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Lynn Schütze
Und hiermit Hallo und herzlich willkommen zur neuesten Folge Mod of Ex, was gleichzeitig auch bedeutet unser Großes Jubiläum heute, 5.
Leonie Bartsch
Jahre Mod of Ex und wir haben uns überlegt, zu diesem Jubiläum kommen wir mit ganz besonders wunderschönen Stimmen und zwar einer verschnupften Version von uns.
Lynn Schütze
Ja, ihr habt glaube ich in diesen fünf Jahren, wenn ihr uns so lange hört, uns schon eine Version gekriegt.
Leonie Bartsch
Ja, und bei uns ist es ja so, wenn die eine Person verschnupft ist, ist die andere Person innerhalb von zwei, drei Tagen auch verschnupft, weil wir so viel Aufeinand hängen. Das heißt, es ist immer wie so eine Prognose für mich. Ich weiß, wann ich auch krank werde, wenn ich die schon sehe.
Lynn Schütze
Aber wir haben ja heute so viele Glücksgefühle, so viele, so viel Freude in uns darüber, dass wir unser Jubiläum haben.
Leonie Bartsch
Das Jubiläum ist quasi der Aspirin Komplex.
Lynn Schütze
Ich glaube auch, weil wie unglaublich ist es, Leo, dass es uns einfach schon seit 5 Jahren gibt. Wir machen seit 5 Jahren diesen Podcast und einige von euch, wer weiß, hören uns vielleicht auch schon fünf Jahre.
Leonie Bartsch
Das ist so so lang. Also wenn wir jetzt so, keine Ahnung, unser Kind wird jetzt schon bald, was machen wir mit fünf als Kind? Unser Kind wird jetzt schon bald in die Schule gehen. Ja, also wir haben schon richtig lange.
Lynn Schütze
Am Leben gehalten, richtig stolz, Baby wird groß. Also wir wollen das ja noch sehr, sehr lange hier machen. Wir freuen uns auch, wenn ihr noch sehr, sehr lange dabei seid. Und wir machen heute eine kleine Zeitreise mit euch, oder? Du hast mal geguckt, was in den letzten Jahren Mord of X eigentlich so passiert ist.
Leonie Bartsch
Genau, bevor wir gleich mit einem ganz besonderen Fall, etwas, was wir uns schon lange überlegt haben und heute ist der Moment, wo wir euch von einem Fall erzählen, den ihr vielleicht sogar oder hoffentlich sogar schon kennt, habe ich mir gedacht, reisen wir einmal zusammen durch die letzten fünf Jahre Mord of X und starten in diese Jubiläumsfolge quasi mit einem zu schlau zum Verbrechen. Denn Lyn, ich finde, es wäre ein Verbrechen, wenn wir diesen Podcast nicht gestartet hätten.
Lynn Schütze
Ich wollte gerade fragen, warum zu schlau zum Verbrechen? Aber ja, das passt sehr gut. Ich glaube, wir haben sehr viel richtig gemacht. Da müssen wir uns mal ganz kurz selber auf die Schulter anklopfen, damit, dass wir diesen Podcast gestartet haben. Und ihr habt ganz viel richtig damit gemacht, diesen Podcast zu hören.
Leonie Bartsch
2019 Unser Podcast Studio war mein altes WG Zimmer, ein kleines enges Zimmer in der Dachgeschosswohnung in München, angelehnt an Harry Potters Kleiderschrank. Unter der Treppe war das winzige Zimmer, nur durch eine dünne Schrankwand vom Wohnzimmer getrennt. Roter Teppich, chaotischer Kleiderschrank, typisches weiß geschnörkeltes IKEA Bett, zwei Mitte jährige Volontärinnen.
Lynn Schütze
Hallo Leo.
Leonie Bartsch
Hi Lynn.
Lynn Schütze
Wir machen jetzt unseren ich glaube, fünften Versuch.
Leonie Bartsch
Oh mein Gott, ich glaube, es sind mehr.
Lynn Schütze
Wir versuchen schon sehr lange einen True Crime Podcast aufzunehmen.
Leonie Bartsch
Bisher semi erfolgreich, aber jetzt ist der große Tag, die große Nacht.
Das war der Start. Laptops aufgeklappt von Büchern und Notizen umgeben, ein Glas Rotwein in der Hand und zwei Podcast Mikrofone, die man sich ehrlich gesagt so wie Headsets aus dem Kundenservice vorstellen kann. Und die klangen auch eher danach und nicht unbedingt nach Podcast Folgen. Nehmen wir es schon auf, red mal.
Lynn Schütze
Hallo, Hallo.
Leonie Bartsch
Ja, müsste passen. Und wenn Lyn, wenn du mal keine Lust hattest, aus deiner Souterrain Wohnung rauszukommen, haben wir bei dir im Keller aufgenommen. Und ja, da würde ich sagen, hat der HAL quasi als inoffizieller dritter Moderator mitmoderiert.
Lynn Schütze
Hallo und herzlich willkommen.
Leonie Bartsch
Hallo ihr alle auch.
Doch nicht nur die Mikrofone waren damals anders, auch wir waren, sag ich mal, jünger und auch ein bisschen wilder.
Lynn Schütze
Aber ich würde gerne wissen, ob du deinen Seelenverwandten schon gefunden hast oder ob.
Leonie Bartsch
Oh mein Gott, der Therapie Podcast, es.
Lynn Schütze
Geht doch um Ex Freunde, Leute, das.
Leonie Bartsch
Thema passt ja, ne?
Lynn Schütze
Aber ob du deinen Seelenverwandten schon gefunden hast und wenn nicht, wie er dann aussehen müsste, beziehungsweise was für Eigenschaften er haben müsste.
Leonie Bartsch
Also ich glaube, ich habe ihn noch nicht gefunden. Hast du dein Seelenfand schon gefunden?
Lynn Schütze
Nee, ich glaube auch nicht. Also ihr könnt uns gerne schreiben, falls.
Leonie Bartsch
Ihr nach diesen 15 Sekunden der Meinung seid, dass ihr unsere Seelenverwandte seid. Gerne schreiben.
Lynn Schütze
Und falls ihr Bock habt, jemanden zu daten, der durchgehend über True Crime redet.
Leonie Bartsch
Der durchgehend über Serienmörder redet. Richtig cool. Ich glaube nicht, aber.
Die Eigenschaften willst du wissen. Lustig auf jeden Fall. Mega heiß.
Mega heiß. Also die Betonung auf mega, ne? Lustig einigermaßen gebildet, so dass man sich einfach gut versteht und auch nicht immer so wahnsinnig seriös. Stimmt, Cheers.
Lynn Schütze
Wir trinken heute Rotwein.
Leonie Bartsch
Ich finde sowas auch gar nicht schlimm, wenn es drin bleibt.
Lynn Schütze
So viele Hörer haben wir noch nicht hier.
Leonie Bartsch
Sie lieben, Sie lieben die Fails. Und natürlich habt auch ihr euren Namen bekommen, Leute.
Lynn Schütze
Haben wir uns jetzt eigentlich auf einen Community Namen geeinigt?
Leonie Bartsch
Ne, oder?
Lynn Schütze
Ich bin ja für Exis.
Leonie Bartsch
Ich finde Exies auch cool. Doch eine Sache hat sich in all diesen Jahren nie verändert. Unsere Liebe zum Erzählen echter Geschichten. Geschichten, die wirklich passiert sind. Unsere Geschichten handelten von absurden Kriminalfällen, von der unerbittlichen Suche nach der Wahrheit einiger Ermittlerinnen und Ermittler und von dramatischen Schicksalen. Und Einnahme ist uns immer wieder begegnet.
Lynn Schütze
Aber was man schon sagen kann, ist, dass bei Richard dieses Motiv, gegen das System zu rebellieren, auch ein großer Punkt war.
Leonie Bartsch
Ich kann verstehen, für viele ist Richard ein neuer BTK, also ein schlimmerer BTK. Richard Ramirez, the Night Stalker.
Lynn Schütze
Sein Name ist Richard Speck. Für alle Leute, die neu dazugekommen sind, uns ist irgendwann aufgefallen, dass sehr viele Serienmörder Richard heißen. Also falls ihr noch euer Kind benennen wollt, nennt es nicht rich.
Leonie Bartsch
Außerdem heißt er Richard. Und das ist natürlich, müssen wir endlich mal sagen. Wahrscheinlich haben es die Hardcore Accies eh schon von Anfang an gedacht. Ein weiteres Kriterium, warum man zum Serienmörder.
Lynn Schütze
Wird, ist nicht so ein gutes Zeichen. Genau das ist natürlich. Das denken sich John Douglas und Robert Ressler auch so. Ja, er heißt halt Richard. So. Wir müssen gar nicht mehr rausfinden.
Leonie Bartsch
Es waren Geschichten, die uns teilweise so wütend gemacht haben, dass wir hiermit offiziell den Axie Athletic Club ausrufen wollen, weil wir durch diverse Richards zu Hochleistungen im Boxtraining getrieben wurden und hoffentlich mit unseren Folgen neue Laufrekorde aufstellen werden. Manchmal waren es die Wendungen, mit denen wir nie gerechnet hätten, die uns am stärksten in ihren Bann gezogen haben. So als wären wir selbst Teil des Rätsels. Und einem dieser Rätsel sind wir dann zwei Jahre lang nachgegangen.
Seitdem erreichen uns Nachrichten und Hinweise, die uns nicht loslassen. Fälle, die uns tiefer in die Recherche führen. Das hier ist die erste Folge von unserem neuen Format Tiefe Spuren. Mein Name ist Leonie Bartsch.
Lynn Schütze
Und mein Name ist Lynn Schütze. Auf dem Kanal von Mord of X werden wir uns in Spezialfolgen intensiver mit Fällen beschäftigen. In den letzten Jahren haben uns immer wieder Menschen mit ihren persönlichen Geschichten kontaktiert. Wir haben einige von ihnen lange recherchiert. Alle paar Wochen wollen wir euch einen dieser Fälle ausführlich erzählen. Ihr werdet die Protagonistinnen und Protagonisten der Fälle selbst hören und wir sind vor Ort auf Recherche auf ihren Spuren.
Leonie Bartsch
Manche Geschichten haben unsere Sicht auf die Welt verändert, weil wir darin Menschen begegnet sind, die selbst in tiefster Dunkelheit einen Funken Hoffnung bewahrt haben. Und irgendwann hat uns dann doch die Sehnsucht nach einem Happy End erwischt. Und so entstand ein zweites Podcast.
Lynn Schütze
True Love.
Leonie Bartsch
Auf EX Productions präsentiert.
True Love, ein Podcast über wahre Liebesgeschichten.
Lynn Schütze
Mit Lyn Schütze und Leonie Bartsch.
Leonie Bartsch
Und damit würde ich happy. Fünfter Geburtstag, Mord auf EX nach einer wahren Geschichte auf viele weitere Jahre. Mod of EX.
Lynn Schütze
Oh man, das war so schön. Man merkt so richtig, wie man nostalgisch wird. Da ist so viel passiert irgendwie Und.
Leonie Bartsch
Auch wie man erwachsen wurde, oder?
Lynn Schütze
Also wenn ich wirklich dran denke, wie wir die ersten Folgen aufgenommen haben, ich finde, wir müssen eigentlich so einen Disclaimer vorsetzen. Hallo. Hi. So sind wir nicht mehr.
Leonie Bartsch
Ja, also ich habe ja in die alten Folgen reingehört, um mir die O Töne rauszupicken und und ja, also ich weiß nicht, Leute, wie ihr das damals ausgehalten habt. Also wirklich Chapeau an euch, dass ihr auch mit dieser Soundqualität klargekommen seid. Ich weiß noch, ich habe das damals alles selber geschnitten und gemastert und eigentlich war mein Masterprozess nur, dass ich einfach lauter gemacht habe später. Ich habe es in Premiere reingepackt und einfach hochgepegelt und jeder, der sich irgendwie mit Sound und Ton auskennt, kriegt gerade so einen richtigen innerlichen.
Lynn Schütze
Und jeder andere, also wahrscheinlich die meisten Podcast Hörer sind so was um Himmels Willen, Premiere Master never heard of this before. Aber ja, es hat sich viel verändert. Also ich weiß noch, wir waren beide am Anfang so, dass wir irgendwie gerade frisch Singles Anfang 20 waren. Jetzt heirate ich deinen ehemaligen Mitbewohner, der.
Leonie Bartsch
War natürlich auch ein Teil des WG Zimmers quasi des Inventars.
Lynn Schütze
Also es war alles so eng. Ich weiß noch, wie wir auf diesem roten Teppichboden saßen, der irgendwie von sämtlichen WG Getränken durchgesifft war. Und dann haben wir da bis 3 Uhr nachts gesessen und geschrieben. Das war verrückt, denn unsere ersten erste Autokino Live Tour, weil damals Corona war und man eigentlich keine Tour machen konnte und jetzt gehen wir auf große Arena Tour. Es ist also es ist crazy und es ist alles nur dank euch möglich. Und ich finde so schön, was für eine tolle Community wir gegründet haben.
Leonie Bartsch
Also ihr seid natürlich der Antrieb dieser Produktionsfirma, die wir mittlerweile sind und wo wir weitere coole Geschichten erzählen wollen, wahre Geschichten erzählen wollen auf unsere Art und Weise.
Lynn Schütze
Und ich bin auch richtig froh, was sich hier entwickelt hat. Wir erzählen so viele spannende Geschichten bei True Love, die Nachbarn und bei MOTOF. Und mittlerweile haben wir ja auch echt viele Leute, die sich an uns wenden mit ihren Geschichten, ob es jetzt Lisa Malte oder damals die Freundin von Dea waren. Also viele sehr bewegende Geschichten, die wir hier schon erzählt haben oder erzählen durften. Und ich freue mich auf alles, was kommt in den nächsten 5 Jahren, würde ich sagen, Leo, oder?
Leonie Bartsch
Also noch mal auf weitere fünf Jahre hiermit offiziell, aber eigentlich sagen wir eh für immer, deswegen gar kein Limit setzen. Und Lynn, ich habe ja schon ein bisschen mitbekommen, worum es heute geht und ich bin wie so ein kleines Kind, was eine komische Beschreibung ist dafür, was gleich kommen wird, weil ich freue mich wirklich so, Ich bin richtig aufgeregt, weil wir machen nicht nur eine Zeitreise hier gerade im Intro, sondern auch in unserem Fall machen wir eigentlich eine Zeitreise zurück und zwar zur legendären zweiten Mord auf Ex Folge.
Lynn Schütze
Ja, es haben echt viele Leute von euch immer geschrieben und haben gesagt, diese BTK Folge, also diese, also du hast ja immer gesagt, das ist dein schlimmster Albtraum und ganz viele Leute haben gesagt, das war ja ganz am Anfang noch bei euch, habt ihr Lust, diese Folge vielleicht noch mal aufleben zu lassen? Dann waren wir so, ja an sich schon, aber man will ja nicht das Gleiche noch mal erzählen und ich habe mir das mal angeguckt und vielleicht ist es mein Geschenk an dich, Leo, was auch absurd ist bei diesem Fall, aber ich hab mal geguckt, was dich an diesem Fall so fasziniert hat und das war ja ein gewisser Ermittler Und deswegen erzähle ich euch die Geschichte von BTK heute mal ein bisschen anders.
Leonie Bartsch
Also Leute, in der zweiten Mod of Ex Folge, die hieß BTK der schlimmste Serienmörder in Klammern laut Leo bzw. Der schlimmste Serienmörder aller Zeiten. Darum geht es ja heute quasi.
Lynn Schütze
Quasi.
Leonie Bartsch
Ich weiß auch noch nicht genau inwiefern. Also ich hoffe nicht, dass du mir einfach nur das in besser noch mal erzählst, was ich damals verbockt habe, weil ich zu betrunken war.
Lynn Schütze
Ich erzähl deine Folge noch mal eins zu eins.
Leonie Bartsch
Wir gehen rein und du ergänzt einfach und korrigierst mich von damals. Also ich glaube, war das nicht auch die Folge, wo uns Wein umgekippt ist und wir mega lustig fanden und einfach dann fünf Minuten lang in der Folge gelassen haben?
Lynn Schütze
Ja genau, das war die Folge. Heute wird ein bisschen anders, glaube ich. Wir sind ja älter geworden, es sind fünf Jahre vergangen und vielleicht erzählen wir es heute ein bisschen anders als damals. Aber das heißt ja nicht, dass nicht beide Folgen schön sind und ihr könnt ja erst die anhören und dann die alte oder andersrum.
Leonie Bartsch
Ich weiß nicht, ob ihr die alte noch mal hören solltet, ehrlich gesagt. Also wirklich mit einem Disclaimer davor.
Lynn Schütze
Mit einem Disclaimer auf jeden Fall davor. Aber ihr seht vielleicht eine Entwicklung und ich würde sagen, Leo, wir steigen jetzt einfach mal ein in meinen heutigen Fall.
Leonie Bartsch
Ich bin gespannt.
Lynn Schütze
Die Hände des Killers liegen fest auf dem Hals des Opfers. Langsam und geduldig drückt er zu. Mit jeder Sekunde wird das Entsetzen in den Augen der Frau größer. Rote Venen treten in ihren Augen hervor. Der Mund der jungen Frau ist weit geöffnet. Sie will schreien, doch sie hat keine Kraft mehr. Sie hätte niemals gedacht, dass ihr einmal sowas passieren würde, dass sie so sterben wird. Ihre schlimmsten Albträume sind wahr geworden. Ihre Arme und Beine sind an die Bettpfosten gebunden. Sie kann sich kaum bewegen. Über ihr steht ein Mann. Sie kann sein Gesicht nicht erkennen, denn er trägt eine Maske. Wie ist er in ihr Schlafzimmer gekommen? Und warum tut er ihr das an? Die Gedanken der Frau verschwimmen. Der Griff um ihren Hals wird stärker und stärker. Der Mann hebt sie an ihrem Hals ein wenig von der Matratze an. Er mag es zu spüren, wie das Leben aus ihr weicht. Und in dieser Position kann er besser tun, wofür er gekommen ist.
Leonie Bartsch
Töten.
Lynn Schütze
Auch die Frau spürt es. Gleich ist es vorbei. Sie schaut ihm in die Augen. Er soll wenigstens sehen müssen, wie er einen Menschen tötet. Doch den Mann scheint das nicht zu stören. Nein, ihm gefällt das hier. Ein Knacken ertönt. Es klingt, als würde ein Ast zerbrechen. Es ist das Zungenbein der Frau. Die Frau kann jetzt ihren Kopf nicht mehr bewegen. Sie und er wissen beide, jetzt dauert es nicht mehr lange, nicht mehr lange, bis dieser Mann sie töten wird.
Leonie Bartsch
Ich habe vergessen, wie schlimm ich diesen Fall damals, also wie schlimm auch die Taten von BTK waren.
Lynn Schütze
Ja, aber Leo, das, was ich dir gerade erzählt habe, ist zumindest in diesem Moment nicht so passiert. John schreckt jetzt mich hoch, er schweißgebadet und sein Herz klopft Wild panisch schaut er sich um und atmet dann langsam aus. Puh, er liegt in seinem Bett, er ist in seinem Zimmer, er ist in seinem Zuhause.
Leonie Bartsch
Er hat sich das einfach nur geträumt.
Lynn Schütze
Genau, es ist eigentlich alles gut. Er hatte halt nur einen sehr, sehr.
Leonie Bartsch
Schlimmen Albtraum, aber er war in diesem Albtraum dann die Frau, die es irgendwie erlebt hat.
Lynn Schütze
Ja, also er hat es beobachtet, er hat es vor seinen Augen gesehen. Es ist nämlich ein Albtraum, der für ihn immer wieder wiederholt Jede Nacht sieht John Menschen, denen er nicht helfen kann. Und das ist für ihn das Schlimme, dass er nicht eingreifen kann, dass er nichts tun kann. Es sind Menschen, die auf grausame Weise erwürgt, erschossen oder erstochen wurden. Und in letzter Zeit sind die Träume immer wieder schlimmer geworden. John, der steht jetzt auf und geht zum Schreibtisch und er will sich direkt an seine Arbeit setzen. Er will direkt wieder zu den Akten und zu den grausamen Tatortbildern und das, was ja eigentlich so absurd ist, obwohl sie der Grund sind, dass er diese grausamen Alpträume hat. Also obwohl diese Akten und diese Bilder dafür verantwortlich sind, dass er so was träumt wie eben gerade.
Leonie Bartsch
Aber es ist ja seine Passion. Also wir reden hier über niemand anderen als den legendären John Douglas. Und es gibt ja auch einen Grund, warum wir schon in irgendeiner alten Folge die John Douglas Armee ausrufen wollten, Weil dieser Mann kann einfach nicht aufhören, sich mit Fällen zu beschäftigen und sie zu lösen.
Lynn Schütze
Genau, weil John macht beruflich, er arbeitet sich in den Kopf von Mördern hinein, fast fanatisch versucht er sie zu verstehen, herauszufinden, warum sie das tun, was sie tun, um zu verstehen, wie sie zu Monstern werden. Und John Douglas erstellt Profile von Serienmördern. Er ist beim FBI und er analysiert die Taten von Serienmördern, erkennt Muster und kann so konstruieren, was für ein Mensch der Täter ist. Und Johns Arbeit, die ist wirklich bahnbrechend, weil er kann dadurch ja ganz viel verändern. Er ist dadurch auch sehr berühmt geworden. Deswegen sind wir die großen John Douglas Fans. Und John Douglas, der ist aber wirklich süchtig nach seiner Arbeit, weil er will das machen. Er findet das auch so wichtig, was er macht, weil das, was er macht, das hat niemand bisher gemacht. Wenn jemand einem Serienmörder auf die Schliche kommen kann, dann eigentlich nur er. Eine Zeitung hat John mal den Namen der moderne Sherlock Holmes des FBIs.
Leonie Bartsch
Boah, was für ein geiler Name. Ja, also ich weiß, wir haben bisher noch nicht so viel gemacht wie jetzt im Fall Andreas da so in die Richtung. Aber wenn irgendwann mal jemand uns als die weiblichen Sherlock Holmes mal zwei bezeichnen würde, dann haben wir alles geschafft.
Lynn Schütze
Das ist Leos Traum. Also wenn ihr was zum Geburtstag schenken wollt, dann nennt sie doch einfach oder uns einfach die weiblichen Sherlock Holmes. Das würden wir sofort anneh.
Leonie Bartsch
Würden es sofort annehmen.
Lynn Schütze
Aber genau, also er ist da auch, ehrlich gesagt, muss man sagen, super stolz drauf und das hat auch was damit zu tun. Und das finde ich einen total spannenden Zufall, weil fast wäre John Douglas Name John Holmes gewesen, weil der Mädchenname seiner Mutter ist tatsächlich Holmes.
Leonie Bartsch
Also es wurde ihm quasi mit in die Wiege gelegt.
Lynn Schütze
Ja, das kann man jetzt nicht ganz sagen, weil der geborene Sherlock Holmes, das ist Johnny eigentlich nicht. Er wollte nämlich lange Zeit lieber Tierarzt statt FBI Agent werden. Statt Verbrecher zu fassen, hat er in seiner Jugend lieber Kühe gemolken.
Leonie Bartsch
Okay, das ist wirklich sehr, sehr unterschiedlich. Also das eine stelle ich mir super friedlich vor und naja, danach würde ich jetzt fast sagen, make er Serienmörder, aber nur um die Information zu kriegen. Ja, stimmt nicht wirklich.
Lynn Schütze
Ja, aber ich glaube, er wusste wirklich nicht, dass er später einmal Serienmörder jagen wird. Dass er Bestseller schreiben wird und Star der Netflix Serie Mindhunter werden würde. Das konnte sich der kleine John Douglas, der gerade irgendwie Kühe gemolken hat, glaube ich, nicht mal in seinen wildesten Träumen vorstellen.
Leonie Bartsch
Der kleine John Douglas konnte sich auch nicht vorstellen, dass er Dollar von uns haben möchte für eine fünfminütige Grußbotschaft.
Lynn Schütze
Just say ich. Und deswegen ist John Douglas leider auch nicht in dieser Folge. Aber wir lieben ihn trotzdem. Komm. Nach der Schule studiert John dann Tiermedizin Also er ist wirklich gar nicht in die Richtung gegangen. Er bricht dann aber schnell ab. Nach mehreren Nebenjobs als Rettungsschwimmer oder Türsteher und einem Psychologiestudium an der University of Wisconsin geht er dann aber zur Air Force. Also man muss sagen, John Douglas, der war so ein bisschen lost. Also der wusste nicht so richtig, wo er hin soll. Der war auch irgendwie kurz mal hat er im Fitnessstudio gearbeitet und der ist auch ein bisschen zu Air Force gegangen, weil es halt so war so, ah ja, okay, da muss ich mir nicht mehr Gedanken drüber machen, was ich werden will.
Leonie Bartsch
Also quasi das BWL Studium bei mir war bei ihm, ja gut, dann gehe ich halt zum FBI.
Lynn Schütze
Ja, aber erstmal ist er ja sogar nur zur Air Force gegangen und dort hat er auch irgendwie alle verschiedensten Jobs gemacht. Also unter anderem hat er irgendwie so auf Kinder aufgepasst von Leuten, die in der Air Force sind. Dann hat er so Sportunterricht gegeben und dann kam es zu einem, finde ich, so total absurden Treffen. Er lernt nämlich in dieser Zeit in einem Tennisclub einen FBI Bundesagenten kennen, der heißt Frank und die beiden werden Freunde. Und eines Tages nimmt Frank John mit zu sich nach Hause und stellt ihm seine Familie vor und er zeigt John seine Waffe und Leo erzeigt ihm seinen Gehaltsscheck.
Leonie Bartsch
Und das hat jetzt schon Douglas überzeugt.
Lynn Schütze
Ja, John denkt ja, der Frank, der hat irgendwie beim FBI ein richtig gutes.
Leonie Bartsch
Leben, also ist der Gehaltsscheck der rote Faden in dieser Geschichte.
Lynn Schütze
Ich finde es so, also weil ich dachte immer, John Douglas wollte von Kind auf FBI Agent werden. Das war irgendwie so in meinem Kopf einfach drin.
Leonie Bartsch
Ist ja fast beruhigend, weil die meisten Leute fragen sich ja wirklich die meiste Zeit, was will ich werden? Soll ich doch noch mal was anderes machen? Ist das meine Bestimmung? Was hat das Leben noch mit mir vor? Und Leute, ihr könnt sogar wahrscheinlich jetzt in eurem Alter noch irgendwann Profiler werden.
Lynn Schütze
Ich weiß nicht, ich glaube, das war eine andere Zeit, weil so wie John zum FBI gekommen ist, glaube ich nicht, dass man heute noch zum FBI kommt.
Leonie Bartsch
Bitte zerstöre ich sofort alle Träume.
Lynn Schütze
Ja, aber das war schon irgendwie alles ein bisschen wild, weil John sagt halt jetzt zu Frank, ja, ich könnte mir das vorstellen Und Frank bietet ihm einfach an, seine Bewerbung ans FBI weiterzuleiten Und beim FBI gibt es einen Spruch, der heiß Viele bewerben sich, aber nur wenige werden genommen. Und John Douglas, der ist klug, der ist wissbegierig und er ist jung und damit ist er auch perfekt für die Stelle als Special Agent. Und so schafft John Douglas das, was viele nicht schaffen. 1970 startet er beim FBI. Er verhandelt jetzt mit Geiselnehmern, er ist Koordinator bei Banküberfällen und verfolgt flüchtige Verbrecher. Sieben Jahre später wird John Teil der Behavioral Science Unit, die Verhalten und die Psychologie von Serienmördern zum ersten Mal aus einer ermittelnden Perspektive erforscht.
Leonie Bartsch
Ja, es ist ja so spannend, weil also bei ihm zeichnet ihn ja auch aus, dass er vorher schon Psychologie studiert hat und das hilft ihm ja jetzt auch gerade in dieser Unit total, weil, wie der Name schon sagt, man analysiert oder forscht wissenschaftlich an dem Verhalten von Straftätern. Und das war in der Zeit ja noch etwas total Bahnbrechendes. Also irgendwie, ich glaube, John Douglas macht das in den ER Jahren, da gab es den Begriff Serienmörder ja noch gar nicht. Also er hat den ja quasi eingeführt, so durch seine Analysen.
Lynn Schütze
Also Robert Ressler hat das mit ihm zusammen gemacht. Aber genau, also Serienmörder und auch deren Psychologie, also was geht in deren Kopf eigentlich ab? Das ist zu diesem Zeitpunkt echt noch gar nicht erforscht.
Leonie Bartsch
Und es ist ja so spannend, weil teilweise gab es wirklich Fälle und man ist gar nicht auf die Idee gekommen, dass da eine Person für verantwortlich ist und nicht ganz viele Einzeltäter.
Lynn Schütze
Ja genau. Und dann, wenn man wusste, dass ein Serientäter dahintersteckt, dann wussten sie halt ganz häufig nicht, wie man den jetzt fassen kann. Und deswegen kümmert sich John darum. Er sitzt ab jetzt in fensterlosen Räumen des Nationalkellers für die Analyse von Gewaltverbrechen, wie das Hauptquartier der Special Unit genannt wird. Das Ganze liegt 20 Meter unter der Erde und hier analysieren John und seine Kollegen jetzt Verbrechen.
Leonie Bartsch
Das finde ich auch so ein bisschen geil, weil es ist eh schon voll gruselig, was sie tun. Warum müssen sie jetzt auch noch 20 Meter unter der Erde. Das Ganze machen?
Lynn Schütze
Also John hat dazu auch gesagt, sie lagen tiefer als die Leichen, die sie untersucht haben. Und bei denen ist das Besondere, John und seine Kollegen, die wollen die Strafverfolgungsbehörden auch direkt bei ihrer Arbeit unterstützen und deswegen gründen sie die Investigation Native Support Unit. Sie begleiten jetzt besonders gewalttätige Kriminalfälle, in denen die Polizei schnell Antworten braucht und in ihren Ermittlungen nicht weiterkommt. John erstellt Profile der Täter und analysiert Tatorte, um diesen Mördern auf die Spur zu kommen. Alles, was er am Tatort sieht, teilt John etwas über den Täter mit, denn das Verhalten des Täters spiegelt auch immer seine Persönlichkeit wieder. Oder um Sherlock Holmes zu zitieren, Einzigartigkeit ist fast unweigerlich ein Hinweis. Je konturloser und gewöhnlicher ein Verbrechen erscheint, desto schwieriger ist es, es aufzuklären. Das finde ich so spannend, weil das ja eigentlich zeigt, wenn Serienmörder so sehr grausam werden und wir uns eigentlich vor ihnen mehr fürchten, weil wir sagen, oh, so gruselig, dass der so immer was Bestimmtes am Tatort zurücklässt, dass es dann halt für die Polizei leichter ist, den zu fassen.
Leonie Bartsch
JULIA ROTHERBL Ja, also ich erinnere mich noch an die Serienmörder Checkliste in Folge 2 und eine Sache, die dazu gerade auch gut passt und die mich damals schon irgendwie so fasziniert hat, aber die auch super verstörend ist, ist die Signatur. Also Einzigartigkeit bzw. Die Signatur des Mörders ist ja der Modus Operandi, ganz genau zu wissen, die Person mordet immer so und so, hinterlässt den Tatort so und so. Das gibt einem ja Hinweise darauf, ob es die gleiche Person sein könnte, was diese Person auch antreibt, was sie damit irgendwie bezwecken will und wahrscheinlich auch hinterlässt es irgendwann zwangsläufig Fingerabdrücke oder irgendwelche anderen Indizien, irgendwelche anderen Spuren, mit denen man dann den Fall auflösen kann.
Lynn Schütze
Ja, und John, der schaut sich wirklich ganz viele solcher Fälle an. Doch jeder Fall, den er bearbeitet, der hinterlässt bei ihm auch Wunden, denn das Grauen, das John jeden Tag sieht, das frisst sich in seinen Kopf. Er ist jetzt mittlerweile müde, er ist erschöpft und er hat furchtbare Albträume. 1983 bricht John zusammen, er ist 38 Jahre alt und arbeitet gerade an einem Profil für den Green River Killer. Also ein Fall, den wir auch hier bearbeitet haben.
Leonie Bartsch
Ich habe gerade Nachgeschaut, in Folge 53 reden wir darüber.
Lynn Schütze
Ja, und dieser Fall, der hat John Douglas wirklich an seine kompletten Grenzen gebracht, weil in dieser Recherche gibt sein Körper einfach nach. Zu wenig Schlaf, zu viel Stress und zu viele furchtbare Bilder. Drei Tage liegt John bewusstlos auf dem Boden seiner Wohnung. Das musst du dir mal vorstellen. Der lag da einfach drei Tage bewusstlos und nichts ist passiert. Der ist nicht aufgewacht oder irgendwas.
Leonie Bartsch
Aber John sollte einfach jetzt schon eine Pause machen. Das ist ja crazy.
Lynn Schütze
Ja, und er hatte einfach sehr viel Glück, dass ihn dann jemand gefunden hat. Also er muss ja. Also sein Körper hat ihn zu dieser Pause gezwungen, weil es finden ihn dann Kollegen und die bringen ihn ins Krankenhaus. Und tatsächlich kämpft John die nächsten Tage mit dem Tod.
Leonie Bartsch
Aber woher? Also was für eine. Ich habe das gar nicht. Ich weiß, dass in der Serie auch so ein bisschen dargestellt wird, aber was ist die Diagnose?
Lynn Schütze
Ja, also er hat so viel gearbeitet, er hat sich so übernommen, dass er eine Gehirnentzündung bekommen hat und dann ist er halt umgekippt.
Leonie Bartsch
New Fear unlocked.
Lynn Schütze
Ja, ich hätte dir das niemals erzählen dürfen.
Leonie Bartsch
Also sowas geht. Das ist ja absurd.
Lynn Schütze
Ja, also John hat sich einfach total überlastet und jetzt liegt er im Krankenhaus, Er kämpft mit dem Tod und die Ärzte wissen nicht, ob John es schaffen wird. Das ist so dramatisch, dass sogar auf dem nahen Friedhof bereits ein Grab für ihn ausgehoben wird.
Leonie Bartsch
Oh mein Gott, wie schrecklich ist das denn?
Lynn Schütze
Ja, also da merkst du, wie sehr alle damit gerechnet haben, dass er stirbt. Aber John, der überlebt tatsächlich. Erst ist die Hälfte seines Gesichtes noch gelähmt. Doch Stück für Stück kämpft er sich zurück. Aber John schont sich nicht, obwohl seine Gesundheit jetzt mehr denn je auf dem Spiel steht. Denn die Polizei braucht ein Profil für einen weiteren Serienmörder von einem Killer, der seit über zehn Jahren mordet. John, der hat schon viel von diesem Mann gehört. Er kann diesen Fall nicht ablehnen. Fast wie im Wahn arbeitet er sich jetzt in die Gedanken des Killers hinein. Er klettert in seinen Kopf, um ihn dann zu fangen, denn John weiß, die Realität ist noch schlimmer als seine Albträume. Der Killer zieht durch das Land. Ein Mann, den die Polizei nicht fassen kann, egal was sie tut.
Leonie Bartsch
Und bei diesem Killer reden wir wahrscheinlich über BTK, oder?
Lynn Schütze
Ja, genau. Und ich glaube, wir müssen uns jetzt einmal anschauen, wie alles begonnen hat. Das grauen beginnt am 15. Januar 1974 um kurz nach 8 Uhr morgens in Wichita, Kansas. Es ist Ein grauer, kalter Morgen. Schnee bedeckt die Vorgärten in der 803 Nord Edgemoor Street. Hier lebt die Familie Otero. Die Eltern Joseph und Julie stammen aus Puerto Rico. Sie haben 5 Kinder. Julie ist 33 Jahre alt, klein und hat lange dunkle Haare. Sie kümmert sich tagsüber um die Kinder, wenn Joseph arbeitet. Joseph, der arbeitet bei der Luftfahrt und er ist Ein kräftiger Mann, 38 Jahre alt und eher ruhig. Dieser Januarmorgen ist eisig kalt, aber im Haus, da ist es noch kuschelig warm. Alles ist hier mit ganz viel Liebe eingerichtet. In der Küche, da steht so ein kleiner Esstisch und an dem sitzen dann immer alle zusammen und es wird über den Tag gesprochen und zusammen gegessen. Und die Familie, die lacht, die streitet, die versöhnt sich hier auch wieder. Aber die Liebe steht wirklich immer im Vordergrund. Und an den Wänden hängen auch ganz viele Bilder. Bilder, die die Kinder gemalt haben und halt auch Fotos der Familie, wo sie auf Ausflügen sind und ist es ganz kuschelig und vertraut und halt ein Zuhause für die. In den Regalen stehen Erinnerungen an Reisen, da stehen Fotos der Kinder und auch kleine Andenken. Die Straßen der Nachbarschaft sind an diesem Dienstag noch sehr ruhig. Die Vögel, die zwitschern leise und ein leichter Wind raschelt durch die Bäume. Niemand ahnt, dass bald die friedliche Idylle des Morgens von einem unaussprechlichen Verbrechen zerstört wird. Und auch die Oteros, die anders natürlich auch nicht. Sie wissen nicht, dass ihnen jemand schon seit zwei Monaten folgt. Es ist ein Mann und er hat sie auserkoren. Es war nur ein kleiner Moment, in dem dieser Mann Jolie und ihre Kinder im Auto gesehen hat. Als der Mann die Familie im Auto vorbeifahren sieht, beschließt er, sie sollen seine ersten Opfer werden.
Leonie Bartsch
Die ersten, das war mir auch nicht klar.
Lynn Schütze
Also die ersten Bekannten.
Leonie Bartsch
Oh, es ist so, so gruselig, dass. Also das können wir auch gleich noch mal besprechen. Aber diese absolute Zufälligkeit, also die Auswahl ist ja absolut wahllos.
Lynn Schütze
Also es ist ein kleiner Moment und irgendein Mann sucht sich dich als Opfer aus. Das ist so gut.
Leonie Bartsch
Fahren da einfach dran vorbei. Und dann beobachtet er sich zwei Monate lang genau.
Lynn Schütze
Und nämlich ab diesem Moment, wo der Mann ganz kurz die Familie gesehen hat, da will er alles über sie wissen, vor allem über die eine Tochter. Und er fängt jetzt an, sich die Routine anzugucken, den Tagesablauf der Familie und er folgt ihnen, wann immer er kann. Er will den perfekten Moment abpassen, um zuzuschlagen. Und dieser ist heute gekommen, am Morgen dieses verhängnisvollen Dienstags. Die drei ältesten Kinder, die sind bereits zur Schule aufgebrochen und jetzt rennt die jährige Josephine, von allen nur Josie genannt, fröhlich durch das Haus. Sie trägt ein hellblaues T Shirt und hat ihre langen Haare in zwei Zöpfe geflochten, die beim Rennen hin und her schwingen. Auf sie hat es der Mann hauptsächlich abgesehen. Ihr Bruder, der jährige Joey, der trägt ein gelbes Shirt und eine Lederhose und er hat die tiefen braunen Augen seines Vaters und eher so eine ruhige, verträumte Art. Der Junge sitzt am Küchentisch und macht seine Lunchbox fertig, während Mutter Julie das Frühstück zubereitet. Die kleine Josie hat bereits ihre bunte Lunchbox fertig gepackt und Joey, der hat jetzt auch die Brote zu Ende geschmiert und bringt den Müll zur Hintertür hinaus. Der Familienhund läuft ihm hinterher. Es ist jetzt ungefähr Uhr, als der Junge in die kalte Winterluft hinaustritt. Sofort bleibt er wie versteinert stehen. Vor ihm steht ein Mann, ein unbekannter Mann. Er ist etwa 1,80 Meter groß und hat kurze dunkle Haare. Er trägt eine Brille, dunkle Kleidung und hat eine große Tasche dabei. Er wirkte eher unscheinbar. Doch dem kleinen Joe machen die Augen des unbekannten Mannes Angst. Die sind eiskalt und seine Hände stecken in Gummihandschuhen.
Leonie Bartsch
Vor allen Dingen als kleiner Junge kannst du es wahrscheinlich gar nicht einordnen und denkst, dass es erst mal jemand, der vielleicht irgendwie da im Haus was machen muss, also irgendeinen Handwerker oder so, weil der hat ja auch so eine große Tasche dabei und dann noch so Gummihandschuhe. Da denkst du ja erstmal auch, das ist alles normal, was da passiert. Aber bemerkenswert, dass er schon direkt die Augen und so die Aura des Mannes so gruselig findet.
Lynn Schütze
Ja, also ich glaube zumindest so wie es übertragen wurde, was man ja auch nicht zu 100 Prozent garantieren kann, dass es so gewesen ist, hatte der Joey schon Angst vor diesem Mann. Der Hund beginnt jetzt zu bellen. Der Unbekannte zuckt zurück. Mit dem Hund hat er nicht gerechnet. Er zückt eine Waffe und zwingt den Jungen jetzt zurück ins Haus. Mutter und Tochter, die stehen in der Küche und die kleine Josie beginnt sofort zu weinen, als sie den Mann mit der Waffe sieht. Aber sie können keine Hilfe rufen, weil der Mann hat die Telefonleitung durchgeschnitten.
Leonie Bartsch
Also er ist richtig vorbereitet, weil das muss er ja vorher schon gemacht haben. Oder macht er das jetzt in dem Moment?
Lynn Schütze
Ne, das hat er vorher schon gemacht. Also er hat das alles geplant.
Leonie Bartsch
So krank.
Lynn Schütze
Also man muss hier eh sagen, Ob das alles 1 zu 1 so gewesen ist, weiß man nicht. Es gab auch Vermutungen, dass Josie, also die Tochter, den Müll rausgebracht hat, aber in den meisten Büchern wurde es so übertragen. Dann hört der unbekannte Mann auf einmal ein Poltern. Vater Joseph stürzt jetzt in die Küche und auch damit hat der Mann nicht gerechnet, weil der Vater, der sollte eigentlich schon längst bei der Arbeit sein. Aber was dieser Mann nicht mitbekommen hat, als er die Familie beobachtet hat, ist, dass der Vater sich bei einem Autounfall die Rippen gebrochen hat und seitdem krankgeschrieben ist. Und der Vater ist natürlich total schockiert. Er kommt da in die Küche und da steht einfach ein Mann mit einer Wand, bedroht seine Familie.
Leonie Bartsch
Ich finde es so krass, weil es ist ja schon ganz schön viel, sag ich mal, schiefgegangen, was der Mann jetzt nicht geplant hatte. Und alle sind zu Hause und also es ist schon beeindruckend, dass er jetzt sich mit allen anlegt, Also dass er die Situation, dass er nicht flüchtet, sondern weiterhin da. Aber er hat halt die Waffe und die Waffe gibt ihm halt natürlich den großen Vorteil, dass alle anderen jetzt wahrscheinlich machen werden, was er sagt.
Lynn Schütze
Ja, er überlegt in diesem Moment schon, ob er gehen soll, weil er weiß, er muss jetzt gut reagieren, damit die Familie ihn nicht womöglich überwältigen könnte.
Leonie Bartsch
Genau, weil das würde ich jetzt denken, wenn es irgendwie 5 zu 1 ist.
Lynn Schütze
Ja, der Mann hat aber einen Trick. Er erklärt jetzt, dass er von der Polizei gesucht wird und der Familie nichts antun wird. Er braucht nur ein bisschen Geld, ein Auto, mit dem er fliehen kann. Und das ist halt voll klug, weil die Familie fühlt sich dadurch sicherer. Also sie wissen irgendwie, sie werden überfallen, aber er will ihnen nichts antun, sie müssen denen einfach nur Geld geben und dann geht er wieder.
Leonie Bartsch
Ja, es ist ja wie so ein Zwischenstopp eigentlich nur dann.
Lynn Schütze
Und der Mann, der beschreibt das, wie du gewinnst, wenn Leute denken, dass alles okay sein wird und es klappt tatsächlich. Die Eltern, die entspannen sich jetzt und es hilft auch, dass der unbekannte Mann eine Jacke mit einem Air Force Zeichen trägt, weil auch Vater Joseph, der war mal in der Airforce und dadurch beginnt er jetzt ein Gespräch mit dem Eindringling. Der Vater, der findet, dass der Unbekannte gar nicht so gefährlich aussieht, wie er zuerst gewirkt hat. Er sehr ruhig, sehr höflich. Und der Vater, der glaubt jetzt sogar für einen kurzen Moment, dass sein Schwager diesen Unbekannten engagiert hat, um ihn einen Streich zu spielen. Er sagt jetzt zu seiner Frau und zu seinen Macht einfach genau, was der Mann sagt. Wie gefährlich dieser Unbekannte in Wirklichkeit ist, realisiert Joseph nicht.
Leonie Bartsch
Aber es ist ja auch unvorstellbar. Also das kann man sich ja auch gar nicht vorstellen. Und alles andere ist realistischer. Also dass er wirklich nur Geld will, dass vielleicht wirklich ein Streich gespielt wird. All das ist realistischer als das, was jetzt gleich passiert.
Lynn Schütze
Der Hund, der bellt jetzt immer noch und der Mann befiehlt jetzt, dass er raus soll Deuteros gehorchen. Dann bringt der Unbekannte die Familie ins Elternschlafzimmer und fesselt sie. Als die Familie sich beschwert, dass die Fesseln aus Tape schmerzen, fesselt der Mann sie erneut, dieses Mal mit Seilen. Es ist jetzt nicht irgendwie Mitleid, warum er das tut, weil er irgendwie denkt, ich will denen einen Gefallen tun, sondern er macht das, weil das Fesseln seiner Opfer, das er jetzt erneut macht, ihn erregt. Mutter Jolie, die wird jetzt nervös. Sie fragt, warum es nötig sei, dass sie gefesselt werden. Der unbekannte Mann versichert ihr, dass er sofort die Polizei rufen würde, sobald er aus dem Haus ist. Dann würden sie wieder frei sein. Er legt Vater Joseph sogar ein Kissen unter den Kopf, damit er sich wohler fühlt. Das alles ist eine Taktik. Es ist eine große Lüge. Er plant nicht, dass die Familie jemals wieder freikommt, dass es ihnen gut geht. In Wirklichkeit strebt der Unbekannte nur nach absoluter Kontrolle. Und das merkt jetzt auch Vater Joseph. Er spürt die Gefahr, die von diesem Mann ausgeht. Langsam durchschaut er die netten Worte und die höflichen Stimmen. Das sind alles Lügen, Lügen, um die Familie ruhig zu halten. Der Vater beginnt jetzt, sich zu wehren, doch der Unbekannte fesselt ihn in einer Position, in der er sich kaum bewegen kann. Auch die Mutter und die Kinder werden jetzt immer unruhiger Der unbekannte Mann schaut dabei zu, wie die Familie sich wehrlos windet, ergötzt sich daran und er freut sich auf das, was jetzt kommt. Und an dieser Stelle gebe ich mal eine Trägerwarnung, weil die folgenden Beschreibungen, also das sage ich auch noch fünf Jahren Mord auf Ex, die sind wirklich nicht ohne. Und wenn ihr das nicht hören wollt, dann skippt jetzt einfach ein bisschen nach vorne. Der Mann, der nimmt eine Plastiktüte, die er mitgebracht hat, und stülpt sie dem Vater über den Kopf. Doch Joseph kämpft. Er beißt ein Loch in die Tüte, doch vergeblich. Der Mann bindet ihm eine andere Plastiktüte über den Kopf und Josef, der versucht verzweifelt Luft zu bekommen. Der Unbekannte kennt dieses hilflose Gefühl, wenn die Luft knapp wird. Er hat es nämlich an sich selber ausgetestet. Er hat sich eine Tüte über den Kopf gestülpt, bis er kaum noch Luft bekam. Das jetzt einen anderen Menschen fühlen zu lassen, erregt ihn. Joseph versucht verzweifelt sich zu befreien und irgendwie Luft zu bekommen, doch er hat keine Chance. Er stirbt als erstes. Seine Frau muss seinen Tod mit ansehen. Dann beginnt der Mann sie zu würgen. Sie verliert das Bewusstsein. Die Kinder sind währenddessen ganz still, starr vor Angst.
Leonie Bartsch
Oh mein Gott, die müssen das einfach mit ansehen.
Lynn Schütze
Das ist eigentlich das Schlimmste für mich an dieser Tat, dass jedes Familienmitglied ansehen muss, wie seine Liebsten sterben.
Leonie Bartsch
So, so schlimm.
Lynn Schütze
Julie, die Mutter, die wacht jetzt wieder auf und sie sieht, wie der unbekannte Mann ihrem kleinen Sohn eine Tüte über den Kopf stülpt. Joli, die beginnt zu Du bringst meinen Sohn um, Du bringst meinen Sohn um. Julie weint und fleht den Mann an, ihre Kinder zu verschonen. Er wendet sich wieder ihr zu und beginnt sie erneut zu würgen. Diesmal ist es ihr Todesurteil. Julie schafft es noch einen letzten Satz zu Möge Gott mit deiner Seele gnädig sein.
Leonie Bartsch
Warum denn das?
Lynn Schütze
Ja, das finde ich unglaublich, dass das ihr letzter Satz war, dass sie da noch mal so Erbarmen zeigen konnte mit diesen Menschen eigentlich.
Leonie Bartsch
Oder es ist eher so eine Warnung im Sinne Boah, du kommst eh in die Hölle. Du, also bettel wirklich, flehe darum, dass Gott noch gnädig mit dir ist, weil es wird jetzt Auf dich wartet die Hölle.
Lynn Schütze
Ich glaube, das ist für sie. Sie weiß, sie wird sterben. Die werden alle sterben und sie Mein Glaube gibt mir Halt und ich will in Frieden aus dieser Welt vielleicht gehen. Ich weiß es nicht. Wir kommen später noch mal auf diesen Satz zu sprechen. Das ist ein Satz, der wird diesen Mann noch verfolgen.
Leonie Bartsch
Ja, vielleicht ist das auch wirklich, was sie wollte. Es ist wie so eine Vorwarnung. Er hat ja anscheinend nicht das moralische Verständnis oder die ethischen Bedenken, dass diese Tat vielleicht irgendwie nicht mit auch dem Glauben vereinbar ist oder mit seinem Glauben an Gott vereinbar ist. Und da hat sie vielleicht echt die richtigen Worte gewählt. Also was für eine wirklich kranke, kranke Tat. Das war schon so lange bei uns her. Ich weiß gar nicht mehr genau, wie BTK vorgegangen ist.
Lynn Schütze
Leo Ich muss leider sagen, wir sind noch nicht durch.
Leonie Bartsch
Ja, also ich weiß, dass er immer sehr auf Fesseln und Würgen und so auch viel mit sexuellen Praktiken sich beschäftigt hat, die auch teilweise dann in dieses Fesseln übergehen und Luft abdrehen und so. Aber ich habe natürlich auch noch Foltern im Kopf, weil BTK Beintorture kill.
Lynn Schütze
Ja, also das wurde danach auch vermutet, ob er die Familie noch gefoltert hat, weil diese Fesselspuren waren. Aber er hat gesagt, er hat die halt nur mehrmals gefesselt. Aber was jetzt kommt, ist eh schlimm genug. Also die Mutter ist ja jetzt gerade gestorben und dieser Mann, der legt ihr jetzt noch ein Kissen mit Blumenaufdruck auf das Gesicht und dann geht er zurück zum neunjährigen Joey. Er zieht ihm erneut die Tüte über den Kopf, genauso wie zwei T Shirts und einen Beutel. Der Junge erstickt. Jetzt ist nur noch die jährige Josie am Leben. Das Mädchen, auf das er ja eigentlich abgesehen hat. Es wurde übrigens auch viel darüber diskutiert, ob BTK vielleicht pädophil ist.
Weil manchmal hatte man das Gefühl, dass er es eher auf die Kinder abgesehen hat. Er hat dann aber auch wieder viele Kinder verschont. Das konnte man nie so ganz klären. Aber hier war das schon sehr auffällig, dass er sich vor allem das kleine Mädchen gesucht hat.
Leonie Bartsch
Ja, man sieht es ja allein schon daran, dass er die ersten drei Leute gerade recht schnell ermordet hat.
Lynn Schütze
Ja, er nimmt jetzt das Mädchen mit in den Keller. Später sagt er darü this is where my dark sadistic self came to play.
Leonie Bartsch
Oh mein Gott, wie eklig. Also wo mein dunkles sadistisches Ich rauskam, um zu spielen.
Lynn Schütze
Ja, also BTK hat immer viel darüber gesprochen, dass er von einem dunklen Monster beherrscht wird. Er hat als Kind auch immer irgendwie schon ganz viele Monster gesehen und das finde ich ja so gruselig, dass dann, wenn er gemordet hat, dieses Monster seinen Kopf übernommen hat.
Leonie Bartsch
Also ich bin jedes Mal absolut schockiert und sprachlos, dass halt, also wir sind ja alle Menschen, dass einige Exemplare so Gedanken haben können und darauf stehen, das andere Menschen anzutun. Also ich kann es einfach auch nach fünf Jahren Mord of X nicht begreifen.
Lynn Schütze
Ja, und obwohl wir diesen Fall schon zum zweiten Mal machen, sind wir immer noch sprachlos. Es ist unglaublich. Mittlerweile ist es jetzt Uhr und im Keller hängt der Mann das Mädchen jetzt an ihren Händen an einem Rohr auf. Dann zieht er sie aus und dann zieht er ihr auch eine Schlinge um den Hals. Ich wollte sie hängen sehen, sagt er später. Er fragt das Mädchen, ob ihre Eltern eine Kamera im Haus haben. Sie verneint. Später wird der Mann sich eine Polaroid Kamera zulegen, um seine Taten zu dokumentieren und sich später an sie zurückerinnern zu können. Er zieht das Mädchen jetzt an dem Seil hoch, ihre Fußspitzen berühren noch ganz leicht den Boden. Sie kämpft um ihr Leben. Er sagt, dass sie jetzt einschlafen wird, dass sie wieder bei ihren Eltern und bei ihrem Bruder sein wird. Der Killer schaut zu, wie das Leben immer mehr aus dem Mädchen weicht. Währenddessen fasst er sie an. Dann verlässt er den Keller, schaltet das Licht aus und überlässt die kleine Josie dem Tod. Das ist ja das Grauenhafte. Also das ist wirklich eine Foltermethode. Sie hängt da und sie muss mit letzter Kraft versuchen, ihre Füße auf dem Boden zu halten und irgendwann kann sie halt nicht mehr und dann stirbt sie. Um 10 Uhr verlässt der Mann das Haus. Er nimmt die Uhr des Vaters und ein kleines Radio als andere mit. Später wird man Sperma neben Josies Leiche finden.
Leonie Bartsch
Ja, also, boah ne, ich habe gar Keine Worte.
Lynn Schütze
Etwa drei Monate später, am 4. April 1974 schlägt der Killer erneut zu, wieder in Wichita. Er lauert der jährigen Catherine Bright in ihrer Wohnung auf. Er fesselt und stranguliert sie. Dann ersticht er sie. Ihr Bruder überlebt wie durch ein Wunder ein Kopfschuss durch den Keller. Die Polizei versucht verzweifelt einen Täter zu finden. Sie sind sich sicher, dass es sich um denselben Mann wie bei der Familie Oterra handelt. Ziemlich schnell gestehen mehrere Männer in Verhören dann die Morde. Doch dann werden Briefe des wahren Killers veröffentlicht.
Leonie Bartsch
Dieser Teil hat mich auch nicht mehr losgelassen im Fall BTK, dass einfach jetzt Briefe von ihm verschickt werden, also wie so eine Katz und Mausjagd. Also er will wirklich Hinweise verstreuen und das ist einfach für mich ein absoluter Horrorfilm, also ein Thriller, weil, also keine Ahnung, es zeigt halt, dass er sich so überlegen fühlt und mit der Polizei auch spielt und denen so kleine Hinweise gibt und.
Einfach das absolute durchtriebene Monster ist.
Lynn Schütze
Ja, auch die Art und Weise, wie dieser Brief gefunden wird, ist so ein kleines Spielchen, weil er ruft bei einer Lokalzeitung an an und dann gibt er dem Reporter Bescheid, dass in einem Mechanikbuch in der Bibliothek ein Brief liegt und in diesem Brief der wahre Täter spricht. Also wirklich wie so eine Schnitzeljagd.
Leonie Bartsch
Wirklich wie eine Schnitzeljagd. Und man kann ja auch alles, also man kann ja auch alles analysieren. Er ruft bei dem Radio an, also er will wirklich Aufmerksamkeit. Er will hey, ich bin hier der Mörder, gib mir bitte eine Schlagzeile. Er will auf Aufmerksamkeit. Mechanikbuch, Warum genau Mechanikbuch ist ja auch spannend. Also hat er was damit zu tun oder will er einfach komplett ablenken und ist irgendwie in einem ganz anderen Feld beruflich unterwegs? Auch super spannend. Zeigt aber auch, dass er anscheinend sich auch in der Bibliothek öfter mal aufhält. Er muss ja allein schon den Brief dort versteckt haben. Er ist anscheinend irgendwie jemand aus Wichita, also hat irgendwie Lokalbezug, ist vielleicht dort aufgewachsen oder wohnt dort immer noch. Alles so Hinweise, die natürlich jetzt einem Profiler sehr gut in die Karten spielen.
Lynn Schütze
Ja, und in diesem Brief stehen auch noch ein paar Hinweise getippt und mit vielen Rechtschreibfehlern steht dort unter anderem Ich schreibe diesen Brief für alle Menschen, die Steuern zahlen und um eure Zeit zu sparen, weil die drei Typen, die ihr in Haft habt, die reden nur über den Otero Mord, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Sie wissen gar nichts. Ich habe die Tat alleine begangen und niemand hat mir geholfen. Lass es mich ganz klar machen. Und in den nächsten Zeilen, da erklärt der Absender jetzt ganz genau, was die Opfer trugen und wie er sie getötet hat. Er will halt beweisen, dass er wirklich der Täter ist. Ja, da steht zu Joseph dann zum Beispiel, er hat sich einmal übergeben und hatte Rippenverletzungen. Oder bei der Tochter, der Großteil ihrer Klamotten sind am Ende der Treppe, ihre Brille ist im Schlafzimmer. Der Briefschreiber fährt dann Es tut mir leid, dass das der Gesellschaft passiert. Sie leiden am meisten. Es fällt mir schwer, mich zu kontrollieren. Ihr würdet mich wahrscheinlich als psychotic with sexual perversion hang up bezeichnen. Wann genau das Monster in meinen Kopf gekommen ist, werden wir nie wissen, Aber es wird bleiben. Wenn du nach Hilfe fragst, lachen die Leute dich aus oder sie rufen die Polizei. Ich kann nicht aufhören. Deshalb macht das Monster immer weiter und tut mir und der Gesellschaft weh. Die Gesellschaft kann wenigstens froh sein, dass Leute wie ich sich mit Tagträumen erleichtern können, wo wir nur fantasieren, wie wir die Opfer töten und foltern. Es ist alles ein großes Spiel, wo das Monster sich die Opfer aussucht, ihnen folgt, sie immer wieder beobachtet und dann im Dunkeln wartet, wartet und wartet. Der Druck ist groß und manchmal macht das Monster einfach, was es will. Vielleicht kannst du es ja stoppen. Ich kann es nicht. Es hat schon seine neuen Opfer gewählt. Am nächsten Tag wird es in der Zeitung stehen, aber dann ist es schon zu spät. Ich weiß noch nicht, wer die Opfer sind. Viel Glück bei der Jagd. Euer wahrhaftig schuldiger Sexualstraftäter wechseln nicht ihren Modus Operandi und ich werde es auch nicht tun. Meine Codewörter werden bind, torture, kill, also fessel sie, folter sie, töte sie. B T K. Du wirst es wiedersehen. Ich werde sie beim nächsten Opfer anwenden.
Leonie Bartsch
So, so, so, so gruselig. Oh mein Gott, ich habe so viele Gedanken zu diesem Brief. Also einmal ist es ja vollkommen klar, dass er genervt ist davon, dass andere diese Taten für sich beanspruchen. Also es ist immer so ein krasser Widerspruch in sich. Er sagt einerseits, er leidet darunter, dass das Monster in ihm lebt und er das machen muss und er hat so einen großen Druck und er will ja mit Leuten helfen. Aber wenn er jemanden nach Hilfe fragt, lachen die Leute nur oder würden die Polizei rufen. Also eigentlich geht es ihm total schlecht.
Lynn Schütze
Ja, ja. Und mag auch, wie er so sagt, eigentlich leidet die Gesellschaft. Es leiden die Menschen, die du umbringst.
Leonie Bartsch
Genau. Und dann aber die andere Seite ist die Motivation des Briefes und zwar Hey, andere sagen, sie haben die Taten begangen, aber ne, die sind viel zu trottelig. Ich war das. Ich bin der Krasse, der alles durchdacht hat Und jetzt erzähle ich euch mal hier Täterwissen, um zu zeigen, dass ich derjenige bin, der es gemacht hat und ich mache es noch mal. Also es hat so viele verschiedene Motivationen, der Brief. Er kündigt ja auch weitere Morde an. Also er genießt ja auch, dass die Gesellschaft Angst hat. Sagt gleichzeitig oh, die Gesellschaft ist eigentlich die, die leiden ja die Armen. Es macht alles gar keinen Sinn. Nein, das hastig an Serienmördern, sie ergeben keinen Sinn.
Lynn Schütze
Aber man merkt auch schon, dass er relativ klug ist und sich irgendwie komischerweise damit auseinandersetzt, was er tut. Also dass er jetzt so einen Modus Operandi nennt und so.
Leonie Bartsch
Ja, das sind ja wahrscheinlich auch Begriffe, die man in der Zeit halt wirklich noch gar nicht verwendet hat, weil wir sind ja immer noch in der Zeit, wo auch John Douglas als einer der ersten überhaupt von Serienmördern spricht und die analysiert.
Lynn Schütze
Es werden insgesamt 17 weitere Briefe und Nachrichten in den nächsten jahren folgen und 31 jahre wird der Mörder sein Unwesen treiben, ohne dass irgendwer weiß, wer es ist.
Leonie Bartsch
Das wusste ich gar nicht mehr. 31 Jahre lang war er nicht gefasst.
Lynn Schütze
Die Polizei wird ihn jagen, aber lange wird sie ihn nicht finden. BTK und Leo, du hast diesen Serienmörder mal den Titel gegeben, Der schlimmste Serienmörder in einer unserer ersten Folgen. Wir haben schon drüber gesprochen und ich würde sagen, jetzt hören wir noch mal kurz rein.
Leonie Bartsch
Oh nein, ich kann nicht.
Lynn Schütze
Der wahre Grund, muss man auch sagen, ich glaube, warum Leo sich so gruselt, ist, dass sie sich die letzte Woche mit einem sehr verrückten Fall beschäftigt hat.
Leonie Bartsch
Ich sag es einfach mal jetzt. Für mich ist das der bisher schlimmste Fall, den ich recherchiert habe oder von dem ich einfach gehört habe. Also für mich ist Ich mach den BTK Killer. Also ich habe ja vorher angekündigt, ganz am Anfang, dass BTK mein persönlicher Horrorfilm Fall, schlimmste Serienmörderfall ever ist und ich habe ja meine Serienmörder Checkliste.
Und alles trifft zu.
Lynn Schütze
Irgendwie ganz unangenehm, uns selber zu hören.
Leonie Bartsch
Das ist so wie dieser Moment, wenn man eine Sprachnachricht an Leute schickt und man muss sich die Sprachnachricht noch mal anhören und ist oh mein Gott, so rede ich. Aber hey, das ist unser Beruf. Wir hören uns ständig an, allein schon, weil wir dieser Folgenprobe hören müssen.
Lynn Schütze
Also mein Favorite ist ja, dass du wirklich sagst, das ist der schlimmste Fall.
Leonie Bartsch
Den ich je recherchiert habe. Folge 2. Ja, guck, ich hab davor deinen gehört und da fand ich meinen schlimmer. Ne, wir haben bis dahin ja schon auch richtig viele Fälle immer beobachtet und auf der Liste gehabt und andere recherchiert. Weißt du noch unsere allererste Folge, die allererste Folge, die ich dir erzählt habe, also zumindest mein erster Fall an dich.
Lynn Schütze
Ach so, ne, ich weiß nur mein Killerpärchen.
Leonie Bartsch
Ja, aber die haben wir nie veröffentlicht und wir müssen es auch eigentlich irgendwann mal tun. Also noch mal neu aufnehmen, weil wir haben abgebrochen.
Lynn Schütze
Ich weiß es. Jürgen Bartsch.
Leonie Bartsch
Genau. Also ich dachte mir, wenn es schon einen Serienmörder gibt, der meinen Nachname hat, wo übrigens auch regelmäßig Leute fragen, ob wir verwandt sind. Nein, das ist nicht die Motivation für diesen Podcast, Leute. Ich habe mit dieser Person nicht zu tun, außer dass wir den gleichen Nachnamen haben. Und ja, das war der erste Fall, aber da haben wir, glaube ich, gemerkt, dass das gar nicht funktioniert hat, weil ich hatte nur so Stichpunkte.
Lynn Schütze
Und bei der Folge haben wir dann noch mal gedacht, es funktioniert anscheinend.
Leonie Bartsch
Anscheinend haben wir bei der gedacht.
Lynn Schütze
Aber ja, was man ja auf jeden Fall sagen Du hast damals gesagt, für dich ist es der schlimmste Serienmörder, der schlimmste Fall, den du je recherchiert hast.
Leonie Bartsch
Und obwohl auch da erst zwei Folgen draußen waren und jetzt schon über 200 100, keine Ahnung, 30 Folgen sind, würde ich das weiterhin genau so sagen.
Lynn Schütze
Okay, spannend. Genau, das war meine Frage. Ist er immer noch für dich der schlimmste Serienmörder?
Leonie Bartsch
Absolut wirklich ist er wirklich. Weil allein schon jetzt wieder, was du alles mir wieder neu ins Gedächtnis gerufen hast, ist einfach nur grauenhaft. Die Briefe. Wir gehen ja, ich weiß gar nicht, inwiefern wir heute noch auf alles eingehen, weil man könnte Wir schaffen nicht alles drei, vier Folgen.
Lynn Schütze
Aber hört doch die zweite Folge noch.
Leonie Bartsch
Mal, wenn ihr schlechte Soundqualität und uns.
Lynn Schütze
Mit Anfang 20 haben wollt.
Leonie Bartsch
Allein schon die Tatsache, das ist ja auch noch mal so ein Ding bei ihm, dass er auf seine Opfer später dann im Kleiderschrank gewartet hat oder im Hausflur geworden.
Lynn Schütze
Theo, du Spoilerst okay, aber alle Exis wissen das.
Leonie Bartsch
All das ist für mich nur insane gewesen zu hören, dass Menschen so was tun. Und es spielt mit der absoluten Urangst des Menschen, dass da irgendwie jemand Böses auf einen lauert. Und BTK war das tatsächlich. Und genau, ich will jetzt nicht so viel sagen, aber es gibt noch diverse Gründe, warum er weiterhin für mich wirklich mit Abstand meine schlimmste Angstvorstellung eines Täters ist. Und die weiteren Gründe erzählst du uns doch jetzt noch, oder?
Lynn Schütze
Ja, aber wir schauen uns ja heute vor allem John Douglas an und wie er BTK kennengelernt hat. Und das erste Mal, dass John von BTK gehört hat, das war im Jahr 1974 da ist John 28 Jahre alt und seit drei Jahren jetzt beim FBI. In der Mittagspause erzählt ein Kollege von den Taten in Wichita und erzählt auch, dass diese Taten irgendwie was miteinander zu tun haben. Und dieser Mann, der dahinter steckt, soll anscheinend einer von diesen neun Tätern sein. John, der wird jetzt hellhörig und er geht sofort in die Bibliothek. Er holt jetzt alle Zeitungen hervor, die etwas über den BTK Killer geschrieben haben und beginnt zu lesen.
Leonie Bartsch
Also mit neue Täter meint dann der Kollege, dass er auch einer dieser Serienmörder.
Lynn Schütze
Sein könnte, die ja jetzt noch nicht so ganz fest definiert sind, aber dieser Täter, die sie noch nicht so richtig einordnen können. Und die nächsten Wochen liegt John immer wieder hellwach im Bett. Wer um Himmels Willen ist BTK? Fragt er sich. Der Brief, der zeigt auf jeden Fall, dass der Täter ein Wannabe Cop ist, also jemand, der gerne ein Polizist wäre, der klug ist und sich mit Modus Operandi und verschiedenen Straftätertypen auseinandergesetzt hat. Doch es wird noch zehn Jahre dauern, bis sich John mehr mit BTK beschäftigen wird. Aber über all die Jahre hinweg denkt John immer wieder an BTK und fragt sich, warum tut er das? Was treibt BTK an?
Leonie Bartsch
Ich habe ja auch schon mal irgendwann hier gesagt, ich würde irgendwann auch gerne mein Hunter 3 rausbringen. Also wenn das nicht produziert wird von Netflix, würden wir beide es einfach gerne übernehmen. Wird dann vielleicht nicht ganz so high class in der Produktion, aber wir würden uns gerne auf X Productions bereit erklären. Der Mich hat unfassbar gewurmt, dass BBTK in den zwei Staffeln Mindhunter immer. Wieder zu sehen ist, aber es nie final aufgeklärt wird. Und das zeigt sich ja jetzt auch wieder, was du gerade erzählst. Es dauert zehn Jahre, bis er sich wirklich mit ihm beschäftigen wird. Aber in der Zeit hört BTK ja nicht, ne?
Lynn Schütze
Und John, der fragt sich ja die ganze Zeit warum? Warum macht er das? Und das erste Mal begann sich John für dieses Warum zu interessieren, als er einen Mann bei einem Pferderennen festnahm, der bei einer illegalen Wette teilgenommen hat. Und auf der Fahrt zum Präsidium fragt John den Mann jetzt, warum er bei Pferderennen wettet. Und der Mann, der zeigt auf zwei Regentropfen, die jetzt die Fensterscheibe herunterrollen. Und er fragt John, welcher glaubst du ist schneller? Ich wette. Der linke John, der lässt sich auf die Wette ein und er verliert. John ist so ganz verwirrt, du verstehst nicht so richtig, was das soll. Und der Mann siehst du, es ist einfach in meinem Blut. Es geht nicht um ein großes Sportevent, es geht um den Reiz der Wette. Das ist immer so. Und in diesem Moment merkt John, es gibt Verbrecher, die nicht aufhören können, die süchtig sind, die so lange wetten, betrügen und morden, bis sie gefasst werden. Es ist die Spannung und die Jagd, die diese Leute antreibt.
Leonie Bartsch
Okay? Also in der Konversation mit einer Person, die John als irgendwie wettsüchtig einordnen würde oder spielsüchtig einordnet, fällt ihm auf, dass eventuell auch einfach Morden für einige Leute zur Sucht werden kann.
Lynn Schütze
Ja, bzw. Dass es halt Serientäter gibt. Also in verschiedensten Fällen, weil wir haben ja gerade darüber geredet, dass der Polizei noch gar nicht bewusst war, dass es Leute gibt, die immer wieder und immer wieder morden. Sondern man muss sagen, damals war es bei der Polizei so, die dachten immer steckt hinter einem Mord ein klassisches Motiv. Also du bringst deinen Ehemann um, weil er dir was getan hat. Jemand bringt die Oma um, weil er das Geld will und dann ist vorbei.
Leonie Bartsch
Man wollte immer eine logische Erklärung dafür haben, die zumindest irgendwie, also natürlich ist man nie logisch, aber die nie nur dahin geht, dass man sagt, der wollte das einfach nur des Mordens willen.
Lynn Schütze
Und John hat in diesem Moment halt diese Erkenntnis, OK, Verbrecher sind nicht immer so Verbrecher. Es gibt auch Verbrecher, die Serienverbrecher, die einfach immer weitermachen, die nicht nur einmal wetten, sondern die wetten immer wieder und immer wieder.
Leonie Bartsch
Also ich nehme daraus mit, wir sollten vielleicht auch mal öfter mal auf Regentropfen starren und vielleicht erfahren wir dann ja auch diverse Dinge, die noch ungeklärt sind. Zum Beispiel lösen wir vielleicht den Fall Andres da so oder so.
Lynn Schütze
Wer weiß bekommen Erkenntnisse. Manchmal sind es halt diese kleinen Momente, wo man auf große Sachen kommt. Und in dieser Investigative Support Unit kann John dann endlich der Frage nach dem Warum auf den Grund gehen. Er und sein Kollege Robert Wrestler, die fahren jetzt in Gefängnisse im ganzen Land, um Serien Team zu treffen. Sie laufen durch die dunklen, kargen Gänge der Hochsicherheitstrakte, sie hören die Schreie der Gefangenen, sie schauen in die eingesunkenen Augen, sprechen mit Menschen, die Unfassbares getan haben und sie führen Interviews mit inhaftierten Serienmördern, um sie zu analysieren. Denn Zitat John Wenn ihr den Künstler verstehen wollt, müsst ihr euch das Werk ansehen. Und so treffen sie Charles Manson, Richard Speck, John Wayne, GAC und den Son of Sam. Für John ist es absolut nicht einfach, sich immer wieder in die Köpfe dieser Mörder zu versetzen. Was John erfährt, ist grausamer als jeder seiner Albträume. Aber mit jedem Gespräch bekommt John ein tieferes Verständnis für die Denkweisen, Motive und Verhaltensmuster der Täter. Und er erkennt Muster. Und diese Muster müssen wir uns jetzt mal anschauen. Viele Serienmörder haben in ihrer Kindheit schlimme Erfahrungen gemacht, die sie psychologisch und emotional stark prägten. Zum Beispiel Missbrauch, Gefühl von Isolation, Ablehnung, erste Gewaltfantasien mit zum Beispiel Tieren, die sie dann auch gequält haben und ein Wunsch nach Macht und Kontrolle. Und da haben wir auch schon im Podcast mehrmals drüber geredet. John und Robert Ressler beginnen zwischen organisierten Tätern und unorganisiert Tätern zu unterscheiden. Leo, erinnerst du dich noch daran, was der Unterschied ist?
Leonie Bartsch
Weil ich erinnere mich ganz genau, denn BTK ist für mich ja so gruselig, weil er zu dem organisierten Tätertyp erzählt. Also er plant seine Taten wirklich absolut bis ins Detail sorgfältig durch und führt eigentlich ein nahezu perfektes Doppelleben. Also es kann sein, dass organisierte Täter eigentlich eine Familie haben, einen guten Beruf haben, ein scheinbar wirklich normales Leben führen und da auch zum Beispiel irgendwelchen christlichen Werten nachgehen, in die Kirche gehen und irgendwie bei irgendwelchen gesellschaftlichen Veranstaltungen mit dabei sind, nachts oder in diesen anderen Momenten, jedoch dann die schlimmsten Taten ausführen und diese Taten auch bis ins Detail durchplanen und oft auch mit einem höheren IQ beispielsweise sich auf alles gefasst machen, was ihnen da irgendwie begegnen kann. Und das unterscheidet sie von den unorganisierten Tätern, die im Gegensatz dazu impulsiv vorgehen. Also da merkt man, das sind oft emotional instabile Menschen, die zum Beispiel explodieren und dann viele Menschen einfach unkontrolliert ermorden.
Lynn Schütze
Genau, die sind auch oft isoliert, die haben eher so ein chaotisches Leben. Und das klären die jetzt schon mal. Also die unterscheiden schon bei den Menschen, die sie interviewen. Und sie stellen auch fest, dass Serienmörder eine Signatur entwickeln, eine persönliche Handschrift, die über den Modus Operandi hinausgeht. Also der Modus Operandi ist sozusagen nur, wie sie die Tat ausüben, aber die Signatur ist eine spezifische Inszenierung des Tatorts. Es sind Rituale, Muster der Kontrolle und der Erniedrigung, die einen symbolischen Wert für den Täter haben. Diese Signatur ist stark mit den Bedürfnissen des Täters verbunden und sie finden die häufigsten Motive heraus, die Serienmörder antreiben. Das sind Macht und Kontrolle, sexueller Sadismus, Ra Rache und Wut oder Mission und Ideologie. Zum Beispiel beim letzteren, falls ihr euch das schlecht vorstellen könnt, das wäre Charles Manson, also Leute, die irgendeinen, ja, also die so einen Sinn darin sehen oder Jonestown. Also das ist so bei Sekten viel der Fall. Und mit diesen Erkenntnissen aus ihren Interviews versuchen John und Robert jetzt Profile für aktive Serienmörder zu erstellen. Und das können sie nur machen mit den Informationen, die sie an den Tatorten finden, finden und von der Polizei bekommen. Sie wollen Wie alt ist der Täter? Was ist sein Background? Was sind seine psychischen Eigenschaften? Was sind mögliche Traumata Und was ist sein Beruf? Und im Fokus stehen dabei immer folgende Was ist geschehen? Warum ist es so und nicht anders geschehen? Und wer könnte das Verbrechen aus diesen Gründen verübt haben? Während all dieser Jahre ließ John immer wieder von den BTK Morden in der Zeit Zeitung und über sein Spiel mit der Öffentlichkeit. John wird jetzt BTK ist einer dieser Täter, die süchtig nach ihren Taten sind. Er wird nie aufhören, bis ihn jemand stoppt. Zehn Jahre nachdem John den Namen BTK zum ersten Mal gehört hat, klingelt sein Telefon Ein Polizist des Wichita Police Department sagt Ich habe von deiner Arbeit gehört und ich habe mich gefragt, ob du uns bei einem Fall helfen kann, an dem wir gerade arbeiten. John, der wird sofort hellhörig, Erzähl mir davon. Der Polizist antwortet, wir haben hier einen Serienmörder. Er gibt sich den Namen BTK. Hast du schon mal von ihm gehört? Und John antwortet jetzt nur, was ich in der Zeitung gelesen habe. Der Beamte bringt John jetzt Berge von Akten und Tatortfotos. Sofort macht John sich jetzt daran, alle Informationen über BTK zu sichten. Und John, der hat für sein Profiling nur eine Bedingung. Er sagt, du darfst mir von keinen Verdächtigen erzählen. Und der Beamte, der lacht und Kein Problem, es gibt keine Verdächtigen.
Leonie Bartsch
Krass. Also ich finde das so interessant, weil an sich ist BTK ja schon jemand, der total viel kommuniziert. Also er gibt ja schon viel von sich preis. Also klar, er ist nicht der unorganisierte Tätertyp, der dann total viel am Tatort interlent, aber irgendwie spannend, dass man da noch gar nichts hat und das nach zehn Jahren.
Lynn Schütze
Und John, der schaut sich jetzt aber erst mal an, was gibt es für Informationen? Und er entnimmt folgendes. BTK hat bisher, also bis 1984 acht Menschen ermordet. Was man weiß, was man weiß ja.
Leonie Bartsch
Obwohl ich ihn auch so einschätzen würde, dass er auch Sachen claimt, wenn die noch nicht ihm zugeordnet wurden.
Lynn Schütze
Er hatte ja eigentlich super offen am Ende alles erzählt. Also man kann da, glaube ich, schon von ausgehen. Und vor den Morden spioniert er immer seine Opfer wochenlang aus, Dann foltert er sie, fesselt sie und tötet sie in ihrem eigenen Zuhause. Manchmal wartet BTK auf seine Opfer bereits in ihrem Haus. Dann und das ist, was du erzählt hast, Leo, was so unglaublich gruselig ist, versteckt er sich in Kleiderschränken und in dunklen Ecken. Manchmal entführt er auch seine OP.
Und mindestens zwei der Opfer entkommen. BTK, weil sie nicht wie geplant nach Hause kommen. Und da erinnere ich mich auch noch in der Folge dran, dass ich so war. Wie komisch ist es aber, dass er da so stundenlang in diesem Kleiderschrank steht.
Leonie Bartsch
Und wartet und dann irgendwann aufs Klo.
Lynn Schütze
Muss und dann irgendwann so okay, jetzt gehe ich aber alles irgendwie gruselig. BTKs Opfer sind vor allem Frauen, Er ermordet aber auch Männer und Kinder, wenn sie ebenfalls zu Hause sind. Am Tatort masturbiert er oft, da ihn seine Taten erregen. Das Sperma wird zwar von der Polizei gefunden, aber Mitte der er Jahre ist die DNA Technik noch nicht weit genug und es gibt keine Datenbank zum Abgleich. Deswegen bringt ihnen das halt nichts. BTK nimmt auch Gegenstände seiner Opfer mit und das sind halt Trophäen und die helfen ihm, seine Taten noch mal zu durchleben. Er sammelt sie dann sorgfältig und bewahrt sie bei sich zu Hause auf. Das ist Unterwäsche, Kleidung, Schmuck, Führerscheine und andere persönliche Gegenstände. Später wird auch rauskommen, dass sich BTK in Frauenklamotten und mit einer Frauenmaske fotografiert hat und so seine weiblichen Opfer nachspielt. Also diese Maske hat er halt nicht getragen, wenn er die überfallen hat, die Leute, sondern halt bei sich zu Hause.
Leonie Bartsch
Das ist aber auch so. Also er wollte die Tat dann noch mal durchleben, oder?
Lynn Schütze
Ja, das hat ihn halt erregt und er hat es ja auch in diesem Brief schon geschrieben, dass man eigentlich, also da hat er ja so geschrieben, man kann froh sein, dass er sich in Fantasien flüchten kann, weil er dann nicht noch mal mordet. Also er hat sozusagen, wenn er nicht gemordet hat und vor allem, es gab so eine Phase, wo er sehr lange nicht gemordet hat, war das seine Art, trotzdem Erregung zu empfinden, indem er sich an die alten Morde wieder erinnert hat.
Leonie Bartsch
Also der Punkt mit den Masken, das ist auch eine auf meiner Serienmörder Checkliste gewesen, denn ich habe mir später die Fotos angeschaut von seinen Masken und Leute, es ist einfach nur das Krasseste aller Zeiten, weil man könnte es nicht gruseliger gestalten, wirklich so Puppenmasken, Frauenmasken mit so ganz komisch, also manchmal auch so weiß und dann rote Lippen gemalt und mit so roten Wänkchen, also ganz schlimm. Es ist wirklich straight out of a Horrorfilm.
Aber er hat ja das Ziel, während er sich diese Frauenmasken aufsetzt, dass er sozusagen in die Perspektive der Frau reinschlüpfen kann, vor allem der Frau, die von ihm gewirkt wird.
Lynn Schütze
Ja, das ist ja. Also er verkleidet sich eigentlich als Frauen sein Opfer und ein bisschen als seine Opfer. Das ist echt gruselig. Also er hat sich ja auch selber dann oft gewirkt. Das hat er übrigens als Kind auch schon gemacht. Also er hat als Kind auch schon richtig krasse Gewaltfantasien, zum Beispiel so ein. Also er wurde voll oft von Mädchen abgelehnt in der Schule und dann hatte er so einen Club irgendwie so hat er so Fantasien gehabt, Kill all pretty girls.
Leonie Bartsch
Und da gibt es ja auch diesen Begriff für, ich habe gerade noch mal nachgeschaut, autoerotische Asphyxie, also die Lust, sich selbst zu würgen. Und ich erinnere mich noch auch daran, dass er das bei sich selber immer ausprobiert hat und immer länger und länger und länger dann sich gewirkt hat, bis er, Also das ist ja eh so ein schmaler Grat. Also ich glaube, wenn Menschen insgesamt irgendwie diese sexuelle Lust verspüren oder diese Neigung haben, ist es ja immer ein superschmaler Grad, sich selber auch zu töten.
Lynn Schütze
Ja, aber ich glaube ehrlich gesagt, dass das jetzt weniger damit zu tun hatte, dass er irgendwie selbst erregt wurde von diesen Würgen. Ich hatte das Gefühl bei meiner Recherche, dass er eher darauf stand nachzuempfinden, wie schlimm das war, was er seinen Opfern angetan hat. Also dass sozusagen die Motivation andersrum ist. Er möchte sich nicht hingeben, also er will nicht unterwürfig sein, sondern es ist eher ein Ding. Ich möchte merken, wie schlimm das ist, was ich tue, weil mich aufgeilt, dass ich das anderen Menschen angetan habe.
Leonie Bartsch
Oder es vermischt sich einfach alles und es steht, also ich weiß gar nicht, wie man in diesem Gehirn, in diesem kranken Gehirn noch irgendeine, also irgendeine Logik rausziehen kann.
Lynn Schütze
Ja, es ist auf jeden Fall schwierig zu verstehen. Was man aber merkt ist, BTK liebt die Aufmerksamkeit und deswegen sucht er immer wieder den öffentlichen Kontakt und er liebt auch, dass die Öffentlichkeit nach ihm sucht, dass die Zeitung und die Polizei mit ihm reden. Und er nimmt ja aktiv daran teil. Er kontaktiert die Öffentlichkeit und die Polizei immer wieder durch Briefe und da schreibt er über seine Morde. Er fertigt auch Zeichnungen der Opfer an und nach einem Mord ruft er sogar einmal selbst die Polizei. Und er schreibt der Washington Post, wie viele Menschen muss ich umbringen, bevor ich meinen Namen in der Zeitung und nationaler Aufmerksamkeit bekomme. Er schlägt da sogar Namen für sich. Der BTK Würger, Wichita Würger oder der poetische Würger.
Leonie Bartsch
Der poetische Würger.
Lynn Schütze
Ja, also du merkst, was da los.
Leonie Bartsch
Nur weil er sich einen Namen gegegeben hat, aus drei Verben bestehend.
Lynn Schütze
Ne, er hat tatsächlich auch so Gedichte geschrieben und so, die er an die Zeitung geschrieben hat. Also er fand das auf jeden Fall richtig toll, wenn die Zeitung irgendwas von ihm abgedruckt hat. Und man merkt richtig, er braucht dieses Katz und Maus Spiel. Er will mit denen so hin und her immer agieren. Und mit all diesen Informationen, die John Douglas jetzt gesammelt hat, beginnt er ein Profil von BTK zu erstellen. Er erkennt folgendes. BTK ist ein organisierter Täter. Das bedeutet, er hat ein normales Leben, er ist wahrscheinlich verheiratet, er ist intelligent und John glaubt, sein Motiv ist Kontrolle und Macht. Und vielleicht hat BTK schlechte Kindheitserfahrungen gemacht, die ihm dieses Bedürfnis nach Kontrolle gegeben haben.
Leonie Bartsch
Das ist natürlich schon mal mega spannend, dass sie jetzt einfach auch wissen, es ist vielleicht jemand, der verheiratet ist.
Lynn Schütze
Also es gibt ja schon voll viele Informationen. Und John stellt dazu noch mehr fest. Alles nur aus diesen Unterlagen. Er glaubt, es ist ein weißer Mann, denn alle Opfer waren weiß gewesen. Und er hat rausgefunden, dass Serienmörder oft Menschen mit der eigenen Hautfarbe ermorden. Und John erkennt auch, dass die Morde sehr anspruchsvoll waren, also dass es halt so war, dass die total durchgeplant waren, dass die halt wirklich durchgetaktet waren, dass alle da auch teilweise unterschiedlich ermordet worden. Und das deutet für ihn darauf hin, dass wer auch immer der Täter ist, entweder in einer unglücklichen Ehe oder in einer unglücklichen Beziehung ist und sich dadurch die Kontrolle, die ihm im privaten Leben fehlt, durch seine Taten wiederholt. Und vor allem ist halt diesem Täter einfach dieses hohe Level an Kontrolle wichtig, die Dominanz, das scheint ihn anzutören und deswegen fesselt er auch seine Opfer mit einem Seil oder mit was auch immer er dann am Tatort findet.
Leonie Bartsch
Ich frage mich immer, wenn es so doll um Kontrolle geht, kriegt man Kontrolle nicht durch irgendwas anderes. Also kann er nicht irgendwie, weiß ich nicht, die beste Buchhaltungsfirma der Welt eröffnen, wirklich jede Rechnung kontrollieren, Das wäre super, wenn es alber um Kontrolle geht.
Lynn Schütze
Ja, oder vielleicht einfach mal eine Domina werden oder so, die halt nicht zu gewalttätig ist. Aber ich glaube, BTK konnte man nicht so einfach helfen. John glaubt, BTKs Ego wird letztendlich zu seinem Untergang führen. Die Polizei muss also erstmal sein Ego streicheln, ihn loben, damit er weiter mit ihnen kommuniziert, um den Respekt zu bekommen, den er sich so wünscht. Die beste Möglichkeit, diesen Killer zu fangen, ist, ihn reden zu lassen. Aber dann taucht BTK unter sieben Jahre vergehen, in denen BTK nicht mehr mordet, Hatte John also doch nicht recht? Hören Serienmörder doch irgendwann einfach auf? Oder ist BTK vielleicht einfach gestorben oder.
Leonie Bartsch
Hat privat einfach so viel zu tun, dass er gar nicht dazu kommt?
Lynn Schütze
John Der hat jetzt keine Zeit, sich damit weiter zu beschäftigen. Er wendet sich jetzt wieder anderen Fällen zu, so lange, bis er schließlich in Rente geht. Doch die Wichita Polizei ermittelt weiter, um BTK zu finden. Sie gründen eine Acht Personen Taskforce, die sich den legendären Namen Ghostbusters gibt. Und die sind fest davon entschlossen, den BTK Killer zu.
Anfang der Er krochen die Ermittlungen gegen BTK dann noch mal richtig hoch, denn der Chef der Ghostbuster Task Force steht ebenfalls kurz vor der Rente. Und vorher will er unbedingt den Fall lö Endlich rausfinden, wer hinter BTK steckt. Die Ghostbusters erinnern sich jetzt an das, was John Douglas gesagt BTK liebt Aufmerksamkeit, er will Kontrolle und macht auch darüber, wie seine geschichte erzählt wird. 2004 veröffentlicht die Zeitung Wichita Eagle einen Artikel über die BTK Morde und fragt, ob der Täter überhaupt noch lebt. Mittlerweile sind jetzt 30 Jahre vergangen, seitdem BTK die Familie Otero ermordet hat.
Leonie Bartsch
Und das ist natürlich schlau, weil er will ja weiterhin immer mit denen interagieren, oder?
Lynn Schütze
Ja, und er will vor allem selber seine Geschichte erzählen. Das ist ihm ganz wichtig. Und ja, die Zeitung sagt jetzt auch, vielleicht hat er sich irgendwie verändert, vielleicht will er gar keine Aufmerksamkeit mehr und natürlich nicht. John Douglas behält Recht und BTK meldet sich. Kurz nach Veröffentlichung des Artikels erhält der Wichita Eagle einen Umschlag von einem Bill Thomas Killman. Theo, siehst du, was er da gemacht hat?
Leonie Bartsch
Er hat sich einen Namen ausgedacht, bei dem die Initialen BTK ergeben Bill Thomas Killman.
Lynn Schütze
Ja, und in diesem Umschlag befindet sich der Führerschein von einem seiner Mordopfer, nämlich Vicky Wörgel, und Bilder ihres entstellten Körpers. Bisher war ihr Mord ungeklärt und jetzt kann man ihn eindeutig BTK zuordnen.
Leonie Bartsch
Boah, ich frage mich, ob da nicht noch andere auch ihm zugeordnet werden können.
Lynn Schütze
Ja, er hat eigentlich schon alles gestanden. Also BT war wirklich nicht so, dass er irgendwas zurückgehalten hätte.
Leonie Bartsch
Naja, Er hat es 30 Jahre geschafft, sich selbst zurückzuhalten als Täter.
Lynn Schütze
Er hat noch sehr viel geredet später.
Leonie Bartsch
Ja, er liebt es zu reden und irgendwie das alles für sich zu claimen. Andererseits liebt er es auch einfach als auch organisierter Tätertyp die Kontrolle zu haben und auch mit Leuten zu spielen.
Lynn Schütze
John Douglas ist zu dem Zeitpunkt, als BTK zurückkehrt, eigentlich ja schon im Ruhe. Er schreibt jetzt Bücher oder Fälle über die Serienmörder, die er kennengelernt hat. Doch als BTKs Brief auftaucht, klingelt sofort sein Telefon. Am anderen Ende ist ein FBI Agent, den John ausgebildet hat. Er ist zurück, sagt er. Das FBI hat jetzt einen Plan, um BTK zu fangen. Eine Technik, die John Douglas sich bereits in den er Jahren überlegt hat, um ihn zu fassen. Der Super Cop, also der Superpolizist. Diese Technik geht wie Sie setzen einen charismatischen und medienpräsenten Ermittler ein. Dieser Super Ermittler soll medial so viel wie möglich auftreten. Er soll Aufmerksamkeit bekommen, so viel, dass BTK provoziert wird, bis er selbst wieder in Kontakt mit der Presse und Polizei tritt, um die Aufmerksamkeit zurückzuerlangen. Und tatsächlich, John Douglas Theorie geht auf. In den nächsten Wochen und Monaten kommen immer mehr Nachrichten und Pakete von BTK, unter anderem eine Liste mit Kapiteln. BTK hat seine eigene geschichte unterteilt in 13 kapitel.
Leonie Bartsch
Gott.
Lynn Schütze
Er nennt sie zum a serial killer is born fetisch, fantasy world, final curtain call oder will there be more Gott so gruselig. Außerdem schickt er ein Kreuzworträtsel. Später stellt die Polizei fest, dass BTK hier die Buchstaben seines Nachnamens versteckt hat, genauso wie seine Adresse. Er wird überheblich und er wird unvorsichtig. Genau was sich John erhofft hat. Und dann passiert es, worauf alle gewartet haben. BTK begeht einen großen Fehler. BTK fragt in einem Brief, ob er der Polizei mehr Informationen zu seinen Morden schicken könnte. Das am liebsten auf einer CD. Die Polizei solle aber versichern, dass von der CD keine Metadaten gezogen werden können, die etwas über ihn oder seinen Aufenthaltsort verraten.
Leonie Bartsch
Und die Polizei, die stimmt natürlich zu.
Lynn Schütze
Und klar, gar kein Stress.
Leonie Bartsch
Schick uns doch alles, was du willst.
Lynn Schütze
Das ist eine Lüge. Also das ist in Wirklichkeit nicht so. Aber BTK, der kann sich einfach nicht vorstellen, dass die Polizei ihn hinters Licht führen würde.
Leonie Bartsch
Also er war bisher wirklich auch ein eher intelligenter Tätertyp, aber das ist absolut dämlich.
Lynn Schütze
Ja, aber Leo, erinnerst du dich noch daran, was John Douglas in seinem ersten Profil zu BTK gesagt hat, dass er dumm ist? Nein, Er hat gesagt, BTKs Ego würde letztendlich zu seinem Untergang führen.
Leonie Bartsch
Genau, weil er hat ja auch schon mega viel denen geschickt. Aber dass die jetzt oh man, kannst du es uns einfach elektronisch schicken? Und er dann nicht drüber nachdenkt, dass das vielleicht irgendwas damit zu tun haben könnte, dass man auch mittlerweile elektronische Daten auslesen kann. Also ist halt, es zeigt, dass er ein alter Mann geworden ist.
Lynn Schütze
Naja, er hat halt, der sich nicht mit Technik auskennt. Ja, aber er hat ja vorher auch dieses Rätsel geschickt, wo schon sein Nachname drin war. Also das haben die nicht rausgefunden, das haben die erst später rausgefunden.
Leonie Bartsch
Also ich sag, ne, dass er generell mit der Polizei kommuniziert, ist natürlich eine Idee Ego Sache.
Lynn Schütze
Ja, genau. Und er wird halt richtig überheblich und er denkt immer, er ist klüger. Er denkt immer, er ist klüger. Und das finde ich so bezeichnend, weil John Douglas hatte einfach wirklich recht. Er hat von Anfang an gesagt, dass das passieren würde. Und BTK, der ist einfach zu selbstsicher geworden. Er hat die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und der Polizei viel zu sehr genossen. Und die Metadaten der CD, die sind jetzt sehr hilfreich. Die zeigen nämlich, dass diese CD von einem Dennis genutzt, genutzt wurde, der der Vorsitzende der Christ Lutheran Churches.
Leonie Bartsch
Und das ist einfach nur mindblowing. Also BTK, der schlimmste, über 30 Jahre ungefasste Serienmörder. Der USA, ist eigentlich der Vorsitzende von der Kirche.
Lynn Schütze
Ja, das ist ganz, ganz gruselig.
Leonie Bartsch
Fuck.
Lynn Schütze
Am 25. Februar 2005 wird Dennis Rader dann verhaftet und er gesteht 20 Stunden lang der Polizei alle 10 Morde, die er begangen hat. Das Gruselige ist wirklich, wie du es gerade schon gesagt hast, dieses Doppelleben, das er geführt hat. Also er hat ein ganz normales Leben geführt. Er hat eine Ehefrau, er hat zwei Kinder. Es war übrigens auch, wo er so sein erstes Kind bekommen hat und wo er auch sehr, sehr verliebt in seine Frau war, dass er kurz diese Cooling Off Phase hatte, also dass er kurz nicht gemordet hat oder sogar länger.
Leonie Bartsch
Er war zu beschäftigt damit, Windeln zu wechseln und konnte sich nicht mehr in Kleiderschränken verstecken in den sieben Jahren.
Lynn Schütze
Ja, ganz ganz gruselig. Und trotzdem war es halt dieser Mann, der diese Morde begangen hat. Der hat als Gemeindevorsteher einer Kirche gearbeitet, der war Pfadfinderleiter, er hat Jugendcamps organisiert und er galt als freundlicher Familienvater. Außerdem auch absurd, hat er in einer Sicherheitsfirma gearbeitet und in dieser Sicherheitsfirma hat er Überwachungssysteme in Häusern installiert. Und also das Krasse ist ja, durch seine Morde wurden immer mehr Überwachungssysteme angefordert, weil die Leute Angst hatten vor BTK Killer und er selbst hat die eingebaut.
Leonie Bartsch
Das ist einfach so ironisch. Er selber begeht die Morde und sorgt dafür, dass Menschen sich sicherer fühlen wegen seinen Morden.
Lynn Schütze
Ja, ich habe dir noch mal zwei Bilder mitgebracht. Einmal von dieser Maske, die er getragen hat und ein Bild von ihm selbst, wie er sich verkleidet hat. Es ist einfach wie aus einem Horrorfilm.
Leonie Bartsch
Er hat ja teilweise auch seine Opfer dann halt so entstellt und irgendwie mit Masken hinterlassen und einmal ja sogar auch in der Kirche an einem Kreuz aufgehangen. Auch halt schon wieder. Da hätte man vielleicht schon den Bezug auch zur Kirche sehen können, dass er irgendwie diesem Umfeld das ja auch hinterlassen hat. Auch unfassbar. Also er wollte, dass Leute in die Kirche treten und diese Person da so entstellt finden und er wollte Angst und Schrecken verbreiten.
Lynn Schütze
Also Leo, ich muss jetzt mal ganz ehrlich sagen, ich stimme dir zu, auch nach fünf Jahren Mord of X ist BTK auch für mich der schlimmste Serienmörder, mit dem wir uns je befasst haben. Also man kann ja eigentlich gar keine Abstufungen machen und ich liebe ja auch Superlative. Wir beide lieben Superlative. Aber diese Fotos, diese Bilder, wie er diese Masken getragen hat, das ist einfach.
Leonie Bartsch
Wie er aber auch generell aussieht. Also er ist dieser braunhaarige Mann mit Schnäuzer, wirklich jemand, also ein typischer Pfadfinderleiter, würde ich mich gar nicht wundern, wenn so jemand um die Ecke kommt und dann irgendwie die Bibel aufschlägt und da irgendeine Veranstaltung leitet aus deren Gemeinde und irgendwie anfängt zu beten. Also es passt eins zu eins zu diesem Mann, der irgendwie ein Handwerker ist, ein Familienvater ist und so weiter und so fort. Und das ist einfach nur creepy zu wissen, das könnte jeder sein. Dieser Mann hat ist so, hat solche Abgründe in sich, so Doppelleben, was ja auch voll crazy ist. Seine Tochter hat mittlerweile sich ja auch in der Presse darüber geäußert. Also es gibt Artikel, Mein Vater, der Serienmörder, glaube ich, heißt der.
Lynn Schütze
Vielleicht erzählen wir in fünf Jahren die Geschichte aus ihrer Perspektive. Das fände ich sehr spannend tatsächlich.
Leonie Bartsch
Mein Vater, der Serienkiller, sehe ich. Es ist ein Artikel bei Stern Crime und sie spricht darüber, dass sie ihn als wirklich liebevollen Vater in Erinnerung hat. Sie hat Bücher geschrieben, genau als einen guten Mann. Er war gut zu ihr als Tochter und sie hat erst herausgefunden, was für Geheimnisse er hatte, als sie 26 Jahre alt war. Stellt euch das mal vor, das ist so, so gruselig.
Lynn Schütze
Also die Zeichen gab es ja schon ganz früh. Also Dennis Rader hatte Gewaltfantasien. Er fand das schon früher irgendwie ganz erregend, als er einmal gesehen hat, wie seine Mutter sich den Finger eingeklemmt hat. Aber er hatte das halt irgendwie immer schon in sich. Er hat auch heimlich die Unterwäsche von seiner Mutter gestohlen und als Jugendlicher Frauenunterwäsche gesammelt und er hatte mehrere Kopfverletzungen, aber er hat es einfach immer sehr gut versteckt und das ist alles. Ich weiß nicht. Also dieser Mann ist wirklich der Inbegriff eines organisierten Serienmörders. Und John, der trifft BTK nach seiner Verhaftung dann auch im Gefängnis. Und BTK sagt dem Interview zu, obwohl er sonst mit niemandem sprechen will. Aber dieses Gespräch mit John Douglas will er machen. Und John vermutet auch, dass Dennis Rader sogar seine Bücher gelesen hat. John Douglas merkt, dass es BTK erst nur darum ging, seine Fessel Fantasien auszuleben. Später merkte BTK dann aber auch, wie sehr seine Morde die Öffentlichkeit beeinflussten und das gefiel ihm. Er war der Puppenspieler, der alle zum Tanzen brachte. Auf die Frage nach dem Warum antwortet Dennis Raid auf Zeugen. Es ging um das Seil. Es ging darum, dass sie sterben werden, wenn ich es will. Ich bin derjenige, der sie umbringt. Ich bin der Henker.
Leonie Bartsch
Also ja, ich habe keine Worte mehr. Aber ich will noch mal betonen, dieses Seil Ding ist wirklich, also dieses Würgen und so. Er ist besessen davon, habe ich das Gefühl.
Lynn Schütze
Ja, das hat ihn irgendwie fasziniert. Dennis Raider erzählt John Douglas im Gefängnis auch noch eine Sache. Darüber haben wir vorhin schon mal gesprochen. Er spricht nämlich über einen Satz, der ihn nicht mehr loslässt. Er hatte ihn jahrelang vergessen, aber jetzt in Gefangenschaft muss er immer wieder an das denken, was Julie Otero gesagt May God have mercy on your soul. Aber John weiß nicht, ob er will, dass Gott gnädig mit der Seele von Dennis Rader ist. Nach dem Abschluss des Falles fährt er noch einmal zu dem Haus von Dennis Rad. Auf dem Rückweg ziehen die Felder an ihm vorbei. Er lehnt seinen Ellbogen aus dem Fenster und genießt die warme Luft. Er denkt über eine Frage nach, die ihm immer wieder Leute Warum schreibst du diese Geschichten auf? Warum erzählst du sie? John hofft einfach, dass er den Serienmördern durch klare Darstellung und Analyse den Hype nimmt. Wenn er erzählt, was für ein Loser und Feigling Dennis Rader und jeder andere Serienmörder ist, killt er die Legenden. Das ist übrigens was Leo, wo ich bisschen an TikTok im Moment denken musste und den Hype, der um einige Mörder.
Leonie Bartsch
Gerade entsteht in diversen Serien.
Lynn Schütze
Ja, warum es vielleicht manchmal ganz wichtig ist, die Fälle dann doch ausführlicher zu erzählen, da würde ich John Douglas zustimmen.
Leonie Bartsch
Andererseits muss ich sagen, ich sehe auch einfach bei John Douglas das Recht, dass er diese Geschichten aufschreibt, weil sein Wissen so einzigartig ist, was er sich in all den Jahren angesammelt hat und und das ja auch dazu führt, dass andere Verbrechen verhindert werden können.
Lynn Schütze
Ja, das ist genau der zweite Punkt. Er hofft einfach auch, dass man durch seine Profile von Serienmördern andere Verbrechen vermeiden kann. Auf einmal zieht sich jetzt der Himmel zusammen, dunkle Wolken ziehen auf, die Luft kühlt ab. John fährt sein Auto an den Straßenrand. Als er sich umschaut, sieht er ihn. Ein dunkler Tornado zieht ab.
Leonie Bartsch
Ich dachte schon nein, er ist wieder in Er steht hinter ihm.
Lynn Schütze
Aber John schaut jetzt in den Rückspiegel und dieser Tornado, der sich über der Stadt zusammenbraut, ist genauso wie BTK Dunkel, gefährlich und plötzlich da. Er zerstört alles ohne Empathie und ohne Rücksicht. John Douglas wird diesen Tornado nicht aufhalten können, aber zumindest hat er BTK gestoppt. Regen peitscht gegen die Scheibe des Autos. John drückt aufs Gaspedal und fährt los in Richtung des Lichtes. BTK und den Tornado über Wichita lässt er hinter sich. Leo Das war die zweite Folge über BTK und diesmal auch ein bisschen über John Douglas.
Leonie Bartsch
Ich würde sagen, die Suche von BTK aus den Augen von John Douglas und ich bin schockiert, dass ich viele Dinge wieder vergessen hatte seit der zweiten Folge, aber andere Sachen klangen auch vertraut und haben wieder mich daran erinnert, warum ich BTK weiterhin so schlimm finde.
Lynn Schütze
Habe ich dir jetzt erneute Albträume verschafft, nachdem du sie gerade verarbeitet hast?
Leonie Bartsch
Also weißt du, was bei mir für ein Gedanke gekommen ist? Und der ist leider aber auch krank. Ich habe jetzt eher das Gefühl, ich will mich mit dem Fall sogar noch wieder weiter beschäftigen.
Lynn Schütze
Du kannst das Buch von John Douglas dazu lesen. Super, super spannend.
Leonie Bartsch
Der Leo Tipp, das Buch von John Douglas und der Artikel über die Tochter. Ich habe das Gefühl, ich will jetzt direkt irgendwie auch mit der Tochter alles irgendwie erfahr.
Was hat die gedacht, als ihr Vater nicht da war? Hat die irgendwas mitbekommen? Wie ist das überhaupt auch? Also so super viele Fragen entstehen bei mir im Kopf und auch das, was BTK selber geschrieben hat. Ich hatte auch noch im Kopf und das ist die nächste Leo Tipp Empfehlung, dass es ausführliche Gerichtsverhandlungen auch auf YouTube gibt, wo BTK selber spricht.
Lynn Schütze
Gibt es alles. Du kannst gerne die nächste BTK Folge machen. Ich glaube, wir könnten eine ganze Serie.
Leonie Bartsch
Zu BTK machen, falls ihr denkt. Woher wisst ihr das denn alles? Was hat BTK selbst dazu gesagt? Es gibt auf YouTube unter dem Namen BTK Confession Full Version, 46 Minuten nur wie BTK erzählt, was er alles getan hat, warum er es getan hat.
Lynn Schütze
Aber wenn ihr euch den Bullshit von BTK nicht anhören wollt, lest, wie gesagt, das Buch von John Douglas und Leo. Ich würde gerne mit einer alten Tradition von uns enden. Früher haben wir immer Serienmördern Namen gegeben, die nicht mehr so cool klingen, weil BTK klingt irgendwie cool.
Leonie Bartsch
BTK hat sich leider auch schon verfestigt bei uns.
Lynn Schütze
Ja, aber ich glaube, wir brauchen neuen Namen.
Leonie Bartsch
Genau einen, den er selber nicht wollte.
Lynn Schütze
Und ich glaube, da brauchen wir auch eure Hilfe. Wir sammeln mal auf Social Media, wie könnte man BTK nennen, dass er es selber doof fände? Also vielleicht irgendwie.
Tiny.
Kaktus.
Oder man sagt so, es muss so was sein, was nicht Kontrolle gibt. So man müsste ihn so mickriges Würstchen nennen.
Leonie Bartsch
Mickriges Würstchen finde ich extrem gut.
Lynn Schütze
Ja, finde ich auch.
Leonie Bartsch
Mickriges Würstchen. Okay, ich habe eins. Also er wollte. Er hat ja selber den Vorschlag gemacht. Wichita Würger. Ich würde jetzt vorschlagen, Wichita Würstchen wird.
Dann vielleicht auch.
Das poetische Würstchen.
Lynn Schütze
Ja, das nicht poetische Würstchen, würde ich sagen.
Leonie Bartsch
Das unpoetische Würstchen.
Lynn Schütze
Ja, das finde ich sehr gut.
Leonie Bartsch
Obwohl das auch immer. Also es ist auch immer Würstchen ist für mich zu nett noch. Das ist wirklich ein Würstchen. Das tut mir für alle Würstchen leid. Es kommt Würstchen mit Würstchen nicht gerecht.
Lynn Schütze
Wenn jetzt auch noch die K. Der behämmerte, tollpatschige Kackehaufen.
Der bescheuerte Toto Kackehaufen.
Leonie Bartsch
Der bescheuerte totale Kackhaufen.
Lynn Schütze
Ja, der bescheuerte totale Kackhaufen. Schön, dass ihr diese Folge gehört habt zum bescheuerten totalen Kackhaufen. Leo, ich wollte gerne eine Verabschiedung machen, die wir noch nicht hatten. Eigentlich ist ja unsere Verabschiedung. Cheers. Aber wir haben neulich nach neuen Verabschiedungen gefragt und wir haben ganz viele tolle Vorschläge bekommen. Ich probiere jetzt einfach jede Folge eine aus und wir gucken mal, was uns.
Leonie Bartsch
Am Ende gut gefällt. Gut gefällt, Aber ich bin mit Cheers sehr happy, muss ich sagen. Es wird schwierig, mich zu überzeugen von was anderem.
Lynn Schütze
Und hier ist einer, den finde ich fantastisch, Leo. Exit and out.
Leonie Bartsch
Exit and out.
Lynn Schütze
Exits and Aus und damit.
Leonie Bartsch
Cheers. Bis zum nächsten Mal.
Lynn Schütze
Exit und out. Schön, dass ihr dabei wart. Wenn ihr diese Woche noch was Spannendes hören wollt, dann hört doch mal bei True Love rein. Wir haben gerade eine Folge über die Obamas, die draußen ist und am Freitag kommt eine ziemlich true crimeige Story bei True Love. Ich hab lange überlegt, die bei Mod of X zu machen. Es geht um ein Mann, der von Piraten entführt wird und wie er das durchlebt hat. Ob er das überlebt hat, erzähle ich euch am Freitag.
Leonie Bartsch
Und falls ihr generell euch True Crymige True Love Folgen anhören wollt, schaut vorbei. Ich empfehle einfach jetzt mal, wo ich denke, das geht auch in eure Richtung, also in eine düstere Richtung. Folge 14 Nicht ohne meine Tochter. Sehr zu empfehlen, falls ihr gar nicht so nur auf rosarote oder Bonnie und Clyde. Bonnie und Clyde, ganz ehrlich, die Obamas haben auch noch ein bisschen. Haben die Obamas ein bisschen True Crime mit drin.
Lynn Schütze
Nein Aber es ist spannend. Also jetzt nach der US Wahl kann man sich das mal anhören.
Leonie Bartsch
Sie wollen True Crime hafte Zustände verändern.
Lynn Schütze
Danke, dass ihr dabei wart und bis zum nächsten Mal, liebe Exis.
Leonie Bartsch
Auf weitere 5 Jahre.
Lynn Schütze
Ciao.
MORD AUF EX: John Douglas & BTK
Hosts: Leonie Bartsch & Linn Schütze
Release: November 10, 2024
In dieser Jubiläumsfolge (5 Jahre MORD AUF EX) widmen sich Linn Schütze und Leonie Bartsch einem ihrer prägenden Fälle: dem Serienmörder BTK (Dennis Rader) und seiner Verbindung zum FBI-Profiler John Douglas, dessen Arbeit True Crime, Profiling und Serienmörder-Ermittlungen maßgeblich beeinflusst hat. Die Folge ist sehr persönlich – sie blickt zurück auf die Podcast-Anfänge, die Entwicklung des Formats, und behandelt anhand von BTK auch die Ursprünge und Methoden des modernen Profilings. Emotional, detailreich und voll persönlicher Reflexionen, bietet diese Episode sowohl einen Rückblick als auch einen Deep Dive in eines der düstersten Kapitel der amerikanischen Kriminalgeschichte.
Die Episode besticht durch Tiefgang, emotionale Intensität und einen facettenreichen Blick auf Täter- und Profilerperspektive. Sie ist abwechslungsreich dank persönlicher Rückblicke, gemeinsamer Reflexion und dem Spagat zwischen analytischer Schärfe und empathischem Erzählen. Besonders eindrücklich ist das Zusammenspiel von John Douglas’ psychologischer Pionierarbeit und dem wahren Schrecken des BTK-Falls, der als Paradebeispiel für das Böse im Alltäglichen dient. Die Hosts sind ehrlich in ihrer eigenen Betroffenheit, behalten aber stets sachliches und teilweise humorvolles Erinnern, wodurch auch die Community stets eingebunden bleibt.
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PS: Der Name „BTK“ hat keine Faszination verdient – Vorschläge wie „das mickrige Würstchen“ oder „der totale Kackhaufen“ machen das klar.
Exit and out!