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Das "Kolonialkochbuch" von 1906 soll deutschen Frauen das Leben in den Kolonien erleichtern. Neben Rezepten liefert es Einblicke in den Rassismus fernab des Kaiserreichs.In diesem Zeitzeichen erzählt Maren Gottschalk:warum deutsche Frauen zu Beginn des 20. Jahrhunderts in die Kolonien ziehen,worum sich der Frauenbund der deutschen Kolonialgesellschaft kümmert,wodurch in den Speiseplänen der Kolonisten Kohlrabi, Äpfel und Spinat ersetzt werden,welche ungewöhnlichen Zutaten in Fleischrezepten zum Einsatz kommen.Olga Rosenberg, die Autorin des ersten deutschen Kolonial-Kochbuchs, arbeitet als geprüfte Kochlehrerin in Berlin und ist wahrscheinlich nie selbst in die Kolonien gereist. Auftraggeber ihres Kochbuchs ist das Kolonialwirtschaftliche Komitee, das die wirtschaftlichen Interessen von Unternehmern, Siedlern und Wissenschaftlern bündelt, und den Alltag von Kolonisten erleichtern will.Das Fleisch des Flusspferdes gilt laut Kochbuch als etwas grob, aber immerhin noch ganz gut genießbar, namentlich das Rückenfleisch. Die Wangen und der Schwanz gelten als hervorragend schmackhaft, auch die Füße werden gern gegessen. Vom Elefanten gelten die Füße und das Herz als schmackhafte, beliebte Gerichte.Nur ein Rezept stößt bei den Leserinnen und Lesern des Kolonial-Kochbuchs auf Protest: Der Affenrücken wird in einer zeitgenössischen Rezension des Kochbuchs kritisiert, weil man sagt, das muss nicht sein. Vermutlich, weil der Affe und Mensch zu nah verwandt sind.Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:Dr. Regina Frisch, Expertin für historische Kochbücher, WürzburgOlga Rosenberg: Kolonial-Kochbuch, Berlin 1906Antonie Brandeis: Kochbuch für die Tropen, Berlin 1907Regina Frisch: Schwarzsauer von einer Ente auf javanische Art. In: Kolonialismus - Imperialismus - Dekolonisation. Beiträge zur Globalgeschichte Nr. 6, herausgegeben von Markus A. Denzel und Mark HäberleinMarianne Bechhaus-Gerst, Mechthild Leutner: Frauen in den deutschen Kolonien, Berlin 2009Livia Loosen: Deutsche Frauen in den Südsee-Kolonien des Kaiserreichs, Bielefeld 2014Weiterführende Links:Planet Wissen: Kolonialismus - Europas KolonienPlanet Wissen: Deutsche Geschichte - Deutsche KolonienZeitzeichen: 12.06.1931 - Der Kölner Zoo stellt "Neukaledonier" als "Kannibalen" ausPlanet Wissen: Wohnen - Die Geschichte der KücheWelches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Maren Gottschalk Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak

Ein schwarzer Tag: der 18. Juli 390 v. Chr. Das Heer wird von den Kelten geschlagen, die Stadt belagert und gedemütigt. Rund um den Tag ranken sich wilde Mythen.In diesem Zeitzeichen erzählt Marfa Heimbach:wie der griechische Historiker Plutarch den Überfall der Kelten auf Rom erklärt,wo der Unterschied zwischen Kelten und Galliern liegt,wie die Furcht vor den Kelten noch Jahrhunderte nach dem Überfall politisch genutzt wird,wie der Historiker Titus Livius die römische Geschichte in Zyklen von rund 400 Jahren einteilt.Schon Wochen vor dem 18. Juli 390 v. Chr. verbreitet sich im alten Rom die Nachricht, dass die Kelten aus dem Norden über die Alpen gezogen und mit Riesengeschrei in Italien eingefallen seien. Jeder Römer weiß auch nach Jahrhunderten noch, was sich an jenem heißen Sommertag des 18. Juli 390 vor Chr. etwa 15 Kilometer nördlich von Rom ereignet. Da, wo das kleine Flüsschen Allia in den Tiber mündet.Die Römer sehen sich umringt von Feinden. Schrecken und Panik verbreiten sich. Zu richtigen Kämpfen kommt es gar nicht. Die Römer fliehen Richtung Tiber, wo viele in den Strudeln ertrinken. Andere retten sich ins benachbarte Veji, wieder andere flüchten zurück nach Rom, zu ihren Frauen und Kindern. Die Kelten fallen in Rom ein. Sie verwüsten die Stadt, morden, rauben und setzen vieles in Brand. Die Römer flüchten mit Waffen, Getreide und Gold hoch auf die Burg und das Kapitol. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:Simon Lentzsch (Althistoriker, Universität Greifswald)Uwe Walter (Althistoriker, Universität Bielefeld)Simon Lentzsch: Roma Victa. Von Roms Umgang mit Niederlagen. Berlin 2019Titus Livius: Ab Urbe Condita. Buch IV-VI., Römische Geschichte. Düsseldorf/Zürich 1991Uwe Walter: Memoria und res publica. Zur Geschichtskultur im republikanischen Rom. Frankfurt 2004Weiterführende Links:Zeitzeichen: 21.04.753 v. Chr. - Romulus gründet RomZeitzeichen 02.10.235 v. Chr.: Pax Romana - 200 Jahre Frieden im Römischen ReichZeitzeichen: 02.08.216 v. Chr.: Schlacht von Cannae zwischen Karthagern und RömernZeitzeichen: 60 n.Chr. - Der Boudicca-Aufstand der Kelten gegen RomBoudicca. Die Keltenkriegerin - Infos und HintergründeWelches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Marfa HeimbachRedaktion: Emily Jeuckens und Sefa Inci SuvakTechnik: Sarah Fitzek

Kämpfer aus aller Welt unterstützen die Spanische Republik nach dem Staatsstreich vom 17.7.1936. Doch die Waffenhilfe von Europas Faschisten für Franco ist zu groß.In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Pfaff:von einer enormen Welle der Solidarität mit der Spanischen Republik,dass das Land schon vor dem Krieg politisch, wirtschaftlich und sozial zerrissen ist,wie Spanien zum idealen Testfeld für den geplanten Luftangriffskrieg der Nazis in Europa wird,wie der Krieg in Kunst und Literatur bis heute weiterlebt.In Spanien herrscht Anfang der 1930er-Jahre eine explosive Stimmung. Verschiedene Gruppen stehen sich gegenüber, Linke und Republikaner sowie Konservative und Militärs. Am 17. Juli 1936 kommt es schließlich zum großen Knall. Unter General Francisco Franco putscht das Militär gegen die republikanische Regierung.Es ist der Beginn eines Bürgerkriegs, bei dem auch Deutschland unter Hitler und Italien unter Mussolini mitmischen. Sie kämpfen auf Seiten der Putschisten und schicken Soldaten- und Fliegerverbände. Der Krieg in Spanien dauert fast drei Jahre, hinterlässt hunderttausende Opfer und eine Diktatur unter Franco. Diese endet 1975, die innere Aussöhnung Spaniens aber lässt da noch lange auf sich warten.Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:Paul Ingendaay, 18 Jahre Kulturkorrespondent der FAZ in SpanienPaul Ingendaay: Entscheidung in Spanien. München 2026George Orwell: Mein Katalonien (1938)Alfred Kantorowicz: Spanisches Kriegstagebuch (1948)Hans-Magnus Enzensberger: Der kurze Sommer der Anarchie. Berlin 1972Weiterführende Links:Stichtag: 20. November 1975 - Francisco Franco stirbt in MadridStichtag: 26. April 1937 - Die "Legion Condor" zerstört GuernicaWelches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Thomas PfaffRedaktion: Frank Zirpins

Am 16.7.1951 erscheint "Der Fänger im Roggen". Ein Welterfolg, der Generationen prägt. J.D. Salinger schrieb Teile im Krieg - ein Trauma, das den Roman verändert. In diesem Zeitzeichen erzählen Markus Harmann und Joachim Heinz:wie Salingers Kriegserlebnisse den Roman prägen,von seiner Begegnung mit Ernest Hemingway,warum das Buch fast nicht erschienen wäre,wer genau dieser "Fänger im Roggen" eigentlich ist."Der Fänger im Roggen" ist ein Roman, der Generationen prägt. Erschienen am 16. Juli 1951, wird das Buch bis heute mehr als 65 Millionen Mal verkauft. Und das, obwohl es aufgrund seiner derben Wortwahl zensiert, entstellt und gekürzt wird, wie kaum ein zweiter amerikanischer Roman des 20. Jahrhunderts. Der englische Originaltext enthält 44 Mal das Wort "fuck" und 255 Mal das Wort "goddam".Das Buch handelt von einem 16-jährigen Ausreißer, der durch New York irrt und gegen die Welt der Erwachsenen rebelliert. Der Autor ist J.D. Salinger. Teile des Romans schreibt er im Zweiten Weltkrieg, manchmal direkt an der Front. Nach dem Erfolg dieses ersten und einzigen Romans verschwindet Salinger von der Bildfläche. Sein Werk aber wirkt bis heute nach.Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:Kenneth Slawenski, Salinger-Biograf Alfred Hornung, Professor für Amerikanistik am Obama Institute for Transnational American Studies an der Uni MainzKenneth Slawenski: Das verborgene Leben des J.D. Salinger. Berlin 2012David Shields/Shane Salerno: Salinger - Ein Leben. München 2013Jerome D. Salinger: Der Fänger im Roggen. Boston 1951Jerome D. Salinger: The Magic Foxhole, 1944/45 (Kurzgeschichte)Weiterführende Links:Stichtag: 16. November 1944: Schwerste Schlacht im Hürtgenwald beginntStichtag: 6. Juni 1944 - Alliierte landen in der NormandieWelches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autoren: Markus Harmann und Joachim HeinzRedaktion: Matti HesseTechnik: Thomas Bleul

Lee Miller erlebt den Zweiten Weltkrieg als Fotografin. Am 15.7.1941 druckt die US-Vogue ihr Bild "Fire Masks". Ihr Weg führt sie immer tiefer in die Schrecken des Krieges.In diesem Zeitzeichen erzählt Irene Geuer:wie Lee Miller im Frühjahr 1941 das Foto "Fire Masks" in London aufnimmt,warum die darauf gezeigten zwei Frauen dem Leitspruch "Beauty and Duty" entsprechen, was Lee Miller an die Front zieht,wieso sie sich in Hitlers Badewanne fotografieren lässt.Der Legende nach wird Lee Miller auf den Straßen von New York als Model entdeckt. Das Lächeln vor der Kamera genügt ihr bald nicht mehr. Sie sucht sich den seinerzeit berühmtesten Fotografen Man Ray als Lehrer und trifft durch ihn die Pariser Avantgarde und Surrealisten. Deren Bildsprache überträgt sie in die Fotografie.Mit Willensstärke schafft es Lee Miller, sich als US-Kriegsreporterin zu akkreditieren. Sie dokumentiert die Landung in der Normandie und Befreiung von Konzentrationslagern. Berühmt wird das Foto von ihr in Hitlers Badewanne: mit den noch von Dachau verschmutzten Stiefeln, aufgenommen von David Scherman. Ein inszenierter, stiller Triumph über das Regime. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:Evelyn Urban, Institut für Kunst- und Musikwissenschaften, Uni GrazProf. Dr. Robert Bering, Professor für Rehabilitationswissenschaften an der Uni KölnLee Miller: Krieg – Mit den Alliierten in Europa, herausgegeben von Antony Penrose. München 2015. Evelyn Urban: Eine Amerikanerin fotografiert das Kriegsende und nimmt ein Bad in Hitlers Wanne: Lee Millers Kriegsfotografien 1945, Masterarbeit. 2023.Antony Penrose: Immer lieber woanders hin – das Leben der Lee Miller. Berlin 2023.Weiterführende Links:Stichtag: 6. Juni 1944 - Die Alliierten landen in der NormandieZeitzeichen: 01.08.1910: Geburtstag der Fotografin Gerda TaroWelches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Irene GeuerRedaktion: Frank Zirpins

In der Nacht zum 14.7.1881 wird in einem Schlafzimmer in New Mexico Billy the Kid erschossen. Er wird nur 21 Jahre alt. Seine Revolverhelden-Legende lebt bis heute.In diesem Zeitzeichen erzählt Burkhard Hupe:warum aus Henry McCarty der gefürchtete Revolverheld „Billy the Kid“ wird,ob Billy mit zwölf Jahren wirklich schon seinen ersten Mord begeht,dass die klassischen Showdowns auf der Hauptstraße wohl Hollywood-Erfindungen sind,wie Zeitungen, Groschenromane und Songs seinen Mythos größer machen als sein echtes Leben.Wie viele Menschen Billy the Kid tatsächlich umgebracht hat, ist unklar. Verlässliche Quellen sind rar: Zeitungen drucken im 19. Jahrhundert Sensationen, ohne Fakten genau zu prüfen, und selbst Gerichtsakten sind von Machtinteressen geprägt.Fest steht: Der früh verwaiste Billy verdient seinen Lebensunterhalt bald auch mit Diebstählen und Gewalt. Im „Lincoln County War“ wird er zum Regulator in einem blutigen Konflikt um Land, Vieh, Monopole und politische Macht im Süden der USA.Nach Kriegsende bleibt er der einzige steckbrieflich gesuchte Revolverheld – und auf seinen Kopf werden 5.000 Dollar ausgesetzt, tot oder lebendig. Sein früherer Weggefährte Pat Garrett entscheidet sich für „tot“: In der Nacht vom 13. auf den 14.7.1881 erschießt er Billy in einem Haus bei Fort Sumner.Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:Prof. Michael Hochgeschwender, Universität MünchenPat F. Garrett: Das wahre Leben von Billy the Kid, SharpInk 2025Bill O’Neil: Billy the Kid und seine Brüder. Frankfurt 1979Geo Epoche: Der Wilde Westen, Nr. 68, 09/2014Weiterführende Links:Zeitzeichen: 1.8.1903 - Todestag der Western-Legende Calamity JaneZeitzeichen: 18.6.1880 - Schweizer Kaufmann und Auswanderer John Sutter stirbt Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Burkhard HupeRedaktion: Christoph Tiegel und Matti Hesse

Vor allem aus Solidarität mit andernorts streikenden Kollegen legen am 13. Juli 1901 auch viele Glasmacher der Gerresheimer Hütte für Wochen ihre Arbeit nieder. Und verlieren am Ende alles.In diesem Zeitzeichen erzählt Marcela Drumm:über den rebellischen Geist der Arbeiter im Düsseldorfer Stadtteil Gerresheim, warum die Werkswohnungen der Hütte alle ein Zimmer ohne Fenster haben, dass die Arbeiter eine eigene Sprache, das "Hötter Platt", entwickelt haben, wie es mit der Gerresheimer Glashütte nach dem Streik weitergeht.Im Juni 1901 ruft der Verband der Glasarbeiter zum landesweiten Generalstreik auf. Die Arbeiter der Gerresheimer Glashütte stehen vor einer schwierigen Entscheidung: Sollen sie aus Solidarität mitstreiken, obwohl es ihnen dank zahlreicher Sozialeinrichtungen vergleichsweise gut geht?Dennoch legt auch in Düsseldorf rund die Hälfte der Flaschenmacher die Arbeit nieder. Der Gerresheimer Fabrikherr Heinrich Heye reagiert rigoros. Streikende müssen samt Familien die Werkswohnungen räumen. Und während wochenlange Konflikt viele Arbeiter ins Elend stürzt, wird am vollautomatischen Flaschenautomat getüftelt, der ihre Arbeit bald überflüssig machen wird.Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:Dorothee Krings, Journalistin und Autorin "Tage aus Glas"Harald Peters, ehemaliger Arbeiter der Gerresheimer GlashüttePeter Schulenberg, Förderkreis Industriepfad GerresheimWeiterführende Links:Stichtag: 18. Januar 1920 - Betriebsrätegesetz wird verabschiedetStichtag: 1. Mai 1919 - Der 1. Mai wird Feiertag in DeutschlandRheinische Industriekultur: Glashütte Gerresheim Mediathek-Tipp:Deutsch. Jüdisch. Sicher? – Maccabiah. Sportfest im KriegWelches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Marcela DrummRedaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak Technik: Christiane Blanke

Was wir mit "Zen" verbinden, ist auch das Werk eines Mannes: D.T. Suzuki (gestorben am 12. Juli 1966) exportierte den Zen-Buddhismus in den Westen - mit Folgen bis heute.In diesem Zeitzeichen erzählt Sabina Zollner:was US-Schriftsteller Jack Kerouac mit der D. T. Suzuki und der Verbreitung des Zen zu tun hat,warum die Ideen von D. T. Suzuki Intellektuelle, Beat-Autoren und Hippies faszinieren,weshalb Suzukis Verständnis von Erleuchtung oft missverstanden wird,wie aus klösterlicher Praxis ein globaler Achtsamkeitstrend entsteht.Daisetz Teitaro Suzuki wächst im Japan des 19. Jahrhunderts auf und findet erst über Umwege zum Zen. Später wird er zu einem der wichtigsten Vermittler zwischen östlicher Spiritualität und westlicher Philosophie. Seine Version von Zen spricht ein Publikum an, das sich nach individueller Erfahrung sehnt.Mit seinen Vorträgen und Schriften begeistert er ein Publikum, das nach Sinn jenseits traditioneller Religion sucht. Damit prägt er die moderne Vorstellung von Spiritualität bis heute.Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:Professorin Inken Prohl (Religionswissenschaftlerin und Japanologin, Universität Heidelberg)Robert Goldmann (Zen-Lehrer, Buddhistische Gesellschaft Berlin)Inken Prohl: Zen für Dummies. Weinheim 2010Winthrop Sargeant: The Great Simplicity. New York 1957Eric Cunningham: D. T. Suzuki - A Biographical Summary. Ann Arbor 2015Weiterführende Links:Das Philosophische Radio: Inwieweit prägt das Denken des Buddhismus die abendländische Kultur?Planet Wissen: BuddhismusSWR: Krank durch Meditation? Die unbekannten Gefahren der AchtsamkeitWelches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.Die Macherin und der Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Sabina ZollnerRedaktion: Matti Hesse

Friedrich Wilhelm I. will mit der Gründung des Gestüts Trakehnen (am 11.7.1731) für Kavallerie-Nachschub sorgen - und legt in Ostpreußen den Grundstein für erfolgreiche Sportpferde.In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Klasen:warum Preußens König aus wirtschaftlichem Kalkül ein bedeutendes Gestüt gründet,wie Trakehnen zum Zentrum der größten Warmblutzucht Europas wird,warum erst Jahrzehnte später eine gezielte Zucht mit arabischen und englischen Pferden beginnt,wie Gestütsleiter und Züchter im Zweiten Weltkrieg verzweifelt versuchen, Pferde zu retten,welche dramatische Flucht die Tiere am Ende überstehen müssen.Mitten in Ostpreußen entsteht im 18. Jahrhundert im Dorf Trakehnen ein Zentrum preußischer Pferdezucht. Was als pragmatische Entscheidung beginnt, entwickelt sich unter visionären Züchtern zu einer der erfolgreichsten Warmblutlinien Europas: die Trakehner. Die Tiere sind robust, leistungsfähig und elegant – begehrt beim Militär und in der Landwirtschaft.Doch das "Pferdeland" gerät im Zweiten Weltkrieg ins Chaos. Als die Rote Armee vorrückt, beginnt für Menschen und Tiere eine verzweifelte Flucht. Trecks kämpfen sich über vereiste Landschaften und durch Beschuss, viele Tiere überleben nicht. Dennoch gelingt es einigen Züchtern, die Tradition zu retten und die Trakehner-Zucht nach 1945 neu aufzubauen.Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:Erhard Schulte (Trakehner Verband)Erhard Schulte: Ostpreußens Trakehner Zuchtstätten in ihren Blütejahren. Gelting 2019Patricia Clough: In langer Reihe über das Haff - Die Flucht der Trakehner aus Ostpreußen. München 2006Weiterführende Links:Planet Wissen: Haustiere - PferdePlanet Wissen: Deutsche Geschichte - PreußenPlanet Wissen: Geschichte Preußens - OstpreußenUnser Social-Media-Tipp: "Diemitdenpferden" heißt ein Social-Media-Kanal der ARD Sportschau. Zu finden ist der auf Instagram und TikTok und bietet spannende Einblicke in das tägliche Training berühmter Reiter und berühmter Pferde. Die Sportschau-Kollegen sind auf den großen Turnieren wie dem CHIO oder Luhmühlen unterwegs und erklären alles rund um den Reitsport und den Alltag im Stall Und um Trakehner geht’s auch. "Diemitdenpferden"- anklicken lohnt sich. 1.ard.de/die-mit-den-pferdenWelches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.Die Macherin und der Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Andrea Klasen Redaktion: Frank Zirpins

Nach Kriegsende liegt Deutschland in Trümmern. Die Alliierten bestimmen am 10.7.1946 per Gesetz den Einsatz von Trümmerfrauen. Doch den Großteil des Schutts räumen andere weg.In diesem Zeitzeichen erzählt Franziska Rempe:dass schon vor Kriegsende in Deutschland Trümmer geräumt werden,wie die Nationalsozialisten feststellen müssen, dass es zu wenige Menschen für die Beseitigung der Trümmermassen gibt,wie in München Trümmerräumeinsätze zu Volksfesten werden,was die Forschung heute zum Bild der "Trümmerfrauen" sagt.Im Mai 1945 liegt ein Großteil des ehemaligen Deutschen Reichs in Trümmern. Rund 400 Millionen Kubikmeter Trümmerschutt hinterlässt der Krieg auf deutschem Boden. Bis heute kennt man die Bilder derjenigen, die sie beseitigt haben sollen: Patente Frauen, die nicht nur zuhause, sondern im ganzen Land aufräumen.Die ersten, die nach dem 8. Mai 1945 in deutschen Städten Trümmer räumen, sind jedoch zum einen deutsche Kriegsgefangene und zum anderen ehemalige NSDAP-Mitglieder, die in den Städten von den neuen deutschen Stadtverwaltungen rekrutiert werden und Trümmer räumen müssen.Da viele Männer im Krieg getötet werden oder noch in Kriegsgefangenschaft sind, machen sich aber auch Frauen daran, die Trümmer des Krieges wegzuräumen. Ein Teil der Frauen übernimmt diese Aufgabe freiwillig, andere werden durch ein Gesetz des Alliierten Kontrollrates verpflichtet. Er erlässt am 10. Juli 1946 in Berlin eine "Anordnung über den Einsatz von Frauen auf Bauten". Ihre offizielle Bezeichnung lautet "Hilfsarbeiterinnen im Baugewerbe". Das Bild der selbstlosen, fleißigen "Trümmerfrau" passt vor allem in Ostdeutschland gut ins Bild - und entwickelt sich zu einem Mythos.Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:Leonie Treber, HistorikerinLeonie Treber: Mythos Trümmerfrauen. Von der Trümmerbeseitigung in der Kriegs- und Nachkriegszeit und der Entstehung eines deutschen Erinnerungsortes, Essen 2014.Harald Hähner: Wolfzeit. Deutschland und die Deutschen 1945–1955, Berlin 2019.Weiterführende Links:Planet Wissen: Nachkriegszeit - WiederaufbauPlanet Wissen: Nachkriegszeit - "Falscher Honig" und andere NachkriegsrezepteWelches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Franziska RempeRedaktion: Carolin Rückl, Sefa Inci SuvakTechnik: Jens Buchheister