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Am 9.6.1891 erreicht Paul Gauguin Tahiti - und findet statt Paradies die koloniale Realität. Doch warum schaffen seine Werke einen Mythos, der bis heute unser Bild prägt?In diesem Zeitzeichen erzählt Laura Dresch:warum Paul Gauguin 1891 nach Tahiti reist,wieso sein Traum vom unberührten Südseeparadies schon bei der Ankunft zerbricht, wie seine Bilder bis heute unsere Vorstellung von Tahiti prägen.Als Paul Gauguin am 9. Juni 1891 in Papeete ankommt, sucht er tropische Natur, Ursprünglichkeit, ein Leben fern von Paris, Kunstmarkt und Industrialisierung. Doch am Hafen erwartet ihn nicht die erträumte Wildnis, sondern französische Architektur, koloniale Verwaltung und europäische Mode. "Das war ja Europa", notiert er enttäuscht. Gauguin bleibt trotzdem. In einem Dorf beginnt er, Tahiti in kräftigen Farben neu zu erfinden: Fischerinnen, Gärten, Rituale, Frauen am Strand. Doch viele dieser Bilder zeigen nur eine Collage aus Fantasie und kolonialen Klischees. Gauguin wird damit zum Wegbereiter der Moderne und zugleich zum Schöpfer eines Mythos, der das europäische Bild der Südsee bis heute prägt.Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:Dr. Nadine Engel (Museum Folkwang)Paul Gauguin: Noa Noa, Paris 1901 Georg-W. Költzsch (Hrsg.): Paul Gauguin. Das verlorene Paradies (Ausstellungskatalog Museum Folkwang Essen; Neue Nationalgalerie Berlin), Essen 1998Raphaël Bouvier und Martin Schwander (Hrsg.): Paul Gauguin (Ausstellungskatalog Fondation Beyeler, Riehen/Basel), Riehen/Basel 2015Ralph Gleis und Anna Kærsgaard Gregersen (Hrsg.): Paul Gauguin. Why are you angry? (Ausstellungskatalog Alte Nationalgalerie Berlin), Berlin 2022Weiterführende Links:Zeitzeichen: Kolonialismus kitschig verklärt: Frieda von BülowZeitzeichen: Renoir: Mit angebundenen Pinseln malt er gegen den SchmerzZeitzeichen: Blaue Pferde, neue Kunst: Franz Marc (geb. am 8.2.1880)Zeitzeichen: Der Todestag des Malers August Macke (am 26.9.1914)Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Laura Dresch Redaktion: Matti Hesse

1886 erfindet Julius Maggi eine Würze, die Fleischgeschmack vortäuscht. Er macht Geschmacksverstärker zum beliebten Massenprodukt und begründet so ein Lebensmittel-Imperium.In diesem Zeitzeichen erzählt Kay Bandermann:wie Julius Maggi mit seiner Würze den Geschmack der Industrialisierung erfindet, weshalb eine kleine braune Flasche bis heute in fast jedem Küchenschrank steht, wieso ausgerechnet der Wunsch nach Fleisch die berühmte Maggi-Würze hervorbringt.Sie ist klein, kantig und unverwechselbar: die Maggi-Flasche. Seit 140 Jahren gilt die Rezeptur ihres Inhalts als streng gehütetes Geheimnis. Entwickelt wird die Würze in einer Zeit, in der viele Menschen wenig Geld, wenig Zeit und oft nur fades Essen haben. Denn mit der Industrialisierung verändert sich auch die Küche. Fertigprodukte halten Einzug in den Alltag. Der Schweizer Unternehmer Julius Maggi erkennt früh, wonach sich die Menschen sehnen: nach schnellen Mahlzeiten mit kräftigem Geschmack. 1886 entwickelt er die dunkle Würzsoße, die einfachen Suppen ein „fleischiges“ Aroma verleiht – auch ohne Fleisch. Das sind unsere Interviewpartner:Norbert Reiter, Geschäftsführer Maggi DeutschlandProf. Dr. Gunther Hirschfelder, Kulturhistoriker (Uni Regensburg)Prof. Dr. Sascha Rohn, Lebensmittel-Chemiker (TU Berlin)Weiterführende Links:Zeitzeichen: Eiskalte Revolution - Beginn der Tiefkühlkost-ÄraZeitzeichen: Einmachen in Blech - Nicolas Appert, Erfinder der KonservendoseZeitzeichen: 05.09.1949 - Der Tag, an dem Deutschland das Einkaufen neu lernteWelches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Kay BandermannRedaktion: Carolin Rückl und Matti HesseTechnik: Sarah Fitzek, Michael Franke und Sascha Schiemann

Die Welt kennt Oskar Schindler und seine große Rettungstat. Kaum jemand kennt den Mann, der ihm ganz entscheidend dabei geholfen hat: Mieczyslaw Pemper (gest. am 7.6.2011).In diesem Zeitzeichen erzählt Herwig Katzer:wie Mietek Pemper im Büro des KZ-Kommandanten Amon Göth täglich zwischen Todesgefahr und Überleben pendelt,warum ausgerechnet seine Kenntnisse von Schreibmaschine und Kurzschrift später mehr als 1200 Menschen das Leben retten, weshalb Oskar Schindlers berühmte Liste ohne Pemper vermutlich nie entstanden wäre.Mietek Pemper ist kein Held, der sich selbst in den Mittelpunkt stellt. Die Arbeit des gebürtigen Krakauers im Büro des KZ-Kommandanten ist Zwangsarbeit. Und doch verschafft ihm genau diese Position Zugang zu Informationen, die über Leben und Tod entscheiden werden. Während draußen Menschen deportiert und ermordet werden, arbeitet Pemper im Zentrum der nationalsozialistischen Vernichtungsmaschinerie. Gemeinsam mit Oskar Schindler nutzt er geschönte Statistiken und gefälschte Produktionszahlen, um jüdische Zwangsarbeiter vor Auschwitz zu bewahren. Durch den Film "Schindlers Liste" wird die Geschichte weltweit bekannt – doch den klugen Kopf dahinter kennt lange kaum jemand.Das sind unsere wichtigsten Quellen:Viktoria Hertling: Mietek Pemper. Der kluge Kopf hinter Oskar Schindlers Liste, Berlin 2020Mietek Pemper, Viktoria Hertling und Marie Elisabeth Müller: Der rettende Weg. Schindlers Liste - Die wahre Geschichte, Hamburg 2005Weiterführende Links:Zeitzeichen: Emilie Schindler (Geburtstag 22.10.1907)Zeitzeichen: René Carmille: Mit Lochkarten gegen Hitler?Zeitzeichen: Widerstand als Lebensweg - Lisa FittkoZeitzeichen: Widerstand im Ring - Sinto-Boxer Rukelie TrollmannWelches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Herwig KatzerRedaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak

Im Juni 1946 senden die USA die ersten CARE-Pakete nach Europa, um die die Not der Menschen zu lindern. Vor allem in Deutschland werden sie zum Symbol der Nachkriegszeit.In diesem Zeitzeichen erzählen Ulrich Biermann und Veronika Bock:über die Hungersnot in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg,wie die Besatzer die Ernährung der Bevölkerung auch für ihre politischen Zwecke nutzen, warum die Care-Pakete nicht nur den Hunger stillen. US-Präsident Harry S. Truman geht mit gutem Beispiel voran und kauft persönlich 100 Care-Pakete. Und er ruft die amerikanische Bevölkerung auf, es ihm gleichzutun. Initiiert wird die Aktion von der "Kooperative für amerikanische Hilfslieferungen nach Europa", kurz CARE.Erst freuen sich die Franzosen über die Extra-Portion Zucker, Fleisch & Co. Am 6. Juni 1946 heben die USA dann das Verbot auf, Pakete ins besetzte Deutschland zu schicken. Bereits einen Monat später legt der erste Hilfsfrachter in Bremerhaven an. Ein Paket sei wie ein Lottogewinn gewesen, berichten Empfänger später über die Hilfslieferungen. Bis 1960 erreichen 100 Millionen Care-Pakete Europa, zehn Millionen davon gehen nach Deutschland.Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:Kerstin Bandsom, Leiterin Kommunikation bei CARE DeutschlandKarl-Otto Zentel, Geschäftsführer CARE DeutschlandThorsten Smidt, Ausstellungsdirektor der Stiftung Haus der Geschichte, BonnKlaus Naumann: Nachkrieg in Deutschland, Hamburg 2001Johannes-Dieter Steinert: Nach Holocaust und Zwangsarbeit. Britische humanitäre Hilfe in Deutschland, Osnabrück 2007Hermann Glaser: 1945. Beginn einer Zukunft, Frankfurt am Main 2005Weiterführende Links:Zeitzeichen: 01.05.1950 - Das Ende der Lebensmittelkarten in der BundesrepublikStichtag: 30. Dezember 1947 - Kälte- und Hungerwinter in DeutschlandStichtag: 26. Oktober 1945 - Beginn der "Aktion Storch"Hilfsorganisation CareWelches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autoren: Ulrich Biermann und Veronika BockRedaktion: Matti Hesse

Er liebt die Natur, kämpft mit Schulden und schreibt Musik voller Dramatik: Carl Maria von Weber gilt als Wunderkind, Hallodri und Visionär. Er stirbt am 5. Juni 1826. In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vratz:wie aus dem Hallodri Weber ein kühler Stratege wird, warum sich der Komponist von nationalistischen Strömungen fernhält,an welcher Krankheit Weber mit nur 39 Jahren stirbt.Carl Maria von Weber wird mit Talent geboren: Bei der Uraufführung seiner Oper "Abu Hassan" ist er gerade einmal 24 Jahre alt. Der junge Komponist gilt als gesellig und umtriebig. Man trifft und hört ihn in München, Wien und Prag. Zur Ruhe kommt Weber 1817 an der Oper in Dresden: Dort heiratet er die Sängerin und Schauspielerin Caroline Brandt und komponiert sein Meisterwerk "Der Freischütz". Die packende Geschichte mit den eingängigen Melodien ist schon bei der Uraufführung 1821 ein Riesenerfolg. Danach kann der erkrankte Weber nur noch zwei weitere Opern vollenden: "Euryanthe" und "Oberon". Er stirbt am 5. Juni 1826 auf einer Londonreise.Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:Prof. Dr. Johannes Veit (Musikwissenschaftler, Detmold)Carl Maria von Weber: Briefe. Hg. v. Hans Christoph Worbs. Frankfurt a.M. 1982Carl Maria von Weber: Kunstansichten. Ausgewählte Schriften. Hg. v. Karl Laux. Leipzig 1969Max von Weber: Carl Maria von Weber. Ein Lebensbild, Bd. 1-3, Leipzig 1864-1866Christoph Schwandt: Carl Maria von Weber in seiner Zeit. Eine Biografie. Mainz 2014Weiterführende Links:Carl Maria von Weber: Gesamtausgabe (Homepage) 'Zeitzeichen: 18. Juni 1821 - Uraufführung von Carl Maria von Webers "Der Freischütz"Werkeinführung: Weber Oberon-OuvertüreWerkeinführung: Carl Maria von Weber - Konzert Nr. 1 f-Moll für Klarinette und Orchester op. 73Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christoph VratzRedaktion: Sefa Inci Suvak

Das Massaker im nepalischen Königshaus von 2001 brachte mit Gyanendra Bir Bikram einen König hervor, den das Volk auch beim zweiten Mal nicht auf dem Thron wollte.In diesem Zeitzeichen erzählt Murat Kayı:über die Gerüchte, dass Gyanendra den Mord an der Königsfamilie eingefädelt haben könnte, warum er als König sowohl die Maoisten als auch die demokratischen Kräfte im Land gegen sich aufbringt,warum es in Nepal noch Sympathisanten für Gyanendra gibt, weshalb Nepal dennoch die Monarchie abgeschafft hat.Was genau am 1. Juni 2001 im Königspalast in Nepal geschehen ist, darüber wird bis heute spekuliert. Offiziellen Angaben zufolge hat Königssohn Dipendra seine Eltern, weitere Verwandte und am Ende sich selbst erschossen. Angeblich aus Wut, weil König Birendra gegen die Hochzeit mit einer Bürgerlichen ist. Nutznießer der Tragödie ist der Onkel des Amokschützen und Bruder des getöteten Königs: Gyanendra steigt am 4. Juni 2001 zum König von Nepal auf - und übernimmt ein vom Bürgerkrieg zerrissenes Land. Er schafft es nicht, das Land zu befrieden, sondern vergrößert durch sein Machtstreben die Kluft. Schließlich muss Gyanendra 2006 auf Druck der Bevölkerung abdanken. Das sind unsere Interviewpartner:Ram Thapa, Honorargeneralkonsul Nepals in KölnThomas Doehne, Journalist und Berater für EntwicklungshilfeorganisationenWeiterführende Links:Zeitzeichen: Erste Müllsammel-Expedition erreicht Gipfel des Mount EverestWeltspiegel: Nepal - Leben für den BergWelches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Murat KayiRedaktion: Frank Zirpins

Ohne Rennrad und Erlaubnis fährt der 65-Jährige "Stahl-Opa" das 1.700km-Rennen durch Schweden. Er schläft kaum - und gewinnt mit großem Vorsprung. Im Juni 1951 radelt er los. In diesem Zeitzeichen erzählt Kolja Sand:warum Håkansson trotz Verbots einfach hinter den anderen Teilnehmern herfährt,wie der "Stahl-Opa" mit eisernem Willen und kaum Schlaf zur Sensation wird,wie aus einem belächelten Außenseiter plötzlich ein Volksheld wird.Im Juni 1951 startet in Schweden ein Radrennen über mehr als 1700 Kilometer, vom hohen Norden bis in den Süden des Landes. Unter den Teilnehmern ist ein 65-jähriger Mann mit langem weißen Bart, Alltagsfahrrad und einer selbst gemalten Startnummer "0" auf der Brust: Nils Gustaf Håkansson. Eigentlich darf er wegen seines Alters gar nicht mitfahren. Trotzdem fährt er los und wird zur Sensation.Während die anderen Fahrer nachts pausieren, radelt Håkansson weiter. Stunde um Stunde, Tag und Nacht. Bald berichten Zeitungen und Radio im ganzen Land über den bärtigen Radfahrer, der aussehe "wie ein Prophet aus dem Alten Testament". Tausende Menschen warten am Straßenrand auf ihn. Nach 6 Tagen und 14 Stunden erreicht er das Ziel, einen Tag vor allen anderen Fahrern. Aus dem alten Mann mit der selbst gemalten Null wird eine Legende: „Stålfarfar“- der "Stahl-Opa".Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:Rikard Benny Liljegren (Journalist)Bengt Almquist (Leiter einer Ausstellung über Nils Gustaf Håkansson)Danny Kringiel: Der 66-Jährige, der auf sein Rostrad stieg und gewann (Spiegel 2021)Christian Brüngger: Wie Stahl-Opa mit einem Alltagsvelo zur Sensation wurde (Tagesanzeiger 2023)Weiterführende Links:Johanna Museet: Dauerausstellung Nils Gustaf HåkanssonZeitzeichen: Mit Rad und Revolver: Heinrich Horstmann umrundet die WeltZeitzeichen: Fahrrad und Feminismus: die irische Pädagogin Sophie BryantZeitzeichen: Der beste Radrennfahrer seiner Zeit: Eddy MerckxWelches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Kolja SandRedaktion: Carolin Rückl und Matti HesseTechnik: Moritz Raestrup

1926 veröffentlicht die US-Vogue eine Skizze von Coco Chanel: Das "Kleine Schwarze" sprengt modische Regeln, wird zum Symbol der Selbstbestimmung und gilt bis heute als Klassiker.In diesem Zeitzeichen erzählt Steffi Tenhaven:warum Coco Chanels Entwurf von 1926 für die Leserinnen der "Vogue" ein kleiner Skandal ist,wieso ein schlichtes schwarzes Kleid Frauen plötzlich mehr Freiheit und Beweglichkeit verschafft,wie Audrey Hepburn, Prinzessin Diana und Millionen Frauen das "Little Black Dress" zur Stil-Ikone machen.Es ist nur eine schlichte Zeichnung in der "Vogue" von 1926: ein schmales schwarzes Kleid aus leichter Seide, gerade geschnitten. Doch Coco Chanels Entwurf verändert die Modegeschichte. Nachdem Frauen lange in enge Korsetts gezwängt wurden, schenkt das Kleine Schwarze Bewegungsfreiheit und ein neues Selbstbewusstsein. Schwarz, bis dahin vor allem Farbe der Trauer, wird plötzlich modern und elegant. Ob in den Goldenen Zwanzigern, bei Audrey Hepburn in "Frühstück bei Tiffany" oder als legendäres "Revenge Dress" von Lady Diana: Das Kleine Schwarze wird zur Projektionsfläche weiblicher Emanzipation.Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:Grit Seymour, Modedesignerin und Professorin an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW) Gertrud Lehnert: Mode – Theorie, Geschichte und Ästhetik einer kulturellen Praxis, Bielefeld 2013 Gertrud Lehnert: Coco Chanel und Elsa Schiaparelli. Zwei Frauen leben ihren Traum, Berlin 2015Arte: Das Kleine Schwarze (Dokumentation 2016)Arte: Coco Chanel – Leben, Lügen und Legenden (Dokumentation 2023)Weiterführende Links:Zeitzeichen: "Vogue", erste Ausgabe erscheint (am 17.12.1892)Zeitzeichen: Coco Chanel - Mode-Ikone und Nazi-SpioninZeitzeichen: Audrey Hepburn, Schauspielerin (Todestag 20.10.1993)Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Steffi TenhavenRedaktion: Carolin Rückl, Frank ZirpinsTechnik: Nicolas Dohle

Als am 1. Juni 1961 "die Pille" nach Deutschland kommt, warnen Kirche, Ärzte und Politik. Frauenrechtlerinnen feiern sie, andere kritisieren Risiken und Abhängigkeiten. In diesem Zeitzeichen erzählen Ulrich Biermann und Veronika Bock:mit welchen teils absurden und gefährlichen Methoden Frauen über Jahrtausende verhüten, wie die US-amerikanische Frauenrechtlerin Margaret Sanger für Aufklärung und Geburtenkontrolle kämpft, weshalb die Anti-Baby-Pille in Deutschland zunächst nur verheirateten Frauen verschrieben wird.Luft anhalten, rückwärts springen oder Pflanzenextrakte einnehmen: Der Wunsch, Schwangerschaften zu verhindern, ist uralt. Viele sterben an den Folgen von Schwangerschaften oder gefährlichen Abbrüchen. Sichere Verhütung bleibt lange ein Risiko, besonders für Frauen. Anfang des 20. Jahrhunderts beginnt die Krankenschwester und Frauenrechtlerin Margaret Sanger, in den USA öffentlich über Geburtenkontrolle zu sprechen, obwohl Aufklärung damals verboten ist. Ihr Ziel: ein einfaches Medikament, das Frauen selbstbestimmt verhüten lässt.1960 wird die Pille in den USA zugelassen, ein Jahr später kommt sie nach Westdeutschland. Doch die neue Freiheit sorgt für heftige Debatten: Darf Sexualität von Fortpflanzung getrennt werden? Wer bekommt die Pille und wer nicht?Das ist unsere wichtigsten Quellen und unsere Interviewpartnerin:Dr. Uta Fenske, Zentrum für Gender Studies, Uni Siegen und Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung Rebekka Endler: Das Patriarchat der Dinge. Warum die Welt Frauen nicht passt, Köln 2021Weiterführende Links:Zeitzeichen: Mäzenin, Frauenrechtlerin, Influencerin - Ida DehmelZeitzeichen: Gertrud Bäumer, Frauenrechtlerin (Todestag 25.03.1954)bpb: 65 Jahre „Pille“ NDR: 65 Jahre Anti-Baby-Pille - "Keine feministische Errungenschaft"Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autoren: Ulrich Biermann und Veronika BockRedaktion: Sefa Inci Suvak

Sie ist die längste Bahnstrecke der Welt und ein westlicher Traum von Abenteuer. Doch hinter dem Mythos der Transsibirischen Eisenbahn steckt harte Machtpolitik.In diesem Zeitzeichen erzählt Daniela Wakonigg:was die Pariser Weltausstellung von 1900 mit der "Transsib" zu tun hat,wie viele Arbeiter beim Bau der Eisenbahn schätzungsweise ihr Leben verloren haben,was Reisende seit mehr als 100 Jahren auf der Fahrt durch Sibirien erleben,wie viele Kilometer, Zeitzonen, Kontinente und Bahnhöfe die Eisenbahn passiert,weshalb die Transsib bis heute eine Schlüsselrolle in der Geopolitik spielt. Seit mehr als 100 Jahren beginnen Reisen mit der Transsibirischen Eisenbahn am Jaroslawler Bahnhof in Moskau. Für viele Menschen außerhalb Russlands steht die Strecke für endlose Wälder, Zeitlosigkeit und das Versprechen einer Reise durch zwei Kontinente. Diese Vorstellung ist jedoch nicht zufällig entstanden.Schon das Zarenreich bewirbt das Mammutprojekt gezielt im Westen, um Investoren zu gewinnen und Russlands Image zu verbessern. Hinter dem Mythos stehen harte Realitäten: extreme klimatische Bedingungen, Korruption und tiefgreifende Folgen für Sibirien und seine Bevölkerung. Die Transsib wird so zur Lebensader, aber auch zum politischen Werkzeug.Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:Nadine Pungs (Schriftstellerin, Düsseldorf)Frithjof Benjamin Schenk (Professor für Osteuropäische Geschichte und Neuere Allgemeine Geschichte, Universität Basel)Frithjof Benjamin Schenk: Mythos Transsibirische Eisenbahn. Der Traum einer Brücke zwischen Europa und Asien. Bonn 2022Hans Engberding, Bodo Thöns (Hg.): Transsib-Lesebuch. Berlin 2002Weiterführende Links:Planet Wissen: Transsibirische EisenbahnSWR: Von Irkutsk zum Baikalsee und Vom Baikalsee nach MoskauWelches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Daniela WakoniggRedaktion: Emily Jeuckens und David RotherTechnik: Alexander Buske