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1896 führt der Berliner Arzt Jacques Joseph eine der ersten Schönheits-OPs durch. Er mindert Leid - und zementiert das, was wir heute "Normschönheit" nennen.In diesem Zeitzeichen erzählt Erik Hlacer:wer besonders von den ersten Schönheits-OPs profitiert,von Schönheitsidealen und gesellschaftlichen Normen,warum Joseph eine Professur für plastische Chirurgie an der Berliner Charité ablehnt,dass auch er von der aufkommenden nationalsozialistischen Verfolgung betroffen ist.Im frühen 20. Jahrhundert werden chirurgische Eingriffe von der Medizinwelt verteufelt. Doch ein Mann verändert dieses Denken für immer: der Berliner Schönheitschirurg Jacques Joseph, genannt Nasenjoseph. Als Auszubildender operiert er 1896 die abstehenden Ohren eines Jungen - aus "Schönheitsgründen". Obwohl das Ergebnis begeistert, wird er von seinem Chef wegen des unnötigen Eingriffs ohne Rücksprache entlassen.Es ist der Startschuss für Josephs eigene Karriere. Er eröffnet eine Praxis und entwickelt Operationsmethoden, vor allem für die Modellierung und Verkleinerung der Nase. Damit befreit er seine Patienten von psychischem Leid, bekräftigt jedoch gleichzeitig die Normen, die dieses Leid überhaupt erst erzeugt haben.Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:Paula Villa-Brazlavsky, SoziologinRonald Gerste, MedizinhistorikerHans Behrbohm/Walter Briedigkeit: Jacques Joseph - Ein Pionier der plastischen Gesichtschirurgie. Berlin 2006Fluter: Operation Seele. Wie der deutsche Chirurg Jacques Joseph die moderne Schönheitschirurgie erfunden hat Weiterführende Links:Zeitzeichen: 17. Dezember 1972 - Der deutsche Chirurg Gerhard Küntscher stirbt in GlücksburgAusgerechnet - Schönheits-OPWelches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Erik HlacerRedaktion: Emily Jeuckens und David Rother

Die Schriftstellerin Gertrude Stein (gestorben am 27.7.1946) wird heute immer wieder auf einen Satz reduziert. Dabei hat ihre Geschichte so viel mehr zu bieten.In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Kosfeld:unter welchen Umständen Gertrude Stein in der US-Provinz aufwächst,was ihr berühmter Satz "Rose ist eine Rose, ist eine Rose, ist eine Rose" bedeutet,wie sie Künstler wie Picasso und Hemingway beeinflusst,auf welche Weise sie den Zweiten Weltkrieg überlebt,wie sie ein freies Leben führt und dennoch politisch widersprüchlich bleibt.Gertrude Stein schreibt unermüdlich, sammelt Kunst und wird zur zentralen Figur der Pariser Szene. In ihrer Wohnung treffen sich Maler, Schriftsteller und Musiker. Hier entsteht ein Netzwerk, das die Moderne entscheidend prägt.Ihre Texte brechen mit Konventionen: Wiederholungen, Alltagssprache und ungewohnte Bilder formen einen Stil, der viele fasziniert und ebenso viele überfordert. Während ihre experimentellen Werke lange als schwer zugänglich gelten, wird sie mit einer Autobiografie plötzlich international bekannt und zur literarischen Berühmtheit.Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:Ulla Haselstein (Professorin für Amerikanistik an der Freien Universität Berlin)Ulla Haselstein: Gertrude Steins literarische Porträts. Göttingen 2019Alice B. Toklas: Gertrude Stein - Autobiographie. Berlin 2021Stefana Sabin: Gertrude Stein. Hamburg 1996Uda Strätling (Hrsg.): Gertrude Stein - Das große Lesebuch. Frankfurt am Main 2017Weiterführende Links:ARD Hörspiel-Speicher: Vier Heilige als Spanische Landschaft - Nach Gertrude SteinThe Metropolitan Museum: Pablo Picassos Bild von Gertrude SteinHörtipp:Podcast von Bayern 2: Buchgefühl - Lesung und Gespräch Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.Die Macherin und die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christian KosfeldRedaktion: Jakob Schiffer und Sefa Inci Suvak

Rembrandts Karriere in der Amsterdamer Kunstszene ist steil: Er profitiert vom Boom der Stadt, doch sein Eigensinn steht dem Erfolg im Weg. Am 26.7.1656 ist er bankrott.In diesem Zeitzeichen erzählt Anja Reinhardt:wie Rembrandt von Leiden ins florierende Amsterdam zieht, warum sich in seinen Bildern zahlreiche Selbstporträts finden,über den frühen Tod seiner Frau Saskia, womit er das liberale Amsterdamer Bürgertum provoziert.Rembrandt van Rijn ist nicht nur ein begnadeter Maler, er bedient auch perfekt den Geschmack der neuen Eliten im aufstrebenden Amsterdam. Das zahlt sich aus. Allein vom Honorar für seine berühmte "Nachtwache" kann er sich ein stattliches Haus kaufen, das er mit wertvollen Kunstwerken und kuriosen Raritäten füllt.Doch die Zeiten ändern sich, die Kunden wünschen sich gefälligere Bilder. Rembrandts Farbpalette hingegen wird dunkler, die Gesichter verletzlicher, die Bilder sperriger. Was die Kunstwelt heute als späten Rembrandt bewundert, kostet ihn zu Lebzeiten immer mehr Auftraggeber.Am 26. Juli 1656 erklärt er schließlich seine Zahlungsunfähigkeit und verliert infolgedessen seine Sammlungen und sein Haus.Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:Dr. Justus Lange, Leitung, Gemäldegalerie Alte MeisterProf. Dr. Jochen Sander, stellvertretender Direktor des Städel MuseumsJustus Lange/Timo Trümper: Rembrandt 1632. Entstehung einer Marke. Petersberg 2026Jochen Sander: Rembrandts Amsterdam. Goldene Zeiten? München 2025Stephanie S. Dicker/Jochen Sander: Nennt mich Rembrandt. Kreativität und Wettbewerb in Amsterdam um 1630-1655. München 2022Weiterführende Links:Planet Wissen: RembrandtStichtag: 6. April 1990 - Anschlag auf Rembrandts NachtwacheWelches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de. Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Anja ReinhardtRedaktion: Carolin Rückl

Sie wurde vergewaltigt, gejagt und eine gefürchtete Rebellin. Nach Jahren im Gefängnis zog sie ins Parlament ein. Am 25. Juli 2001 wurde Phoolan Devi erschossen.In diesem Zeitzeichen erzählt Christiane Kopka:dass Phoolan Devi schon als Mädchen sexualisierte Gewalt erfährt,warum sich vieles in ihrem Leben nicht zuverlässig rekonstruieren lässt,weshalb sie bis heute für viele ein Symbol des Widerstands von Frauen aus unteren Kasten ist.Die Mörder kommen in der Mittagspause. Am 25. Juli 2001 wird Phoolan Devi, Abgeordnete der linken Samajwadi-Partei, vor ihrem Haus in Neu-Delhi erschossen Einer der Täter gibt später an, aus Rache für das Massaker im Dorf Behmai gehandelt zu haben.Dort war Phoolan Devi einst wochenlang festgehalten, gedemütigt und von Männern höherer Kasten vergewaltigt worden. Doch ihr gelingt die Flucht und sie schlägt zurück. Bei ihrem Vergeltungsangriff werden 20 Männer erschossen – bis heute ist umstritten, welche Rolle sie selbst dabei spielte.Das Blutbad begründet ihren Mythos als Banditenkönigin und Rächerin der unteren Kaste. Elf Jahre sitzt sie ohne Gerichtsverfahren im Gefängnis, nach ihrer überraschenden Freilassung wird sie als Symbolfigur der unteren Kasten zweimal ins indische Unterhaus gewählt.Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:Nadja-Christina Schneider, Professorin am Institut für Asien- und Afrikawissenschaften an der Humboldt-Universität BerlinPhoolan Devi: Ich war die Königin der Banditen - Ein legendäres Leben. Bergisch Gladbach 2002Mala Sen: Bandit Queen - Die Geschichte der Phoolan Devi. München 1993Veena Kade-Luthra: Phoolan Devi - Die Legende einer indischen Banditin. Frankfurt/Main 1983Weiterführende Links:Planet Wissen: Frauen in IndienWelches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Christiane Kopka Redaktion: Sefa Inci Suvak

Vor rund 10.000 Jahren endet die Altsteinzeit. Sie prägt bis heute unser Bild vom "wilden Urmenschen". Steckt das "Recht des Stärkeren" wirklich in unseren Genen?In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Pfaff:wie hartnäckig sich das Bild vom brutalen Keulenmenschen hält,warum Charles Darwins Evolutionstheorie oft missverstanden wird,wieso in der Altsteinzeit Zusammenarbeit und Lernen wichtiger sind als körperliche Stärke,weshalb damals Gleichberechtigung und flexible Rollen das Leben bestimmen,wie die Frage nach der wahren Natur des Menschen heute beantwortet werden kann.Das Bild vom gewalttätigen Urmenschen ist tief im kollektiven Gedächtnis verankert. Filme und populäre Darstellungen zeigen Kämpfe um Ressourcen als treibende Kraft der Evolution. Doch die Forschung zeichnet ein anderes Bild: Entscheidend ist über Millionen von Jahren nicht Stärke, sondern Anpassungsfähigkeit, Kooperation und Wissen.Der entscheidende Wendepunkt in der Menschheitsgeschichte findet erst mit dem Ende der Altsteinzeit statt. Vor rund 10.000 Jahren werden die Jäger und Sammler zu Bauern und Viehzüchtern. Damit ändert sich das Zusammenleben grundlegend: Es gibt erste Hinweise auf beginnende Hierarchien, Herrschaft, Privateigentum, auf Überfälle, Krieg, Sklaverei und Patriarchat.Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:Thorsten Uthmeier (Professor für Ur- und Frühgeschichte, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen)Andreas Pastoors (Professor für Ur- und Frühgeschichte, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen)Thorsten Uthmeier und Doris Mischka (Hg.): Steinzeit in Bayern. Freiburg im Breisgau 2023David Graeber und David Wengrow: Anfänge – eine neue Geschichte der Menschheit. Stuttgart 2022Marshall Sahlins: Das Menschenbild des Westens. Ein Missverständnis? Berlin 2017Marylène Patou-Mathis: Weibliche Unsichtbarkeit – wie alles begann. München 2022Weiterführende Links:Planet-Wissen: SteinzeitTerraX: Sternstunden der SteinzeitWelches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Thomas PfaffRedaktion: Matti HesseTechnik: Sarah Fitzek

Im Juli 711 stirbt der letzte Westgotenkönig Roderich im Kampf gegen ein Heer aus Berbern und Arabern. Es folgen fast 800 Jahre muslimischer Herrschaft auf der iberischen Halbinsel.In diesem Zeitzeichen erzählt Tobias Sauer:warum König Roderich mit seinen Adligen im Streit liegt,welche Schätze die Araber auf der Iberischen Halbinsel suchen,dass Roderichs Witwe sich mit einem Eroberer neu verheiratet,wie sein Tod eine 700-jährige muslimische Herrschaft einläutet.Der Legende nach verbündet sich Julian, Statthalter auf der nordafrikanischen Seite der Straße von Gebraltar, mit den Arabern. Der Grund: Der westgotische König Roderich soll Julians Tochter geschwängert haben. Die Rache endet tödlich: Der König fällt im Juli 711 im Kampf gegen die arabisch-berberischen Truppen.Historiker halten es jedoch für wahrscheinlicher, dass die Araber zu einem Beutezug übers Meer gesetzt haben - ohne Julians Hilfe. Der Tod Roderichts eröffnet ihnen dann unerwartet die Chance, die Herrschaft über die Iberische Halbinsel zu übernehmen. Zumal der Widerstand nicht zu groß ist. Teile der westgotischen Eliten arrangieren sich rasch mit den neuen Machthabern.Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:Sabine Panzram, Professorin für Alte Geschichte, Universität HamburgIbn Abd-el-Hakem: The Islamic Conquest of Spain. Whitefish 2010Roger Collins: Visigothic Spain, 409 – 711. Malden, Mass. 2004Roger Collins: The Arab conquest of Spain: 710 – 797. Oxford 1998Weiterführende Links:Uni Köln: Chronica MuzarabicaSWR 2 Wissen: Al-Andalus heute – Spaniens muslimisches ErbeWelches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Tobias SauerRedaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci SuvakTechnik: Martin Kropp

"Faust I" ist Goethes bekanntestes Werk. Aber die Geschichte geht noch 12.000 Verse weiter, in "Faust II". Als Goethe am 22.7.1831 den letzten Vers geschrieben hatte, wollte er das Werk selbst niemals gedruckt sehen.In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler:über die Ursprungsgeschichte des Dr. Faust,welche Rolle Friedrich Schiller bei der Entstehung der Bücher spielt, warum "Faust II" eine Teamarbeit ist,wo sich Künstliche Intelligenz im "Faust II" entdecken lässt."Das Hauptgeschäft zu Stande gebracht", notiert der schon greise Goethe am 22. Juli 1831 in sein Tagebuch. Mehr als zwei Jahrzehnte nach "Faust I" vollendet er der Tragödie zweiten Teil.Veröffentlichen will Goethe die Fortsetzung des suchenden Fausts und des teuflischen Mephistos nicht: "Da kommen sie und fragen, welche Idee ich in meinem Faust zu verkörpern gesucht. Als ob ich das selber wüsste und aussprechen könnte." Erst nach seinem Tod erscheint "Faust II" und bis heute wird darüber gestritten, ob am Ende Faust oder Mephisto die Wette gewinnt.Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:Prof. Anne Bohnenkamp-Renken (Literaturwissenschaftlerin und Direktorin des freien deutschen Hochstifts, zu dem auch das Goethe-Haus in Frankfurt gehört)Historisch-kritische Edition von Goethes Faust. DFG-Projekt unter der Leitung von Anne Bohnenkamp-Renken (Freies Deutsches Hochstift), Silke Henke (Goethe- und Schiller-Archiv) und Fotis Jannidis (Julius-Maximilians-Universität Würzburg). Hybride PublikationKarl Otto Conrady: Goethe. Leben und Werk. Düsseldorf/Zürich 1999.Weiterführende Links:ARD Sounds: Faust Forward – Der Teufel steckt im DetailZeitZeichen - 18. Juni 1788: Goethe kehrt von seiner Italienreise zurückWelches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Marko RösselerRedaktion: Frank ZirpinsTechnik: Sascha Schiemann

Am 21.7.1801 stürzt in München eine Werkstatt ein - unter den Trümmern begraben: der Lehrling Joseph Fraunhofer. Er überlebt und wird später zum Pionier der Optik.In diesem Zeitzeichen erzählt Heiner Wember:wie Napoleon das Leben von Joseph Fraunhofer beeinflusst,dass sein Perfektionismus ihn in die Forschung drängt,was sich hinter den Fraunhofer-Linien verbirgt,wie er zum Ritter von Fraunhofer aufsteigt,über den frühen Tod des Unternehmers und Wissenschaftlers.Als Vollwaise landet Joseph Fraunhofer als Handlanger eines Spiegelmachers in München. Da hockt er in einer fensterlosen Kammer und schuftet für seinen mickrigen Lebensunterhalt. Bis das marode Haus über ihm zusammenbricht - und er wie durch ein Wunder gerettet wird.Sein Schicksal rührt die Münchner, davon will Kurfürst Max profitieren und gibt Joseph eine großzügige Geldsumme. Es ist der Grundstock für seine erste Glasschneidemaschine. Bald produziert er hochwertiges Glas für Brillen, Operngläser, Mikroskope und Fernrohre.Zur Verbesserung seiner optischen Geräte experimentiert Fraunhofer - und wird zum angesehenen Wissenschaftler der Optik. Heute ist er Namenspatron der Fraunhofer-Gesellschaft, die mit 75 Instituten angewandte Forschung betreibt.Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:Andreas Martin Bräu, Biograf Andreas Martin Bräu: Die Gesetze des Lichts. Das erstaunliche leben des Joseph von Fraunhofer. München 2026Weiterführende Links:Fraunhofer Gesellschaft: Joseph von FraunhoferDeutsches Museum: Joseph Fraunhofer: Sein letztes GeheimnisWelches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Heiner WemberRedaktion: Christoph Tiegel und David RotherTechnik: Moritz Raestrup

20. Juli 1796: Mungo Park erreicht den Niger. Der schottische Forscher sucht den Verlauf des legendären Flusses - und riskiert dafür sein Leben.In diesem Zeitzeichen erzählt Melahat Simsek:welchen Einfluss Mungo Parks Entdeckung auf die Entwicklung der Handelsnetzwerke in Westafrika hat,warum Mungo Park von den westafrikanischen Stammesführern misstrauisch beäugt wird,was der amerikanische Schriftsteller T.C. Boyle durch Mungo Parks Erlebnisse über Westafrika lernt,warum Parks Erfolg in Frankreich für Unruhe sorgt.Der junge schottische Arzt Mungo Park setzt alles daran, die Rätsel um den Niger zu lösen. 1794 kann er die kurz zuvor in London gegründete "African Association" für eine Expedition gewinnen. Viel Geld, Ausrüstung und eine Mannschaft bekommt er allerdings nicht. Am 7. März 1796 gerät Mungo Park im heutigen Mali in Gefangenschaft. Man hält ihn für einen Spion, der Handelsrouten auskundschaftet. Fast verdurstet und dem Hungertod nahe kann er nach vier Monaten fliehen. Völlig allein erreicht er sein Ziel. Am 20. Juli 1796 steht Mungo Park als erster Europäer am Ufer des Niger.Wegen der beginnenden Regenzeit muss der Entdecker jedoch den Rückweg antreten. Mehr tot als lebendig erreicht er neun Monate später seinen Ausgangspunkt Pisania. An Heiligabend 1797 ist Mungo Park wieder zurück an der Themse. Im Januar 1805 beauftragt ihn die Regierung mit einer zweiten Expedition, um Quelle und Mündung des Niger zu finden. Mit einer staatlichen Ausrüstung, genug Geld und 70 Soldaten bricht Mungo Park zu seiner zweiten Afrikareise auf, die am Ende selbst zum Rätsel wird. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:Prof. Dr. Andreas Eckert, Historiker und Afrikawissenschaftler, Berlin Dr. T.C. Boyle, amerik. Schriftsteller und Autor Mungo Park: Reisen ins Innerste Afrika. Dem Geheimnis des Niger auf der Spur, Wiesbaden 2021T.C. Boyle: Wassermusik, München 2014Andreas Eckert: Kolonialismus, Frankfurt am Main 2006Weiterführende Links:Planet Wissen: Übersichtsseite AfrikaWelches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Melahat Simsek Redaktion: Matti Hesse Technik: Christoph Schneider

Das "Kolonialkochbuch" von 1906 soll deutschen Frauen das Leben in den Kolonien erleichtern. Neben Rezepten liefert es Einblicke in den Rassismus fernab des Kaiserreichs.In diesem Zeitzeichen erzählt Maren Gottschalk:warum deutsche Frauen zu Beginn des 20. Jahrhunderts in die Kolonien ziehen,worum sich der Frauenbund der deutschen Kolonialgesellschaft kümmert,wodurch in den Speiseplänen der Kolonisten Kohlrabi, Äpfel und Spinat ersetzt werden,welche ungewöhnlichen Zutaten in Fleischrezepten zum Einsatz kommen.Olga Rosenberg, die Autorin des ersten deutschen Kolonial-Kochbuchs, arbeitet als geprüfte Kochlehrerin in Berlin und ist wahrscheinlich nie selbst in die Kolonien gereist. Auftraggeber ihres Kochbuchs ist das Kolonialwirtschaftliche Komitee, das die wirtschaftlichen Interessen von Unternehmern, Siedlern und Wissenschaftlern bündelt, und den Alltag von Kolonisten erleichtern will.Das Fleisch des Flusspferdes gilt laut Kochbuch als etwas grob, aber immerhin noch ganz gut genießbar, namentlich das Rückenfleisch. Die Wangen und der Schwanz gelten als hervorragend schmackhaft, auch die Füße werden gern gegessen. Vom Elefanten gelten die Füße und das Herz als schmackhafte, beliebte Gerichte.Nur ein Rezept stößt bei den Leserinnen und Lesern des Kolonial-Kochbuchs auf Protest: Der Affenrücken wird in einer zeitgenössischen Rezension des Kochbuchs kritisiert, weil man sagt, das muss nicht sein. Vermutlich, weil der Affe und Mensch zu nah verwandt sind.Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:Dr. Regina Frisch, Expertin für historische Kochbücher, WürzburgOlga Rosenberg: Kolonial-Kochbuch, Berlin 1906Antonie Brandeis: Kochbuch für die Tropen, Berlin 1907Regina Frisch: Schwarzsauer von einer Ente auf javanische Art. In: Kolonialismus - Imperialismus - Dekolonisation. Beiträge zur Globalgeschichte Nr. 6, herausgegeben von Markus A. Denzel und Mark HäberleinMarianne Bechhaus-Gerst, Mechthild Leutner: Frauen in den deutschen Kolonien, Berlin 2009Livia Loosen: Deutsche Frauen in den Südsee-Kolonien des Kaiserreichs, Bielefeld 2014Weiterführende Links:Planet Wissen: Kolonialismus - Europas KolonienPlanet Wissen: Deutsche Geschichte - Deutsche KolonienZeitzeichen: 12.06.1931 - Der Kölner Zoo stellt "Neukaledonier" als "Kannibalen" ausPlanet Wissen: Wohnen - Die Geschichte der KücheWelches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Maren Gottschalk Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak