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Am 19.5.2001 ist Schalke 04 für einen kurzen Moment gefühlt Deutscher Meister - bis ein Freistoß in Hamburg alles verändert. Kommentator Manni Breuckmann erzählt vom dramatischsten Tag seiner Reporterkarriere.In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Gerdener:wie aus einem ganz normalen Bundesliga-Finale ein großes Drama wird, wie eine Falschmeldung ein ganzes Stadion in Ekstase versetzt, welche Rolle Radios, Reporter und verzögerte Bilder spielen, dass ausgerechnet dieser Moment Schalke bis heute definiert.Ein Fernduell am letzten Spieltag, ein ausverkauftes Parkstadion und eine Region im Ausnahmezustand: Der FC Schalke gewinnt, die Konkurrenz liegt zurück, die Meisterschaft scheint greifbar. Reporter verlieren ihre Neutralität, Fans stürmen den Rasen, Feuerwerk erhellt den Himmel über Gelsenkirchen. Alles deutet auf Erlösung hin. Doch das Glück beruht auf einem Irrtum. Während auf Schalke schon gefeiert wird, läuft das entscheidende Spiel noch. Ein später Freistoß, ein Tor, und die Wirklichkeit schlägt zurück. Die kürzeste Meisterschaft der Fußballgeschichte endet so abrupt, wie sie begonnen hat - und macht den 19. Mai 2001 zu einem Datum, das auf Schalke jeder kennt. Und viele nicht mehr hören wollen.Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:Manni Breuckmann (Sportreporter) Rudi Assauer (Manager FC Schalke 04) Huub Stevens (Trainer FC Schalke 04) Michael Zylka (ehem. Präsident FC Schalke 04) Andreas Müller (Teammanager FC Schalke 04)Weiterführende Links:Zeitzeichen 18.05.1958: FC Schalke 04 wird deutscher FußballmeisterZeitzeichen 06.02.2019: Rudi Assauer stirbt in HertenWelches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christian GerdenerRedaktion: David Rother, Emily Jeuckens

Sie flieht aus adliger Enge in ein Leben voller Kunst, Literatur und unzählige Liebhaber. Franziska zu Reventlow, geboren am 18. Mai 1871, lebt radikal selbstbestimmt.In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Kosfeld:wie aus der adligen Fanny zu Reventlow eine radikal selbstbestimmte Außenseiterin wird, warum München-Schwabing für sie ein Versprechen von Freiheit und künstlerischem Leben ist, wie Liebe, Mutterschaft und Geldnot ihr Leben immer wieder neu bestimmen, wie ihr rastloses Leben schließlich zur Literatur wird.Im Kaiserreich ist der Lebensweg von Franziska Gräfin zu Reventlow eigentlich klar vorgezeichnet. Doch sie verweigert sich früh den Erwartungen an Herkunft, Ehe und Moral. Stattdessen folgt sie ihrer Sehnsucht nach Unabhängigkeit, Kunst und persönlicher Freiheit.In München, später in Italien und der Schweiz, lebt sie als Schriftstellerin, Mutter und Bohémienne am Rand der Gesellschaft. Ihre Erfahrungen fließen in Romane und Erzählungen ein, leicht im Ton, melancholisch im Kern. Ihr Leben bleibt ein ständiges Suchen zwischen Selbstbestimmung und Einsamkeit.Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:Ulla Egbringhoff (Literaturwissenschaftlerin und Reventlow-Biographin)Ulla Egbringhoff: Franziska zu Reventlow. Reich bebilderte Monographie zu Leben und Werk. Reinbek 2000 Kerstin Decker: Franziska zu Reventlow. Literarische Biographie. München 2018Weiterführender Link:Franziska zu Reventlow im Projekt GutenbergUnser Hörtipp: Franziska zu Reventlow: Von Paul zu Pedro - WDR 5 HörbuchWelches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christian KosfeldRedaktion: Sefa Inci Suvak

Erik Satie (geb. 17.5.1866) ist ein Außenseiter mit einem Leben voller schräger Anekdoten - und ein musikalischer Visionär. Er prägt mit radikal einfachen Klängen die Moderne.In diesem Zeitzeichen erzählt Philip Ritter:wie Erik Satie jahrzehntelang ein verborgenes Doppelleben in einem ärmlichen Zimmer führt, warum seine Musik bewusst gegen Pathos, Dramatik und musikalische Erwartungen arbeitet, wie ausgerechnet Einfachheit und Wiederholung zu seinem größten künstlerischen Markenzeichen werden, weshalb Zeitgenossen ihn für einen Dilettanten halten und spätere Generationen für einen Visionär.Erik Satie lebt zurückgezogen im Pariser Vorort Arcueil. Als er 1925 stirbt, entdecken Freunde erst, was er all die Jahre verborgen hat: eine Wohnung voller Schmutz, Papierberge und Manuskripte. Darunter Werke, die man für verloren hält und die heute als Schlüsselstücke der Musikgeschichte gelten.Geboren in der Normandie, geprägt von frühen Verlusten, scheitert Satie am Konservatorium und findet seinen eigenen Weg. Musikalisch entzieht er sich konsequent den Konventionen seiner Zeit. Er schreibt Stücke ohne dramatische Steigerung, ohne klare Auflösung, oft mit irritierenden Spielanweisungen. Genau diese Weigerung, Erwartungen zu erfüllen, macht Satie zu einer Schlüsselfigur der modernen Musikgeschichte - und zu einem Rätsel, das bis heute nicht ganz zu lösen ist.Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:Caroline Potter (Musikwissenschaftlerin)Tomas Bächli (Pianist)Grete Wehmeyer: Erik Satie. Reinbek 1998Weiterführender Link:WDR 3 Musikporträt: Erik Satie - Musikphilosoph und KlangasketWelches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Philip RitterRedaktion: Matti Hesse

Am 16.5.1916 unterzeichnen Großbritannien und Frankreich das Sykes-Picot-Abkommen. Sie haben heimlich den Nahen Osten unter sich aufgeteilt. Mit spürbaren Auswirkungen bis heute.In diesem Zeitzeichen erzählt Marfa Heimbach:wie Mark Sykes und François Georges Picot mit Lineal und Farbstift eine ganze Region neu ordnen, warum ethnische, religiöse und historische Gegebenheiten bei der Grenzziehung keine Rolle spielen, wie gleich mehrere geheime Absprachen einander widersprechen und Erwartungen enttäuscht werden, weshalb Palästina eine internationale Sonderrolle erhält, warum der Name Sykes-Picot bis heute als Symbol für Verrat wirkt.Europa steckt im Ersten Weltkrieg, das Osmanische Reich steht vor dem Zusammenbruch. Während an den Fronten gekämpft wird, verhandeln ein britischer und ein französischer Diplomat im Geheimen über die Zukunft der arabischen Provinzen. Auf einer Karte entstehen Zonen, Einflussgebiete und Sonderverwaltungen. Es geht um Macht, Seewege, Eisenbahnen und künftige Kontrolle.Doch das Abkommen bleibt nicht geheim. Nach der russischen Revolution wird es veröffentlicht und löst in der arabischen Welt Empörung aus. Gleichzeitig treten weitere Versprechen zutage, die kaum miteinander vereinbar sind. Aus den damaligen Entscheidungen entsteht ein Staatensystem, das Konflikte nicht befriedet, sondern neue hervorbringt und den Nahen Osten dauerhaft prägt.Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:Prof. Dr. Jörn Leonhard (Historiker, Universität Freiburg) Dr. Guido Steinberg (Terrorismusexperte und Islamwissenschaftler, Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin)Weiterführende Links:Zeitzeichen 22.03.1945: Gründungsvertrag der Arabischen LigaZeitzeichen 20.03.1956: Tunesien wird unabhängig von FrankreichPlanet Wissen: Wie der Erste Weltkrieg die Weltkarte veränderteWelches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Marfa HeimbachRedaktion: Christoph Tiegel, Frank ZirpinsTechnik: Sascha Schiemann

Auf den Kanaren erproben die Spanier ihre kolonialen Bestrebungen. Auf Teneriffa leisten die indigenen Guanchen aber unerwartet heftigen Widerstand - bis zum Jahr 1496.In diesem Zeitzeichen erzählt Tobias Sauer:wer die Guanchen sind und woher sie kommen,dass die Spanier mit einer katastrophalen Niederlage in den Krieg starten,welcher strategische Fehler die Guanchen schließlich zur Aufgabe zwingt,vom traurigen Schicksal der Guanchen unter spanischer Kontrolle.Lange kommen die Kanarischen Inseln aufgrund ihrer abgelegenen Lage vor der afrikanischen Küste im Gedächtnis der Europäer kaum vor. Das ändert sich 1402, als die Spanier mit ihrem Eroberungsfeldzug beginnen. 1494 ist mit Teneriffa nur noch die größte und bevölkerungsreichste der sieben Kanareninseln unabhängig.Der Widerstand der kriegerischen Inselbewohner, die sich Guanchen nennen, ist groß. Doch im Mai 1496 müssen sich auch die letzten Guanchen-Häuptlinge endgültig geschlagen geben. Seither gehören alle Kanarischen Inseln zu Spanien. Viele Guanchen verlieren bei den Schlachten ihr Leben. Die spanische Politik, die Guanchen sozusagen zu hispanisieren, sorgt dafür, dass das Volk nach und nach ganz verschwindet. Ihre Spuren finden sich aber bis heute in den Genen der Kanarenbewohner. Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:Conrado Rodríguez (MUNA Santa Cruz de Tenerife)Julia Bühner (Universität Frankfurt/Main)Weiterführende Links:Zeitzeichen: 12. Oktober 1492 - Christoph Kolumbus betritt den amerikanischen KontinentPlanet Wissen: KolonialismusPlanet Wissen: KanarenWelches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Tobias SauerRedaktion: Carolin Rückl und Matti HesseTechnik: Holger Maerten

Karl IV. (geb. 14.05.1316) gilt als Verhandler, der lieber Geld als Waffen nutzte. Doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich ein anderes Bild über den Kaiser aus dem Mittelalter.In diesem Zeitzeichen erzählt Maren Gottschalk:warum das Bild vom Friedenskaiser auf Karl IV. nicht zutrifft,von zahlreichen Attentaten und Unfällen, die ihn zwar nicht umbringen, aber für immer zeichnen,warum es Karl IV. nicht gelingt, seine Dynastie langfristig zu sichern.Mit dem Nachruhm mittelalterlicher Kaiser ist es so eine Sache: Karl den Großen kennt man und wohl auch Kaiser Barbarossa. Aber Kaiser Karl IV. bleibt weitgehend unbekannt, dabei hat er eine Menge Spuren hinterlassen. So geht etwa die Goldene Bulle, das langlebigste Grundgesetz deutscher Geschichte, auf ihn zurück. Mit der Universität Prag hat er die erste Hochschule im Heiligen Römischen Reich gegründet. Viele von ihm beauftragte Prachtbauten wie den Veitsdom oder die Nürnberger Frauenkirche kann man bis heute bewundern.Geboren wird Karl im Jahr 1316 als Sohn des böhmischen Königs. Anders als sein Vater ist er ein Meister des Taktierens und führt nur selten Krieg. Als Sympathieträger geht Karl IV. dennoch nicht in die Geschichte ein.Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:Prof. Olaf Rader, Berlin-Brandenburgische Akademie der WissenschaftenOlaf Rader: Kaiser Karl der Vierte - Das Beben der Welt. Eine Biographie. München 2023Ferndinand Seibt: Karl IV. - Ein Kaiser in Europa. Frankfurt am Main 2003Karl IV. Selbstbiographie. Hanau 1979Weiterführende Links:Zeitzeichen: 26.02.1361 - Geburtstag des deutschen Königs WenzelZeitzeichen: 7. Mai 1398 - Der Kölner Brau-Monopolist und Geschäftsmann Hermann von Goch wird hingerichtetWelches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Maren GottschalkRedaktion: Jakob Schiffer und Sefa Inci SuvakTechnik: Sarah Fitzek

Am 13.5.1931 vergibt das Internationale Olympische Komitee (IOC) die Olympischen Spiele 1936 nach Berlin. Das Sportfest wird eine Propaganda-Show für das NS-Regime.In diesem Zeitzeichen erzählt Ralph Erdenberger:warum deutsche Turner von den Olympischen Spielen der Neuzeit nichts halten,wann kurz zuvor schon einmal Olympische Spiele nach Berlin vergeben werden,wie despektierlich sowohl Adolf Hitler als auch der US-amerikanische Präsident Franklin D. Roosevelt den Athleten Jesse Owens behandeln,welches neue Element der Olympischen Spiele 1936 heute Tradition ist.Als Deutschland 1931 den Zuschlag für die Olympischen Sommerspiele 1936 bekommt, ahnen wenige, wer zwei Jahre später die Macht übernimmt. Star der Spiele in Berlin ist sehr zum Missfallen der Nazis der afroamerikanische Leichtathlet Jesse Owens, der die Rassenideologie der Nationalsozialisten von der vermeintlichen Überlegenheit der "arischen" Athleten in Grund und Boden läuft.Nazi-Deutschland inszeniert perfekte Spiele - auch als Reaktion auf internationale Versuche, die Spiele nach der Machtübernahme Hitlers nicht stattfinden zu lassen. In den USA und auch anderswo gibt es Boykottbestrebungen. Anlass dieser Boykottbestrebungen sind Rassenideologie und Politik der Nazis. Juden sind schon damals weitgehend vom Sport und anderer gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:Andreas Höfer, Deutsches Sport und Olympiamuseum Köln"Olympia", Film von Leni RiefenstahlZeitzeichen: 01.08.1936 - Olympische Sommerspiele in BerlinWeiterführende Links:Planet Wissen: Die Olympischen Spiele 1936 in BerlinPlanet Wissen: Geschichte der Olympischen SpieleZeitzeichen: 3. August 1936 - Jesse Owens sprintet zu Olympia-GoldWelches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Ralph ErdenbergerRedaktion: Emily Jeuckens/David Rother

Sie kämpft für Frauenbildung und predigt rassistische Thesen: Ludendorff (gest. am 12.05.1966) ist eine Vordenkerin völkischer Ideologie - die bis heute in rechten Kreisen wirkt.In diesem Zeitzeichen erzählt Melahat Simsek:warum Ludendorffs Ideen selbst Hitler zu radikal sind,dass ihr Weltbild sowohl für ihre Patienten als auch für die Deutsche Frauenbewegung inakzeptabel sind,wie Ludendorffs völkische Thesen im "Bund für Gotterkenntnis" bis heute weiterleben.Mathilde Ludendorff wird als Mathilde Friederike Karoline Spieß 1877 in Wiesbaden geboren. Selbstbewusst fordert sie bereits in jungen Jahren die Gleichstellung der Geschlechter und die Anerkennung von Frauen in akademischen Berufen. Sie macht ihr Abitur, studiert Medizin und eröffnet eine eigene Praxis. Gleichzeitig zieht sie auch noch drei Kinder groß und verfasst erste Schriften. Viele ihrer Ansichten sind da bereits antidemokratisch und völkisch-feministisch.In der Weimarer Republik wettert sie schon vor der Heirat mit dem General Ludendorff immer offener gegen Juden und den Vatikan und erfindet eine neue Religionsphilosophie, fernab jüdisch-christlicher Religionstraditionen. Ihre neue Lehre nennt sie fortan "Deutsche Gotterkenntnis". Nach dem Zweiten Weltkrieg wird Mathilde Ludendorff als NS-Aktivistin eingestuft. Sie stirbt am 12. Mai 1966 in München.Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:Prof. Dr. Sabine Hering (Sozialwissenschaftlerin i.R., mit Schwerpunkt Geschichte, Universität Siegen)Dr. Annika Spilker (Historikerin)Prof. Dr. Uwe Puschner (Historiker, i.R., Freie Universität Berlin, Neuere Geschichte)Sabine Hering: Mathilde Ludendorff - Von der Steigbügelhalterin des Nationalsozialismus zur Gallionsfigur der Ludendorff-Bewegung. Berlin 2023Annika Spilker: Geschlecht, Religion und völkischer Nationalismus. Die Ärztin und Antisemitin Mathilde von Kemnitz-Ludendorff (1877-1966). Frankfurt am Main 2013Uwe Puschner: Die völkisch-religiöse Bewegung im Nationalsozialismus. Eine Beziehungs- und Konfliktgeschichte. Göttingen 2012Mathilde Ludendorff: Der göttliche Sinn der völkischen Bewegung. München 1934Weiterführende Links:Stichtag: 25. Mai 1961 - Die Ludendorff-Bewegung wird verbotenBR Retro: Proteste gegen die Ludendorff-Straße in Tutzing (1961)Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Melahat SimsekRedaktion: Carolin Rückl / Frank ZirpinsTechnik: Thomas Bleul

Am Oberkörper verbunden - so kommen Chang und Eng am 11.5.1811 zur Welt. Beide könnten nicht unterschiedlicher sein, doch sie bleiben bis zum Tod verbunden.In diesem Zeitzeichen erzählt Erik Hlacer:wie Chang und Eng in Thailand, dem damaligen Siam, aufwachsen,warum sie zu Stars auf Jahrmärkten in den USA werden,mit welchen Mitteln sie sich gegen Entmenschlichung und Bevormundung wehren,wie sie es schaffen, als zwei unterschiedliche Persönlichkeiten wahrgenommen zu werden,welche körperlichen Beschwerden am Ende ihres Lebens auftreten.Auf Chang und Eng geht der inzwischen veraltete Begriff der "Siamesischen Zwillinge" zurück. Heute spricht man von "verbundenen Zwillingen". Dass Chang und Eng miteinander verbunden sind und überleben, ist eine medizinische Ausnahme. Früh lernen sie, ihren Alltag zu koordinieren – und zugleich ihre Individualität zu behaupten. Als Jugendliche werden sie in die USA gebracht und ausgestellt.Bewunderung, Sensationslust und Rassismus liegen dabei dicht beieinander. Nach Jahren auf Tour lösen sie sich aus fremder Kontrolle und gestalten ihr Leben selbst. Chang und Eng lassen sich einbürgern, heiraten zwei Schwestern, gründen Familien und werden wohlhabend. Ihre körperliche Verbindung bleibt bis zum Tod bestehen: Als Chang 1874 stirbt, folgt Eng nur zwei Stunden später.Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:Prof. Joseph Orser (Historiker an der Universität Wisconsin)Dr. Konrad Reinshagen (Chirurg am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf)Joseph Andrew Orser: The Lives of Chang & Eng. Siam's Twins in Nineteenth-Century America. Chapel Hill 2014National Library of Medicine: From "Monsters" to Modern Medical MiraclesWeiterführende Links:ARD Sounds: Siamesische Zwillinge – Die misslungene Trennung von Ladan und LalehKiKa: Hassan und Hussein – ZusammengewachsenPlanet Wissen: Schausteller – die Kirmes als ArbeitsplatzWelches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Erik HlacerRedaktion: Frank Zirpins

Der Stellvertreter Hitlers fliegt am 10.5.1941 heimlich nach Schottland. Sein Plan: Frieden mit England. Das Unternehmen endet in Gefangenschaft und sorgt für Spott.In diesem Zeitzeichen erzählt Heiner Wember:warum Rudolf Heß ausgerechnet Schottland als Ziel auswählt,mit welchem Spezialgerät seine Maschine für diesen Flug ausgestattet ist,warum Heß im Nürnberger Kriegsverbrecher-Prozess nicht zum Tode, sondern zu lebenslanger Haft verurteilt wird,wo der Hitler-Stellvertreter nach dem Zweiten Weltkrieg sein Leben verbringt,warum das Grab von Heß heute nicht mehr existiert.Im Frühjahr 1941 ist Adolf Hitler auf dem Höhepunkt seiner Macht. Fast ganz Europa ist besetzt, aber Großbritannien hält stand. Während deutsche Bomber London angreifen, startet Rudolf Heß von Augsburg aus zu einer Mission, von der niemand in der NS-Führung weiß. Allein fliegt Hitlers Stellvertreter in einer Messerschmitt-Maschine Richtung Schottland.Heß will Hitler einen Dienst erweisen: Frieden mit Großbritannien, um freie Hand für den Krieg im Osten zu gewinnen. Doch London fällt darauf nicht herein. Heß landet in Kriegsgefangenschaft, das NS-Regime erklärt ihn für "geisteskrank". Sein Flug wird zum politischen Fiasko – und zum Schlüsselmoment für das Verständnis eines Mannes, der bis zuletzt an Hitler glaubt.Das ist unsere wichtigste Quelle und unser Interviewpartner:Manfred Görtemaker (emeritierter Geschichtsprofessor der Uni Potsdam)Manfred Görtemaker: Rudolf Hess. Der Stellvertreter. München 2023Weiterführende Links:ARD Panorama: Kriegsverbrechergefängnis Spandau (1966)ARD Panorama: Rudolf Hess - 40 Jahre in Haft (1981)ZDF: Der Nazi-Clan - Rudolf HessWelches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Heiner WemberRedaktion: Sefa Inci SuvakTechnik: Moritz Raestrup