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Britische Arbeitgeber haben laut statistischer Erhebungen im April rund 100.000 Stellen abgebaut. Dies stellt laut den jüngsten Statistiken damit den stärksten monatlichen Rückgang seit fünf Jahren dar und ist ein weiteres Anzeichen dafür, dass der schwächelnde Arbeitsmarkt durch den anhaltenden Iran-Konflikt zusehends belastet wird. Aktuelle Daten, die das britische Amt für nationale Statistik (ONS) am Dienstag veröffentlichte, belegten, dass immer mehr Arbeitgeber im Königreich mit explodierenden Energiekosten zu kämpfen hätten, nachdem die Öl- und Gaspreise infolge der faktischen Sperrung der Straße von Hormus während des Krieges der USA und Israels gegen Iran in die Höhe geschnellt waren. Ausgewertete Steuerdaten zeigten dabei, dass die Zahl der lohnbezogenen Beschäftigten in Großbritannien im April um 100.000 Arbeitskräfte zurückging, nachdem zuvor im März ein revidierter Rückgang um 28.000 verzeichnet worden war. Laut Medien ein Rückgang, der weitaus stärker ausfiel als von Ökonomen prognostiziert, die von einem Rückgang um 10.000 ausgegangen waren. Das ONS erklärte zu den jüngsten Veröffentlichungen, dass der ermittelte Rückgang der stärkste seit Mai 2020 zu Beginn der COVID-19-Pandemie gewesen sei, insbesondere zu Beginn des Steuerjahres im April. Die Zahlen untermauerten die Anzeichen für eine Abschwächung des Arbeitsmarktes seit Ende 2025, wobei das ONS seine Schätzungen für die vorangegangenen vier Monate nach unten korrigierte. Die Direktorin der Behörde für Wirtschaftsstatistik Liz McKeown erklärte, dass explizit der Einzelhandel für einen Großteil des Rückgangs verantwortlich sei, was die Anzeichen dafür verstärke, dass Unternehmen angesichts der zunehmenden wirtschaftlichen Unsicherheit ihre Einstellungsaktivitäten spürbar zurückfahren. Aus separaten Daten des ONS ging zudem hervor, dass die Arbeitslosenquote im Vereinigten Königreich in den drei Monaten bis März von zuvor 4,9 Prozent auf fünf Prozent leicht gestiegen ist und damit den Erwartungen widersprach, wonach sie unverändert bleiben sollte, während sich das Lohnwachstum verlangsamte. Suren Thiru, Chefökonom beim Institut of Chartered Accountants, einem Wirtschaftsprüfungsunternehmen, erklärte dem Guardian, die Zahlen deuteten auf eine "zunehmende Notlage" auf dem britischen Arbeitsmarkt hin, da steigende Kosten und die Folgen des Iran-Krieges die Unternehmen dazu zwangen, "die Einstellung neuer Mitarbeiter zu reduzieren und Lohnerhöhungen zu begrenzen".Anfang dieses Jahres warnte der Internationale Währungsfonds (IWF), dass Großbritannien aufgrund seiner Abhängigkeit von Gaskraftwerken "besonders anfällig" für Dynamiken des Nahostkonflikts sei. Laut einer aktuellen Schätzung der Nachrichtenagentur Reuters hat der andauernde Krieg der USA und Israels gegen Iran die weltweite Wirtschaft bereits "mindestens 25 Milliarden Dollar gekostet". Den größten Anteil an den nach unten korrigierten Prognosen hatten europäische Unternehmen, da steigende Energiepreise und Störungen in den Lieferketten Unternehmen in der gesamten Region trafen. Viele davon haben ihren Sitz in der EU und in Großbritannien, wo die Energiekosten bereits hoch waren, nachdem die EU in Brüssel nach der Eskalation des Ukraine-Konflikts die Importe von russischem Öl und Gas in den vergangenen Jahren spürbar reduziert hatte. Mehr zum Thema – Finnland opfert Sozialstaat für Militärhilfe an die Ukraine

Seit Dienstag können Käufer eines Elektroautos die neue staatliche Förderung beantragen. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) und BAFA-Präsidentin Mandy Pastohr haben das Förderportal freigeschaltet. Rückwirkend förderfähig sind alle Neuwagen, die seit dem 1. Januar 2026 erstmals in Deutschland zugelassen wurden. Wer bekommt wie viel? Die Prämie steht ausschließlich Privatpersonen mit einem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen von maximal 80.000 Euro offen – Familien mit bis zu zwei Kindern unter 18 Jahren kommen auf bis zu 90.000 Euro. Die Förderung ist sozial gestaffelt: Für rein batterieelektrische Fahrzeuge und Brennstoffzellenfahrzeuge gibt es als Basis 3.000 Euro, für Plug-in-Hybride und Range-Extender-Fahrzeuge 1.500 Euro. Hinzu kommen je 500 Euro pro Kind (maximal 1.000 Euro) sowie Einkommensboni von jeweils 1.000 Euro für Haushalte unter 60.000 Euro beziehungsweise unter 45.000 Euro Jahreseinkommen. Die maximale Förderung beläuft sich damit auf 6.000 Euro für ein reines Elektroauto und 4.500 Euro für ein Hybridfahrzeug. Gefördert werden derzeit Fahrzeuge aller Hersteller und Herkunftsländer. Die Bundesregierung erwägt jedoch, die Prämie künftig auf Modelle europäischer Produzenten zu begrenzen. Antrag: Deutschland zeigt sich digital Der Antrag läuft vollständig digital über das BAFA. Benötigt werden die beiden letzten Steuerbescheide, ein Kauf- oder Leasingvertrag sowie der Fahrzeugschein. Pflicht ist außerdem ein BundID-Konto – entweder mit Online-Personalausweis und PIN oder mit ELSTER-Zertifikat. Wer seinen Online-Ausweis noch nie genutzt hat, sollte die PIN rechtzeitig beim Bürgeramt beantragen. Auch wichtig: Wer die Prämie erhält, muss das Fahrzeug mindestens drei Jahre halten. Für Plug-in-Hybride und Range-Extender ist die Förderung bis 30. Juni 2027 befristet. Neuer Anlauf für E-Mobilität – so sieht der Markt aktuell aus Für das Förderprogramm stehen bis 2029 drei Milliarden Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds zur Verfügung; das Umweltministerium rechnet mit rund 800.000 geförderten Fahrzeugen. Der Markt zog im Vorfeld des Förderstarts deutlich an: Im März 2026 wurden laut Kraftfahrtbundesamt 70.663 reine Elektroautos neu zugelassen – ein Plus von 66 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und ein Marktanteil von 24 Prozent aller Neuzulassungen, der höchste Wert seit dem Jahr 2022. Im April lag der Anteil reiner Elektroautos erneut bei rund einem Viertel aller Neuzulassungen. Mehr zum Thema ‒ Beschäftigung in Deutschland sinkt – Öffentlicher Dienst als einziger Wachstumsmotor

Im Vorfeld seines Japan-Besuchs, der für den 26. bis zum 29. Mai geplant ist, hat der philippinische Präsident Ferdinand Marcos Jr. die zunehmenden Spannungen um Taiwan kommentiert. Bei einer Pressekonferenz im Malacañan-Palast in Manila beantwortete der Politiker am Dienstag auch Fragen von japanischen Journalisten. Gefragt nach einem möglichen Konflikt um die benachbarte Pazifik-Insel, erklärte Marcos, er könne gut nachvollziehen, wie sich Japan angesichts eines potenziellen Konflikts um Taiwan fühle. Die Philippinen würden ganz bestimmt in einen möglichen Krieg in der Region verwickelt werden. "Ich glaube, im Fall von Japan ist es eher eine Frage der Wahl, darin verwickelt zu werden oder nicht. In den Philippinen haben wir aber keine Wahl." Als Grund nannte der Staatschef vor allem die geografische Nähe. Darüber hinaus lebten und arbeiteten nach seinen Angaben in Taiwan rund 200.000 philippinische Bürger. Es gebe auch viele andere Faktoren. Vor diesem Hintergrund bemühe sich Manila, jegliche Feindseligkeiten wegen und um Taiwan zu vermeiden, betonte Marcos. Seine Regierung wolle keinen Krieg. Es reiche nur, einen Blick auf die Landkarte zu werfen, um zu verstehen, dass der Norden des südostasiatischen Staates Teil eines bewaffneten Konflikts werden oder – höflich gesagt – dessen Auswirkungen spüren könnte. Gleichzeitig bekräftigte der Staatschef das Ein-China-Prinzip. Die Philippinen hätten es immer befolgt und würden dies auch in Zukunft tun. Manila mische sich daher in keine inneren Angelegenheiten von Peking und Taipeh ein und rate allen Seiten, jegliche Probleme friedlich zu lösen. Anfang Mai hatten die USA und die Philippinen erstmals im Rahmen ihrer jährlichen gemeinsamen Militärübung mit dem Codenamen "Balikatan" einen Tomahawk-Marschflugkörper abgefeuert. Der Start erfolgte von einer mobilen Abschussrampe des Typs Typhon. Zuvor vermieden die beiden Länder, diese Waffensysteme bei ihren Manövern zum Einsatz zu bringen, indem sie lediglich die Verlegung der Abschussrampen auf dem unebenen Gelände des Inselstaates testeten. Peking protestierte gegen die Stationierung der Typhon-Systeme auf den Philippinen, weil in diesem Fall auch Festlandchina in ihre Reichweite geraten könnte. Taiwan betrachtet sich seit 1949 als unabhängig. Die Regierung in Peking sieht die Republik China (Taiwan) hingegen als untrennbaren Teil der im Jahr 1949 gegründeten Volksrepublik China an. Diese Sicht teilt auch der Großteil der internationalen Gemeinschaft. Russland ist da keine Ausnahme. Nur wenige Länder erkennen die Regierung in Taiwan als unabhängig an. Peking hat wiederholt angekündigt, die Insel unter seine Kontrolle zu bringen – wenn nötig auch unter Einsatz seiner Streitkräfte. Mehr zum Thema – US-Militärnachrichtendienst fürchtet: Iran-Krieg stärkt China strategisch

Die Stadtverwaltung in Kiew plant, die Fahrpreise für die öffentlichen Verkehrsmittel ab 15. Juli 2026 anzuheben. Kostete der Einzelfahrschein bislang 8 Griwnja, wird sich sein Preis nach dem Willen von Bürgermeister Witali Klitschko dann fast vervierfachen – auf 30 Griwnja. Besonders der künftige Preis der Monatskarte, mit der alle Verkehrsmittel der Stadt (Metro, Bus, Straßenbahn und O-Bus) 30 Tage lang ohne Beschränkungen benutzt werden können, erregt Aufsehen in der Öffentlichkeit. Er soll auf 4.875 Griwnja monatlich steigen – nach dem aktuellen Umrechnungskurs entspricht das 94,97 Euro. Aber auch die Umrechnung nach der Kaufkraftparität macht es nicht besser: Das Durchschnittseinkommen in der Ukraine wird aktuell mit einer Spanne zwischen 20.000 und 24.000 Griwnja (475 bis 575 Euro) angegeben. Mit anderen Worten: Für eine Monatskarte wird ein Kiewer demnächst rund ein Fünftel seines Einkommens ausgeben müssen. Der neue Preis des Einzelfahrscheins wirkt für Westeuropäer mit 30 Griwnja (0,58 Euro) noch billig. Das Problem: Im Gegensatz zu Europa (und Moskau) ist das Umsteigen nicht inbegriffen. Wenn man also die Metro nicht vor seiner Haustür hat, zahlt man für den Zubringerbus extra. Selbst wer den ÖPNV nur für den Weg zur Arbeit und zurück nutzt, kommt im Monat so locker auf über 3.000,00 Griwnja. Wer die öffentlichen Verkehrsmittel auch in der Freizeit nutzen will, für den lohnt sich die überteuerte Monatskarte trotz der nach westeuropäischen Maßstäben günstigen Einzelfahrt. Zum Vergleich: In Paris kostet die Monatskarte für Erwachsene ("Navigo Mois") aktuell 88,80 Euro bei erheblich höherem Durchschnittseinkommen in Frankreich. Für Geringverdiener gibt es dort – anders als in Kiew – ohnehin Ermäßigungen und sogar kostenlose Pässe. Für Berlin gibt es die Umweltkarte, die im Abo 81,30 Euro kostet. Als Alternative existiert in Deutschland zudem weiterhin das "Deutschlandticket", das mit 63 Euro im Monat zu Buche schlägt und auch noch über die eigene Stadt hinaus gilt. Und Moskau? In Moskau kostet die Monatskarte für alle Verkehrsmittel aktuell 3.460 Rubel (ca. 42 Euro) für die gesamte Stadt und 4.450 Rubel (53,75 Euro), wenn man mit der S-Bahn auch in die Vororte pendeln will. Kauft man das Abonnement für drei Monate oder gleich für ein Jahr, erhält man zudem erhebliche Rabatte. Es ist auch kein Fünftel des Einkommens, das ein Moskauer dafür hinblättern muss: Je nach Statistik oder Schätzung zum Durchschnitts- und Medianeinkommen sind es vielmehr etwa zwei bis drei Prozent. Ukrainer scherzen in den sozialen Netzwerken bereits sarkastisch, dass die neuen Preise im ÖPNV auch den letzten Skeptiker überzeugen müssen: Die Ukraine ist inzwischen europäischer als Europa. Und stand der Euromaidan nicht genau dafür: für europäische Verhältnisse? Zwar sind die Renten und Gehälter lange nicht europäisch, aber 1.000 Euro monatlich für jeden Pensionär und europäische Löhne hatte ja auch nicht Witali Klitschko versprochen, sondern Arseni Jazenjuk. Und der ist schon lange von dannen, weit weg. Mehr zum Thema – 11 Jahre Kiewer Maidan: Wie die letzte Warnung vor dem Sturz ins Chaos überhört wurde

Angesichts der sich immer weiter zuspitzenden humanitären Krise in Kuba hat Mexiko erneut eine humanitäre Lieferung an den Inselstaat geschickt. Das war bereits die fünfte derartige Hilfsaktion des lateinamerikanischen Landes, seitdem die USA Ende Januar dieses Jahres eine totale Ölblockade gegen Kuba verhängt hatten. Die Unterstützung traf im Karibikstaat am Montag ein – etwa eine Woche nachdem Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum die Solidaritätsmaßnahme in Aussicht gestellt hatte. Nach Angaben aus Mexiko-Stadt umfasste die Lieferung ungefähr 1.700 Tonnen Lebensmittel. An der Aktion beteiligte sich auch Uruguay. Die humanitäre Ladung war diesmal vor allem für Kinder bestimmt. Kubas Landwirtschaftsminister Alberto López Díaz bedankte sich bei den beiden lateinamerikanischen Ländern für ihre Solidaritätsgeste. In einem Kommentar für den Fernsehsender RT erklärte der Minister: "Es kommen Produkte, die unsere Kinder am meisten brauchen, wie Milchpulver und Bohnen." Man werde sie unter den Familien verteilen, die sie am meisten benötigten, gab López Díaz bekannt. 🇨🇺🚢Llega a Cuba cargamento de ayuda humanitaria procedente de MéxicoSe trata del quinto envío desde que EE.UU. endureciera las medidas contra la isla decretando el bloqueo energético. pic.twitter.com/vOxF16aHpb— Sepa Más (@Sepa_mass) May 19, 2026 Zuvor hatte Sheinbaum erklärt, dass sich ihre Regierung auf Kuba-Hilfen außerhalb des Energiebereichs konzentrieren werde, da der Inselstaat derzeit Öl aus Russland gespendet bekomme. Bei ihrer täglichen Pressekonferenz betonte die Politikerin, dass Mexiko schon immer gegen das noch im Jahr 1962 gegen Kuba verhängte Handelsembargo gewesen sei, und verurteilte die neuen Sanktionen gegen den Karibikstaat, welche die US-Regierung von Präsident Donald Trump in diesem Januar beschlossen hatte. Ende März beförderte Mexiko nach Kuba im Rahmen seiner vierten Hilfsaktion gut 96 Tonnen Lebensmittel, vor allem Reis und Bohnen, sowie andere Bedarfsgüter. Russland seinerseits spendete Ende März trotz der US-Blockade dem kubanischen Volk 100.000 Tonnen Rohöl. Nach Angaben des kubanischen Ministers für Energie und Bergbau, Vicente de la O Levy, wurde diese Lieferung inzwischen aufgebraucht. Vor dem Hintergrund der Eskalation im Verhältnis mit Washington wächst in Kuba die Angst vor einem möglichen Angriff. Der kubanische Zivilschutz hat inzwischen ein Handbuch mit Richtlinien für die Bevölkerung im Falle einer militärischen US-Aggression veröffentlicht. Der neunseitige Leitfaden empfiehlt, einen Rucksack mit Lebensmitteln und Medikamenten bereitzuhalten und sich bei Luftalarm sofort an einen sicheren Ort zu begeben. Dabei leidet die Bevölkerung seit Jahren unter der Mangelwirtschaft. Die Stromversorgung bricht immer wieder zusammen. Auch in der Hauptstadt Havanna dauern die Stromausfälle teils bis zu 22 Stunden. Aufgrund des Mangels an Brennstoff und der maroden Infrastruktur kann Kuba nur ein Drittel seines Energiebedarfs decken. US-Präsident Donald Trump betrachtet den Zehn-Millionen-Staat als Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA und rät Kuba dringend, einem Deal zuzustimmen, bevor es "zu spät" sei. Unterdessen geht die Regierung des Republikaners davon aus, dass die kubanische Führung am Ende sei und "kurz vor dem Kollaps" stehe. Die Führung in Havanna wiederum wirft Washington wegen seiner aggressiven Geopolitik Faschismus und Völkermord vor. Mehr zum Thema – Kubanischer Außenminister: USA nutzen "fingierten Vorfall" als Vorwand für Invasion

Seit Montag verschärfen sich die Proteste, gegen die bolivianische Regierung. In La Paz fordern Demonstranten den Rücktritt des bolivianischen Präsidenten Rodrigo Paz. Dabei kommt es zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten. Die bolivianische Straßenverkehrsbehörde meldete am Montag mindestens 32 Straßensperren auf den Autobahnen des Landes. France24 berichtete am Dienstag, Demonstranten hätten das Regierungsgebäude "gestürmt". Mario Argollo, der bolivianische Generalsekretär der größten Gewerkschaft des Landes, wurde verhaftet. Gegen ihn wurde Anklage erhoben – wegen "Terrorismus". Seit Wochen fordern Bauern, Bergleute, Lehrer, Arbeiter und indigene Gemeinschaften ein Ende der Privatisierung des öffentlichen Eigentums und der staatlichen Unternehmen in Bolivien und errichten landesweite Straßenblockaden. Trotz gegenteiliger Wahlversprechen der seit sechs Monaten herrschenden konservativen Regierung von Rodrigo Paz erlebt Bolivien die schlimmste Wirtschaftskrise seit vier Jahrzehnten. Gegenüber Journalisten erklärte der 60-jährige Landwirt Iván Alarcón: "Wir wollen, dass er zurücktritt, weil er inkompetent ist. Bolivien befindet sich im Chaos." Nach Angaben von France24 habe die Polizei am Montag Tränengas gegen protestierende Bergarbeiter eingesetzt. Videos belegen auch den Einsatz von Schusswaffen seitens der Polizei. Die Beamten wollten die Bergarbeiter am Betreten des Hauptplatzes von La Paz zu hindern. Die Demonstranten hätten mit Steinen gegen die Blockade der Polizei gekämpft. Die Regierung veröffentlichte Bilder, wonach die Protestler ein Büro geplündert haben sollen. Sie hätten Möbel, Computer, Monitore und andere Ausrüstung gestohlen. Seitens der Behörden wurden keine verletzten Polizisten gemeldet. Dagegen berichtete die Nachrichtenagentur AFP über mindestens zwei verletzte Demonstranten. Laut einer Meldung des Fernsehsenders Unitel seien bereits über 100 Protestler verhaftet worden. Gegen Mario Argollo, den Generalsekretär der größten Gewerkschaft des Landes, der COB, habe die Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl erlassen. Er wurde wegen angeblichem Terrorismus und Anstiftung zu Straftaten angeklagt. Die Gewerkschaft COB hatte sich den Forderungen der Demonstranten nach Paz' Rücktritt angeschlossen. Indigener Marsch für die Wiederwahl von Evo Morales Am Montag trafen Anhänger des ehemaligen sozialistischen Präsidenten Evo Morales in La Paz ein. Morales war der erste Staatschef aus einer indigenen Gemeinschaft und regierte das Land von 2006 bis 2019. Bis Montag waren seine Anhänger sieben Tage lang rund 180 km aus der Region Orura nach La Paz marschiert. Der bolivianische Wirtschaftsminister José Gabriel Espinoza bezeichnete den früheren bolivanischen Präsidenten gegenüber dem Fernsehsender Red Uno als "Kokablatt-Anbauer." Die Demonstranten seien "politische Aktivisten, die als Sprungbrett dienen wollen", damit der "Kokablatt-Anbauer" Morales wieder an die Macht komme, zitierte France24 Espinozas Interpretation der Proteste. Polizei und Militär sei es am Montag gelungen, einige Straßen nach La Paz vorübergehend freizugeben. "Bei diesen Auseinandersetzungen" sei ein Demonstrant verstorben – er sei in einen Graben gestürzt, erklärte der stellvertretende Innenminister Hernán Paredes die angebliche Todesursache. Evo Morales bekundete seine Solidarität mit den Protestlern. Auf seinem X-Account bezeichnete er Gewerkschaftssekretär Argollo am Montag als Opfer "brutaler Verfolgung". Tras criminalizar la protesta social, el gobierno de Rodrigo Paz, está reprimiendo con fuerzas policiales y militares a miles de bolivianos que protestan contra el modelo neoliberal y estado colonial; e inició una brutal persecución y detención como el mandamiento de aprehensión… pic.twitter.com/Vwr0waNlzP— Evo Morales Ayma (@evoespueblo) May 18, 2026 Der Wasserkrieg von Cochabamba: Demonstranten siegten trotz Militär- und Panzereinsatz gegen das eigene Volk Im Jahr 2000 gelang es der bolivianischen Bevölkerung im sogenannten Wasserkrieg von Cochabamba die Regierung zu zwingen, die Privatisierung der Wasserwerke in Cochabamba rückgängig machen. Damals schaffte es eine soziale Bewegung erstmals, einen multinationalen Konzern zu vertreiben und die Wasserversorgung wieder in öffentliche Hand zu bringen. Zuvor hatte die bolivianische Regierung im Jahr 1999 auf Drängen der Weltbank und des IWF das städtische Wasserunternehmen SEMAPA privatisiert. Das Konsortium Aguas del Tunari unter Führung des US-Konzerns Bechtel erhielt eine 40-jährige Konzession. Unmittelbar danach stiegen die Wasserpreise auf 20 Prozent des Durchschnittseinkommens der Bolivianer – manche Arme hätten die Hälfte ihres Monatseinkommens für Wasser ausgeben müssen. Dazu kam ein neues Gesetz, nachdem der Konzern auch die Rechte an sämtlichen Quellen erhielt und das Sammeln von Regenwasser ohne Lizenz verboten wurde. Große Bevölkerungsteile hatten somit überhaupt keinen rechtmäßigen Zugang zu Wasser mehr. Während des Wasseraufstands bildete sich im Jahr 2000 die Koordination zur Verteidigung des Gases und des Wassers. Die Bevölkerung organisierte Generalstreiks, Straßenblockaden und eine inoffizielle Volksabstimmung (Consulta Popular), bei der 90 Prozent gegen den Vertrag stimmten. Die Regierung unter Präsident Hugo Banzer rief den Ausnahmezustand aus und setzte das Militär und Panzer gegen die Demonstranten ein. Bei den gewaltsamen Zusammenstößen starben mindestens sechs Menschen, Hunderte wurden verletzt. Im April 2000 zog sich Aguas del Tunari zurück, und das Gesetz zur Wasserprivatisierung wurde aufgehoben. Der Erfolg des Wasserkrieges stärkte soziale Bewegungen und ebnete den Aufstieg von Evo Morales zum Präsidenten. Das Recht auf Wasser verankerte Bolivien schließlich als grundlegendes Menschenrecht in seiner Verfassung. Ehemaliger bolivianischer Staatschef Morales fürchtet Ermordung In der momentanen Situation fürchtet der frühere Präsident Evo Morales einen Mordanschlag seitens der aktuellen Regierung von Präsident Rodrigo Paz und seitens der US-Regierung gegen ihn. Laut einem Bericht auf Amerika21 habe Morales dies am Freitag bekannt gegeben. Der ehemalige Staatschef habe in seinen sozialen Netzwerken mitgeteilt, dass "bald" eine Militäroperation seitens der US-Antidrogenbehörde DEA und des US Southern Command gegen ihn ausgeführt werden solle. Morales beschuldigte den ehemaligen Regierungsminister Carlos Sánchez Berzain, der seit 2003 in den USA lebt, und Ernesto Justiniano, Vizeminister für soziale Verteidigung, der Verschwörung. Beide würden sich "in Washington aufhalten." Tatsächlich war Justiniano vergangene Woche nach Washington gereist und hatte dort am 13. Mai die Einrichtung eines Büros der DEA in La Paz in Bolivien bekannt gegeben. Der ehemalige Präsident von Honduras, Manuel Zelaya, solidarisierte sich mit Morales und schrieb auf X: "Wenn die USA Evo angreifen, greifen sie das kollektive Gedächtnis von Millionen von Indigenen, Bauern und Arbeitern an, die jahrhundertelang ausgebeutet und ausgegrenzt wurden und die in Evo und seiner Führung eine Hoffnung auf Freiheit und Würde fanden." Morales' Anhänger besetzten als Reaktion auf seine Mitteilung den Flughaf...

Die USA haben eine Untersuchung von mehr als 120 von den USA im Ausland finanzierten biologischen Laboren angeordnet, teilte Tulsi Gabbard, Direktorin der Nationalen Nachrichtendienste, am Montag der New York Post mit. Russland hat schon lange seine Sorgen wegen der weltweit verstreuten, vom Pentagon geförderten Biolabore geäußert, insbesondere in der Nähe seiner Grenze und in der Ukraine, mit dem Vorwurf, sie seien an Forschungen zu Biowaffen beteiligt. Gabbard sagte, der Schritt ziele darauf ab, gefährliche Virenexperimente zu beenden, und folge auf die Anweisung von Präsident Donald Trump, Bundesmittel für Gain-of-function-Forschungen zu beschränken, im Rahmen derer untersucht wird, wie sich Viren vermehren und mit menschlichen Zellen interagieren, um ihre Übertragbarkeit zu erhöhen. "Die COVID-19 Pandemie enthüllte die katastrophalen weltweiten Folgen, die Forschung an gefährlichen Erregern in Biolaboren haben kann", sagte Gabbard. "Trotz dieser offensichtlichen Gefahren haben Politiker, sogenannte Gesundheitsexperten wie Dr. Fauci und Behörden innerhalb des nationalen Sicherheitsteams der Regierung Biden das amerikanische Volk bezüglich der Existenz dieser US-finanzierten und -unterstützten Biolabore angelogen und jene bedroht, die versuchten, die Wahrheit aufzudecken." Sie bezog sich auf den ehemaligen Gesundheitsberater des Weißen Hauses, Anthony Fauci, dem Kritiker vorwerfen, die Theorie heruntergespielt zu haben, dass COVID-19 aus einem Leck in einem US-finanzierten Labor in China stamme. Gabbard sagte, ihre Mannschaft werde "identifizieren, wo diese Labore sind, welche Pathogene sie besitzen und welche 'Forschung' dort durchgeführt wird", um die "gefährliche Gain-of-function-Forschung" zu beenden. Mitarbeiter ihres Büros bestätigten, dass sich die Labore in mehr als 30 Ländern befänden, darunter auch in der Ukraine, die angeblich über 60 davon beherbergen soll, von denen mehrere vom Pentagon finanziert werden. Das Pentagon und andere US-Behörden hatten zuvor weltweit Labore über die Defence Threat Reduction Agency (Behörde zur Verringerung der Verteidigungsbedrohungen, DTRA) finanziert. Während die Biden-Regierung abstritt, "chemische oder biologische Labore in der Ukraine" zu unterhalten, gestand die damalige Staatssekretärin im Außenministerium, Victoria Nuland, im Jahr 2022 ein, dass dort "Einrichtungen für biologische Forschung" existierten. Seither hat Washington bestätigt, biologische Forschungseinrichtungen in der Ukraine und andernorts unterstützt zu haben, bestand aber darauf, die Arbeit sei auf die Verhinderung von Krankheitsausbrüchen und die Entwicklung von Impfstoffen ausgerichtet und nicht auf militärische Zwecke. Russland und China andererseits haben wiederholt gewarnt, die Tätigkeit könne eine militärische Funktion erfüllen. Moskau hat der Ukraine schon vor Jahren vorgeworfen, westlich finanzierte Biolabore für Waffenforschungen zu beherbergen, und zitierte Dokumente, die es aus Kiew haben will. Generalleutnant Igor Kirillow, der russische Spitzenermittler in Fragen von Massenvernichtungswaffen, erklärte 2023, die USA führten zivil-militärische Forschungen "einschließlich der Schaffung biologischer Waffenbestandteile" in der Nähe der russischen Grenze durch. Im Jahr 2024 starb er bei einem Terroranschlag, der vermutlich von Kiew befohlen wurde. Im März 2025 sagte Wladimir Tarabrin, Russlands ständiger Vertreter bei der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW), dass die USA immer noch Biolabore in der Ukraine betrieben. Gabbard äußerte Bedenken wegen der Biolabore in der Ukraine lange, ehe sie Direktorin der US-Nachrichtendienste wurde. Im Jahr 2022 wurde ihr deshalb vorgeworfen, "verräterische Lügen" zu verbreiten und eine russische Agentin zu sein, nachdem sie gewarnt hatte, Dutzende US-finanzierter Labore in der Ukraine könnten gefährliche Krankheitserreger freisetzen, wenn sie gefährdet würden. Mehr zum Thema – Verteidigungsministerium Russlands: Pentagon experimentiert trotz WHO-Verbot mit Pockenvirusstämmen

Seit Jahren laufen über Österreich regelmäßig hochvolumige Werttransporte in Richtung Kiew. Nach Angaben des Finanzministeriums wurden bislang 1.011 Bargeldtransporte sowie 19 Goldtransporte mit einem Gesamtwert von rund 20 Milliarden Euro-Äquivalent abgewickelt Auffällig ist dabei weniger die schiere Höhe der Summen als vielmehr die Tatsache, dass zentrale Fragen offenbleiben. Weder Herkunft noch wirtschaftlich Berechtigte noch die konkrete Verwendung der Gelder sind den Behörden bekannt Eine parlamentarische Anfrage der FPÖ rückt damit einen Bereich in den Fokus, der sich zwischen klassischem Bankgeschäft, Kriegsfinanzierung und regulatorischen Grauzonen bewegt. Laut der ministeriellen Auskunft handelt es sich um physische Werttransporte, die überwiegend bei der ukrainischen Staatsbank Oschadbank ankommen. Die aufgelisteten Volumina umfassen: 11,85 Milliarden Euro in bar 7,69 Milliarden US-Dollar, umgerechnet rund 6,5 Milliarden Euro Gold- und Edelmetalltransporte im Wert von etwa 143 Millionen Euro Der Transportfluss nahm im Jahr 2025 deutlich zu und setzte sich 2026 ungebrochen fort. Mehr als 500 Sendungen wurden allein im Vorjahr registriert, weitere über hundert in den ersten Monaten des laufenden Jahres. Abwicklung und Organisation laufen überwiegend über Wien, häufig unter Einbindung der Raiffeisen Bank International. Das Finanzministerium bewertet die Vorgänge als reguläre Bankdienstleistungen, die ordnungsgemäß bei Zoll und Finanzmarktaufsicht gemeldet worden seien. Besonders ins Auge fällt, was in den Unterlagen nicht auftaucht. Auf parlamentarische Nachfragen verweist das Finanzministerium wiederholt auf fehlende Zuständigkeiten oder nicht verfügbare Informationen. Damit bleiben zentrale Punkte im Dunkeln, darunter die ursprüngliche Herkunft der Bargeld- und Goldbeträge, die wirtschaftlich Berechtigten hinter den Transaktionen, die konkrete Verwendung der Mittel in der Ukraine sowie die Frage, ob vertiefte Prüfungen im Hinblick auf Geldwäsche oder Sanktionsrisiken überhaupt stattgefunden haben. Die Behörde argumentiert, es handle sich um private Bankgeschäfte, für die über die bestehenden Melde- und Deklarationspflichten hinaus keine weitergehenden Prüfungen vorgesehen seien. Dieser Zugang steht in deutlichem Spannungsverhältnis zu den strengen Regeln im Inland. Für Unternehmen und Privatpersonen gelten klare Bargeldobergrenzen, umfangreiche Meldepflichten ab 10.000 Euro bei Grenzübertritten sowie ein enges Netz an Anti-Geldwäsche-Vorgaben. FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker spricht in diesem Zusammenhang von einem systematischen Wegsehen. Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte ein Vorfall am 5. März 2026. Auf einer Raststätte bei Budapest stoppte die ungarische Anti-Terror-Einheit TEK zwei gepanzerte Transportfahrzeuge mit österreichischem Bezug. An Bord befanden sich laut Behördenangaben rund 40 Millionen US-Dollar, 35 Millionen Euro in bar sowie neun Kilogramm Gold. Die sieben ukrainischen Begleiter wurden vorübergehend festgenommen, darunter Gennadiy Kuznetsov, ein ehemaliger SBU-Offizier mit Verbindungen zum Umfeld des früheren ukrainischen Präsidialamts. Ungarn sprach von einem möglichen Geldwäschefokus, während die Ukraine protestierte. Die Fracht wurde später freigegeben und an die Oschadbank überstellt. Der Vorfall wirkte wie ein Brennglas auf die gesamte Logistikkette der Werttransporte. Gleichzeitig verdichten sich in der Ukraine selbst Korruptionsvorwürfe gegen hochrangige politische Kreise. Der frühere Leiter des Präsidialamts, Andrei Jermak, trat im November 2025 nach einem politischen Skandal zurück. Gegen ihn laufen Ermittlungen wegen mutmaßlicher Geldwäsche in der Größenordnung von rund zehn Millionen US‑Dollar. Im Zentrum stehen Vorwürfe rund um Scheinfirmen sowie Immobiliengeschäfte im Umfeld staatlicher Energieunternehmen. Auffällig ist zudem, dass Personen aus seinem Umfeld, darunter auch Begleiter eines in Ungarn gestoppten Geldtransports, in unterschiedlichen Ermittlungssträngen wieder auftauchen. Während innerhalb der EU jeder größere Bargeldtransfer streng kontrolliert wird, bewegen sich im Kontext der Ukraine-Unterstützung Milliardenbeträge in physischer Form durch Bank- und Transportkanäle, ohne dass Herkunft und Endverwendung nachvollziehbar gemacht werden. Das Finanzministerium verweist auf die Legalität der Abläufe. Man sieht darin vor allem eine formale Betrachtung, die die eigentliche Frage offenlässt: Wie viel Kontrolle findet tatsächlich statt, wenn Bargeld und Gold in dieser Größenordnung durch ein Kriegsgebiet fließen. Damit bleibt Österreich in einer ungewöhnlichen Rolle: als logistischer Knotenpunkt eines Finanzstroms, der regulatorisch sauber erscheinen soll, dessen tatsächliche Transparenz jedoch begrenzt bleibt. Mehr zum Thema ‒ FPÖ attackiert Meinl-Reisinger wegen Flugausgaben: 261.000 Euro in drei Monaten

Eine Brüsseler Organisation, die Hind Rajab Foundation (HRF), hat heute erklärt, sie habe gestern eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen einen Staatsanwalt beim Generalbundesanwalt und beim Bundesgerichtshof eingereicht. Außerdem hat sie Beschwerde gegen die Einstellung des Verfahrens gegen Shimon Avichai Zuckerman eingelegt, gegen den sie im Juni 2025 Anzeige erstattet hatte. Zuckerman ist deutscher und israelischer Staatsbürger, und die belgische Stiftung erklärt, dass sie Belege über Kriegsverbrechen habe, an denen er in der israelischen Armee beteiligt war. Zusammen mit der Beschwerde hat sie einen Ermittlungsbericht im Umfang von 164 Seiten eingereicht. Zuckerman hat, so die HRF, selbst in den sozialen Medien damit geprahlt, wie er in Gaza zivile Gebäude gesprengt habe, ja, sich sogar beim Verlegen der Sprengladungen gefilmt. "In diesen Videos", so HRF, "markierte er sich und prahlte explizit gegenüber Dritten und Medienportalen mit seiner Teilnahme". 🚨🇩🇪 The #HindRajabFoundation filed a disciplinary complaint against Germany’s Federal Prosecutor for refusing to investigate Shimon Zuckerman, a German citizen who openly admits to erasing Gaza and boasts about it.HRF will keep pursuing Zuckerman until he is arrested.More info… pic.twitter.com/Zx4ibgRyX3— The Hind Rajab Foundation (@HindRFoundation) May 12, 2026 Auf dem Video soll Zuckerman zu sehen sein, wie er und seine Kameraden sich nach der erfolgreichen Sprengung von Wohngebäuden zuprosten. Die Einstellung des Verfahrens, so die Stiftung, verstoße gegen das Legalitätsprinzip und gegen die Offizialmaxime. Die Staatsanwaltschaft sei verpflichtet, dem Verdacht nachzugehen, und könne nicht einfach Aussagen des Beschuldigten folgen. Als Grund für die Einstellung nannte sie eine Aussage Zuckermans gegenüber der Washington Post (WP) aus dem Jahr 2024. Damals hatte er gesagt: "Ich habe diese Videos aufgenommen, um die Moral der Leute zu Hause zu heben, und ich bereue es keinen Moment". Und er behauptete, die Gebäude seien nur gesprengt worden, wenn sie Sprengfallen enthielten oder als "terroristische Infrastruktur" galten, was die deutsche Staatsanwaltschaft wohl als Überzeugung seinerseits deutete, legal zu handeln. Allerdings schrieb selbst die WP in ihrem damaligen Artikel: "Rechtsexperten, die die von der WP zusammengestellten Videos durchsahen, erklärten, in den ungeheuerlichsten Fällen hätten die Soldaten tatsächlich Beweise für mögliche Verletzungen des Kriegsvölkerrechts aufgezeichnet." Rechtlich ist Deutschland durch das Völkerstrafgesetzbuch verpflichtet, derartige Straftaten bei deutschen Staatsangehörigen zu verfolgen, unabhängig vom Tatort. Bisher gibt es allerdings nur Verurteilungen im Zusammenhang mit einer Tätigkeit für den IS. In einem Bericht vom Mai vergangenen Jahres mutmaßte die Frankfurter Rundschau, die Bundesregierung wolle sich die guten Beziehungen zu Israel nicht verderben, indem solche Verfahren geführt würden: "Sollte es in Deutschland zu einem Ermittlungsverfahren gegen einen israelischen Soldaten kommen, heißt das noch nicht, dass sich die Vorwürfe zu einer Anklage verdichten. Dennoch würde schon allein die Tatsache, dass Israels Handeln im Gazastreifen in den Fokus der deutschen Strafjustiz käme, zur Belastungsprobe deutsch-israelischer Beziehungen werden." Natacha Bracq, die Ermittlungsleiterin der Stiftung, formuliert das etwas direkter: "Die Weigerung der Staatsanwaltschaft, zu handeln, ist eine politische Entscheidung, die den Schutz eines deutschen Bürgers über die Leben von Palästinensern stellt. (…) Deutschland muss wählen: zum Gesetz stehen oder zu den Tätern." Zuckerman ist nicht der einzige Deutsch-Israeli, gegen den die HRJ Anzeige erstattet hat, und ihre Aktivität ist nicht auf Deutschland begrenzt; auch in Italien, Spanien oder Brasilien bringen die Aktivisten Fälle vor Gericht. Namensgeberin der Stiftung ist ein palästinensisches Mädchen, das am 29. Januar 2024 in Gaza starb. Es gibt einen Dokumentarfilm über ihre Geschichte, und auch die HRJ hat eine Dokumentation erstellt. Sie war mit Onkel, Tante und drei Cousins im Auto unterwegs; das Fahrzeug wurde aus einem Panzer mit Granaten beschossen. Sie überlebte diesen Beschuss verletzt und es gelang ihr, mit Rettungsdiensten zu sprechen – die aber beim Versuch, ihr zu helfen, selbst beschossen wurden. Die Fünfjährige starb. Zwei Rettungssanitäter, die ihr helfen wollten, sind seitdem spurlos verschwunden. Der Fall wurde so bekannt, weil ihre Kommunikation mit dem Rettungsdienst veröffentlicht wurde. Mehr zum Thema – Der Libanon ist Gaza 2.0 – wer stoppt das eskalierende Todeskommando in Israel?

Von Olga Samofalowa Der Fünfjahresplan der chinesischen Regierung zielt auf die Modernisierung traditioneller Branchen ab, vor allem der chemischen Industrie, des Maschinenbaus und der Automobilindustrie. In diesen Bereichen liegt die Exportstärke Deutschlands und anderer EU-Länder. Parallel dazu setzt Peking auf Robotik, Biomedizin, Kernfusion, Quantentechnologie und 5G-Kommunikation. Die Stärkung der industriellen und technologischen Macht Chinas könnte der europäischen Industrie und Wirtschaft schwer schaden und sie weit hinter sich lassen. Nach Schätzungen von Ökonomen bei Goldman Sachs könnte der zunehmende industrielle und exporttechnische Vorsprung Chinas die Wirtschaft der Eurozone bis Ende 2029 ungefähr 0,6 Prozentpunkte des BIP kosten. Deutschland würde 0,9 Prozentpunkte einbüßen. Besonders gefährdet seien die deutsche und französische Automobilindustrie, der europäische Flugzeughersteller Airbus und das französische Pharmaunternehmen Safran. Dmitri Baranow, leitender Experte bei der Verwaltungsgesellschaft Finam Management, sagt: "In Europa gehen die Verkaufszahlen lokaler Automarken, einschließlich Elektroautos, bereits zurück, während chinesische Marken den europäischen Autoherstellern Marktanteile in China abnehmen, die für die Europäer von entscheidender Bedeutung waren. Betrachtet man die Perspektive der nächsten Jahre, so könnte sich die europäische Automobilindustrie zu einem Hersteller von Hightech-Marken im Premiumsegment wandeln, während die Massenproduktion von Autos stark zurückgefahren oder ganz eingestellt wird. Chinesische Automarken könnten hingegen in den kommenden Jahren im Massen- und Niedrigpreissegment auf bis zu 20 Prozent wachsen, sofern keine Hindernisse auftreten." Dies werde in Europa zu einem drastischen Rückgang der Zahl der Werke, der Arbeitsplätze sowie der Finanzergebnisse im Massenmarktsegment führen, wo es für die Europäer bereits jetzt schwierig sei, preislich mit chinesischen Produkten zu konkurrieren, fügt der Experte hinzu. Warum aber verlieren die Europäer gegen die Chinesen? Erstens sei die Automobilproduktion in Europa deutlich teurer als in China – aufgrund hoher Energiekosten, hoher Löhne und strenger Umweltvorschriften. Auf der anderen Seite sei der Produktionsumfang bei chinesischen Automobilunternehmen größer, sie verfügten über billige Arbeitskräfte, niedrige logistische Kosten innerhalb des Landes sowie staatliche Unterstützung und Subventionen, bemerkt Baranow. Was die Konkurrenz zu Airbus angehe, so würden chinesische Fluggesellschaften, sollte die Volksrepublik China zu einem vollwertigen Konkurrenten werden, ihre Flotte auf chinesische Flugzeuge umstellen, was die Nachfrage nach Flugzeugen anderer Hersteller senken und deren Gewinne schmälern werde, erklärt der Experte. Seiner Meinung nach könnte China den Kauf chinesischer Flugzeuge gesetzlich fördern und zudem den Zugang von Ausländern zu kritischen Komponenten, Ausrüstung und Rohstoffen einschränken. Langfristig könnte die Volksrepublik damit beginnen, ihre Flugzeuge zu niedrigeren Preisen in Entwicklungsländer zu exportieren. Ein weiteres Problem der EU sei, dass sie im technologischen Bereich bereits weit hinter China zurückliege. Olga Ponomarjowa, Expertin der Stiftung für Wirtschaftspolitik des Gaidar-Instituts, meint: "Das Hauptproblem der EU im Bereich der technologischen Entwicklung liegt nicht in den Produktionskosten oder einer schwachen akademischen und wissenschaftlich-technischen Basis, sondern in der langsamen Einführung von Innovationen. Jüngste Untersuchungen der europäischen Denkfabrik Bruegel haben gezeigt, dass China und die USA durchschnittlich zwei bis vier Monate benötigen, um bahnbrechende Technologien zu adaptieren. Europa hingegen übernimmt ausländische Technologien oder führt eigene Entwicklungen drei- bis achtmal langsamer ein. Dies ist ein systemisches Hindernis für alle Technologiebereiche." Und in welchen Hightech-Bereichen ist die Position Europas sowohl heute als auch in fünf Jahren am anfälligsten? Ponomarjowa sagt: "Erstens sind es die Produktion von Halbleitern und Mikrochips. Hier ist es für die EU sehr schwierig, mit China zu konkurrieren, das bis zu 80 Prozent der bahnbrechenden Innovationen in der Chip-Produktion, bei Speichertechnologien und Displays hervorbringt. Zwar behält Europa in einzelnen Nischen (zum Beispiel in der Optoelektronik und bei den Photonenchips) seine Überlegenheit, doch im Segment der Massenproduktion und der damit verbundenen Innovationen ist die Dominanz der Volksrepublik China erdrückend." An zweiter Stelle stehe die angewandte künstliche Intelligenz (KI). Die Expertin hebt hervor: "Die EU hat wahrscheinlich bereits den Zeitpunkt verpasst, um im Bereich der praktischen Umsetzung der künstlichen Intelligenz zu konkurrieren. China hat die USA und erst recht Europa in den Bereichen Robotik, Luftverkehr, Biometrie und Telekommunikation bereits überholt und ist für 46 Prozent der bahnbrechenden Innovationen im Bereich Computer Vision verantwortlich." Drittens wäre da noch die Quantenkommunikation. Ponomarjowa betont: "Obwohl die USA im Bereich des Quantencomputings insgesamt führend sind, hat sich China auf bestimmte Nischen spezialisiert – Quantenkryptografie und -kommunikation – und liefert fast die Hälfte der weltweiten bahnbrechenden Innovationen." Die technologische Entwicklung der Volksrepublik werde durch massive staatliche Unterstützung in Form von direkten Subventionen und günstigen Kreditbedingungen staatlicher Banken gefördert, dazu komme natürlich der Zugang zu Energie. Ponomarjowa hebt hervor: "Energie ist für die Entwicklung der KI-Wirtschaft von entscheidender Bedeutung. In dieser Hinsicht befindet sich China im Vergleich zur EU in einer weitaus günstigeren Lage, denn Chinas Importe sind relativ stark diversifiziert, das Land verfügt über solide Energiereserven und arbeitet bei der Lieferung von Energiegütern zu Vorzugspreisen mit sanktionierten Ländern wie Russland und Iran zusammen." Einer der Fehler der EU sei der Verzicht auf die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Russland und dessen günstigen Energieressourcen, was letztlich zum Beginn der Deindustrialisierung der europäischen Industrie geführt habe. China hingegen beziehe all diese günstigen Ressourcen aus Russland. Ekaterina Nowikowa, Dozentin am Lehrstuhl für Wirtschaftstheorie der Russischen Plechanow-Wirtschaftsuniversität, erklärt: "Die russischen Verbraucher haben sich aufgrund der Qualität stets für Produkte europäischer Marken entschieden. Darüber hinaus wurden viele Luxusartikel in Europa speziell für den russischen Markt hergestellt. Durch die Sanktionen hat sich Europa selbst den Weg zur technologischen Entwicklung und zum Aufstieg auf eine neue Ebene gemeinsam mit den USA und China versperrt. China hingegen konnte in den russischen Markt vordringen und sich billige russische Ressourcen sichern, was der chinesischen Wirtschaft einen Vorsprung gegenüber den europäischen Märkten verschaffte. Dies gilt sowohl für den Automobilbau als auch für die Pharmaindustrie, den Flugzeugbau und andere technologische Nischen, in denen neben Technologien auch personelle und natürliche Ressourcen benötigt werden." Ihrer Meinung nach werde der Wettbewerb zwischen dem chinesischen und dem US-amerikanischen Markt auch in Zukunft bestehen bleiben, während sich Europa mit geringen Mengen nach dem Restprinzip begnügen müsse. Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist zuerst am 10. Mai 2026 auf der Website der Zeitung "Wsgljad" erschienen. Olga Samofalowa ist Wirtschaftsanalystin bei der Zeitung "Wsgljad". Mehr zum Thema - USA und China geraten aneinander wegen Huawei in Panama