
Hosted by Dr. med. Kai Gruhn, Dr. med. Dietrich Sturm, Prof. Markus Wübbeler · DE

Jahreskongress der DGINA zusammen mit dem International Congress on Emergency Medicine Kennst Du schon die Fortbildungen von Klinisch Relevant?! Schau Dich hier gerne einmal um! ICEM 2026: Was bleibt von DEM internationalen Notfallmedizin-Kongress? mit Navid Azad: ist Sprecher der YoungDGINA und aktuell als wissenschaftlich tätiger Arzt an der Uniklinik Basel. Während seines Studiums hat er als Rettungssanitäter und Simulationsinstruktor gearbeitet. Maximilian Laun: ist Notfallsanitäter und Medizinstudent. Zusammen mit Vincent war er im Organisations-Team der ICEM 2026 und ist in der YoungDGINA aktiv Vincent Weber. Arzt im Bereich der Notfallmedizin, daneben aktiv in der Lehre Dr. Justus Wolff: hat zunächst auf "zivilem" Weg Medizin studiert und sich dann für 3 Jahre bei der Bundeswehr verpflichtet. Er ist daher aktuell am Bundeswehrkrankenhaus in Berlin in der Anästhesie und Notfallmedizin tätig. Besonders interessant ist es, dass er 2 Jahre im Deutschen Bundestag in der Gesundheitspolitik aktiv war und somit auch die "andere Seite" der Medizin kennt. Justus engagiert sich neben seinem Job in der Ärztekammer und in unterschiedlichen Leitungsebenen der Nachwuchs-Bereiche von DGINA und EUSEM. Justus und Navid waren bereits 2x bei Klinisch Relevant im Podcast zu Gast: 👉Umgang mit Notfallsituationen (Teil 1) 👉Umgang mit Notfallsituationen (Teil 2) Worum geht’s in dieser Folge? Wie fühlt es sich an, Teil eines der größten internationalen Kongresse für Notfallmedizin zu sein? Was macht den besonderen Spirit solcher Veranstaltungen aus – und warum sind Kongresse heute weit mehr als reine Fortbildungsformate? Direkt vom International Conference on Emergency Medicine (ICEM) 2026 spricht Kai Gruhn mit engagierten Mitgliedern der Young DGINA über ihre Eindrücke, besondere Begegnungen und die Frage, wie moderne Kongresse Wissen, Community und Begeisterung für die Notfallmedizin verbinden. Themen dieser Folge Der besondere „ICEM-Spirit“ und die internationale Notfallmedizin-Community Warum junge Fachgesellschaften für die Zukunft der Medizin so wichtig sind Interprofessionalität in der Notfallmedizin: Ärzt:innen, Pflege, Rettungsdienst und Studierende gemeinsam im Dialog Neue Kongressformate zwischen Simulation, Sono Games und Arena-Stages Networking, Inspiration und Motivation für den klinischen Alltag Wie sich Kongresse verändern müssen, um auch in Zukunft relevant zu bleiben Mehr als nur Fortbildung Die Gäste berichten von einer Atmosphäre, die weit über klassische Vorträge hinausgeht: internationale Begegnungen, innovative Lernformate und das Gefühl, Teil einer großen Gemeinschaft zu sein. Besonders die Young DGINA zeigt, wie Nachwuchsförderung, Interprofessionalität und moderne Wissensvermittlung zusammengebracht werden können. Take-Home Message Gute Kongresse vermitteln nicht nur Wissen – sie schaffen Begeisterung, fördern Vernetzung und geben Impulse, die weit über die Veranstaltung hinaus wirken. Diese Folge macht Lust darauf, sich aktiv in Fachgesellschaften einzubringen und die Zukunft der Notfallmedizin mitzugestalten. 🎧 Hörenswert für Notfallmediziner:innen Pflegefachpersonen Notfallsanitäter:innen Medizinstudierende Mitglieder von Fachgesellschaften Alle, die sich für moderne medizinische Fortbildung und Nachwuchsförderung interessieren Hilfreiche Links DGINA YoungDGINA ICEM 2026 IFEM Eine Folge über Gemeinschaft, Innovation und die Frage, warum die Zukunft der Notfallmedizin vor allem von den Menschen lebt, die sie gestalten. 🚑🌍
Kohlhammer Verlag meets Klinisch Relevant Summary In diesem Podcast-Interview diskutieren fünf Experten die Grundlagen, Herausforderungen und klinischen Implikationen von Advance Care Planning (ACP). Sie beleuchten die Bedeutung der Patientenautonomie, die Rolle der Dokumentation und die Integration in das Gesundheitssystem, um eine patientenzentrierte Versorgung zu fördern. keywords Advance Care Planning, Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Demenz, Patientenautonomie, Gesundheitsversorgung, Ethik, Digitalisierung im Gesundheitswesen key topics Grundlagen und Bedeutung von Advance Care Planning Herausforderungen bei der Umsetzung und Dokumentation Klinische Implikationen und ethische Überlegungen Rolle der Digitalisierung und elektronische Akten Spezielle Patientengruppen: Demenz und Notfallsituationen Chapters 00:00 Einführung in das Thema Advance Care Planning 02:59 Vorstellung der Experten und deren Hintergründe 05:52 Die Bedeutung von Patientenverfügungen und Stolpersteine 08:52 Akutsituationen und die Rolle von Advance Care Planning 11:52 Therapieziele und individuelle Patientenwünsche 15:02 Die Rolle der Autonomie im Advance Care Planning 18:14 Qualitative Aspekte und Dokumentation im ACP 21:11 Vertreterdokumentation und rechtliche Aspekte 23:54 Besondere Patientengruppen und deren Bedürfnisse 26:46 Angst vor Demenz und deren Einfluss auf Entscheidungen 28:24 Fortlaufende Aktualisierung im Advance Care Planning 29:59 Demenz und Lebensqualität 32:06 Der Prozess des Advance Care Planning 36:45 Herausforderungen bei der Umsetzung von ACP 38:00 Triggerpunkte für die Aktualisierung von ACP 44:09 Digitale Möglichkeiten im Advance Care Planning 46:54 Zusammenfassung und Ausblick auf ACP Infos zum aktuellen Buch der Podcast-Referenten: Jox et al. – Advance Care Planning • Thema: Advance Care Planning • Herausgeber im Gespräch: Ralf Jox, Tanja Krones, Georg Marckmann, Jürgen in der Schmitten • Infos zu den Herausgebern: o Prof. Dr. med. Dr. phil. Ralf J. Jox ist Palliativmediziner und Medizinethiker am Universitätsklinikum Lausanne. o Prof. Dr. med. Dipl.-Soz. Tanja Krones ist Klinische Ethikerin am Universitätsspital Zürich. o Prof. Dr. med. Georg Marckmann, MPH, ist Medizinethiker an der LMU München. o Prof. Dr. med. Jürgen in der Schmitten, MPH, ist Hausarzt und lehrt Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Essen. Mit Beiträgen von: Ralf J. Jox, Tanja Krones, Georg Marckmann, Jürgen in der Schmitten, Verena Albrecht, Stephanie Anderson, Aukje Bartsch-de Jong, Birgitta Behringer, Raoul Borbé, Linda A. Briggs, Josephine Clayton, Klara Doppler, Bianka Dörr, Berend Feddersen, Monika Führer, Lars Garten, Joni Gilissen, Jane Goodwin, Kornelia Götze, Julia Gramm, Andreas Günther, Bernhard Hammes, Thomas D. Harter, Claire Henry, Wolfram Höfling, Paul Hüster, Isabelle Karzig-Roduner, Gina King, Maria Kletecka-Pulker, Kathrin Knochel, Ida J. Korfage, Katja Kühlmeyer, Esther Liem, Volker Lipp, Barbara Loupatatzis, Christiane Luderer, Leigh Manson, Eva Katharina Masel, Settimio Monteverde, Carole Montgomery, Friedemann Nauck, Monika Obrist, Thomas Otten, Stefanie Otten-Marré, Theodore Otto-Achenbach, Anouk Overbeek, Sabine Petri, Nicole Poletti, Katrin Radenbach, Judith A. C. Rietjens, Daniela Ritzenthaler, Stephan Rixen, Niek Rogger, Ana Rosca, Frank Scherff, Jan Schildmann, Graig Sinclair, Henrikje Stanze, Thomas Strahleck, Lieve van den Block, Agnes van der Heide und Kerstin von der Hude. • Buchtitel: Praxisbuch Advance Care Planning – Behandlungsentscheidungen gemeinsam vorausplanen • Weblink zum Buch: https://shop.kohlhammer.de/praxisbuch-advance-care-planning-36567.html#147=22 Disclaimer: Bei den Podcasts von Klinisch Relevant handelt es sich um Fortbildungsinhalte für Ärzte und medizinisches Personal und keinesfalls um individuelle Therapievorschläge. Sie ersetzen also keineswegs einen Arztkontakt, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen geht. Dabei spiegeln die Beiträge den Kenntnisstand unserer medizinischen Partner und Experten wider, den sie nach besten Wissen und Gewissen mit Dir teilen. Häufig handelt es sich dabei auch um persönliche Erfahrungen und subjektive Meinungen. Wir übernehmen für mögliche Nachteile oder Schäden, die aus den im Podcast gegebenen Hinweisen resultieren, keinerlei Haftung. Bei gesundheitlichen Beschwerden muss immer ein Arzt konsultiert werden! Weitere Informationen findest Du auf unserer Website: www.klinisch-relevant.de P.S.: Wenn Dir der Podcast gefallen hat, dann teile ihn doch bitte mit Deinen Kolleginnen und Kollegen! Es würde uns auch riesig freuen, wenn Du unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren und unser Projekt bei Apple Podcasts bewerten würdest. Wenn Du Lust hast, dann findest Du Klinisch Relevant auch bei Facebook, Instagram, YouTube und LinkedIn. Falls Du auch einmal einen Beitrag auf Klinisch Relevant zu einem spannenden medizinischen Thema veröffentlichen möchtest, dann melde Dich doch ganz einfach unter kontakt@klinisch-relevant.de

"Patho aufs Ohr x Klinisch Relevant" Kennst Du schon die Fortbildungen von Klinisch Relevant? Schau gerne mal hier! Klinisch Relevant x Patho aufs Ohr Entzündungen verstehen: Grundlagen, Einteilungen und wichtige pathologische Konzepte Mit: PD Dr. Christiane Kümpers & Prof. Sven Perner Worum geht’s in dieser Folge? Entzündungen gehören zu den zentralen Konzepten der Medizin – und trotzdem werden viele Begriffe im klinischen Alltag oft unscharf verwendet. Was genau ist eigentlich eine Entzündung? Welche Aufgaben erfüllt sie? Wie werden Entzündungen pathologisch eingeteilt und welche Begriffe sollte jede:r Healthcare Professional sicher beherrschen? In dieser Gastfolge des Podcasts Patho aufs Ohr geben Prof. Sven Perner und PD Dr. Christiane Kümpers einen strukturierten Überblick über die Grundlagen der Entzündungslehre und schaffen Ordnung in die Vielzahl pathologischer Klassifikationen. Was ist eine Entzündung? Eine Entzündung ist ein lokal begrenzter Abwehrprozess des Gewebes als Reaktion auf eine Schädigung. Ziel dieses Prozesses ist die Beseitigung der auslösenden Noxe und die anschließende Reparatur des entstandenen Gewebeschadens. Auslöser können sein: Mechanische Traumata Chemische Noxen Physikalische Einwirkungen (z. B. UV-Strahlung) Infektionen durch Bakterien, Viren oder Parasiten Ischämische Gewebeschäden Autoimmunerkrankungen Die Pathophysiologie der Entzündung Im Zentrum der Entzündungsreaktion stehen: Blutgefäße Entzündungszellen Entzündungsmediatoren Bindegewebszellen Zu den wichtigsten Mediatoren zählen: Histamin Prostaglandine Leukotriene Sie steuern sowohl die Aktivierung als auch die spätere Beendigung der Entzündungsreaktion. Die fünf Kardinalsymptome der Entzündung Ein echter Klassiker der Medizin: Rubor → Rötung Calor → Überwärmung Dolor → Schmerz Tumor → Schwellung Functio laesa → Funktionsverlust Die Folge erklärt anschaulich, wie sich diese Zeichen direkt aus den Gefäßveränderungen und der Wirkung von Entzündungsmediatoren ableiten lassen. Wie heilt eine Entzündung? Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten: Restitutio ad integrum Vollständige Wiederherstellung des ursprünglichen Gewebes. Defektheilung Reparatur durch Narbenbildung mit funktionellen Einschränkungen. Die Hosts erläutern anhand alltagsnaher Beispiele, warum eine Defektheilung zwar stabil sein kann, aber nie die ursprüngliche Gewebequalität erreicht. Die wichtigsten Einteilungen von Entzündungen 1. Nach dem zeitlichen Verlauf Akute Entzündung rascher Beginn ausgeprägte Symptomatik häufig vollständige Heilung Leitzelle: neutrophiler Granulozyt Perakute (foudroyante) Entzündung extrem schneller Verlauf potenziell lebensbedrohlich Subakute Entzündung Übergangsform zwischen akut und chronisch Chronische Entzündung langsamer Verlauf lange Persistenz häufig unvollständige Heilung Leitzelle: Lymphozyt Zusätzlich wird zwischen primär und sekundär chronischen Entzündungen unterschieden. 2. Nach der räumlichen Ausbreitung Entzündungen können sich auf unterschiedliche Weise ausbreiten: Canaliculär Über vorgebildete Gangsysteme (z. B. Gallengänge oder Harnwege) Hämatogen Über die Blutbahn Lymphogen Über das Lymphsystem Neurogen Entlang von Nervenstrukturen Per continuitatem Direkte Ausbreitung im Gewebe Generalisiert Systemische Entzündungsreaktion mit Fieber und Laborveränderungen Die Folge liefert zu jeder Ausbreitungsform klinische Beispiele aus der täglichen Praxis. 3. Nach der vorherrschenden Entzündungskomponente Eine besonders wichtige pathologische Einteilung erfolgt anhand des dominierenden Exsudats. Formen der akuten Entzündung serös serös-schleimig fibrinös eitrig (purulent) hämorrhagisch nekrotisierend gangränisierend Formen der chronischen Entzündung granulierend granulomatös Die Unterschiede dieser Entzündungsformen werden in einer Folgesendung anhand konkreter Beispiele vertieft. Was ist eigentlich eine Gangrän? Ein Begriff, der häufig verwendet wird, dessen Definition jedoch oft unklar bleibt. Eine Gangrän liegt vor, wenn mehrere Gewebeschichten eines Organs gleichzeitig betroffen sind. Typische Beispiele: diabetische Fußgangrän gangränöse Darmischämie ausgedehnte nekrotisierende Weichteilinfektionen Ein wichtiges Prüfungs- und Praxiswissen, das die Hosts besonders hervorheben. Take-Home Messages Entzündungen sind zentrale Abwehr- und Reparaturmechanismen des Körpers. Die fünf Kardinalsymptome leiten sich direkt aus Gefäßreaktionen und Entzündungsmediatoren ab. Entzündungen lassen sich nach zeitlichem Verlauf, Ausbreitungsmuster und Exsudat klassifizieren. Neutrophile Granulozyten dominieren akute, Lymphozyten chronische Entzündungen. Restitutio ad integrum und Defektheilung beschreiben die beiden grundlegenden Heilungswege. Das Verständnis pathologischer Entzündungsmuster erleichtert die Einordnung zahlreicher klinischer Erkrankungen. Hörenswert für Medizinstudierende Ärzt:innen in Weiterbildung Patholog:innen Internist:innen Chirurg:innen Notfallmediziner:innen Pflegefachpersonen mit Interesse an Pathophysiologie Alle Healthcare Professionals, die pathologische Grundlagen auffrischen möchten Weitere Informationen Klinisch Relevant Patho aufs Ohr Disclaimer: Bei den Podcasts von Klinisch Relevant handelt es sich um Fortbildungsinhalte für Ärzte und medizinisches Personal und keinesfalls um individuelle Therapievorschläge. Sie ersetzen also keineswegs einen Arztkontakt, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen geht. Dabei spiegeln die Beiträge den Kenntnisstand unserer medizinischen Partner und Experten wider, den sie nach besten Wissen und Gewissen mit Dir teilen. Häufig handelt es sich dabei auch um persönliche Erfahrungen und subjektive Meinungen. Wir übernehmen für mögliche Nachteile oder Schäden, die aus den im Podcast gegebenen Hinweisen resultieren, keinerlei Haftung. Bei gesundheitlichen Beschwerden muss immer ein Arzt konsultiert werden! Weitere Informationen findest Du auf unserer Website: www.klinisch-relevant.de P.S.: Wenn Dir der Podcast gefallen hat, dann teile ihn doch bitte mit Deinen Kolleginnen und Kollegen! Es würde uns auch riesig freuen, wenn Du unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren und unser Projekt bei Apple Podcasts bewerten würdest. Wenn Du Lust hast, dann findest Du Klinisch Relevant auch bei Facebook, Instagram, YouTube und LinkedIn. 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Notfallguru meets Klinisch Relevant 👉Kennst Du schon die Fortbildungen von Klinisch Relevant zu vielen spannenden Themen? schau gerne mal vorbei! Klinisch Relevant x Notfall Guru Update präklinische Schmerztherapie – Was empfiehlt die neue europäische Leitlinie? mit Dr. Isabel Lück Worum geht’s in dieser Folge? Schmerzen gehören zu den häufigsten Gründen für einen Kontakt mit dem Rettungsdienst oder eine Vorstellung in der Notaufnahme. Dennoch erhalten viele Patient:innen nach wie vor keine ausreichende Analgesie – ein Problem, das als Oligoanalgesie bezeichnet wird. In dieser Folge der Kooperationsreihe mit Notfallguru spricht Kai Gruhn mit Dr. Isabel Lück über die neue europäische Leitlinie der European Society for Emergency Medicine (EUSEM) zur Schmerztherapie in Präklinik und Notaufnahme. Gemeinsam diskutieren sie, welche Konsequenzen sich für die klinische Praxis ergeben und welche Analgetika künftig eine größere – oder kleinere – Rolle spielen sollten. Zu Gast Dr. Isabel Lück ist Notfallmedizinerin und Teil des Teams von NotfallGuru. Regelmäßig ordnet sie aktuelle Entwicklungen und neue Evidenz aus der Notfallmedizin für die Hörer:innen von Klinisch Relevant ein. Hintergrund: Warum eine neue Leitlinie? Die aktualisierte EUSEM-Leitlinie berücksichtigt aktuelle Herausforderungen der Notfallmedizin: steigende Patientenzahlen in Notaufnahmen Ressourcenknappheit und Overcrowding lange Wartezeiten die internationale Diskussion um die Opioidkrise weiterhin bestehende Defizite in der Schmerzversorgung Ein zentrales Anliegen der Leitlinie: Schmerzen frühzeitig erkennen und konsequent behandeln. Zentrale Inhalte der Folge Oligoanalgesie bleibt ein relevantes Problem Trotz moderner Analgesiekonzepte erhalten viele Patient:innen noch immer keine ausreichende Schmerztherapie. Besonders betroffen: Kinder ältere Menschen Patient:innen mit Kommunikationsproblemen Die Leitlinie betont ausdrücklich, dass Schmerztherapie frühzeitig beginnen sollte und nicht erst nach vollständiger ärztlicher Diagnostik erfolgen darf. Schmerzmanagement ist Teamarbeit Ein wichtiger Schwerpunkt der Leitlinie ist die interprofessionelle Versorgung. Empfohlen werden: standardisierte Schmerzprotokolle validierte Schmerzskalen frühzeitige Schmerzerfassung Analgesie durch qualifiziertes Pflegepersonal oder Notfallsanitäter:innen nach festgelegten Algorithmen Ziel ist es, wertvolle Zeit bis zum ärztlichen Kontakt zu überbrücken und unnötiges Leiden zu vermeiden. Nicht-medikamentöse Maßnahmen mitdenken Gerade bei Kindern spielen ergänzende Maßnahmen eine wichtige Rolle: Ablenkung Kühlung Lagerung Beruhigung und Kommunikation Diese Maßnahmen ersetzen jedoch keine adäquate Analgesie. *Analgesie beginnt vor dem venösen Zugang Ein praxisrelevanter Punkt der Leitlinie: Analgetika sollten nicht erst nach Anlage eines intravenösen Zugangs verabreicht werden. Alternativen: intranasale Applikation inhalative Verfahren orale Medikamente So kann die Schmerztherapie bereits während diagnostischer oder organisatorischer Maßnahmen begonnen werden. 💊 Welche Medikamente empfiehlt die Leitlinie? 🔹 Milde Schmerzen Empfohlen werden insbesondere: Paracetamol Ibuprofen lokale bzw. topische Verfahren Wichtig: NSAR sollten nicht miteinander kombiniert werden. 🔹 Moderate Schmerzen Bereits bei moderaten Schmerzen empfiehlt die Leitlinie eine konsequentere Therapie als bisher häufig üblich. Diskutiert werden: Paracetamol Ibuprofen orales Morphin Ketamin (intranasal, intravenös oder inhalativ) Auch Regionalanästhesieverfahren gewinnen zunehmend an Bedeutung. 🔹 Starke Schmerzen Bei schweren Schmerzen kommen insbesondere infrage: Morphin intravenös Fentanyl Ketamin Regionalanästhesieverfahren Die Leitlinie plädiert dafür, diese Substanzen frühzeitig und strukturiert einzusetzen. 🚫 Welche Medikamente werden kritisch gesehen? Die Leitlinie spricht sich ausdrücklich gegen mehrere traditionell häufig eingesetzte Medikamente aus: Tramadol begrenzte Wirksamkeit ungünstiges Nebenwirkungsprofil Codein keine relevante Rolle in der modernen Notfallanalgesie Oxycodon kritisch bewertet aufgrund seines hohen Euphorisierungspotenzials Bezug zur internationalen Opioidkrise Metamizol zurückhaltende Empfehlung Hinweis auf das Risiko einer Agranulozytose Diese Einschätzungen dürften in vielen Notaufnahmen für Diskussionen sorgen. Regionalanästhesie: unterschätztes Potenzial? Ein weiterer Schwerpunkt der Leitlinie ist der Einsatz regionalanästhesiologischer Verfahren. Besonders bei: Hüftfrakturen Verletzungen der Extremitäten Thoraxverletzungen zeigen Studien Vorteile hinsichtlich: Analgesiequalität Mobilisation Delirprävention Gerade bei geriatrischen Patient:innen könnten Regionalverfahren künftig eine größere Rolle spielen. Besonderheiten bei älteren Patient:innen Bei geriatrischen Patient:innen müssen mögliche Nebenwirkungen besonders berücksichtigt werden: Delirrisiko Sturzneigung Medikamenteninteraktionen Die Leitlinie sieht deshalb insbesondere regionale Verfahren als attraktive Alternative zu systemischen Opioiden. ⚠️ Opioide bei Entlassung Ein weiterer wichtiger Aspekt: Bei Entlassung aus der Notaufnahme sollten Opioide möglichst zurückhaltend verordnet werden. Wenn erforderlich: niedrigste wirksame Dosierung kürzestmögliche Dauer idealerweise maximal 2–3 Tage Außerdem sollte Naloxon verfügbar sein, wenn stärkere Opioide eingesetzt werden. 💡 Take-Home Messages Oligoanalgesie bleibt ein relevantes Problem in Präklinik und Notaufnahme. Kinder erhalten besonders häufig eine unzureichende Schmerztherapie. Schmerzmanagement sollte interprofessionell organisiert sein. Analgesie kann und sollte bereits vor Anlage eines IV-Zugangs beginnen. Die Leitlinie stärkt den Einsatz von Morphin, Ketamin und Regionalanästhesie. Tramadol, Codein und Oxycodon werden deutlich kritischer bewertet als in der Vergangenheit. Regionalanästhesieverfahren könnten insbesondere bei älteren Patient:innen künftig eine größere Rolle spielen. 🎧 Hörenswert für Notfallsanitäter:innen Rettungsdienstpersonal Pflegefachpersonen in Notaufnahme und Akutmedizin Anästhesist:innen Notfallmediziner:innen Allgemeinmediziner:innen Ärzt:innen in Weiterbildung 👉 Diese Podcast-Folge wird von der Hire a Doctor Group gesponsert: 👉 Lust auf berufliche Abwechslung? Die Hire a Doctor Group vermittelt Sie als Notfallsanitäter:in, Notfallmediziner:in oder Notfallpfleger:in für befristete Einsätze in Notaufnahmen oder Rettungsdienste. Sie bestimmen, wann, wo und wie lange Sie eingesetzt werden. Sie erhalten neue Einblicke und eine attraktive Bezahlung. 👉 Zeit für den nächsten Karriereschritt? Die Hire a Doctor Group besetzt ärztliche und pflegerische Fach- und Führungspositionen in Gesundheitseinrichtungen. Wir begleiten und beraten Sie im Bewerbungsprozess. Nutzen Sie unser Netzwerk, um ihre neue Stelle zu finden – auch wenn Sie derzeit noch nicht suchen! Disclaimer: Bei den Podcasts von Klinisch Relevant handelt es sich um Fortbildungsinhalte für Ärzte und medizinisches Personal und keinesfalls um individuelle Therapievorschläge. Sie ersetzen also keineswegs einen Arztkontakt, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen geht. Dabei spiegeln die Beiträge den Kenntnisstand unserer medizinischen Partner und Experten wider, den sie nach besten Wissen und Gewissen mit Dir teilen. Häufig handelt es sich dabei auch um persönliche Erfahrungen und subjektive Meinungen. Wir übernehmen für mögliche Nachteile oder Schäden, die aus den im Podcast gegebenen Hinweisen resultieren, keinerlei Haftung. Bei gesundheitlichen Beschwerden muss immer ein Arzt konsultiert werden! Weitere Informationen findest Du auf unserer Website: www.klinisch-relevant.de P.S.: Wenn Dir der Podcast gefallen hat, dann teile ihn doch bitte mit Deinen Kolleginnen und Kollegen! 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Eine Minute Mut: Impulse für Veränderungen im Gesundheitswesen - Die Audiokolumne mit Martin Werner Eine Minute Mut Folge #3: Der perfekte Zeitpunkt kommt nicht! Viele Ärztinnen und Ärzte warten auf den richtigen Moment. Nach der Facharztprüfung. Wenn die Kinder größer sind. Wenn das Haus abbezahlt ist. Wenn mehr Sicherheit da ist. Doch was, wenn der perfekte Zeitpunkt gar nicht kommt? In dieser Folge von „Eine Minute Mut“ geht es darum, warum wir oft auf Sicherheit warten – und dadurch die Dinge aufschieben, die uns eigentlich wichtig sind. 👉 In Folge 1 ging es darum, Veränderung im Kleinen zu beginnen. 👉 In Folge 2 ging es um den Preis des Nicht-Handelns. 👉 Diese Folge baut darauf auf und stellt eine entscheidende Frage: Worauf wartest du eigentlich noch? Das erwartet dich in dieser Folge ● Warum viele Menschen auf den perfekten Zeitpunkt warten ● Weshalb Sicherheit oft eine Illusion ist ● Eine persönliche Geschichte über meinen Podcast-Start ● Warum Ärztinnen und Ärzte besonders anfällig für Perfektionismus sind ● Eine Übung, die dir hilft, ins Handeln zu kommen Die Übung aus der Folge 👉 Nimm dir 5 Minuten Zeit und beantworte diese Fragen: Welche Entscheidung schiebe ich seit Monaten vor mir her? Kann ich heute einen ersten Schritt machen? Was könnte realistisch schiefgehen? Nicht die ganze Entscheidung. Nur den ersten Schritt. Wer spricht hier? Ich bin Martin Werner. Ich begleite Ärztinnen und Ärzte bei beruflichen Veränderungen – insbesondere bei der Entscheidung und dem Weg in die Schweiz. Dabei erlebe ich täglich, wie schwer Veränderung sein kann – und welche Faktoren wirklich den Unterschied machen. Diese Prozesse begleite ich auch unabhängig vom Ort: hin zu klaren Entscheidungen und konkreten nächsten Schritten. Wenn du diese Übung ausprobierst und: ● merkst, dass du festhängst ● Unterstützung brauchst ● oder deine Gedanken teilen möchtest 👉 Schreib mir gerne. Kontakt & weitere Inhalte 📩 E-Mail: info@docsgoswiss.ch 🌐 Website: www.docsgoswiss.ch Disclaimer: Bei den Podcasts von Klinisch Relevant handelt es sich um Fortbildungsinhalte für Ärzte und medizinisches Personal und keinesfalls um individuelle Therapievorschläge. Sie ersetzen also keineswegs einen Arztkontakt, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen geht. Dabei spiegeln die Beiträge den Kenntnisstand unserer medizinischen Partner und Experten wider, den sie nach besten Wissen und Gewissen mit Dir teilen. Häufig handelt es sich dabei auch um persönliche Erfahrungen und subjektive Meinungen. Wir übernehmen für mögliche Nachteile oder Schäden, die aus den im Podcast gegebenen Hinweisen resultieren, keinerlei Haftung. Bei gesundheitlichen Beschwerden muss immer ein Arzt konsultiert werden! Weitere Informationen findest Du auf unserer Website: www.klinisch-relevant.de P.S.: Wenn Dir der Podcast gefallen hat, dann teile ihn doch bitte mit Deinen Kolleginnen und Kollegen! Es würde uns auch riesig freuen, wenn Du unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren und unser Projekt bei Apple Podcasts bewerten würdest. Wenn Du Lust hast, dann findest Du Klinisch Relevant auch bei Facebook, Instagram, YouTube und LinkedIn. Falls Du auch einmal einen Beitrag auf Klinisch Relevant zu einem spannenden medizinischen Thema veröffentlichen möchtest, dann melde Dich doch ganz einfach unter kontakt@klinisch-relevant.de

Logopädie in der Palliativmedizin – mehr als Schlucken und Sprechen Mit: Cordula Winterholler Worum geht’s in dieser Folge? Welche Rolle spielt die Logopädie in der Palliativversorgung? Für viele Kolleg:innen scheint die Antwort zunächst nicht offensichtlich zu sein. Dabei gehören Themen wie Essen, Trinken, Schlucken, Kommunikation und Teilhabe zu den zentralen Bedürfnissen von Menschen mit lebenslimitierenden Erkrankungen. In dieser Folge spricht Kai Gruhn mit der Logopädin Cordula Winterholler über die oft unterschätzte Bedeutung der Logopädie in der Palliativmedizin. Anhand konkreter Beispiele – insbesondere aus der Betreuung von Menschen mit ALS – wird deutlich, wie logopädische Expertise Lebensqualität, Autonomie und Kommunikation bis zum Lebensende unterstützen kann. Zu Gast Cordula Winterholler ist Logopädin, Autorin und Referentin mit besonderem Schwerpunkt auf palliativer Logopädie. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Maria Bartel beschäftigt sie sich seit vielen Jahren mit der Frage, wie logopädische Versorgung in palliativen Settings gestaltet werden kann. Zentrale Themen der Folge Haben Logopäd:innen überhaupt eine Rolle in der Palliativmedizin? Eine provokante Einstiegsfrage der Folge. Obwohl Schluckstörungen, Kommunikationsprobleme und Ernährungsfragen im palliativen Alltag häufig auftreten, sind Logopäd:innen bislang vielerorts nicht selbstverständlich in palliative Versorgungsteams integriert. Diskutiert werden mögliche Gründe: Palliativmedizin wird häufig ausschließlich mit der Terminalphase assoziiert mangelnde Bekanntheit logopädischer Kompetenzen historisch starke Orientierung der Palliativversorgung an onkologischen Erkrankungen Palliativmedizin beginnt nicht erst am Lebensende Ein zentrales Anliegen von Cordula Winterholler: Palliative Versorgung beginnt gemäß WHO-Definition bereits mit der Diagnose einer lebenslimitierenden Erkrankung – nicht erst in der Finalphase. Dadurch entstehen zahlreiche Ansatzpunkte für logopädische Interventionen: Beratung Symptommanagement Kommunikationsförderung Unterstützung von Alltagsaktivitäten Angehörigenarbeit Schlucken, Essen und Trinken – zentrale Themen bis zuletzt Essen und Trinken bedeuten weit mehr als reine Nahrungsaufnahme. Besprochen werden: Dysphagie bei neurologischen und onkologischen Erkrankungen Ernährungsmanagement Konsistenzanpassungen Aspirationsrisiken Lebensqualität trotz funktioneller Einschränkungen Dabei steht nicht die Funktionsverbesserung um jeden Preis im Vordergrund, sondern die Frage: 👉 Was ist für die Patientin oder den Patienten in der aktuellen Lebensphase wichtig? ALS als Beispiel für palliative Logopädie Frühe Diagnostik und Begleitung Am Beispiel der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) beschreibt Cordula Winterholler die verschiedenen Aufgaben der Logopädie. Bereits bei ersten Sprachveränderungen erfolgt: umfassende Diagnostik Schluckdiagnostik Ernährungsassessment Beobachtung von Atemfunktion und Belastbarkeit Oft zeigen sich bereits früh: Gewichtsverlust Mangelernährung kompensierte Schluckstörungen Alltag statt Defizite Ein wichtiger Gedanke der Folge: Palliative Logopädie orientiert sich nicht primär an Funktionsverlusten, sondern am gelebten Alltag. Fragen sind beispielsweise: Wie kann Berufstätigkeit erhalten bleiben? Welche Hilfsmittel entlasten die Kommunikation? Wie lassen sich soziale Aktivitäten weiterhin ermöglichen? Unterstützte Kommunikation und digitale Hilfsmittel Ein besonders spannendes Themenfeld: Die moderne Logopädie nutzt heute eine Vielzahl technischer Möglichkeiten: Kommunikationshilfen Sprachcomputer Augensteuerung KI-gestützte Systeme Besprochen wird außerdem das sogenannte Speech Banking: Dabei wird die eigene Stimme aufgezeichnet, solange sie noch ausreichend erhalten ist, um sie später in unterstützten Kommunikationssystemen weiter nutzen zu können. PEG, Ernährung und ethische Entscheidungen Ein wiederkehrendes Thema in der palliativen Versorgung: Wann sollte eine PEG-Anlage diskutiert werden? Welche Werte und Wünsche stehen hinter einer Ablehnung? Wie können Patient:innen bei komplexen Entscheidungen begleitet werden? Die Folge macht deutlich: Logopäd:innen sind nicht nur therapeutisch tätig, sondern begleiten auch Entscheidungsprozesse und ethische Fragestellungen. Ethik als Kernkompetenz Ein zentrales Kapitel des geplanten Fachbuchs widmet sich ethischen Fragestellungen: künstliche Ernährung Autonomie Lebensqualität Therapiezieländerungen Umgang mit existenziellen Fragen Denn Patient:innen stellen häufig Fragen, die weit über die reine Funktion hinausgehen: „Was soll das alles eigentlich noch?“ Auch für solche Gespräche braucht es professionelle Kompetenz und Haltung. Warum Logopädie Teil des Palliativteams sein sollte Cordula Winterholler plädiert dafür, Logopäd:innen nicht nur konsiliarisch hinzuzuziehen, sondern fest in Palliativteams zu integrieren. Gründe hierfür: kontinuierliche Begleitung gemeinsame ethische Entscheidungsfindung Entwicklung einer gemeinsamen Teamhaltung bessere individuelle Lösungen für Patient:innen und Angehörige Das neue Fachbuch zur palliativen Logopädie Gemeinsam mit Maria Bartel arbeitet Cordula Winterholler derzeit an einem umfassenden Fachbuch zur palliativen Logopädie. Themen werden unter anderem sein: Grundlagen der palliativen Logopädie internationale Perspektiven Ethik Kommunikation Angehörigenarbeit unterschiedliche palliative Settings neurologische und onkologische Erkrankungen Take-Home Messages Palliative Logopädie beginnt nicht erst in der Sterbephase. Kommunikation, Schlucken und Essen sind zentrale Aspekte von Lebensqualität. Logopäd:innen begleiten nicht nur Funktionen, sondern Menschen in komplexen Lebenssituationen. Unterstützte Kommunikation gewinnt durch Digitalisierung und KI zunehmend an Bedeutung. Ethische Fragestellungen gehören zum logopädischen Alltag in palliativen Settings. Eine feste Integration der Logopädie in Palliativteams kann die Versorgung deutlich verbessern. Hörenswert für Palliativmediziner:innen Logopäd:innen Neurolog:innen SAPV-Teams Pflegefachpersonen Therapeutische Berufe Alle, die Menschen mit lebenslimitierenden Erkrankungen begleiten Weitere Informationen https://forum-logopaedie.de/artikel/angehoerigenarbeit-in-der-palliativen-logopaedie/ https://www.skvshop.de/logopaedie/palliative-care-978-3-8248-1301-8.html Eine Folge über Lebensqualität, Kommunikation und die Frage, wie therapeutische Begleitung auch dann noch sinnvoll sein kann, wenn Heilung nicht mehr das Ziel ist. Disclaimer: Bei den Podcasts von Klinisch Relevant handelt es sich um Fortbildungsinhalte für Ärzte und medizinisches Personal und keinesfalls um individuelle Therapievorschläge. Sie ersetzen also keineswegs einen Arztkontakt, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen geht. 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Nervensache, Podcast der Deutschen Hirnstiftung meets Klinisch Relevant In dieser Folge vermitteln wir grundlegendes Wissen rund um das Thema Hirntumore. Dr. Anne Biesalksi, Neurologin und Mitglied des Vorstands der Deutschen Hirnstiftung. erklärt verständlich die wichtigsten medizinischen Zusammenhänge – unterstützt von ihrem Mann Jasper, der ausgewählte Zitate aus Wolfgang Herrndorfs „Arbeit und Struktur“ (mit freundlicher Genehmigung des Rowohlt-Verlags) einliest. Das erwartet euch: Hirntumor ist nicht gleich Hirntumor: Tumore unterscheiden sich stark – nicht nur in ihrer Art, sondern auch in ihrer Lage. Das umliegende Gewebe spielt eine entscheidende Rolle dafür, welche Symptome auftreten und welche Behandlung möglich ist. Primäre vs. sekundäre Tumore: Primäre Hirntumore entstehen direkt im Gehirn. Sekundäre Tumore sind Metastasen – der Krebs hat seinen Ursprung in einem anderen Organ und streut ins Gehirn. Diagnostik: Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist zentral für die Bildgebung. Eine endgültige Diagnose und Sicherheit liefert jedoch meist erst die Gewebeentnahme, häufig mittels stereotaktischer Biopsie. Therapieansätze: Je nach Tumorart und Lage kommen unterschiedliche Behandlungen infrage, darunter Operation, Bestrahlung und Chemotherapie. Auch mögliche Strahlenschäden werden thematisiert. Interdisziplinäre Zusammenarbeit: Die Behandlung erfolgt selten isoliert – verschiedene Fachrichtungen arbeiten eng zusammen, um die bestmögliche Therapie zu gewährleisten. Diese Folge bietet eine verständliche Grundlage für alle, die sich erstmals mit dem Thema Hirntumore beschäftigen oder ihr Wissen auffrischen möchten. In Kürze geht es weiter – dann wieder im gewohnten Format. Viel Spaß beim Zuhören. Wir danken Klinisch Relevant für diese schöne Kooperation. Disclaimer: Bei den Podcasts von Klinisch Relevant handelt es sich um Fortbildungsinhalte für Ärzte und medizinisches Personal und keinesfalls um individuelle Therapievorschläge. Sie ersetzen also keineswegs einen Arztkontakt, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen geht. Dabei spiegeln die Beiträge den Kenntnisstand unserer medizinischen Partner und Experten wider, den sie nach besten Wissen und Gewissen mit Dir teilen. Häufig handelt es sich dabei auch um persönliche Erfahrungen und subjektive Meinungen. Wir übernehmen für mögliche Nachteile oder Schäden, die aus den im Podcast gegebenen Hinweisen resultieren, keinerlei Haftung. Bei gesundheitlichen Beschwerden muss immer ein Arzt konsultiert werden! Weitere Informationen findest Du auf unserer Website: www.klinisch-relevant.de P.S.: Wenn Dir der Podcast gefallen hat, dann teile ihn doch bitte mit Deinen Kolleginnen und Kollegen! Es würde uns auch riesig freuen, wenn Du unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren und unser Projekt bei Apple Podcasts bewerten würdest. Wenn Du Lust hast, dann findest Du Klinisch Relevant auch bei Facebook, Instagram, YouTube und LinkedIn. Falls Du auch einmal einen Beitrag auf Klinisch Relevant zu einem spannenden medizinischen Thema veröffentlichen möchtest, dann melde Dich doch ganz einfach unter kontakt@klinisch-relevant.de

Nichtdringliche psychiatrische Vorstellungsgründe in deutschen Notaufnahmen Dr. Heribert Kirchner Worum geht’s in dieser Folge? Psychiatrische Patient:innen gehören längst zum Alltag deutscher Notaufnahmen. Doch wie häufig stellen sich Menschen mit psychischen Beschwerden vor, ohne dass ein akut behandlungsbedürftiger Notfall vorliegt? Welche Diagnosen stehen dahinter? Und was bedeutet das für ein Gesundheitssystem, dessen Notaufnahmen zunehmend an ihre Belastungsgrenzen geraten? In dieser Folge spricht Dr. Heribert Kirchner über die erste bundesweite Studie zu nichtdringlichen psychiatrischen Vorstellungen in deutschen Notaufnahmen und ordnet die Ergebnisse aus versorgungswissenschaftlicher Perspektive ein. Zu Gast Dr. Heribert Kirchner ist Psychiater und Versorgungsforscher. Gemeinsam mit Kolleg:innen um Prof. Broska und Prof. Pajonk untersuchte er erstmals bundesweit die Entwicklung psychiatrischer Notfallvorstellungen anhand von Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Die Studie im Überblick "Trends in Non-Urgent Mental Health Presentations to Emergency Departments – Insights from the First Nationwide Study in Germany" Veröffentlicht in der Fachzeitschrift Psychiatry Research. Was wurde untersucht? Bisher gab es in Deutschland kaum belastbare Daten zur Frage, wie häufig sich Menschen mit nichtdringlichen psychiatrischen Beschwerden in Notaufnahmen vorstellen. Für die Studie wurden bundesweite Abrechnungsdaten analysiert: Zeitraum: 2012–2022 bundesweite Datenerhebung interdisziplinäre Notaufnahmen psychiatrische Diagnosen mit Notfallkennzeichnung Damit liefert die Arbeit erstmals einen Überblick über die Entwicklung psychiatrischer Notfallvorstellungen über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren. Zentrale Ergebnisse Psychiatrische Notfälle sind kein Randphänomen Psychiatrische Vorstellungsgründe gehören mittlerweile zu den häufigsten Gründen für eine Notaufnahmevorstellung. Im Vergleich der Fachbereiche liegen sie hinter: internistischen Notfällen traumatologisch-unfallchirurgischen Notfällen neurologischen Notfällen und zählen damit zu den versorgungsrelevanten Patientengruppen in deutschen Notaufnahmen. Wie häufig sind nichtdringliche psychiatrische Vorstellungen? Die Analyse zeigt: geschätzt 250.000 bis 300.000 nichtdringliche psychiatrische Vorstellungen pro Jahr etwa 2–3 % aller Notaufnahmekontakte deutlicher Anstieg über den Beobachtungszeitraum Obwohl der prozentuale Anteil zunächst klein erscheint, entstehen aufgrund der hohen Gesamtzahl von Notaufnahmebesuchen erhebliche absolute Fallzahlen. Welche Diagnosen stehen im Vordergrund? Angst- und Panikstörungen Eine der überraschendsten Beobachtungen der Studie: Angst- und Panikstörungen machten einen besonders großen Anteil der nichtdringlichen Vorstellungen aus. Die Forschenden hatten ursprünglich erwartet, dass depressive Erkrankungen häufiger vertreten sein würden. Affektive Störungen Ebenfalls häufig: depressive Episoden andere affektive Erkrankungen Substanzassoziierte Vorstellungen Besonders relevant: alkoholassoziierte Vorstellungsgründe Darüber hinaus wurden cannabisassoziierte Vorstellungen gesondert analysiert. Warum landen Betroffene in der Notaufnahme? Die Folge diskutiert verschiedene Ursachen: Hohe Verfügbarkeit der Notaufnahme Für viele Menschen ist die Notaufnahme: rund um die Uhr erreichbar niedrigschwellig zugänglich als kompetente Anlaufstelle bekannt Mangelnde Versorgungsangebote Häufige Gründe: lange Wartezeiten auf ambulante Termine regionale Unterversorgung fehlende Krisenangebote Viele Betroffene erleben ihre Situation subjektiv als Notfall und suchen deshalb Hilfe in der Zentralen Notaufnahme. Sinkende Gesundheitskompetenz? Diskutiert wird außerdem die Frage, ob Patient:innen heute schwieriger einschätzen können, welche Beschwerden tatsächlich notfallmedizinisch behandelt werden müssen und welche besser in anderen Versorgungsstrukturen aufgehoben wären. ⚠️ Besondere Herausforderungen für Notaufnahmen Psychiatrische Notfälle sind schwer zu triagieren Im Gegensatz zu: Schlaganfall Herzinfarkt Trauma existieren für viele psychiatrische Beschwerden keine klaren diagnostischen Algorithmen. Das stellt Notaufnahmen vor besondere Herausforderungen: schwierige Priorisierung hoher Gesprächsbedarf begrenzte psychiatrische Expertise vor Ort Überfüllung hat Konsequenzen Die zunehmende Belastung deutscher Notaufnahmen ist mehr als ein organisatorisches Problem. Überfüllte Notaufnahmen sind assoziiert mit: längeren Wartezeiten geringerer Versorgungsqualität längeren Aufenthaltsdauern erhöhter Mortalität Lösungsansätze Diskutiert werden verschiedene Strategien: bessere Patientensteuerung Ausbau von Bereitschaftsdienststrukturen integrierte Leitstellenmodelle stärkere Aufklärung der Bevölkerung Verbesserung ambulanter psychiatrischer Versorgungsangebote telemedizinische Konzepte Dabei wird deutlich: Eine nachhaltige Lösung kann nur durch Veränderungen sowohl auf Patienten- als auch auf Systemebene gelingen. Take-Home Messages Psychiatrische Vorstellungsgründe gehören zu den häufigsten Gründen für einen Besuch in der Notaufnahme. Nichtdringliche psychiatrische Vorstellungen nehmen seit Jahren zu. Angst- und Panikstörungen spielen eine größere Rolle als bislang angenommen. Überfüllte Notaufnahmen beeinträchtigen die Versorgungsqualität nachweislich. Psychiatrische Patient:innen benötigen oft andere Versorgungsstrukturen als klassische Notfallpatient:innen. Die Ergebnisse der Studie haben hohe gesundheitspolitische und versorgungswissenschaftliche Relevanz. 📖 Weiterführende Literatur Kirchner H. et al. Trends in Non-Urgent Mental Health Presentations to Emergency Departments – Insights from the First Nationwide Study in Germany 🎧 Hörenswert für Ärzt:innen in Notaufnahme, Psychiatrie und Allgemeinmedizin Pflegefachpersonen Rettungsdienstpersonal Versorgungsforscher:innen Gesundheitsmanager:innen Gesundheitspolitisch Interessierte 🔗 Weitere Informationen Klinisch Relevant Eine spannende Folge über die Schnittstelle zwischen Psychiatrie, Notfallmedizin und Gesundheitssystem – und darüber, warum steigende Patientenzahlen allein noch nicht die ganze Geschichte erzählen. Disclaimer: Bei den Podcasts von Klinisch Relevant handelt es sich um Fortbildungsinhalte für Ärzte und medizinisches Personal und keinesfalls um individuelle Therapievorschläge. Sie ersetzen also keineswegs einen Arztkontakt, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen geht. Dabei spiegeln die Beiträge den Kenntnisstand unserer medizinischen Partner und Experten wider, den sie nach besten Wissen und Gewissen mit Dir teilen. Häufig handelt es sich dabei auch um persönliche Erfahrungen und subjektive Meinungen. Wir übernehmen für mögliche Nachteile oder Schäden, die aus den im Podcast gegebenen Hinweisen resultieren, keinerlei Haftung. Bei gesundheitlichen Beschwerden muss immer ein Arzt konsultiert werden! Weitere Informationen findest Du auf unserer Website: www.klinisch-relevant.de P.S.: Wenn Dir der Podcast gefallen hat, dann teile ihn doch bitte mit Deinen Kolleginnen und Kollegen! Es würde uns auch riesig freuen, wenn Du unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren und unser Projekt bei Apple Podcasts bewerten würdest. Wenn Du Lust hast, dann findest Du Klinisch Relevant auch bei Facebook, Instagram, YouTube und LinkedIn. 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"I saw the sign" - die Podcast-Serie zu klinischen Zeichen Klinische Zeichen der Wirbelsäule: Spondylolyse, Scotty Dog, Darth Vader & Inverted Napoleon Hat Sign In dieser Episode erklären wir drei wichtige röntgenologische Zeichen, die auf eine Spondylolyse und Spondylolisthesis hinweisen können. Expertenwissen und anschauliche Beschreibungen helfen, diese Befunde in der klinischen Praxis zu erkennen und besser zu verstehen. Key Topics Grundlagen der Spondylolyse: Definition, Lokalisation & Ursachen Zusammenhang zwischen Spondylolyse und Spondylolisthesis Das Scotty Dog-Sign im Röntgen: Erkennung und Bedeutung Das Darth Vader-Zeichen im CT: Entwicklung und Anwendung Das Inverted Napoleon Hat Sign bei fortgeschrittener Spondylolisthesis Einsatz der bildgebenden Verfahren (Röntgen, CT) bei Wirbelsäulenbefunden Bedeutung der frühzeitigen Erkennung zur Vermeidung von Komplikationen Hinweise auf klinische Anwendungen und praktische Tipps für Radiologen & Orthopäden Einladung zur Entwicklung eigener radiologischer Zeichen Timestamps 00:00 - Begrüßung und Einleitung: Klinische Zeichen der Wirbelsäule 00:31 - Was ist eine Spondylolyse? Definition und Lokalisation im Lendenwirbel 01:07 - Anatomie der Wirbelsäule: Pass interarticularis und deren Bedeutung 02:02 - Zusammenhang zwischen Spondylolyse, Spondylolisthesis und degenerativen Prozessen 02:58 - Ursachen und Häufigkeit bei jüngeren Athleten 03:27 - Der Unterschied: angeborene Spondylolisthesis vs. erworbene Spondylolyse 05:17 - Zusammenfassung: Wiederholung der Begrifflichkeiten 05:40 - Vorbereitung auf die röntgenologischen Zeichen: Melodie & Überleitung 06:18 - Das Scotty Dog-Sign im Röntgen: Erkennung auf schrägen Aufnahmen 07:13 - Anatomische Details: Pedikel, Gelenkfortsätze und die Pars interarticularis 08:12 - Das Halsband bei Scotty Dog: Hinweise auf Spondylolyse 08:42 - Grenzen der Röntgendiagnostik: Vorteile des CT bei Spondylolyse 09:04 - Das Scotty-Dog-Sign: praktische Anwendung & Sensitivität 09:27 - Das Darth Vader- Zeichen im CT: Entwicklung und Validierung 10:11 - Bedeutung des Darth Vader-Hakens: Erkennung im Routinet-CT 11:06 - Frühzeitige Erkennung der Spondylolyse und Signale im Abdomen-CT 12:32 - Darth Vader-Helm: Diskontinuität der Pars interarticularis 13:02 - Evaluierung und klinische Relevanz des Darth Vader-Zeichens 13:41 - Literatur & Referenzen: Weiterführende Informationen 14:03 - Der Inverted Napoleon Head Sign: Bei fortgeschrittener Spondylolisthesis 15:23 - Mechanismus: Was zeigt der umgedrehte Napoleon-Hut? 15:52 - Praxis: Wann sollte man diese Zeichen im Röntgen erkennen? 16:38 - Diskussion: Weiterführender Einsatz von Röntgen vs. CT 17:23 - Zusammenfassung der klinischen Zeichen: Scotty Dog, Darth Vader & Napoleon Sign 18:12 - Blick in die Zukunft: Neue Entwicklungen & Zeichen in der Radiologie 20:10 - Ausblick auf die nächste Folge: Kinder-Radiologie & eine neue Zeichnung Resources & Links Spondylolyse und Spondylolisthesis - Fachartikel Connect with the Guests: Ahi - LinkedIn | Twitter Kai Gruhn - LinkedIn Viel Erfolg beim Erkennen der Zeichen in der Praxis! Bei Fragen oder eigenen Zeichen-Ideen freuen wir uns über Dein Feedback! 👉 Diese Podcast-Folge wird von der Hire a Doctor Group gesponsert. 👉 Doppelstelle in der diagnostischen Radiologie Bewerben Sie sich jetzt auf die Facharzt-/Oberarztstelle für diagnostische Radiologie in einem akademischen Lehrkrankenhaus der Schwerpunktversorgung mit angeschlossenem MVZ im landschaftlich reizvollen Brandenburg. Auf Sie warten eine abwechslungsreiche Tätigkeit im ambulanten und stationären Setting sowie flexible Arbeitszeitmodelle inklusive Homeoffice-Möglichkeiten für Dienste. Disclaimer: Bei den Podcasts von Klinisch Relevant handelt es sich um Fortbildungsinhalte für Ärzte und medizinisches Personal und keinesfalls um individuelle Therapievorschläge. Sie ersetzen also keineswegs einen Arztkontakt, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen geht. 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"Lars ma' hören!" - Prof. Wojteckis Brain Radio Klinisch Relevant – Sonderfolge: Lars ma’hören E-Scooter: Kleine Räder, großes Risiko? Mit: Prof. Lars Wojtecki Worum geht’s in dieser Folge? E-Scooter gehören inzwischen selbstverständlich zum Stadtbild. Sie gelten als praktisch, flexibel und umweltfreundlich. Doch wie sicher sind sie eigentlich? In dieser Ausgabe von „Lars ma’hören“ wirft Prof. Lars Wojtecki einen Blick auf aktuelle Unfallanalysen und diskutiert, warum viele schwere E-Scooter-Unfälle nicht durch andere Verkehrsteilnehmer verursacht werden – sondern durch scheinbar harmlose Hindernisse und menschliche Faktoren. Die Datenlage Grundlage der Folge ist eine große Unfallanalyse der Björn Steiger Stiftung, die schwere und tödliche E-Scooter-Unfälle untersucht hat. Ein zentrales Ergebnis: Rund 45 % der schweren und tödlichen E-Scooter-Unfälle sind Alleinunfälle. In diesen Fällen sind keine anderen Verkehrsteilnehmer beteiligt – lediglich Fahrer:in, Roller und Sturz. Zentrale Erkenntnisse 1. Die Gefahr steckt oft im Detail Mehr als 90 % der Alleinunfälle werden durch kleine Hindernisse ausgelöst: Bordsteinkanten Bodenwellen Unebenheiten Steine oder Schlaglöcher spontane Ausweichmanöver Was für Fahrradfahrer:innen oft harmlos erscheint, kann auf dem E-Scooter schnell zum Kontrollverlust führen. 2. Alkohol spielt eine wichtige Rolle Ein weiterer Befund: Bei Alleinunfällen findet sich überdurchschnittlich häufig Alkoholkonsum. Bereits geringe Mengen Alkohol können beeinträchtigen: Gleichgewicht Koordination Reaktionsfähigkeit Stabilitätskontrolle Gerade beim E-Scooter reichen minimale Verzögerungen in der Ausgleichsbewegung aus, um einen Sturz auszulösen. 3. Warum sind E-Scooter so instabil? Die Konstruktion bringt einige physikalische Nachteile mit sich: kleine Räder hohe Schwerpunktlage stehende Fahrposition geringe Fahrstabilität Kommt es zu einem abrupten Stopp des Vorderrads, bewegt sich der Körper weiter nach vorne – oft mit direkter Sturzfolge. 4. Kollisionen mit anderen Verkehrsteilnehmern Nur ein kleinerer Anteil der schweren Unfälle entsteht durch Zusammenstöße. Typische Szenarien: Abbiegeunfälle Übersehen von E-Scooter-Fahrenden Kollisionen mit Pkw Besonders häufig sind Situationen, in denen andere Verkehrsteilnehmer die Geschwindigkeit oder Position des Scooters falsch einschätzen. 5. Der Kopf ist besonders gefährdet Die gute Nachricht: Die meisten E-Scooter-Unfälle verlaufen glimpflich. Kommt es jedoch zu schweren Verletzungen, betrifft dies besonders häufig: den Kopf. Etwa die Hälfte der schweren Verletzungen betrifft den Kopfbereich – ein Befund mit hoher Relevanz für Notfallmedizin, Neurologie und Neurochirurgie. Welche Konsequenzen ergeben sich daraus? Die Unfallforscher diskutieren verschiedene Präventionsmaßnahmen: konsequenter Verzicht auf Alkohol stärkere Nutzung von Fahrradhelmen Geschwindigkeitsbegrenzungen technische Anpassungen der Fahrzeuge Ein besonders interessanter Ansatz: ➡️ größere Räder. Schon kleine technische Veränderungen könnten die Stabilität deutlich verbessern und das Unfallrisiko reduzieren. Take-Home Messages Viele schwere E-Scooter-Unfälle sind Alleinunfälle. Kleine Hindernisse reichen häufig aus, um einen Sturz auszulösen. Alkohol verstärkt das Risiko erheblich. Kopfverletzungen gehören zu den häufigsten schweren Unfallfolgen. Prävention umfasst sowohl Fahrverhalten als auch technische Verbesserungen. Manchmal können kleine technische Veränderungen eine große Wirkung entfalten. Über „Lars ma’hören“ Einmal im Monat ordnet Prof. Lars Wojtecki spannende wissenschaftliche Arbeiten und aktuelle Daten aus den Neurowissenschaften, der Medizin und angrenzenden Forschungsfeldern ein – kompakt, kritisch und praxisnah. 🔗 Weitere Informationen Klinisch Relevant „Kleine Räder, große Gefahr“ – eine ebenso einfache wie eindrückliche Botschaft dieser Folge. 🛴🧠 Studie zum Thema E-Scooter Disclaimer: Bei den Podcasts von Klinisch Relevant handelt es sich um Fortbildungsinhalte für Ärzte und medizinisches Personal und keinesfalls um individuelle Therapievorschläge. Sie ersetzen also keineswegs einen Arztkontakt, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen geht. Dabei spiegeln die Beiträge den Kenntnisstand unserer medizinischen Partner und Experten wider, den sie nach besten Wissen und Gewissen mit Dir teilen. Häufig handelt es sich dabei auch um persönliche Erfahrungen und subjektive Meinungen. Wir übernehmen für mögliche Nachteile oder Schäden, die aus den im Podcast gegebenen Hinweisen resultieren, keinerlei Haftung. Bei gesundheitlichen Beschwerden muss immer ein Arzt konsultiert werden! Weitere Informationen findest Du auf unserer Website: www.klinisch-relevant.de P.S.: Wenn Dir der Podcast gefallen hat, dann teile ihn doch bitte mit Deinen Kolleginnen und Kollegen! Es würde uns auch riesig freuen, wenn Du unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren und unser Projekt bei Apple Podcasts bewerten würdest. Wenn Du Lust hast, dann findest Du Klinisch Relevant auch bei Facebook, Instagram, YouTube und LinkedIn. Falls Du auch einmal einen Beitrag auf Klinisch Relevant zu einem spannenden medizinischen Thema veröffentlichen möchtest, dann melde Dich doch ganz einfach unter kontakt@klinisch-relevant.de