sich danebenzubenehmen. Oder liegt es nur daran, dass ich nicht anschaulich genug sage, was ich erwarte?Wer also seinen Kindern sagt „Benehmt euch anständig bei Onkel Tobi!“ hat sicher seine Vorstellung davon, was gemeint ist, könnte aber auch gleich deutlich und deutsch sagen: „Sagt nicht bei jedem Kuchen ‚Äääh!, hört zu, wenn einer mit euch spricht und kommentiert nicht alles mit ‚cool’ oder ‚geil’!“ Im familiären Rahmen haben wir da unsere Umgangsformen, aber wie sieht das in der Gemeinde aus? Schließlich kamen von Anfang an Männer, Frauen und Kinder aus unterschiedlichen Häusern zusammen, manche arm, manche reich, manche gebildet, andere weniger. Paulus zum Beispiel war daran gelegen, dass nicht die Herkunft plötzlich wieder einen Keil in die Gemeinde treibt, sondern dass alle in Jesus Christus verbunden sind, der diese gesellschaftlichen Unterschiede unwichtiger macht.Und so schreibt Paulus im Römerbrief unter anderen – und das ist das ist der Bibelvers für heute (Römer 12, 10): Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor.Und was heißt Ehrerbietung? Vor Jahren hat Klaus Teschner diesen Abschnitt mal mit einer Wuppertaler Studentengruppe vom Deutschen ins Deutsche übersetzt und schreibt: „Setzt in der Gemeinde nicht nur eine freundliche Maske auf. Eure Zuneigung zueinander soll echt und natürlich sein. Meidet alles, was zerstörerisch sein könnte. Lasst erkannte Aufgaben nicht so lange auf sich beruhen. Des Teufels liebstes Möbelstück ist die lange Bank. Seid von und für Christus begeistert. Tut, was heute getan werden muss. Freut euch, wenn ihr an eure Zukunft mit Christus denkt. Wenn ihr an manchen Tagen nicht recht froh werden könnt(et), so haltet auch das aus. Hört nicht auf, die Stille vor Gott zu suchen. Seid nicht gleichgültig, wenn andere Christen leiden. Ihr sollt ein offenes Haus und ein offenes Herz haben. Verdammt nicht diejenigen, die euch Schwierigkeiten machen. Wünscht ihnen Gottes Güte, und wünscht sie nicht weg von euch und weg von Gott. Wünscht sie nicht zum Teufel. Wenn einer glücklich ist, dann lasst ihn spüren, dass ihr es ihm gönnt. Wenn einer vor lauter Traurigkeit nicht mehr kann, dann seid dabei. Euer Herzensanliegen sei eure innere Gemeinsamkeit. Habt nicht immer wieder einen Hang zum Spektakulären, sondern richtet euren ganzen Sinn auf das Unscheinbare. Kommt euch selbst nicht vor wie Schlaumeier.“Wenn ich dem anderen mit „Ehrerbietung“ zuvorkomme, dann achte ich ihn höher als mich selbst, ich sehe den anderen höher als mich und zeige das auch. Aber warum sollte ich das tun? Weil Jesus Christus selbst so gehandelt hat. Er hätte uns ja alle links liegenlassen können. Was hat der Sohn Gottes mit den Menschen zu tun? Aber er hat uns nicht links liegengelassen, er achtet auf den einzelnen, wie wenig anschaulich der oder die auch sein mag. Und hat darin die große, überwältigende Liebe Gottes gezeigt. Er wendet sich uns zu. Das ist wie eine große Ehre – und das wissen wir auch, wie das auf uns wirkt, wenn jemand, den wir bewundern, der nie an unserer Tür klingeln würde, sich nun uns zuwendet und uns mit unserem Namen anspricht. Und Paulus sagt: macht da doch ruhig einen Wettbewerb draus. Einer komme dem anderen in Ehrerbietung zuvor. Macht ihr den ersten Schritt. Ihr werdet schon sehen, wie das in der Gemeinde Jesu Christi wirkt. Bibellesen unter bibleserver.comAutor: Pfarrer Dr. Siegfried MeierGerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF Plus mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Die Bibelstelle Jesaja 63,15 – ausgelegt von Siegfried Meier. Wer oben wohnt, hat den Überblick. In einer Erdgeschosswohnung sind Sie schnell draußen, haben kurze Wege, aber wer weiter oben wohnt, die Annehmlichkeit eines Aufzugs genießt, der kann vom Balkon oder vom Fenster aus sehen, was andere nicht sehen: große Gebäude in der Nachbarschaft begegnen Ihnen auf Augenhöhe, Sie haben den Überblick über den Straßenverkehr, sehen die grünen Inseln und wenn Sie Glück haben, kriegen Sie vom Verkehrslärm auch nichts mit. Könnte also ein netter Ort sein, Sie genießen die Vorteile des Panorama-Überblicks, sind aber sonst für sich und allem enthoben, was da unten Sorgen und Probleme macht.Und ich bin mir sicher, das treibt auch den Beter aus dem Buch Jesaja 63 (Vers 15) an, wenn er nach einer langen Klage Gott wütend anschreit: „So schau nun vom Himmel und sieh herab von deiner heiligen, herrlichen Wohnung! Wo ist nun dein Eifer und deine Macht?“Du da oben – was siehst Du von uns da unten? Bist Du so wie die Millionäre unserer Erde, die dann in ihrer Dachhauswohnung einen teuren Cocktail schlürfen und über den Zustand der Welt den Kopf schütteln – oder interessierst Du Dich für uns?Das ist eine harte Anklage – aber ich merke auch: der Beter ist ehrlich. So wünsche ich mir mein Betenauch, so völlig ungeschützt, eben ehrlich Gott meine Meinung sagen.Er sagt sie ja auch. Und ich werde neugierig, diesen Bibelvers nachzulesen und finde einen großen Abschnitt aus einer Zeit, in der das ganze Volk am Boden lag, in der Hauptstadt Jerusalem die Trümmer sah, dort auch wohnte, der Tempel war auch zerstört, alle hatten ihre Wohnung verloren, Gott auch. Aber der hatte ja noch seine himmlische Wohnung, während seine Leute Sonne, Wind, Wetter und Tieren schutzlos ausgeliefert waren. Und ich habe Bilder aus den Nachrichten vor Augen, wo es Männern, Frauen und Kindern auch in Europa so geht.Schau nun vom Himmel und sieh herab von deiner heiligen, herrlichen Wohnung! Da schwingt Neid mit, klar, aber auch das Vertrauen, dass Gott seine Leute kennt und weiß, wie es ihnen geht. Hatte nicht ein Psalmbeter von Gott gesungen (Psalm 113, 6), dass er oben in der Höhe thront und herniederschaut in die Tiefe?Ja und dann? Wo ist nun Dein Eifer und Deine Macht? Du kannst da nicht unbeteiligt zusehen, Du bist doch unser Gott, unser Vater, wie es (Jesaja 63,16; 64,7) kurz danach heißt. Und ein Vater kümmert sich um seine Kinder, oder etwa nicht? Wo ist nun dein Eifer und deine Macht? Das, was Dich auszeichnet, was wir immer bewundert haben – dass Du Deine Leute nicht im Stich lässt. Dass Du Dich uns zuwendest.Die ganze GlaubensgeschichteIsraels ist voll davon, dass das Volk sich von Gott abwendet, ein Unglück bricht herein, sie schreien zu ihrem Herrn und der antwortet wieder, der zieht sich nicht zurück, ja, er kämpft leidenschaftlich gegen die Feinde und für sein Volk. Wo ist nun Dein Eifer, beweg Dich, schau herab, tu etwas! Verlass Deine Wohnung, komm zu uns auf die Erde, teile unser Leben, die Gewalt, die Widerstände, die Unterdrückung, unsere geringe Zahl. Und Gott kommt.Vielleicht anders, als der Beter damals dachte. Aber Gott verlässt die Wohnung, kommt in einem Stall zur Welt, teilt Flucht, Wohnungslosigkeit, Krankheit. Wird Mensch in JesusChristus und hat einen festen Platz mitten unter uns. Bibellesen unter bibleserver.comAutor: Pfarrer Dr. Siegfried MeierGerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF Plus mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Die Bibelstelle Psalm 46,2-3 – ausgelegt von Dieter Opitz. Meine Frau und ich sind mit dem Auto unterwegs, auf der Autobahn A 9 Bayreuth - Nürnberg. Es ist Mitte November. Plötzlich fängt es an zu schneien. Unerwarteter Wintereinbruch - mit Sommerreifen! Bald ist die Fahrbahn mit Schnee bedeckt. Es geht eine Steigung hinauf. Die Räder drehen durch. Ich muss immer langsamer fahren. Ich schalte immer weiter zurück. Doch auch im ersten Gang drehen die Räder durch. Ich schaue in den Rückspiegel. Hinter mir sind schon einige Autos wieder die Fahrbahn hinuntergerutscht. Da rufe ich in meiner Not nur dies eine Wort: "Jesus!" Da geschieht das Unglaubliche: Die Räder drehen nicht mehr durch. Wir schaffen die Steigung. Als ob unser Auto von hinten angeschoben wird. Für meine Frau und mich ein großes Wunder. Ein Eingreifen Gottes, genauer gesagt von Jesus Christus.Da habe ich die Wahrheit der heutigen Tageslosung der Herrnhuter Brüdergemeine erfahren: „Gott ist unsre Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben. Darum fürchten wir uns nicht.“ Worte aus dem Psalm 46 Vers 2 und 3.Ursprünglich spricht dieses Psalmwort von Gott. Der ist aber der Vater Jesu Christi. Deshalb möchte ich diesen Vers auch auf Jesus anwenden. Bei Jesus finde ich Hilfe. Er ist mein Schutz und meine Stärke. So habe ich es an jenem Tag im November auf der Autobahn erfahren.Bei Jesus finde ich Zuversicht, Stärke und Hilfe. Egal, was kommen mag. Da kann ich in große Nöte hineingeraten. Von denen ist auch in dem Psalmwort die Rede. Da kann mir sogar der Boden unter den Füßen weggezogen werden. Wer an Jesus glaubt, kann auch tief fallen - aber nie tiefer als in Gottes Hände, davon bin ich überzeugt. Auch in den Nächten des Lebens gilt: Wer diesem Jesus vertraut, dem geht immer wieder die Sonne auf.Wer an Jesus glaubt, kommt wie andere Menschen auch in schwierige Lagen hinein. Der Unterschied ist nur: Er ist nicht alleine. Er hat Jesus an seiner Seite. Der kann ihm auch in den aussichtslosesten Situationen helfen. Der kann ihn herausholen. Was auch geschieht: Jesus ist da, er steht mir zur Seite. Er hält fest und hilft.Wer an Jesus glaubt, kennt sicher auch noch die Furcht vor dem, was kommen kann. Die kenne ich auch. Aber ich weiß, wohin mit der Furcht.Ich kann mich in Ängsten und Nöten meines Lebens zu Jesus hinflüchten, wie in früheren Zeiten Menschen in eine befestigte Burg. Dann bin ich auch vor feindlichen Angriffen und Zugriffen beschützt. Vor den Mächten der Angst und der Furcht. Das können Sie auch tun: Sich zu Jesus hinflüchten. Sie können beten: "Herr Jesus, hier lege ich dir alles hin, was mich quält und belastet. Ich bitte dich: Nimm mir das doch alles ab." Dann werden Sie möglicherweise ruhiger und gelassener. „Vielleicht fühlen Sie dann trotzdem noch die Angst, haben Furcht. Aber diese Gefühle müssen Sie nicht beherrschen und lähmen. Im Vertrauen auf Jesus können sie die nötigen Schritte wagen – auch mit zitternden Knien.“Auf meinem Schreibtisch liegt eine Karte. Darauf stehen Worte des Pfarrers und Seelsorgers Johann Christoph Blumhardt. In schwierigen persönlichen Lagen haben sie mir schon oft geholfen. Sie lauten: „Jesus ist stärker – selbst in wirklich aussichtslos erscheinenden Situationen. Jesus ist Sieger!“ Bibellesen unter bibleserver.comAutor: Dieter OpitzGerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF Plus mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Die Bibelstelle Johannes 3,16 – ausgelegt von Dieter Opitz. Etwa 15 Jungen und Mädchen, nicht älter als 9 Jahre, sitzen vor mir. Und zwar in einer Kirche mit mir als Pfarrer. Zusammen mit ihrer Lehrerin, die sie in Ethik unterrichtet. Die Kinder sind fast alle Muslime. Es wird ein munteres Gespräch. Eine Schülerin, Muslima, stellt eine wichtige Frage. „In meiner Religion heißt es: Für jeden Menschen gibt es zwei Waagschalen. Auf die eine werden die guten Taten gelegt, auf die andere die schlechten. Wenn die Waagschale mit den guten Taten schwerer ist, lässt Gott einen in den Himmel. Was sagt denn der evangelische Glaube zu der Frage, wie man in den Himmel hineinkommt?“Ich antworte ihr als Christ, glaube ich: „Niemand kommt in den Himmel wegen seiner guten Taten. Das wäre eine höchst unsichere Sache. Woher weiß ich denn, ob ich genügend gute Taten vorweisen kann? Vielleicht denkt auch Gott ganz anders von meinen guten oder bösen Taten als ich. Vielleicht meint er, dass meine guten Taten gar nicht so gut sind, wie ich denke und die bösen Taten viel schwerer wiegen, als ich meine. Das alles weiß ich nicht. Aber ich weiß, dass Jesus für meine Sünde am Kreuz gestorben ist. Der hat mich lieb. Und der kann meine Sünden vergeben.“ Und ich sage ihr: „Sünden kann jeder bekennen, bei einem Pfarrer wie mir zum Beispiel. Und der spricht der Person die Vergebung ihrer Sünden zu.“ - "Sind dann die Sünden wirklich vergeben?" wollte jemand von den Schülern wissen. „Natürlich“, antworte ich. "Ist ja cool!", ruft daraufhin einer der jungen Muslime ganz erstaunt.Das ist wirklich cool: Den Himmel muss und kann sich keiner mit guten Taten verdienen. Den Himmel kann ich mir nur schenken lassen. Von Gott. Weil er die Menschen liebt. - Weil er Sie liebt. Sie sind von Gott geliebt. Ganz gewiss. Warum ich mir da so sicher bin? Weil er sogar Jesus, seinen Sohn, für Sie sterben ließ. Aus Liebe zu Ihnen. Er hat Sie geliebt an einem Freitagnachnachmittag vor den Toren Jerusalems. Da hing sein Sohn an dem grausamsten Hinrichtungsinstrument der Römer. An einem Kreuz. Aus Liebe zu Ihnen. Im Johannesevangelium, Kapitel 3 Vers 16 lese ich „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ So lautet der Lehrtext zur heutigen Losung der Herrnhuter Brüdergemeine.Im Konfirmandenunterricht habe ich den Jugendlichen einen Gutschein gegeben. Da stand dieses Bibelwort drauf. Ich habe es etwas umformuliert. So hat jeder seinen eigenen Namen einsetzen können. Das können Sie auch tun, wenn Sie wollen. Ihren eigenen Namen einsetzen. Dann wird dieses Bibelwort ganz persönlich. Dann klingt es etwa so:Gott liebt Sie. So sehr, dass er Jesus, seinen Sohn, stellvertretend für Sie am Kreuz sterben ließ. Für Ihre Schuld. Damit sie Ihnen vergeben wird. Sie brauchen es nur zu glauben, persönlich für sich zu nehmen. Und dann werden Sie ewiges Leben bekommen. Ein Leben mit Gott, das jetzt schon beginnt und nie aufhört. Ewiges Leben, das heißt: Vergebung auch für die größte Schuld, Neuanfang auch nach den größten Fehltritten, Trost auch im tiefsten Kummer, Leben auch nach dem Tod. Ist das nicht cool? Bibellesen unter bibleserver.comAutor: Dieter OpitzGerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF Plus mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Die Bibelstelle Offenbarung 21,3 – ausgelegt von Monika Breuer. Kennen Sie das „Märchen vom Fischer und siner Fru“?Ein Fischer macht einen großartigen Fang! Aber der Fisch ist ein verwunschener Prinz! Natürlich lässt der Fischer den wieder frei! Seine Frau ist auf der Palme! Sofort soll ihr Mann gehen und sich vom Fisch ein schickes Häuschen wünschen, statt ihrer einfachen Hütte. Dann soll ein Palast her! Danach will sie Königin werden, dann Kaiserin und schließlich Papst. Am Ende will sie werden wie Gott! Und zack, sitzt sie wieder in ihrer alten, bescheidenen Hütte.Ja, wer werden will wie Gott, der sollte schon wissen, wie Gott denn ist! Der hat es nämlich so gar nicht mit irdischem Prunk, Protz und Palästen. Gott ist eher verliebt in Hütten, und das schon von Anfang an: Mose bekommt von Gott den Auftrag, eine Art transportable Hütte zu bauen. Manche Bibelübersetzer bezeichnen sie als Zelt der Begegnung, Martin Luther als Stiftshütte. Nicht, dass der Schöpfer des Universums unbedingt eine Hütte bräuchte. Aber Gott will es den Menschen einfach machen: In dieser zeltähnlichen Hütte, das verspricht er, können sie ihm begegnen.Später findet König David, dass das nicht angemessen ist und will Gott lieber einen prächtigen Tempel bauen. Davon ist Gott zunächst so gar nicht begeistert. Seinen Propheten Samuel lässt er folgendes sagen:„Habe ich doch in keinem Hause gewohnt seit dem Tag, da ich die Israeliten aus Ägypten führte, bis auf diesen Tag, sondern ich bin umhergezogen in einem Zelt als Wohnung.“(2. Samuel 7,6) Und der Prophet Jesaja soll ausrichten:„So spricht der HERR: Der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel meiner Füße! Was ist denn das für ein Haus, das ihr mir bauen könntet, oder welches ist die Stätte, da ich ruhen sollte?“(Jesaja66,1). Aber dann lässt Gott es doch zu, dass David den Bau vorbereitet. Davids Sohn Salomo darf den Tempel schließlich bauen und einweihen.Später wohnt Gottes Sohn Jesus zunächst ganz schlicht in einem Dorf. Und als er später als Rabbi durch´s Land zieht, bezeichnet er sich selber sogar als obdachlos. Mit seinen Jüngern übernachtet er höchstens mal bei Freunden und Bekannten.Am Ende des Neuen Testaments spricht Gott wieder davon, dass er selbst mitten unter seinem Volk wohnen will. Und zu diesem Volk gehören nun nicht mehr nur die Juden, sondern auch die Christen. Im Buch der Offenbarung 21,3 lässt Gott den Seher Johannes sagen:„Ich hörte eine große Stimme vom Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird Gott sein“. Der große Schöpfer von allem, was jemals war, ist und sein wird, lebt in der Ewigkeit nicht in einem Palast, fernab des Menschentrubels? Nein, er will mitten unter den Menschen sein und mit und bei ihnen wohnen.Gott ist so erfrischend anders, als wir Menschen uns das manchmal aus unserer begrenzten Erfahrung heraus vorstellen. Gott ist dann einfach wohltuend anders! So wie er wirklich ist, tut es uns gut! Und Gott gibt uns bereits in diesem Leben viele Anhaltspunkte, wie er wirklich ist. Zu unserem Glück und Wohlbefinden können wir das in der Bibel nachlesen und manchmal auch am eigenen Leibe erfahren. Und ich freue mich schon darauf, wenn ich in der Ewigkeit dann sozusagen Tür an Tür neben Gott wohnen kann und das Kennenlernen nochmal eine ganz neue, ungeahnte Qualität bekommen wird.Quelle: https://www.mit-erzaehlen-schule-machen.germanistik.uni-muenchen.de/downloads/erzaehlgut/grimm/khm019_fischer_syner_fru.pdf Bibellesen unter bibleserver.comAutor: Monika BreuerGerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF Plus mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Die Bibelstelle Psalm 98,9 – ausgelegt von Monika Breuer. Wumms! Die Tür war zu! Was war passiert? Wir waren bei Bekannten zum Abendessen eingeladen. Deren Söhne, 10 und 12 Jahre alt, sollten nach dem Essen zu Bett gehen. Die Eltern wollten gerecht sein und beide zur gleichen Zeit ins Bett schicken, aber dagegen protestierte der Große: Schließlich sei er ja älter als der Kleine und dürfe deshalb natürlich auch länger aufbleiben. An jenem Abend ließen sich die Eltern aber auf keine Diskussion ein, und da hatte der Große bei seinem Abgang wütend die Tür zugeworfen. So eine Ungerechtigkeit aber auch! Mal nebenbei: Ob der Große auch gerne mehr im Haushalt half als sein Bruder? Schließlich war er ja der Ältere! Jedenfalls können viele Eltern ein Lied davon singen, wie schwer es ist, ihre Kinder wirklich gerecht zu behandeln.Und das Thema der Gerechtigkeit begleitet uns nach der Kindheit weiter. Auf meiner ersten Arbeitsstelle teilte die Chefin die Früh-, Spät- und Nachtdienste ein. Sie versuchte, alle Wünsche nach freien Tagen zu berücksichtigen, aber immer gelang ihr das beim besten Willen nicht. In weiser Voraussicht hängte sie dann einen Zettel über den neuen Dienstplan, auf dem stand: „Allen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.“ Wir haben es überlebt, mal nicht am gewünschten Tag freizubekommen. Ja, die Fragen der Gerechtigkeit bekommen wir nicht los und manchmal geht es ja auch um richtig schwerwiegende Dinge.Da habe ich eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte zuerst: Ich kann es drehen und wenden, wie ich will, auf dieser Erde wird es leider keine vollendete Gerechtigkeit geben. Weil für die Gerechtigkeit auf dieser Welt Menschen zuständig sind. Mit all ihren Begrenzungen und Schwächen. Ich selber kann mich zwar für Gerechtigkeit einsetzen. Aber ganz aus der Welt schaffen werden andere und ich die Ungerechtigkeit nicht.Jetzt kommt die gute Nachricht: Es gibt jemanden, der sogar alle Ungerechtigkeiten dieser Welt besiegen kann! Psalm 98,9 redet von Gott und der Gerechtigkeit. Da lese ich: „Der Herr kommt das Erdreich zu richten. Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker wie es recht ist.“Ja, Gott ist allmächtig, allwissend, und er ist die Liebe in Person. Und diese drei Dinge braucht jemand, der wirkliche Gerechtigkeit in letzter Vollendung üben will: Allmacht, Allwissenheit, vor allem aber Liebe. Gott will nicht nur Gerechtigkeit bringen, er wird es auch tun, am Ende der Zeit. Aber auch schon jetzt bitte ich Gott immer wieder um Gerechtigkeit. Und ja, ich kenne es selber: Unsere Geduld wird dabei manchmal auf eine harte Probe gestellt. Aber ich denke auch gern dankbar zurück, wo Gott in meinem Leben bereits Gerechtigkeit geschaffen hat.Ups, da hab´ ich doch eben von Dankbarkeit gesprochen. Noch so ein Ding, das mich zufriedener macht. Selbst wenn ich noch Ungerechtigkeiten ertragen muss. Ja, dankbar auf das schauen, was ich habe. Und dankbar auf die Stellen schauen, wo sich Dinge schon zum Gerechteren gewendet haben. Und auch dankbar dafür sein, dass Gott auch an Stellen gerecht wirkt, wo es mir heute noch verborgen ist.Deshalb habe ich mir auch etwas angewöhnt: Wenn ich mich von einem Menschen ungerecht behandelt fühle und daran erstmal nichts ändern kann, dann will ich mich nicht aufregen. Sondern ich sage: „Gott, bitte kümmere du dich um diesen Menschen! Du weißt, was er gerade braucht. Vielleicht sollte er mal seine eigene Ungerechtigkeit zu spüren bekommen, vielleicht braucht er aber auch nur weniger Stress oder mehr Liebe. Du kennst ihn besser als ich, bitte kümmere du dich um ihn!“Und so wünsche ich mir und Ihnen heute einen dankbaren Blick auf das gute Eingreifen Gottes in unserem Leben! Bibellesen unter bibleserver.comAutor: Monika BreuerGerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF Plus mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden

Die Bibelstelle Jesaja 25,4 – ausgelegt von Andreas Odrich. Pass auf, was du dir morgens als Erstes für Gedanken reinziehst, sie werden tagsüber dein Handeln bestimmen.So hat mir kürzlich ein Social-Media-Influencer geraten, dessen Weisheiten ich mir morgens, na, Sie wissen schon wo, reingezogen habe.Recht hast du, habe ich mir gedacht. Denn die Frage, wie starte ich in den Tag, ist in unserer Medienwelt aus dem Ruder gelaufen.Viele geben unumwunden zu: direkt nach dem Aufwachen wird erstmal gescrollt. Und so prasseln belanglose Filmchen, kurzlebige Gags und jede Menge News und Fakenews auf mich ein, bringen mich in Rage, damit ich mich empöre, teile, like, Klickzahlen in die Höhe treibe und am Ende mies gelaunt in den Tag starte.Da hat der Influencer wirklich recht. Das, was wir zuerst sehen, bestimmt unseren Tag, und schließlich unser gesamtes Denken und Handeln. Persönlich und auch als gesamte Gesellschaft mit Hass, Hetze stetig wachsender Polarisierung und Radikalisierung im Schlepptau.Gut, dass es Alternativen gibt. Wie zum Beispiel die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine. Jeden Tag zwei Bibelverse als Richtschnur und Orientierung. Ganz schlicht. Und die haben es oft in sich. Da steht zum Beispiel für heute:„Herr, du bist der Armen Schutz gewesen in der Trübsal, eine Zuflucht vor dem Ungewitter, ein Schatten vor der Hitze, wenn die Tyrannen wüten.“Was für ein Kontrast zu allen Untergangsszenarien auf Social Media.Der Vers stammt vom Propheten Jesaja. Aufgeschrieben in einer Zeit, als das alte Volk Israel von allen Seiten bedrängt und von seinen Feinden geradezu eingekreist war.Doch statt seiner Wut freien Lauf zu lassen, richtet Jesaja den Fokus auf Gott, auf sein Wirken und Handeln.Jesaja vergegenwärtigt sich und mir als Leser:• Gott hilft. • Die Armen und Verfolgten sind ihm nicht egal. • Gott gewährt Schutz.Gerade in unseren Tagen, in denen sich die schlechten Nachrichten aus der Weltpolitik überschlagen, und in denen die Probleme vor der eigenen Haustür nicht kleiner werden, ruft mich Jesaja zu einer Neuausrichtung auf Gott.In diesem Vers sind nicht Wut und Empörung die Antwort auf die Probleme. Die Antwort ist stattdessen Gottes Gnade und Barmherzigkeit. Arme, Unterdrückte und Bedrängte werden von Gott nicht im Stich gelassen, er verdrängt sie nicht, weil sie in seinen Augen Versager sind, er schützt und verteidigt sie hingegen.Von Christen und auch von Politikern, die sich christlich nennen, wünsche ich mir daher dringend, dass sie dies spürbar zu ihrer Handlungsmaxime machen.Und auch ich will mich an die eigene Nase fassen und neu daran ausrichten:• Ich möchte mein Gottvertrauen nicht einrosten lassen. • Ich will mir immer wieder vergegenwärtigen, dass Gott seine Hilfe anbietet, und dass er die entscheidende Instanz über allem ist. • Ich will mir aber auch immer wieder neu vergegenwärtigen: bei Gott geht es nicht darum auf Arme, Unterdrückte und Bedrängte herabzusehen, sondern ihnen in ihrer Not zu helfen.Ich bin überzeugt, dass die Neuausrichtung auf Gott und seine Maßstäbe entscheidend dazu beitragen können, das Klima in unserer Gesellschaft positiv zu verändern.Sie gehören wirklich jeden Morgen neu und als Erstes in meinen Kopf. Bibellesen unter bibleserver.comAutor: Andreas OdrichGerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF Plus mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden