
Hosted by Julia Grillmayr, Hanna Ronzheimer, Signation: Sebastian Klingovsky Produktion: Martin Gasteiner… · DE

Introduction to the Symposium OLFAC –Sensing Across the Humanities, Sciences and Arts What does it mean to smell? What do odors enable us to sense, to know, to feel? How are perceptions, techniques, technologies, politics, and aesthetics of smell entangled with one another—and how might these relations be situated and theorized? At the heart of the symposium lies an exploration of the epistemic, affective, and political dimensions of olfaction— it asks what it means to think through smell. The OLFAC Symposium, held in December 2025 at the ifk in Vienna, was organized by Silke Felber, Freda Fiala, and Julia Ostwald as part of the ERC Consolidator Project OLFAC. More information is available at olfac.kunstuni-linz.at. Interviews/ Redaktion/ Moderation: Katharina Rahn Sound Editing: Paul Jones

Deodorizing das K-Wort Garlic’s notorious smell—lingering on our breath and at our tables—has historically been weaponized by colonial and hegemonic powers as a means of othering and oppression. What might olfaction, and odor more broadly, offer as a lens ( a nostril?) through which to interrogate socio-political relations? How and when do we abandon our fellow citizens and living things because of their odor? What do we risk by actually smelling each other? What stinks about our civic lives, and how could they smell more like Bärlauchsuppe? The OLFAC Symposium, held in December 2025 at the ifk in Vienna, was organized by Silke Felber, Freda Fiala, and Julia Ostwald as part of the ERC Consolidator Project OLFAC. More information is available at olfac.kunstuni-linz.at. Interviews/ Redaktion/ Moderation: Katharina Rahn Sound Editing: Paul Jones

Olfactory Ecologies in the Past Conditional Sensory historians raise difficult questions about the viability of recovering or even reconstructing past scents and smellscapes. How might we understand odorous substances as a kind of material archive bearing traces of historical patterns of extraction, sensory labor, circulation, consumption, and interpretation while also intimating other possibilities: ecologies that exceed the world-making logics of racial and colonial capitalism? The OLFAC Symposium, held in December 2025 at the ifk in Vienna, was organized by Silke Felber, Freda Fiala, and Julia Ostwald as part of the ERC Consolidator Project OLFAC. More information is available at olfac.kunstuni-linz.at. Interviews/ Redaktion/ Moderation: Katharina Rahn Sound Editing: Paul Jones

Contested Space and Current Smells of Switzerland Gwenn-Aël Lynn is approaching a threshold at which it may enable the very wealthy to mine and settle beyond Earth. Yet in the absence of a breathable medium, olfactory molecules cannot reach the olfactory mucosa, and sound waves cannot travel. If Earth is exhausted, the life awaiting the few humans who remain on such inhospitable worlds would be marked by sensory deprivation—and, with it, the loss of many forms of pleasure. In her talk, Dorothee King seeks to identify contemporary Swiss smell-based signifiers of othering and inclusion in social relations, political structures, and identity politics, situating them within a complex sense of Swissness shaped by multilingualism and multiculturalism, evolving notions of immigration, distinctive geography, and urban–rural divides. The OLFAC Symposium, held in December 2025 at the ifk in Vienna, was organized by Silke Felber, Freda Fiala, and Julia Ostwald as part of the ERC Consolidator Project OLFAC. More information is available at olfac.kunstuni-linz.at. Interviews/ Redaktion/ Moderation: Katharina Rahn Sound Editing: Paul Jones

Gerüchte sind überall, sie begleiten uns jeden Tag und sind aber gleichzeitig wirksame Waffen in der ganz großen Politik. Die 7. Staffel von »Kultur denken« wurde von Jan Groos im Rahmen der Tagung »There’s a Rumor Going Round …« am ifk produziert, wo der Frage nachgegangen wurde, wie Gerüchte unser Leben steuern, wie sie wirken und vielleicht auch, was ihnen entgegengesetzt werden kann. Gerüchte sind Mittel von schwachen Gruppen, die sich dadurch selbst definieren und gegen stärkere durchsetzen können, und sie sind ebenso gefährlich für diese Gruppen, wenn sie von Institutionen oder von ›bullies‹ über sie in die Welt gesetzt wurden. Das Phänomen Gerücht erstreckt sich zwischen Klatsch, Fehlinformation und Verschwörungstheorien. Gerüchte sind unklare Phänomene, die sich als solche besonders gut für eine kulturwissenschaftliche Untersuchung eignen. Sie überlappen mit Fake News, Klatsch und Verschwörungstheorien und sind aber immer eine Art der Kommunikation, die uns im Alltag sehr begleitet und die Sozialität herstellt. Gleichzeitig sind Gerüchte aber immer wirksame und fast eigenständig agierende Mittel, um Institutionen und Menschen angreifen zu können und Autoritäten in Frage zu stellen.

Die Stasi ist bekannt als Organisation, die die Bevölkerung der DDR im allergrößten Maßstab ausspionierte und überwachte. Aber die anderen Methoden der Stasi, mit denen sie nicht nur Informationen sammelte, sondern gezielt Gerüchte über missliebige Personen und Organisationen streute, ist weniger bekannt. Darin war diese Überwachungsorganisation erstaunlich kreativ, zerstörerisch und in manchen Momenten geradezu poetisch unterwegs. Aber nicht nur realsozialistische Geheimdienste bedienten sich des Gerüchts, denn ›fake news‹ und Desinformation sind für alle autoritären Bewegungen wichtig.

In den 1980er und 1990er Jahren, als die queere Bewegung in den USA massiv unter Druck geriet, wurden Klatsch, Spekulation und Gerüchte zu einer Kommunikationsform, die nicht nur zum Informationsaustausch diente, sondern die diese Subkultur überhaupt erst als »Klatschgemeinschaft« hervorbrachte. Insbesondere Bilder und Filme spielten eine große Rolle, um durch eine Art gossip Wiedererkennbarkeit und Zusammengehörigkeit herstellen zu können. Damit ist gossip etwas anderes als Gerüchte oder Verschwörungstheorien, sondern eine Art und Weise, um Intimität herstellen zu können.

»They’re eating the dogs, they’re eating the cats« Donald Trumps Behauptung über Immigrant*innen in den USA wurde zu einem der wichtigsten Memes des Jahres 2024. Damit setzte er ein Gerücht in die Welt, das sich als meme schnell verbreitete und extrem viele Variationen erhielt. Gerüchte und Klatsch sind auf eine Weise viral, und im digitalen Bereich haben sie ein ganz eigenes, neues und extrem fruchtbares Biotop gefunden. Dort werden sie als Texte, Bilder und Videos von verschiedenen politischen Seiten, aber insbesondere von der modernen Rechten verwendet.

Die sechste Staffel von »Kultur denken« – produziert von Hanna Ronzheimer – behandelt das Thema weibliche Wut. Anlass war eine Tagung im April 2025 am Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften ifk in Wien mit dem Titel »All the Rage. The Challenges of Female Anger«. Die Tagung griff damit ein auch in den Medien sehr präsentes Thema auf. Heutzutage scheinen mehr Frauen denn je ihre Wut und ihren Unmut in der Öffentlichkeit kundzutun. Zahlreiche Beispiele aus Politik, Theorie, Kunst und Literatur sprechen für die Verbreitung weiblicher Wut, von Femens »Naked War« bis hin zu zahllosen neuen literarischen und wissenschaftlichen Titeln. In Folge 1 geht es um die Frage: Ist die weibliche Wut immer nur gut? Ist Wut immer der Beginn einer Solidaritätsbewegung, eines revolutionären weiblichen Wandels, wie es Inna Shevchenko, die prominente Aktivistin der ukrainischen feministischen Gruppe Femen formulierte? Oder gibt es auch eine gefährliche Wut? Die Transgression in (ungerechtfertigte) Gewaltakte? Die Literaturwissenschaftlerin Julia Boog-Kaminski, stellvertretende Direktorin am ifk, spricht über die Tradition wütend mordender Frauen in der Literatur und die Pädagogin Esther Lehnert von der Alice Salomon Hochschule in Berlin über die zunehmende Darstellung weiblicher Wut in der rechtsextremen Szene.

In dieser Folge geht es mit der Historikerin Ute Frevert um die Geschichte weiblicher Wut. Sie war bis 2024 Direktorin des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin und leitete dort den Bereich »Geschichte der Gefühle«. Sowohl Zorn als auch Ehre bedeuteten für Männer und Frauen früher Verschiedenes. Diese Differenzen wurden vor allem im 19. Jahrhundert scharf akzentuiert und schlugen sich in unterschiedlichen Zornpraktiken nieder. Während Männer auf Ehrverletzungen mit Zorn antworten durften, versanken Frauen in passiver Scham, einem Gefühl, das Wut und Zorn unmöglich machte. Der Feminismus der 1970er-Jahre sagte dieser Scham den Kampf an und forderte den Zorn heraus. Ein halbes Jahrhundert später wiederholte das die Me-Too-Bewegung – mit welchen Erfolgen?