
Woher weiß Marcus Wadsak eigentlich, wie das Wetter in einer Woche wird? Ich habe den Meteorologen gebeten, mir mal ganz grundsätzlich zu erklären, wie er das Wetter vorhersagt.
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Laura
Wer von euch will mit uns gemeinsam Am Freitagnachmittag, den 11. September zur Zotter Schokoladenfabrik nach Riegersburg fahren und ganz viel über Schokolade lernen? Wenn ihr da dabei sein wollt, dann meldet euch an unter erklärmir at Zotter. Die Julia Zotter gibt uns einen Einblick hinter die Kulissen. Wir bekommen eine Schokoverkostung und im Anschluss findet noch eine Live Folge von Erklär mir die Welt vor Publikum statt. Wir verlosen da 20 Plätze an euch. Ihr dürft euch auch mit einer Begleitperson anmelden und das ganze Event ist kostenlos. Ich finde es immer unheimlich schön, wenn wir die Erklär mir die Welt Community in echt zusammenbringen, uns besser kennenlernen und das machen, was uns wahrscheinlich alle am meisten Spaß macht, und zwar die Welt ein bisschen besser verstehen und in diesem Fall die Herstellung von Schokolade ein bisschen besser verstehen. Ich freue mich auf euch. Macht gerne mit unter erklärmir at Zotter. Die Personen, die mitkommen dürfen, werden dann von uns kontaktiert. Ich wünsche euch ganz viel Glück, ihr Lieben. Der Countdown läuft. Man kann nur noch bis zum 27.02.2026 für uns abstimmen, damit wir den Ö Podcast Award 2026 gewinnen können. Wir wären euch super dankbar, wenn ihr uns dabei helfen würdet und uns unter erklärmir.at unter der Kategorie Podcast des Jahres nominiert. Man kann da jeden Tag eine Stimme abgeben. Das heißt auch wenn ihr schon mal abgestimmt habt, könnt ihr das am besten jetzt schnell nochmal machen. Einfach kurz auf Pause klicken und Erklär mir at Award eingeben. Danke, danke, danke. Ihr seid die Besten. Wenn euch unser Projekt am Herzen liegt und ihr bereit wärt, uns finanziell dabei zu unterstützen, damit wir Erklär mir die Welt weiterhin noch lange so machen können, dann könnt ihr unter erklärmir at Support Unterstützer in oder Unterstützer werden. Diese Woche gibt es zum Beispiel keine neuen Unterstützer innen und interessanterweise war das vor einem Jahr der Fall um die Zeit, dass mal länger niemand Neues dazugekommen ist. Umso mehr würden wir uns freuen, wenn wir jemanden von euch jetzt überzeugen haben können, uns unter erklärme at Support zu unterstützen. Jetzt wünsche ich euch aber noch ganz viel Spaß bei der heutigen Folge.
Andreas
Hallo, ich bin der Andreas Und das ist Erklär mir die Welt, der Podcast, mit dem du die Welt jede Woche ein bisschen besser verstehen sollst. Heute geht es ums Wetter, wie das funktioniert und wie man es vorhersagt. Und das erklärt uns Markus Watzack. Hallo.
Markus Watzack
Hallo.
Andreas
Hallo lieber Markus, schön, dass du da bist. Kannst du dich zu Beginn kurz vorstellen?
Markus Watzack
Markus Watzack mein Name. Ich bin mittlerweile 55 Jahre, das ist gerade passiert. Ich bin Meteorologe. Ich habe, in den er Jahren in einem anderen Jahrtausend Meteorologie studiert, und arbeite seit 1995 beim Österreichischen Rundfunk. Und darf dort Wetterprognosen machen und habe das so ziemlich in allen Varianten gemacht, die es gibt. Ich habe angefangen beim Radio bei Ö Ö, habe dann viele Jahre im Ö Wecker, reichweitenstärks Radiosendung des Landes, das Wetter präsentieren dürfen und bin jetzt seit 20 Jahren, glaube ich, 20 Jahre beim Zeit im Bildwetter. Das ist wiederum eine der drei reichweitenstärksten Fernsehsendungen in Österreich. Also ja, ich versuche das Wetter vorherzusagen auf allen Kanälen, die ich so finde.
Andreas
Markus fangen wir mal ganz grundsätzlich an. Wetter, was ist das eigentlich?
Markus Watzack
Ja, wenn man Wetter googelt, ist das für mich sehr lustig. Da kommt zuerst mal Friedrich Wetter, das war ein Bischof irgendwo in Deutschland. Das finde ich immer eine sehr lustige Geschichte, dass Google noch nicht das andere Wetter nach vorne gereiht hat. Denn das Wetter, über das wir heute sprechen, das ist der momentane Zustand unserer Atmosphäre an einem bestimmten Ort zu einer gewissen Zeit. Das klingt jetzt mal relativ kompliziert, also da steckt viel Physik drinnen, aber ganz einfach gesprochen ist es das, was ich spüre, dementsprechend auch messen kann. Wenn ich jetzt aus dem Haus gehe, da draußen scheint die Sonne, es regnet oder es schneit, Das ist Wetter. Da draußen hat es eine Temperatur, die kann ich fühlen, Es ist warm oder kalt, die kann ich auch messen. Das ist Wetter. Da geht ein Wind, das ist die Bewegung der Luft, der entsteht durch Druckunterschiede. Beides kann ich messen, die Druckunterschiede, aber auch den Wind. All das ist eben der momentane Zustand an einem Ort. Das ist das Wetter.
Andreas
Und woher kommt das Wetter? Warum ist es heute, wir nehmen das jetzt Ende November auf, warum ist es heute so arschkalt und bisschen verregnet. Warum ist es woanders warm? Anscheinend die Sonne wie kommt es dazu.
Markus Watzack
Das kommt relativ kompliziert daher, dass unser Wetter einfach funktionieren würde, wenn unsere Erde sich nicht drehen würde. Das macht uns die ganze Geschichte relativ schwierig, denn im Prinzip funktioniert Wetter so, dass wir eine Sonne haben, um die die Erde kreist und die Sonne bestrahlt die Erde. Jetzt ist es natürlich so, wenn die Sonne auf die Erde fällt, da kommt sehr viel mehr Licht am Äquator an, wissen wir auch, dort ist es einfach wärmer und am Nordpol und am Sü Südpol streifen die Sonnenstrahlen. Nur so. Dort kann sich die Luft nicht so stark erwärmen. Das heißt, wir haben einmal einen Temperaturunterschied zwischen Äquator und Nordpol. Dieser Temperaturunterschied erzeugt auch einen Druckunterschied. Also wir haben Unterschiede in der Physik der Atmosphäre und die Natur ist bestrebt, diese Unterschiede auszugleichen. Würde sich die Erde jetzt nicht drehen, würde einfach die warme Luft vom Äquator auch über den Druckausgleich nach Norden gehen und wir hätten weltweit relativ die gleiche Temperatur oder sehr ähnliches Wetter. Aber wir drehen uns ja nämlich nicht nur um die Sonne, sondern auch um die eigene Achse. Und dadurch, da kommt eine, und jetzt wird es sehr kompliziert, eine Scheinkraft, die Corioliskraft ins Spiel. Das ist ja Scheinkraft, ja eine Kraft, die physikalisch nicht so einfach zu erklären ist, weil sie eben nur auf das Bezugssystem der rotierenden Erde zu sehen ist und damit relativ schwierig zu beschreiben und auch zu verstehen ist. In Wirklichkeit lenkt diese Corioliskraft die Luftströmung, wenn sie nach Norden beginnt zu wandern ab und es beginnt eine Kreisbewegung. So entstehen unsere Hoch und Tiefs. So entstehen verschiedene Zellen in Nord und Süd Richtung, in der das Wetter dann nicht aus kann. Da gibt es jetzt verschiedene Zonen. Wir haben die innertropische Konvergenzzone, wo diese mächtigen Gewitter entstehen. Wir haben die großen Zonen mit Absinken. Das ist dort, wo die Wüsten entstehen, wo kein Regen fällt, weil Hochdruck die Wolken zerstört, auflöst. Und wir liegen genau an so einer Grenze zweier Luftmassen, die sich durch die Erddrehung bilden, nämlich an der Grenze zwischen maritimer subtropischer Luft von Süden, das haben wir im Sommer oft zu spüren, da kommt die Wärme von Süden, das kennen wir, die kann aus Afrika über das Mittelmeer zu uns kommen, oft auch mit Sahara Sand, Da merkt man dann auch schon, wo das herkommt. Und an der nördlichen Region dieser Grenze liegt halt die subpolare oder fast schon polare Luft, die eben auch herunterrauschen kann. Und diese Grenzfläche, die schaukelt sich wiederum hoch und so entstehen unsere Fronten. Wir haben Warmfronten und Kaltfronten. Geht eine Warmfront über Österreich, kommen wir in diese subtropische Wärme. Geht eine Kaltfront über Österreich, da stößt die kalte polare Luft dahinter zu uns. Und das ist das, was wir jetzt gerade, wo wir den Podcast aufnehmen, erleben. Das kommt aus Norden, das kommt aus Skandinavien. Das ist der Hauch von polarer Kaltluft, die jetzt zu uns stößt.
Andreas
Spannend. Ich versuche es mal ein bisschen noch für mich aufzudröseln und zu verstehen. Physik ist bei mir schon lange aus. Du hast gesagt, Sonne kommt unterschiedlich stark auf die Erde, weniger an den Polen, mehr am Äquator. Verstehe ich noch gut. Das heißt, es ist dadurch Sonne erzeugt Wärme, mal am Nordpol weniger warm als am Äquator. Und dann will die Natur, die Physik will das ausgleichen. Also die möchte eigentlich gar nichts, aber die warme Luft geht zur kalten, also will sich ausgleichen, überall eigentlich dieselbe Temperatur. Und dadurch, dass die warme Luft quasi zur kalten geht, Richtung Nordpol oder Südpol, entsteht mal Wind, oder?
Markus Watzack
Genau, das ist die Luftbewegung, das ist Wind.
Andreas
Und eigentlich, wenn sich die Erde nicht um ihre eigene Achse drehen würde, dann hätten wir überall halbwegs dieselbe Temperatur.
Markus Watzack
Genau, das wäre so, wie wenn du in einer Badewanne auf der einen Seite warmes Wasser reinschüttest, auf der anderen kaltes. Das wird sich sehr rasch ausgleichen und du hast eine mittlere Temperatur. Das würde unser Wetter auf der Erde ziemlich langweilig machen.
Andreas
Dann würden wir jetzt keinen Podcast vielleicht drüber auf absolut.
Markus Watzack
Es wäre wirklich langweilig, weil das immer das Gleiche.
Andreas
Okay. Und die Erde dreht sich. Das macht es ein bisschen komplizierter.
Markus Watzack
Die Coriolis Coriolis Kraft, Coriolis Kraft, auch das schwieriger Name, schwierig zu verstehen, die lenkt diese Luftbewegung ab und so kommen diese Hoch und Tiefdruckgebiete zustande. So kommen diese Luftmassen mit ihren Grenzen zustande. Also dadurch, dass sich die Erde dreht, ist diese einfache Bewegung, dieser einfache Ausgleich nicht möglich.
Andreas
Also das ist mir wichtig zu verstehen, wenn man Wetter verstehen möchte. Warme Luft und kalte Luft, die mischen sich quasi und dadurch entsteht Wind.
Markus Watzack
Und genau der Temperaturunterschied macht Druckunterschied und Druckunterschied will ausgeglichen werden. Und das kann die Luft ja nur mit Bewegung. Also sie müsste vom hohen Luftdruck in den tiefen Luftdruck fließen, um das auszugleichen und das durch viele Komponenten der Erdbewegungen unmöglich gemacht. Und so gibt es diesen Ausgleich nie. Die Unterschiede bleiben bestehen und sie wandern auch wieder um unsere Erde herum und bringen uns abwechslungsreiches Wetter.
Andreas
Und sie wandern ja nicht nur jetzt vom Äquator zum Nordpol, sondern wie jeder ich wohne zum Beispiel im Dachgeschoss, weiß im Erdgeschoss ist er kühler, im Dachgeschoss muss man weniger heizen, weil die kalte Luft geht nicht nur, also die warme Luft geht nicht nur zur kalten, sondern kalte Luft sinkt auch, weil sie schwerer ist.
Markus Watzack
Richtig kalte Luft ist schwerer als warme Luft. Und was du in deinem Haus erlebst, ist eigentlich, dass die Wärme, die unten geheizt wird, also die unten sind meistens relativ arm, weil die müssen kräftiger einheizen, weil sie auch vom Boden die Kälte haben. Aber die warme Luft steigt auch in deinem Haus auf, weil sie ja leichter ist. Sie kühlt sich dabei leicht ab. Das wirst du im Stiegenhaus nicht merken. Aber warme Luft steigt auf. Das ist ja auch das, wie sich im Sommer große Wolkengewitter bilden können, indem sich der Boden erhitzt und die Wärme beginnt nach oben zu streben. Also oben musst du weniger heizen
Andreas
und dann ist natürlich alles viel komplizierter. Aber was noch wichtig ist, es kommt auch noch Wasser dazu. Es gibt viel Wasser auf unserer Erde und heute ist es Es hat jetzt gerade nicht geregnet, aber es ist relativ nass und feucht. Bring mal Wasser ins Spiel, bitte.
Markus Watzack
Wasser haben wir Gott sei Dank auf unserer Erde besteht zu einem Großteil aus Wasser. Auch unser Körper. Also Wasser ist so lebensnotwendig wie die Luft. In unserer Luft ist ja auch sehr viel Wasser drinnen, nämlich in jeder Luft, auch hier, wo wir da jetzt herinnen sitzen. Wir haben eine gewisse relative Luftfeuchtigkeit. In dieser Luft ist ho ist Wasser drin. Und das funktioniert beim Wetter auch in einem ganz einfachen Kreislauf. Wasser aus den Meeren, aus den Flüssen, aus den Seen verdunstet, wenn es erwärmt wird. Also das geht eigentlich bei jeder Temperatur. Aber je wärmer, desto mehr Wasser kann verdunsten. Und verdunsten heißt, dass das Wasser von seiner flüssigen Form in eine gasförmige umgewandelt wird. Jetzt wird es kompliziert gasförmiges Wasser ist nicht sichtbar. Wir sagen Wasserdampf dazu. Das ist aber nicht das, was aus dem Kochtopf rauskommt, sondern Wasserdampf ist unsichtbar und das steigt auf in unserer Atmosphäre. Und wir sind wieder da, wo die warme, mit Wasser angereicherte Luft aufsteigt. Und da kommt jetzt wieder was anderes ins Spiel. Beim Aufsteigen dieser Luftmasse kühlt sie ab. Das wissen wir, wenn wir auf einen Berg aufgehen, am Gipfel ist es kälter als unten. Wenn du auf 2000 Meter rauf gehst, hast du 10, 20 Grad weniger. Bei dieser Abkühlung der Luftpakete, die nach oben wandern, kühlt es dann irgendwann einmal so stark ab, dass das Wasser nicht mehr als unsichtbarer Dampf gehalten wird, sondern wieder kondensiert. Kondensiert heißt, es geht wieder von der Gasform in die flüssige Form über und so entsteht dann eine Wolke. Auf einmal habe ich wieder ganz kleine Tröpfchen, die schweben auch, weil sie noch nicht so viel Gewicht haben im Aufwind. Und so habe ich da oben auf einmal Wasser in der Luft, das auch sichtbar ist, weil es in der flüssigen Form ist. So entsteht eine Wolke.
Andreas
Spannend. Eine Wolke ist schon flüssig eigentlich.
Markus Watzack
Nicht nur eigentlich, sondern definitiv. Das ist ganz einfach. Das Wasser in unserer Luft ist so lange unsichtbar, solange es gasförmig ist. Sobald es kondensiert und wieder in die flüssige Form übergeht, kann ich es sehen.
Andreas
Und wenn man jetzt Wasser kocht, was sieht man dann da, wenn es nicht Wasserdampf ist?
Markus Watzack
Genau das, was wir als Wolke bezeichnen. Da verdampft das Wasser aus dem Topf und den Dampf sehe ich eigentlich nicht. Aber kurz danach, weil es so rasch abkühlt beim Aufsteigen, kondensiert es schon wieder. Das heißt, ich sehe auch über meinem Topf, das, was als Dampf bezeichnet wird, ist eigentlich schon wieder Wasser. Sind ganz feine Tröpfchen, die auch schweben, weil sie in der Wärme aufsteigen. Aber sobald ich den sogenannten Dampf sehe, ist das schon wieder Wasser in flüssiger Form. Das ist ja ich kann zu Hause am Herd mir eine kleine Wolke zaubern.
Andreas
Spannend. Und irgendwann wird die Wolke so schwer, dass sie oder der Druck so hoch oder was passiert da und dann regnet es.
Markus Watzack
Das muss nicht aus jeder Wolke passieren. Wir haben die schönen Wetterwolken, wie sie genannt werden, so kleine Cumuli, also Cumulus ist ja generell die Wolke, aber Cumulus humilis ist zum Beispiel eine nette Wolke, die an einem Sommertag entsteht, herumschwebt, aber nie so große Wassertropfen entstehen lässt, dass sie runterfallen. Damit es regnet, muss die Wolke schon sehr weit aufsteigen, muss sie sehr groß anwachsen, müssen die Tropfen viele, werden die dann zusammenstoßen und damit wachsen und wachsen und wachsen und damit werden sie schwerer. Und irgendwann einmal ist die Schwerkraft stärker als der Aufwind in diesem Aufwindschlauch, in dieser warmen Luft, die aufsteigt. Und wenn die Schwerkraft die Tropfen herunterzieht, dann fallen sie aus der Wolke heraus und dann habe ich Regen.
Andreas
Spannend. Manchmal blitzt es, manchmal donnert es. Was passiert da?
Markus Watzack
Das sollte im besten Fall gleichzeitig passieren. Also ein Blitz erzeugt einen Donner. Das sind auch zwei Dinge, die untrennbar verbunden sind. Nur sehen wir oft den Blitz viel weiter, als wir den Donner hören können. Das heißt, wir erleben auch manchmal ein Gewitter in der Ferne, wo wir, man sagt Wetterleuchten dazu, wenn man nur Blitze in der Ferne wahrnimmt, aber keinen Donner hört, was passiert bei Da steigt die Wolke noch viel weiter auf. Und ein wesentlicher Punkt für die Entstehung für Gewitter ist die Eisphase. Also wir waren jetzt bei Wolken, die Tröpfchen haben Wassertröpfchen in flüssiger Form, die sehen wir dann als Wolken. Wenn die noch weiter ansteigen, wird es irgendwann mal so kalt. Und da oben muss es viel, weil der Druck geringer ist in der Höhe, viel kälter sein als 0 Grad. Wir wissen auf der Erde, bei 0 Grad geht die flüssige Form in die feste Form Eis über. Da oben brauchen wir viel tiefere Temperaturen, weil der Druck geringer ist. Wenn die Wolke aber sehr hoch steigt und Wir reden von 8 km, 9 km, 10 km in den Tropen 13 km, da oben ist es saukalt, minus 60 Grad oder solche Temperaturen, dann gehen die Tröpfchen in die Eisphase über. Und dann habe ich oben in der Wolke Eiskristalle, unten noch immer reichlich Wasser. Und durch Reibung und viele Effekte, die tatsächlich noch immer nicht ganz geklärt sind, entsteht eine elektrische Polarisierung. Also ich habe zwei verschiedene geladene Pole in der Wolke und dann wird irgendwann einmal die Ladungsspannung so groß, dass sie sich entladen muss. Und das passiert in einem Blitz. Die Blitze können von der Wolke die Erde treffen. Das sind Blitzeinschläge, die wir am Boden erleben, die auch wirklich viel zerstören können. Viel öfter blitzt es aber innerhalb von Wolken oder von Wolke zu Wolke. Das sind viel häufigere Blitze. Aber das heißt für für eine Gewitterwolke, für die Gewitterentstehung brauche ich in meiner Wolke unbedingt die Eisphase. Ohne Eis kein Blitz.
Andreas
Markus jetzt November, wir haben schon darüber geredet. Jetzt ist es kalt und schier. Wie kann man erklären, dass es im Winter kälter ist als im Sommer? Woher kommen Jahreszeiten in unseren Breitengraden?
Markus Watzack
Daher, dass unser Wetter noch komplizierter wird. Aber davor erhebe ich mal heftigst Einspruch gegen Schirch. Jedes Wetter hat seine Reize. Manche mögen auch graues Novemberwetter. Wir sind in der Adventzeit bald schier. Ist ein subjektives Gefühl. Ich glaube, Wetter ist wie es ist. Und wie kommen die Jahreszeiten zustande? Noch Unser Wetter wird noch komplizierter, denn zu der Drehung um die Sonne, zu der Drehung um die eigene Achse kommt noch ein Faktum. Unsere Erdachse steht nicht senkrecht, sondern ist geneigt und zwar ziemlich groß geneigt. Und wir kreisen nicht in einem Kreis um die Sonne, sondern in einer Ellipse. Die zwei Dinge sind jetzt sehr kompliziert, denn interessanterweise sind wir im Winter der Sonne näher als im Sommer. Da würde man jetzt glauben, da muss ja im Winter wärmer sein, weil wir sind doch näher bei der Sonne. Diese Differenz, wie weit oder wie nahe wir der Sonne sind, die macht aber nicht so viel aus wie unsere Erdachsenneigung, denn die macht unsere Jahreszeiten. Und das merken wir am stärksten. Diese Neigung der Erdachse merken wir am stärksten, wie kurz die Tage derzeit sind. Oder wir haben jetzt vielleicht acht Stunden hell. Von Sonne müssen wir im November oft gar nicht reden, aber acht Stunden hell sind. Im Sommer sind es sechzehn. Das heißt, es liegt daran, dass unsere Erdachse sich im Sommer für die Nordhalbkugel zur Sonne hin neigt. Und damit haben wir viel länger den Genuss von Sonnenschein, wenn man Sonne gern hat. Und im Winter drehen wir uns auf der Nordhalbkugel eigentlich weg von der Sonne. Das ist der Zeitpunkt, wo die Südhalbkugel ihren Sommer genießt. Die haben jetzt die langen Tage, die haben jetzt die höheren Temperaturen. Und nochmal Die Erdachsenneigung macht viel mehr aus als das, ob wir nahe oder weit weg von der Sonne sind.
Andreas
Das ist jetzt auch ein Punkt, den ich mir mitnehme. Ich möchte Wetter nicht mehr werten. Es ist eigentlich eher viel gesunderer Zugang, als irgendwie den ganzen Winter lang zu jammern, wie ich das eigentlich gerne mache Und fast alle Leute rund um mich.
Markus Watzack
Ich glaube, man muss beim Wetter einfach, auch wenn jeder wahrscheinlich sein Lieblingswetter hat, einfach auch mal drüber nachdenken, wie privilegiert wir in Österreich sind. Wir haben einen Winter, wo wir Skifahren können. Wir haben einen Winter, wo viele Seen zufrieren und du kannst Eis laufen. Das sind wirklich schöne Sachen. Wir haben einen Winter, der trotz Klimawandels noch immer die Hoffnung offen lässt, dass es zu Weihnachten mal weiß ist und schneit. Und wir haben einen Sommer, da kannst du baden gehen. Dazwischen gibt es einen Frühling, wo alles aufblüht. Wir haben hinter uns einen Herbst, wo sich die Blätter verfärben. Also wir leben in vier Jahreszeiten. Vivaldi bespielt sie wunderbar. Sie sind bei uns in Österreich vollkommen vorhanden. Und ich glaube, das muss man einfach genießen. Und ja, auch wenn mir die kalte, trübe Jahreszeit vielleicht nicht so gut gefällt, das ist ja auch was, was schon wieder Vorfreude vielleicht auf den Frühling oder auf den Sommer auslöst. Also ich glaube, über das Wetterraunzen bringt nichts, weil über Dinge sich ärgern, die man nicht ändern kann, hat keinen Sinn. Und wir können das Wetter nicht ändern. Akzeptieren wir das Wetter und denke, wofür könnte das gut sein? Vielleicht auch wirklich einfach, um zu Hause es sich gemütlich zu machen, ein paar Kerzen anzuzünden und ein Buch lesen. Was gibt es Schöneres als im Herbst? Im Sommer kommt man eh nicht dazu. Da muss man raus. Ist also eine österreichische Mentalität. Wenn es schön ist, muss man raus, dann muss man was tun, sonst versäumt man was. Jetzt genießen wir doch die Zeit, wo man es auch einmummeln können und schauen, vielleicht schneit es ja draußen trotzdem mal. Und das ist auch schön.
Andreas
Es erinnert mich an Elender Bourdon, das ist ein französischer Autor, der hat auch geschrieben, die Saisonen sind so schönes Sinnbild auch fürs Leben, weil manchmal ist es schön oder manchmal ist es angenehm, manchmal ist es unangenehm, manchmal wird ein Baby geboren und dann stirbt jemand, den man liebt. Das gehört irgendwie alles dazu. Manche Tage genießt man, anderen Tagen leidet man, manchmal geht man raus, manchmal zieht man sich zurück und das gehört alles dazu zum Leben. Und so sind Jahreszeiten irgendwie auch eine schöne Erinnerung, wie das Leben eigentlich ist und sein sollte und muss.
Markus Watzack
Ein sehr schönes Bild. Und beim Wetter kommt ja noch dazu, ich kann mich darauf verlassen, dass das, was mir gefällt, sei es der Winter oder der Sommer, der Frühling oder Herbst, es kommt wieder. Ich muss nur ein paar Monate warten. Ich habe die Gewissheit, meine Jahreszeit, mein Lieblingswetter kommt fix wieder.
Andreas
Ja, und das auch vielleicht, wenn man es gerade schwer hat. Das ist auch so. Meistens wird es irgendwann wieder besser. Kein Gefühl bleibt für immer. Aber bevor man jetzt in einer Psychotherapie Sendung abtrifft, kommen wir zurück zum Wetter. Wir wollen ja eigentlich darüber reden, wie man das Wetter vorhersagen kann. Jetzt ist es heute auch sehr wichtig für viele Menschen. Ich komme zum Beispiel aus einem Bauernhof, dass im Sommer, im Sommer, wenn man zum Beispiel die Wiese mäht, wird jede Stunde das Wetter kommt. Ganz genau gehört, was jetzt passiert. Mittlerweile hat man auch Apps etc. Aber ganz früher, wo die meisten Menschen entweder noch in der Landwirtschaft gearbeitet haben bis vor wenigen Generationen oder noch viel früher als Jäger und Sammler, waren wir extrem abhängig vom Wetter. Und ganz früher hat man sich ja die interessantesten Theorien und Vorstellungen gemacht, woher das kommt. Oder man hat das irgendwie mit Göttern verbunden, was man ja sehr gut verstehen kann, wenn man sich denkt, man lebt da die meiste Zeit in der freien Natur und dann ist man abhängig von diesen Wetterveränderungen. Kannst du mal so ein bisschen darüber erzählen, so eine kleine Geschichte der Wettervorhers? Du hast heute ordentliche Computer und komplexe Modelle dafür. Was für Gedanken haben sich Menschen denn da im Laufe der Zeit gemacht?
Markus Watzack
Das ist das schöne Wetter und Sterne haben die Menschen schon immer beobachtet und die Astronomie ist auch eine uralte Wissenschaft. Es ist unglaublich, wie früh, wo man noch geglaubt hat, dass die Sonne sich um die Erde dreht, trotzdem verstanden hat, wie die Himmelskörper wiederkehren. Und so ist es auch beim Wetter. Und das Interesse fürs Wetter, da hast du völlig recht, Das haben wir, wir in Österreich ganz ausgeprägt. Es ist die Landwirtschaft, es ist der Tourismus, der zweite große Wirtschaftsfaktor. Es ist mein Freizeitverhalten. Viele Menschen planen können schon so kurzfristig planen, dass sie abhängig sind vom Wetter. Nehme ich mir frei gehe ich früher nach Hause, denken wir auch an Bauarbeiten, die eben nur bei gewissem Wetter draußen passieren können. Du kannst eine Straße, ein Haus, du kannst nicht alles machen, wenn das Wetter nicht passt. Wetter beobachtet haben die Menschen schon immer, weil logischerweise ist es natürlich sehr vorteilhaft, wenn ich die idealen Bedingungen für was auch immer ich machen will, finde, das kann jetzt wirklich alles sein. Und Wetterbeobachtungen waren früher tatsächlich sehr oft in Verbindung mit Medizinmännern, damals noch hauptsächlich in Verbindung mit den religiösen Oberhäuptern, die Götter angerufen haben, sie mögen Regen bringen für die Landwirtschaft oder so. Und sehr, sehr stark dann natürlich, als der Mensch sesshaft wurde und dann sich gefragt hat, du hast das angesprochen, ich brauche trockenes Wetter, um Heu zu machen. Und da gab es Wetterbeobachtungen. Das war die Zeit, wo diese wahnsinnig vielen Bauernregeln, Wetterregeln entstanden sind, Da hat man das beobachtet, sehr oft gebunden an religiöse Feiertage, weil das war damals natürlich ein Wert. Also an diesem Feiertag war das Wetter so, dann ist drei Tage später so. Da gibt es ganz viele Regeln, die aus einer Zeit kommen, wo man über viele Jahre Erfahrung gesammelt hat. Ich glaube, das ist das Wichtigste. Du hast Erfahrung gesammelt und je lokaler das ist, desto besser funktioniert das auch. Du bist in Österreich in vielen Gegenden, sei es jetzt in Kitzbühel, sagen sie, wenn der Kaiser dann Hut trägt oder es gibt immer so einen Berg, der Hut ist diese Wolke, die drüber strömt. Und das ist ganz toll dann zu sehen, dass die Menschen physikalisch nicht verstanden haben vielleicht, was da dahinter steckt. Wir heute da eine Föhnwolke sehen, das ist der Südföhn. Und dann haben die gewusst, wenn der Hut über dem Berg ist, dann kommt das schöne Wetter. Ja logisch, dann bläst drei, vier Tage der Föhn. Und diese Wetterregeln beruhen wirklich auf jahrelanger Erfahrung. Wetterbeobachtung, weil das den Menschen so wichtig war, zu Kommt Regen, kommt keiner, wird es wärmer oder kälter. Und da gibt es wirklich die spannendsten Dinge. Nicht alle funktionieren mehr. Das hat zwei Gründe. Viele Wetterregeln haben ihren Tag nicht übersiedelt, als die gregorianische Kalenderreform kam. Also viele Tage gelten noch für das alte Datum und sind daher nicht richtig. Und viele andere funktionieren aus einem anderen Grund nicht mehr, weil sich unser Wetter ändert. Und da steckt ein bisschen der Klimawandel dahinter.
Andreas
Was ändert sich durch den Klimawandel beim Wetter?
Markus Watzack
Die Wetterlagen. Es wird erstens einmal wärmer in Österreich. Das ist was, was wir radikal spüren im Sommer wie im Winter. Schneesicherheit in tiefen Lagen angesprochen und natürlich die Strömungsmuster. Wir erleben das Hoch und Tiefdruckgebiete und das ist ja das Wechselhafte. Also früher mit dem Hut, also also die Wolken über den Bergen hast du gesehen, da ist der Föhn und hast gewusst, drei, vier Tage später kommt dann die Front und kommt der Wetterwechsel, aber du hast noch drei Tage Zeit gehabt. Mittlerweile lenken Hochdruckgebiete mit der warmen Luft aus Süden viel weiter in den Norden aus. Wir haben vor zwei Jahren zum ersten Mal in London 40 Grad erlebt. Das ist wirklich die warme Luft, die es früher niemals darauf geschafft hätte. Und Tiefdruckgebiete gleiten hingegen weiter runter. Das heißt, die Kälte stößt auch immer öfter weit ins Mittelmeer vor und wir haben dann wirklich Schnee in Regionen, wo man das auch nicht gewöhnt ist. Und dieses Auslenken, die warme Hochdrucklage weiter raufgeht und die Tiefs weiter nach Süden wandern, führt dazu, dass unser Westwindband, auch das ist bekannt, unser Wetter kommt grundsätzlich von Westen die meiste Zeit. Das hat sich verlangsamt, weil dieses Auslenken von Hoch und Tiefs die ganze Geschichte bremst. Das heißt, der Wetterwechsel, den wir früher wirklich so Wir hatten so einen Rhythmus, alle sieben Tage wechselt sich das Wetter. Daher hatten wir im Sommer auch nie so lange Hitzephasen. Das hat sich verlangsamt, das heißt, durch das Mäandern des Jetstreams, das ist das Starkwindband zwischen Hoch und Tief, grob gesagt, das bremst das alles ein bisschen aus. Und damit kann ich mich nicht mehr darauf verlassen, wenn der Föhn anfängt, weder vier Tage und dann kommt das andere Wetter. Mittlerweile haben wir sieben bis zehn Tage die Föhnlage und sie geht nicht weg. Das Gleiche gilt für Hitzewellen im Sommer und auch im Winter für Kältephasen. Auch das ist dann immer sehr schwierig zu verstehen, dass auch längere Kältephasen eine Folge des Klimawandels der Erwärmung sein können,
Andreas
wo dann manche Leute Hac, schneit.
Markus Watzack
Doch wo ist der Klimawandel? Presse Präsident Trump, liebe Grüße an dieser
Andreas
Stelle, falls er zuhört. Okay, Markus Der Klimawandel führt dazu, dass manche Bauernregeln nicht mehr funktionieren. Jetzt haben du und deine Kolleg innen Gott sei Dank schon komplexere oder bessere Methoden, um das Wetter vorherzusagen. Aber wann hat man eigentlich damit begonnen, das so seriös tatsächlich zu probieren, das Wetter vorherzusagen?
Markus Watzack
Also die ersten Wetterkarten, wie ich sie kenne, und die haben der Überlieferung zufolge auch sehr viel zu Sieg oder Niederlage beigetragen, war tatsächlich im Zweiten Weltkrieg, wo man erkannt hat, ich kann das ausnutzen, wenn ich weiß, wie das Wetter wird. Also ich glaube, irgendwer hat nicht gewusst, dass es in Russland so kalt werden wird, sonst hätte man das wahrscheinlich zu einer anderen Zeit angelegt. Also da ist sehr viel schon gemacht worden. Wie kann ich herausfinden, wie das Wetter wird und das für meinen Vorteil nutzen. Also das war so der erste wirklich große Moment, wo Wettervorhersagen an Fahrt aufgenommen haben. Wetterbeobachtungen und die Versuche dazu gibt es viel länger. Wir messen zum Beispiel in Österreich seit 250 Jahren die Temperatur. Vorreiter hier ein Kloster, also Kremsmünster, hat die längste Temperatur Aufzeichnung, weil Mönche sehr oft in Astronomie und Meteorologie bewandt waren und hier wirklich Forschung betrieben haben. Also das Interesse besteht schon lange die moderne Wettervorhersage, würde ich mal sagen, tatsächlich nach dem zweiten Weltkrieg, 50 60 waren so die Jahre, also die Jahrzehnte, wo dann wirklich hier auch begonnen wurde, numerische Vorhersage zu betreiben, wo man versucht hat, dann auch mit ersten Computern die Physik in digitale Form zu übersetzen. Denn unser Wetter hält sich strikt an physikalische Gesetze. Das heißt grundsätzlich ist unser Wetter auch exakt Vorhersage
Andreas
und wird auch immer besser oder die Vorhersagen immer besser, rasant und aber okay, wenn das, wenn das alles physikalisch so vorhersehbar ist, wir haben mittlerweile ganz starke Rechenleistung bei Computern, könnte man sagen, warum kannst du mir nicht sagen, wie an meinem Geburtstag am 19.05.2026 habe ich da schönes Wetter, Warum geht das nicht?
Markus Watzack
Das hängt tatsächlich an zwei Dingen, die uns noch nicht reichen. Das eine ist tatsächlich die Computerleistung und die Metrologie war eigentlich der Motor für die Entwicklung von schnelleren Computern. Weil du musst dir vorstellen, um das Wetter exakt zu erfassen, musst du es weltweit rechnen. Und das sind Daten und Mengen und Rechenschritte. Das waren früher Garagengrosse, Rechenanlagen. Und auch mit der modernen Computertechnik müssen wir abspecken, weil das nicht zu errechnen ist. Alles, was Wir wissen, du kannst verschiedene Schichten in das Modell programmieren und immer genauer die Auflösung erhöhen, aber ich habe nichts davon, wenn man Rechner dann einen Tag braucht, um mir zu sagen, wie es heute Nachmittag gewesen war. Das war tatsächlich am Anfang ein Problem, dass du stundenlang waren diese Rechner beschäftigt, die Prognosen auszuspucken. Und der zweite Punkt, und das ist der wesentliche Punkt, das Wetter ist vorhersagbar. Aber was brauche ich dafür? Was ist die Grundlage für die Wettervorhersage? Ich muss wissen, wie das Wetter ist ist. Und das ist ein Punkt, den man einfach zugeben muss. Wir wissen zu ungenau, wie das Wetter momentan ist. Wenn wir das Wetter aktuell komplett erfassen könnten, könntest du viel länger in die Zukunft vorausrechnen. So, wo liegt das Problem? Wir haben messstationen in Österreich zum Beispiel 250, das ist echt viel. Also an Land, in Europa haben wir ein dichtes Messnetz. Dann gehen wir auf die Ozeane, die sind ganz wichtig für unser Wetter. Dort habe ich sehr wenige Informationsquellen an Messungen. Wir haben Messschiffe, Messbojen, das gibt es alles mittlerweile auch Messungen von Satelliten, die können die Oberflächentemperatur vom Meer messen, die können sehr viel messen, aber ich muss ja dann auch in die Höhe gehen. Wo kriege ich denn meine Information? Wie schaut es in einem Kilometer aus, in zwei, da habe ich noch manche Bergstationen, das werden immer weniger, je höher ich raufgehe. Und dann gibt es auch Regionen, da gibt es keine Berge, wir sind wieder über den Meeren, dort habe ich keine Information von der Höhe. Da gibt es ein lustiges Hilfsmittel, das mir als Metrologe wirklich gefällt. An vielen Stellen weltweit wird zweimal am Tag zum gleichen Zeitpunkt ein Ballon steigen gelassen, ein Messballon, also wird mit Helium gefüllt, da hängt so eine Sonde dran und die steigt Dann auf auf 10, 15, 20 Kilometer oft. Und dann kriege ich ein Höhenprofil. Aber natürlich auch in Österreich haben wir an zwei Terminen Wien, an einem noch Innsbruck, manchmal Linz und Graz zu 4 für Österreich, das ist zu wenig. Das heißt, ich habe für meinen Ausgangszustand, wie ist das Wetter gerade? Hier ist der erste Fehler schon drinnen. Ich kann das aktuelle Wetter nicht exakt genug darstellen und in meinen Computer füttern, um dann auch wirklich eine hundertprozentige Prognose rauszukriegen. Also es sind zwei Ausgangszustand und Rechenleistung.
Andreas
Spannend aber wir verstehen physikalisch komplett, wie Wetter funktioniert.
Markus Watzack
Genau, also es ist wirklich so, wenn ich aus dem Fenster rausschaue da draußen passiert nichts zufällig. Die Natur, die ist wirklich ein Musterbeispiel, die hält sich strikt an physikalische Gesetze.
Andreas
Spannend. Und das heißt jetzt theoretisch stellen wir uns vor, wir machen jetzt die ganze Welt. Wir wollen, das ist jetzt unser einziges Ziel, wir lassen alle jeden Tag einen Ballon hochsteigen. Wir zum Beispiel verwenden wir die ganze Rechenleistung, die man jetzt vielleicht für KI verwendet oder jetzt einmal in fünf Generationen. Wir haben so wahnsinnig viel Rechenleistung und wenn man versuchen würde, so nahezu perfekte Datenlage zu zu erreichen und genau wüssten, wo überall, wie warm ist es, wo regnet es oder wie windig oder was wird man da noch alles.
Markus Watzack
Ja, also feuchte Druck, wirklich alles. Ich glaube, wo wir scheitern werden, ist wirklich die Auflösung. Du bräuchtest das lückenlos und du müsstest viel Einfluss auf unser Wetter hat ja auch die Erdoberfläche. Also jeder Berg, das wissen wir, kann Föhn erzeugen, kann Regen abhalten, aber dazu müsstest du und das wird auch versucht, in den Modellagen liegt auf diesem Berg Schnee. Natürlich das ein wichtiger Faktor, wie ist die Oberfläche beschaffen und wenn wir dann in die Städte reingehen, muss ja schauen, wie viele Häuser stehen da, wie erwärmen sich die. Das heißt, wir werden das glaube ich auch in Zukunft nicht schaffen. Du müsstest jede Blume, jedes Blatt beeinflusst unser Wetter, beeinflusst den Wind. Das klingt kurios, es ist aber so, wenn ein Baum steht, muss der Wind herumwehen. In früheren Modellen waren die Alpen ein Klotz. Jetzt haben wir die ganzen Täler schon in den Modellen drinnen. Also wir haben das Inntal, wir haben das Wipptal, wir haben kleine Täler, Ennstal. Alle Täler sind in unserer Orografie Modell schon drinnen, aber natürlich noch nicht ausreichend. Die Oberfläche und wie sie beschaffen ist, das heißt, die Illusion, dass wir den Ist Zustand ausreichend genau überhaupt beschreiben können, der gebe ich mich gar nicht hin. Das wird nicht funktionieren. Das heißt, ich habe immer Lücken in meinem Atmosphärenraum, in meiner Oberfläche, vor allem in der Grenzschicht von einem Kilometer, wo Turbulenzen dazukommen, fahrt ein Zug schnell vorbei. Wir fahren auf der Westbahn mit 240 km h, der erzeugt Verwirbelungen, die etwas auslösen können. Also wir haben so viele Faktoren, die das Wetter beeinflussen, die wirst du nie einfangen können.
Laura
Wer von euch will mit uns gemeinsam Am Freitagnachmittag, den 11. September zur Zottershow Schokoladenfabrik nach Riegersburg fahren und ganz viel über Schokolade lernen? Wenn ihr da dabei sein wollt, dann meldet euch an unter erklärmi at zotter. Die Julia Zotter gibt uns einen Einblick hinter die Kulissen. Wir bekommen eine Schokoverkostung und im Anschluss findet noch eine Live Folge von Erklär mir die Welt vor Publikum statt. Wir verlosen da 20 Plätze an euch. Ihr dürft euch auch mit einer Begleitperson an anmelden und das ganze Event ist kostenlos. Ich finde es immer unheimlich schön, wenn wir die Erklär mir die Welt Community in echt zusammenbringen, uns besser kennenlernen und das machen, was uns wahrscheinlich alle am meisten Spaß macht. Und zwar die Welt ein bisschen besser verstehen und in diesem Fall die Herstellung von Schokolade ein bisschen besser verstehen. Ich freue mich auf euch, macht's gerne mit unter erklärmir at Zotter. Die Personen, die mitkommen dürfen, werden dann von uns kontaktiert. Ich wünsche euch ganz viel Glück.
Andreas
Okay, das heißt also, weil die Physik verhält sich immer gleich, aber auch dadurch, dass es den Menschen gibt, der einwirkt und der Also wenn ich jetzt theoretisch, theoretisch, ich hätte jede Blume, jeden Berg, ich weiß überall, wo Schnee liegt etc.
Markus Watzack
Wo welches Häschen hoppelt in den Alpen, wo jede Gams steht.
Andreas
Ja, gibt es da sowas? Kennen viele von uns, den Schmetterlingseffekt. Also wenn ich dann sagen würde, okay, jetzt haben die das perfekte Modell und dann tue ich, dann puste ich und dann bricht alles zusammen.
Markus Watzack
Also ganz so schlimm ist es nicht. Aber ein schönes Beispiel, dass wir auch von unterschiedlichen Skalen reden. Ich habe große Hoch und Tiefdruckgebiete, die kannst du wirklich schon sehr perfekt. Du weißt, wo das Hoch liegt, du weißt, wo das Tief liegt, aber dann gehst du in die untersten Schichten hinein. Und da ist es tatsächlich so, das Bild ist eigentlich ein sehr schönes. Da müsstest du wissen, wann der Schmetterling mit den Flügeln schlägt, um abschätzen zu können, ob er irgendwo anders in der Welt tatsächlich einen Wirbelsturm auslösen kann. Das ist natürlich eine Theorie. Dass das möglich wäre, nicht sehr wahrscheinlich, aber logischerweise, jeder Vogel macht eine kleine Turbulenz und macht zumindest in unserer untersten Atmosphärenschicht eine Bewegung, die in dem Modell nicht drinnen ist. Die wird jetzt unser Wetter nicht stark verändern. Aber es sind eben viele Faktoren, die zusammenkommen. Gerade in den Städten ist es oft die unterschiedliche Erwärmung, weil eben Betonflächen sich viel rascher erwärmen als Grünflächen, die im Winter weniger grün sind. Also das sind alles Faktoren, die wahnsinnig komplex und eigentlich letztendlich unbeschreiblich sein werden und bleiben.
Andreas
Warum sind du und deine Kolleginnen heute so viel besser darin, das weiter vorherzusagen als vor einer Generation? Zum Beispiel?
Markus Watzack
Weil wir an diesen zwei Problemen heftigst gearbeitet haben. Wir können den Ausgangszustand immer besser beschreiben und wir haben immer mehr Rechenleistung. Das heißt, ich kann immer mehr von dem, was ich weiß, in unserer Atmosphäre mit Satellitenmessungen, die ja eben auch relativ neu in der meteorologischen Geschichte dazugekommen sind, in mein Modell hineinfüttern. Ich kann immer mehr Schichten in mein Modell packen. Also früher hast du vielleicht alle Kilometer eine Schicht gehabt, jetzt gehen wir an der Oberfläche in den hochauflösenden Modellen in den Kilometerbereich. Also pro Kilometer kriege ich ein Wetterergebnis für meine Berechnungen, weil sie auch schneller berechnet werden können. Und wir machen noch etwas in der Wettervorhersage. Wir wissen, dass der Fehler schon im Ausgangszustand liegt, weil wir den eben nicht genau genug beschreiben können. Was machen wir? Wir sagen, das ist der beste Zustand, den wir jetzt beschreiben können, füttern das Modell damit. Aber wir sagen, wir schauen uns was an. Wir verändern diesen Ist Zustand bei unserem Hauptmodell, zum Beispiel bei einem, das europaweit rechnet, 64 mal mit kleinen Fehlern. Das heißt, wir tun den Ausgangszustand noch ein bisschen verändern, weil so genau wissen wir nicht und schauen mal, was passiert, wenn wir ein bisschen verändern. Und dann kommt was raus, was total interessant ist, nämlich meine Berechnung mit dem bestmöglich beschriebenen Wetter und 64 andere Möglichkeiten, wenn nur Kleinigkeiten im Ausgangszustand nicht so genau waren. Und daran sehe ich, Wie verlaufen diese 64 Samples oder diese Möglichkeiten. Ganz oft haben wir den Fall, dass die für drei bis fünf Tage ziemlich gleich laufen. Das zeigt uns, da können wir ziemlich sicher sein mit der Prognose. Und je weiter die Prognose in die Zukunft geht, geht die diese zum Beispiel die Temperaturberechnung auseinander. Nehmen wir jetzt wirklich Wien her oder nehmen wir Innsbruck her, damit man auch wirklich überall sind. Das ist oft wirklich, dass du für vier bis fünf Tage sehr genau sagen kannst, welche Temperatur es in Innsbruck im Inntal in der Nacht kriegt und Tagsüber, weil die 64 Modelle eigentlich bis auf wenige Zehntel Grad das gleiche zeigen und du hast aber Fälle, wo das dann am Tag 5 auf einmal total auseinandergeht. Das kann geht auf einmal die höchste Temperatur in einer Modellberechnung runter, in anderen rauf, weil dieser Anfangsfehler und das zeigt, wie heikel das ist, wie genau wir den Anfangszustand kennen, komplett auseinanderlaufen und dann weißt du, ich kann drei bis vier, fünf Tage genau vorhersagen und darüber hinaus wissen wir es noch nicht so genau. Da gibt es die möglichere Variante, wo mehrere Berechnungen hingehen. Aber das heißt nicht, dass das die Wahrheit ist. Und das ist schon was, was wir gelernt haben, eben den Ausgangszustand immer besser zu beschreiben, die Rechenleistung, die uns zur Verfügung gestellt wird, zu nutzen und zu wissen, wo die Fehler liegen und mit dem quasi Kontrollfunktionen einzubauen. Weil mit mehreren verschiedenen Läufen kann ich abschätzen, das ist ganz wichtig, wie sicher ist meine Prognose für wie lange Und
Andreas
das muss man dann einfach mitkommunizieren, oder?
Markus Watzack
Absolut. Ich glaube, das ist der große Vorteil, wo es tatsächlich die Metrologin den Metrologen braucht. Denn deine App wird dir das nicht sagen. Die nimmt den Hauptlauf für Tag 6 und wird dir noch immer sagen Innsbruck in der Früh minus 2 Grad und tagsüber 10 Grad. Die wird dir nicht. Aber Mom, da gibt es auch Ideen, dass es viel kälter bleibt. Das können wir schon machen. Entweder machen wir die Prognose gar nicht so lang, das ist ein einfacher Weg. Du sagst nur die nächsten drei Tage an. Oder und das finde ich sehr wichtig, wir sehen einen Trend. Wir haben das im ORF auch in dem Tage Trend, da siehst du diesen Trichter, den wahrscheinlichen Bereich, wo die Temperatur sich bewegen wird. Und logischerweise ist das meistens die ersten Tage sehr eng und irgendwann einmal geht es auseinander und dann weißt du, bis dahin ist die Prognose sehr gut. Sehr gut sehen wir da meistens schon Kaltlufteinbrüche, die erste Hitzewell anrollt, die sind meistens gut zu sehen und dann auch sehr abgesichert. Aber es gibt auch Entwicklungen, wo du sagst, wir wissen es noch nicht und logischerweise, das musst du kommunizieren, weil das passiert uns immer häufiger, dass meine App hat doch gesagt, ja, die kommuniziert Keine Unsicherheit, keine Wahrscheinlichkeit oder ganz wenige. Es gibt auch welche, die damit arbeiten. Aber das ist etwas, was wir sehen, bewerten jeden Tag in einer großen Sitzung auch alle Kolleginnen und Kollegen beraten, wie gehen wir damit um, um die bestmögliche Prognose für den möglichen Zeitraum zu gewährleisten.
Andreas
Jetzt ist das alles sehr, sehr komplex, wenn man dir zuhört. Rechenleistung ist zwar viel billiger, aber man braucht wahrscheinlich sehr, sehr viel dafür, vor allem, wenn man das ständig irgendwie auch neu machen muss, nicht einmal im Jahr. Und auch dieses Datensammeln klingt sehr, sehr teuer, das zu tun. Gibt es da denn in Europa und auf der Welt ein paar wissenschaftliche Institute, die das GEM machen? Und diese Daten werden dann allen zur Verfügung gestellt und dann gibt es wieder Leute, die haben ihre verschiedenen Modelle und so weiter. Also wie arbeitet ihr da und wie läuft das?
Markus Watzack
Genau? Das ist Gott sei Dank etwas sehr Schönes. Das Wetter kennt keine Grenzen und wir arbeiten, da muss man echt sagen, global eigentlich alle zusammen, weil es hat keinen Sinn, in Österreich noch mehr zu messen, noch mehr zu messen, wenn ich die anderen Daten nicht habe. Weil ich brauche auch für mein Modell, ich brauche die Daten aus der Schweiz, ich brauche die aus Frankreich, um das Wetter nach Österreich hereinrechnen zu können. Das ist ein Austausch, der schon immer funktioniert, auch in Zeiten, als ich noch über Fernschreiber und noch mit weniger Computer ging. Es gibt weltweit eine einheitliche Verkodierung von Wetter. Das ist so eine lange Wurst, immer aus fünf Nummern, das können wir noch immer lesen. Also das zum Beispiel 73 steht für Schneefall, 63 62 sind die Regengruppen. Du siehst eine Zahlengruppe und egal, ob das L, A oder auf der Südhalbkugel Sydney in Australien, was auch immer ist, du schaust es an und weißt, wie dort das Wetter ist, weil man immer schon gewusst Wir messen, wir haben diese Daten, wir verschlüsseln die und stellen die zur Verfügung. Es gibt die WMO, das ist die Weltorganisation für Meteorologie. Es gibt vor allem, Gott sei Dank, die staatlichen Wetterdienste, deren Aufgabe das auch ist zu messen und diese Daten zur Verfügung zu stellen. Und in Europa gab es in den letzten letzten Jahren ja da auch einen großen Schritt, dass viele dieser Daten von öffentlichen Institutionen auch kostenfrei zur Verfügung gestellt werden müssen, weil das zahlt jeder Staat. Auch in Österreich kriegt die GeoSphere Austria einen Teil. Davon vom Staat. Sie muss auch ein bisschen Geld verdienen, das tun sie auch, weil sie die Daten zur Verfügung stellen. Mit denen fangen die meisten noch nicht viel an. Das heißt, die haben auch Modelle, die rechnen Modelle, die kann man dann tatsächlich kaufen, weil das ist wirklich teuer, das kostet viel Geld. Beta Prognose ist keine Gratis App
Andreas
und ihr habt dann Zugang zu Modellen, zum Beispiel von der JUICEF.
Markus Watzack
Wir verwenden auch dafür verschiedene Modelle. Also es gibt das Hauptmodell, das ist bei uns das ECMWF, das ist in Europa das Beste. Die waren bis zum Brexit in Reading in England beheimatet, mussten dann aufgrund des Brexits sich einen neuen Ort suchen, sind jetzt in Italien. Das ist das Europäische Zentrum für Mittel und Langfristprognosen, das sind die, die auch 15 Tage rechnen. GeoSphere Austria in Österreich, die frühere Zentrale Anstalt für Meteorologie und Geodynamik, die berechnen dann fein aufgelöste Modelle für Österreich, wo wir jetzt in den Bereich 1 km eintauchen. Die rechnen nur 3 Tage wieder, weil die Berechnungen so lange dauern. Wenn die 15 Tage lang rechnen würden, würdest du das übermorgen kriegen, das Ergebnis. Und so macht jeder seinen Teil. Es gibt globale Modelle. Es gibt auch ein amerikanisches Modell, das wir auch als Kontrollinstanz verwenden, weil es den großen Vorteil hat. Das ist umsonst. Das ist das GFS, das ist umsonst. Das steckt auch in den meisten Apps drinnen. Das ist auch immer so ein bisschen die Warnung, Achtung, das ist ein amerikanisches Modell, das funktioniert dort sehr gut. Für uns ist es für Europa, die rechnen auch das Wetter für Europa immer der Vergleich zeigt das was ganz was anderes. Da müssen wir vorsichtig sein. Sind sich die Modelle einig, dann ist die Prognose sicher. Und das ist auch so ein bisschen das Thema. Manche Daten, die gratis sind und jede App, eine Wetter App kostet heute nichts mehr, verwendet natürlich Daten, die umsonst sind und das sind nicht immer die besten.
Andreas
Markus Wie kann man sich bei dir einen Tag in der ORF Wetter Redaktion vorstellen, so einen kleinen Computer wie wir alle? Oder hast du dann ganz viele Bildschirme oder wie schaust du da drauf?
Markus Watzack
Also es sind ganz ganz, ganz, ganz viele Bildschirme. Wir haben die große Chance gehabt, wir sind vor knapp drei Jahren in einem multimedialen Newsroom übersiedelt, wo alle News Kanäle des ORF gebündelt sind. Und dort durfte ich die Wetterecke mitentwickeln. Und das war uns ganz wichtig. Wir hatten ja vorher im Radio eine Wettredaktion, bei Ö eine und beim Fernsehen. Und jetzt haben wir eine multimediale Wetterredaktion im ORF, die alle Kanäle bespielt. Und wir haben uns sehr stark dafür eingesetzt, dass es auch wirklich mal eine richtig gute Wetterredaktion, eine methodologische Institution wird. Bei uns musst du dir vorstellen, bei uns hängen oben an der Wand mal vier, mal zwei, acht große Monitore, nur um das aktuelle Wetter zu sehen. Da laufen Satellitenbilder für Europa, dass du die Großwetterlage siehst, da läuft ein Satellitenbild für Österreich, damit du hoch aufgelöst siehst. Da laufen Panoramabilder, dass wir auch wirklich aus dem Fenster schauen, überall in Österreich. Das ist sehr spannend. Stimmt das eh, was wir glauben, schaut das auch wirklich so aus? Da laufen viele, da läuft ein Radar, wir haben Radardaten, die uns den Regen zeigen. Wir haben ein Blitzortungssystem, das jeden Blitz, der in Österreich einschlägt, in derselben Sekunde noch bei uns am Bildschirm aufpingen lässt auf wenige Meter genau. Das heißt, da oben siehst du Wetter, Wetter, Wetter und der Arbeitsplatz besteht aus drei plus einem Monitor. Drei sind tatsächlich zum Arbeiten, weil du hier dann sehr schnell durchklicken kannst auf die Wettermodelle, auf die Dinge, die du brauchst. 250 Messstationen dauernd im Auge zu haben, wo ist es gerade am wärmsten, wo regnet es Und plus ein Monitor ist natürlich der rechteste bei uns. Jetzt muss man sagen, der ist für die Fernsehproduktion. Wir müssen Grafiken produzieren. Also das heißt, die meteorologische Arbeit läuft bei uns, dass du dich um das Wetter kümmerst, mal irgendwie versuchst eine Prognose zu fassen und dann geht's los und dann werden die Prognosen verarbeitet. Du schreibst Wetter für Wetter, ORF AT, das heißt, du schreibst für neun Bundesländer die Prognose, du schreibst die Texte für Teletext. Wir haben noch immer ein reichhaltiges Wettangebot im Teletext, das echt genutzt wird.
Andreas
Ich lese jeden Tag Teletext, das ist schön.
Markus Watzack
Also Teletext ist noch immer, hat eine echte Berechtigung. Wir beliefern alle Landesstudien mit Wetterprognosen, weil wir eben das methodologische Wissen in Wien gebündelt haben und beliefern Landesstudios mit Prognosen, mit Grafiken. Wir bespielen von Guten Morgen Österreich sehr früh an bis zur ZIB 2 und bis zur Spätzip alle Sendungen mit Wetter. Das heißt, kümmer dich um deine Prognose. Und dann geht's los mit Produzieren von Texten, von Grafiken, von Sendungen. Zum Beispiel bei mir, wenn ich jetzt einen Fernsehdienst habe, kommen noch vier moderierte Wettersendungen dazu. Es geht los mit der ZIB 13, ist aktuell nach 1, aktuell nach 5 und die ZIP um kurz vor 20 Uhr. Also da ist dann schon viel zu tun.
Andreas
Aber wenn es jetzt so um die Wetterprognose geht, die nächsten Tage, wie warm wird es, wird es regnen, wird es windig, drückst du dann einen Knopf und das wird da ausgespielt oder kommst du so und musst so entfernten Leser dir das alles anschauen?
Markus Watzack
Du musst dir alles anschauen. Also wirklich, du sitzt da vor deinem Computer und klickst dich also wahrscheinlich mindestens durch 200 Ansichten, nämlich wirklich wie, Also du beginnst mal mit wie ist das Wetter, verschaffst dir, das ist immer das Wichtigste, musst wissen, wie das Wetter ist, im besten Fall noch, wie war es gestern, wie sind wir dahergekommen? Du schaust wirklich mal, wie sind die Satellitenbilder, wie sind die aktuellen Temperaturen, wie schauen wir derzeit aus? Und dann beginnst du die Modelle durchzuklicken, wie entwickeln sich die Wolken, wie entwickelt sich der Druck, wie entwickeln sich die Temperaturen, wie entwickelt sich der Wind. Das klickst du alles durch im Drei Stunden Takt und machst dir mal ein Bild, wie das Wetter ist und wie es wird. Und dann kommt ja noch bei uns etwas dazu, dass die Wetterprognose allein ist die halbe Miete. Wir müssen sie je nach dem Kanal, wo wir sie ausspielen, sei es Ö im Mittagsjournal, Ö in der Früh, die Zeit im Bild am Abend, kanalgerecht, publikumsadäquat, nicht nur eine Prognose machen, sondern eine Geschichte zum Wetter, weil die Wetterprognose, die Hörst im Radio, die hast du auf deinem Handy schon gesehen. Du musst dir am Abend einen Mehrwert bieten. Und das ist wirklich zu erklären, wie das Wetter funktioniert. So sitzen wir auch heute da und ich glaube, warum es auch so wird und zum Beispiel auch Unsicherheiten ansprechen und warum sie unsicher sind und gelegentlich auch am nächsten Tag sagen, hoppla, da ist was daneben gegangen übrigens deswegen, aber jetzt haben wir es wieder. Auch das gehört zu einer guten Prognose dazu, dass wenn sie mal daneben geht und das passiert immer noch gelegentlich, da muss man auch am nächsten Tag sagen, es ist was passiert, es kam anders als gedacht und im besten Fall auch erklären können, warum im besten Fall auch, dass man nichts dafür kann.
Andreas
Und du machst das ja schon sehr lange. Hast du jetzt gemerkt, wo die Daten besser wurden, die Rechenleistung besser wurde, musst du dich jetzt weniger oft erklären, warum es gestern oder vorgestern nicht gestimmt hat. Merkst du das selber?
Markus Watzack
Absolut, absolut. Also die Prognosen haben sich so verbessert. Ich arbeite jetzt im ORF seit 30 Jahren und nur ein kleines Beispiel, als ich dort begonnen habe und ich habe beim Radio begonnen, haben wir Prognosen für drei Tage gemacht. Mehr ging nicht. Mehr ging nicht. Heute rechnen wir 15 Tage. Wir haben Prognosen für 15 Tage, die meistens zumindest für 10 Tage sehr brauchbar sind. Liegt wieder ein kleiner Vergleich dazu, warum sich das so verbessert. Vor 30 Jahren haben wir einmal in der Stunde per Fernschreiber die Meldungen der neuen Landeshauptstädte bekommen, also Wien heiter, 17 Grad, Eisenstadt schön stark bewölkt, so einmal in der Stunde per Fernschreiber. Jetzt haben wir alle 10 Minuten 250 Messstationen. Die Temperatur, Sonnenscheindauer, Niederschlag, Drucktendenz, Feuchtigkeit, alles. Du hast alle zehn Minuten 250 Messstationen im Vergleich zu einmal in der Stunde neun damals. Das heißt, in diesen 30 Jahren hat sich die Prognose Güte radikal verbessert, die Prognoselänge vervielfacht. Wir sind von drei Tagen auf 15, also die Entwicklung in dieser doch recht kurzen Zeit ist gewaltig.
Andreas
Bei riesigen Datenmengen, aus denen man schlau werden möchte, denke ich auch gleich an künstliche Intelligenz. Gibt ja kaum was so gut Muster erkennen kann. Erwartet man da auch oder gibt es da schon Verbesserungen?
Markus Watzack
Wir erwarten und es gibt KI findet natürlich, das ist wirklich alles, wo es um Computer, Rechenleistung und ähnliche Sachen geht, ist die Methode prädestiniert. Wir haben viele Daten, wir brauchen viel Rechenleistung. Und da passiert jetzt etwas ganz, ganz Interessantes und das ist mir auch wichtig, dass man diesen Unterschied erklärt. Unsere Wettermodelle bisher machen Physik, Das heißt, du nimmst den Ist Zustand und berechnest mit physikalischen Gesetzen, wie die Zukunft ausschaut. Unsere Wettermodelle bisher verwenden keine Statistik aus guten Gründen, weil wir glauben, dass das, also wir wissen, dass die physikalischen Gesetze fürs Wetter gelten und wir nehmen die und glauben, das ist besser als mit alten Dingen zu vergleichen. Jetzt kommt die KI und macht genau das. Die macht nichts anderes. Die sagt, die Wetterlage ist Ich schaue in einer Sekunde tausende Wetterlagen durch und hol mir die 20 ähnlichsten und schaue, wie sich das Wetter entwickelt hat. Das ist ein komplett neuer Zugang, Wetterprognosen zu machen und die vermischen sich auch nicht. Das heißt, wir kriegen auf einmal ein Tool dazu, das wir so noch nie genutzt haben. Natürlich in der Erfahrung des Meteorologen, der Meteorologin findet es statt, war die Wetterlage kenne oh Blöd, das war 2002 das Hochwasser und jetzt haben wir sie voriges Jahr wieder gehabt. Dinge, die passieren Erfahrung aber in Wirklichkeit in den Modellen, die sind frei von Statistik, weil sie physikalisch vorausrechnen. Jetzt kommt die KI und macht uns das. Was bringt das für uns Einen Mehrwert. Wir haben noch eine Quelle, die komplett andere das Wetter berechnet. Der Riesenvorteil der KI, diese Abtasten von Millionen von Wetterlagen passiert in Sekunden. Das heißt, die KI ist einmal um Stunden schneller als unsere physikalischen Modelle, weil die sehr viel rechnen müssen. Die KI rattert es durch und wirft raus bei der Wetterlage. Zu 90 Prozent entwickelt sich das so toll schnell, einfach viel billiger. Bringt uns was bei der Prognose. Da gibt es jetzt die ersten Schritte Studien. Wir schauen uns das an, wir verwenden das natürlich und wir machen die ersten Schritte damit. Die ersten Studien zeigen tatsächlich, dass in den ersten drei Tagen da nicht viel zu holen ist. Aus einem einfachen Grund. Drei Tagesprognosen sind mittlerweile auf physikalischer Basis so gut, dass die KI da gar nicht mehr viel Platz hat, besser zu sein. Das ist eine nette Ergänzung im besten Fall wieder für die Möglichkeit, über Unsicherheiten zu sprechen. Wenn die KI komplett was anderes sagt, würde man vielleicht bei der Physik jetzt auch schon besser aufpassen, ob das so kommt. Wo es momentan einen Hinweis gibt, dass es tatsächlich besser ist, ist der Bereich oder eine Verbesserung bringt nicht besser ist, sondern eine Verbesserung bringt, ist der Bereich 5, 7, 10 Tage. Das ist der Bereich, wo man derzeit davon ausgeht, wo erste Studien zeigen, dass da mit der KI echt noch was rauszuholen ist. Für die Qualität von Prognosen wird man in den nächsten Jahren sehr rasch erkennen und sehen.
Andreas
Spannend. Und gerade wenn man schaut, wie viel Geld investiert wird in diesem Bereich, kann es in der Zukunft vielleicht noch staatlich hilfreicher werden.
Markus Watzack
Absolut. Also wir sind froh, dass es hier eine neue Idee gibt, einen neuen Zugang zu Wetterprognosen, eine Ergänzung zu dem, was wir jetzt schon alles haben. Auch das ist ja immer mehr geworden im Laufe dieser Jahre. Und das ist sicherlich interessant, weil es sehr schnell ist, weil es neue Einblicke gibt, geben wird und irgendwo auf alle Fälle nützlich sein wird.
Andreas
Ein Hörer hat mir geschrieben, der Axel, der gesagt Wenn du Markus Marc triffst, frage ihn bitte unbedingt, Was ist die beste App?
Markus Watzack
Das ist eine schwierige Sache. Wir haben im Gespräch schon gesagt, Apps haben den Nachteil, dass sie umsonst sein müssen. Ich glaube, es gibt kaum noch Wetter Apps, die jemand kauft. Die meisten haben am Handy irgendeine eingestellt, wissen gar nicht, was die Quelle ist. Davor warne ich mal. Also ich glaube prinzipiell mal die App, die am Handy drauf ist, mal löschen. Das sind nicht immer die besten. Und das ist wirklich, worauf legst du Wert? Worauf kommt es an? Ich sage immer noch die beste Möglichkeit, online eine Wetterprognose zu kriegen, ist Wetter ORF AT. Wir haben keine App, aber sind in der ORF App drinnen. Hier hast du nämlich den Riesenvorteil, dass diese Prognosen von Meteorologinnen und Metrologen bearbeitet sind. Alle anderen Apps, die ich jetzt kenne, verwenden aus dem Modell rausgerechnet für den Punkt, den du eingibst, das, was da rauskommt, da fehlt die KI, da fehlt die Erfahrung von den Meteorologinnen, Meteorologen. Da fehlt meistens ein Umgang mit Wahrscheinlichkeiten. Die rechnen ja eh schon bis 15, 16 Tage, auch wenn es komplett unsicher ist. Auf Stunden genau kann ich da alles abrufen. Und der dritte Punkt ist bei Apps, ich habe, glaube ich, aktuell am Handy 25 weil es ändert sich auch dauernd, welche da die bessere oder schlechtere ist. Es kommt immer darauf an und ich habe einen guten Mix, aber eher mit Profimaterial. Es gibt wirklich gute Dinge, wo du vom Now Casting erleben kannst. Das sind Blitzortungssysteme oder Radardaten, die in Österreich nicht so einfach frei zugänglich sind. Da gibt es ein paar Links. Die beste App gibt es nicht immer mehrere und wirklich vergleichen, sei es jetzt wirklich Wetter, ORF AT oder mit der GeoSphere. Auch da ist eine gute Seite und ich glaube auch, dass die völlig zurecht geosphere hat aber glaube ich sogar eine App nicht so auf Apps setzen, weil du da im Internet immer noch mehr Platz hast. Und wir haben unsere Wetterseiten, wo du Blitzortungssystem drin hast, wo du Satelliten drin hast, auch optimiert fürs Handy. Also die kannst du auch kompakt abrufen, einfach bookmarken und dann bist du besser dran und sonst durchforsten. Das ist auch so eine rasche Entwicklung, dass es da pausenlos neue Apps gibt. Ich glaube, Bergfax war eine Zeit lang auch sehr billig, die habe ich nicht so benutzt. Da steckt auch viel geosphere drinnen. Da habe ich jetzt in den letzten Zeiten aber von manchen gehört, dass es ein bisschen nachgelassen hat. Also das ist auch so eine variable Sache und ich glaube, da habe ich keine Wahrnehmung dazu, was die beste Wetter App ist.
Andreas
Markus wenn du jetzt auf Urlaub bist, wir haben vorher darüber geredet, wenn du nicht im Dienst bist, dann hast du
Markus Watzack
so ein altes Nocke Handy abschalten und digitale Abstinenz.
Andreas
Wenn du jetzt mal länger auf Urlaub bist, ich hoffe, das ist manchmal der Fall, bist du dann und dann schaust du dir dann, schaust du dann, OK, da kommen diese Wolken, das kenne ich schon, am Abend wird es regnen oder morgen wird es wahrscheinlich kälter oder schaust du dann trotzdem Abend dann im Hotel vielleicht Wetter FAT oder wie?
Markus Watzack
Das kommt natürlich darauf an. Also nachdem ich hauptsächlich Urlaub in Österreich mache, im Sommer wie im Winter, ist fix Kärnten dabei, sowohl zum Skifahren als auch im Sommerurlaub, ist die Wetterrecherche im Vorfeld interessanteste, weil so geht die Planung. Also ich war jetzt zwei Jahre in den Semesterferien in Kärnten und es gab ja keinen Schnee in den Semesterferien, also wirklich erschreckend, wirklich viele Täler, einfach grün und das siehst du eh schon vorher und denkst na gut, wenigstens das Wetter sonnig, sitze ich wenigstens in der Sonne. Also im Vorfeld natürlich großes Interesse, wie sich das Wetter in meinem Urlaub entwickeln wird. An Ort und Stelle bin ich dann auch ein ganz normaler Wetter Nutzer und wie es ist. Ich muss eh nehmen, wenn es mal regnet, habe ich ein Ersatzprogramm. Und natürlich, das ist ja die Leidenschaft, die der ganzen Geschichte zugrunde liegt. Sitzt, stehst, gehst du immer mit einem Blick auf den Himmel, Egal ob du in den Bergen unterwegs bist oder am See sitzt oder so. Es geht einfach nicht, nicht aufs Wetter zu schauen. Die Leidenschaft hat nie nachgelassen. Du schaust, da entwickeln sich Wolken, kann das ein Gewitter werden? Das ist einfach interessant und gehört dazu. Aber es ist jetzt nicht so, dass ich sage, es ist so, dass ich dann am See und egal an welchem der Erste bin, der dann zusammenpackt und geht, weil ich weiß, jetzt wird es wild und dann passiert das manchmal, dass mich ein paar Leute kennen und dann auch beginnen zusammenzubacken. Ist ganz blöd, wenn man aus anderen Gründen geht. Aber natürlich, Wetter ist interessant und der Blick ist immerhin aufgerichtet.
Andreas
Hast du Tipps für Laien, wenn man nach oben schaut, worauf kann man achten, wenn man noch nicht so viel Ahnung hat?
Markus Watzack
Das ist ganz schwer, weil wirklich, das ist ja auch meistens eingeschränkt deine Sicht. Also du siehst, wie das Wetter bei dir ist, wie es wird. Ich glaube, das ist so ein bisschen der Irrglaube, dass man aus dem Fenster rausschauen kann und weiß, wie das Wetter wird. Wir haben jetzt sehr viel geredet über die hochkomplexen Computermodelle, über Messungen, über Wetterentwicklungen. Ich glaube, mit ein bisschen Übung und Recherche. Ich glaube, es ist ganz wichtig, dass man geht super mittlerweile im Internet, dass man sich wirklich Wolken anschaut. Aus welchen Wolken kann ein Gewitter werden? Ich glaube, das Wichtigste ist ja zu erkennen, wann wird die Wetterlage gefährlich? Das ist in Österreich zum einen die Hitze, die wird aber angekündigt und vor der kann man im besten Fall auch warnen. Das andere kurzfristig sind einfach Gewitter, die sind im Sommer ein tägliches Geschäft für uns. Da warnen wir auch, so gut es möglich ist. Das kann man schon rechtzeitig erkennen. Da gibt es aber wirklich, also das wäre jetzt sinnlos hier zu sagen, sie müssen auf das und das achten. Aber wirklich Wolkenentwicklungen im Internet, sich einfach mal anzuschauen, wie entwickelt sich ein Gewitter? Da gibt es herrliche Zeitrafferbilder. Das ist auch etwas, was man in der Früh schon erkennen kann. Das sind Cumulus Castellanis, die heißen wie eine Burg. Also wenn du in der Früh so wirklich harmlose Wölkchen mit so kleinen Türmchen siehst, die verschwinden dann wieder gemeinerweise nach dem ersten Kaffee sind die weg und du denkst, ein schöner Sommertag. Die sind ein guter Hinweis, dass es später gewittrig werden kann. Und da gibt es viele Dinge, aber ich glaube wirklich, da ist es sehr schön, weil es auch wieder diesen Bezug zum Beobachten schärft, wirklich Zeitraffer Entwicklungen von Gewittern, das ist in Österreich die die Gefahr, die kurzfristig entsteht und die man wirklich rechtzeitig abschätzen kann.
Andreas
Markus, du hast uns noch drei Büchertipps mitgebracht.
Markus Watzack
Das sind eigentlich meine aktuellsten Bücher, die ich gelesen habe. Ich habe im Sommer in Kärnten Matt Haig entdeckt, für mich die Unmöglichkeit des Lebens. Mittlerweile bin ich beim dritten Buch von ihm, also das hat mich echt fasziniert. Matt Haig, Die Unmöglichkeit des Lebens, ein wunderschönes Buch. Das zweite, das ich auch heuer zu meinen Lieblingsbüchern erkoren habe und ich durfte den Autor heuer auch treffen auf ein ganz kurzes Gespräch, ist Martin Sutter, Es war Melody. Auch da habe ich danach noch, wie hieß das Neueste, Wut und Liebe, glaube ich, da habe ich ihm auch gesagt, fand ich nicht ganz so gut. Er hat gesagt, sagt meine Frau auch, also er war mir gar nicht böse, weil Melodie ist großartig. Hast du es gelesen? Herrlich, herrlich. Du liest ein Buch und hast eine abgeschlossene Meinung und am Ende kommst du drauf. Verdammt, meine Meinung war so daneben. Ja, und als letztes Buch, ich möchte jetzt schon sagen, mein neuestes, ich habe heuer auch ein Buch rausgebracht, das heißt Klimawandel gibt es nicht und das nicht ist durchgestrichen. Und mit dem Buch, das ist mein viertes Buch und mit dem hatte ich so eine Freude beim Schreiben, weil ich habe über Jahre jetzt im Internet auf sozialen Netzwerken Klimamythen und Lügen zum Thema Klimawandel gesammelt. Die kommen ja im Internet überall daher und habe sie auf wissenschaftlicher Basis widerlegt, teilweise auch mit einem Augenzwinkern, aber wirklich sehr seriös und einfach, weil dieses Buch hilft wirklich Menschen, die mit anderen diskutieren, die das Problem Klimawandel noch nicht verstanden haben, die Argumente zu widerlegen. Den Klimawandel Leugnern sind nur 23 Argumente eingefallen. Mehr haben die nicht und die sind wirklich einfach zu widerlegen. Nur muss man wissen wie. Und das ist kompakt und einfach geschrieben, einfach verständlich. Sei erlaubt, auch dies als Tipp noch hinzuzufügen.
Andreas
Unbedingt. Und auch an dieser Stelle danke an Hochachtung für dein Engagement in der Sache. Verfolge und bewundere ich seit vielen Jahren. Also danke dafür. Markus. Ein Medium, mit dem du dich gerne
Markus Watzack
über die Welt informiert, informierst Radio und Fernsehen. Ich bin echt oldschool und es ist auch wirklich, es ist Ö und es ist der ORF. Ich glaube, öffentlich rechtliche Medien sind in Zeiten, wo sehr viel an Informationen auf allen Kanälen flattert, wo man nicht mehr unterscheiden kann, Ist es wahr, falsch? Ist es KI generiert, erfunden, ganz wichtig. Also Radio und Fernsehen immer noch.
Andreas
Hast du eine Lieblingssendung im ORF oder möchtest du es nicht sagen, weil sonst deine Kollegen beleidigt sind?
Markus Watzack
Fürs ORF hätte das doch. Also das ist wirklich, wirklich. Und da muss ich auch sagen, nicht nur im ORF, wir haben diese Woche übermorgen geht es nach Innsbruck zum Wettergipfel. Ich treffe wieder Meteorologinnen, Meteorologen, Fernsehmeteorologinnen, Meteorologen aus ganz Europa. Wirklich, Wettersendungen sind einfach genial und wir sehen dort auch wie machen es die Griechen, wie wird in Deutschland, in der Schweiz Wetter gemacht? Es gibt Wettersendungen, die sind draußen. Also Wetter ist wirklich noch Wir schaffen es mit dem ORF Wetter jeden Tag unter den drei meistgesehenen Sendungen in Österreich zu sein. Das heißt nicht nur ich bin ein großer Fan des ORF Wetters, sondern wirklich, das funktioniert noch immer. Wir haben jeden Abend über eine Million Seherinnen. Das ist der Hammer. Und ich schau jeden Abend, wo es nur geht. Wetter.
Andreas
Möchtest du am Ende noch einen Content Creator empfehlen, den du gerne magst?
Markus Watzack
Content Creator ist für mich so schwierig, weil das sind wir doch alle. Wir createn doch auch gerade Content, oder? Sei es ein Podcast, sei es in sozialen Netzwerken und da gibt es natürlich so viel viele. Ich möchte ganz generell sagen, nachdem wir wirklich auch über gefährliches Wetter berichten müssen und wir weltweit vor so vielen Herausforderungen und auch Krisen stehen, ich möchte emporheben, alle Content Creator, die uns unterhalten, die uns wirklich zumindest für 5 Minuten, 10 Minuten eine halbe Stunde zum Lachen bringen, uns entführen aus Dingen, die uns belasten, die uns das Leben leichter machen und das sind Creator. Also für mich sind das Menschen, die Musik machen, die mich bewegt. Das sind viele, das kann ich jetzt nicht aufzählen. Und das sind Menschen, die uns zum Lachen bringen. Und auch da bin ich ORF abhängig. Also ich würde Stermann und Chrissemann hier erwähnen und ich würde Oliver Bayer hier erwähnen. Ich glaube, es ist unendlich wichtig in Zeiten wie diesen, dass wir viel zu lachen haben.
Andreas
Also willkommen Österreich und was geht das? Lieber Markus, danke für deine Zeit.
Markus Watzack
Ich danke für die Einladung und für dieses nette Gespräch.
Andreas
Danke. Was nehme ich mir mit? Erstens, Wetter lässt sich immer besser vorhersagen. Früher konnte man nur drei Tage halbwegs seriös prognostizieren, heute sind es eher schon 15 Tage. Früher gab es nur neun Messstationen, heute 250 in Österreich, die regelmäßig Informationen sammeln. Dadurch können wir unsere Urlaube oder Landwirte ihre Ernte immer verlässlicher planen. Wetter ist der Zustand unserer Atmosphäre und zwar zu einem bestimmten Zeitpunkt. Wetter entsteht vor allem durch die Temperaturunterschiede zwischen Äquator und Polen. Die wollen sich ausgleichen und dadurch entsteht Wind. Die Erdrotation macht dann alles aber noch komplett. Physikalisch könnte man das Wetter theoretisch exakt berechnen, nicht nur 15 Tage im Vorhinein, sondern auch 30 Jahre. Aber wir kennen den Ausgangszustand nie genau genug. Also müssen wir perfekte Daten haben über den Zustand der Atmosphäre und dann auch noch extrem große Rechenleistung. Das wird nie möglich sein. Aber durch KI Co wird die Vorhersage von Wetter gerade noch einmal revolutioniert und sicher noch besser und genauer werden. Danke, dass du beim Video dabei warst. Auf diesem Kanal gibt es noch hunderte andere Interviews, die dir dabei helfen sollen, die Welt besser zu verstehen. Von Geschichte zu Biologie, Politik und ganz, ganz vielen anderen Themen. Schau mal vorbei, lass ein Abo da und bis bald.
Laura
Zum Schluss noch ein paar Infos zu mir. Ich bin Laura und ich bin die Hörerin des Monats. Ich bin nun schon seit vielen Jahren als Stammzellspenderin beim Roten Kreuz registriert. Das funktioniert eigentlich wirklich super einfach. Und zwar kann man sich einfach online auf der Seite des Roten Kreuzes registrieren. Danach bekommt man ein Testset zugeschickt, das eine Art Wattestäbchen enthält, mit dem man sich in den Mund fährt. Und das Ganze schickt man dann wieder zurück zum Roten Roten Kreuz. Danach passiert in den meisten Fällen gar nichts, da die Wahrscheinlichkeit, ein passender Spender zu sein, nur bei etwa liegt. Sollte es jedoch doch jemanden geben, der genau deine oder meine Stammzellen benötigt, so könnten wir zu Lebensrettern werden. So war es auch bei Jasmin Poschmeier der Fall. Dank einer Stammzellspende kann sie wieder ein gesundes Leben führen. In Folge 358 erklär mir deine Stammzellspende erklärt sie mehr über ihre Geschichte und auch wie die Stammzellspende genau funktioniert. Hört euch diese tolle Folge unbedingt an und registriert euch danach gleich als Stammzellspender in falls ihr es noch nicht seid. Es tut wirklich nicht weh. Jetzt kommen wir noch zu den Credits, denn Erklär mir die Welt wäre nicht möglich ohne die Mitarbeit von Valentina Pfattner und Thomas Pelkmann sowie auch Andreas Fischer von sisigrand. Vermarktet wird Erklär mir die Welt von Therese Ilnasch und Stefan Lassnig von Missing Link. Danke auch an alle Unternehmen, die im Podcast Werbung schalten, sowie allen Unterstützer innen, die den Podcast mit ihren finanziellen Mitteln unterstützen. Möchtest du das auch? Dann unterstütze doch den Podcast auf erklärmir at Support. Ich wünsche euch eine gute Woche. Eure Laura.
Host: Andreas Sator
Gast: Marcus Wadsak (Meteorologe, ORF)
Datum: 24. Februar 2026
In dieser Folge erklärt der bekannte ORF-Meteorologe Marcus Wadsak, wie Wetter entsteht, was es beeinflusst und vor allem, wie Wetter heutzutage vorhergesagt wird. Das Gespräch deckt die physikalischen Grundlagen des Wetters, historische und aktuelle Methoden der Wettervorhersage, die Grenzen der Vorhersagbarkeit sowie aktuelle und künftige Entwicklungen wie Künstliche Intelligenz ab. Erfrischend offen spricht Wadsak auch über die Herausforderungen, Unsicherheiten und Entwicklungen seines Berufs.
(ab 03:40)
(ab 16:57)
(ab 21:25)
(ab 28:08)
Zwei zentrale Herausforderungen:
Vorhersagemodelle:
(ab 43:21)
(ab 46:52)
(ab 36:36)
(ab 53:26)
(ab 63:59)
(ab 68:37)
„Wetter ist kein Zufall. Doch durch die riesige Komplexität der Erde und unserer Atmosphäre ist eine perfekte Vorhersage dauerhaft immer eine Illusion – trotzdem werden unsere Prognosen immer besser.“
– Marcus Wadsak [sinngemäß aus vielen Passagen]
Letztes Wort:
Auch beim Wetter gilt: Jedes Wetter hat seinen Reiz, und auf den nächsten Frühling kann man sich immer verlassen!
(O-Ton Wadsak, ab 19:17 und 21:08)