
Hosted by Esel Müller und Teddy Krzysteczko · DE

Aufgrund zeitlicher Engpässe können die Shownotes zu dieser Folge derzeit nicht bereitgestellt werden. Sie werden zu einem späteren Zeitpunkt nachgereicht. Wir bitten um Verständnis.

Lieder leben, Lieder sterben, das möchte wohl keiner bestreiten. Falls aber doch, postulieren wir das einfach mal. Wenn das also unsere Annahme ist, können wir wohl auch annehmen, dass jedes Lied irgendwann noch einmal wiedergeboren werden möchte. Je häufiger, desto besser, denn umso mehr lebt es. Manche Lieder haben Glück und landen bei Sinéad O’Connor, Aretha Franklin oder Johnny Cash. Andere landen bei Esel. Das Cover ist nicht das Lied. Es ist ein anderes, oft merkwürdiges Wesen. Es steht vor dem Original und sagt: „Hallo, ich bin du, aber anders.“ Vielleicht sagt es auch: „Ich bin besser, ich stehe ja auf deinen riesigen Schultern.“ Oder es sagt gar nichts, obwohl es eigentlich nur „Bitte verzeih mir, ich wollte dich nicht beleidigen!“ hätte sagen sollen. In dieser Folge widmen sich Esel und Teddy der Kunst des schlechten Coverns. Also jener Kunstform, bei der man ein bekanntes Lied nicht zerstört, sondern nur so weit beschädigt, dass jemand anderes noch erraten kann, was es früher einmal war. Esel spielt Akkorde. Teddy erkennt Lieder. Oder erkennt zumindest die Absicht hinter den Akkorden. Das ist vielleicht noch schwieriger. Am Ende bleibt die Erkenntnis: Auch ein schlechtes Cover ist eine Wiedergeburt. Nur eben eine, bei der der Arzt kurz das Zimmer verlässt.

rundlaufping pongping pongudotobyping ponganikalopackerping pongnetzausping pongdu schlägst aufangabeping ponganstellenrundlaufping pongschlägerblödsinnping pongrichtigballping pongwackenfalschping pongglückwunschwarumping pongweiß ich nichtspüre den ballping pongrundlauf Podstock

Die wahren Podstocks sind die Podstocks, die wir verloren haben. Nicht verloren wie einen Autoschlüssel oder einen Chickenburger, den man eigentlich gar nicht mehr schafft und dann doch aufisst, sondern verloren in dieser besonderen Weise, in der etwas wundervoll Schönes, kurz nachdem es in einem Zimmer unseres Lebens geschehen ist, schon in ein anderes Zimmer hinübergeht. Einen Moment lang steht die Türe noch einen Spalt offen, dann schließt sie sich. Dort sitzt es dann neben dem Geschmack von Butterkuchen und Mate, dem metallischen Geruch einer Wunderkerze, dem warmen Klang einer Gitarre und dem Atem einer Küche um zwei Uhr nachts, und wartet, bis ein Geruch, ein Lied oder ein Schluck Mate es wieder aufweckt. Ich glaubte, Podstock sei ein Wochenende gewesen. Zwei Nächte, ein Programm, Teddys Bett oben und meins unten, ein Frühstück, zu dem man zu spät oder zu früh oder gar nicht kam, eine Bühne, Lieder, ein Heimweg im beheizten Autositz. Mais non. Erst später, zurück im gewohnten Zimmer des Lebens, wenn der Kalender wieder seine bunten Blöcke zeigt, die den Tag ordnen und zumauern, bis man dahinter nichts mehr erkennen kann und niemand mehr im Treppenhaus „Heute kann es regnen“ singt, verstehe ich, dass Podstock nicht dort war, wo ich es damals vermutete. Nicht in Damme, nicht im Zelthaus, nicht im Atrium. Es war in diesem einen Moment zwischen Küche, Treppenhaus und Bühne, in dem alle wussten, dass gleich aus Quatsch etwas sehr Schönes werden konnte. Und so wird die Erinnerung nicht grau, nicht traurig oder nostalgisch, solange man sie nicht presst, trocknet und einheftet. Man muss sie atmen lassen. Man darf von ihr zehren wie von einem kleinen Vorrat Licht: nicht, um die Gegenwart zu verdunkeln, sondern um sie besser auszuleuchten. Denn was vergangen ist, ist nicht fort. Es hat nur die Form gewechselt. Aus Blicken wurden kleine Scheinwerfer, aus Gesprächen Küchenwärme, aus Umarmungen Zuhause, aus Applaus Dankbarkeit, aus Udos Podcastpreis auf Papier eine kindliche Freude und aus einem Wochenende Flügel. Vielleicht ist das die eigentliche Kunst: nicht zurückzuwollen, sondern zu wissen, dass etwas so schön war, dass es in einem weiterarbeitet. Ohne Eintrittsbändchen. Aber mit einer liebevollen Gewissheit: Es war wirklich da. Und gerade weil es vorbei ist, gehört es uns auf eine Weise, die uns die Zeit niemals nehmen kann. Und vielleicht ist das Schönste an einer Erinnerung, die nicht versucht, festzuhalten, sondern trägt: dass sie uns nicht zurückzieht, sondern nach vorn. Zum nächsten Podstock. Links zur Episode: Podstock Schwuppdiwupp die Leni Mittelalter Speckdackel Parlamentsrevue TJs Podcasts Stitch’n’Bitch Kulturpessimist*innen Luft nach oben

Für Leni: Wir planten groß, doch konnten kaum Wir wussten ja auch gar nicht, wie Dann kamst du und hast uns aufgebaut Aus Blödsinn wurde Harmonie Sag jetzt bitte nicht: „War doch nichts dabei“ Wir werden dir ewig dankbar sein. Podstock hielt uns sicher, machte alles leicht In unseren Herzen tragen wir euch heim Du kamst rein wie ein Glitzerstern Hast uns beruhigt: „Ihr schafft das schon“ Hast uns gezeigt, wie alles geht Am Ende hast du uns gere-re-rettet Ja, du, du hast uns gere-re-rettet Du hast uns in das Licht gehoben Und keiner lief davon Ein sicherer Raum, ein kleines Glück Aus Blödsinn hast du Musik gemacht Sag jetzt bitte nicht: „War doch nichts dabei“ Wir werden ewig dankbar sein. Podstock hielt uns sicher, machte alles leicht In unseren Herzen tragen wir euch heim Du kamst rein wie ein Glitzerstern Hast alles richtig eingesungen Mit uns geprobt, uns aufgestellt, Hast uns am Ende dann gere-re-rettet Du kamst rein wie ein Glitzerstern Hast uns gesagt: „Ihr zieht das durch“ Hast uns gezeigt, wie alles geht Hast uns am Ende dann gere-re-rettet Ja, du, du hast uns gere-re-rettet Wir wollten aus der Komfortzone Doch haben wir uns gar nicht getraut Das war schon ein bisschen groß für uns Doch du machtest Bühne draus Und Podstock ließ uns einfach rein Wir durften kurz auch Glitzer sein Podstock ließ uns einfach rein Sag jetzt bitte nicht: „War doch nichts dabei“ Wir werden dir ewig dankbar sein. Link zur Episode: https://www.youtube.com/watch?v=k2iN9WP0_K4

Esel und Teddy sind unzufrieden. Die Downloadzahlen ihres Podcasts stürzen ab – doch woran liegt das? Sind sie zu alt geworden, oder gehen ihnen einfach die Ideen aus? Die beiden beschließen kurzerhand, sich neu zu erfinden und ganz frisch durchzustarten. Zwischen großen Ambitionen, verletzten Eitelkeiten und wachsenden Missverständnissen verlieren sie jedoch aus den Augen, wofür sie einmal angetreten sind. Erst ein gekonnter Blick von außen hilft ihnen zu erkennen, was es im Leben wirklich braucht. Diese Episode wurde am 11. April 2026 auf dem Podstock-Festival live vor Publikum im Atrium des JFZ am Dümmer See aufgezeichnet. Vielen Dank, Leni – einfach für alles! Vielen Dank, Jan – für die Anmoderation und vor allem dafür, dass du den Sound für uns gerettet hast. Vielen Dank, Podstock – Orga, Technik, Zuhörer*innen; wir hätten uns keinen anderen (oder gar besseren) Ort vorstellen können, um live vor Publikum zu singen. Vielen Dank, Udo – für den Podcastpreis auf Papier. Die Musik der sechs Songs hat Suno für uns komponiert. In der kommenden Episode werden wir zu dritt über den Weg berichten, den wir bis zum Auftritt genommen haben. Das funktioniert [Teddy] Warum denn nicht, stell‘ dir mal vor Wir zwei, mit Herz und viel Gefühl Dazu ’ne sanfte Melodie Da braucht es sonst gar nicht viel Ich glaub‘ fest daran, dass das was werden kann Ich glaub‘, wir sind dafür gemacht Ich kann es schon sehen, wie wir abgehen Ganz oben in den Top Zehn [Esel] Ich glaub nicht, dass das funktioniert Dafür muss man doch singen können Das haben wir doch schon mal probiert Und das ist mir immer noch pei-ei-einlich Ja, das – war pei-ei-einlich [Teddy] Du triffst die Töne nicht, na und Das ist doch schon dein eigener Stil Umarme mal den falschen Ton Den triffst du jedes Mal stabil [Esel & Teddy] Peinlich ist es nicht, wenn es ehrlich ist Und uns Hörer*innen bringt Und wir glauben schon, schauen wir uns um Alle wollen, dass wir singen Wir glauben, dass das funktioniert Auch wenn wir gar nicht singen können Wir wollen endlich mal was Neues riskieren Die Downloads werden ex-ex-plo-plo-dieren Ja, wir glauben, dass das funktioniert Auch wenn wir gar nicht singen können Wir wollen endlich mal was Neues riskieren Die Downloads werden ex-ex-plo-plo-dieren [Teddy] Wir wollten doch nie leise sein [Esel] Wir wollten doch, dass man uns hört [Teddy] Statt zu labern, singen wir [Esel] Wir sind doch gemacht dafür [Esel & Teddy] Peinlich ist es nicht, wenn es ehrlich ist Und uns Hörer*innen bringt Und wir glauben schon, schauen wir uns um Alle wollen, dass wir singen. Wir glauben, dass das funktioniert Einfach Augen zu und durchmarschiert Unsere Stimmen sind zwar untrainiert Doch wir zweifeln nicht, wir zieh’n das durch Lassen alle Zweifel hinter uns Was wir tun, ist größer als die Angst Wir zweifeln nicht, wir zieh’n das durch Ja, wir zieh’n das durch Über Geschichte [Esel] Gut. Dann machen wir das jetzt so. Wir ziehen das durch. Wenn man etwas ehrlich meint, ist es ja nicht peinlich. Das haben wir gesagt. Also … Teddy hat das gesagt. Und ich hab‘ zugestimmt. Gesungen sogar. Wir haben gesungen! Und wenn ich schon singe, dann darf ich wohl auch endlich mal das machen, was ich wirklich will. Ich fühl mich auf einmal so frei So frei wie nie zuvor Das war doch immer schon mein Traum Ich bin ganz sachlich, ganz bei mir Vielleicht ist das jetzt die Gelegenheit Endlich zu sein, wer ich bin Ich will den Podcast für die Ewigkeit Ich glaub‘, ich weiß jetzt, was ich will Ich will singen über Geschichte Bei Teddy darf ich das ja nie Und über Wittgenstein und Nietzsche Vielleicht auch Sprechakttheorie. Ich seh schon, wie ihr leise lauscht Und denkt, was für ein schlauer Mann Euch fragt, vom Wissen ganz berauscht Was ich wohl sonst noch alles kann Das kriege ich ohne Teddy hin Weil ich dazu befähigt bin Weil mich ja keiner besser kennt Bin ich mein bester Assistent. Ich will singen über Geschichte Bei Teddy darf ich das ja nie Und über Wittgenstein und Nietzsche Vielleicht auch Sprechakttheorie Jahreszahlen, Daten, Fakten Texte, Titel, Traditionen Denkmodelle, Grundannahmen Kluge Klassifikationen Stundenlange Monologe Mythologien und Legenden Römer, Griechen und Mongolen Wissen nonstop, ohne Ende Ich will singen über Geschichte Begriffe ordnen, definieren Den Teddy brauch‘ ich dazu nicht Er kann den Feed ja abonnieren Handylampen an [Teddy] Ich höre draußen Stimmen Die Menge ist schon laut Gleich geht’s raus, volles Haus Kein Esel hier, der das versaut Ich muss auf die Bühne Die Leuts wollen den Bär Fans und Groupies, Lampen an Ich will jetzt mehr, mehr, immer mehr Ich hab‘ so lange nur ins Leere geredet Jetzt steh‘ ich hier, jetzt wird es hell Ich mach euch an, ihr macht mich an Ihr macht die Handylampen an Fette Show und Lichtermeer Wenn nicht ich, ja dann denn wer? Ohoho 20.000 Tickets Alles wegen mir Oder meinetwegen Sprache ist mein Elixier Tourstart auf Mallorca Die Welt dreht sich so schnell Hobby-Podcast, weg damit Ich bin Bühne, Gott, Rebell On Air im Keller ist jetzt endlich vorbei Ich will im Spot hier vorne sein Ich mach euch an, ihr macht mich an Ihr macht die Handylampen an Fette Show und Lichtermeer Wenn nicht ich, ja dann denn wer? Ohoho Zweimal bitte schneiden, so ein Quatsch Das ist vorbei, ich will im Rampenlicht leuchten Ich mach euch an, ihr macht mich an Ihr macht die Handylampen an Fette Show und Lichtermeer Wenn nicht ich, ja dann denn wer? Ich mach euch an, ihr macht mich an Ihr macht die Handylampen an Fette Show und Lichtermeer Wenn nicht ich, ja dann denn wer? Du hörst mir nicht zu [Esel] Ich will erzählen, warum die Welt sich so entwickelt hat und heute ist, so wie sie ist [Teddy] Ich will erleben, wie eine Halle voller Fans meine Songs singt und feiert [Esel] Ich vertraue auf Fakten, die wichtiger sind als billige Zeilen, weil sie uns Sicherheit bescheren [Teddy] Ich vertraue auf Momente, in denen tosender Applaus einfach alles zum Guten verändern kann [Esel & Teddy] Du hörst mich nicht, du hörst mir nicht zu Oder spreche ich dir einfach viel zu flott Du hörst mich nicht, du hörst mir nicht zu Oder spreche ich dir immer noch zu fast [Esel] Ich liebe es, wenn alle klüger sind als gestern und nicht mit heiserer Stimme nach Hause gehen [Teddy] Ich liebe es, wenn alle Augen leuchten, weil ich den Alltag ein bisschen erleichtert hab‘ [Esel] Ich habe Angst, dass uns beim Größerwerden das Warum verloren geht [Teddy] Ich habe Angst, dass beim Vortragen von Zahlen, Daten und Fakten, das, was uns immer ausgemacht hat, nämlich der Spaß auf der Strecke bleibt [Esel & Teddy] Du hörst mich nicht, du hörst mir nicht zu Oder spreche ich dir einfach viel zu flott Du hörst mich nicht, du hörst mir nicht zu Oder spreche ich dir immer noch zu fast [Esel] Sag mir, hörst du mich noch [Teddy] Sag mir, verstehst du mich [Esel & Teddy] Wir hören uns nicht, wir hören uns nicht zu Esel und Teddy, schlechtere gibt es nicht Wir hören uns nicht, wir hören uns nicht zu [Teddy] Esel M. und Teddy K. sind ein getrenntes Paar Was ihr habt [Leni] Esel, Teddy, ich hab euch die ganze Zeit zugehört, jetzt hört ihr mir mal zu. Ihr schaut die ganze Zeit nach vorne. Redet über Zahlen und Lampen. Über das, was euch fehlt. Und nach hinten. Auf das, was war. Aber manchmal … muss man auch ins Jetzt schauen. Auf das, was ihr habt. Ihr seht nur das, was ihr wollt Und jagt nach Klicks und nach Applaus Schaut nur auf das, was ihr nicht habt Auf die Lücken, nicht das Lachen Ihr denkt, es fehlt euch noch ein Stück Noch ein Plan, noch ein Beweis Habt ihr denn vergessen, seht ihr nicht Was ihr gerade seid, was ihr schon habt [Esel & Teddy] Wie meinst du das denn? [Leni] Schaut, was ihr habt, nicht nur, was ihr wollt Schaut, wer ihr seid, nicht nur, wer ihr wärt Zwischen Liebe und Blödsinn Liegt doch euer ganzes Herz Und genau das ist es Was hier wirklich zählt [Esel] Liebe … [Teddy] Und Blödsinn … [Esel] Ja, das sind wir, das stimmt schon. [Leni] Ihr macht aus Nichts ein großes Ding Aus Quatsch ein kleines Zuhause Ihr stolpert durch die Themenwelt Und n...

Liebe Liebe,deine Schrift ist mir unbekannt.Dieser Abstand, dieser Abstand,er schmerzetund ist mir doch zugleich Arznei wider die Angst.Dieser Augenblick bei dir,tief in meine Seele eingeprägt.Ich wäre gerne ein Ganglehrer,doch, bei Gott, ich bin es nicht.Der Briefwechsel begann.Du erzähltest von dem Entwurf deines Lebens.Nunmehr blick ich durch den Tageleuchter,blicke auf den Gesichtsendigerund weiß,dass es dahinter weitergehe,doch sehen kann ich nicht,wie und wo.Oder liegt allda das Nirgendland?Diese Leidenschaft,war sie Leidenschaftoder Sehnsucht?Du warst wie ein Liebesstein.Das Lustgetöne,so viele Überschneidungen im Lustgetöne, das wir mögendies mag nicht Zufall allein sein.Oder bergen wir uns hinter Mummgesichtern?Deine Mundart,nuff und nunna könnt ich’s hören.Verliebtsein ist Scheidekunst im Körper,durch und durch.Es könnte der Grundstein seinfür ein Schloß,eine Burg,für eine Kutsche, darinnen Bett und Küche.Verfasser dieser Zeilen bin ich nun.Die Zeitblicke vergehen,ich schaue ihnen nach,zähle sie.Was aber ist deine Zeugemutter? (Phillip von Zesen an Maria Becker, 1672) Die Idee für diese Episode lieferte Ali Hackalife in Auch interessant. Zu erratende Begriffe (Achtung, Spoiler!): Allbegriff (entspr. Kosmos) Entgliederkunst (Anatomie) Gesichtsendiger (Horizont) Heilandin (Ärztin) Liebesstein (Magnet) Lustgetöne (entspr. Musik) Meuchelpuffer (Pistole) Nirgendland (Utopia) Obererzvater (Papst) Prunktücher (Teppiche) Schauburg (Theater) Scheidezeichen (Komma) Schiffhalter (Anker) Schweisslöcher (Poren) Tageleuchter (Fenster) weltselig (politisch) Wohllebenskunst (Hygiene) Wortgepränge (Komplimente) Zeitblick (Minute) Zeugemutter (Natur)

Teddy Paella kommt natürlich gar nicht aus Spanien, er kommt aus Ulmenhorst, einem kleinen Städtchen in Niedersachen. Aber das ist seinen Fans egal. Sie lieben ihn. Heute steht er auf, greift zur Zahnbürste und putzt sich die Zähne mit dem Gesichtsausdruck eines Mannes, der später wieder „Handylampen an“ in ein Mikrofon hauen wird. Noch schnell auf Klo, dann zündet er sicherheitshalber noch ein Streichholz an, damit sein Mitbewohner nichts merkt. Er packt einen Stapel mit Papieren, seine Setlist, lose Zettel, notdürftig mit einer Büroklammer zusammengeheftet. Dann macht er sich ein alkoholfreies Bier mit einem Kronkorken auf, zieht geschniegelt den Reißverschluss seiner Hose hoch und klappt das Revers seines glänzenden Sackos um. In der Küche holt er einen Kaffeefilter aus dem Schrank, entscheidet sich dann aber doch für Kamillentee im Teebeutel. Wegen des Magens. (Er würde nie „wegen dem Magen“ sagen, Sprache ist sowas wie sein Elixier.) Mit dem Kugelschreiber kritzelt er letzte Änderungen in seine Lyrics: „hier Hüfte“, „hier Augen zu“, „hier lasziv ins Publikum zeigen“. Dann macht er seine Schuhe mit Klettverschluss zu, weil Leidenschaft gut ist, aber Bücken schlecht. Zum Schluss klebt er noch ein paar Post-its an seine Liedtexte: „Sonnenbrille auf“, „Olé rufen“, „bedeutungsvoll schweigen“. Und dann fährt Teddy Paella los, der Mann, der klingt wie Benidorm und aussieht wie Ulmenhorst in Pink. Heute wird er es wieder mal sein, alles in einer Person: Bühne, Gott, Rebell.

Es war ein milder Tag, nicht mehr Winter und noch nicht ganz Frühling, einer dieser Tage, die vor Freundlichkeit strotzen, in einer freundlich übertriebenen Art, an denen selbst ein stiller See aus ehemaligem Tagebau eine Bedeutungsschwere bekommt. Über dem Wasser lag Ruhe, über der Landschaft ein besänftigender Ernst. Zwei Herren, seit Jahren in eigentümlicher Freundschaft verbunden, gingen dort spazieren. Sie waren Flaneure, Menschen, denen nicht das Ziel wichtig ist, sondern das Gehen, Schauen und Sprechen. Dass sie dabei nackt waren, verlieh dem Ganzen nichts Anstößiges, sondern eher etwas Unschuldiges, Absonderliches , als wollten sie erproben, wie wenig es braucht, um sich einer Landschaft verbunden zu fühlen. Während sie am Ufer entlangschritten, sprachen sie über Seen und Inseln, über Urlaubstypen, Wind und darüber, wie nah einem ein Ort kommen kann, den man vorher kaum kannte. Aus Scherz wurde Nachdenklichkeit, aus einem kleinen Ratespiel beinahe eine Erkenntnis. Schließlich blieben sie stehen und blickten aufs Wasser. Der See war nicht großartig, aber von jener stillen Art Schönheit, die keinen Eindruck machen will und gerade deshalb eindrucksvoll ist. Und vielleicht, so dachten sie, ist Freundschaft am Ende nichts anderes, als gemeinsam um einen See zu gehen, nackt womöglich, und für einen Augenblick zu glauben, das sei eine große Reise. Karte

Es schienen so golden die Sterne,Am Fenster ich einsam standUnd sah aus weiter FerneDie Bilder im stillen Land. Das Herz mir im Leibe entbrennte,Da hab’ ich mir heimlich gedacht:Ach, wer doch mitreisen könnteIn der prächtigen Frühlingsnacht! Zwei gute Gesellen gingenVorüber am Bildschirmrand,Ich hörte im Klicken sie singenDie stille Gegend entlang: Von schwindelnden Straßenschluchten,Wo Lampen leuchten bei Nacht,Von Webcams, die aus den FernenUns zeigen die Welt in Pracht. Sie sangen von Inselgestaden,Von Bergen im Dämmerschein,Von Städten, die über dem WasserIm flimmernden Dunkel sein, Wo Menschen am Fenster lauschen,Wann neuer ein Livestream erwacht,Und Straßen und Plätze rauschenIn der prächtigen Frühlingsnacht. Abbey Road Tokyo Loch Ness Feuerland Titicacasee Alaska Meckenheim Hawaii Osterinsel New York