
Hosted by Soenke Scharnhorst · DE

Willkommen zum Rewrite Podcast, dem Science-Fiction-Lese- und Schreib-Podcast. Heute mit Jürgen. Hallo, Jürgen. Hallo, Sönke. Hallo. Wer ist denn da noch? Fabian. Fabian. Sorry, sorry, sorry. Hallo, Fabian, und hallo, Welt da draußen. Ist schon super eigentlich. Sollen wir noch mal anfangen? Nee, das haben wir. We do it live. Wir reden heute über ein Buch, auf das wir alle voll Bock hatten. Es hat uns super gefallen. Ich glaube, das ist eines der besten Bücher, die ich dieses Jahr gehört beziehungsweise gelesen habe: Project Hail Mary von Andy Weir. So, Weir machen – das könnt ihr in den Kapitelmarken sehen – wir jetzt erst mal einen spoilerfreien Teil. Dann gibt es, sagt Fabian, ein bisschen was zu Andy. Und dann kommt der Spoilerteil. Und die Kapitelmarken zeigen dann: Wir reden über Der Marsianer, wir reden über Artemis, wir reden natürlich über Hail Mary mit einer Zusammenfassung vom wunderbaren Jürgen, mit seinen wunderbaren Zusammenfassungen. Das ist wunderbar, dass du das so sagst, Sönke. Genau. Ja, ich finde das so toll, wie Mirko das immer macht bei Axel. Ja, ich bin auch voll neidisch. Okay, so. Und dann reden wir ein bisschen über die Sprache und den Twist am Ende. Und ein bisschen darüber, was uns gut gefallen hat, und vielleicht, wenn man noch nichts von Andy Weir gelesen hat, was vielleicht der beste Roman ist, um anzufangen. Gut, ich habe da voll Lust drauf. Habt ihr auch Lust? Auf jeden Fall. Ach ja. Gut, dann schauen wir mal an. So, Jürgen, du bist ja nicht so begeistert. Wie bist du zu dem Roman gekommen? Tatsächlich habt ihr gesagt, ich soll das lesen. Ich habe nicht gesagt, ich soll das lesen. Das ist tatsächlich eher so eine literarisch-philosophische Kurzgeschichte. Also schon was anderes. Sehr empfehlenswert aber. Okay, das kannte ich auch nicht. Ich werde es mir auf jeden Fall jetzt gleich nach der Sendung geben. Danke. Dann ist es ziemlich unterschiedlich, weil ich hätte eigentlich erwartet, dass jeder Der Marsianer gelesen hat. Ja, ich ja schon. Ja, du ja schon. Also, ich weiß gar nicht, vielleicht hat Jürgen mir Der Marsianer empfohlen. Ich weiß es nicht mehr. Mir wurde auf jeden Fall Der Marsianer empfohlen. Ja, also wir haben darüber gesprochen beim Inlineskaten. Daran erinnere ich mich. Und du hattest, glaube ich, aber dann erzählt, du würdest das schon kennen. Ich habe halt gesagt: Ja, ich habe jetzt endlich auch Der Marsianer durch. Und kurz gesagt: Wird es mir manchmal ein bisschen zu viel mit seinem wissenschaftlichen Gequatsche, also dass er wirklich alles kleinklein erklärt. An manchen Stellen habe ich mir so gedacht: Okay, wird schon stimmen, so genau wollte ich es gar nicht wissen. Also so ist es mir manchmal beim Marsianer gegangen. Und das hast du aber auch bestätigt, glaube ich. Ja, aber ich finde halt, für mich ist es so dieser Hard-Sci-Fi-… Warum du das Wort „Porn“ immer so überbetonst, auch bei „Hopepunk“? Nein, nur im Fall von Andy Weir bin ich der Meinung – und ich erkläre es auch später –, dass das kein Hopepunk ist. Weil, wo ich sage: Wir können das – das kann ich gleich vorziehen –, es würde so nicht laufen. Ja, bei Der Marsianer ist es unglaublich lucky, und man glaubt das auch. Aber bei Hail Mary – das würde nie so funktionieren. Never. Never ever. Deswegen wollte ich es vergleichen auch mit Don’t Look Up. Das ist eher so die Version, wie ich glaube, dass es laufen würde. Meiner Meinung nach läuft es so, und meiner Meinung nach würde es auch so laufen, wenn die Erde vor einer Katastrophe stehen würde und wir laufen da sehenden Auges rein. Und in Project Hail Mary passiert das halt nicht. Es ist eine weltweite Katastrophe und alle tun das Richtige, indem sie eine einzige Person damit beauftragen und alle Macht geben, zu machen, was notwendig ist. Und diese Person tut es dann auch wirklich. Es ist sehr schön und sehr, sehr toll. Und dann reden wir auch später darüber. Der Marsianer ist sein erster Roman. Er hat ihn auf seiner Homepage veröffentlicht, Stück bei Stück, dann hat er ihn am Ende als Selfpublisher rausgebracht. Und das ist dann so gut gelaufen, dass ein Verlag ihn auch noch mal rausgebracht hat. Mit Matt Damon – von dem ich nicht weiß, ob ich ihn gesehen habe oder nicht, weil ich einfach nur diesen Roman in meinem Kopf habe. Ich nehme an, ich habe ihn gesehen, aber der Roman ist so gut, so gut kann der Film gar nicht sein. Wobei ich ziemlich sicher bin, dass der Film auch nett ist. Matt Damon spielt ja sonst immer ganz gut. Ich habe aber nichts Gutes gehört über Artemis. Und wie Jürgen schon gesagt hat: Es wird von dir als Autor ja auch erwartet, dass du so schreibst, wie du schreibst, damit du in deinem Stil drin bist. Wie Jürgen gesagt hat: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand ist ein ganz toller Roman und würde ich auf jeden Fall empfehlen. Es ist keine Science-Fiction, nicht mal Märchen. Aber der Autor hat dann noch ein paar Romane geschrieben, und wenn du den zweiten Roman dann auch hattest, dann wirkt er schon bemüht. Also bei Die Analphabetin, die rechnen konnte geht es dann genauso halt abskurril und so weiter. Und das tun die meisten Menschen halt: mehr vom Selben erwarten. Sonst würde ja niemand Fast and Furious gucken oder Transformers oder so. Star Wars, for that matter. Und bei Andy Weir ist das auch so. Andy Weir hat seine Art, wie er schreibt. Und er hat das auch erklärt. Man hat ihm gesagt, dass sein Hauptcharakter bei Der Marsianer halt zu gradlinig ist, dass der nie verzweifelt, dass der keine schlechten Eigenschaften hat. Deswegen hat er dann seinem Hauptcharakter in Artemis schlechte Eigenschaften gegeben. Was nur darauf hinausläuft, dass die meisten der Leute, die Reviews gegeben haben, den Hauptcharakter nicht mochten. Und wenn du dich nicht identifizieren kannst mit dem Hauptcharakter, dann ist das schlecht. Hast du nicht irgendwie gesagt, es würde einen spoilerfreien Teil geben und bla bla bla? Jetzt quatschst du die ganze Zeit – also ich will dich nicht kritisieren. Doch, ich mach es, ich kritisiere dich. Ich bin ja in der Zeit, aber richtig schön kreuz und quer. Das ist alles Zeug, was ich aus spoilerfreien Reviews habe, weil ich hab – ihr habt gesagt, es sei spoilerfrei. Ich hab’s ja nicht gehört. Dann der Teil, in dem du mir erzählst, dass ich es trotzdem lesen sollte, wo ich mich echt freue, weil wenn es dir gefallen hat, gefällt es mir normalerweise auch. Ja, aber wo du zum Beispiel jetzt darüber sprichst – also wenn du jetzt Project Hail Mary vergleichst mit Don’t Look Up und Don’t Look Up deiner Meinung nach die politische Version ist, dass wenn die gesamte Welt vor der Auslöschung stünde oder das weiß-ich-komplett-versaut, dann hast du gesagt, das Zepter wird dann einer Alleinherrscherin gegeben. Und da hab ich eben, bevor die Mikrofone an waren, gesagt: Du wünschst dir also eine Diktatorin. Und da hast du gesagt: Nein. Aber da hab ich’s gedacht, weil jemand, der alleine über alles entscheidet, das ist ein Diktator beziehungsweise eine Diktatorin. Und dann hast du gesagt: Ja, nee, mhm, okay, das glauben Diktatoren auch mal von sich. Fein, gebe ich dir, reden wir später drüber. Können wir später reden? Aber damit verrätst du schon, was in dem Roman vorkommt. Das ist das, was ich meinte. Ich hab extra nachgeguckt. Man sagt: Das erste Drittel eines Romans legt man an. Und ich hab auch geguckt, das ist nachgelesen. Du würdest schon den ersten Twist verraten, den ich nicht verraten möchte. Weil es schon die zweite Sicht verrät. Okay, okay. Deswegen machen wir jetzt auf. Für mich, meiner Seite nach, das passiert relativ am Anfang, ganz am Anfang von dem Buch. Ich sag jetzt nicht mal, worum es da geht. Wir fangen jetzt an mit Florian – und zwar Fabian. Fabian, wie komm ich auf Florian? Ich werde oft Florian genannt. Ich werde alles Mögliche genannt. Du glaubst nicht, was man… Wie deine Frau dich nennt, wollen wir gar ...

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